Mitteilungen aus der Geschichte von Rüppurr/013: Unterschied zwischen den Versionen

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(2 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
<noinclude>{{Mitteilungen aus der Geschichte von Rüppurr|012|18|014|unvollständig}}</noinclude>
<noinclude>{{Mitteilungen aus der Geschichte von Rüppurr|012|18|014|unkorrigiert}}</noinclude>


— 13 — »
1513/14 ein warnendes Vorzeichen des Sturmes für Kirche und
1513s14 ein warnendes Vorzeichen des Sturmes für Kirche und
Reich zu erblicken, hat er durch Agenten das Feuer der Empörung
Reich zu erblicken, hat er durch Agenten das Feuer der Empörung
geschürt Die Fehde seiner Stadt mit Franz von Sickingen, die dem
geschürt Die Fehde seiner Stadt mit Franz von Sickingen, die dem
Wohlstand seiner Bürger die schwersten Wunden schlug, beniitzte er
Wohlstand seiner Bürger die schwersten Wunden schlug, benutzte er
als willkommene Gelegenheit, die Stadt zu beugen und sie 1519 mit
als willkommene Gelegenheit, die Stadt zu beugen und sie 1519 mit
Unterstützung des Psalzgrafen zu zwingen, daß sie auf die Freiheiten
Unterstützung des Pfalzgrafen zu zwingen, daß sie auf die Freiheiten
verzichtete, die Kaiser Max I. ihr erst feierlich bestätigt hatte. So
verzichtete, die Kaiser Max I. ihr erst feierlich bestätigt hatte. So
half auch er, wie sein Vorgänger Bischof Dalberg, daß die Bürger-
half auch er, wie sein Vorgänger Bischof Dalberg, daß die Bürgerschaft
schaft von Worms durch die ihr aufgedrungenen Streitigkeiten und
von Worms durch die ihr aufgedrungenen Streitigkeiten und
durch die kirchlichen Steuerprivilegien an den Rand des wirtschaft-
durch die kirchlichen Steuerprivilegien an den Rand des wirtschaftlichen
lichienRuins geführt wurde und zu dem Glaubensfatz gelangte, daß
Ruins geführt wurde und zu dem Glaubenssatz gelangte, daß
die Bischöfe und ihre Anhänger die eigentlichen Landverderber und
die Bischöfe und ihre Anhänger die eigentlichen Landverderber und
,,aller List und Bosheit voll seien-C Als Rat und Gemeinde etliche
„aller List und Bosheit voll seien”. Als Rat und Gemeinde etliche
Priester bestellten, die das Evangelium predigten, ließ der Bischof
Priester bestellten, die das Evangelium predigten, ließ der Bischof
ihnen die Kirchen versperren, so daß sie an anderen Plätzen ihre
ihnen die Kirchen versperren, so daß sie an anderen Plätzen ihre
Versammlungen halten mußten, und als einer der Wormser Priester
Versammlungen halten mußten, und als einer der Wormser Priester
sich verheiratete, mußte er sich vor dem Gericht des Bischofs ver-
sich verheiratete, mußte er sich vor dem Gericht des Bischofs verantworten
antworten und es wurde ihm seine Pfründe entzogen. Als der Rat
und es wurde ihm seine Pfründe entzogen. Als der Rat
der Stadt, der öffentlichen Meinung nachgebend, die Wormser Geist-
der Stadt, der öffentlichen Meinung nachgebend, die Wormser Geistlichkeit
lichkeit anwies, ein sittsameres Leben zu führen und gegen die Uber-
anwies, ein sittsameres Leben zu führen und gegen die Ubertreter
treter dieser Verordnung mit Strafen einschritt, erhob der Bischof
dieser Verordnung mit Strafen einschritt, erhob der Bischof
gegen solche Neuerung heftigen Widerspruch.
gegen solche Neuerung heftigen Widerspruch.


Wohl hatten die Evangelischen in Wittenberg Hoffnung für
{{NE}}Wohl hatten die Evangelischen in Wittenberg Hoffnung für
ihn, weil s eine 2 Neffen in Wittenberg studierten, aber diese Hoffnung
ihn, weil seine 2 Neffen in Wittenberg studierten, aber diese Hoffnung
erwies sich als Täuschung, denn der Wormser Bischof bekämpfte mit
erwies sich als Täuschung, denn der Wormser Bischof bekämpfte mit
Nachdruck die Ketzerei und wurde deshalb von Johann Bockenrod in
Nachdruck die Ketzerei und wurde deshalb von Johann Bockenrod in
Zeile 33: Zeile 32:
teuflische lutherische Lehre ja nicht anzunehmen, händigte er dem
teuflische lutherische Lehre ja nicht anzunehmen, händigte er dem
Rate aus, dieser aber lehnte das Ansuchen des Bischofs, dem Papst
Rate aus, dieser aber lehnte das Ansuchen des Bischofs, dem Papst
zu antworten, ab. (Boos IV, 212.) Die Stadt war eben für die
zu antworten, ab. (Boos IV, 212.) Die Stadt war eben ''für'' die
Reformation. Hutten warnte in seiner Schrift vom 27. Juli 1522
Reformation. Hutten warnte in seiner Schrift vom 27. Juli 1522
,,Eine demütige Ermahnung an die Stadt Worms-« vor dem Bischof
„Eine demütige Ermahnung an die Stadt Worms” vor dem Bischof
Reinhard, der seine weltliche Gewalt gegen das Evangelium gebrauche;
Reinhard, der seine weltliche Gewalt gegen das Evangelium gebrauche;
wolle er auf gütliche Ermahnung von seinem Fiirnehmen nicht ab-
wolle er auf gütliche Ermahnung von seinem Fürnehmen nicht abstehen,
stehen, so sollten sie ihn mit Gewalt vertreiben. (Boos IV, 214.)
so sollten sie ihn mit Gewalt vertreiben. (Boos IV, 214.)&nbsp;–


Auf dem Reichstag zu Worms trat er in keiner Weise hervor.
{{NE}}Auf dem Reichstag zu Worms trat er in keiner Weise hervor.
Da aber der Bischof wegen seiner beständigen Streitigkeiten gegen
Da aber der Bischof wegen seiner beständigen Streitigkeiten gegen
die Reichsstadt Worms schon die Ungnade des 1519 verstorbenen
die Reichsstadt Worms schon die Ungnade des 1519 verstorbenen
Kaisers Maximilian auf sich geladen hatte und diese Streitigkeiten
Kaisers Maximilian auf sich geladen hatte und diese Streitigkeiten
noch immer fortdauerten, so wünschte er abzudanken und bewog das
noch immer fortdauerten, so wünschte er abzudanken und bewog das
Kapitel einen coadjutor Beistand —- zu wählen, der ihm nach-
Kapitel einen <tt>coadjutor</tt> –&nbsp;Beistand&nbsp;– zu wählen, der ihm
folge. Das Kapitel wählte den Kanonikus Philipp von Flörsheim,
nachfolge. Das Kapitel wählte den Kanonikus Philipp von Flörsheim,

Aktuelle Version vom 22. Januar 2016, 17:38 Uhr

GenWiki - Digitale Bibliothek
Mitteilungen aus der Geschichte von Rüppurr
Inhalt

Rueppurr-Geschichte-Mayer.djvu # 18

Diese Seite im E-Book
GenWiki E-Book
<<<Vorherige Seite
[012]
Nächste Seite>>>
[014]
Rueppurr-Geschichte-Mayer.djvu # 18
Hilfe zur Nutzung von DjVu-Dateien
Texterfassung: unkorrigiert
Dieser Text wurde noch nicht korrekturgelesen und kann somit Fehler enthalten.



1513/14 ein warnendes Vorzeichen des Sturmes für Kirche und Reich zu erblicken, hat er durch Agenten das Feuer der Empörung geschürt Die Fehde seiner Stadt mit Franz von Sickingen, die dem Wohlstand seiner Bürger die schwersten Wunden schlug, benutzte er als willkommene Gelegenheit, die Stadt zu beugen und sie 1519 mit Unterstützung des Pfalzgrafen zu zwingen, daß sie auf die Freiheiten verzichtete, die Kaiser Max I. ihr erst feierlich bestätigt hatte. So half auch er, wie sein Vorgänger Bischof Dalberg, daß die Bürgerschaft von Worms durch die ihr aufgedrungenen Streitigkeiten und durch die kirchlichen Steuerprivilegien an den Rand des wirtschaftlichen Ruins geführt wurde und zu dem Glaubenssatz gelangte, daß die Bischöfe und ihre Anhänger die eigentlichen Landverderber und „aller List und Bosheit voll seien”. Als Rat und Gemeinde etliche Priester bestellten, die das Evangelium predigten, ließ der Bischof ihnen die Kirchen versperren, so daß sie an anderen Plätzen ihre Versammlungen halten mußten, und als einer der Wormser Priester sich verheiratete, mußte er sich vor dem Gericht des Bischofs verantworten und es wurde ihm seine Pfründe entzogen. Als der Rat der Stadt, der öffentlichen Meinung nachgebend, die Wormser Geistlichkeit anwies, ein sittsameres Leben zu führen und gegen die Ubertreter dieser Verordnung mit Strafen einschritt, erhob der Bischof gegen solche Neuerung heftigen Widerspruch.

      Wohl hatten die Evangelischen in Wittenberg Hoffnung für ihn, weil seine 2 Neffen in Wittenberg studierten, aber diese Hoffnung erwies sich als Täuschung, denn der Wormser Bischof bekämpfte mit Nachdruck die Ketzerei und wurde deshalb von Johann Bockenrod in einer Elegie gepriesen (Boos IV 206). Die Bulle Hadrians VI vom Mai 1522, worin der Papst die Stadt Worms väterlich ermahnt, die teuflische lutherische Lehre ja nicht anzunehmen, händigte er dem Rate aus, dieser aber lehnte das Ansuchen des Bischofs, dem Papst zu antworten, ab. (Boos IV, 212.) Die Stadt war eben für die Reformation. Hutten warnte in seiner Schrift vom 27. Juli 1522 „Eine demütige Ermahnung an die Stadt Worms” vor dem Bischof Reinhard, der seine weltliche Gewalt gegen das Evangelium gebrauche; wolle er auf gütliche Ermahnung von seinem Fürnehmen nicht abstehen, so sollten sie ihn mit Gewalt vertreiben. (Boos IV, 214.) –

      Auf dem Reichstag zu Worms trat er in keiner Weise hervor. Da aber der Bischof wegen seiner beständigen Streitigkeiten gegen die Reichsstadt Worms schon die Ungnade des 1519 verstorbenen Kaisers Maximilian auf sich geladen hatte und diese Streitigkeiten noch immer fortdauerten, so wünschte er abzudanken und bewog das Kapitel einen coadjutor – Beistand – zu wählen, der ihm nachfolge. Das Kapitel wählte den Kanonikus Philipp von Flörsheim,