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OCR-Text=Häuserbuch der Stadt Teltow
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Güter im Zuge der Säkularisierung eingezogen wurden. Um 1560, zwei Jahrzehnte nach
Einführung
der Reformation in Brandenburg, ging die Stadtherrschaft wieder an den Kurfürsten
zurück. In die gleiche Zeit fällt die Eingliederung der Stadt in die Verwaltung des Domänenamtes Ziesar, dem sie damit als Mediatstadt unterstand.


1.2 Historische Entwicklung der Stadtgrundstücke
1.1 Anfänge der Stadt Teltow
1.2.1 Bürgergrundstücke
Inmitten der Mark Brandenburg liegt die Landschaft »Der Hohe Teltow«, aus dem das
Das auf das Jahr 1576 datierte Amtsbuch9 des kurfürstlichen Domänenamtes Ziesar ist die
Gebiet des ehemaligen Kreises Teltow, der für die Gegend von 1815 bis 1952 prägend war,
erste Quelle für die Aufteilung der zu Teltow gehörenden Ländereien von 68 Hufen.10
hervorging.3 In dessen Mitte wiederum befindet sich die gleichnamige Stadt, die zeitweise auch Sitz des Landrates und der Kreisbehörde war.
Davon besaß der damalige Erb- und Lehnrichter Matthias von Schwanebeck fünf (davon
Die Ortslage Teltows, im eiszeitlichen Tal der Bäke, war schon in der Bronzezeit als eine
vier freie) Hufen. Weitere zwei Hufen, die nicht abgabenpflichtig waren, gehörten seit frühester Zeit zur Pfarre von Teltow. Die restlichen 61 Hufen waren auf 27 Hüfner11 aufgeteilt. Neben den Hüfnerbauern listet das Ziesarer Amtsbuch für Teltow noch 40 Kossäten12
vorteilhafte Stelle für eine Besiedlung angenommen worden.4 Direkt am Schönower See
auf, davon jedoch nur 34 mit dem Besitz eines Hauses.
und nahe dem größeren Hegersee bot der Platz natürlichen Schutz und genügend Raum für
Sieben Jahrzehnte nach der Eintragung ins Amtsbuch verringerte sich infolge des Dreißigjährigen Krieges die Zahl der Teltower Einwohner erheblich. Im Landreiterbericht des
eine größere Ansiedlung.5 Wahrscheinlich während der Stadtgründung erhielt der Ort eine
Jahres 1652 tauchen nur noch 21 Hüfnerbauern und 27 Gärtner auf.13 Sieben der Hüfner
künstliche Befestigungsanlage mit einem Wall- und Grabensystem, welches noch bis ins
und elf der Gärtner stammten nicht mehr aus Teltow.
18. Jahrhunderte genutzt wurde, zuletzt, um an den Stadttoren die Akzise einzunehmen und
Bis Anfang des 18. Jahrhunderts regenerierte sich die Einwohnerzahl von Teltow. In
den Handel zu kontrollieren. Ob die Stadt mit ihrer Befestigung eine strategische Rolle
ca. 70 Bürgerhäusern konnten nun wieder 27 Hüfner und 42 Gärtner registriert werden. Verglichen mit dem Stand des Jahres 1576 findet sich annähernd die gleiche Anzahl
spielte, lässt sich nicht eindeutig nachweisen. Das die Stadtanlage umliegende Acker- und
von Eigentümern der Stadtgrundstücke. Der große Stadtbrand im Jahre 1711 verwüstete
Wiesenland in der Teltower Feldmark besaß keine hohe Fruchtbarkeit. Von Bedeutung
68 Wohnhäuser und ungezählte Wirtschaftsgebäude und verschonte nur zwei Bürgerhäuser. Etwa acht Jahre nach dem Brand waren 72 Wohnhäuser wieder aufgebaut, und im
waren nur die Erträge an Roggen sowie der Anbau von Gerste für den Nebenerwerb des
Jahr 1735 zählte der Chronist Jeckel in seiner »Teltowgraphie« 27 Hüfner und 50 Gärtner.14 Er berichtet weiter, dass jeder Hüfner und Gärtner von alters her seine eigene, zum
Bierbrauens. Auch der Anbau von Flachs lohnte sich, da aus seiner Verarbeitung Leinen
Haus gehörende Graskavel gehabt habe. Nur die acht Gärtnerbürger, die auf neuen Grundstücken gebaut hatten, besaßen zunächst keine derartige Fläche, wurden aber bei der
von guter Qualität gewebt werden konnte. Die in der Feldmark abgesteckten Hufen6 und
Vergabe der neuen Wiesen mit bedacht.15 Wieder kann eine gegenüber dem Jahr 1576 vergleichbare Anzahl von Eigentümern festgestellt werden. Es liegt daher der Schluss nahe,
Wiesenkaveln7 dürften bereits auf die ersten Stadtbewohner zurückgehen.
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Im Jahr 1265 wurde Teltow mit der Verleihung der Innungsrechte und weiterer Privilegien durch den askanischen Markgrafen Hermann III. erstmals als Stadt urkundlich
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erwähnt. Die Stadt verblieb nur wenige Jahrzehnte unter dessen Herrschaft, da sie gemeinsam mit sieben umliegenden Dörfern 1299 durch eine Schuldverschreibung über
300 Mark Silber als Unterpfand an den Bischof von Brandenburg fiel. In dieser Zeit, die
etwa 250 Jahre währte, versank die Stadt Teltow in die Bedeutungslosigkeit eines Marktfleckens. Die ursprünglich von den Markgrafen vorgesehene wirtschaftliche Entwicklung
trat nicht ein, da die Stadt mehr und mehr ins Abseits der wichtigen Handelswege geriet.
Anfänglich zählte Teltow zu den landesherrlichen Immediatstädten, war also dem Markgrafen direkt unterstellt. Auch nach dem Übergang der Stadt in den Besitz des Brandenburger Bischofs unterstand sie unmittelbar ihrer neuen Herrschaft. Spätestens Ende des
16. Jahrhunderts muss Teltow als Mediatstadt8 angesehen werden, als die bischöflichen
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BLHA, Rep. 2, D 20978: »Ambts Buch ambt Ziesar darinnen alle Stedte, Dorfer, Vorwerker und Pechte …«
Ernst Friedel: Geschichtliches Geleitwort zur Karte des Kreises Teltow, in: Teltower Kreiskalender 8 (1911),
Ebenda: Es werden zuzüglich zu den Teltower Hufen noch 8 Schönower Hufen geführt. – Siehe auch: Das
S. 90–93.
Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Hrsg. von Johannes Schultze (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin, 8; Brandenburgische Landbücher, Bd. 2), Berlin 1940, S. 69, 190.
Hensel/Kurzhals: Bericht der Archäologie GmbH Wustermark 2005, Teltow, Kuppelmayrsche Siedlung
Siehe Anm. 6.
Hauptuntersuchung: Archäologische Untersuchungen belegen auf dem Gebiet der Altstadt drei Siedlungsphasen, von der Jungbronzezeit über die Späteisenzeit bis in das 4./5. nachchristliche Jahrhundert.
Kossät: Bezeichnung für Gärtner. Die Kossäten besaßen außer einer Hofstelle noch erbliche Wiesen und
Beide Seen sind durch den Bau des Teltowkanals verlandet und später teilweise auch bebaut worden.
Gärten, die aber keine Zugtiere und nur wenig Vieh ernähren konnten. Für eine ausreichende Existenz war
Acker oder Wiesenland (eine Hufe entsprach 60 Morgen, ein Morgen = 2553 Quadratmeter, auch 15,3 Hektar). – Ein Hüfner war der Besitzer einer oder mehrerer Hufen, später anfangs des 19. Jahrhunderts als Ackerbürger bezeichnet.
der Zuverdienst durch Handwerk oder eine Lohnarbeit erforderlich.
Kavel oder Kabel kommt aus dem Niederdeutschen und bedeutet losen, auslosen. Das heißt, es handelt sich
GStA PK, I. HA Rep. 21, Nr. 167/1, Bl. 29 bis 31 b. – Vgl. auch Ernst Fidicin: Historisch-Diplomatische Beiträge zur Geschichte der Stadt Berlin. T. 4 Berlinische Urkunden von 1232-1700, Berlin 1842 (ND 1990),
um Wiesenland, welches bei der Erstvergabe verlost und dann dem Eigentümer erblich, dem Stadtgut als Pertinenz zugeschrieben wurde. – GStA PK, II. HA Gen.Dir., Kurmark, VII Landräte des Teltowschen Kreises:
S. 14 f, nach einem Bericht der Ritterschaft des Kreises an den Kurfürsten aus dem Jahre 1641.
1750 Einführung der Hufengröße, eine Hufe entsprach 30 Morgen, ein Morgen entsprach 180 Quadratruten
Huch, Teltowgraphie (wie Anm. 1), S. 351.
[rheinländische].
Ebenda, S. 359. Im Konsens mit dem für Teltow zuständigen königlichen Beamten Heidenreich machten die
Mediat: mittelbar dem Landesherrn unterstellt, nämlich durch das Zwischenglied eines (Domänen-)Amtes von
Teltower Bürger ein mit Strauchwerk besetztes Buschland, im Tiefen Bruch und im so genannten Busch, zu
ihm und seinen Oberbehörden getrennt, im Gegensatz dazu bedeutete »immediat« eine direkte Unterstellung.
Wiesen. – BLHA, Rep. 19 Steuerrat Potsdam, Nr. 3541 »Urbarmachung von Land bei Teltow und Aufteilung
unter den dortigen Bürgern 1730–1734«.


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Einführung

1.1 Anfänge der Stadt Teltow Inmitten der Mark Brandenburg liegt die Landschaft »Der Hohe Teltow«, aus dem das Gebiet des ehemaligen Kreises Teltow, der für die Gegend von 1815 bis 1952 prägend war, hervorging.3 In dessen Mitte wiederum befindet sich die gleichnamige Stadt, die zeitweise auch Sitz des Landrates und der Kreisbehörde war. Die Ortslage Teltows, im eiszeitlichen Tal der Bäke, war schon in der Bronzezeit als eine vorteilhafte Stelle für eine Besiedlung angenommen worden.4 Direkt am Schönower See und nahe dem größeren Hegersee bot der Platz natürlichen Schutz und genügend Raum für eine größere Ansiedlung.5 Wahrscheinlich während der Stadtgründung erhielt der Ort eine künstliche Befestigungsanlage mit einem Wall- und Grabensystem, welches noch bis ins 18. Jahrhunderte genutzt wurde, zuletzt, um an den Stadttoren die Akzise einzunehmen und den Handel zu kontrollieren. Ob die Stadt mit ihrer Befestigung eine strategische Rolle spielte, lässt sich nicht eindeutig nachweisen. Das die Stadtanlage umliegende Acker- und Wiesenland in der Teltower Feldmark besaß keine hohe Fruchtbarkeit. Von Bedeutung waren nur die Erträge an Roggen sowie der Anbau von Gerste für den Nebenerwerb des Bierbrauens. Auch der Anbau von Flachs lohnte sich, da aus seiner Verarbeitung Leinen von guter Qualität gewebt werden konnte. Die in der Feldmark abgesteckten Hufen6 und Wiesenkaveln7 dürften bereits auf die ersten Stadtbewohner zurückgehen. Im Jahr 1265 wurde Teltow mit der Verleihung der Innungsrechte und weiterer Privilegien durch den askanischen Markgrafen Hermann III. erstmals als Stadt urkundlich erwähnt. Die Stadt verblieb nur wenige Jahrzehnte unter dessen Herrschaft, da sie gemeinsam mit sieben umliegenden Dörfern 1299 durch eine Schuldverschreibung über 300 Mark Silber als Unterpfand an den Bischof von Brandenburg fiel. In dieser Zeit, die etwa 250 Jahre währte, versank die Stadt Teltow in die Bedeutungslosigkeit eines Marktfleckens. Die ursprünglich von den Markgrafen vorgesehene wirtschaftliche Entwicklung trat nicht ein, da die Stadt mehr und mehr ins Abseits der wichtigen Handelswege geriet. Anfänglich zählte Teltow zu den landesherrlichen Immediatstädten, war also dem Markgrafen direkt unterstellt. Auch nach dem Übergang der Stadt in den Besitz des Brandenburger Bischofs unterstand sie unmittelbar ihrer neuen Herrschaft. Spätestens Ende des 16. Jahrhunderts muss Teltow als Mediatstadt8 angesehen werden, als die bischöflichen 3 4

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Ernst Friedel: Geschichtliches Geleitwort zur Karte des Kreises Teltow, in: Teltower Kreiskalender 8 (1911), S. 90–93. Hensel/Kurzhals: Bericht der Archäologie GmbH Wustermark 2005, Teltow, Kuppelmayrsche Siedlung Hauptuntersuchung: Archäologische Untersuchungen belegen auf dem Gebiet der Altstadt drei Siedlungsphasen, von der Jungbronzezeit über die Späteisenzeit bis in das 4./5. nachchristliche Jahrhundert. Beide Seen sind durch den Bau des Teltowkanals verlandet und später teilweise auch bebaut worden. Acker oder Wiesenland (eine Hufe entsprach 60 Morgen, ein Morgen = 2553 Quadratmeter, auch 15,3 Hektar). – Ein Hüfner war der Besitzer einer oder mehrerer Hufen, später anfangs des 19. Jahrhunderts als Ackerbürger bezeichnet. Kavel oder Kabel kommt aus dem Niederdeutschen und bedeutet losen, auslosen. Das heißt, es handelt sich um Wiesenland, welches bei der Erstvergabe verlost und dann dem Eigentümer erblich, dem Stadtgut als Pertinenz zugeschrieben wurde. – GStA PK, II. HA Gen.Dir., Kurmark, VII Landräte des Teltowschen Kreises: 1750 Einführung der Hufengröße, eine Hufe entsprach 30 Morgen, ein Morgen entsprach 180 Quadratruten [rheinländische]. Mediat: mittelbar dem Landesherrn unterstellt, nämlich durch das Zwischenglied eines (Domänen-)Amtes von ihm und seinen Oberbehörden getrennt, im Gegensatz dazu bedeutete »immediat« eine direkte Unterstellung.

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