Kietz (Siedlung): Unterschied zwischen den Versionen

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* [[Kietz]] = Ableitung von  slawisch „chyča“ =  Hütte, Haus
* [[Kietz]] = Ableitung von  slawisch „chyča“ =  Hütte, Haus
** Slawische Dienstsiedlung im Schutz einer Burg, rechtlich von der später entstehenden deutschen Siedlung (Dorf, Stadt) bis in die Neuzeit getrennt. <ref> '''Quelle:''' Deutsches Rechtswörterbuch (DRW) </ref>
** Slawische Dienstsiedlung im Schutz einer Burg, rechtlich von der später entstehenden deutschen Siedlung (Dorf, Stadt) bis in die Neuzeit getrennt. <ref> '''Quelle:''' Deutsches Rechtswörterbuch (DRW) </ref>. So in [[Schwedt (Oder)|Schwedt]]im 12. Jhdt. neben dem [[Kietz (Siedlung)|Kietz]] die pommersche Burg zum Schutz des Oderübergangs.
** Früher soviel wie Slawenvorstadt. Die seit dem 12. Jahrh. in die rechtselbischen Gebiete einwandernden Deutschen gründeten an verschiedenen Stellen neben den slawischen Ansiedelungen deutsche Stadtgemeinden mit eigner Verwaltung und Gerichtsbarkeit. Die slawische Bevölkerung hatte daran keinen Anteil, sondern bildete, in ihrem alten Dorfe sitzen-. bleibend, eine selbständige Vorortgemeinde zu der deutschen Stadt. Hier erhielt sich lange slawisches Leben, und da die Kietzer an Bildung, Wohlstand und Rechten den deutschen Städtern nachstanden, so erhielt der Name [[Kietz (Siedlung)|Kietz]] einen spöttischen Beigeschmack, und noch heute werden dürftige und entlegene Vorstadtgegenden scherzweise [[Kietz (Siedlung)|Kietz]] genannt. <ref> '''Quelle:''' Meyers Großes Konversationslexikon (6. Auflage, 1905–1909)</ref>
** Früher soviel wie Slawenvorstadt. Die seit dem 12. Jahrh. in die rechtselbischen Gebiete einwandernden Deutschen gründeten an verschiedenen Stellen neben den slawischen Ansiedelungen deutsche Stadtgemeinden mit eigner Verwaltung und Gerichtsbarkeit. Die slawische Bevölkerung hatte daran keinen Anteil, sondern bildete, in ihrem alten Dorfe sitzen-. bleibend, eine selbständige Vorortgemeinde zu der deutschen Stadt. Hier erhielt sich lange slawisches Leben, und da die Kietzer an Bildung, Wohlstand und Rechten den deutschen Städtern nachstanden, so erhielt der Name [[Kietz (Siedlung)|Kietz]] einen spöttischen Beigeschmack, und noch heute werden dürftige und entlegene Vorstadtgegenden scherzweise [[Kietz (Siedlung)|Kietz]] genannt. <ref> '''Quelle:''' Meyers Großes Konversationslexikon (6. Auflage, 1905–1909)</ref>



Version vom 15. Februar 2021, 14:07 Uhr

Vorlage:Begriffserklärungshinweis

  • Kietz = Ableitung von slawisch „chyča“ = Hütte, Haus
    • Slawische Dienstsiedlung im Schutz einer Burg, rechtlich von der später entstehenden deutschen Siedlung (Dorf, Stadt) bis in die Neuzeit getrennt. [1]. So in Schwedtim 12. Jhdt. neben dem Kietz die pommersche Burg zum Schutz des Oderübergangs.
    • Früher soviel wie Slawenvorstadt. Die seit dem 12. Jahrh. in die rechtselbischen Gebiete einwandernden Deutschen gründeten an verschiedenen Stellen neben den slawischen Ansiedelungen deutsche Stadtgemeinden mit eigner Verwaltung und Gerichtsbarkeit. Die slawische Bevölkerung hatte daran keinen Anteil, sondern bildete, in ihrem alten Dorfe sitzen-. bleibend, eine selbständige Vorortgemeinde zu der deutschen Stadt. Hier erhielt sich lange slawisches Leben, und da die Kietzer an Bildung, Wohlstand und Rechten den deutschen Städtern nachstanden, so erhielt der Name Kietz einen spöttischen Beigeschmack, und noch heute werden dürftige und entlegene Vorstadtgegenden scherzweise Kietz genannt. [2]

Fußnoten

  1. Quelle: Deutsches Rechtswörterbuch (DRW)
  2. Quelle: Meyers Großes Konversationslexikon (6. Auflage, 1905–1909)