Holztransporte auf der Lippe: Unterschied zwischen den Versionen

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==Lippehölzer==
[[Bild: Hammerschmiede02.jpg|thumb|350px|'''Hölzerne Nockenwelle für den Hammerantrieb''' <br/> LWL-Freilichtmuseum Hagen ]]
[[Bild: Hammerschmiede02.jpg|thumb|350px|'''Hölzerne Nockenwelle für den Hammerantrieb''' <br/> LWL-Freilichtmuseum Hagen ]]
==Lippehölzer==
===Lippezoll auf Masten ([[Haus Ostendorf]])===
===Lippezoll auf Masten ([[Haus Ostendorf]])===
* Beispiel 30.04.1715 Pennekamp<ref>Catalogus communiocantium, Haltern 1683: Jobst Pennekampff  uxor eius Catharina Hueckß: filius Henrich Pennekampff 19 Jahre alt; filia Judith Pennekampff 21  Jahre alt</ref> mit 10 Masten und 1 Schiff herkommen, jede Mast ad 3 Stüber, facit und zahlt 45 Stüber
* IImportbeispiel 30.04.1715 Pennekamp<ref>Catalogus communiocantium, Haltern 1683: Jobst Pennekampff  uxor eius Catharina Hueckß: filius Henrich Pennekampff 19 Jahre alt; filia Judith Pennekampff 21  Jahre alt</ref> mit 10 Masten und 1 Schiff herkommen, jede Mast ad 3 Stüber, facit und zahlt 45 Stüber
* Beispiel 29.06.1715 Herman Niwindt<ref>Catalogus communiocantium, Haltern 1683:  Johan Niewindt , Anna Leve conjugis:  filius Herman Niewindt 25 Jahre alt; filia Catharina  24 Jahre alt </ref> mit 21 Masten herkommen dhavon zahlt 1 Rt 3 Stüber, derselbe mit 1 Schiff und einige Dannenbretter herkommen, dhavon zahlt 24 Stüber <ref>'''Quelle:''' [[Designation der Eigenbehörigen und Ländereien des Hauses Ostendorf]]</ref>
* Impoertbeispiel 29.06.1715 Herman Niwindt<ref>Catalogus communiocantium, Haltern 1683:  Johan Niewindt , Anna Leve conjugis:  filius Herman Niewindt 25 Jahre alt; filia Catharina  24 Jahre alt </ref> mit 21 Masten herkommen dhavon zahlt 1 Rt 3 Stüber, derselbe mit 1 Schiff und einige Dannenbretter herkommen, dhavon zahlt 24 Stüber <ref>'''Quelle:''' [[Designation der Eigenbehörigen und Ländereien des Hauses Ostendorf]]</ref>
 
===Wegegeld auf Floßtafeln ([[Haltern am See|Stadt Haltern]])===
* Exportbeispiel: Am  22.01.1659 von 1 Holzteil (Floßtafel), so die Lippe hinunter abgeht: 8 Stüber


===Kiefernholz als Holländerholz und Masten===
===Import von Kiefernholz in Form von Masten===
Unter Kiefernholz, niederdeutsch „Dannenholt“ genannt, kennen wir auch das sogenannte  Holländerholz, Stämme von 60 bis 80 [[Fuß]] Länge und einer Stärke  von 10 bis 18 [[Zoll]]; welche wegen ihres Schaftes im Schiffbau  gute und große Masten ergaben.  Von daher kannte man sie auch als Mastkiefern oder Masten.  
Unter Kiefernholz, niederdeutsch „Dannenholt“ genannt, kennen wir auch das sogenannte  Holländerholz, Stämme von 60 bis 80 [[Fuß]] Länge und einer Stärke  von 10 bis 18 [[Zoll]]; welche wegen ihres Schaftes im Schiffbau  gute und große Masten ergaben.  Von daher kannte man sie auch als Mastkiefern oder Masten.  


Diese Holzart wurde  nicht nur im Schiffbau  zu Kielen verarbeitet und bei der Herstellung unterschiedlicher Boote und Kähne ([[Nachen (Lippe)|Nachen]], [[Schnigge (Lippe)|Schniggen]] oder Achen) eingesetzt. Ansonsten  ergab nämlich die Kiefer  in Ermangelung  von Eichen, im beginnenden Industriezeitalter gute Wellbäume oder [[Sensenhammer (Handwerk)|Hammerwellen]], auch sonst noch stabile Sägeblöcke bei der Herstellung von  Balken, Bohlen, Pfosten und Dielen. Die Baumstämme der Kiefer auch kurze Ständer, Säulen, Bänder, Einzugbalken, Riegel, Schwellen, und sonstige starke Pfähle bei den unterschiedlichen  Gebäuden und im Bergbau.  
Diese Holzart wurde  nicht nur im Schiffbau  zu Kielen verarbeitet und bei der Herstellung unterschiedlicher Boote und Kähne ([[Nachen (Lippe)|Nachen]], [[Schnigge (Lippe)|Schniggen]] oder Achen) eingesetzt. Ansonsten  ergab nämlich die Kiefer  in Ermangelung  von Eichen, im beginnenden Industriezeitalter gute Spindeln, Wellbäume oder [[Sensenhammer (Handwerk)|Hammerwellen]], auch sonst noch stabile Sägeblöcke bei der Herstellung von  Balken, Bohlen, Pfosten und Dielen. Die Baumstämme der Kiefer auch kurze Ständer, Säulen, Bänder, Einzugbalken, Riegel, Schwellen, und sonstige starke Pfähle bei den unterschiedlichen  Gebäuden und im Bergbau.  


Genutzt werden konnte das Kiefernholz  bei der Anfertigung von Pumpenstangen, zu hölzernen Bedeckungen  von Schiffbrücken, zu Wassertrögen oder zu Wasser- und Brunnenröhren. Benötigt wurden die Hölzer aber auch im Mühlenwesen als Antriebsachsen zur Kraftübertragung, so beispielsweise in [[Ölmühle (Mühle)|Ölmühlen]] bei der Gewinnung von Speiseöl in einer [[Rossmühle]]:''''
Genutzt werden konnte das Kiefernholz  bei der Anfertigung von Pumpenstangen, zu hölzernen Bedeckungen  von Schiffbrücken, zu Wassertrögen oder zu Wasser- und Brunnenröhren. Benötigt wurden die Hölzer aber auch im Mühlenwesen als Antriebsachsen (Wellen) zur Kraftübertragung, so beispielsweise in [[Ölmühle (Mühle)|Ölmühlen]] bei der Gewinnung von Speiseöl in einer [[Rossmühle]]:'
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Aktuelle Version vom 16. Mai 2022, 15:11 Uhr

Holztransporte auf der Lippe:In Ermangelung der im und vor dem Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648, erfolgten massiven Abholzung von für die Mast wichtigen Fruchtbäumen (Eichen, Buchen) beidseits der Lippe, wurden verstärkt Kieferngehölze, niederdeutsch „Dannenholt“ eingeführt. Ohne die Lippelogistik zum ortsnahen Einsatz, bei beginnender Industriealisierung, wären diese Hölzer wohl kaum transportabel gewesen.

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Pumpenmacher bei Anfertigung eines hölzernem Rohr- oder Pumpenstocks
Quelle: Verbeeldingen van Ambachten (1694) Joh. u. Caspaars Luiken

Regional > Bundesrepublik Deutschland > Nordrhein-Westfalen >

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Portal:Westfalen-Lippe > Westfalen (Landschaft) > Lippe (Fluss) > Holztransporte auf der Lippe

Lippehölzer

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Hölzerne Nockenwelle für den Hammerantrieb
LWL-Freilichtmuseum Hagen

Lippezoll auf Masten (Haus Ostendorf)

  • IImportbeispiel 30.04.1715 Pennekamp[1] mit 10 Masten und 1 Schiff herkommen, jede Mast ad 3 Stüber, facit und zahlt 45 Stüber
  • Impoertbeispiel 29.06.1715 Herman Niwindt[2] mit 21 Masten herkommen dhavon zahlt 1 Rt 3 Stüber, derselbe mit 1 Schiff und einige Dannenbretter herkommen, dhavon zahlt 24 Stüber [3]

Wegegeld auf Floßtafeln (Stadt Haltern)

  • Exportbeispiel: Am 22.01.1659 von 1 Holzteil (Floßtafel), so die Lippe hinunter abgeht: 8 Stüber

Import von Kiefernholz in Form von Masten

Unter Kiefernholz, niederdeutsch „Dannenholt“ genannt, kennen wir auch das sogenannte Holländerholz, Stämme von 60 bis 80 Fuß Länge und einer Stärke von 10 bis 18 Zoll; welche wegen ihres Schaftes im Schiffbau gute und große Masten ergaben. Von daher kannte man sie auch als Mastkiefern oder Masten.

Diese Holzart wurde nicht nur im Schiffbau zu Kielen verarbeitet und bei der Herstellung unterschiedlicher Boote und Kähne (Nachen, Schniggen oder Achen) eingesetzt. Ansonsten ergab nämlich die Kiefer in Ermangelung von Eichen, im beginnenden Industriezeitalter gute Spindeln, Wellbäume oder Hammerwellen, auch sonst noch stabile Sägeblöcke bei der Herstellung von Balken, Bohlen, Pfosten und Dielen. Die Baumstämme der Kiefer auch kurze Ständer, Säulen, Bänder, Einzugbalken, Riegel, Schwellen, und sonstige starke Pfähle bei den unterschiedlichen Gebäuden und im Bergbau.

Genutzt werden konnte das Kiefernholz bei der Anfertigung von Pumpenstangen, zu hölzernen Bedeckungen von Schiffbrücken, zu Wassertrögen oder zu Wasser- und Brunnenröhren. Benötigt wurden die Hölzer aber auch im Mühlenwesen als Antriebsachsen (Wellen) zur Kraftübertragung, so beispielsweise in Ölmühlen bei der Gewinnung von Speiseöl in einer Rossmühle:'

Literatur

  • Stratmann: Bodo: Lippe als Wasserstrasse, Krummhölzer, Schniggen und Floßwesen im 17. Jahrhundert (Dortmund, 5/2022)

Fußnoten

  1. Catalogus communiocantium, Haltern 1683: Jobst Pennekampff uxor eius Catharina Hueckß: filius Henrich Pennekampff 19 Jahre alt; filia Judith Pennekampff 21 Jahre alt
  2. Catalogus communiocantium, Haltern 1683: Johan Niewindt , Anna Leve conjugis: filius Herman Niewindt 25 Jahre alt; filia Catharina 24 Jahre alt
  3. Quelle: Designation der Eigenbehörigen und Ländereien des Hauses Ostendorf

Weblinks

Zeitlich, regionale Begrifflichkeit

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