Hode: Unterschied zwischen den Versionen

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Somit bot die Mitgliedschaft in einer der Hoden Schutz davor, dass der Landesherr das ''jus occupand exuvias'' ausüben konnte.
Somit bot die Mitgliedschaft in einer der Hoden Schutz davor, dass der Landesherr das ''jus occupand exuvias'' ausüben konnte.
== Die Hoden ==
=== Die landesherrliche Hode===
Die landesherrliche Hode war identisch mit der früheren Ministerialität. Das vom Erblanddrosten ausgeübte Recht der Ausstellung von Hodebriefen (=Schutzbriefe für Freie zur Aufnahme in die landesherrliche Hode) steht daher mit dem Vorsitz der [[Fürstbistum_Osnabrück/Landstände/Osnabrücker_Ritterschaft|Osnabrücker Ritterschaft]] in engem Zusammenhang.


==Hodebuch des Domkapitels ==
==Hodebuch des Domkapitels ==

Version vom 3. März 2022, 22:20 Uhr

Begriff

Das Idioticon Osnabrugense definiert den Begiff Hode zunächst einfach als Schutz[1], und verweist auf den Begriff Biesterfrei. Dort finden sich dann in Bezug auf die Hode folgende Ausführungen:

Osnabrück ist, wie man glaubt, seit Carls des Großen Zeiten in fünf Hoden eingetheilet. Wer zu keiner gehöret, ist bysterfrey, und der Landesherr hat das jus occupandi exuvias, wenn ein solcher stirbt. Weil man sich für wenige Schillinge in eine Hode kaufen kan: so folgt von selbst, daß die Bysterfreyen arme Leute seyn müssen, weil sie nicht einmal im Stande sind, sich einzukaufen.

Somit bot die Mitgliedschaft in einer der Hoden Schutz davor, dass der Landesherr das jus occupand exuvias ausüben konnte.

Die Hoden

Die landesherrliche Hode

Die landesherrliche Hode war identisch mit der früheren Ministerialität. Das vom Erblanddrosten ausgeübte Recht der Ausstellung von Hodebriefen (=Schutzbriefe für Freie zur Aufnahme in die landesherrliche Hode) steht daher mit dem Vorsitz der Osnabrücker Ritterschaft in engem Zusammenhang.

Hodebuch des Domkapitels

Die eingenommenen Hodegelder des Domkapitels Osnabrück wurden vom Domdechanten im Hodebuch geführt. Es galt: Pro Memoria: Wan sich einer in die Hode einschreiben laßet, gibt er einen halben Thaler und jährlich waß er beym Einschreiben anlobet. Wan sich einer Auslösen oder Ausschreiben lassen will, muß solches gleichfalß mit Betzahlung eines halben Thalers geschehen.

Die vom Domkapitel eingenommenen Hodegelder sind für die Jahre 1670-1799 überliefert und gliedern sich nach den Kirchspielen (die Zahlen in Klammern geben die Seitenzahl im Digitalist des NLA OS, Rep 100, Abschnitt 57 Nr. 2 (siehe unten) wieder):

  • Ankum (S. 5, S. 95)
  • Alfhausen, (S. 30)
  • Ahlendorf (S. 32, S. 102 (Oldendorf))
  • Badbergen (S. 25, S. 92)
  • Belm (S. 55)
  • Berge (S. 67)
  • Bersenbrück (S. 80, S. 117)
  • Bippen (S. 62, S. 100)
  • Bohmte (S. 86)
  • Bramsche (S. 44, auch S. 64 für Anna von der Barlage, S. 107)
  • Brockhausen (S. 70)
  • Damme (S. 85)
  • Engter (S. 13, S. 98)
  • Essen (S. 69, S. 118)
  • Gerde (S. 68, S. 114)
  • Gütersloh (S. 83, S. 116)
  • Hagen am Teutoburger Wald (S. 66)
  • Hunteburg (S. 59, S. 112)
  • Menslage (S. 35, S. 103)
  • Merzen (S. 61)
  • Neuenkirchen bei Melle (S. 65)
  • Neuenkirchen im Hülsen (S. 57, auch ab S. 72 und S. 97, S. 115)
  • Neuenkirchen Vörden (S. 63)
  • Ostercappeln (S. 19, S. 101 (Cappeln))
  • Rulle (S. 87)
  • St. Katharinen (Osnabrück-Stadt) (S. 71)
  • St. Petrus Dom (S. 82)
  • Venne (S. 49, S. 109)
  • Vinte (S. 74)
  • Wallenhorst (S. 52)
  • Wimmer (S. 54)

Historische Quellen

Niedersächsisches Landesarchiv Osnabrück

Archivalie Bezeichnung Zeitraum Link zum Digitalisat
NLA OS, Rep 100, Abschnitt 57 Nr. 1 Hode-Sachen des Amts Fürstenau 1639 - 1659 Digitalisat
NLA OS, Rep 100, Abschnitt 57 Nr. 2 Einnahme an Hodegeld beim Domkapitel 1670 - 1699 Digitalisat
NLA OS, Rep 100, Abschnitt 57 Nr. 3 Nachlass des zu Amsterdam hodelos verstorbenen minderjährigen Feldmann aus Ankum und die Bitte der Badberger schatzpflichtigen Freien um die Deklaration, sie nicht für biesterfrei zu halten, wenngleich sie keiner Hode angehören 1768 - 1771 Digitalisat
NLA OS, Rep 100, Abschnitt 57 Nr. 4 Frage ob der Besitzer eines steuerbaren Erbkottens ohne Gefahr der Verbiesterung die Entschreibung in eine Hode unterlassen kann 1790 - 1790 Digitalisat
NLA OS, Rep 100, Abschnitt 57 Nr. 5 Antrag der Landstände, die Hode-Gerechtigkeit und das Verbiestern der Hodepflichtigen aufzuheben 1803-1803 Digitalisat
NLA OS, Rep 100, Abschnitt 57 Nr. 6 Einverleibung der Kapitular-Hodegerechtigkeit in die Amtshode. Enthält auch: Hode-Gerechtigkeit des vormaligen Klosters Iburg 1803-1806 Digitalisat

Diözesanarchiv Osnabrück

  • BAOS U1 1494 Mai 17: 1494 Mai 17. Vor dem osnabrücker Stadtrichter Willike Thysinck wird ein Tauschvertrag abgeschlossen zwischen den Eheleuten Stadtkämerer Berent und Engele Grube, sowie ihren Söhnen Johannes, Canonikus an St. Johann, und Anthonys einer- und dem Domkapitel beziehungsweise dem Besitzer der Hode Riemsloh Johannes van Leden anderseits. Die letztere erhält Vyncken Erbe zu Halen und die genannten Eheleute dafür Eggerdincghes Erbe zu Atter beide im Kirchspiel Wersen. Zeugen: Herman van Horne und Hinrick Horst. Original Pergament, mit Siegelbruchstück an Pergamentstreifen.

Literatur

Verweise

  1. Johann Christoph Strodtmann: Idioticon Osnabrugense, Kortensche Buchhandlung, Leipzig und Altona, 1756.