Mitteilungen aus der Geschichte von Rüppurr/Einlage Zeitungsartikel: Unterschied zwischen den Versionen

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Keine Bearbeitungszusammenfassung
(Halbgeviert)
 
(2 dazwischenliegende Versionen von einem anderen Benutzer werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
<noinclude>{{Mitteilungen aus der Geschichte von Rüppurr|125|131||unvollständig}}</noinclude>
<noinclude>{{Mitteilungen aus der Geschichte von Rüppurr|125|131||unkorrigiert}}</noinclude>


{|class="wikitable2"
{|class="wikitable2"
|
|
{|
{|
| Ueber die Geschichte des Rüppurrer Kirchleins und
| style="width:50em"| {{NE}}Ueber die Geschichte des Rüppurrer Kirchleins und der dortigen Standeslherrschaft erfahren wir folgendes: Im heutigen Klein-Rüppurr lag das Schloß der Herren von Rietbur, deren Name uns in der Geschichte unserer Heimat mehrmals begegnet. Im Jahre 1220 war ein Herr Siegfried von Rictbur Zeuge eines Vertrages zwischen Markgraf Hermann von Baden und einem Herzog von Bayern. Aus dem Jahr 1251 hören wir von einem Vertrag, der geschlossen wurde von Heinrich von Rietbur und den Bewohnern des Dorfes uber die Erbauung und Unterhaltung der Kapelle daselbst. Aus dem Jahr 1290 wird berichtet, daß Graf Heinrich von Eberstein aus Verehrung gegen die glorreiche Jungfrau einen Teil des Zehnten in beiden Rüppurr dem Kloster Lichtental übergab. Nach einer weiteren Mitteilung hatte das Kloster Lichtental den Zehnten von Rüppurr in Besitz bid zum Jahre 1791, wo die Landesherrschaft Baden ihn übernahm mit der Verpflichtung des Baues und der Unterhaltung der Kirche zu Rüppurr.
der dortigen Standeslherrschaft erfahren wir folgendes:
Im heutigen Klein-Rüppurr lag das Schloß der
Herren von Rietbur, deren Name uns in der Geschichte
unserer Heimat mehrmals begegnet. Im Jahre 1220
war ein Herr Siegfried von Rictbur Zeuge eines Vertrages  
zwischen Markgraf Hermann von Baden und  
einem Herzog von Bayern. Aus dem Jahr 1251 hören  
wir von einem Vertrag, der geschlossen wurde von Heinrich  
von Rietbur und den Bewohnern des Dorfes uber die
Erbauung und Unterhaltung der Kapelle daselbst. Aus
dem Jahr 1290 wird berichtet, daß Graf Heinrich von  
Eberstein aus Verehrung gegen die glorreiche Jungfrau
einen Teil des Zehnten in beiden Rüppurr dem Kloster
Lichtental übergab. Nach einer weiteren Mitteilung
hatte das Kloster Lichtental den Zehnten von Rüppurr
in Besitz bid zum Jahre 1791, wo die Landesherrschaft Baden
ihn übernahm mit der Verpflichtung des Baues und  
der Unterhaltung der Kirche zu Rüppurr.
|-
|-
| Nach den ältesten Nachrichten wurde die Pastoration in Rüppurr ursprünglich von Ettlingen besorgt. Das Bestellungsrecht des dortigen Pfarrers lag zuerst in den Händen des Abtes von Weißenburg und kam später an das Kloster Lichtental. Vor der Zeit der Reformation
|{{NE}}Nach den ältesten Nachrichten wurde die Pastoration in Rüppurr ursprünglich von Ettlingen besorgt. Das Bestellungsrecht des dortigen Pfarrers lag zuerst in den Händen des Abtes von Weißenburg und kam später an das Kloster Lichtental. Vor der Zeit der Reformation wurde in der Kapelle täglich die heilige Messe gelesen und zwar von einem Kapellan, der im Schloß von Rüppurr ein eigenes Zimmer hatte, das noch im Jahre 1754 die Kaplanei hieß.
wurde in der Kapelle täglich die heilige Messe gelesen und zwar von einem Kapellan, der im Schloß von Rüppurr ein eigenes Zimmer hatte, das noch im Jahre 1754 die Kaplanei hieß.
|-
|-
|Ein Herr von Rüppurr, Reinhard II., war um das Jahr 1517 Bischof von Worms. in den aufgeregten Zeiten der Reformation ging er in seine Heimat, wo er 1533 starb. Sein Leichnam wurde in Worms beigesetzt, sein Herz und seine Eingeweide in der Kapelle  zu Rüppurr. Noch heute liest man auf einer Steinplatte vor dem Altar die Worte: <tt>Tegit hoc saxum cor et vitalia reverendi ... dni Reinhari a Rüpur episcopi Wormatiensis...- Cor contritum er humiliarum deus non despicies.</tt>  
| {{NE}}Ein Herr von Rüppurr, Reinhard II., war um das Jahr 1517 Bischof von Worms. in den aufgeregten Zeiten der Reformation ging er in seine Heimat, wo er 1533 starb. Sein Leichnam wurde in Worms beigesetzt, sein Herz und seine Eingeweide in der Kapelle  zu Rüppurr. Noch heute liest man auf einer Steinplatte vor dem Altar die Worte: <tt>Tegit hoc saxum cor et vitalia reverendi ... dni Reinhari a Rüpur episcopi Wormatiensis... Cor contritum er humiliarum deus non despicies.</tt> Das heißt: »Dieser Stein deckt das Herz und die Eingeweide des ehrwürdigen Herrn Reinhard von Rüppurr, Bischofs von Worms. Ein zerknirschtes und gedemütigtes Herz wirst Du, o Gott, nicht verschmähen.«
Das heißt: »Dieer Stein deckt das Herz und die Eingeweide  
des ehrwürdigen Herrn Reinhard vrn Rüppurr,
Bischofs von Worms. -- Ein zerknirschtes und gedemütigtes  
Herz wirst Du, o Gott, nicht verschmähen.«
|}
|}
|
|
{|
{|
| Am 26. September des Jahres 1533 soll in dieser Kapelle zum letztenmal die heilige Messe gelesen worden sein.
| style="width:50em"| {{NE}}Am 26. September des Jahres 1533 soll in dieser Kapelle zum letztenmal die heilige Messe gelesen worden sein. Durch den Markgrafen Karl zu Baden wurde 1556 der erste lutherische Pfarrer in Wolfartsweier eingesetzt, welcher auch die Pastorisation der Bewohner des Schlosses Rüppurr und der 13 dabei liegenden Höfe zu besorgen hatte. In den Jahren 1596 und 1603 kamen beide Hälften des Gutes Rüppurr durch Kauf an die Markgrafen, die letzte Hälfte um 51000 Gulden. Aus dem Jahr 1656 hören wir zum erstenmal von einem Schulhaus in Rüppurr. Das Schloß Rüppurr wurde 1689 zerstört. –
|-
|-
|
| {{NE}}Das jetzt noch stehende kleine Kirchlein wurde 1776 an der Stelle der alten baufälligen Kapelle von Markgraf Karl Friedrich erbaut. In einfachen Formen gehalten nimmt sich dasselbe besonders jetzt nach seiner Wiederherstellung recht hübsch aus. Seit etwa drei Jahren haben die Katholiken von Rüppurr ihren regelmäßigen Sonntagsgottesdienst. Aus Mangel an einem anderen geeigneten Lokal mußte derselbe bisher in dem Saal eines Wirtshauses abgehalten werden. Als nun die prot. Kirchengemeinde das alte, frei werdene Kirchlein den Katholiken zum Kauf anbot, wurde diese Gelegenheit, zu einem eigenen Gotteshaus zu kommen, mit Freuden ergriffen. Ohne die reiche Spende des Bonifatiusvereins wäre allerdings die Erwerbung nicht möglich gewesen. Im Innern der Kirche fehlt noch so manches. Der Wohltätigkeit der Katholiken ist daher hier zu dankenswerter Betätigung ein weiter Spielraum gegeben.
|}
|}
|}
|}
die letzte Hälfte um 51000 Gulden. Ins dem Jahr 1656
, . « ., »  » « : ksx z efjwnml Von eine-m Schulbank-« M
pattc «.das::;»Kloster Lichtental den ZPntsen von Ruppurr Zäksgugw  SchIIOFL niszppqni wka 1559 zerstorh -——
« » « ,- - »- - « » » « « . H , . » —-
m Bmtz As zum Jah« 1«91« wo dke «"ande9«7errschafl Ba« Das jetzt noch stehende kleine Kirchleka wurde 17l6
den ihn übernahm mit »der Verpflichtung des Baues und
, . . . .. s setz » s Ess: lte vaufälli en Kapelle von Elliartgraf
der Unterhaltung der Kirche zu Ruppurr. a« « den« R a n " g- "
Karl Friedrich erhand In einfachen Formen- gehalten
Tacli d! ältetm To «riclt-n wurde die Natoation i . » s-. . « . . « - -  » m « ...-
         
FU»«- , -—- » ps) . « 5 - , « - , . , H» x lä, A c» ! »t! U« N s»: .
gä-vdzosthnßlealklrgrknlgigkzzåeissäksr  haben die Knifnoliren von Ehnvpnrr unenfrkgelmaginru
das Kloster LichtentaL Vor der Zeit der Information Sokmmgsgothsdjmktu Aus  CIU"«U«:»IJU:HTE
Wurde in »der Kapelle Täglich sdie heilig-e Messe gelesen geeigneter kriegen-inne -eriel ssp :5,,«0?l:1111u1:die Brot
und ztoar von seinem Kapelle-m der im Schloß von Nüvpurr ZstchzgxssssJ;csxsgäksgteäxkessssenchKlirbwin den«
em ugmes Zimmer hatte« das noch un Jayr DR die Katholiken zum Kauf anver, wurde diese (ilelegtnl)eit, zu
Kaplanei hieß.
, . .. .  -  sjmt Eimka- :u kommen mit Freuden cr--
Ein Her-r von Nuppurr, Neinlkard lI., war um das Umm Jgenw ( e« - « 3 « ,
ss k - . ·' . s« : di ssicl Giende des Boni«a1’iusvereins
Jahr 1517 Bischof You Wormst Jii Hm Fukgercgten Wxxejlalläldilxsgsedie k17ozervutig nicht smöglich ge-
ZUMI Hex RLspFmMIPU ging er m seine Hematcwo er wesen Jm Innern der Kirche fehlt noch so manches-.
1533 nat-v Dein Leichnam· wurde in Worin-Z beigesetzt, Der Wohltätigkeit »der Kattmlzken ist-daher hier zu dan-
sem Herz und seineEinaeweide n der Kapelle zuRuppurr. s kenswerta Bejäzzaung Hin Mktex Spielraum gegeben.
mr eontritum er iinmilimnm klem- non does-seine

Aktuelle Version vom 22. Januar 2016, 17:21 Uhr

GenWiki - Digitale Bibliothek
Mitteilungen aus der Geschichte von Rüppurr
Inhalt

Rueppurr-Geschichte-Mayer.djvu # 131

Diese Seite im E-Book
GenWiki E-Book
<<<Vorherige Seite
[125]
Rueppurr-Geschichte-Mayer.djvu # 131
Hilfe zur Nutzung von DjVu-Dateien
Texterfassung: unkorrigiert
Dieser Text wurde noch nicht korrekturgelesen und kann somit Fehler enthalten.



      Ueber die Geschichte des Rüppurrer Kirchleins und der dortigen Standeslherrschaft erfahren wir folgendes: Im heutigen Klein-Rüppurr lag das Schloß der Herren von Rietbur, deren Name uns in der Geschichte unserer Heimat mehrmals begegnet. Im Jahre 1220 war ein Herr Siegfried von Rictbur Zeuge eines Vertrages zwischen Markgraf Hermann von Baden und einem Herzog von Bayern. Aus dem Jahr 1251 hören wir von einem Vertrag, der geschlossen wurde von Heinrich von Rietbur und den Bewohnern des Dorfes uber die Erbauung und Unterhaltung der Kapelle daselbst. Aus dem Jahr 1290 wird berichtet, daß Graf Heinrich von Eberstein aus Verehrung gegen die glorreiche Jungfrau einen Teil des Zehnten in beiden Rüppurr dem Kloster Lichtental übergab. Nach einer weiteren Mitteilung hatte das Kloster Lichtental den Zehnten von Rüppurr in Besitz bid zum Jahre 1791, wo die Landesherrschaft Baden ihn übernahm mit der Verpflichtung des Baues und der Unterhaltung der Kirche zu Rüppurr.
      Nach den ältesten Nachrichten wurde die Pastoration in Rüppurr ursprünglich von Ettlingen besorgt. Das Bestellungsrecht des dortigen Pfarrers lag zuerst in den Händen des Abtes von Weißenburg und kam später an das Kloster Lichtental. Vor der Zeit der Reformation wurde in der Kapelle täglich die heilige Messe gelesen und zwar von einem Kapellan, der im Schloß von Rüppurr ein eigenes Zimmer hatte, das noch im Jahre 1754 die Kaplanei hieß.
      Ein Herr von Rüppurr, Reinhard II., war um das Jahr 1517 Bischof von Worms. in den aufgeregten Zeiten der Reformation ging er in seine Heimat, wo er 1533 starb. Sein Leichnam wurde in Worms beigesetzt, sein Herz und seine Eingeweide in der Kapelle zu Rüppurr. Noch heute liest man auf einer Steinplatte vor dem Altar die Worte: Tegit hoc saxum cor et vitalia reverendi ... dni Reinhari a Rüpur episcopi Wormatiensis... – Cor contritum er humiliarum deus non despicies. Das heißt: »Dieser Stein deckt das Herz und die Eingeweide des ehrwürdigen Herrn Reinhard von Rüppurr, Bischofs von Worms. – Ein zerknirschtes und gedemütigtes Herz wirst Du, o Gott, nicht verschmähen.«
      Am 26. September des Jahres 1533 soll in dieser Kapelle zum letztenmal die heilige Messe gelesen worden sein. Durch den Markgrafen Karl zu Baden wurde 1556 der erste lutherische Pfarrer in Wolfartsweier eingesetzt, welcher auch die Pastorisation der Bewohner des Schlosses Rüppurr und der 13 dabei liegenden Höfe zu besorgen hatte. In den Jahren 1596 und 1603 kamen beide Hälften des Gutes Rüppurr durch Kauf an die Markgrafen, die letzte Hälfte um 51000 Gulden. Aus dem Jahr 1656 hören wir zum erstenmal von einem Schulhaus in Rüppurr. Das Schloß Rüppurr wurde 1689 zerstört. –
      Das jetzt noch stehende kleine Kirchlein wurde 1776 an der Stelle der alten baufälligen Kapelle von Markgraf Karl Friedrich erbaut. In einfachen Formen gehalten nimmt sich dasselbe besonders jetzt nach seiner Wiederherstellung recht hübsch aus. Seit etwa drei Jahren haben die Katholiken von Rüppurr ihren regelmäßigen Sonntagsgottesdienst. Aus Mangel an einem anderen geeigneten Lokal mußte derselbe bisher in dem Saal eines Wirtshauses abgehalten werden. Als nun die prot. Kirchengemeinde das alte, frei werdene Kirchlein den Katholiken zum Kauf anbot, wurde diese Gelegenheit, zu einem eigenen Gotteshaus zu kommen, mit Freuden ergriffen. Ohne die reiche Spende des Bonifatiusvereins wäre allerdings die Erwerbung nicht möglich gewesen. Im Innern der Kirche fehlt noch so manches. Der Wohltätigkeit der Katholiken ist daher hier zu dankenswerter Betätigung ein weiter Spielraum gegeben.