Feltmöller (Hof): Unterschied zwischen den Versionen

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Zeile 34: Zeile 34:
== Gebäude und Bewohner ==
== Gebäude und Bewohner ==
=== Leibzucht===  
=== Leibzucht===  
1601 wohnen in der Leibzucht de olde Velemoller und Thale seine Frau, die arm sind.<ref name="Jellinghaus">Jellinghaus, Hermann (1924): '''Nachrichten über Dörfer und Bauernhöfe um Osnabrück''', J. G. Kisling Verlag, Osnabrück.</ref>
1601 wohnen in der Leibzucht de olde Velemoller und Thale seine Frau, die arm sind.<ref name="Jellinghaus">Jellinghaus, Hermann (1924): '''Nachrichten über Dörfer und Bauernhöfe um Osnabrück''', J. G. Kisling Verlag, Osnabrück.</ref>  
Das Wallenhorster Kontributionsregister erwähnt für November 1650 samt Folgemonaten Veltmollers Leibzucht.<ref name="NLA OS Rep 100 Abschnitt 88, Nr. 27"> Niedersächsisches Landesarchiv Osnabrück: '''Schatz- und Kontributionsregister der Kirchspiele Rulle und Wallenhorst, 1628 - 1653''', als [http://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v56993 Digitalisat] bei Arcinsys</ref>
 
In der Leibzucht ist zu Zeiten der ersten Volkszählung im Fürstbistum Osnabrück 1772 der Sagenschneider Henrich Klumpe mit seiner Familie einquartiert.
In der Leibzucht ist zu Zeiten der ersten Volkszählung im Fürstbistum Osnabrück 1772 der Sagenschneider Henrich Klumpe mit seiner Familie einquartiert.



Version vom 25. Januar 2021, 10:58 Uhr

Übersicht

Anschrift:                  
Alte Anschrift:               
Heutiger Eigentümer:        Bohnenkemper (1961)
Heutige Nutzung:     
Namensformen:               Feltmoller, tho Veltmoller, Velemoller, Veltmolner, Veltmolen, Veltmöller
Namensursprung:             
Weitere Hofnamen:           
Erste Erwähnung:            1388
Früherer Hofstatus:         Vollerbe, dem Domkapitel hörig. 
Koordinaten N/O:

Entwicklungsgeschichte

Spätmittelalter

Ein Benne van Veltmolen kommt im Jahre 1388 vor.

Frühe Neuzeit

Reformation und Glaubensspaltung

Im Jahre 1507 verpflichteten sich die Hollager Markgenossen, darunter Cord tor Veltmolen, 12 Fuder Holz zugunsten der Armenstiftung des Engelbert von Langen zu schlagen.[1] Im Jahre 1540 bewohnen ein Veltmolner und seine Frau mit drei Diensten den Hof.[2] Bei der Viehzählung 1557 wird eine Tepe tor Veltmolen als Hofbesitzer erwähnt;[2] 1561 heißt er dann Tepe tho Veltmoller.[3]

1601 bewirtschaften dann Christopherer und Trine Velemoller mit seiner Steffmoder Thale, der Magd Gerdrut und dem Schäfer Ludeke den Hof.[2]

Während des Dänisch-niedersächsischer Krieges hielt der schon 1625 vom protestantischen Rat der Stadt Osnabrück gewählte katholische Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg die Stadt 1628 unter Belagerung. Nach seinem Einzug erzwang er die Aufnahme einer Besatzung von 1.600 Mann und begann den Bau der Petersburg als Verteidigungsanlage.[4] Zur Finanzierung verlangte er von der Stadt eine wöchentliche Kontributionszahlung von 3.000 Reichstalern, die von den Vögten eingetrieben wurden. Die Belastungen für die Höfe im Kirchspiel Wallenhorst waren also sehr hoch und viele dürfen in dieser Zeit als mehr oder weniger verarmt gelten. Im Kontributionsregister für die Wochen ab September 1628 zahlt Velitmoller für 9 von 12 Wochen und darf daher als eingeschränkt zahlungsfähig gelten.[5] Trotz der relativ guten Zahlungsmoral findet sich aber in der Akte der Vermerk discussus, so dass wohl die Abäußerung zu erwarten war. Für die Zeit zwischen dem 9. Dezember 1628 und Ostern 1629 (15. April) leistete Veldtmoller für die ersten 6 dieser 18 Wochen seine Zahlungen, und darf daher für diesen Zeitraum als eingeschränkt zahlungsfähig gelten.[5] Auch hier findet sich der Vermerk "discussus kan nicht mehr". Für die Zeit ab Ostern 1629 hatten Vollerben sieben Schillinge zu zahlen und für die folgenden 55 Wochen zahlte Veldtmoller halb, wobei das Erbe weiterhin als discussus vermerkt ist.[6]


Am 5. Oktober 1630 wurden in der Vogtei Wallenhorst 28 "schutzen" gemustert, darunter Everdtt Veltmoller - es ist unklar , ob er zu dieser Zeit auf dem Hof wohnte (wohl aber möglich) - er trägt aber den Hofnamen.[4]

Am 31. März 1652, Ostersonntag, nahmen Der Feltmoller, seine Ehefrau, seine Mutter und der Knecht Johan an der Osterkommunion in der Alten St. Alexander-Kirche teil. [7] Zudem nahmen auch Johan in Feltmollers Bachus und dessen Ehefrau an der Osterkommunion teil.[7]

Aufklärung

Im Jahre 1772 war Feltmöller dem Domkapitel hörig. Im Rahmen der Landvermessung des Fürstbistums Osnabrück durch Johann Wilhelm duPlat 1784-1790 wurde das Vollerbe mit 24 Maltern, 2 Scheffeln und 35 Qudratruthen vermessen, was einer Fläche von 34,15 Hektar entspricht.[8]

Gebäude und Bewohner

Leibzucht

1601 wohnen in der Leibzucht de olde Velemoller und Thale seine Frau, die arm sind.[2] Das Wallenhorster Kontributionsregister erwähnt für November 1650 samt Folgemonaten Veltmollers Leibzucht.[6]

In der Leibzucht ist zu Zeiten der ersten Volkszählung im Fürstbistum Osnabrück 1772 der Sagenschneider Henrich Klumpe mit seiner Familie einquartiert.

Kotten

Nach der Befreiung von den napoleonischen Truppen wurde im Kirchspiel Wallenhorst eine Armenkommission zur effektiveren Unterstützung der Armen eingerichtet.[9] Aus den in Kollekten gesammelten Mitteln wird 1817 den in Feltmöllers Kotten wohnenden Eheleuten Heinrich Meyer eine Unterstützung bewilligt.

Backhaus

Im Backhaus lebten im März 1652 ein gewisser Johan und dessen Ehefrau.[7]

Viehstand

  • 1557: 4 Kühe, 3 Rinder, 20 Schweine, 3 Pferde.[2]
  • 1561: 3 Schafe, 3 Schweine.[3]

Ahnengalerie

Quellen

  1. NLA OS Dep. 3 a 2 Nr. 648 a
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Jellinghaus, Hermann (1924): Nachrichten über Dörfer und Bauernhöfe um Osnabrück, J. G. Kisling Verlag, Osnabrück.
  3. 3,0 3,1 Albers, Andreas (2016): Ein Viehschatzregister aus dem Jahre 1561, in: Bürgerverein Wallenhorst e.V. (Hrsg.), Wallenhorster Geschichten, Band 3, S. 27-33, Druckhaus Bergmann GmbH, 2016, ISBN 978-3-9815941-2-6.
  4. 4,0 4,1 Joseph, Martin (1998): Die Vogtei Wallenhorst im Dreißigjährigen Krieg: 1618-1648 Ereignisse, Folgen und Auswirkungen des Westfälischen Friedens, Hrsg. Gemeinde Wallenhorst, Steinbacher Druck, Osnabrück. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „30jähriger Krieg“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  5. 5,0 5,1 Niedersächsisches Landesarchiv Osnabrück: Diverse Schatz- und Kontributionssachen 1628-1703, Wallenhorst 1628/29 ab Bl. 18, NLA OS Rep 100 Abschnitt 88 Nr. 31 als Digitalisat bei Arcinsys Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „NLA OS Rep 100 Abschnitt 88, Nr. 31“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  6. 6,0 6,1 Niedersächsisches Landesarchiv Osnabrück: Schatz- und Kontributionsregister der Kirchspiele Rulle und Wallenhorst, 1628 - 1653, als Digitalisat bei Arcinsys
  7. 7,0 7,1 7,2 NLA OS Rep 100/188/7 Vol. II (1652): Volkszählung in der Diözese Osnabrück mit besonderer Berücksichtigung der Konfession - Dekanate Fürstenau, Grönenberg, Iburg (Kirchspiel Oesede), Osnabrück und Vörden, S. 97-101.
  8. Pott, Josef (2000): Die Landwirtschaft in der Hollager Mark. in: Arbeitskreis 750 Jahre Hollage (Hrsg): Hollage - so wie es ist und war. Weser-Ems-Informationen Verlagsgesellschaft mbH, Osnabrück.
  9. Albers, Andreas (2016): Von den Armen und Armenjägern in: Arbeitsgemeinschaft für die Geschichte der Gemeinde Wallenhorst (Hrsg): Wallenhorst: Ortsgeschichte in Schlaglichtern. Druckhaus Bergmann, Osnabrück, ISBN 978-3-9815941-6-4.