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Zur Bedeutung führt Jünemann aus, dass ''Fiestel'' sich von Viselo herleite und daher ''Rinnsal'' bedeutet.<ref name="Jünemann">Jünemann, Kurt (1980): ''Aus der Geschichte von Wallenhorst'' in: Heimatbund Osnabrücker Land e.V. (Hrsg), '''Wallenhorst: Eine Neubildung aus vier alten Gemeinden''', Druckerei Pfotenhauer, Ankum, S. 26-45.</ref> | Zur Bedeutung führt Jünemann aus, dass ''Fiestel'' sich von Viselo herleite und daher ''Rinnsal'' bedeutet.<ref name="Jünemann">Jünemann, Kurt (1980): ''Aus der Geschichte von Wallenhorst'' in: Heimatbund Osnabrücker Land e.V. (Hrsg), '''Wallenhorst: Eine Neubildung aus vier alten Gemeinden''', Druckerei Pfotenhauer, Ankum, S. 26-45.</ref> | ||
Nach anderer Deutung durch Baader ergäbe sich in etwa ''unangenehm riechender Wald'', da in wortgeschichtlicher Hinsicht der Name wahrscheinlich ins mittelniederdeutsche gehört. Dort bedeutet visthus = „Abtritt“ und die zweite Silbe „le“ bildet das Grundwort und ist aus älterem loh = "Wald, Hain" verkürzt worden.<ref name=""> | Nach anderer Deutung durch Baader ergäbe sich in etwa ''unangenehm riechender Wald'', da in wortgeschichtlicher Hinsicht der Name wahrscheinlich ins mittelniederdeutsche gehört. Dort bedeutet visthus = „Abtritt“ und die zweite Silbe „le“ bildet das Grundwort und ist aus älterem loh = "Wald, Hain" verkürzt worden.<ref name="">Baader, Theodor, zitiert via: Hollager Hof, Makuru (2021): [https://hollager-hof.de/fiestel-ein-ortsteil-von-hollage/ Fiestel - ein Ortsteil von Hollage], Zugriff am 15.12.2021.</ref> Baader führt aus, dass sich diese Bezeichnung also auf einen Ort beziehen könnte, wo ein [[Abdecker]] seinen Beruf ausübte. | ||
== Kirchliche Einteilung/Zugehörigkeit == | == Kirchliche Einteilung/Zugehörigkeit == | ||
Version vom 15. Dezember 2021, 19:38 Uhr
Hierarchie
Regional > Bundesrepublik Deutschland > Niedersachsen > Landkreis Osnabrück > Wallenhorst > Hollage > Fiestel
Einleitung
Fiestel ist eine Bauerschaft im heutigen Wallenhorster Ortsteil Hollage. Sie liegt nördlich des Hollager Berges.
Geschichte
Die Bauerschaft Fiestel wird zunächst als Personenname im Hochmittelalter erwähnt.
- Wichmannus de Visle ist 1182 Zeuge eines das Kloster Oesede betreffenden Rechtsgeschäftes.[1]
- Johannes de Visle wird 1216 als Zeuge genannt und ein Jahr später als Vormund der Kinder seines Bruders Berthold.[1]
Als Ortsname wird der Ort Fiestel im Einkünfteverzeichnis des Osnabrücker Dompropstes Lentfried um 1200 erwähnt.[1]
In der Bauerschaft Fiestel hat sich der heutige Ortskern von Hollage ausgebildet, so dass die Bauerschaft Fiestel durch moderne Bebauung fast vollständig unkenntlich gemacht worden ist. Auch der Name Fiestel ist im alltäglichen Sprachgebrauch der Einwohner der Gemeinde und des Ortsteils verschwunden, nur die Fiesteler Straße weist noch auf die alte Bauerschaft hin. Der Name der Bauerschaft findet sich allerdings in zahlreichen Archivarien und Kirchenbüchern.
Bedeutung und Schreibweise
Die Bezeichnung dieser Bauernschaft hatte im Laufe der Jahrhunderte wechselnde Schreibweisen, so unter anderem Visle, Vystell, Pfiestel und natürlich Fiestel. Die älteren Ortsnamenbelege verwenden die Lautformen Vysle und Vrislo (mittelalterliche Lehnbücher der Bischöfe von Osnabrück zu 1350 ff.) aber auch 1424—37 Vyssle.
Zur Bedeutung führt Jünemann aus, dass Fiestel sich von Viselo herleite und daher Rinnsal bedeutet.[2]
Nach anderer Deutung durch Baader ergäbe sich in etwa unangenehm riechender Wald, da in wortgeschichtlicher Hinsicht der Name wahrscheinlich ins mittelniederdeutsche gehört. Dort bedeutet visthus = „Abtritt“ und die zweite Silbe „le“ bildet das Grundwort und ist aus älterem loh = "Wald, Hain" verkürzt worden.[3] Baader führt aus, dass sich diese Bezeichnung also auf einen Ort beziehen könnte, wo ein Abdecker seinen Beruf ausübte.
Kirchliche Einteilung/Zugehörigkeit
Die Bauerschaft Fiestel war eine Bauerschaft im Kirchspiel Wallenhorst. Die Einwohner gingen daher auch in Wallenhorst zur Kirche. Für Zwecke der Geschichts- und Ahnenforschung wird daher auf die Artikel zu Hollage und Wallenhorst verwiesen.
Höfe in der Bauerschaft
Als Wohnplatz bzw. Bauerschaft bestand Fiestel aus dem
- Vollerbe Bergmann,
- Vollerbe Remme zu Fiestel,
- Vollerbe Witte und
- Vollerbe Wulftange, sowie dem
- Erbkötter Schlüter.
Es gibt Hinweise darauf, dass auch der Erbkötter Brankamp seinen Ursprung in Fiestel hatte.
Lage und Bewirtschaftungsflächen
Der Remmen-Esch gilt als älteste Ackerflur der Fiesteler Höfe. Von den Höfen, die ursprünglich zwischen Fürstenauer Weg und der jetzigen Egbersstraße die Urbesiedlung von Visle bildeten, erreichte man die Ackerflur des Remmen-Esch über den Weg, der heute als Fiesteler Straße bekannt ist. Die Landvermessung durch Johann Wilhelm Du Plat von 1784 bis 1790 dokumentiert, dass der Remmen-Esch damals an der heutigen Ziegeleistraße endete. Dort begann die gemeine Mark, also der frei verfügbaren Boden, dessen Nutzung genossenschaftlich geregelt war. Die Mark wurde in der Zeit ab dem 13. Jahrhundert durch Erbkötter besiedelt, später wurden in der freien Mark Markkötterstellen vergeben.
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Albers, Andreas (2016): Die ältesten Nachrichten, in: Arbeitsgemeinschaft für die Geschichte der Gemeinde Wallenhorst (Hrsg): Wallenhorst: Ortsgeschichte in Schlaglichtern. Druckhaus Bergmann, Osnabrück, ISBN 978-3-9815941-6-4.
- ↑ Jünemann, Kurt (1980): Aus der Geschichte von Wallenhorst in: Heimatbund Osnabrücker Land e.V. (Hrsg), Wallenhorst: Eine Neubildung aus vier alten Gemeinden, Druckerei Pfotenhauer, Ankum, S. 26-45.
- ↑ Baader, Theodor, zitiert via: Hollager Hof, Makuru (2021): Fiestel - ein Ortsteil von Hollage, Zugriff am 15.12.2021.
Daten aus dem Geschichtlichen Ortsverzeichnis
| GOV-Kennung | FIETELJO32XI | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Name |
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| Typ |
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| Postleitzahl |
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| Karte |
TK25: 3613 |
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| Zugehörigkeit | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Übergeordnete Objekte |
Hollage (- 1972-06-30) ( Gemeinde) Wallenhorst (1972-07-01 -) ( Gemeinde) |
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| Untergeordnete Objekte |
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