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OCR-Text=Lichterfelder Allee (Berliner Vorstadt)
OCR-Text=Häuserbuch der Stadt Teltow


Lichterfelder Allee 1/3117
Bei der Angabe von Geldbeträgen stehen einheitlich Reichstaler (Rthlr.), obwohl in den
Lichterfelder Allee 1
Schriftstücken teilweise auch Taler angegeben waren.112 Bei Beträgen mit Silbergroschen
Berliner Vorstadt / Berlinerstraße 6B / Groß-Lichterfelderstraße 1 / Lichterfelder Straße 1/
bzw. Groschen und Pfennigen wurde aufgerundet.
Philipp-Müller-Allee 1
Die in der Grundstücksgeschichte erfolgten Abschreibungen bzw. Zuschreibungen sind
Haus- und Hofstelle und Windmühlengrundstück mit sogenannter Ratsmühle
im Häuserbuch nicht komplett und bis ins Detail übernommen worden, sondern nur, wenn
– ein Garten im Busch
sie maßgeblich erschienen. Sie sind in kursiver Schreibweise kenntlich gemacht, um sie
– ein Garten im Berlinschen Busch
auch besser vom Hauptinhalt abzutrennen.
– Wiesenkavel im Tiefen Bruch
Der bei der Baugeschichte verwendeten Begriff »Breite« des Wohnhauses bezieht sich
– zwei inalienable118 Kaveln
auf die Straßenfront der in der Regel traufständig stehenden Gebäude (siehe auch die rekonstruierten Stadtpläne im Anhang). Die originalen Angaben in Fuß (31,3 cm) und Zoll
– Graskavel vor dem Machnower Tor nahe der Spandauer Brücke119
(2,615 cm) wurden bis auf Ausnahmen beibehalten.
– Windmühle in Erbpacht120
Die auf den Höfen befindlichen Wirtschaftsgebäude fanden weder bei der Rekonstruktion der Altstadtpläne noch bei den Angaben zur Baugeschichte Berücksichtigung.
– Recht eines Fußsteiges vom Gehöft zur Mühle über den der Gemeine gehörigen Weideplatz
Bei den öffentlichen Gebäuden, deren Eigentümer durchgängig die Stadt bzw. die Kirche waren, sowie beim Lehnrichtergut wird die Baugeschichte ausführlicher dargestellt.
Eigentümer:
1718
Magistrat stellt einen freien Platz von 50 Fuß Breite und 36 Fuß Tiefe zum Bau
eines Wohnhauses, behält sich aber das Vorkaufsrecht für das neue Grundstück
vor.
1718
Lehmann, Friedrich, Mühlenmeister, Wassermüller der Teltower Mittelmühle,
aus Dahlem, übernimmt als neuer Ratswindmüller.121
1726
Lehmann, Friedrich jun., Ratswindmüller, Sohn des VE122.
Um 1732 Goetze, Johann, Erbwindmüller123.
Um 1743 Henning, Peter, Ratswindmüller124 und Witwe Goetze, Anna Catharina, geb.
Dunckel, neu verehelichte Henning.
Um 1762 Goetze, Johann Christian, Windmüller, Sohn der Witwe Goetze.
1775
Witwe Goetze, Maria Elisabeth, geb. Ransch, später verehelichte Schulze (Ehemann Friedrich Gottfried, Ratsmüller), erbt.
1803
Goetze, Johann Christoph Gottfried, Mühlenbescheider, Sohn der VE aus erster
Ehe, Kaufvertrag, 2600 Rthlr.
1803
Zuschreibung: Zwei zu Gärten gemachte Stücke in der Schönowschen Straße.
1804
Goetze, Friederike Wilhelmine Sophie Charlotte, Schwester des VE, erbt.
1809
Witwe Goetze (Ehemann Johann Christoph Gottfried), Anne Sophie, geb. Balack, Kaufvertrag, 3776 Rthlr.
1814
Germann, Friedrich, Mühlenmeister, Hinrichshagen in Mecklenburg-Strelitz125,
Kaufvertrag, 2400 Rthlr.
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123
124
125


BLHA, AG Potsdam, GA Teltow, Bd. I, Bl. 6 fol. 26/30, alte Hyp. Nr. 9 fol. 9/10.
2.2 Lichterfelder Allee (Berliner Vorstadt)
Inalienabel, lat.: unveräußerlich, unübertragbar.
In einer Entfernung von ca. 120 Metern vom Berliner Tor entlang dem Weg nach Giesensdorf standen vor 1718 fünf Häuser. Die Zeit ihrer Erbauung ist nicht bekannt. Das älteste
Als eine Zuschreibung im Jahr 1748 dazu gekommen. Die Spandauer Brücke überquerte die Bäke an der
von ihnen könnte das Kruggebäude, später »Weißer Schwan« genannt, gewesen sein. Es
Mittelmühle.
stand in der Krugtabelle und war vor 1711 mit einer Konzession versehen.113 Die Gebäude
Mühlenprivileg durch König Friedrich Wilhelm I. im Jahr 1717 erteilt. Die jährliche Pacht an die Stadtkämmerei betrug 50 Reichstaler.
lagen alle am Rand eines der ältesten Wege auf dem Teltow.114 Noch Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Gebiet, auf dem sich später insgesamt sechs Häuser einschließlich ihrer
Friedrich Lehmann erbaute die neue sogenannte Ratswindmühle [auch Magistratsmühle genannt], die 1720
Höfe und Gärten befanden, die »Berliner Vorstadt« genannt. Zur gleichen Zeit waren für
fertiggestellt war.
den Weg, der an den Häusern vorbeiführte, mehrere Bezeichnungen gebräuchlich, wie
VE, im nachfolgenden Text: Voreigentümer(in), siehe auch unter Siglen und Abkürzungen.
Saarmundsche Straße, Berlinsche Straße oder Köpenicker Straße, bis 1890 hieß sie auch
Angabe aus dem GKB: Taufregister 1733.
Giesensdorfer Straße oder Berliner Straße.115 Die durchgängige Hausnummerierung, um
Angabe aus dem GKB: Trauregister 1743.
1808 eingeführt, begann hier mit der Vergabe der Nummern von 1 bis 6. Nach 1900 wurde
Herkunftsort: Siehe Bahl, Bürgerrolle (wie Anm. 2), S. 99, Nr. 950.
die Straße Groß-Lichterfelderstraße genannt und mit einer Nummerierung innerhalb der
Straße versehen.116 Zwischen 1900 und 1937 erfolgte eine erneute Umbenennung in Lichterfelder Straße. In der DDR-Zeit gab man um 1954 der Straße den Namen Philipp-MüllerAllee, seit 1991 heißt sie Lichterfelder Allee.


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Seit 1764 als Preußische Einheitsmünze.
BLHA, Rep. 19 Steuerrat Potsdam, Nr. 3506 »Aufstellung der Gasthöfe in Teltow, 1766«.
W[illy] Hoppe: Alte Grenzen, Zugänge und Wege des Teltow. In: Teltower Kreiskalender 24 (1927), S. 4–32.
Adressbuch von Groß-Lichterfelde, Lankwitz, Teltow mit Seehof. III. Jahrgang 1898.
Adressbuch von 1900 (wie Anm. 108).




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Häuserbuch der Stadt Teltow

Bei der Angabe von Geldbeträgen stehen einheitlich Reichstaler (Rthlr.), obwohl in den Schriftstücken teilweise auch Taler angegeben waren.112 Bei Beträgen mit Silbergroschen bzw. Groschen und Pfennigen wurde aufgerundet. Die in der Grundstücksgeschichte erfolgten Abschreibungen bzw. Zuschreibungen sind im Häuserbuch nicht komplett und bis ins Detail übernommen worden, sondern nur, wenn sie maßgeblich erschienen. Sie sind in kursiver Schreibweise kenntlich gemacht, um sie auch besser vom Hauptinhalt abzutrennen. Der bei der Baugeschichte verwendeten Begriff »Breite« des Wohnhauses bezieht sich auf die Straßenfront der in der Regel traufständig stehenden Gebäude (siehe auch die rekonstruierten Stadtpläne im Anhang). Die originalen Angaben in Fuß (31,3 cm) und Zoll (2,615 cm) wurden bis auf Ausnahmen beibehalten. Die auf den Höfen befindlichen Wirtschaftsgebäude fanden weder bei der Rekonstruktion der Altstadtpläne noch bei den Angaben zur Baugeschichte Berücksichtigung. Bei den öffentlichen Gebäuden, deren Eigentümer durchgängig die Stadt bzw. die Kirche waren, sowie beim Lehnrichtergut wird die Baugeschichte ausführlicher dargestellt.

2.2 Lichterfelder Allee (Berliner Vorstadt) In einer Entfernung von ca. 120 Metern vom Berliner Tor entlang dem Weg nach Giesensdorf standen vor 1718 fünf Häuser. Die Zeit ihrer Erbauung ist nicht bekannt. Das älteste von ihnen könnte das Kruggebäude, später »Weißer Schwan« genannt, gewesen sein. Es stand in der Krugtabelle und war vor 1711 mit einer Konzession versehen.113 Die Gebäude lagen alle am Rand eines der ältesten Wege auf dem Teltow.114 Noch Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Gebiet, auf dem sich später insgesamt sechs Häuser einschließlich ihrer Höfe und Gärten befanden, die »Berliner Vorstadt« genannt. Zur gleichen Zeit waren für den Weg, der an den Häusern vorbeiführte, mehrere Bezeichnungen gebräuchlich, wie Saarmundsche Straße, Berlinsche Straße oder Köpenicker Straße, bis 1890 hieß sie auch Giesensdorfer Straße oder Berliner Straße.115 Die durchgängige Hausnummerierung, um 1808 eingeführt, begann hier mit der Vergabe der Nummern von 1 bis 6. Nach 1900 wurde die Straße Groß-Lichterfelderstraße genannt und mit einer Nummerierung innerhalb der Straße versehen.116 Zwischen 1900 und 1937 erfolgte eine erneute Umbenennung in Lichterfelder Straße. In der DDR-Zeit gab man um 1954 der Straße den Namen Philipp-MüllerAllee, seit 1991 heißt sie Lichterfelder Allee.

112 113 114 115 116

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Seit 1764 als Preußische Einheitsmünze. BLHA, Rep. 19 Steuerrat Potsdam, Nr. 3506 »Aufstellung der Gasthöfe in Teltow, 1766«. W[illy] Hoppe: Alte Grenzen, Zugänge und Wege des Teltow. In: Teltower Kreiskalender 24 (1927), S. 4–32. Adressbuch von Groß-Lichterfelde, Lankwitz, Teltow mit Seehof. III. Jahrgang 1898. Adressbuch von 1900 (wie Anm. 108).

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