Schweidnitz/Geschichte bis 1290: Unterschied zwischen den Versionen
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Nach dem Tode Herzog Heinrichs II. auf der Wa(h)lstatt bei Liegnitz (1241) erbten seine vier Söhne. Zunächst herrschte Boleslaus II., der Kahle, (†1278) bis 1248 als Herzog über ganz Schlesien. Dann beschränkte er sich auf das Gebiet von Liegnitz. Das Herzogtum Glogau erhielt sein Bruder Konrad I. In Breslau, zu dem auch Schweidnitz gehörte, regierte sein Bruder Heinrich III. (†1266). Der vierte Bruder Wladislaus war von 1250-66 sein Mitregent (von 1265-70 Erzbischof von Salzburg), von 1266-70 auch Herzog von Breslau. Der Sohn Heinrichs III. folgte Wladislaus als Heinrich IV. 1270. Mit seinem Tod im Jahre 1290 erlosch die direkte Linie Breslau. | Nach dem Tode Herzog Heinrichs II. auf der Wa(h)lstatt bei Liegnitz (1241) erbten seine vier Söhne. Zunächst herrschte Boleslaus II., der Kahle, (†1278) bis 1248 als Herzog über ganz Schlesien. Dann beschränkte er sich auf das Gebiet von Liegnitz. Das Herzogtum Glogau erhielt sein Bruder Konrad I. In Breslau, zu dem auch Schweidnitz gehörte, regierte sein Bruder Heinrich III. (†1266). Der vierte Bruder Wladislaus war von 1250-66 sein Mitregent (von 1265-70 Erzbischof von Salzburg), von 1266-70 auch Herzog von Breslau. Der Sohn Heinrichs III. folgte Wladislaus als Heinrich IV. 1270. Mit seinem Tod im Jahre 1290 erlosch die direkte Linie Breslau. | ||
*1243 - Erste urkundliche Erwähnung von Schweidnitz (Unsicher! Nur als Transsumpt von 1327) | *1243 - Erste urkundliche Erwähnung von Schweidnitz (Unsicher! Nur als Transsumpt von 1327)<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 2 / Nr. 257</ref> | ||
*1249 -13.6. Erste sichere Erwähnung (Ablaß des Papstes Innozenz IV. für Spender zum Bau von Minoritenkirche und -kloster) | *1249 -13.6. Erste sichere Erwähnung (Ablaß des Papstes Innozenz IV. für Spender zum Bau von Minoritenkirche und -kloster). <ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 2 / Nr. 373</ref> Setzt nach Irgang eindeutig die Existenz einer Stadt voraus. Er hat keinen Zweifel, daß sie „von Anfang an zu deutschem Recht ausgesetzt war.“ | ||
*1250 - Pfarrer Hermann urkundlich genannt | *1250 - Pfarrer Hermann urkundlich genannt<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 2 / Nr. 409</ref> | ||
*1257 - 22.4. Herzog Heinrich III. weist dem Breslauer Klarissenstift auch die Einkünfte der Schweidnitzer Pfarrei zu. Nach seinem Tod ging auch das Patronat auf das Kloster über. | *1257 - 22.4. Herzog Heinrich III. weist dem Breslauer Klarissenstift auch die Einkünfte der Schweidnitzer Pfarrei zu. Nach seinem Tod ging auch das Patronat auf das Kloster über.<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 3 / Nr. 228</ref> | ||
*1262 - 28.10. Ein „Kastellan“ Stosso in Schweidnitz wird als Zeuge in einer Urkunde genannt | *1262 - 28.10. Ein „Kastellan“ Stosso in Schweidnitz wird als Zeuge in einer Urkunde genannt.<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 3 / Nr. 421</ref> | ||
*1266 - 27.6. Investition des Pfarrers Gerhard, vorher in Peterwitz bei Schweidnitz | *1266 - 27.6. Investition des Pfarrers Gerhard, vorher in Peterwitz bei Schweidnitz.<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 3 / Nr. 542</ref> | ||
*1267 - 3.9. Bischof Thomas I. von Breslau erlaubt die Errichtung des Michaelspitals vor Schweidnitz. | *1267 - 3.9. Bischof Thomas I. von Breslau erlaubt die Errichtung des Michaelspitals vor Schweidnitz.<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 4 / Nr. 29</ref> Erste Erwähnung als Stadt („civitas“) und eines "Vogtes" („advocatus Henricus“); Beweis für deutsches Stadtrecht. – Erneut „Henricus advocatus de Suidnicz“ 1274<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 4 / Nr. 257</ref> | ||
*1276 - 15.11. Heinrich IV. bestätigt der Stadt die Schenkung eines Waldes bei Bögendorf durch seinen Vater, Heinrich III. und seinen Onkel. | *1276 - 15.11. Heinrich IV. bestätigt der Stadt die Schenkung eines Waldes bei Bögendorf durch seinen Vater, Heinrich III. und seinen Onkel.<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 4 / Nr. 300</ref> | ||
*1278 - 5.12. Heinrich IV. verleiht den Bürgern von Schweidnitz das Schrotrecht. (Verkauf von Bier und Wein) | *1278 - 5.12. Heinrich IV. verleiht den Bürgern von Schweidnitz das Schrotrecht. (Verkauf von Bier und Wein)<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 4 / Nr. 347</ref> | ||
*1280 - Ältestes großes Stadtsiegel (schreitender Greif) | *1280 - Ältestes großes Stadtsiegel (schreitender Greif)<ref>erste Erwähnung in [[Schlesisches Urkundenbuch]] 4 / Nr. 381</ref> | ||
*1281 - zwischen 30.6. und 5.7. Heinrich IV. erteilt dem Schweidnitzer Vogt Heinrich das Recht, alle Schuldner von Schweidnitzer Bürgern, auch solche von Adel, vor sein Gericht zu ziehen. | *1281 - zwischen 30.6. und 5.7. Heinrich IV. erteilt dem Schweidnitzer Vogt Heinrich das Recht, alle Schuldner von Schweidnitzer Bürgern, auch solche von Adel, vor sein Gericht zu ziehen.<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 4 / Nr. 415</ref> | ||
*1282 - 16.4. Als Zeuge „Johannes, plebanus de Suidniz“ (Pfarrer von Schweidnitz) | *1282 - 16.4. Als Zeuge „Johannes, plebanus de Suidniz“ (Pfarrer von Schweidnitz),<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 5 / Nr. 9</ref> ebenso „Johannis de Swidniz“<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 5 / Nr. 20. Schon SUb 4/Nr. 381, 1279 oder 1280</ref> | ||
*1282 - Heinrich IV. schenkt der Stadt das Dorf „Soneburn“ (= Schönbrunn). | *1282 - Heinrich IV. schenkt der Stadt das Dorf „Soneburn“ (= Schönbrunn).<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 5 / Nr. 35</ref> | ||
*1283 - Herzog Heinrich IV. unterstellt das Spital an der Reichenbacher Straße (siehe 1267) dem Breslauer Matthiasstift der Kreuzherren mit dem roten Stern. | *1283 - Herzog Heinrich IV. unterstellt das Spital an der Reichenbacher Straße (siehe 1267) dem Breslauer Matthiasstift der Kreuzherren mit dem roten Stern.<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 5 / Nr. 73</ref> | ||
*1284 - Erwähnung einer Stadtschule (Trivialschule) unter Magister Walter. („Datum in Swidenitz per manum magistri Walteri rectoris scole nostre civitatis“ | *1284 - Erwähnung einer Stadtschule (Trivialschule) unter Magister Walter. („Datum in Swidenitz per manum magistri Walteri rectoris scole nostre civitatis“<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 5 / Nr. 163</ref> Dieser erscheint schon in einer Urkunde von 1279 oder 1280<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 4 / Nr. 381</ref> „per manum magistri Walteri“ und 1282 als „magister Walther“ <ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 5 / Nr. 36</ref>, noch 1285 als „rector scole de Swidenicz“<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 5 / Nr. 251</ref>, am 23.4.1289<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 5 / Nr. 420</ref> und 1290<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 5 / Nr. 494</ref> | ||
*1285 - Die Schweidnitzer Franziskaner stehen im Streit zwischen Bischof Thomas II. und Herzog Heinrich IV. auf der Seite des letzteren. | *1285 - Die Schweidnitzer Franziskaner stehen im Streit zwischen Bischof Thomas II. und Herzog Heinrich IV. auf der Seite des letzteren. | ||
*1285 - 28.6. Herzog Heinrich IV. gewährt den Einwohnern von Schweidnitz Privilegien, darunter das Meilenrecht | *1285 - 28.6. Herzog Heinrich IV. gewährt den Einwohnern von Schweidnitz Privilegien, darunter das [[Meilenrecht]].<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 5 / Nr. 224</ref> – Privileg für die Schweidnitzer Juden. | ||
*1290 - vor 23.6. erscheint als Zeuge „Petzmannus magister monete de Swidenicz“, also ein „Münzmeister“. | *1290 - vor 23.6. erscheint als Zeuge „Petzmannus magister monete de Swidenicz“, also ein „Münzmeister“.<ref>[[Schlesisches Urkundenbuch]] 5 / Nr. 450</ref> - Tod Heinrichs IV. | ||
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Aktuelle Version vom 5. November 2017, 18:14 Uhr
Unter den Breslauer Piasten ( -1290)
Nach dem Tode Herzog Heinrichs II. auf der Wa(h)lstatt bei Liegnitz (1241) erbten seine vier Söhne. Zunächst herrschte Boleslaus II., der Kahle, (†1278) bis 1248 als Herzog über ganz Schlesien. Dann beschränkte er sich auf das Gebiet von Liegnitz. Das Herzogtum Glogau erhielt sein Bruder Konrad I. In Breslau, zu dem auch Schweidnitz gehörte, regierte sein Bruder Heinrich III. (†1266). Der vierte Bruder Wladislaus war von 1250-66 sein Mitregent (von 1265-70 Erzbischof von Salzburg), von 1266-70 auch Herzog von Breslau. Der Sohn Heinrichs III. folgte Wladislaus als Heinrich IV. 1270. Mit seinem Tod im Jahre 1290 erlosch die direkte Linie Breslau.
- 1243 - Erste urkundliche Erwähnung von Schweidnitz (Unsicher! Nur als Transsumpt von 1327)[1]
- 1249 -13.6. Erste sichere Erwähnung (Ablaß des Papstes Innozenz IV. für Spender zum Bau von Minoritenkirche und -kloster). [2] Setzt nach Irgang eindeutig die Existenz einer Stadt voraus. Er hat keinen Zweifel, daß sie „von Anfang an zu deutschem Recht ausgesetzt war.“
- 1250 - Pfarrer Hermann urkundlich genannt[3]
- 1257 - 22.4. Herzog Heinrich III. weist dem Breslauer Klarissenstift auch die Einkünfte der Schweidnitzer Pfarrei zu. Nach seinem Tod ging auch das Patronat auf das Kloster über.[4]
- 1262 - 28.10. Ein „Kastellan“ Stosso in Schweidnitz wird als Zeuge in einer Urkunde genannt.[5]
- 1266 - 27.6. Investition des Pfarrers Gerhard, vorher in Peterwitz bei Schweidnitz.[6]
- 1267 - 3.9. Bischof Thomas I. von Breslau erlaubt die Errichtung des Michaelspitals vor Schweidnitz.[7] Erste Erwähnung als Stadt („civitas“) und eines "Vogtes" („advocatus Henricus“); Beweis für deutsches Stadtrecht. – Erneut „Henricus advocatus de Suidnicz“ 1274[8]
- 1276 - 15.11. Heinrich IV. bestätigt der Stadt die Schenkung eines Waldes bei Bögendorf durch seinen Vater, Heinrich III. und seinen Onkel.[9]
- 1278 - 5.12. Heinrich IV. verleiht den Bürgern von Schweidnitz das Schrotrecht. (Verkauf von Bier und Wein)[10]
- 1280 - Ältestes großes Stadtsiegel (schreitender Greif)[11]
- 1281 - zwischen 30.6. und 5.7. Heinrich IV. erteilt dem Schweidnitzer Vogt Heinrich das Recht, alle Schuldner von Schweidnitzer Bürgern, auch solche von Adel, vor sein Gericht zu ziehen.[12]
- 1282 - 16.4. Als Zeuge „Johannes, plebanus de Suidniz“ (Pfarrer von Schweidnitz),[13] ebenso „Johannis de Swidniz“[14]
- 1282 - Heinrich IV. schenkt der Stadt das Dorf „Soneburn“ (= Schönbrunn).[15]
- 1283 - Herzog Heinrich IV. unterstellt das Spital an der Reichenbacher Straße (siehe 1267) dem Breslauer Matthiasstift der Kreuzherren mit dem roten Stern.[16]
- 1284 - Erwähnung einer Stadtschule (Trivialschule) unter Magister Walter. („Datum in Swidenitz per manum magistri Walteri rectoris scole nostre civitatis“[17] Dieser erscheint schon in einer Urkunde von 1279 oder 1280[18] „per manum magistri Walteri“ und 1282 als „magister Walther“ [19], noch 1285 als „rector scole de Swidenicz“[20], am 23.4.1289[21] und 1290[22]
- 1285 - Die Schweidnitzer Franziskaner stehen im Streit zwischen Bischof Thomas II. und Herzog Heinrich IV. auf der Seite des letzteren.
- 1285 - 28.6. Herzog Heinrich IV. gewährt den Einwohnern von Schweidnitz Privilegien, darunter das Meilenrecht.[23] – Privileg für die Schweidnitzer Juden.
- 1290 - vor 23.6. erscheint als Zeuge „Petzmannus magister monete de Swidenicz“, also ein „Münzmeister“.[24] - Tod Heinrichs IV.
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 2 / Nr. 257
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 2 / Nr. 373
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 2 / Nr. 409
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 3 / Nr. 228
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 3 / Nr. 421
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 3 / Nr. 542
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 4 / Nr. 29
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 4 / Nr. 257
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 4 / Nr. 300
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 4 / Nr. 347
- ↑ erste Erwähnung in Schlesisches Urkundenbuch 4 / Nr. 381
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 4 / Nr. 415
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 5 / Nr. 9
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 5 / Nr. 20. Schon SUb 4/Nr. 381, 1279 oder 1280
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 5 / Nr. 35
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 5 / Nr. 73
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 5 / Nr. 163
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 4 / Nr. 381
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 5 / Nr. 36
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 5 / Nr. 251
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 5 / Nr. 420
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 5 / Nr. 494
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 5 / Nr. 224
- ↑ Schlesisches Urkundenbuch 5 / Nr. 450