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Ritterstraße 10 (heute Bürgerhaus von Teltow)
Ritterstraße 16344
Stadtschule (bis 1871)
Hoher Steindamm/Ritterstraße 29
Gärtnergut
– ein Garten bei und hinter dem Haus
– ein großer Garten vor dem Machnower Tor
– neue Wiese im Busch
– zwei inalienable Kaveln
– Braugerechtigkeit345
Eigentümer:
Um 1760 Fleischer, Johann Jacob, Stellmachermeister346, Spandau.
1771
Witwe Fleischer, Anna Sophia, geb. Rübbecke, neu verehelichte Rüster, im
Erbvergleich zugeschlagen.
1776
Witwe Lehmann, Anna Regina, geb. Fleischer, Tochter der VE, Kaufvertrag,
337 Rthlr.
1779
Mertens, Gottfried Wilhelm, Ratskellerwirt, Kaufvertrag, 334 Rthlr.
1802
Bohne, Johann Heinrich, Ordonnanzwirt, Kaufvertrag, 1000 Rthlr.
Abschreibung: Der große Garten vor dem Machnower Tor.
1818
Berger, Andreas, Ackerbürger und Ratmann, sub hasta erstanden, Meistgebot
980 Rthlr.
1848
Berger, Carl Ludwig, Gärtner, Sohn des VE, Kaufvertrag, 900 Rthlr.
1863
Zuschreibung: 10 Morgen und 137 Quadratruten Ackerland vom Schlächtermeister Ruhle.347
1878
Berger, Friedrich Wilhelm Gustav, Ackerbürger, Sohn des VE, Kaufvertrag,
12 325 RM.
1893
Knopf, Sally, Kaufmann, Berlin.
1894
Reibe, Julius, Rentier.
1903
Reibe, Max, Bäckermeister.
Baugeschichte:
Baugeschichte:
Zeugnis von einer Schule bereits in der Mitte des 16. Jahrhunderts geben die ältesten noch
Auch die Gebäude des Gärtnergutes zerstörte der Brand im Jahr 1801. Der Wiederaufbau
erhaltenen Dokumente der Stadt.348 Zu dieser Zeit stand ihr nur ein schlecht besoldeter
erfolgte im Jahr 1803. Das Wohnhaus, ein massives, eingeschossiges Gebäude, maß im
Schulmeister vor, der in den Diensten der Kirche stand. Der für Teltow zuständige Finanzbeamte Johann Daniel Richter schreibt in einem Bericht, der auch über die Geschichte der
Grundriss 46 Fuß in der Breite und 32 Fuß in der Tiefe. Weitere Quellen konnten nicht
Stadt handelt, dass die Teltower Schule eine bessere Dorfschule gewesen sei.349 Den Standort des Schulhauses teilt Jeckel in seiner Chronik mit: »Das hiesige Gebäude hat von alters
erschlossen werden, jedoch dürfte das Bauwerk aus der Zeit um 1803 stammen. Im Kern
her auf dem Kirchhof gestanden«.350 Ähnlich wie bei den anderen öffentlichen Gebäuden
erhalten, gehört es noch heute zum Bestand der Altstadt.
der Stadt musste die Schule nach Stadtbränden jedes Mal wieder neu aufgebaut werden,
auch von ständigen Reparaturen berichten die Quellen. Zuständig für alle Baumaßnahmen
an kirchlichen Gebäuden waren zu jeder Zeit die Bürgerschaft von Teltow und die Einwohner des Nachbarortes Schönow.351 Das erste schriftlich erwähnte Schulgebäude, aus dem
17. Jahrhundert stammend, musste wegen Baufälligkeit durch ein neues ersetzt werden. Das
Gebäude konnte 1705 fertig gestellt werden, überdauerte aber nur sechs Jahre und sank bei
dem großen Stadtbrand von 1711 in Schutt und Asche. Nach drei Jahren Bauzeit stand für
die Stadtkinder und die Kinder aus Schönow wieder ein neu errichtetes Schulgebäude zur
Verfügung: ein zweigeschossiger Fachwerkbau mit Ziegeldach in den Abmessungen (Angaben in der Quelle in Fuß) von ca. 16 Metern Länge und 10 Metern Breite. Der Giebel des
Hauses stand zur Ritterstraße, der Eingang war vom Kirchhof aus zu erreichen. Das untere
Geschoss bestand nur aus einer einzigen Schulstube, die über 80 Schulkinder fassen musste. In der oberen Etage befanden sich zwei Wohnungen, eine für die Familie des Rektors
und die andere für den zweiten Lehrer, der gleichzeitig als Küster der Kirche diente. Ein
kleiner (Schweine-)Stall und ein Hof gehörten in dieser Zeit auch zur Nachbarschaft eines
Schulhauses. Bei der erneuten Zerstörung nach dem Stadtbrand 1801 wurde die Stadtschule
vergrößert, was auch zu einer Veränderung ihres Standortes führte. Ihre neue Länge betrug
nun ca. 22 Meter, die Breite wurde beibehalten. Wegen der größeren Länge stand die massiv gebaute Schule nun mit ihrer Traufseite zur Ritterstraße. Das neue zweigeschossige
Gebäude enthielt insgesamt 15 vierflüglige Fenster. Eine lange Lebensdauer war dieser
Stadtschule wiederum nicht beschieden. Für den stetigen Bevölkerungszuwachs und die damit steigende Schülerzahl wurde dieses Gebäudes zu klein und nur noch bis 1871 genutzt.
Im darauf folgenden Jahr weihten die Teltower ihr neues, zweigeschossiges Schulhaus ein,
das außerhalb der alten Stadtgrenze in der heutigen Potsdamer Straße errichtet worden war.
Auf einem Teil der Grundfläche der alten Teltower Stadtschule wurde im Auftrag der Stadt
ein Feuerlösch-Gerätehaus errichtet, das im Jahr 1898 von der Teltower Feuerwehr übernommen wurde. Im Jahr 1996 baute man das von der Feuerwehr nicht mehr genutzte
Gebäude zum »Bürgerhaus der Stadt Teltow« um.
348


349
Ritterstraße 14 [siehe Marktplatz 3]
350
Ritterstraße 12 [siehe Marktplatz 3]
351
344
345
346
347


Evangelisches Pfarramt Teltow, Visitationsregister und -abschiede der Kirchengemeinde Teltow von 1546,
64
1581, 1600 und 1690. – Jeckel bezieht sich in seiner handschriftlichen Chronik ebenfalls auf Angaben dieser Quelle, die ihm als Prediger von Teltow zur Verfügung stand.
Richter, Finanzbeschreibung (wie Anm. 23), S. 21.
Staatsbibliothek zu Berlin PK, Handschriftenabteilung, Ms. Boruss. quart. 61, Johann Christian Jeckel,
»Teltowgraphia, II. Teil, XXV. Cap., §. 3. pag. 365«.
Der Ort Schönow besaß keine eigene Kirche und gehörte seit dem Mittelalter zur Teltower St. Andreas-Kirchgemeinde. Die Schönower Kinder besuchten bis Mitte des 19. Jahrhunderts die Teltower Schule.


65
BLHA, AG Potsdam, GA Teltow, Bd. I, Bl. 29 fol. 141/146, alte Hyp. Nr. 28 fol. 55/56.
BLHA, Rep. 19 (wie Anm. 189).
Siehe auch Bahl, Bürgerrolle (wie Anm. 2), S. 76, Nr. 609: Eintragung als Bürger von Teltow im Jahr 1745.
Verkaufspreis: 1500 Reichstaler. – Die Praestationen mussten an die Domkirche Berlin entrichtet werden:
9 Schf Roggen, 6 Schf Gerste.




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Häuserbuch der Stadt Teltow

Ritterstraße 16344 Hoher Steindamm/Ritterstraße 29 Gärtnergut – ein Garten bei und hinter dem Haus – ein großer Garten vor dem Machnower Tor – neue Wiese im Busch – zwei inalienable Kaveln – Braugerechtigkeit345 Eigentümer: Um 1760 Fleischer, Johann Jacob, Stellmachermeister346, Spandau. 1771 Witwe Fleischer, Anna Sophia, geb. Rübbecke, neu verehelichte Rüster, im Erbvergleich zugeschlagen. 1776 Witwe Lehmann, Anna Regina, geb. Fleischer, Tochter der VE, Kaufvertrag, 337 Rthlr. 1779 Mertens, Gottfried Wilhelm, Ratskellerwirt, Kaufvertrag, 334 Rthlr. 1802 Bohne, Johann Heinrich, Ordonnanzwirt, Kaufvertrag, 1000 Rthlr. Abschreibung: Der große Garten vor dem Machnower Tor. 1818 Berger, Andreas, Ackerbürger und Ratmann, sub hasta erstanden, Meistgebot 980 Rthlr. 1848 Berger, Carl Ludwig, Gärtner, Sohn des VE, Kaufvertrag, 900 Rthlr. 1863 Zuschreibung: 10 Morgen und 137 Quadratruten Ackerland vom Schlächtermeister Ruhle.347 1878 Berger, Friedrich Wilhelm Gustav, Ackerbürger, Sohn des VE, Kaufvertrag, 12 325 RM. 1893 Knopf, Sally, Kaufmann, Berlin. 1894 Reibe, Julius, Rentier. 1903 Reibe, Max, Bäckermeister. Baugeschichte: Auch die Gebäude des Gärtnergutes zerstörte der Brand im Jahr 1801. Der Wiederaufbau erfolgte im Jahr 1803. Das Wohnhaus, ein massives, eingeschossiges Gebäude, maß im Grundriss 46 Fuß in der Breite und 32 Fuß in der Tiefe. Weitere Quellen konnten nicht erschlossen werden, jedoch dürfte das Bauwerk aus der Zeit um 1803 stammen. Im Kern erhalten, gehört es noch heute zum Bestand der Altstadt.

Ritterstraße 14 [siehe Marktplatz 3] Ritterstraße 12 [siehe Marktplatz 3] 344 345 346 347

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BLHA, AG Potsdam, GA Teltow, Bd. I, Bl. 29 fol. 141/146, alte Hyp. Nr. 28 fol. 55/56. BLHA, Rep. 19 (wie Anm. 189). Siehe auch Bahl, Bürgerrolle (wie Anm. 2), S. 76, Nr. 609: Eintragung als Bürger von Teltow im Jahr 1745. Verkaufspreis: 1500 Reichstaler. – Die Praestationen mussten an die Domkirche Berlin entrichtet werden: 9 Schf Roggen, 6 Schf Gerste.

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