Gassner (Familienname): Unterschied zwischen den Versionen
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Noch im 18. Jahrhundert kam es in Wien zu zahlreichen Kindesaussetzungen, Kinder wurden niedergelegt, irgendwo, auf der Straße, auf einem Acker, in einem Stiegenhaus, hinter einer Kellertür, bei einem Altar in einer Kirche in der Hoffnung, es würde sich irgend jemand ihrer annehmen. [...] Findelkinder erhielten oft einen Namen, der an den Ort ihrer Auffindung erinnern sollte, zuweilen auch in einer verfremdeten Form. Da Kinder oft auf einer Stiege oder auf eine Gasse oder Straße niedergelegt wurden, so erhielten sie Namen wie Stiegler, '''Gassner''' oder Straßen- und Hausnamen, auch den Namen der Ortschaft, des Vorortes oder des Stadtviertels. <ref>Anna L. Staudacher: Jüdische Konvertiten in Wien 1782–1914, hw.oeaw.ac.at/0xc1aa500d_0x0014a7d9 (2.9.2007) | Noch im 18. Jahrhundert kam es in Wien zu zahlreichen Kindesaussetzungen, Kinder wurden niedergelegt, irgendwo, auf der Straße, auf einem Acker, in einem Stiegenhaus, hinter einer Kellertür, bei einem Altar in einer Kirche in der Hoffnung, es würde sich irgend jemand ihrer annehmen. [...] Findelkinder erhielten oft einen Namen, der an den Ort ihrer Auffindung erinnern sollte, zuweilen auch in einer verfremdeten Form. Da Kinder oft auf einer Stiege oder auf eine Gasse oder Straße niedergelegt wurden, so erhielten sie Namen wie Stiegler, '''Gassner''' oder Straßen- und Hausnamen, auch den Namen der Ortschaft, des Vorortes oder des Stadtviertels. <ref>Anna L. Staudacher: Jüdische Konvertiten in Wien 1782–1914, hw.oeaw.ac.at/0xc1aa500d_0x0014a7d9 (2.9.2007)</ref> | ||
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Version vom 2. September 2007, 00:16 Uhr

Herkunft und Bedeutung
Es gibt mehrere mögliche Bedeutungen:
Der Gassner ist derjenige, der an der Gasse wohnt[2][3][4]. Damit wäre der Name Gassner ein Wohnstättenname.
Der Gassner kommt aus Gaß (Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg), oder aus Gasse (Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen), der Gassen kommt aus Gassen (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Schlesien, Österreich)[3]. Damit wäre Gassner ein Herkunftsname.
Auch ein Sprachwissenschaftliches Gutachten zur Herkunft und Bedeutung des Familiennamens Gaßner der Gesellschaft für Namenkunde[5] kommt zu dem Ergebnis, das der Name Gaßner entweder als ein süddeutscher Wohnstättenname in der Bedeutung "der an der Gasse wohnende", oder aber ein Herkunftsname zu einem Ort Gaß, Gasse, oder Gassen zu interpretieren sei.
Der Gaßner bezeichnet in der Schweiz einen Geißhirten[6].
Früheste Nennungen
Arnold in der gassen 1266 Ober-Alpfen, Hainr. an der gassen 1316 Tirol, Stephel bey der gassen 1414 Nikolsbg., Mathias Gasse 1387 Littau/Mähren, W. im gäßlein 1343 Eßl., Fridel Gaßner 1414 Mähren, Cl. Gaßmann 1442 Waldkirch[2]
Varianten des Namens
Mögliche Varianten sind Gassner, Gaßner, Gahsner[7], vielleicht auch noch Gafner und weitere.
- Gafner (Schweiz) ist ein Wohnstättenname: "zen Gafinen = bei den Hütten" (Walliser Geschlecht)[2]
- Gansner und Gasner sind ältere Formen des Triesenberger Familiennamens Gassner[8].
- Eine slawische Entsprechung ist wohl der Name Ulitz
Geographische Verteilung
Relativ | Absolut |
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Relative Verteilung des Namens Gassner (1996)Direkt zur Karte Die Farbskala zeigt die Anzahl von "Gassner" bezogen auf je 1 Million Einträge. |
Absolute Verteilung des Namens Gassner (1890)Direkt zur Karte Absolute Verteilung des Namens "Gassner" um 1890 im damaligen Deutschen Reich Sie können die Karte innerhalb des Fensters zoomen und verschieben. |
Verrechnet man die Bevölkerungsdichte, findet man die meisten Gassner im Landkreis Kelheim in Bayern, nämlich 374 Anschlüsse pro Million Einwohner. Absolut betrachtet findet man die meisten Gassner in München, nämlich genau 69 Telefonanschlüsse. Der Name Gassner belegt den 2733. Platz der häufigsten Namen. In Österreich tritt der Name Gassner noch häufiger auf als in Deutschland. Hier belegt der Name den 162. Platz der häufigsten Namen. In Österreich finden sich die meisten Gassner in Feldkirch im Vorarlberg (119 Telefonanschlüsse). Wenn man die Bevölkerungsdichte verrechnet, findet man die meisten Gassner wieder im Vorarlberg, nämlich mit 1306 Anschlüssen pro Million Einwohner in Bludenz.
Bekannte Namensträger
- Gassner, Heinrich (*8.6.1847 †9.09.1905) Oberbürgermeister von Mainz.[9]
- Gaßner, Johann Joseph (*22.8.1727 †4.4.1779) kath. Pfarrer und Exorzist.[10]
- Gassner, Carl (*1855 †1942) entwickelte die Trockenbatterie zur Serienreife.[11]
Geographische Bezeichnungen
Gaßneralpe
Die Gaßneralpe liegt in St. Gerold im Großen Walsertal, im Österreichischen Bundesland Vorarlberg auf 1562 Meter Höhe[12] Schon zu rätoromanischen Zeiten wurde die Alpe genutzt, damals hieß sie Campaschun, was soviel wie Weideland bedeutet. Mit der im 14. Jahrhundert beginnenden Bewirtschaftung durch die Walser, änderte sich der Name der Alpe. Gassner entstand aus dem romanischen Hofnamen Gasura (Oberes Haus)[13].
Liechtenstein
Gansnerbergli und Gasnerälpli in Triesenberg, Gasner in Schaan und Gassner Bünt in Triesen. Bei diesen Alpen und Gütern wird der Name vom Besitzer abgeleitet. Das Gasnerälpli ist also die kleine Alpe einer Person Namens Gasner[8].
Erwähnenswertes
Noch im 18. Jahrhundert kam es in Wien zu zahlreichen Kindesaussetzungen, Kinder wurden niedergelegt, irgendwo, auf der Straße, auf einem Acker, in einem Stiegenhaus, hinter einer Kellertür, bei einem Altar in einer Kirche in der Hoffnung, es würde sich irgend jemand ihrer annehmen. [...] Findelkinder erhielten oft einen Namen, der an den Ort ihrer Auffindung erinnern sollte, zuweilen auch in einer verfremdeten Form. Da Kinder oft auf einer Stiege oder auf eine Gasse oder Straße niedergelegt wurden, so erhielten sie Namen wie Stiegler, Gassner oder Straßen- und Hausnamen, auch den Namen der Ortschaft, des Vorortes oder des Stadtviertels. [14]
Daten aus FOKO
Gassner
<foko-name>Gassner</foko-name>
Gaßner
<foko-name>Gaßner</foko-name>
Quellen und Anmerkungen
- ↑ Koordinaten: 50° 1' 17.3" N, 8° 15' 5.0" E
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Hans Bahlow, Deutsches Namenslexikon, suhrkamp Taschenbuch 65, ISBN 3-518-36565-7
- ↑ 3,0 3,1 Rosa und Volker Kohlheim: Duden: Familiennamen - Herkunft und Bedeutung, Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag 2000, ISBN 3-411-70851-4
- ↑ Horst Naumann: Das große Buch der Familiennamen - Alter, Herkunft, Bedeutung, Bassermann-Verlag 1999, ISBN 3-8094-0729-1
- ↑ Gesellschaft für Namenkunde e.V., Namenberatungsstelle der Universität Leipzig (http://www.gfn.name)
- ↑ Vorlage:Books.google (nur mit US-Proxy)
- ↑ Siehe dazu auch: Hieß Düsseldorf mal "Dühseldorf"
- ↑ 8,0 8,1 Liechtensteiner Namenbuch: http://www.hvfl.li/namenbuch
- ↑ Siehe dazu auch Artikel Heinrich Gassner. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
- ↑ Siehe dazu auch Artikel Johann Joseph Gaßner. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
- ↑ Siehe dazu auch Carl Gassner
- ↑ Koordinaten: 47° 13' 58.18" N, 9° 47' 56.52" E
- ↑ Siehe dazu http://www.grosseswalsertal.at/heimatpflegeverein/Walserweg/Alpen/tabid/552/Default.aspx (15.07.2007)
- ↑ Anna L. Staudacher: Jüdische Konvertiten in Wien 1782–1914, hw.oeaw.ac.at/0xc1aa500d_0x0014a7d9 (2.9.2007)
Siehe auch
- Der Name Gaßner
- Geographische Verteilung der Gassner in Frankreich
- Alfred Götze: Familiennamen im badischen Oberland, Carl Winters Universitätsbuchhandlung Heidelberg, Neujahrsblätter der Badischen Historischen Kommission, N.F. 18/1918
- Vorlage:Books.google