Mitteilungen aus der Geschichte von Rüppurr/125: Unterschied zwischen den Versionen

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{{NE}}Wie das Geschlecht erlosch, so ist auch sein Stammschloß, nachdem
es 1689 im orleans'schen Krieg von den Franzosen übel zugerichtet
worden war, verschwunden. Nur die großen Okonomiegebäude
und ein Teil der Beamtenhäuser, sowie ein neues Wirtshaus „zum
Schloß Rüppurr” erinnern an früheren Namen und Besitz.


Wie das Geschlecht erlosch, so ist auch sein Statnnischloß, nach-
{{NE}}1782 kam es nach dem Erlöschen des Riedbur'schen Mannesstammes
dem es 1689 im orleans’schen Krieg von den Franzosen übel zu-
zu einem verwickelten Lehensprozeß zwischen der Familie
gerichtet worden war, verschwunden Nur die großen Okonomiegebäude
von Reischach und der letzten Erbtochter ''Philippine Charlotte
und ein Teil der Beamtenhäuser, sowie ein neues Wirtshaus »zum
von Rieppur''. Sie vermählte sich 1788 mit dem nachmaligen
Schloß Rüppurr« erinnern an früheren Namen und Besitz-
Staatsminister Freiherrn ''Ernst von Phull'', geboren in Ludwigsburg,
 
aus einem Geschlecht des wendischen Adels, das seit der zweiten
1782 kam es nach dem Erlöschen des Riedbur’schen Mannes-
stammes zu einem verwickelten Lehensprozeß zwischen der Familie
von Reischach und der letzten Erbtochter Philippine Charlotte
von Rieppur. Sie vermählte sich 1788 mit dem nachmaligen
Staatsminister Freiherrn Ernst von Phull, geboren in Ludwigs-
burg, aus einem Geschlecht des wendischen Adels, das seit der zweiten
Hälfte des 13. Jahrhunderts vorkommt und durch tapfere Soldaten
Hälfte des 13. Jahrhunderts vorkommt und durch tapfere Soldaten
wie durch tüchtige Diplomaten mit der brandenburg-preußischen Ge-
wie durch tüchtige Diplomaten mit der brandenburg-preußischen Geschichte
schichte enge verbunden ist. Im dreißigjährigen Krieg brachte der
enge verbunden ist. Im dreißigjährigen Krieg brachte der
Anschluß an Gustav Adolf, durch dessen Leibpagen, den spätern Oberst
Anschluß an Gustav Adolf, durch dessen Leibpagen, den spätern Oberst
Adam vo n Phull, der 1642 wegen Zurücksetzung hinter Torstenson
''Adam von Phull'', der 1642 wegen Zurücksetzung hinter Torstenson
seinen Abschied nahm, neuen Ruhm. Dessen Bruder Kurt Bertram
seinen Abschied nahm, neuen Ruhm. Dessen Bruder ''Kurt Bertram''
von Phull war als Widersacher des Grafen Schwarzenberg, der
von Phull war als Widersacher des Grafen Schwarzenberg, der
unter dem Kurfürsten Georg Wilhelm beinahe allmächtig war, all-
unter dem Kurfürsten Georg Wilhelm beinahe allmächtig war, allgemeiner
gemeiner bekannt und hatte nach dessen Sturz großen Einfluß.
bekannt und hatte nach dessen Sturz großen Einfluß.


Mit Johann August von Phull ist das Geschlecht in württem-
Mit ''Johann August'' von Phull ist das Geschlecht in württembergische
bergische Dienste getreten. Er wurde herzoglich württemberg General-
Dienste getreten. Er wurde herzoglich württemberg General-
Feldmarschall-Leutnant und Generalinspektor der Kavallerie des
Feldmarschall-Leutnant und Generalinspektor der Kavallerie des
Schwäbischen Kreises; er starb 1746. Sein Sohn war württemberg.
Schwäbischen Kreises; er starb 1746. Sein Sohn war württemberg.
Generalleutnant und dessen Sohn Freiherr Karl Ludwig von
Generalleutnant und dessen Sohn Freiherr ''Karl Ludwig'' von
Phull trat zuerst in preußischen Dienst, dann nach den Tagen bei
Phull trat zuerst in preußischen Dienst, dann nach den Tagen bei
Jena in russischen, in dem er 1812 an dem großen Rückzugsplan der
Jena in russischen, in dem er 1812 an dem großen Rückzugsplan der
russischen Armee mitarbeitete und damit zu dem bekannten Rückng
russischen Armee mitarbeitete und damit zu dem bekannten Rückzug
Napoleons aus russischem Boden Anteil nahm. Ein jüngerer Bruder
Napoleons aus russischem Boden Anteil nahm. Ein jüngerer Bruder
von ihm ist der oben genannte Joh. August.
von ihm ist der oben genannte Joh. August.


1826 wurde der Prozeß wegen der Lehensfolge von Ober-
{{NE}}1826 wurde der Prozeß wegen der Lehensfolge von Obermönsheim
mönsheim in zweiter Instanz auf dem Wege des Vergleichs beendigt.
in zweiter Instanz auf dem Wege des Vergleichs beendigt.
Es wurden 42 000 fl von der Rüppurrer Erbtochter an die Reischach
Es wurden 42 000 fl von der Rüppurrer Erbtochter an die Reischach
ausbezahlt.
ausbezahlt.


1848 war ein Herr von Phull General und während 6 Wochen
{{NE}}1848 war ein Herr von Phull General und während 6 Wochen
Kriegsminister. Der letzte auch dieses Geschlechts ist Freiherr Eduard
Kriegsminister. Der letzte auch dieses Geschlechts ist Freiherr ''Eduard
von Phull-Rieppur, geboren 1857 auf Obermönsheim.
von Phull-Rieppur'', geboren 1857 auf Obermönsheim.


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      Wie das Geschlecht erlosch, so ist auch sein Stammschloß, nachdem es 1689 im orleans'schen Krieg von den Franzosen übel zugerichtet worden war, verschwunden. Nur die großen Okonomiegebäude und ein Teil der Beamtenhäuser, sowie ein neues Wirtshaus „zum Schloß Rüppurr” erinnern an früheren Namen und Besitz.

      1782 kam es nach dem Erlöschen des Riedbur'schen Mannesstammes zu einem verwickelten Lehensprozeß zwischen der Familie von Reischach und der letzten Erbtochter Philippine Charlotte von Rieppur. Sie vermählte sich 1788 mit dem nachmaligen Staatsminister Freiherrn Ernst von Phull, geboren in Ludwigsburg, aus einem Geschlecht des wendischen Adels, das seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts vorkommt und durch tapfere Soldaten wie durch tüchtige Diplomaten mit der brandenburg-preußischen Geschichte enge verbunden ist. Im dreißigjährigen Krieg brachte der Anschluß an Gustav Adolf, durch dessen Leibpagen, den spätern Oberst Adam von Phull, der 1642 wegen Zurücksetzung hinter Torstenson seinen Abschied nahm, neuen Ruhm. Dessen Bruder Kurt Bertram von Phull war als Widersacher des Grafen Schwarzenberg, der unter dem Kurfürsten Georg Wilhelm beinahe allmächtig war, allgemeiner bekannt und hatte nach dessen Sturz großen Einfluß.

Mit Johann August von Phull ist das Geschlecht in württembergische Dienste getreten. Er wurde herzoglich württemberg General- Feldmarschall-Leutnant und Generalinspektor der Kavallerie des Schwäbischen Kreises; er starb 1746. Sein Sohn war württemberg. Generalleutnant und dessen Sohn Freiherr Karl Ludwig von Phull trat zuerst in preußischen Dienst, dann nach den Tagen bei Jena in russischen, in dem er 1812 an dem großen Rückzugsplan der russischen Armee mitarbeitete und damit zu dem bekannten Rückzug Napoleons aus russischem Boden Anteil nahm. Ein jüngerer Bruder von ihm ist der oben genannte Joh. August.

      1826 wurde der Prozeß wegen der Lehensfolge von Obermönsheim in zweiter Instanz auf dem Wege des Vergleichs beendigt. Es wurden 42 000 fl von der Rüppurrer Erbtochter an die Reischach ausbezahlt.

      1848 war ein Herr von Phull General und während 6 Wochen Kriegsminister. Der letzte auch dieses Geschlechts ist Freiherr Eduard von Phull-Rieppur, geboren 1857 auf Obermönsheim.

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