Westerwald/Adressbuch 1922/Beschreibungen zu den Kreisen und Gemeinden: Unterschied zwischen den Versionen
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(Eylhartengen) 366 Einwohner. Post Langenhahn, Fernsprechamt Westerburg. | Gemeinde Beschreibung Seite Einwohner Post Fernsprechamt Bahnstation zu kath. Kirchengem. zu ev. Kirchengem. | ||
Nächste Bahnstation Langenhahn, 25 Min. Kathol. Dorf zum Kirchspiel Höhn | Ailertchen (Eylhartengen) 366 Einwohner. Post Langenhahn, Fernsprechamt Westerburg. Nächste Bahnstation Langenhahn, 25 Min. Kathol. Dorf zum Kirchspiel Höhn (kath.) u. Westerburg (ev.) gehörend. Höhenlage 476 Meter. 10 366 Langenhahn Westerburg Langenhahn Höhn Westerburg | ||
(kath.) u. Westerburg (ev.) gehörend. Höhenlage 476 Meter. | Alpenrod mit Hirtscheid und Dehlingen (Albrechtenrode) 1135 Einwohner. Post Erbach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Erbach-Westerwald, ½ Std. Höhenl. 422 Meter. Die Kirche wurde 1469 neu hergerichtet, wurde aber 1822 weg. Baufälligk. geschlossen. 1839 wurde der Grundstein der heutigen Kirche gelegt, die 1843 eingeweiht wurde. Evangelisches Pfarrdorf. Die katholischen Einwohner gehören zur Pfarrei Hachenburg. Zum jetzigen Kirchspiel gehört noch das Dorf Lochum, wie die beiden oben genannten Dörfer Hirtscheid und Dehlingen. 10 1135 Erbach Hachenburg Erbach-Westerwald Alpenrod Hachenburg | ||
Altstadt 754 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hachenburg zirka 12 Minuten. Höhenlage 325 Meter. Evangelisches Pfarrdorf. Die katholischen Einwohner gehören zur Pfarrei Hachenburg. Zur heutigen Pfarrei gehören die Gemeinden Gehlert, Merkelbach, Mittelhattert, Müschenbach, Niederhattert, Nister, Oberhattert und Wied. Altstadt (Hachinburg) ist der Ursprungsort des heutigen Hachenburg. In ihrer Gemarkung wurde die Burg und die unter dieser entstandene Stadt gebaut. Da sich dieses Anwesen ebenfalls den Namen Hachinburg beilegte, nannte man das alte Hachinburg zur Unterscheidung „Altstadt“, A. hat eine sehr alte, dreischiffige Kirche, die dem heil. Bartholomäus gewidmet ist. Man muß vermuten, daß sie 1221 noch Filiale von Altenkirchen war. Neben der Kirche, in deren Mittelschiff noch die Form einer spätromanischen Pfeilerbasilika sich zeigt, bestand noch die St. Katharinenkapelle, die, wie die Kirche selbst, auch vier Altäre hatte. 12 754 Hachenburg Hachenburg Hachenburg Hachenburg Altstadt | |||
Astert (Aisterod) 222 Einwohner. Post Kroppach, Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hattert, ½ Stunde. Höhenlage 239 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Marienstatt gehörend. Evang. Einwohner gehör. zum Kirchsp. Kroppach. 14 222 Kroppach Hachenburg Hattert Marienstatt Kroppach | |||
(Albrechtenrode) 1135 Einwohner. Post Erbach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Erbach-Westerwald, | Atzelgift (Hatzelgufte) 317 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation: Hachenburg 1 Stunde. Höhenlage 288 Meter. Kath. Dorf zum Kirchspiel Marienstatt gehörend. Die evang. Einwohner gehören zum Kirchspiel Kroppach. In. A. waren die Familien v. Ottenstein und v. Herschbach begütert. 14 317 Hachenburg Hachenburg Hachenburg Marienstatt Kroppach | ||
Bach 184 Einwohner. Post und Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Marienberg 3/4 Std. u. Fehl-Ritzhausen, ½ Std. Höhenlage 500 Meter. Evangel. Dorf z. Kirchsp. Marienberg geh. Bach ist bekannt durch seine große Braunkohlegrube mit mächtigen Lagern. Bereits 1746 wurden hier die ersten Versuche mit dem Bau auf Braunkohlen gemacht. Seit einigen Jahren ist das Werk in dem Besitz der Firma Aktiengesellschaft für Berg- und Hüttenbetrieb Duisburg, die die Anlagen bedeutend vergrößert und das Werk zu einem der größten im Oberwesterwaldkreis herausgearbeitet hat. 14 184 Marienberg Marienberg Marienberg u. Fehl-Ritzhausen Marienberg | |||
Bellingen 338 Einwohner. Post Langenhahn. Fernsprechamt Westerburg. Höhenlage 438 Meter. Nächste Bahnstation Langenhahn, 15 Min. Kath. Dorf zum Kirchspiel Rotzenhahn gehörend. Die evang. Einwohner gehören zum Kirchspiel Alpenrod. 15 338 Langenhahn Westerburg Langenhahn Rotzenhahn Alpenrod | |||
754 Einwohner. Post | Berod (Bernrode) 435 Einwohner. Post Höchstenbach. Fernsprecher Amt Hachenburg. Nächste Bahnstation Kleinbahnstation Wahlrod, 45 Min. Höhenlage 318 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Wahlrod gehörend. 15 435 Höchsten- bach Hachenburg Wahlrod Wahlrod | ||
Borod 300 Einwohner. Post Höchstenbach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Wahlrod (Kleinbahn). Zum Kirchspiel Wahlrod gehörend. Höhenlage 290 Meter. 16 300 Höchsten- bach Hachenburg Wahlrod Wahlrod | |||
Bölsberg (Bilesberg) 193 Einwohner. Post Korb. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Korb (zirka 30 Min.). Höhenlage 471 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Rotzenhahn. Bei der Ortschaft Bölsberg befindet sich eine merkwürdige Anhäufung von großen einzelnen Basaltblöcken. 16 193 Korb Marienberg Korb Rotzenhahn Marienberg | |||
(Aisterod) 222 Einwohner. Post Kroppach, Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hattert, | Bretthausen (Bredehusen) 181 Einwohner. Post Neukirch. Fernsprechamt Rennerod. Nächste Bahnstation Rennerod, 1 1/4 Stunde und Burbach 2 Stunden, Höhenlage 577 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Neukirch gehörend. 16 181 Neukirch Rennerod Rennerod u. Burbach Neukirch | ||
Büdingen 352 Einwohner. Post Erbach Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Erbach (12 Min.). Höhenlage 335 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Rotzenhahn gehörend. Die evangl. Einwohner gehören zum Kirchspiel Alpenrod. In Büdingen waren die Adligen von Heppenberg und Walderdorf ansässig, die 1492 ihre Güter an die Kirche in Marienberg verkauften. Büdingen baut jetzt eine eigene Kirche. 16 352 Erbach Marienberg Erbach-Westerwald Rotzenhahn Alpenrod | |||
Dreifelden (Drivelten) 161 Einwohner. Post Freilingen. Fernsprechamt Freilingen. Nächste Bahnstation Rotzenhahn. Höhenlage 420 Meter. Evangelisches Pfarrdorf. Es gehören zum Kirchspiel die Dörfer Linden, Schmidthahn, Steinebach. Dreifelden kommt schon im Jahre 1325 vor; die Pfarrei gehörte damals in die Kirche Rückerod, war später dessen Filiale, bis es im 18. Jahrhundert eigene Pfarrei wurde. Der Ort hat eine reiche Vergangenheit. Seinen Namen verdankt er einer Kirche, die von einem Kreuzritter erbaut und der heiligen „Dreifaltigkeit“ geweiht war. 1795/96 brausten die Revolutionsstürme über den Ort hinweg, die auch die Kirche nicht verschonten. An der heutigen Kirche, deren Schiff 1808/09 erbaut wurde, ist der romanische, viereckige Turm sehr alt. Dreifelden wird heute als Sommeraufenthalt gern besucht. Ganz in der Nähe von Dreifelden liegt das Gebiet der Dreifelder Weiher, die der Landschaft ein eigentümliches Gepräge geben. Versteckt zwischen Wald und Heide liegt die im Anfang des 17. Jahrhunderts vom Fürsten Friedrich von Wied erbaute „Seeburg“. Nicht weit von dieser lag die 1340 von Graf Wilhelm von Isenburg-Wied „uff dem Bruche zu Drifelden“ erbaute, der Sage nach in einer Nacht spurlos verschwundene Burg „Rohrbruch.“ 17 161 Freilingen Freilingen Rotzenhahn Freilingen | |||
(Hatzelgufte) 317 Einwohner. Post | Dreisbach 333 Einwohner. Post Höhn. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstationen Höhn und Erbach. Höhenlage 459 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Höhn gehörend. 18 333 Höhn Marienberg Höhn und Erbach Höhn | ||
Eichenstruth 155 Einwohner. Post und Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Marienberg. Höhenlage 495 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. In der Gemarkung Eichenstruth liegt die staatliche Braunkohlengrube „Oranien“, die in letzter Zeit wieder neu in Betrieb genommen wurde. 18 155 Marienberg Marienberg Marienberg Marienberg | |||
Enspel 179 Einwohner. Post Erbach. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Erbach. Höhenlage 390 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Rotzenhahn gehörend. 19 179 Erbach Marienberg Erbach-Westerwald Rotzenhahn | |||
184 Einwohner. Post | Erbach (Erlebach, Ylrebach) 470 Einwohner. Post Erbach. Fernsprechamt Marienberg. Bahnstation und Knotenpunkt der Bahn Altenkirchen-Limburg. Ausgangspunkt der Bahn Fehl-Ritzhausen-Marienberg-Langenbach-Erbach. Höhenlage 329 Meter. Aufblühender Ort mit Basalt- und Holzindustrie. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. Johann von Nassau-Merenberg und Johann vonn Westerburg wollten 1359 auf dem Scharfenstein eine Burg bauen, die jedoch nicht zu Stande kam. Bei Erbach beginnt der Gebirgswechsel des Oberwesterwaldes. 19 470 Erbach Marienberg Erbach-Westerwald Marienberg | ||
Fehl-Ritzhausen 444 Einwohner. Post und Fernsprechamt Marienberg. Bahn- und Endstation der Linie Erbach-Fehl-Ritzhausen, Knotenpunkt der Linie Herborn-Westerburg-Montabaur. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. Eine hier bestehende Kapelle wurde 1893 niedergelegt. 21 444 Marienberg Marienberg Fehl-Ritzhausen Marienberg | |||
Gehlert (Geilenrod). 380 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hachenburg, 40 Minuten. Höhenlage 408 Meter. Das Kloster Marienstatt legte hier 1262 einen Hof an. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Altstadt gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Hachenburg. 21 380 Hachenburg Hachenburg Hachenburg Hachenburg Altstadt | |||
338 Einwohner. Post Langenhahn. Fernsprechamt Westerburg. Höhenlage 438 Meter. Nächste Bahnstation Langenhahn, 15 Min. Kath. Dorf zum Kirchspiel Rotzenhahn gehörend. Die evang. Einwohner gehören zum Kirchspiel Alpenrod. | Giesenhausen 216 Einwohner. Post Kroppach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Ingelbach, 20 Minuten. Höhenlage 309 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kroppach gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Marienstatt. 21 216 Kroppach Hachenburg Ingelbach Marienstatt Kroppach | ||
Großseifen (Graynziben). 330 Einwohner. Post und Fernsprechamt Marienberg. Bahnstation der Linie Erbach-Fehl-Ritzhausen. Höhenlage 444 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Schönberg. 22 330 Marienberg Marienberg Großseifen Schönberg Marienberg | |||
Hahn (zum Haen). 238 Einwohner. Post Marienberg, Fernsprechamt Hahn. Nächste Bahnstation Marienberg-Langenbach, 15 Minuten. Höhenlage 386 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Höhn-Schönberg gehörend. Die evangelischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Marienberg. 24 238 Marienberg Hahn Marienberg-Langenbach Höhn-Schönberg Marienberg | |||
(Bernrode) 435 Einwohner. Post Höchstenbach. | Hachenburg Bahnstation der Linie Limburg-Altenkirchen. Ausgangspunkt der Kleinbahn Selters-Hachenburg. Stadt mit 2518 Einwohnern. Post- und Fernsprechamt Hachenburg. Höhenlage 340 Meter (Schloß 395 Meter). Sitz des Finanzamtes für den Oberwesterwaldkreis. Hat ein Amtsgericht, zwei Oberförstereien, Katasteramt, Landesbauinspektion, zwei Bankstellen (Nass. Landesbank, Vereinsbank), Postamt 2. Klasse, Forstschule, landw. Winterschule, Realschule, kath. Krankenhaus, evangelische und katholische Kirche, Synagoge. Hachenburg trägt einen ausgesprochen städtischen und auch wieder altertümlichen Charakter, wie man es bei einer solch kleinen Stadt sonst selten findet. Als Sommerfrische wird es seiner schönen Umgebung halber sehr gerne besucht, und namentlich auch Wandervögel sind es, die die Stadt die ganze Wanderperiode hindurch beleben. Sehr gute Hotels finden sich am Platze. Hoch über die Kuppen des Landes hinweg ragt das Hachenburger Schloß. 1221 bereits wird die Burg genannt; 600 Jahre lang war sie ununterbrochen in dem Besitz des mächtigen Dynastengeschlechts der Grafen von Sayn. Am 16. Dezember 1314 verlieh Ludwig der Bayer Hachenburg Stadtrechte und Selbstgerichtsbarkeit und wurde innen mit einer Ringmauer umzogen. 1352 wurde es von Erzbischof Balduin von Trier erobert. Graf Joachim von Sayn übergab die Stadt 1367 bis 1388 an den Erzbischof Cuno von Trier. Der alte Burgbau brannte 1654 teilweise nieder, wurde aber bald in seiner jetzigen Form wieder aufgebaut. Frei von Prunk u. Pracht besteht das Schloß aus mehreren Flügeln in unregelmäßiger Stellung. Bis 1809 war Hachenburg Sitz der Landesregierung. Die Stadt selbst blieb von verheerenden Unglücksfällen nicht verschont. Um 1400 brannte sie bis auf die Kirche vollständig ab. 39 Jahre später wütete abermals eine Feuersbrunst. Nach einer alten Liste brannte es in den Jahren 1484, 1503, 1541, 1554, 1594. weiter werden aus den Jahren 1676, 1710, 1711,1729, 1730, 1756, 1757, 1762, 1763 größere und kleinere Brände berichtet. Die gewaltigsten waren wohl die Brände aus den Jahren 1439 und 1554. Mehrere Male wütete im Anfang des 17. Jahrhunderts die Pest in den Mauern der Stadt. Von den älteren Zeiten her gehörte Hachenburg in die Pfarrkirche zu Altstadt. Graf Gerhard von Sayn legte 1495 den Grund zur Stadtkirche. Die heutige evangelische Kirche, durch den sogenannten Schloßbogen mit dem Schloß verbunden, ist 1775 bis 1776 erbaut. Chor und Turm sind Überreste der ehemaligen Nikolaikapelle. In der Kirche befindet sich eine gräfliche Familiengruft. Die Reformation wurde 1561 nach lutherischem Bekenntnis eingeführt. 1605 kam die reformierte Lehre durch den Grafen Wilhelm von Wittgenstein in die Stadt. 1654 erfolgte dann die völlige Trennung von der Mutterkirche zu Altstadt. Bis zum Jahre 1820 bestanden zwei evangelische Pfarreien in der Stadt. Die heutige katholische Kirche ist die dritte an ihrer Stelle. 1651 bis 1664 wurde die erste durch den Grafen Valentin Ernst vom Manderscheid erbaut. 1734 wurde die zweite Kirche eingeweiht, nachdem die erste infolge Baufälligkeit abgerissen worden war. Die heutige Kirche, ein sich dem Gesamtbild der Stadt sehr anschmiegendes Gebäude mit schönem, stilgerechten Turm, wurde in den Jahren 1906 bis 1908 erbaut und hat die Altertümer der früheren Kirche, besonders die Kanzel, die Altäre, Beichtstühle usw. des Denkmalswertes wegen in sich aufgenommen. Auch sind die alten Franziskaner-Grüfte erhalten geblieben. An Sehenswürdigkeiten besitzt Hachenburg neben seinem Schloß, dem ein wohlgepflegter Park, der "Burggarten", mit herrlichen alten Baumgruppen, vorgelagert ist, noch das Denkmal Kaiser Wilhelms I an der evangelischen Kirche. Es wurde 1888 als das erste Denkmal des Kaisers errichtet. Mitten auf dem alten Markt steht der Marktbrunnen mit dem Saynischen Löwen, das Hachenburger Wappen haltend. Ihm gegenüber steht das Hotel "Krone" mit sehenswerter Renaissance-Architektur. Weiter befinden sich in Hachenburg noch die Denkmäler Kaiser Friedrichs und Kaiser Wilhelm I. In dem Schloß selbst sind ausschließlich Behörden untergebracht. Sehenswert sind das Taufbecken und das Wappen auf dem oberen Schloßhof. 25 2518 Hachenburg Hachenburg Hachenburg Hachenburg Hachenburg | ||
Hardt 225 Einwohner. Post und Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Erbach, 15 Minuten. Höhenlage 424 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Rotzenhahn. In der Gemarkung Hardt liegt das seit einigen Jahren in Betrieb genommene Quarzitwerk "Vulkan". 56 225 Marienberg Marienberg Erbach-Westerwald Rotzenhahn Marienberg | |||
Heimborn 174 Einwohner. Post Kroppach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Ingelbach, 1 Stunde. Höhenlage 226 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kroppach gehörend. Zu Heimborn gehören die Orte Ehrlich und Lützelau. Letzterer Ort war 1294 der Wohnsitz der Adeligen von Lützelau. 56 174 Kroppach Hachenburg Ingelbach Kroppach | |||
Heuzert (Heuzerod). 139 Einwohner. Post Kroppach. Fernsprechamt Heuzert. Nächste Bahnstation Hattert oder Ingelbach, je 45 Minuten. Höhenlage 231 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kroppach gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Marienstatt. 56 139 Kroppach Heuzert Hattert oder Ingelbach Marienstatt Kroppach | |||
Hinterkirchen 109 Einwohner. Post Langenhahn. Fernsprechamt Westerburg. Nächste Bahnstation Langenhahn, 10 Minuten. Höhenlage 447 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Langenhahn gehörend. 56 109 Langenhahn Westerburg Langenhahn Langenhahn | |||
Hintermühlen 205 Einwohner. Post Langenhahn. Fernsprechamt Westerburg. Nächste Bahnstation Langenhahn, 20 Minuten. Höhenlage 409 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Langenhahn gehörend. Die evangelischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Westerburg. Der Ort ist erst in neuerer Zeit entstanden. 56 205 Langenhahn Westerburg Langenhahn Langenhahn Westerburg | |||
(Bilesberg) 193 Einwohner. Post | Höchstenbach 520 Einwohner. Post und Fernsprechamt Höchstenbach. Ist Bahnstation an der Kleinbahn Hachenburg-Selters. Höhenlage 310 Meter. Evangelisches Pfarrdorf. Zur Pfarrei gehören die Dörfer Mudenbach, Welkenbach, Winkelbach, Wahlrod, Berod und Borod. Die Kirche, mit viereckigem Turm, ehemals dem heiligen Georg geweiht, ist im Anfang des 13. Jahrhunderts im romanischen Übergangsstil erbaut, und hat in neuerster Zeit an der Südseite eine niedrige Abseite erhalten. Nach der Reformation , die im Jahre 1561 nach reformiertem Bekenntnis eingeführt wurde, setzte die Gräfin Luise Juliane 1649 das lutherische Bekenntnis ein. Die Reformierten erhielten 1678 wieder einen Prediger, sodaß bis 1818 zwei Pfarreien bestanden. Eine viertel Stunde von Höchstenbach weg befindet sich der von Napoleon III. errichtete Gedenkstein an den hier am 19. September 1796 tödlich verwundeten, dann in Altenkirchen gestorbenen französischen General Marceau. Der Platz ist Eigentum der französischen Republik. 57 520 Höchsten- bach Höchstenbach Höchstenbach Höchstenbach | ||
Höhn-Urdorf (Hana, Hene). 815 Einwohner. Post Höhn. Fernsprechamt Marienberg und Westerburg. Bahnstation an der Strecke Herborn-Westerburg-Montabaur. Höhenlage 317 Meter. Zur Gemeinde Höhn gehört Urdorf. Katholisches Pfarrdorf zum Kirchspiel Höhn-Schönberg gehörend. Die evangelischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Marienberg. Zur Pfarrei gehören die Dörfer Ailertchen, Dreisbach, Hahn, Kackenberg, Oellingen, Schönberg. Die Kirche, dessen Turm aus dem 13. Jahrhundert stammt, ist eine schlichte Hallenkirche mit Chören am Mittel- und Seitenschiff. Ursprünglich Johannes dem Täufer und dem heiligen Valentius, ist sie seit 1644 der heiligen Jungfrau geweiht und war lange Zeit ein berühmter Wallfahrtsort. Die Reformation wurde 1564 nach lutherischem Bekenntnis eingeführt, 1578 mit der reformierten Kirche vertauscht, aber 1630 durch Graf Joh. Ludwig von Nieder-Hamadar wieder aufgehoben. Die ehemalige Provinz Hana, 1114 bereits durch einen wüsten Einfall eines Lehnsmannes, des Grafen Ulrich von Idstein, arg gelitten, wurde 1462 in der Fehde zwischen Isenburg und Nassau um den erzbischöflichen Stuhl von Mainz schwer heimgesucht, wobei auch die alte Kirche am 4. Mai ein Raub der Flammen wurde. Die Pfarrei wird seit 1816 wieder von einem Weltgeistlichen versehen, nachdem sie lange unter vielem Wechsel zu verschiedenen Klöstern gehörte, und durch die vielen Veränderungen, namentlich aber unter den Bettelmönchen, die das Franziskaner-Kloster in Hadamar sandte, nicht zu Wohlstand gelangen konnte. Hinterkirchen, Hölzenhausen und Püschen wurden 1316 von dem Kirchspiel Höhn getrennt. - In der Gemarkung Höhn liegt die bedeutende Ueberlandzentrale der A.-G. Elektrizitätswerk Westerwald mit der dazu gehörigen Braunkohlengrube Alexandria. 58 815 Höhn Marienberg und Westerburg Höhn Höhn-Schönberg Marienberg | |||
Hölzenhausen 125 Einwohner. Post Langenhahn. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Langenhahn, 10 Minuten. Höhenlage 488 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Rotzenhahn gehörend. 60 125 Langenhahn Marienberg Langenhahn Rotzenhahn | |||
(Bredehusen) 181 Einwohner. Post Neukirch. Fernsprechamt Rennerod. Nächste Bahnstation Rennerod, 1 1/4 Stunde und Burbach 2 Stunden, Höhenlage 577 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Neukirch gehörend. | Hof (zum Hoff). 714 Einwohner. Post und Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Fehl-Ritzhausen, 1 Stunde. Höhenlage 525 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. In Hof stand eine Kapelle, die vor und nach der Reformation von Marienberg bedient wurde. Die Schule wurde im Anfang des 16. Jahrunderts gegründet von Johann Baptiste von Langenbach, genannt Sassenrod, der dazu Grundstücke, besonders Wiesen, schenkte. 60 714 Marienberg Marienberg Fehl-Ritzhausen Marienberg | ||
Kackenberg (Kalczberg). 330 Einwohner. Post Höhn. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Höhn, 25 Minuten. Höhenlage 490 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Höhn-Schönberg gehörend. Die evangelischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Marienberg. Das Dorf ist sehr alt, es kommt bereits in einer Urkunde 879 vor. In seiner Gemarkung liegt der Kackenberger Stein, eine Anhäufung mächtiger Basaltblöcke am Bergabhang. Von hier genießt man eine herrliche Aussicht. 63 330 Höhn Marienberg Höhn Höhn-Schönberg Marienberg | |||
Kirburg (Kircburg). 320 Einwohner. Post und Fernsprechamt Kirburg. Nächste Bahnstation Korb, 45 Minuten. Höhenlage 485 Meter. Evangelisches Kirchdorf. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Mörlen. Zum Kirchspiel Kirburg gehören die Orte Korb, Langenbach bei Kirburg, Lautzenbrücken, Mörlen, Neunkhausen, Norken. Das Dorf kommt bereits 1048 vor, war 1215 in dem Besitz des Grafen Eberhardt von Arberg und seiner Gemahlin Adelheid von Molsberg, welche es zur Gründung eines Klosters an den Abt Heinrich von St. Petersthal gaben. An der Stelle im Kirchspiel Kirburg, die man heute noch "Altenkloster" nennt, wurde dann auch das Kloster angelegt. Durch die rauhe, unwirtliche Gegend wurde aber bald die Arbeit aufgegeben und man verlegte das Kloster nach Marienstatt. Um diesen Wechsel liegt eine anmutige Sage, die erzählt, auf welche Weise man auf die Stelle aufmerksam wurde, wo das Kloster Marienstatt erbaut wurde, dessen ersten Bau man um 1227 bezog. Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde das Kirchspiel ganz unter die Herrschaft des Grafen von Sayn gebracht, gehörte 1652 zu Sayn-Altenkirchen. 1662 zu Sayn-Hachenburg. Die Reformation wurde 1579 eingeführt. 1796 wurde fast das ganze Dorf durch marodierende Franzosen ein Raub der Flammen. Die alte Kirche, ein einschiffiger, flachgedeckter Basaltbau, wurde 1872 abgerissen und durch die jetzige, deren spitzer Turm weit über die Berge und Wälder schaut , in den Jahren 1872 bis 1874 erbaut. 63 320 Kirburg Kirburg Korb Mörlen Kirburg | |||
352 Einwohner. Post Erbach Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Erbach (12 Min.). Höhenlage 335 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Rotzenhahn gehörend. Die evangl. Einwohner gehören zum Kirchspiel Alpenrod. In Büdingen waren die Adligen von Heppenberg und Walderdorf ansässig, die 1492 ihre Güter an die Kirche in Marienberg verkauften. Büdingen baut jetzt eine eigene Kirche. | Korb 147 Einwohner. Post und Fernsprechamt Korb. Bahnstation an der Strecke Limburg- Altenkirchen. Höhenlage 293 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kirburg gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Mörlen. 64 147 Korb Korb Korb Mörlen Kirburg | ||
Kroppach 297 Einwohner. Post Kroppach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Ingelbach, 15 Minuten. Höhenlage 297 Meter. Evangelisches Kirchdorf. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Marienstatt. Zum Kirchspiel Kroppach gehören die Dörfer Astert, Atzelgift, Giesenhausen, Heimborn, Heuzert, Kundorf, Limbach, Luckenbach, Marzhausen, Mudenbach, Niedermörsbach, Obermörsbach, Streithausen, Stein. Die Kirche ist dem Apostel Petrus geweiht, ist eine rohromanische, flachgedeckte Pfeilerbasilika und ist im wesentlichen eine uralte Kapelle, der Chor stammt aus dem 13. Jahrhundert. 1835 erhielt die Kirche seinen Turm. Vor demselben steht eine mächtige, sehenswürdige Linde, ebenso bemerkenswert ist ebenfalls ein gliederförmiger romanischer Taufstein. Im Jahre 1561 wurde die Reformation eingeführt. Ein großer Teil des Kirchspiels liegt in der wegen seiner landschaftlichen Reize sehr bekannten "Kroppacher Schweiz", die alljährlich von vielen Tausenden von Wanderern besucht wird. 65 297 Kroppach Hachenburg Ingelbach Marienstatt Kroppach | |||
Kundert (Conterod). 241 Einwohner. Post Kroppach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Bindweide an der Strecke Scheuerfeld-Nauroth, 45 Minuten. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kroppach gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Marienstatt. In der Gemarkung Kundert lag der von der Regierung niedergelegte Hof Marienstätter Hof Lauterbach. 65 241 Kroppach Hachenburg Bindweide Marienstatt Kroppach | |||
(Drivelten) 161 Einwohner. Post Freilingen. Fernsprechamt Freilingen. Nächste Bahnstation Rotzenhahn. Höhenlage 420 Meter. Evangelisches Pfarrdorf. Es gehören zum Kirchspiel die Dörfer Linden, Schmidthahn, Steinebach. Dreifelden kommt schon im | Langenbach bei Kirburg 390 Einwohner. Post Kirburg. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Daaden, 50 Minuten. Höhenlage 498 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kirburg gehörend. Langenbach hatte früher eine Kapelle. 65 390 Kirburg Marienberg Daaden Kirburg | ||
Langenbach bei Marienberg (Durlangenbach). 525 Einwohner. Post und Fernsprechamt Marienberg. Bahnstation Marienberg-Langenbach. Der Bahnhof Marienberg liegt in der Gemarkung Langenbach. Höhenlage 390 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Höhn. In der Gemarkung Langenbach liegt ein Steinbruch der Firma Eiserfelder Steinwerke A.-G. (Weidling). 67 525 Marienberg Marienberg Marienberg-Langenbach Höhn Marienberg | |||
Langenhahn 360 Einwohner. Post Langenhahn. Fernsprechamt Westerburg. Bahnstation an der Strecke Limburg-Altenkirchen. Höhenlage 450 Meter. Katholisches Pfarrdorf. Die evangelischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Westerburg. Langenhahn hat eine uralte, um unbekannte Zeit erbaute Kapelle, die bis 1631 Filiale von Wilmenrod war. In Langenhahn soll jetzt eine Kirche erbaut werden. 67 360 Langenhahn Westerburg Langenhahn Langenhahn Westerburg | |||
333 Einwohner. Post Höhn. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstationen Höhn und Erbach. Höhenlage 459 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Höhn gehörend. | Lautzenbrücken (Lugtzebrücke). 209 Einwohner. Post und Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Marienberg, 45 Minuten. Höhenlage 408 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kirburg gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspielen Mörlen. Zu Lautzenbrücken gehört der Hof Hohensayn. 68 209 Marienberg Marienberg Marienberg Mörlen Kirburg | ||
Liebenscheid (Leybulscheid, Liebelscheid).342 Einwohner. Post Neukirch. Fernsprechamt Rennerod. Bahnstation Niederdresselndorf (Strecke Betzdorf-Gießen), 1 Std. Höhenlage 537 Meter. Evangelisches Kirchdorf. Die Kirche, etwa seit 1560 evangelisch, wurde im Jahr 1452 vom Grafen Heinrich III. von Nassau-Beilstein-Liebenscheid gestiftet. Von 1570 bis 1750 war das Kirchspiel nach Neukirch eingeteilt. Liebenscheid besaß schon 1341 eine Burg und war zeitweilig Residenz der Grafen von Nassau-Beilstein.Vom Kaiser Karl IV. 1360 zur Stadt erhoben, wurde der Ort mit Mauern und Gräben umgeben. Durch Graf Johann von Nassau-Dillenburg wurde die Burg im Jahre 1586 bedeutend verstärkt; die Schweden machten es im Dreißigjährigen Krieg zu einem wüsten Trümmerhaufen. In der Nähe von Liebenscheid lagen zehn große Fischweiher, von denen nach Löhnfeld zu heute noch Reste zu sehen sind. Ganz in der Nähe lag bis 1511 noch der Ort Oberliebenscheid. 69 342 Neukirch Rennerod Niederdresselndorf Liebenscheid | |||
Limbach 300 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hachenburg, 1 Stunde. Höhenlage 254 Meter. Dorf Kirchspiel Marienstatt (kath.) und Kroppach (evgl.) gehörend. 69 300 Hachenburg Hachenburg Hachenburg Marienstatt Kroppach | |||
155 Einwohner. Post | Linden 113 Einwohner. Post und Fernsprechamt Freilingen. Nächste Bahnstation Rotzenhahn, 45 Minuten. Höhenlage 458 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Dreifelden gehörend. 69 113 Freilingen Freilingen Rotzenhahn Dreifelden | ||
Lochum (Locheheim). 244 Einwohner. Post Langenhahn. Fernsprechamt Westerburg. Nächste Bahnstation Rotzenhahn, 45 Minuten. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Alpenrod gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Rotzenhahn. Lochum bestand bis 1585 noch aus zwei Orten, bis zum Jahre 1806 war es zum Teil nassauisch, zum Teil saynisch. Durch die Gemarkung geht der sogenannte Römergraben. Dieser bezeichnete die nassauische Grenze gegen Trier, Wied und Sayn-Hachenburg. 69 244 Langenhahn Westerburg Rotzenhahn Rotzenhahn Alpenrod | |||
Löhnfeld (Lyntfeld). 102 Einwohner. Post Neukirch. Fernsprechamt Rennerod. Nächste Bahnstation Niederdresselndorf (Strecke Betzdorf-Gießen), 1½ Stunde. Höhenlage 584 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Neukirch gehörend. Löhnfeld hatte eine Kapelle, die bald nach der Reformation verschwand. In der Gemarkung lag das bereits 1520 verschwundene Kramphusen. 70 102 Neukirch Rennerod Niederdresselndorf Neukirch | |||
179 Einwohner. Post Erbach. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Erbach. Höhenlage 390 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Rotzenhahn gehörend. | Luckenbach 313 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg, 1 3/4 Stunde. Höhenlage 314 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Marienstatt gehörend. Die evgl. Einwohner gehören zum Kirchspiel Kroppach. In der Gemarkung liegen zwei Wallgräben aus der Schwedenzeit. 70 313 Hachenburg Hachenburg Marienstatt Kroppach | ||
Marzhausen (Märzhausen, Mertinshausen). 217 Einwohner. Post Kroppach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hattert, 35 Minuten. Höhenlage 292 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kroppach gehörend. 70 217 Kroppach Hachenburg Hattert Kroppach | |||
Marienberg (Mons sanctae Mariae, im Mittelalter Sante Mergenberg, später Mergenberg). Gemeinde mit 1320 Einwohnern. Höhenlage 485 Meter bei der Kirche, Unter-Marienberg 447 Meter. Post- und Fernsprechamt. Bahnstation an der Strecke Erbach-Fehl-Ritzhausen. Luftkurort. Sitz der Kreisbehörden. 3 Bankstellen (Nass. Landesbank, Westerwälder Volksbank, ferner Kreissparkasse), Postamt, Krankenhaus, 2 Pfarreien, gute Hotels. Sitz des Hauptvorstandes des Westerwaldvereins (Dekan Heyn). Kohlensyndikat. Marienberg bestand bis in die neuesten Zeiten hinein noch aus den beiden völlig getrennten Orten Ober- und Unter-Marienberg. In dem Oberdorf gehörte aller Grund und Boden bis zum Jahre 1614 der Kirche. In dem Jahr wurde das Kircheneigentum zur Anlage von Hofstätten verkauft. Das Kirchspiel war einstmals trierisches Bistum. Bereits 1258 hatte es ein Leutgericht. Die Kirche, aus der an selber Stelle stehenden Wallfahrtskapelle entstanden, hatte sich schon vor 1231 von Herborn, dessen Filiale es war , getrennt. Seine Altäre wurden von einem Kaplan bedient. Die alte Kirche brannte infolge Blitzschlages am 27. April 1813 ab, 1821 kam die heutige, mit einem Kostenaufwand von 30 000 Gulden errichtete Kirche in Gebrauch. Der Turm der Kirche ist nicht vollendet worden. Von 1782 bis 1886 war Marienberg Amtssitz; seit der Zeit ist es Kreisort des Oberwestwaldes. Im Kirchspiel waren die Adeligen von Wildenburg ansässig. Marienberg liegt an einem sich nach Süden öffnenden Bergabhang. Am Fuße des Berges fließt die schwarze Nister. Durch seine günstige Lage eignet sich der Ort als Sommerfrische ganz hervorragend. Die Zahl derer, die in Marienberg zu ihrer Erholung den Sommer hindurch weilen, mehrt sich von Jahr zu Jahr und durch die herrlichen, immer wieder neuen Naturreize festigt es seinen Ruf als Luftkurort mehr und mehr. Ganz in der Nähe von Marienberg liegt der große und der kleine Wolfstein (Drudgerestein), mächtige Anhäufungen von riesigen Basaltblöcken. Leider ist die ehemals als wundertätiger Born ausgegrabene Marienquelle in den letzten Jahren fast versiegt und gänzlich in Verfall geraten. In der Gemarkung lagen der Kaldesbornhof und der Hof Rodenberg. Um Marienberg herum haben sich in den letzten Jahren bedeutende Braunkohlengruben erschlossen, die dem Ort einen guten Fortschritt brachten. Verschiedene größere Industrie-Unternehmungen haben hier ihren Sitz. 71 1320 Marienberg Marienberg Marienberg Marienberg | |||
Merkelbach (Mergenboicken). 300 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hachenburg, 55 Minuten. Höhenlage 448 Meter. Kathol. Dorf zum Kirchspiel Hachenburg gehörend. Die evangelischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Altstadt. In Merkelbach stand eine Wallfahrtskapelle. 97 300 Hachenburg Hachenburg Hachenburg Hachenburg Altstadt | |||
Mittelhattert (Hattenroid). 324 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hachenburg oder Hattert, je 45 Minuten. Höhenlage 282 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Altstadt gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Hachenburg und Marienstatt. Nach Mittelhattert gehört noch die Ortschaft Hütte sowie der Hof Sophienthal. 97 324 Hachenburg Hachenburg Hachenburg oder Hattert Hachenburg und Marienstatt Altstadt | |||
Mörlen (Moirle). 345 Einwohner. Post Kirburg. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Nauroth, 5 Minuten (Strecke Scheuerfeld-Nauroth). Höhenlage 419 Meter. Katholisches Pfarrdorf. Die evangelischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Kirburg. Die katholische Kirche besteht seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts. 98 345 Kirburg Marienberg Nauroth Mörlen Kirburg | |||
Mudenbach 512 Einwohner. Post Höchstenbach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Ingelbach, 30 Minuten. Höhenlage 282 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kroppach gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Marienstatt. 98 512 Höchstenbach Hachenburg Ingelbach Marienstatt Kroppach | |||
Mündersbach (Mundersbach, Mandersbach). 540 Einwohner. Post Herschbach. Fernsprechamt Selters. Bahnstation an der Kleinbahnstrecke Hachenburg-Selters. Höhenlage 335 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Höchstenbach gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Herschbach. Mündersbach hatte 1563 eine eigene Kirche, wozu auch der St. Thöngeshof kam. 98 540 Herschbach Selters Mündersbach Herschbach Höchstenbach | |||
Müschenbach (Muskinbach). 409 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hattert, 20 Minuten. Höhenlage 349 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Marienstatt gehörend. Marienstatt hatte hier einen Hof. 99 409 Hachenburg Hachenburg Hattert Marienstatt | |||
Neunkhausen (Nanninc husin, Nannekusen, Norkenhusen). 478 Einwohner. Post Kirburg. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Nauroth (Kleinbahnstrecke Scheuerfeld-Nauroth), 20 Minuten. Höhenlage 449 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kirburg gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zur Kirche in Mörlen. In der Gemarkung Neunkhausen liegt der Altenklosterhof, die Ursprungsstätte des Klosters Marienstatt. Zu deren Andenken bestand hier bis 1570 die heil. Kreuzkapelle. 99 478 Kirburg Marienberg Nauroth Mörlen Kirburg | |||
Niederhattert 274 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hattert (Bahnstrecke Limburg-Altenkirchen), 25 Minuten. Höhenlage 282 Met. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Altstadt gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Hachenburg. Die Adligen von Hattenrod hatten in Niederhattert einen Burgsitz. Zu der Gemarkung gehört Laad. 100 274 Hachenburg Hachenburg Hattert Hachenburg Altstadt | |||
Niedermörsbach 227 Einwohner. Post Kroppach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Ingelbach (Strecke Limburg-Altenkirchen), 1½ Stunde. Höhenlage 292 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kroppach gehörend. Zu der Gemeinde Niedermörsbach gehört Burbach und Wintershof. 100 227 Kroppach Hachenburg Ingelbach Kroppach | |||
Eine hier bestehende Kapelle wurde 1893 niedergelegt. | Nister 528 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hachenburg, 20 Minuten. Dorf zum Kirchspiel Hachenburg (katholisch) und Altstadt (evangelisch) gehörend. Bei Nister war ein Hammerwerk und ein Drahtzug. 100 528 Hachenburg Hachenburg Hachenburg Hachenburg Altstadt | ||
Norken (Nerdeck, Nordecken). 450 Einwohner. Post Korb. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Korb (Strecke Limburg-Altenkirchen), 25 Min. Höhenlage 470 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kirburg gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Mörlen. 101 450 Korb Marienberg Korb Mörlen Kirburg | |||
Oberhattert 530 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hattert (Strecke Limburg-Altenkirchen), 15 Minuten. Höhenlage 281 Meter. Dorf zum Kirchspiel Kroppach und Altstadt (evang.) und Marienstatt und Hachenburg (kath.) gehörend. 102 530 Hachenburg Hachenburg Hattert Marienstatt und Hachenburg Kroppach und Altstadt | |||
Obermörsbach 167 Einwohner. Post Kroppach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Ingelbach (Strecke Limburg-Altenkirchen), 15 Minuten. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kroppach gehörend. 102 167 Kroppach Hachenburg Ingelbach Kroppach | |||
Oellingen (Vollingen oder von Personennamen Illinc, Elling). 446 Einwohner. Post Höhn. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Höhn (Strecke Herborn-Westerburg). Höhenlage 484 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Höhn und Schönberg gehörend. 102 446 Höhn Marienberg Höhn Höhn und Schönberg | |||
Pfuhl (zum Puel). 269 Einwohner. Post und Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Marienberg, 45 Minuten. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. Nördlich Pfuhl lag ehemals Scheidengen. 102 269 Marienberg Marienberg Marienberg Marienberg | |||
Püschen 176 Einwohner. Post Erbach. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Rotzenhahn (Strecke Limburg-Altenkirchen), 15 Minuten. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Rotzenhahn gehörend. 103 176 Erbach Marienberg Rotzenhahn Rotzenhahn | |||
Roßbach 595 Einwohner. Post Herschbach. Fernsprechamt Selters. Nächste Bahnstation Mündersbach (Kleinbahnstrecke Hachenburg-Selters), 45 Minuten. Höhenlage 180 Meter. Evangelisches Kirchdorf. Der Ort bestand früher aus Ober- und Niederroßbach. Es befinden sich hier Tongruben und ein reger Bergbau auf Eisenerz. Das Kirchspiel war trierisches Bistum, kam 1460 an Sayn, gehörte 1671 Sayn-Altenkirchen. 1744 Sayn-Hachenburg. Die Reformation wurde im Jahre 1561 nach lutherischem Bekenntnis eingeführt, aber 1605 mit der reformierten Lehre verstaudt. Die heutige St.Petruskirche ist eine flachgedeckte romanische Pfeilerbasilika mit halbrundem Chor und viereckigem Turm. Zum Kirchspiel gehörten früher noch Orte, die heute in der Rheinprovinz liegen. 103 595 Herschbach Selters Mündersbach Roßbach | |||
Rotzenhahn (Rotzenhain). 204 Einwohner. Post Langenhahn. Fernsprechamt Westerburg. Bahnstation an der Strecke Limburg-Altenkirchen. Höhenlage 461 Meter. Katholisches Pfarrdorf. Die evangelischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Alpenrod. Das Kirchspiel war ehemals trierisches Bistum und befand sich seit dem 12. Jahrhundert bei der Grafschaft Diez. 1314 war es Sayn, 1423 an die Adligen von Wilmerode verpfändet. Seine Bewohner waren meist saynische Leibeigene, die 1588 alle frei wurden. Die Kirche war bereits 1289 eine Pfarrkirche Der Chor stammt aus dem Ende des 13. oder dem Anfang des 14. Jahrhunderts, das Schiff ist 1743 erbaut. Zum Kirchspiel gehören die Orte Bellingen, Büdingen, Enspel, Hinterkirchen, Hintermühlen, Hölzenhausen, Langenbach, Püschen, Stockum, Todtenberg. 103 204 Langenhahn Westerburg Rotzenhahn Rotzenhahn Alpenrod | |||
Schmidthahn (Oberhaen). 125 Einwohner. Post und Fernsprechamt Freilingen. Nächste Bahnstation Rotzenhahn oder Hachenburg (Strecke Limburg-Altenkirchen), 1½ Stunden. Höhenlage 219 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Dreifelden gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zur Pfarrei Hartenfels. Zur Gemeinde Schmidthahn gehören Langenbaum und Seeburg. 104 125 Freilingen Freilingen Rotzenhahn oder Hachenburg Hartenfels Dreifelden | |||
Schönberg 258 Einwohner. Post Höhn. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Höhn (Bahnstrecke Herborn-Westerburg), 8 Minuten. Höhenlage 485 Meter. In Schönberg, das immer Sitz der Pfarrei für das Kirchspiel Höhn war, wurde 1892 an Stelle der alten Kapelle die heutige Josephkirche gebaut. 104 258 Höhn Marienberg Höhn Höhn-Schönberg | |||
Kirchspiel | Stangenrod 258 Einwohner. Post Korb. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Korb (Strecke Limburg-Altenkirchen), 15 Minuten. Höhenlage 386 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. 104 258 Korb Marienberg Korb Marienberg | ||
Stein-Neukirch (Nuwe Kyrche). 316 Einwohner. Post Neukirch. Fernsprechamt Neukirch. Nächste Bahnstation Niederrossbach-Neustadt, 1 Std. Strecke Betzdorf-Giessen. Höhenlage 368 Meter. Evang. Kirchdorf. Zum Kirchspiel gehören die Orte Stein, Bretthausen, Löhnfeld und Willingen. Das alte Kirchspiel war einst Trierer Diözese und gehörte zum Sprengel der Kirche in Herborn. Die alte Kirche, an der Stelle erbaut, an der einst eine Wallfahrtskapelle gestanden zu haben scheint, brannte am 27. April 1813, an demselben Tag, wo auch die Marienberger Kirche abbrannte, zum Teil nieder, wurde jedoch 1816 wieder hergestellt. Das Kirchspiel war vor 1570 eine Zeitlang nach Liebenscheid eingepfarrt, 1577 erfolgte die endgültige Trennung der Kirchspiele. Bei dem Dorfe Neukirch lagen die ausgegangenen Orte Kühfelden und Königshofen (Kindschue). 104 316 Neukirch Neukirch Niederrossbach-Neustadt Stein-Neukirch | |||
Stein-Wingert 178 Einwohner. Post Kroppach. Fernsprechamt Hachenburg, nächste Bahnstation Ingelbach. Höhenlage 180 Meter. Evang. Dorf zum Kirchspiel Kroppach gehörend. Zur Gemeinde gehören Ahlhausen und Altburg. Bei Stein-Wingert liegt ein etwa 900 Meter langer Burgwall, wo einst ein Römerlager gewesen sein soll. 105 178 Kroppach Hachenburg Ingelbach Kroppach | |||
(Graynziben) | Steinebach 276 Einwohner. Post- und Fernsprechamt Freilingen. Nächste Bahnstation Hachenburg 1¼ Stunde. Höhenlage 381 Meter. Evang. Dorf zum Kirchspiel Altstadt und Dreifelden gehörend. Die kath. Einwohner gehören nach Hartenfels. 1485 stand in Steinebach noch die Burg der Ritter von Steinebach, deren Geschlecht am Ende des 16. Jahrhunderts ausstarb. 105 276 Freilingen Freilingen Hachenburg Hartenfels Altstadt und Dreifelden | ||
Stockhausen-Illfurth 315 Einwohner. Post- und Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Fehl-Ritzhausen. Höhenlage 503 Meter. Evang. Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. Die kath. Einwohner gehören nach Höhn. Illfurth hatte einen Brunnen, der aus einem Baumstumpf hervorquoll und der heilige Stockbrunnen hiess. Seit 1850 ist aber der Brunnen, nachdem er neu eingefasst worden war, vollständig versiegt. In der Nähe von Stockhausen-Illfurth lag das ausgegangene Kubelhausen. 105 315 Marienberg Marienberg Fehl-Ritzhausen Höhne Marienberg | |||
Stockum (Stockheim) 164 Einwohner. Post Erbach. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Rotzenhahn und Langenhahn, je ¾ Std. Kath. Dorf zum Kirchspiel Rotzenhahn gehörend. Höhenlage 469 Meter. 106 164 Erbach Marienberg Rotzenhahn und Langenhahn Rotzenhahn | |||
(zum | Streithausen 400 Einwohner. Post- und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hachenburg oder Hattert, je ¾ Std. Höhenlage 283 Meter. Kath. Dorf zum Kirchspiel Marienstatt gehörend. In der Gemarkung Streithausen liegt das Kloster Marienstatt. Umsäumt von einem Kranz Eichen, Buchen und Tannen, umschlängelt vom blauen Band der Nister, verborgen von dem Hasten und Treiben der Welt, eingehüllt von der wunderschönen Landschaft liegt das Fleckchen Erde, wo seit Jahrhunderten St. Bernhards Söhne in ihrer weissen Ordenstracht mit schwarzem Skapulier einhergingen und durch ihren Einfluss auf allen Gebieten der ganzen Umgebung zur Segensquelle wurden. Den eigentlichen Grund des Klosters legte der Burggraf Heinrich von Arberg und dessen Gemahlin Adelheid von Molsberg (siehe auch Kirburg, Seite 63) im Jahre 1215 im Kirchspiele Kirburg. Jedoch entmutigt durch die Oede des Ortes und die Rauheit des Klimas in der unwirtlichen Gegend gedachten die Mönche sich in den Ort ihrer Herkunft, Histerbach zurückzubegeben und die Stiftung im Stich zu lassen. Der Abt Hermann aber konnte sich nicht dazu entschliessen und ordnete eine mehrtägige Andacht an, um den Willen Gottes zu erforschen. Die Legende erzählt, dass dem Abte in der dritten Nacht dieser Religionsübung eine Jungfrau erschienen sei mit einem blühenden Dornzweig in der Hand und ihm befahl, sich dort mit den Seinen niederzulassen, wo er im Tal der Nister einen blühenden Dornenstrauch finden werde. Beim grauenden Tage machte er sich auf die Suche und fand nach langer Wanderung im "Ainvelde", zur Grafschaft Sayn gehörend, unter Eis und Schnee einen in voller Blüte stehenden Dornenstrauch. Graf Heinrich III. von Sayn übergab gern den Mönchen dieses Gebiet und Guda von Greifenstein erbaute ihnen ein Oratorium. Grosse Schenkungen und Stiftungen wandten sich dem Cistercienser-Orden zu und so konnte der erste Klosterbau bereits 1227 bezogen werden. Marienstatt gelangte bald zu grosser Blüte und seine Besitzungen mehrten sich ansehnlich. Güter und Gerechtigkeiten wurden in naher und ferner Umgebung erworben. Hohe Andacht und reines Leben in dem Kloster trugen zu der Entwicklung wesentlich bei und so war dasselbe Mitte des 15. Jahrhunderts noch in einem reichen blühenden Zustand. So abgelegen Marienstatt auch von den grossen Heerstrassen lag, so waren die Geschicke der Abtei doch wechselvoll, sie sah heitere und trübe Tage; der "Schwarze Tod" stieg mehrere Male über die Mauern des Klosters, langwierige Streitigkeiten brachten grossen Schaden, der eigene, innere Wert des Klosters fiel mehr und mehr durch Zerfall des geistlichen Lebens. Die Wogen der französischen Revolution brausten darüber hin und machten die Klosterräume jahrelang zu einem Lazarett. Und der Sturm, der um die Wende des 18. Jahrhunderts so manche Kulturstätte in Europa vernichtete, bereitete auch dem Kloster nach sechshundertjährigem Bestand ein jähes Ende. Es fiel der allgemeinen Säkularisation im Jahre 1803 zum Opfer. Das Kloster wechselte im Laufe der Zeit wiederholt seinen Besitzer, die Kirche wurde zur Pfarrkirche für die umliegenden Orte bestimmt. Der Bischof von Limburg kaufte dann 1864 auf einer öffentlichen Versteigerung die Klostergebäude und bis zum Jahre 1888 war ein Rettungshaus für verwahrloste Kinder darin untergebracht. Darauf ging es wiederum in den Besitz des Cistercienser-Ordens über, der das Kloster wieder ins Leben rief und es am 8. Mai 1890 wieder zur Abtei erhob. Der Bau der heutigen Kirche wurde 1243 begonnen und 1324, als die Westseite der Kirche entstanden war, eingeweiht. Sie ist die älteste gotische Kirche auf der rechten Rheinseite und ein Werk von ernster Schönheit und gerade durch ihre Nüchternheit von geradzu großartiger Wirkung. Der in sieben Kapellen auslaufende Chorabschluss ist der älteste Teil der Kirche und war mit der Ostwand des Querschiffes bereits 1227 vollendet. Das Querschiff und die ersten drei Joche des Langhauses wurden im Anfang des 14. Jahrhunderts fertig gestellt, der Bau der vier westlichen Joche 1425 zu Ende geführt. Bemerkenswerte Kunstdenkmäler befinden sich in dem Innren der Kirche. Gleich zur linken Hand beim Eintritt durch das Westportal das spätgotische Grabmal des Grafen Gerhard II. von Sayn (gestorben 1493) und seiner Gemahlin, Gräfin von Syrk. Dann die Piscina aus Stein, der Altartisch ebenfalls aus Stein, der spätgotische Schrank, zwei Marmoraltäre am Chroabschluss aus dem Jahre 1718, die strenggotischen Chorstühle aus dem 14. Jahrhundert und der gotische Flügelaltar, Grabplatten aus Gusseisen aus dem 16. Jahrhundert, davon eine die gepanzerte Gestalt des Ritters Johann von Selbach darstellend. Die beiden Marmoraltäre wurden 1718 durch Abt Benedikt Bach aufgestellt, das Marienbild, aus Stein gehauen, übt auf Tausende von Pilgern eine grosse Anziehungskraft aus. Die Klostergebäude wurden 1739-52 neu errichtet. In dem Klostergarten steht der historische Weissdornstrauch, der als Nachkomme des mitten im Winter erblühten Weissdornstrauches angesehen wird. Nördlich Marienstatt gegenüber auf einem Felsen liegen die Reste der Burg Nistria. Hier erhob sich später auch die Burg Vronecke, die aber auf betreiben des Klosters 1344 wieder abgerissen wurde. Unweit des Klosters liegt der sogenannte kaiserliche Friedhof, wo die 1793-97 im Klosterlazarett gestorbenen österreichischen Krieger ruhen. Erzherzog Stephan liess hier ein einfaches Denkmal errichten. Heute ist Marienstatt ein viel besuchter Wallfahrtsort. Tausende besuchen den Sommer hindurch den Ort, und von hier aus unternimmt man herrliche Wanderungen durch die weit über die Grenzen des Westerwaldes bekannte "Kroppacher Schweiz" mit ihren reizenden landschaftlichen Bildern. 107 400 Hachenburg Hachenburg Hachenburg oder Hattert Marienstatt | ||
Bahnstation | Todtenberg (Doderinperch). 128 Einwohner. Post Langenhahn. Fernsprechamt Westerburg. Nächste Bahnstation Rotzenhahn 20 Minuten. Kath. Dorf zum Kirchspiel Rotzenhahn gehörend. Die evang. Einwohner gehören nach Alpenrod. 108 128 Langenhahn Westerburg Rotzenhahn Rotzenhahn Alpenrod | ||
Unnau (Unna, Undau, Undenau). 560 Einwohner. Post Korb. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Korb und Erbach, je 25 Minuten. Höhenlage 383 Meter. Evang. Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. Der Ort bestand 1563 noch aus Kirchundau, wo eine Kapelle stand, und Unterundau. In der Gemarkung lag der verschwundene Hof Wartenberg, der 1316 denen von Steinkop gehörte. 109 560 Korb Marienberg Korb und Erbach Marienberg | |||
Einwohner | Wahlrod (Walderode) 550 Einwohner. Post Höchstenbach. Fernsprechamt Hachenburg. Bahnstation an der Kleinbahnstrecke Hachenburg-Selters. Höhenlage 298 Meter. Evang. Dorf. Seit einigen Jahren ist hier eine zur Pfarrei Höchstenbach gehörende Kirche, zu deren Bezirk die Orte Berod und Borod gehören. Die kath. Einwohner gehören zur Kirche Hachenburg. 112 550 Höchstenbach Hachenburg Wahlrod Hachenburg Höchstenbach | ||
Weissenberg (Wissenberge) 140 Einwohner. Post Neukirch. Fernsprechamt Rennerod. Nächste Bahnstation Niederdresselndorf 1 Stunde, Strecke Betzdorf-Giessen. Höhenlage 570 Meter. Evang. Dorf zum Kirchspiel Liebenscheid gehörend. In der Nähe des Dorfes liegt der Ketzerstein, ein Denkmal aus germanischer Urzeit. 112 140 Neukirch Rennerod Niederdresselndorf Liebenscheid | |||
Welkenbach 116 Einwohner. Post Höchstenbach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Höchstenbach 20 Minuten, Kleinbahnstrecke Hachenburg-Selters. Höhenlage 311 Meter. Evang. Dorf zum Kirchspiel Höchstenbach gehörend. 112 116 Höchstenbach Hachenburg Höchstenbach Höchstenbach | |||
Wied (Wida, Wide) 325 Einwohner. Post Höchstenbach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Höchstenbach 5 Minuten, Kleinbahnstrecke Hachenburg-Selters. Höhenlage 333 Meter. Evang. Dorf zum Kirchspiel Altstadt gehörend. Die kath. Einwohner gehören zur Kirche in Hachenburg. 113 325 Höchstenbach Hachenburg Höchstenbach Hachenburg Altstadt | |||
Bahnstation der Linie | Willingen (Wyldongen). 276 Einwohner. Post Neukirch. Fernsprechamt Rennerod. Höhenlage 572 Meter. Evang. Dorf zum Kirchspiel Neukirch gehörend. Willigen hatte einst eine Kapelle. 113 276 Neukirch Rennerod Neukirch | ||
Hachenburg | Winkelbach 285 Einwohner. Post Höchstenbach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Rennerod 1½ St., Strecke Limburg-Altenkirchen., oder Höchstenbach 15 Minuten, Kleinbahnstrecke Höchstenbach. Höhenlage 310 Meter. Evang. Dorf zum Kirchspiel Höchstenbach gehörend. 113 285 Höchstenbach Hachenburg Rennerod oder Höchstenbach Höchstenbach | ||
Zinhain (Zenthaim, Zinhain) 282 Einwohner. Post- und Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Marienberg-Langenbach 15 Minuten. Evang. Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend, die kath. Einwohner gehören nach Rotzenhahn. In Zinhain sind bedeutende Steinbrüche mit hervorragendem Material. 113 282 Marienberg Marienberg Marienberg-Langenbach Rotzenhahn Marienberg | |||
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Hoch über die Kuppen des Landes hinweg | |||
wurde die | |||
An Sehenswürdigkeiten besitzt Hachenburg neben seinem | |||
225 Einwohner. Post und Fernsprechamt | |||
Betrieb genommene | |||
(Heuzerod). | |||
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Bahnstation | |||
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Westerburg. | |||
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Bahnstation Fehl- | |||
Bahnstation Höhn, | |||
herrliche Aussicht. | |||
( | |||
von St. | |||
rauhe, | |||
Sayn-Hachenburg. | |||
Version vom 9. September 2012, 10:40 Uhr
Der Westerwald
„Der Westerwald ist ein hohes Gebirge zwischen dem Rhein, der Lahn und Sieg, worauf man nichts als Himmel, Pfützen (Sümpfe) und große Steine sieht“ heißt es in einem alten geographischen Lexikon. Und auch heute noch ruft der Name Westerwald bei manchem ein nicht sehr verlockendes Gefühl wach. Aber doch ist es in Wirklichkeit nicht so schlimm, obwohl auf dem hohen Westerwald, ein Hochplateau von 450 m, welches von den höchsten Kuppen nur um weniges überragt wird, ein recht kräftiger Luftzug und auch eine empfindliche Temperatur herrschen kann. Aber der Westerwald breitet sich ja nicht nur in die Gegend aus, wo das Rothaargebirge mit ihm zusammenhängt, sondern erstreckt sich von hier aus nach Westen in allmählicher Verflachung fast ohne größere Unterbrechung bis an die Sieg und den Rhein hin, wo das hochaufragende Siebengebirge sein westliches Vorgebirge bildet. Nach Norden steil in das Tal der Heller abfallend, bildet hier der Fluß die natürliche Grenze. Nach den anderen Himmelsrichtungen verflacht sich das Land in gleicher Weise wie nach Westen, nur daß die Abdachung hier überall mit kegelförmigen Bergen besetzt ist, worunter die bekanntesten im Osten der Hirschbergskopf 538 m, im Süden der Almerskopf 365 m, die Höhenburg 395 m, das Heidenhäuschen 399 m, der Höchst 444 m, der Dielkopf 479 m, der Scharpingerkopf 442 m, der Große Kopf 423 m sind. So wie im Westen durch den Rhein und im Norden durch die Heller, wird auch hier der Westerwald durch die Lahn von dem umliegenden Bergland begrenzt.
Die höchsten Kuppen des Westerwaldes ziehen sich als deutlich erkennbarer Bergrücken durch das Land. Im Dillkreis macht der Barstein 618 m, bei Gusternhain den Anfang dieses Bergzuges, der sich in ca. 50 km Länge bis in den Kreis Montabaur hinzieht. Im Kreise Oberwesterwald bei dem Orte Willingen liegt die Fuchskaute 657 m, es folgen der Salzburg Kopf 655 m, die Schlimme Bitze 557 m, dem sich die Erhöhungen um Höhn und Langenhahn anschließen. Es folgt bei Ettinghausen der Beulstein 484 m, bei Leuterod der Malberg, 428 m und dann noch die Montabaurer Höhen mit ca. 546 m. Ein sogenannter Gebirgsknoten bildet sich im Oberwesterwaldkreis. Während sich vom Salzburger Kopf ein Höhenzug nach Westen, der Kalteiche zuwendet und ein anderer mit dem Stegskopf, der Friedewalder Höhe und dem Steimel nach Südwesten der Sieg zustrebt, geht ein dritter von der Fuchskaute mit dem Homberg, Alsberg, Gallpüsch und dem Knoten in südlicher Richtung. Doch bildet der hier entstehende Knoten keinen ragenden imposanten Kegel, sondern schließt vielmehr einen von kegelförmigen Bergen umschlossensn Bezirk in sich. Hier, im höchsten Westerwald, ist der Wald so gut wie gar nicht vertreten, nur breite Tannenstreifen schützen als mächtige Schutzhecken die kleinen Dörfer mit ihren Fluren vor der Unbill der Witterung.
Der ganze Westerwald ist im allgemeinen sehr wasserreich. Die vielen Niederschläge, die in dem Basaltboden nur sehr langsam verdunsten, bilden in den Niederungen sowohl als auch auf den Höhen vielfach Sümpfe und Moräste, aus denen zahlreiche Bäche ihren Ursprung nehmen. An Entwicklung und Ausdehnung übertrifft wohl die Wied alle anderen Bäche des Westerwaldes. Sie entsteht in dem Weihergebiet von Dreifelden und mündet mit einer Länge von ca. 33 km mit nordwestlicher Richtung bei Irlich in den Rhein. Der Holzbach und der Mehrbach sind ihre bedeutendsten Zubäche. Die Nister, mit nordwestlichem Lauf hat ihre Quelle in den Sümpfen der Gegend bei Neukirch in einer Höhe von ca. 530 m. Die Schwarze und die Kleine Nister, die sich mit ihr verbinden, haben ihren Ursprung ebenso in den Sümpfen der Neukircher Gegend. In mannigfachen Windungen strömt sie an der malerischen Abtei Marienstatt vorbei durch die Kroppacher Schweiz und mündet bei Wissen in die Sieg in einer Höhe von 160 m. Größere Bäche sind noch die Elb und der (S. 4) Gelbbach. Erstere kommt aus einem Sumpf bei Ailertchen. An ihrem Lauf liegt rechts die Dornburg und links das Heidenhäuschen.
Der eigentliche Haupterwerb der Bewohner des Westerwaldes waren von jeher die Landwirtschaft und Viehzucht. Hart war die Arbeit auf eigener Scholle und die Aussicht auf Erfolg war gering. So manchen trieb es fort in die weite Welt. Doch in den letzten Jahren hat man die reichen Bodenschätze des Westerwaldes zur vollen Verwendung herangezogen. Ungeahnte Verdienstmöglichkeiten entstanden und wurden zum Segen weiter Volkskreise. Während auf dem Oberwesterwalde die Basalt- und Braunkohlen-Industrie vorherrscht — in Marienberg befindet sich die Filiale des Rheinischen Braunkohlen-Syndikats, sind es im Unterwesterwaldkreis die mächtigen Tonlager, die dort das blühende Krug- und Kannenbäckerland erstehen ließen. Von Jahr zu Jahr entwickelt sich die Industrie, immer neue Werke erstehen, rauchende Schornsteine ragen in die Luft, Bremsbahnen laufen die Abhänge herunter, Drahtseilbahnen schweben über die Kronen der Wälder hinweg. Der große Holzreichtum des Westerwaldes gibt vielen Sägewerken, Möbel- und Holzfabriken Arbeit. Verschiedene Bahnstrecken durchschneiden den Westerwald und ein großer Güterverkehr hat sich auf denselben entwickelt. Sollten die neuen Projekte zur Ausführung kommen, dürfte dies zum weiteren Aufblühen des Westerwaldes wesentlich beitragen.
So ist der Westerwald mit seinem gesunden Volksschlag und seiner emporblühenden Industrie ein starkes Glied für den Wiederaufbau unseres deutschen Vaterlandes.
Der Oberwesterwaldkreis
Allgemeines
Der Oberwesterwaldkreis liegt in der Provinz Hessen-Nassau und gehört zum Regierungsbezirk Wiesbaden. Marienberg ist Sitz des Landratsamtes. (Landrat Ulrici.) Zuständige Handelskammer ist Dillenburg. Der Kreis mit einer Stadt und 84 Gemeinden setzt sich zusammen aus den früheren Aemtern Hachenburg und Marienberg, sowie aus den Gemeinden Dreifelden, Linden, Schmidthahn und Steinebach des früheren Amtes Selters. Sein Flächeninhalt beträgt 32523 Hektar, wovon 11508 Hektar Ackerland, 5657 Hektar Wiese und 10690 Hektar Wald sind. Die Höhenlage beträgt an der höchsten Stelle, dem Fuchskauten, 657 Meter, während der tiefste Punkt sich bei Altburg mit 168 Metern findet. Der Oberwesterwaldkreis ist das Gewinnungszentrum der bekannten Westerwälder Braunkohle, deren Förderung durch den unglücklichen Kriegsausgang bedeutend gesteigert wurde und dem Kreis großen industriellen Fortschritt brachte. Die bedeutende Ueberlandzentrale in Höhn, die in weitem Umkreis eine große Anzahl Städte und Gemeinden mit Elektrizität versorgt, wird nur mit Braunkohle gespeist. Eine bedeutende Basalt-Industrie blüht im Kreise, deren Erzeugnisse wegen der Güte für den Straßenbau sehr gesucht sind. Neben der Landwirtschaft, die sich über den ganzen Kreis erstreckt, ist noch besonders die Holz- und Leder-Industrie vertreten. Durch verschiedene Voll- und Nebenbahnen ist das Land den Strecken des Lahn-, Dill- und Siegtals angeschlossen. Als Kuraufenthalt wird der Kreis mehr und mehr aufgesucht. Den ganzen Snmmer hindurch wird er gerne besucht und seine landschaftlichen Reize, verbunden mit der gesunden Höhenlage, sichern ihm immer neue Freunde.
Modern eingerichtete Hotels finden sich in den größeren Orten, doch auch in den Dörfern ist man dafür eingerichtet, dem Fremden, der Erholung und Ruhe sucht, einen angenehmen Aufenthalt zu bieten.
Verwaltung
Zum Oberwesterwaldkreis gehören 84 Landgemeinden und die Stadt Hachenburg. Die Landgemeinden Mündersbach und Roßbach fallen hiervon in das besetzte Gebiet.
Die Gemeinden des Kreises
<tab head="top" class="wikitable sortable"> Gemeinde Beschreibung Seite Einwohner Post Fernsprechamt Bahnstation zu kath. Kirchengem. zu ev. Kirchengem. Ailertchen (Eylhartengen) 366 Einwohner. Post Langenhahn, Fernsprechamt Westerburg. Nächste Bahnstation Langenhahn, 25 Min. Kathol. Dorf zum Kirchspiel Höhn (kath.) u. Westerburg (ev.) gehörend. Höhenlage 476 Meter. 10 366 Langenhahn Westerburg Langenhahn Höhn Westerburg Alpenrod mit Hirtscheid und Dehlingen (Albrechtenrode) 1135 Einwohner. Post Erbach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Erbach-Westerwald, ½ Std. Höhenl. 422 Meter. Die Kirche wurde 1469 neu hergerichtet, wurde aber 1822 weg. Baufälligk. geschlossen. 1839 wurde der Grundstein der heutigen Kirche gelegt, die 1843 eingeweiht wurde. Evangelisches Pfarrdorf. Die katholischen Einwohner gehören zur Pfarrei Hachenburg. Zum jetzigen Kirchspiel gehört noch das Dorf Lochum, wie die beiden oben genannten Dörfer Hirtscheid und Dehlingen. 10 1135 Erbach Hachenburg Erbach-Westerwald Alpenrod Hachenburg Altstadt 754 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hachenburg zirka 12 Minuten. Höhenlage 325 Meter. Evangelisches Pfarrdorf. Die katholischen Einwohner gehören zur Pfarrei Hachenburg. Zur heutigen Pfarrei gehören die Gemeinden Gehlert, Merkelbach, Mittelhattert, Müschenbach, Niederhattert, Nister, Oberhattert und Wied. Altstadt (Hachinburg) ist der Ursprungsort des heutigen Hachenburg. In ihrer Gemarkung wurde die Burg und die unter dieser entstandene Stadt gebaut. Da sich dieses Anwesen ebenfalls den Namen Hachinburg beilegte, nannte man das alte Hachinburg zur Unterscheidung „Altstadt“, A. hat eine sehr alte, dreischiffige Kirche, die dem heil. Bartholomäus gewidmet ist. Man muß vermuten, daß sie 1221 noch Filiale von Altenkirchen war. Neben der Kirche, in deren Mittelschiff noch die Form einer spätromanischen Pfeilerbasilika sich zeigt, bestand noch die St. Katharinenkapelle, die, wie die Kirche selbst, auch vier Altäre hatte. 12 754 Hachenburg Hachenburg Hachenburg Hachenburg Altstadt Astert (Aisterod) 222 Einwohner. Post Kroppach, Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hattert, ½ Stunde. Höhenlage 239 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Marienstatt gehörend. Evang. Einwohner gehör. zum Kirchsp. Kroppach. 14 222 Kroppach Hachenburg Hattert Marienstatt Kroppach Atzelgift (Hatzelgufte) 317 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation: Hachenburg 1 Stunde. Höhenlage 288 Meter. Kath. Dorf zum Kirchspiel Marienstatt gehörend. Die evang. Einwohner gehören zum Kirchspiel Kroppach. In. A. waren die Familien v. Ottenstein und v. Herschbach begütert. 14 317 Hachenburg Hachenburg Hachenburg Marienstatt Kroppach Bach 184 Einwohner. Post und Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Marienberg 3/4 Std. u. Fehl-Ritzhausen, ½ Std. Höhenlage 500 Meter. Evangel. Dorf z. Kirchsp. Marienberg geh. Bach ist bekannt durch seine große Braunkohlegrube mit mächtigen Lagern. Bereits 1746 wurden hier die ersten Versuche mit dem Bau auf Braunkohlen gemacht. Seit einigen Jahren ist das Werk in dem Besitz der Firma Aktiengesellschaft für Berg- und Hüttenbetrieb Duisburg, die die Anlagen bedeutend vergrößert und das Werk zu einem der größten im Oberwesterwaldkreis herausgearbeitet hat. 14 184 Marienberg Marienberg Marienberg u. Fehl-Ritzhausen Marienberg Bellingen 338 Einwohner. Post Langenhahn. Fernsprechamt Westerburg. Höhenlage 438 Meter. Nächste Bahnstation Langenhahn, 15 Min. Kath. Dorf zum Kirchspiel Rotzenhahn gehörend. Die evang. Einwohner gehören zum Kirchspiel Alpenrod. 15 338 Langenhahn Westerburg Langenhahn Rotzenhahn Alpenrod Berod (Bernrode) 435 Einwohner. Post Höchstenbach. Fernsprecher Amt Hachenburg. Nächste Bahnstation Kleinbahnstation Wahlrod, 45 Min. Höhenlage 318 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Wahlrod gehörend. 15 435 Höchsten- bach Hachenburg Wahlrod Wahlrod Borod 300 Einwohner. Post Höchstenbach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Wahlrod (Kleinbahn). Zum Kirchspiel Wahlrod gehörend. Höhenlage 290 Meter. 16 300 Höchsten- bach Hachenburg Wahlrod Wahlrod Bölsberg (Bilesberg) 193 Einwohner. Post Korb. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Korb (zirka 30 Min.). Höhenlage 471 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Rotzenhahn. Bei der Ortschaft Bölsberg befindet sich eine merkwürdige Anhäufung von großen einzelnen Basaltblöcken. 16 193 Korb Marienberg Korb Rotzenhahn Marienberg Bretthausen (Bredehusen) 181 Einwohner. Post Neukirch. Fernsprechamt Rennerod. Nächste Bahnstation Rennerod, 1 1/4 Stunde und Burbach 2 Stunden, Höhenlage 577 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Neukirch gehörend. 16 181 Neukirch Rennerod Rennerod u. Burbach Neukirch Büdingen 352 Einwohner. Post Erbach Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Erbach (12 Min.). Höhenlage 335 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Rotzenhahn gehörend. Die evangl. Einwohner gehören zum Kirchspiel Alpenrod. In Büdingen waren die Adligen von Heppenberg und Walderdorf ansässig, die 1492 ihre Güter an die Kirche in Marienberg verkauften. Büdingen baut jetzt eine eigene Kirche. 16 352 Erbach Marienberg Erbach-Westerwald Rotzenhahn Alpenrod Dreifelden (Drivelten) 161 Einwohner. Post Freilingen. Fernsprechamt Freilingen. Nächste Bahnstation Rotzenhahn. Höhenlage 420 Meter. Evangelisches Pfarrdorf. Es gehören zum Kirchspiel die Dörfer Linden, Schmidthahn, Steinebach. Dreifelden kommt schon im Jahre 1325 vor; die Pfarrei gehörte damals in die Kirche Rückerod, war später dessen Filiale, bis es im 18. Jahrhundert eigene Pfarrei wurde. Der Ort hat eine reiche Vergangenheit. Seinen Namen verdankt er einer Kirche, die von einem Kreuzritter erbaut und der heiligen „Dreifaltigkeit“ geweiht war. 1795/96 brausten die Revolutionsstürme über den Ort hinweg, die auch die Kirche nicht verschonten. An der heutigen Kirche, deren Schiff 1808/09 erbaut wurde, ist der romanische, viereckige Turm sehr alt. Dreifelden wird heute als Sommeraufenthalt gern besucht. Ganz in der Nähe von Dreifelden liegt das Gebiet der Dreifelder Weiher, die der Landschaft ein eigentümliches Gepräge geben. Versteckt zwischen Wald und Heide liegt die im Anfang des 17. Jahrhunderts vom Fürsten Friedrich von Wied erbaute „Seeburg“. Nicht weit von dieser lag die 1340 von Graf Wilhelm von Isenburg-Wied „uff dem Bruche zu Drifelden“ erbaute, der Sage nach in einer Nacht spurlos verschwundene Burg „Rohrbruch.“ 17 161 Freilingen Freilingen Rotzenhahn Freilingen Dreisbach 333 Einwohner. Post Höhn. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstationen Höhn und Erbach. Höhenlage 459 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Höhn gehörend. 18 333 Höhn Marienberg Höhn und Erbach Höhn Eichenstruth 155 Einwohner. Post und Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Marienberg. Höhenlage 495 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. In der Gemarkung Eichenstruth liegt die staatliche Braunkohlengrube „Oranien“, die in letzter Zeit wieder neu in Betrieb genommen wurde. 18 155 Marienberg Marienberg Marienberg Marienberg Enspel 179 Einwohner. Post Erbach. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Erbach. Höhenlage 390 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Rotzenhahn gehörend. 19 179 Erbach Marienberg Erbach-Westerwald Rotzenhahn Erbach (Erlebach, Ylrebach) 470 Einwohner. Post Erbach. Fernsprechamt Marienberg. Bahnstation und Knotenpunkt der Bahn Altenkirchen-Limburg. Ausgangspunkt der Bahn Fehl-Ritzhausen-Marienberg-Langenbach-Erbach. Höhenlage 329 Meter. Aufblühender Ort mit Basalt- und Holzindustrie. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. Johann von Nassau-Merenberg und Johann vonn Westerburg wollten 1359 auf dem Scharfenstein eine Burg bauen, die jedoch nicht zu Stande kam. Bei Erbach beginnt der Gebirgswechsel des Oberwesterwaldes. 19 470 Erbach Marienberg Erbach-Westerwald Marienberg Fehl-Ritzhausen 444 Einwohner. Post und Fernsprechamt Marienberg. Bahn- und Endstation der Linie Erbach-Fehl-Ritzhausen, Knotenpunkt der Linie Herborn-Westerburg-Montabaur. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. Eine hier bestehende Kapelle wurde 1893 niedergelegt. 21 444 Marienberg Marienberg Fehl-Ritzhausen Marienberg Gehlert (Geilenrod). 380 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hachenburg, 40 Minuten. Höhenlage 408 Meter. Das Kloster Marienstatt legte hier 1262 einen Hof an. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Altstadt gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Hachenburg. 21 380 Hachenburg Hachenburg Hachenburg Hachenburg Altstadt Giesenhausen 216 Einwohner. Post Kroppach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Ingelbach, 20 Minuten. Höhenlage 309 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kroppach gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Marienstatt. 21 216 Kroppach Hachenburg Ingelbach Marienstatt Kroppach Großseifen (Graynziben). 330 Einwohner. Post und Fernsprechamt Marienberg. Bahnstation der Linie Erbach-Fehl-Ritzhausen. Höhenlage 444 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Schönberg. 22 330 Marienberg Marienberg Großseifen Schönberg Marienberg Hahn (zum Haen). 238 Einwohner. Post Marienberg, Fernsprechamt Hahn. Nächste Bahnstation Marienberg-Langenbach, 15 Minuten. Höhenlage 386 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Höhn-Schönberg gehörend. Die evangelischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Marienberg. 24 238 Marienberg Hahn Marienberg-Langenbach Höhn-Schönberg Marienberg Hachenburg Bahnstation der Linie Limburg-Altenkirchen. Ausgangspunkt der Kleinbahn Selters-Hachenburg. Stadt mit 2518 Einwohnern. Post- und Fernsprechamt Hachenburg. Höhenlage 340 Meter (Schloß 395 Meter). Sitz des Finanzamtes für den Oberwesterwaldkreis. Hat ein Amtsgericht, zwei Oberförstereien, Katasteramt, Landesbauinspektion, zwei Bankstellen (Nass. Landesbank, Vereinsbank), Postamt 2. Klasse, Forstschule, landw. Winterschule, Realschule, kath. Krankenhaus, evangelische und katholische Kirche, Synagoge. Hachenburg trägt einen ausgesprochen städtischen und auch wieder altertümlichen Charakter, wie man es bei einer solch kleinen Stadt sonst selten findet. Als Sommerfrische wird es seiner schönen Umgebung halber sehr gerne besucht, und namentlich auch Wandervögel sind es, die die Stadt die ganze Wanderperiode hindurch beleben. Sehr gute Hotels finden sich am Platze. Hoch über die Kuppen des Landes hinweg ragt das Hachenburger Schloß. 1221 bereits wird die Burg genannt; 600 Jahre lang war sie ununterbrochen in dem Besitz des mächtigen Dynastengeschlechts der Grafen von Sayn. Am 16. Dezember 1314 verlieh Ludwig der Bayer Hachenburg Stadtrechte und Selbstgerichtsbarkeit und wurde innen mit einer Ringmauer umzogen. 1352 wurde es von Erzbischof Balduin von Trier erobert. Graf Joachim von Sayn übergab die Stadt 1367 bis 1388 an den Erzbischof Cuno von Trier. Der alte Burgbau brannte 1654 teilweise nieder, wurde aber bald in seiner jetzigen Form wieder aufgebaut. Frei von Prunk u. Pracht besteht das Schloß aus mehreren Flügeln in unregelmäßiger Stellung. Bis 1809 war Hachenburg Sitz der Landesregierung. Die Stadt selbst blieb von verheerenden Unglücksfällen nicht verschont. Um 1400 brannte sie bis auf die Kirche vollständig ab. 39 Jahre später wütete abermals eine Feuersbrunst. Nach einer alten Liste brannte es in den Jahren 1484, 1503, 1541, 1554, 1594. weiter werden aus den Jahren 1676, 1710, 1711,1729, 1730, 1756, 1757, 1762, 1763 größere und kleinere Brände berichtet. Die gewaltigsten waren wohl die Brände aus den Jahren 1439 und 1554. Mehrere Male wütete im Anfang des 17. Jahrhunderts die Pest in den Mauern der Stadt. Von den älteren Zeiten her gehörte Hachenburg in die Pfarrkirche zu Altstadt. Graf Gerhard von Sayn legte 1495 den Grund zur Stadtkirche. Die heutige evangelische Kirche, durch den sogenannten Schloßbogen mit dem Schloß verbunden, ist 1775 bis 1776 erbaut. Chor und Turm sind Überreste der ehemaligen Nikolaikapelle. In der Kirche befindet sich eine gräfliche Familiengruft. Die Reformation wurde 1561 nach lutherischem Bekenntnis eingeführt. 1605 kam die reformierte Lehre durch den Grafen Wilhelm von Wittgenstein in die Stadt. 1654 erfolgte dann die völlige Trennung von der Mutterkirche zu Altstadt. Bis zum Jahre 1820 bestanden zwei evangelische Pfarreien in der Stadt. Die heutige katholische Kirche ist die dritte an ihrer Stelle. 1651 bis 1664 wurde die erste durch den Grafen Valentin Ernst vom Manderscheid erbaut. 1734 wurde die zweite Kirche eingeweiht, nachdem die erste infolge Baufälligkeit abgerissen worden war. Die heutige Kirche, ein sich dem Gesamtbild der Stadt sehr anschmiegendes Gebäude mit schönem, stilgerechten Turm, wurde in den Jahren 1906 bis 1908 erbaut und hat die Altertümer der früheren Kirche, besonders die Kanzel, die Altäre, Beichtstühle usw. des Denkmalswertes wegen in sich aufgenommen. Auch sind die alten Franziskaner-Grüfte erhalten geblieben. An Sehenswürdigkeiten besitzt Hachenburg neben seinem Schloß, dem ein wohlgepflegter Park, der "Burggarten", mit herrlichen alten Baumgruppen, vorgelagert ist, noch das Denkmal Kaiser Wilhelms I an der evangelischen Kirche. Es wurde 1888 als das erste Denkmal des Kaisers errichtet. Mitten auf dem alten Markt steht der Marktbrunnen mit dem Saynischen Löwen, das Hachenburger Wappen haltend. Ihm gegenüber steht das Hotel "Krone" mit sehenswerter Renaissance-Architektur. Weiter befinden sich in Hachenburg noch die Denkmäler Kaiser Friedrichs und Kaiser Wilhelm I. In dem Schloß selbst sind ausschließlich Behörden untergebracht. Sehenswert sind das Taufbecken und das Wappen auf dem oberen Schloßhof. 25 2518 Hachenburg Hachenburg Hachenburg Hachenburg Hachenburg Hardt 225 Einwohner. Post und Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Erbach, 15 Minuten. Höhenlage 424 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Rotzenhahn. In der Gemarkung Hardt liegt das seit einigen Jahren in Betrieb genommene Quarzitwerk "Vulkan". 56 225 Marienberg Marienberg Erbach-Westerwald Rotzenhahn Marienberg Heimborn 174 Einwohner. Post Kroppach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Ingelbach, 1 Stunde. Höhenlage 226 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kroppach gehörend. Zu Heimborn gehören die Orte Ehrlich und Lützelau. Letzterer Ort war 1294 der Wohnsitz der Adeligen von Lützelau. 56 174 Kroppach Hachenburg Ingelbach Kroppach Heuzert (Heuzerod). 139 Einwohner. Post Kroppach. Fernsprechamt Heuzert. Nächste Bahnstation Hattert oder Ingelbach, je 45 Minuten. Höhenlage 231 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kroppach gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Marienstatt. 56 139 Kroppach Heuzert Hattert oder Ingelbach Marienstatt Kroppach Hinterkirchen 109 Einwohner. Post Langenhahn. Fernsprechamt Westerburg. Nächste Bahnstation Langenhahn, 10 Minuten. Höhenlage 447 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Langenhahn gehörend. 56 109 Langenhahn Westerburg Langenhahn Langenhahn Hintermühlen 205 Einwohner. Post Langenhahn. Fernsprechamt Westerburg. Nächste Bahnstation Langenhahn, 20 Minuten. Höhenlage 409 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Langenhahn gehörend. Die evangelischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Westerburg. Der Ort ist erst in neuerer Zeit entstanden. 56 205 Langenhahn Westerburg Langenhahn Langenhahn Westerburg Höchstenbach 520 Einwohner. Post und Fernsprechamt Höchstenbach. Ist Bahnstation an der Kleinbahn Hachenburg-Selters. Höhenlage 310 Meter. Evangelisches Pfarrdorf. Zur Pfarrei gehören die Dörfer Mudenbach, Welkenbach, Winkelbach, Wahlrod, Berod und Borod. Die Kirche, mit viereckigem Turm, ehemals dem heiligen Georg geweiht, ist im Anfang des 13. Jahrhunderts im romanischen Übergangsstil erbaut, und hat in neuerster Zeit an der Südseite eine niedrige Abseite erhalten. Nach der Reformation , die im Jahre 1561 nach reformiertem Bekenntnis eingeführt wurde, setzte die Gräfin Luise Juliane 1649 das lutherische Bekenntnis ein. Die Reformierten erhielten 1678 wieder einen Prediger, sodaß bis 1818 zwei Pfarreien bestanden. Eine viertel Stunde von Höchstenbach weg befindet sich der von Napoleon III. errichtete Gedenkstein an den hier am 19. September 1796 tödlich verwundeten, dann in Altenkirchen gestorbenen französischen General Marceau. Der Platz ist Eigentum der französischen Republik. 57 520 Höchsten- bach Höchstenbach Höchstenbach Höchstenbach Höhn-Urdorf (Hana, Hene). 815 Einwohner. Post Höhn. Fernsprechamt Marienberg und Westerburg. Bahnstation an der Strecke Herborn-Westerburg-Montabaur. Höhenlage 317 Meter. Zur Gemeinde Höhn gehört Urdorf. Katholisches Pfarrdorf zum Kirchspiel Höhn-Schönberg gehörend. Die evangelischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Marienberg. Zur Pfarrei gehören die Dörfer Ailertchen, Dreisbach, Hahn, Kackenberg, Oellingen, Schönberg. Die Kirche, dessen Turm aus dem 13. Jahrhundert stammt, ist eine schlichte Hallenkirche mit Chören am Mittel- und Seitenschiff. Ursprünglich Johannes dem Täufer und dem heiligen Valentius, ist sie seit 1644 der heiligen Jungfrau geweiht und war lange Zeit ein berühmter Wallfahrtsort. Die Reformation wurde 1564 nach lutherischem Bekenntnis eingeführt, 1578 mit der reformierten Kirche vertauscht, aber 1630 durch Graf Joh. Ludwig von Nieder-Hamadar wieder aufgehoben. Die ehemalige Provinz Hana, 1114 bereits durch einen wüsten Einfall eines Lehnsmannes, des Grafen Ulrich von Idstein, arg gelitten, wurde 1462 in der Fehde zwischen Isenburg und Nassau um den erzbischöflichen Stuhl von Mainz schwer heimgesucht, wobei auch die alte Kirche am 4. Mai ein Raub der Flammen wurde. Die Pfarrei wird seit 1816 wieder von einem Weltgeistlichen versehen, nachdem sie lange unter vielem Wechsel zu verschiedenen Klöstern gehörte, und durch die vielen Veränderungen, namentlich aber unter den Bettelmönchen, die das Franziskaner-Kloster in Hadamar sandte, nicht zu Wohlstand gelangen konnte. Hinterkirchen, Hölzenhausen und Püschen wurden 1316 von dem Kirchspiel Höhn getrennt. - In der Gemarkung Höhn liegt die bedeutende Ueberlandzentrale der A.-G. Elektrizitätswerk Westerwald mit der dazu gehörigen Braunkohlengrube Alexandria. 58 815 Höhn Marienberg und Westerburg Höhn Höhn-Schönberg Marienberg Hölzenhausen 125 Einwohner. Post Langenhahn. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Langenhahn, 10 Minuten. Höhenlage 488 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Rotzenhahn gehörend. 60 125 Langenhahn Marienberg Langenhahn Rotzenhahn Hof (zum Hoff). 714 Einwohner. Post und Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Fehl-Ritzhausen, 1 Stunde. Höhenlage 525 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. In Hof stand eine Kapelle, die vor und nach der Reformation von Marienberg bedient wurde. Die Schule wurde im Anfang des 16. Jahrunderts gegründet von Johann Baptiste von Langenbach, genannt Sassenrod, der dazu Grundstücke, besonders Wiesen, schenkte. 60 714 Marienberg Marienberg Fehl-Ritzhausen Marienberg Kackenberg (Kalczberg). 330 Einwohner. Post Höhn. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Höhn, 25 Minuten. Höhenlage 490 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Höhn-Schönberg gehörend. Die evangelischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Marienberg. Das Dorf ist sehr alt, es kommt bereits in einer Urkunde 879 vor. In seiner Gemarkung liegt der Kackenberger Stein, eine Anhäufung mächtiger Basaltblöcke am Bergabhang. Von hier genießt man eine herrliche Aussicht. 63 330 Höhn Marienberg Höhn Höhn-Schönberg Marienberg Kirburg (Kircburg). 320 Einwohner. Post und Fernsprechamt Kirburg. Nächste Bahnstation Korb, 45 Minuten. Höhenlage 485 Meter. Evangelisches Kirchdorf. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Mörlen. Zum Kirchspiel Kirburg gehören die Orte Korb, Langenbach bei Kirburg, Lautzenbrücken, Mörlen, Neunkhausen, Norken. Das Dorf kommt bereits 1048 vor, war 1215 in dem Besitz des Grafen Eberhardt von Arberg und seiner Gemahlin Adelheid von Molsberg, welche es zur Gründung eines Klosters an den Abt Heinrich von St. Petersthal gaben. An der Stelle im Kirchspiel Kirburg, die man heute noch "Altenkloster" nennt, wurde dann auch das Kloster angelegt. Durch die rauhe, unwirtliche Gegend wurde aber bald die Arbeit aufgegeben und man verlegte das Kloster nach Marienstatt. Um diesen Wechsel liegt eine anmutige Sage, die erzählt, auf welche Weise man auf die Stelle aufmerksam wurde, wo das Kloster Marienstatt erbaut wurde, dessen ersten Bau man um 1227 bezog. Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde das Kirchspiel ganz unter die Herrschaft des Grafen von Sayn gebracht, gehörte 1652 zu Sayn-Altenkirchen. 1662 zu Sayn-Hachenburg. Die Reformation wurde 1579 eingeführt. 1796 wurde fast das ganze Dorf durch marodierende Franzosen ein Raub der Flammen. Die alte Kirche, ein einschiffiger, flachgedeckter Basaltbau, wurde 1872 abgerissen und durch die jetzige, deren spitzer Turm weit über die Berge und Wälder schaut , in den Jahren 1872 bis 1874 erbaut. 63 320 Kirburg Kirburg Korb Mörlen Kirburg Korb 147 Einwohner. Post und Fernsprechamt Korb. Bahnstation an der Strecke Limburg- Altenkirchen. Höhenlage 293 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kirburg gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Mörlen. 64 147 Korb Korb Korb Mörlen Kirburg Kroppach 297 Einwohner. Post Kroppach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Ingelbach, 15 Minuten. Höhenlage 297 Meter. Evangelisches Kirchdorf. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Marienstatt. Zum Kirchspiel Kroppach gehören die Dörfer Astert, Atzelgift, Giesenhausen, Heimborn, Heuzert, Kundorf, Limbach, Luckenbach, Marzhausen, Mudenbach, Niedermörsbach, Obermörsbach, Streithausen, Stein. Die Kirche ist dem Apostel Petrus geweiht, ist eine rohromanische, flachgedeckte Pfeilerbasilika und ist im wesentlichen eine uralte Kapelle, der Chor stammt aus dem 13. Jahrhundert. 1835 erhielt die Kirche seinen Turm. Vor demselben steht eine mächtige, sehenswürdige Linde, ebenso bemerkenswert ist ebenfalls ein gliederförmiger romanischer Taufstein. Im Jahre 1561 wurde die Reformation eingeführt. Ein großer Teil des Kirchspiels liegt in der wegen seiner landschaftlichen Reize sehr bekannten "Kroppacher Schweiz", die alljährlich von vielen Tausenden von Wanderern besucht wird. 65 297 Kroppach Hachenburg Ingelbach Marienstatt Kroppach Kundert (Conterod). 241 Einwohner. Post Kroppach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Bindweide an der Strecke Scheuerfeld-Nauroth, 45 Minuten. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kroppach gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Marienstatt. In der Gemarkung Kundert lag der von der Regierung niedergelegte Hof Marienstätter Hof Lauterbach. 65 241 Kroppach Hachenburg Bindweide Marienstatt Kroppach Langenbach bei Kirburg 390 Einwohner. Post Kirburg. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Daaden, 50 Minuten. Höhenlage 498 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kirburg gehörend. Langenbach hatte früher eine Kapelle. 65 390 Kirburg Marienberg Daaden Kirburg Langenbach bei Marienberg (Durlangenbach). 525 Einwohner. Post und Fernsprechamt Marienberg. Bahnstation Marienberg-Langenbach. Der Bahnhof Marienberg liegt in der Gemarkung Langenbach. Höhenlage 390 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Höhn. In der Gemarkung Langenbach liegt ein Steinbruch der Firma Eiserfelder Steinwerke A.-G. (Weidling). 67 525 Marienberg Marienberg Marienberg-Langenbach Höhn Marienberg Langenhahn 360 Einwohner. Post Langenhahn. Fernsprechamt Westerburg. Bahnstation an der Strecke Limburg-Altenkirchen. Höhenlage 450 Meter. Katholisches Pfarrdorf. Die evangelischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Westerburg. Langenhahn hat eine uralte, um unbekannte Zeit erbaute Kapelle, die bis 1631 Filiale von Wilmenrod war. In Langenhahn soll jetzt eine Kirche erbaut werden. 67 360 Langenhahn Westerburg Langenhahn Langenhahn Westerburg Lautzenbrücken (Lugtzebrücke). 209 Einwohner. Post und Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Marienberg, 45 Minuten. Höhenlage 408 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kirburg gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspielen Mörlen. Zu Lautzenbrücken gehört der Hof Hohensayn. 68 209 Marienberg Marienberg Marienberg Mörlen Kirburg Liebenscheid (Leybulscheid, Liebelscheid).342 Einwohner. Post Neukirch. Fernsprechamt Rennerod. Bahnstation Niederdresselndorf (Strecke Betzdorf-Gießen), 1 Std. Höhenlage 537 Meter. Evangelisches Kirchdorf. Die Kirche, etwa seit 1560 evangelisch, wurde im Jahr 1452 vom Grafen Heinrich III. von Nassau-Beilstein-Liebenscheid gestiftet. Von 1570 bis 1750 war das Kirchspiel nach Neukirch eingeteilt. Liebenscheid besaß schon 1341 eine Burg und war zeitweilig Residenz der Grafen von Nassau-Beilstein.Vom Kaiser Karl IV. 1360 zur Stadt erhoben, wurde der Ort mit Mauern und Gräben umgeben. Durch Graf Johann von Nassau-Dillenburg wurde die Burg im Jahre 1586 bedeutend verstärkt; die Schweden machten es im Dreißigjährigen Krieg zu einem wüsten Trümmerhaufen. In der Nähe von Liebenscheid lagen zehn große Fischweiher, von denen nach Löhnfeld zu heute noch Reste zu sehen sind. Ganz in der Nähe lag bis 1511 noch der Ort Oberliebenscheid. 69 342 Neukirch Rennerod Niederdresselndorf Liebenscheid Limbach 300 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hachenburg, 1 Stunde. Höhenlage 254 Meter. Dorf Kirchspiel Marienstatt (kath.) und Kroppach (evgl.) gehörend. 69 300 Hachenburg Hachenburg Hachenburg Marienstatt Kroppach Linden 113 Einwohner. Post und Fernsprechamt Freilingen. Nächste Bahnstation Rotzenhahn, 45 Minuten. Höhenlage 458 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Dreifelden gehörend. 69 113 Freilingen Freilingen Rotzenhahn Dreifelden Lochum (Locheheim). 244 Einwohner. Post Langenhahn. Fernsprechamt Westerburg. Nächste Bahnstation Rotzenhahn, 45 Minuten. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Alpenrod gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Rotzenhahn. Lochum bestand bis 1585 noch aus zwei Orten, bis zum Jahre 1806 war es zum Teil nassauisch, zum Teil saynisch. Durch die Gemarkung geht der sogenannte Römergraben. Dieser bezeichnete die nassauische Grenze gegen Trier, Wied und Sayn-Hachenburg. 69 244 Langenhahn Westerburg Rotzenhahn Rotzenhahn Alpenrod Löhnfeld (Lyntfeld). 102 Einwohner. Post Neukirch. Fernsprechamt Rennerod. Nächste Bahnstation Niederdresselndorf (Strecke Betzdorf-Gießen), 1½ Stunde. Höhenlage 584 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Neukirch gehörend. Löhnfeld hatte eine Kapelle, die bald nach der Reformation verschwand. In der Gemarkung lag das bereits 1520 verschwundene Kramphusen. 70 102 Neukirch Rennerod Niederdresselndorf Neukirch Luckenbach 313 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg, 1 3/4 Stunde. Höhenlage 314 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Marienstatt gehörend. Die evgl. Einwohner gehören zum Kirchspiel Kroppach. In der Gemarkung liegen zwei Wallgräben aus der Schwedenzeit. 70 313 Hachenburg Hachenburg Marienstatt Kroppach Marzhausen (Märzhausen, Mertinshausen). 217 Einwohner. Post Kroppach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hattert, 35 Minuten. Höhenlage 292 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kroppach gehörend. 70 217 Kroppach Hachenburg Hattert Kroppach Marienberg (Mons sanctae Mariae, im Mittelalter Sante Mergenberg, später Mergenberg). Gemeinde mit 1320 Einwohnern. Höhenlage 485 Meter bei der Kirche, Unter-Marienberg 447 Meter. Post- und Fernsprechamt. Bahnstation an der Strecke Erbach-Fehl-Ritzhausen. Luftkurort. Sitz der Kreisbehörden. 3 Bankstellen (Nass. Landesbank, Westerwälder Volksbank, ferner Kreissparkasse), Postamt, Krankenhaus, 2 Pfarreien, gute Hotels. Sitz des Hauptvorstandes des Westerwaldvereins (Dekan Heyn). Kohlensyndikat. Marienberg bestand bis in die neuesten Zeiten hinein noch aus den beiden völlig getrennten Orten Ober- und Unter-Marienberg. In dem Oberdorf gehörte aller Grund und Boden bis zum Jahre 1614 der Kirche. In dem Jahr wurde das Kircheneigentum zur Anlage von Hofstätten verkauft. Das Kirchspiel war einstmals trierisches Bistum. Bereits 1258 hatte es ein Leutgericht. Die Kirche, aus der an selber Stelle stehenden Wallfahrtskapelle entstanden, hatte sich schon vor 1231 von Herborn, dessen Filiale es war , getrennt. Seine Altäre wurden von einem Kaplan bedient. Die alte Kirche brannte infolge Blitzschlages am 27. April 1813 ab, 1821 kam die heutige, mit einem Kostenaufwand von 30 000 Gulden errichtete Kirche in Gebrauch. Der Turm der Kirche ist nicht vollendet worden. Von 1782 bis 1886 war Marienberg Amtssitz; seit der Zeit ist es Kreisort des Oberwestwaldes. Im Kirchspiel waren die Adeligen von Wildenburg ansässig. Marienberg liegt an einem sich nach Süden öffnenden Bergabhang. Am Fuße des Berges fließt die schwarze Nister. Durch seine günstige Lage eignet sich der Ort als Sommerfrische ganz hervorragend. Die Zahl derer, die in Marienberg zu ihrer Erholung den Sommer hindurch weilen, mehrt sich von Jahr zu Jahr und durch die herrlichen, immer wieder neuen Naturreize festigt es seinen Ruf als Luftkurort mehr und mehr. Ganz in der Nähe von Marienberg liegt der große und der kleine Wolfstein (Drudgerestein), mächtige Anhäufungen von riesigen Basaltblöcken. Leider ist die ehemals als wundertätiger Born ausgegrabene Marienquelle in den letzten Jahren fast versiegt und gänzlich in Verfall geraten. In der Gemarkung lagen der Kaldesbornhof und der Hof Rodenberg. Um Marienberg herum haben sich in den letzten Jahren bedeutende Braunkohlengruben erschlossen, die dem Ort einen guten Fortschritt brachten. Verschiedene größere Industrie-Unternehmungen haben hier ihren Sitz. 71 1320 Marienberg Marienberg Marienberg Marienberg Merkelbach (Mergenboicken). 300 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hachenburg, 55 Minuten. Höhenlage 448 Meter. Kathol. Dorf zum Kirchspiel Hachenburg gehörend. Die evangelischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Altstadt. In Merkelbach stand eine Wallfahrtskapelle. 97 300 Hachenburg Hachenburg Hachenburg Hachenburg Altstadt Mittelhattert (Hattenroid). 324 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hachenburg oder Hattert, je 45 Minuten. Höhenlage 282 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Altstadt gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Hachenburg und Marienstatt. Nach Mittelhattert gehört noch die Ortschaft Hütte sowie der Hof Sophienthal. 97 324 Hachenburg Hachenburg Hachenburg oder Hattert Hachenburg und Marienstatt Altstadt Mörlen (Moirle). 345 Einwohner. Post Kirburg. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Nauroth, 5 Minuten (Strecke Scheuerfeld-Nauroth). Höhenlage 419 Meter. Katholisches Pfarrdorf. Die evangelischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Kirburg. Die katholische Kirche besteht seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts. 98 345 Kirburg Marienberg Nauroth Mörlen Kirburg Mudenbach 512 Einwohner. Post Höchstenbach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Ingelbach, 30 Minuten. Höhenlage 282 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kroppach gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Marienstatt. 98 512 Höchstenbach Hachenburg Ingelbach Marienstatt Kroppach Mündersbach (Mundersbach, Mandersbach). 540 Einwohner. Post Herschbach. Fernsprechamt Selters. Bahnstation an der Kleinbahnstrecke Hachenburg-Selters. Höhenlage 335 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Höchstenbach gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Herschbach. Mündersbach hatte 1563 eine eigene Kirche, wozu auch der St. Thöngeshof kam. 98 540 Herschbach Selters Mündersbach Herschbach Höchstenbach Müschenbach (Muskinbach). 409 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hattert, 20 Minuten. Höhenlage 349 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Marienstatt gehörend. Marienstatt hatte hier einen Hof. 99 409 Hachenburg Hachenburg Hattert Marienstatt Neunkhausen (Nanninc husin, Nannekusen, Norkenhusen). 478 Einwohner. Post Kirburg. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Nauroth (Kleinbahnstrecke Scheuerfeld-Nauroth), 20 Minuten. Höhenlage 449 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kirburg gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zur Kirche in Mörlen. In der Gemarkung Neunkhausen liegt der Altenklosterhof, die Ursprungsstätte des Klosters Marienstatt. Zu deren Andenken bestand hier bis 1570 die heil. Kreuzkapelle. 99 478 Kirburg Marienberg Nauroth Mörlen Kirburg Niederhattert 274 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hattert (Bahnstrecke Limburg-Altenkirchen), 25 Minuten. Höhenlage 282 Met. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Altstadt gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Hachenburg. Die Adligen von Hattenrod hatten in Niederhattert einen Burgsitz. Zu der Gemarkung gehört Laad. 100 274 Hachenburg Hachenburg Hattert Hachenburg Altstadt Niedermörsbach 227 Einwohner. Post Kroppach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Ingelbach (Strecke Limburg-Altenkirchen), 1½ Stunde. Höhenlage 292 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kroppach gehörend. Zu der Gemeinde Niedermörsbach gehört Burbach und Wintershof. 100 227 Kroppach Hachenburg Ingelbach Kroppach Nister 528 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hachenburg, 20 Minuten. Dorf zum Kirchspiel Hachenburg (katholisch) und Altstadt (evangelisch) gehörend. Bei Nister war ein Hammerwerk und ein Drahtzug. 100 528 Hachenburg Hachenburg Hachenburg Hachenburg Altstadt Norken (Nerdeck, Nordecken). 450 Einwohner. Post Korb. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Korb (Strecke Limburg-Altenkirchen), 25 Min. Höhenlage 470 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kirburg gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Mörlen. 101 450 Korb Marienberg Korb Mörlen Kirburg Oberhattert 530 Einwohner. Post und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hattert (Strecke Limburg-Altenkirchen), 15 Minuten. Höhenlage 281 Meter. Dorf zum Kirchspiel Kroppach und Altstadt (evang.) und Marienstatt und Hachenburg (kath.) gehörend. 102 530 Hachenburg Hachenburg Hattert Marienstatt und Hachenburg Kroppach und Altstadt Obermörsbach 167 Einwohner. Post Kroppach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Ingelbach (Strecke Limburg-Altenkirchen), 15 Minuten. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Kroppach gehörend. 102 167 Kroppach Hachenburg Ingelbach Kroppach Oellingen (Vollingen oder von Personennamen Illinc, Elling). 446 Einwohner. Post Höhn. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Höhn (Strecke Herborn-Westerburg). Höhenlage 484 Meter. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Höhn und Schönberg gehörend. 102 446 Höhn Marienberg Höhn Höhn und Schönberg Pfuhl (zum Puel). 269 Einwohner. Post und Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Marienberg, 45 Minuten. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. Nördlich Pfuhl lag ehemals Scheidengen. 102 269 Marienberg Marienberg Marienberg Marienberg Püschen 176 Einwohner. Post Erbach. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Rotzenhahn (Strecke Limburg-Altenkirchen), 15 Minuten. Katholisches Dorf zum Kirchspiel Rotzenhahn gehörend. 103 176 Erbach Marienberg Rotzenhahn Rotzenhahn Roßbach 595 Einwohner. Post Herschbach. Fernsprechamt Selters. Nächste Bahnstation Mündersbach (Kleinbahnstrecke Hachenburg-Selters), 45 Minuten. Höhenlage 180 Meter. Evangelisches Kirchdorf. Der Ort bestand früher aus Ober- und Niederroßbach. Es befinden sich hier Tongruben und ein reger Bergbau auf Eisenerz. Das Kirchspiel war trierisches Bistum, kam 1460 an Sayn, gehörte 1671 Sayn-Altenkirchen. 1744 Sayn-Hachenburg. Die Reformation wurde im Jahre 1561 nach lutherischem Bekenntnis eingeführt, aber 1605 mit der reformierten Lehre verstaudt. Die heutige St.Petruskirche ist eine flachgedeckte romanische Pfeilerbasilika mit halbrundem Chor und viereckigem Turm. Zum Kirchspiel gehörten früher noch Orte, die heute in der Rheinprovinz liegen. 103 595 Herschbach Selters Mündersbach Roßbach Rotzenhahn (Rotzenhain). 204 Einwohner. Post Langenhahn. Fernsprechamt Westerburg. Bahnstation an der Strecke Limburg-Altenkirchen. Höhenlage 461 Meter. Katholisches Pfarrdorf. Die evangelischen Einwohner gehören zum Kirchspiel Alpenrod. Das Kirchspiel war ehemals trierisches Bistum und befand sich seit dem 12. Jahrhundert bei der Grafschaft Diez. 1314 war es Sayn, 1423 an die Adligen von Wilmerode verpfändet. Seine Bewohner waren meist saynische Leibeigene, die 1588 alle frei wurden. Die Kirche war bereits 1289 eine Pfarrkirche Der Chor stammt aus dem Ende des 13. oder dem Anfang des 14. Jahrhunderts, das Schiff ist 1743 erbaut. Zum Kirchspiel gehören die Orte Bellingen, Büdingen, Enspel, Hinterkirchen, Hintermühlen, Hölzenhausen, Langenbach, Püschen, Stockum, Todtenberg. 103 204 Langenhahn Westerburg Rotzenhahn Rotzenhahn Alpenrod Schmidthahn (Oberhaen). 125 Einwohner. Post und Fernsprechamt Freilingen. Nächste Bahnstation Rotzenhahn oder Hachenburg (Strecke Limburg-Altenkirchen), 1½ Stunden. Höhenlage 219 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Dreifelden gehörend. Die katholischen Einwohner gehören zur Pfarrei Hartenfels. Zur Gemeinde Schmidthahn gehören Langenbaum und Seeburg. 104 125 Freilingen Freilingen Rotzenhahn oder Hachenburg Hartenfels Dreifelden Schönberg 258 Einwohner. Post Höhn. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Höhn (Bahnstrecke Herborn-Westerburg), 8 Minuten. Höhenlage 485 Meter. In Schönberg, das immer Sitz der Pfarrei für das Kirchspiel Höhn war, wurde 1892 an Stelle der alten Kapelle die heutige Josephkirche gebaut. 104 258 Höhn Marienberg Höhn Höhn-Schönberg Stangenrod 258 Einwohner. Post Korb. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Korb (Strecke Limburg-Altenkirchen), 15 Minuten. Höhenlage 386 Meter. Evangelisches Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. 104 258 Korb Marienberg Korb Marienberg Stein-Neukirch (Nuwe Kyrche). 316 Einwohner. Post Neukirch. Fernsprechamt Neukirch. Nächste Bahnstation Niederrossbach-Neustadt, 1 Std. Strecke Betzdorf-Giessen. Höhenlage 368 Meter. Evang. Kirchdorf. Zum Kirchspiel gehören die Orte Stein, Bretthausen, Löhnfeld und Willingen. Das alte Kirchspiel war einst Trierer Diözese und gehörte zum Sprengel der Kirche in Herborn. Die alte Kirche, an der Stelle erbaut, an der einst eine Wallfahrtskapelle gestanden zu haben scheint, brannte am 27. April 1813, an demselben Tag, wo auch die Marienberger Kirche abbrannte, zum Teil nieder, wurde jedoch 1816 wieder hergestellt. Das Kirchspiel war vor 1570 eine Zeitlang nach Liebenscheid eingepfarrt, 1577 erfolgte die endgültige Trennung der Kirchspiele. Bei dem Dorfe Neukirch lagen die ausgegangenen Orte Kühfelden und Königshofen (Kindschue). 104 316 Neukirch Neukirch Niederrossbach-Neustadt Stein-Neukirch Stein-Wingert 178 Einwohner. Post Kroppach. Fernsprechamt Hachenburg, nächste Bahnstation Ingelbach. Höhenlage 180 Meter. Evang. Dorf zum Kirchspiel Kroppach gehörend. Zur Gemeinde gehören Ahlhausen und Altburg. Bei Stein-Wingert liegt ein etwa 900 Meter langer Burgwall, wo einst ein Römerlager gewesen sein soll. 105 178 Kroppach Hachenburg Ingelbach Kroppach Steinebach 276 Einwohner. Post- und Fernsprechamt Freilingen. Nächste Bahnstation Hachenburg 1¼ Stunde. Höhenlage 381 Meter. Evang. Dorf zum Kirchspiel Altstadt und Dreifelden gehörend. Die kath. Einwohner gehören nach Hartenfels. 1485 stand in Steinebach noch die Burg der Ritter von Steinebach, deren Geschlecht am Ende des 16. Jahrhunderts ausstarb. 105 276 Freilingen Freilingen Hachenburg Hartenfels Altstadt und Dreifelden Stockhausen-Illfurth 315 Einwohner. Post- und Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Fehl-Ritzhausen. Höhenlage 503 Meter. Evang. Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. Die kath. Einwohner gehören nach Höhn. Illfurth hatte einen Brunnen, der aus einem Baumstumpf hervorquoll und der heilige Stockbrunnen hiess. Seit 1850 ist aber der Brunnen, nachdem er neu eingefasst worden war, vollständig versiegt. In der Nähe von Stockhausen-Illfurth lag das ausgegangene Kubelhausen. 105 315 Marienberg Marienberg Fehl-Ritzhausen Höhne Marienberg Stockum (Stockheim) 164 Einwohner. Post Erbach. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Rotzenhahn und Langenhahn, je ¾ Std. Kath. Dorf zum Kirchspiel Rotzenhahn gehörend. Höhenlage 469 Meter. 106 164 Erbach Marienberg Rotzenhahn und Langenhahn Rotzenhahn Streithausen 400 Einwohner. Post- und Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Hachenburg oder Hattert, je ¾ Std. Höhenlage 283 Meter. Kath. Dorf zum Kirchspiel Marienstatt gehörend. In der Gemarkung Streithausen liegt das Kloster Marienstatt. Umsäumt von einem Kranz Eichen, Buchen und Tannen, umschlängelt vom blauen Band der Nister, verborgen von dem Hasten und Treiben der Welt, eingehüllt von der wunderschönen Landschaft liegt das Fleckchen Erde, wo seit Jahrhunderten St. Bernhards Söhne in ihrer weissen Ordenstracht mit schwarzem Skapulier einhergingen und durch ihren Einfluss auf allen Gebieten der ganzen Umgebung zur Segensquelle wurden. Den eigentlichen Grund des Klosters legte der Burggraf Heinrich von Arberg und dessen Gemahlin Adelheid von Molsberg (siehe auch Kirburg, Seite 63) im Jahre 1215 im Kirchspiele Kirburg. Jedoch entmutigt durch die Oede des Ortes und die Rauheit des Klimas in der unwirtlichen Gegend gedachten die Mönche sich in den Ort ihrer Herkunft, Histerbach zurückzubegeben und die Stiftung im Stich zu lassen. Der Abt Hermann aber konnte sich nicht dazu entschliessen und ordnete eine mehrtägige Andacht an, um den Willen Gottes zu erforschen. Die Legende erzählt, dass dem Abte in der dritten Nacht dieser Religionsübung eine Jungfrau erschienen sei mit einem blühenden Dornzweig in der Hand und ihm befahl, sich dort mit den Seinen niederzulassen, wo er im Tal der Nister einen blühenden Dornenstrauch finden werde. Beim grauenden Tage machte er sich auf die Suche und fand nach langer Wanderung im "Ainvelde", zur Grafschaft Sayn gehörend, unter Eis und Schnee einen in voller Blüte stehenden Dornenstrauch. Graf Heinrich III. von Sayn übergab gern den Mönchen dieses Gebiet und Guda von Greifenstein erbaute ihnen ein Oratorium. Grosse Schenkungen und Stiftungen wandten sich dem Cistercienser-Orden zu und so konnte der erste Klosterbau bereits 1227 bezogen werden. Marienstatt gelangte bald zu grosser Blüte und seine Besitzungen mehrten sich ansehnlich. Güter und Gerechtigkeiten wurden in naher und ferner Umgebung erworben. Hohe Andacht und reines Leben in dem Kloster trugen zu der Entwicklung wesentlich bei und so war dasselbe Mitte des 15. Jahrhunderts noch in einem reichen blühenden Zustand. So abgelegen Marienstatt auch von den grossen Heerstrassen lag, so waren die Geschicke der Abtei doch wechselvoll, sie sah heitere und trübe Tage; der "Schwarze Tod" stieg mehrere Male über die Mauern des Klosters, langwierige Streitigkeiten brachten grossen Schaden, der eigene, innere Wert des Klosters fiel mehr und mehr durch Zerfall des geistlichen Lebens. Die Wogen der französischen Revolution brausten darüber hin und machten die Klosterräume jahrelang zu einem Lazarett. Und der Sturm, der um die Wende des 18. Jahrhunderts so manche Kulturstätte in Europa vernichtete, bereitete auch dem Kloster nach sechshundertjährigem Bestand ein jähes Ende. Es fiel der allgemeinen Säkularisation im Jahre 1803 zum Opfer. Das Kloster wechselte im Laufe der Zeit wiederholt seinen Besitzer, die Kirche wurde zur Pfarrkirche für die umliegenden Orte bestimmt. Der Bischof von Limburg kaufte dann 1864 auf einer öffentlichen Versteigerung die Klostergebäude und bis zum Jahre 1888 war ein Rettungshaus für verwahrloste Kinder darin untergebracht. Darauf ging es wiederum in den Besitz des Cistercienser-Ordens über, der das Kloster wieder ins Leben rief und es am 8. Mai 1890 wieder zur Abtei erhob. Der Bau der heutigen Kirche wurde 1243 begonnen und 1324, als die Westseite der Kirche entstanden war, eingeweiht. Sie ist die älteste gotische Kirche auf der rechten Rheinseite und ein Werk von ernster Schönheit und gerade durch ihre Nüchternheit von geradzu großartiger Wirkung. Der in sieben Kapellen auslaufende Chorabschluss ist der älteste Teil der Kirche und war mit der Ostwand des Querschiffes bereits 1227 vollendet. Das Querschiff und die ersten drei Joche des Langhauses wurden im Anfang des 14. Jahrhunderts fertig gestellt, der Bau der vier westlichen Joche 1425 zu Ende geführt. Bemerkenswerte Kunstdenkmäler befinden sich in dem Innren der Kirche. Gleich zur linken Hand beim Eintritt durch das Westportal das spätgotische Grabmal des Grafen Gerhard II. von Sayn (gestorben 1493) und seiner Gemahlin, Gräfin von Syrk. Dann die Piscina aus Stein, der Altartisch ebenfalls aus Stein, der spätgotische Schrank, zwei Marmoraltäre am Chroabschluss aus dem Jahre 1718, die strenggotischen Chorstühle aus dem 14. Jahrhundert und der gotische Flügelaltar, Grabplatten aus Gusseisen aus dem 16. Jahrhundert, davon eine die gepanzerte Gestalt des Ritters Johann von Selbach darstellend. Die beiden Marmoraltäre wurden 1718 durch Abt Benedikt Bach aufgestellt, das Marienbild, aus Stein gehauen, übt auf Tausende von Pilgern eine grosse Anziehungskraft aus. Die Klostergebäude wurden 1739-52 neu errichtet. In dem Klostergarten steht der historische Weissdornstrauch, der als Nachkomme des mitten im Winter erblühten Weissdornstrauches angesehen wird. Nördlich Marienstatt gegenüber auf einem Felsen liegen die Reste der Burg Nistria. Hier erhob sich später auch die Burg Vronecke, die aber auf betreiben des Klosters 1344 wieder abgerissen wurde. Unweit des Klosters liegt der sogenannte kaiserliche Friedhof, wo die 1793-97 im Klosterlazarett gestorbenen österreichischen Krieger ruhen. Erzherzog Stephan liess hier ein einfaches Denkmal errichten. Heute ist Marienstatt ein viel besuchter Wallfahrtsort. Tausende besuchen den Sommer hindurch den Ort, und von hier aus unternimmt man herrliche Wanderungen durch die weit über die Grenzen des Westerwaldes bekannte "Kroppacher Schweiz" mit ihren reizenden landschaftlichen Bildern. 107 400 Hachenburg Hachenburg Hachenburg oder Hattert Marienstatt Todtenberg (Doderinperch). 128 Einwohner. Post Langenhahn. Fernsprechamt Westerburg. Nächste Bahnstation Rotzenhahn 20 Minuten. Kath. Dorf zum Kirchspiel Rotzenhahn gehörend. Die evang. Einwohner gehören nach Alpenrod. 108 128 Langenhahn Westerburg Rotzenhahn Rotzenhahn Alpenrod Unnau (Unna, Undau, Undenau). 560 Einwohner. Post Korb. Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Korb und Erbach, je 25 Minuten. Höhenlage 383 Meter. Evang. Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend. Der Ort bestand 1563 noch aus Kirchundau, wo eine Kapelle stand, und Unterundau. In der Gemarkung lag der verschwundene Hof Wartenberg, der 1316 denen von Steinkop gehörte. 109 560 Korb Marienberg Korb und Erbach Marienberg Wahlrod (Walderode) 550 Einwohner. Post Höchstenbach. Fernsprechamt Hachenburg. Bahnstation an der Kleinbahnstrecke Hachenburg-Selters. Höhenlage 298 Meter. Evang. Dorf. Seit einigen Jahren ist hier eine zur Pfarrei Höchstenbach gehörende Kirche, zu deren Bezirk die Orte Berod und Borod gehören. Die kath. Einwohner gehören zur Kirche Hachenburg. 112 550 Höchstenbach Hachenburg Wahlrod Hachenburg Höchstenbach Weissenberg (Wissenberge) 140 Einwohner. Post Neukirch. Fernsprechamt Rennerod. Nächste Bahnstation Niederdresselndorf 1 Stunde, Strecke Betzdorf-Giessen. Höhenlage 570 Meter. Evang. Dorf zum Kirchspiel Liebenscheid gehörend. In der Nähe des Dorfes liegt der Ketzerstein, ein Denkmal aus germanischer Urzeit. 112 140 Neukirch Rennerod Niederdresselndorf Liebenscheid Welkenbach 116 Einwohner. Post Höchstenbach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Höchstenbach 20 Minuten, Kleinbahnstrecke Hachenburg-Selters. Höhenlage 311 Meter. Evang. Dorf zum Kirchspiel Höchstenbach gehörend. 112 116 Höchstenbach Hachenburg Höchstenbach Höchstenbach Wied (Wida, Wide) 325 Einwohner. Post Höchstenbach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Höchstenbach 5 Minuten, Kleinbahnstrecke Hachenburg-Selters. Höhenlage 333 Meter. Evang. Dorf zum Kirchspiel Altstadt gehörend. Die kath. Einwohner gehören zur Kirche in Hachenburg. 113 325 Höchstenbach Hachenburg Höchstenbach Hachenburg Altstadt Willingen (Wyldongen). 276 Einwohner. Post Neukirch. Fernsprechamt Rennerod. Höhenlage 572 Meter. Evang. Dorf zum Kirchspiel Neukirch gehörend. Willigen hatte einst eine Kapelle. 113 276 Neukirch Rennerod Neukirch Winkelbach 285 Einwohner. Post Höchstenbach. Fernsprechamt Hachenburg. Nächste Bahnstation Rennerod 1½ St., Strecke Limburg-Altenkirchen., oder Höchstenbach 15 Minuten, Kleinbahnstrecke Höchstenbach. Höhenlage 310 Meter. Evang. Dorf zum Kirchspiel Höchstenbach gehörend. 113 285 Höchstenbach Hachenburg Rennerod oder Höchstenbach Höchstenbach Zinhain (Zenthaim, Zinhain) 282 Einwohner. Post- und Fernsprechamt Marienberg. Nächste Bahnstation Marienberg-Langenbach 15 Minuten. Evang. Dorf zum Kirchspiel Marienberg gehörend, die kath. Einwohner gehören nach Rotzenhahn. In Zinhain sind bedeutende Steinbrüche mit hervorragendem Material. 113 282 Marienberg Marienberg Marienberg-Langenbach Rotzenhahn Marienberg </tab>