Minge (Ort): Unterschied zwischen den Versionen

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
K (Bot: Text im Abschnitt Familienprivat-/Zufallsfunde bzw. Forscherkontakte durch Vorlage ersetzen)
 
(25 dazwischenliegende Versionen von 4 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 20: Zeile 20:
::::__TOC__
::::__TOC__
|
|
:::[[Image: Minge Ansicht2.JPG|thumb|520 px|<Center>Blick über den Minge-Fluss auf die Häuser von '''Minge'''</Center>]]
:::[[Image: Minge Ansicht2.JPG|thumb|550 px|<Center>Blick über den Minge-Fluss auf die Häuser von '''Minge''' (1994)</Center>]]
|}
|}
<br>
<br>
== Einleitung ==
== Einleitung ==
[[Image: Minge Fischerhaus.JPG|thumb|430 px|<Center>Hof eines Fischerhauses in '''Minge'''</Center>]]
[[Image: Minge Fischerhaus.JPG|thumb|400 px|<Center>Hof eines Fischerhauses in '''Minge''' (1994)</Center>]]
'''Minge''' (''Sprich'': Minje), Kreis Heydekrug, Ostpreußen
'''Minge''' (''Sprich'': Minje), Kreis Heydekrug, Ostpreußen


[[Augiliszke]] war ein Kleinstort westlich von Minge gelegen<ref>Urmesstischblatt von 1860</ref>. Vermutlich handelte es sich um ein einzelnes Gehöft, das nur vorübergehend existierte. Bisher liegen dazu jedoch keine hinreichenden Quellen vor.  
*[[Augiliszke]] war ein Kleinstort westlich von Minge gelegen<ref>Urmesstischblatt von 1860</ref>. Vermutlich handelte es sich um ein einzelnes Gehöft, das nur vorübergehend existierte. Bisher liegen dazu jedoch keine hinreichenden Quellen vor.  
 
*[[Minge Krug]] war ein Erbfreihof im Kreis Memel und wurde am 18. April 1896 mit [[Prökuls]] vereinigt.
[[Minge Krug]] war ein Erbfreihof im Kreis Memel und wurde am 18. April 1896 mit [[Prökuls]] vereinigt.




===Name===
===Name===
====Andere Namen und Schreibweisen====
====Andere Namen und Schreibweisen====
*n. 1750 [[Minnge]], lit. [[Mine]]<ref>Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)</ref>
*n. 1750 [[Minnge]], lit. [[Mine]]<ref>Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)</ref>
*[[Minne]]<ref>Schroetterkarte (1796-1802), Maßstab 1:50&#8239;000</ref>
*[[Minne]]<ref>Schroetterkarte (1796-1802), Maßstab 1:50&#8239;000</ref>
*Lit. Name: [[Minė]]<ref>GOV: http://gov.genealogy.net/</ref>
*Lit. Name: [[Minė (Ort)|Minė]]<ref>[https://www.epaveldas.lt/vbspi/biRecord.do?biExemplarId=74615 Amtsblatt des Memelgebietes vom 01.09.1923]</ref>
 


====Namensdeutung====
====Namensdeutung====
[[Image: Minge Inschrift.jpg|thumb|430 px|<Center>Deutsche Inschrift an einem Backsteinhaus in '''Minge'''</Center>]]
Der Name weist auf ausgedehnte Sümpfe.
Der Name weist auf ausgedehnte Sümpfe.
*kurisch '''"maina"''' und litauisch '''"minija"''' = Sumpf
*kurisch '''"maina"''' und litauisch '''"minija"''' = Sumpf
<br style="clear:both;" />


=== Allgemeine Information ===
=== Allgemeine Information ===
[[Image: Minge Inschrift.jpg|thumb|400 px|<Center>Deutsche Inschrift an einem Backsteinhaus in '''Minge''' (1994)</Center>]]
*1785 melirtes Dorf, 1919 Landgemeinde<ref>Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920</ref>
*1785 melirtes Dorf, 1919 Landgemeinde<ref>Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920</ref>
*Dorf, zu beiden Seiten der [[Minge (Fluss)|Minge]], 11,5 km westlich von [[Heydekrug]], 1939: 205 Einwohner, gegründet vor 1540, Fischerdorf, Wagenfähre über die [[Minge (Fluss)|Minge]]<ref>Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)</ref>
*Dorf, zu beiden Seiten der [[Minge (Fluss)|Minge]], 11,5 km westlich von [[Heydekrug]], 1939: 205 Einwohner, gegründet vor 1540, Fischerdorf, Wagenfähre über die [[Minge (Fluss)|Minge]]<ref>Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)</ref>
Zeile 63: Zeile 63:
|Im Norden: ||[[Königl. Wald]]
|Im Norden: ||[[Königl. Wald]]
|}
|}
Quelle:<ref> Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Hubenzahl 1719, Buch Nr. 3, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962</ref>
<ref> Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Hubenzahl 1719, Buch Nr. 3, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962</ref>
<br style="clear:both;" />


== Politische Einteilung ==  
== Politische Einteilung ==  
[[Bild: Dorfansichten2.jpg|thumb|350 px|Aus dem Memeler Dampfboot]]
[[Bild: Dorfansichten2.jpg|thumb|260 px|Aus dem Memeler Dampfboot]]
'''1785''' gehörte '''{{PAGENAME}}''' zum [[Amt Ruß]].<ref>Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920</ref><br>  
'''1785''' gehörte '''{{PAGENAME}}''' zum [[Amt Ruß]].<ref>Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920</ref><br>  
'''1940''' ist '''{{PAGENAME}}''' Gemeinde und Dorf.
'''1939''' ist '''{{PAGENAME}}''' Gemeinde und Dorf.{{MLRefAmtsblatt2}}
 


== Kirchliche Zugehörigkeit ==
== Kirchliche Zugehörigkeit ==
=== Evangelische Kirche ===
=== Evangelische Kirche ===
{{PAGENAME}} gehörte '''1912''' zum Kirchspiel [[Kinten (Kr.Heydekrug)|Kinten]].
{{PAGENAME}} gehörte '''1912''' zum Kirchspiel [[Kinten (Kr.Heydekrug)|Kinten]].
=== Katholische Kirche ===
=== Katholische Kirche ===
{{PAGENAME}} gehörte '''1907''' zum katholischen Kirchspiel [[Szibben]].
{{PAGENAME}} gehörte '''1907''' zum katholischen Kirchspiel [[Szibben]].
<!--=== Andere Glaubensgemeinschaften === -->
===Friedhof===
Hans-Jürgen Wertens schrieb 2014:


<!--=== Andere Glaubensgemeinschaften === -->
Der Friedhof ist unter anderem ein Ziel von Touristen, die bei den Schiffseignern im Hafen von Nidden eine Memeldelta-Fahrt gebucht haben.
 
Ein Ziel ist das Dorf Minge mit seinem Friedhof und ein einfaches Essen (Fischsuppe u. Bratwürstchen mit Brot). Gesamte Dauer der Schifffahrt waren ca. 6 Stunden und kostete 120 Lt.
 
Deswegen wird wahrscheinlich der Friedhof einigermaßen, durch den neuen Zaun und durch das Kurzhalten der Wildkräuter, Bäume und Büsche, ansehnlich gemacht. Von wem?
 
Dennoch sind die üblichen Verwüstungen, wie überall auf unseren memelländischen Friedhöfen, nicht zu übersehen.
Mehrere Versionen über die Täter hörte ich immer wieder:
 
1. Die Russen nach dem Krieg,<br>
2. übermütige Jugendliche und<br>  
3. Altmetallsammler in den Jahrzehnten.


==Friedhof==
Oft sind die Namensplatten aus emaillierten Metallplatten und aus schwarzem Glas/Keramik, die in den Betonsockel eingelassen wurden, zerstört. Alte schwere Gußmetallkreuze um 1900 haben auf anderen Friedhöfen den Verwüstungen standgehalten und die Schriften sind gut lesbar, wenn man das Moos entfernt.<br>
[[Bild: 2.jpg|thumb|350 px|]]
Hans - Jürgen Wertens schrieb:<br>
Der Friedhof ist unter anderem ein Ziel von Touristen, die bei den Schiffseignern im Hafen von Nidden eine Memeldelta-Fahrt gebucht haben. <br>Ein Ziel ist das Dorf Minge mit seinem Friedhof und ein einfaches Essen (Fischsuppe und Bratwürstchen mit
Brot).<br>Gesamte Dauer der Schifffahrt waren ca. 6 Stunden und kostete 120
Lt. <br>Deswegen wird wahrscheinlich der Friedhof einigermaßen, durch den neuen Zaun und durch das Kurzhalten der Wildkräuter, Bäume und Büsche, ansehnlich gemacht. Von wem? <br>Dennoch sind die üblichen Verwüstungen, wie überall auf unseren memelländischen Friedhöfen, nicht zu übersehen.
Mehrere Versionen über die Täter hörte ich immer wieder: <br>1. Die Russen
nach dem Krieg, <br>2. übermütige Jugendliche und <br>3. Altmetallsammler in den
Jahrzehnten.<br>
Oft sind die Namensplatten aus emaillierten Metallplatten und aus  
schwarzem Glas/Keramik, die in den Betonsockel eingelassen wurden,  
zerstört. Alte schwere Gußmetallkreuze um 1900 haben auf anderen  
Friedhöfen den Verwüstungen standgehalten und die Schriften sind gut  
lesbar, wenn man das Moos entfernt.<br>
Die Grabstellen von 2 Familien werden offensichtlich noch besucht und
gepflegt. Auf einigen Gräbern waren Kunstblumen und die Hüllen von
Opferkerzen zu sehen. Ein Gedenken/Gebet oder eine Tat vom Touristenbüro?


Die folgenden Fotos sind vom Friedhof und wurden 2014 von Hans - Jürgen Wertens aufgenommen, der sie hier freundlicherweise zur Verfügung stellt.
Die Grabstellen von 2 Familien werden offensichtlich noch besucht und gepflegt. Auf einigen Gräbern waren Kunstblumen und die Hüllen von Opferkerzen zu sehen. Ein Gedenken/Gebet oder eine Tat vom Touristenbüro?
<br style="clear:both;"/>
====Lage====
{|
|[[image:Friedhof Minge2 MTB0693.jpg|thumb|left|400px|Lage des Friedhofs in Minge im Messtischblatt]]
|[[image:Dorfplan Minge Touristeninfo 2015.JPG|thumb|left|349px|Dorfplan Minge auf einer Touristen-Informationstafel:<br>unten links eingezeichnet: Kapinės (Friedhof) ''(Foto 2015)'']]
|}
<br style="clear:both;"/>


====Fotos====
Die folgenden Fotos wurden 2014 von Hans-Jürgen Wertens aufgenommen und zur Verfügung gestellt.
<gallery>
<gallery>
Bild:Minge_Marie_Kreutz.jpg|; Kreutz, Marie
Bild:Minge_Marie_Kreutz.jpg|; Kreutz, Marie
Zeile 108: Zeile 116:
Bild:Minge_Wieberneit_Martin.jpg|; Wieberneit, Martin
Bild:Minge_Wieberneit_Martin.jpg|; Wieberneit, Martin
</gallery>
</gallery>
<br>
Diese Fotos wurden im November 2020 von Kestutis Zdanevicius gemacht und freundlicherweise von ihm zur Verfügung gestellt.
<gallery>
Bild:FH_Minge_1.jpg|
Bild:FH_Minge_2.jpg|
Bild:FH_Minge_3.jpg|
Bild:FH_Minge_4.jpg|
Bild:FH_Minge_5.jpg|
Bild:FH_Minge_6.jpg|WIEBERNEIT Reinhardt
Bild:FH_Minge_7.jpg|Martin WIEBERNEIT *1887
Bild:FH_Minge_8.jpg|
Bild:FH_Minge_9.jpg|Auguste MALLWITZ 1893-1957 und Karilis MALLWITZ 1874-1933
Bild:FH_Minge_10.jpg|Adolf SCHUKIES 1914-1932
Bild:FH_Minge_11.jpg|Anna SCHUKIES 1879-1956
Bild:FH_Minge_12.jpg|David SCHUKIES 1888-1958
Bild:FH_Minge_13.jpg|Marie KREUTZ 1869-1936
Bild:FH_Minge_14.jpg|
</gallery>


== Standesamt ==
== Standesamt ==
[[Bild: Minge vor 1945.JPG|thumb|350 px|Tafel am Haus von Irmchen Schukies (2009)]]
{{PAGENAME}} gehörte '''1907''' zum Standesamt [[Kinten (Kr.Heydekrug)|Kinten]].
{{PAGENAME}} gehörte '''1907''' zum Standesamt [[Kinten (Kr.Heydekrug)|Kinten]].




== [[Bild: Icon Literatur.jpg|50 px]] Geschichte ==  
== [[Bild: Bewohner.png|50 px]] Bewohner ==
Minge an der Minge wird als das Venedig unter den Delta-Dörfern bezeichnet. Die Häuser stehen auf beiden Seiten des Flusses, der als Straße des Ortes gilt. Mit dem Boot kommen "''die Kinder zur Schule, der Arzt zum Kranken, die Männer zum Krug''". In wenigen Minuten erreicht man das Haff, den Ruß-Strom und den [[König-Wilhelm-Kanal]], der 1863 zwischen [[Schmelz (Kr.Memel)|Schmelz]] und der Minge begonnnen und 1873 vollendet wurde.
[[Bild: Minge vor 1945.JPG|thumb|250 px|Tafel am Haus von Irmchen Schukies (2009)]]


Seit 1736 gab es in Minge eine Schule. Das Fischerei-Polizeiwesen wurde 1844 neu geordnet, und so erhielt auch Minge einen Fischmeister, dem die Fischerschulzen und die örtliche Fischereipolizei im Revier [[Feilenhof]] unterstanden. <ref>Kurschat, Heinrich A.: Das Buch vom Memelland, Siebert Oldenburg 1968</ref>
*'''[[{{PAGENAME}}/Bewohner|Bewohner von {{PAGENAME}} auf einer eigenen Seite]]'''
 
<br>
== [[Bild: Bewohner.png|50 px]] Bewohner ==
*'''1601''': Fischmeister  '''Nickel Jagenteuffel''' erhält das Schankwerk, aber ohne Land gegen 10 Mk. Zins.  
*'''1601''': Fischmeister  '''Nickel Jagenteuffel''' erhält das Schankwerk, aber ohne Land gegen 10 Mk. Zins.  
*'''26.11.1613''': Die Erben von Nickel Jagenteuffel erhalten die Bestätigung zu kulmischen Rechten.
*'''26.11.1613''': Die Erben von Nickel Jagenteuffel erhalten die Bestätigung zu kulmischen Rechten.
Zeile 125: Zeile 150:
*'''1700''': Der Krug wird nach gerichtlicher Klage den Erben von  '''Christoph Grube''' zugesprochen, da eine Schuld von 300 Fl. nicht zurückgezahlt werden konnte.
*'''1700''': Der Krug wird nach gerichtlicher Klage den Erben von  '''Christoph Grube''' zugesprochen, da eine Schuld von 300 Fl. nicht zurückgezahlt werden konnte.
*'''20.1.1701''': Der königliche Untertan (Bauer) '''Jurgis Waitschus''' kauft den Krug für 510 Fl. Quelle:<ref>Sembritzki, Geschichte des Kreises Heydekrug, 1920, S. 70 f.</ref>
*'''20.1.1701''': Der königliche Untertan (Bauer) '''Jurgis Waitschus''' kauft den Krug für 510 Fl. Quelle:<ref>Sembritzki, Geschichte des Kreises Heydekrug, 1920, S. 70 f.</ref>
*'''18.6.1712''': Es verkauft die Witwe '''Annusche Glutzen''' (Glutzene), Ehefrau des verstorbenen Schultzen '''Michel Glutzen''', den Krug in Minge an '''Johann Hamburg''' für 480 Fl. poln. Beim Verkauf am 18.6.1712, bestätigt am 2.7.1712,  wird sie von ihrem Sohn '''David Glutzen''' (Glutzis) begleitet. Quelle:<ref>Privilegienschriften, Mormonenfilm Nr. 1187077, DGS Nr. 8270830, S. 130 (148) ff.</ref>
*'''1719''': Minge, ein cöllmischer Wasser Kruge, gehört dem '''Johann Hamburger'''. Quelle:<ref>Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Special Protocoll 1719, Buch Nr. 2, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962</ref>
<br style="clear:both;" />


*'''1719''': Minge, ein cöllmischer Wasser Kruge, gehört dem '''Johann Hamburger'''. Quelle:<ref>Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Special Protocoll 1719, Buch Nr. 2, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962</ref>
==Schule==
{{PAGENAME}} hatte eine Schule.
===Fotos der ehemaligen Schule===
'''2021'''<br>
{|
|[[image:Minge Schule1.jpg|thumb|left|330px|<center>2021 ©KestucioZ.Fotografija<center/>]]
|[[image:Minge Schule2.jpg|thumb|left|330px|<center>2021 ©KestucioZ.Fotografija<center/>]]
|[[image:Minge Schule3.jpg|thumb|left|330px|<center>2021 ©KestucioZ.Fotografija<center/>]]
|}
Diese Bilder wurden freundlicherweise von Kęstutis Zdanevičius zur Verfügung gestellt.
 
 
== [[Bild: Icon Literatur.jpg|50 px]] Geschichte == 
Minge an der Minge wird als das Venedig unter den Delta-Dörfern bezeichnet. Die Häuser stehen auf beiden Seiten des Flusses, der als Straße des Ortes gilt. Mit dem Boot kommen "''die Kinder zur Schule, der Arzt zum Kranken, die Männer zum Krug''". In wenigen Minuten erreicht man das Haff, den Ruß-Strom und den [[König-Wilhelm-Kanal]], der 1863 zwischen [[Schmelz (Kr.Memel)|Schmelz]] und der Minge begonnnen und 1873 vollendet wurde.  


*[[{{PAGENAME}}/Bewohner|Bewohner von {{PAGENAME}}]]
Seit 1736 gab es in Minge eine Schule. Das Fischerei-Polizeiwesen wurde 1844 neu geordnet, und so erhielt auch Minge einen Fischmeister, dem die Fischerschulzen und die örtliche Fischereipolizei im Revier [[Feilenhof]] unterstanden. <ref>Kurschat, Heinrich A.: Das Buch vom Memelland, Siebert Oldenburg 1968</ref>


<!--== Geschichte ==-->
<!--== Geschichte ==-->
Zeile 153: Zeile 194:
<!-- === Bibliotheken === -->
<!-- === Bibliotheken === -->
<br style="clear:both;" />
<br style="clear:both;" />
<!-- == Verschiedenes == -->
== Verschiedenes ==  
== Karten ==
===Fotos 2015===
<gallery>
image:Minge01 2015.JPG
image:Minge02 2015.JPG
image:Minge03 2015.JPG
image:Minge04 2015.JPG
image:Minge05 2015.JPG
image:Minge06 2015.JPG
image:Minge07 2015.JPG
image:Minge08 2015.JPG
image:Minge09 2015.JPG
image:Minge10 2015.JPG
image:Minge11 2015.JPG
image:Minge12 2015.JPG
image:Minge13 2015.JPG
image:Minge14 2015.JPG
image:Minge15 2015.JPG
image:Minge16 2015.JPG
image:Minge17 2015.JPG
image:Minge18 2015.JPG
image:Minge19 2015.JPG
image:Minge20 2015.JPG|Die Fischsuppe für die Ausflügler köchelt.
image:Minge21 2015.JPG|Die Suppe wird ausgegeben.
image:Minge22 2015.JPG|Schmeckt lecker!
image:Minge23 2015.JPG
image:Minge24 2015.JPG
</gallery>
 
 
=== Karten ===
[[Bild: Windenburghaffküsteklein.jpg|thumb|430 px|Siehe '''Minge''' auf der Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160000]]
[[Bild: Windenburghaffküsteklein.jpg|thumb|430 px|Siehe '''Minge''' auf der Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160000]]
[[Bild:Minge_SCHK006.jpg|thumb|left|430 px|Minge auf der Schroetterkarte (1796-1802) 1:50 000<br /><small>© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz</small>]]
[[Bild:Minge_SCHK006.jpg|thumb|left|430 px|Minge auf der Schroetterkarte (1796-1802) 1:50 000<br /><small>© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz</small>]]
Zeile 163: Zeile 233:
<!--[[Bild:Augiliszke_URMTB028_1860.jpg|thumb|430px|left|Augiliszke westl. von Minge im Preußischen Urmesstischblatt 1860<br> © Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz]]-->
<!--[[Bild:Augiliszke_URMTB028_1860.jpg|thumb|430px|left|Augiliszke westl. von Minge im Preußischen Urmesstischblatt 1860<br> © Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz]]-->
[[Bild:Minge_MTB0693_Minge.jpg|thumb|430 px|left|Minge im Messtischblatt 0693 Minge (1911) mit den Gemeindegrenzen von 1938<br><small>© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie</small>]]
[[Bild:Minge_MTB0693_Minge.jpg|thumb|430 px|left|Minge im Messtischblatt 0693 Minge (1911) mit den Gemeindegrenzen von 1938<br><small>© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie</small>]]
[[Bild: 2.jpg|thumb|430 px|]]
<br style="clear:both;" />
<br style="clear:both;" />
<!-- === Regionale Verlage und Buchhändler === -->
<!-- === Regionale Verlage und Buchhändler === -->
Zeile 173: Zeile 244:
<!-- === Genealogische Internetseiten === -->
<!-- === Genealogische Internetseiten === -->
<!-- === Weitere Internetseiten === -->
<!-- === Weitere Internetseiten === -->
<!--==Zufallsfunde==
<!--==Zufallsfunde==
Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man ''[[Zufallsfunde]]''. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über [[toter Punkt|tote Punkte]] in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.-->
{{Einleitung Zufallsfunde}}-->


==Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis==
==Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis==
Zeile 190: Zeile 260:
[[Kategorie: Schulort im Kreis Heydekrug]]
[[Kategorie: Schulort im Kreis Heydekrug]]
[[Kategorie:Ort im Kirchspiel Kinten]]
[[Kategorie:Ort im Kirchspiel Kinten]]
[[Kategorie:Friedhof im Memelland]]

Aktuelle Version vom 6. Januar 2024, 11:13 Uhr

Bitte beachten Sie auch die Datensammlung aller bisher erfassten Personen aus dem Memelland
Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden

M i n g e

Fischerdorf bei Heydekrug
M e m e l l a n d, Ostpreußen
______________________________________________________

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden


Hierarchie


Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden
Blick über den Minge-Fluss auf die Häuser von Minge (1994)


Einleitung

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden
Hof eines Fischerhauses in Minge (1994)

Minge (Sprich: Minje), Kreis Heydekrug, Ostpreußen

  • Augiliszke war ein Kleinstort westlich von Minge gelegen[1]. Vermutlich handelte es sich um ein einzelnes Gehöft, das nur vorübergehend existierte. Bisher liegen dazu jedoch keine hinreichenden Quellen vor.
  • Minge Krug war ein Erbfreihof im Kreis Memel und wurde am 18. April 1896 mit Prökuls vereinigt.


Name

Andere Namen und Schreibweisen

Namensdeutung

Der Name weist auf ausgedehnte Sümpfe.

  • kurisch "maina" und litauisch "minija" = Sumpf



Allgemeine Information

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden
Deutsche Inschrift an einem Backsteinhaus in Minge (1994)
  • 1785 melirtes Dorf, 1919 Landgemeinde[5]
  • Dorf, zu beiden Seiten der Minge, 11,5 km westlich von Heydekrug, 1939: 205 Einwohner, gegründet vor 1540, Fischerdorf, Wagenfähre über die Minge[6]

Angrenzende Orte

An das königl. Fischerdorf Minge angrenzende Orte
Im Osten: Kraker Ohrt
Im Süden: mit dem Grossen Lanck
Im Westen: Stephen Kuhr
Im Norden: Königl. Wald

[7]

Politische Einteilung

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden
Aus dem Memeler Dampfboot

1785 gehörte Minge (Ort) zum Amt Ruß.[8]
1939 ist Minge (Ort) Gemeinde und Dorf.[9]


Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Minge (Ort) gehörte 1912 zum Kirchspiel Kinten.

Katholische Kirche

Minge (Ort) gehörte 1907 zum katholischen Kirchspiel Szibben.

Friedhof

Hans-Jürgen Wertens schrieb 2014:

Der Friedhof ist unter anderem ein Ziel von Touristen, die bei den Schiffseignern im Hafen von Nidden eine Memeldelta-Fahrt gebucht haben.

Ein Ziel ist das Dorf Minge mit seinem Friedhof und ein einfaches Essen (Fischsuppe u. Bratwürstchen mit Brot). Gesamte Dauer der Schifffahrt waren ca. 6 Stunden und kostete 120 Lt.

Deswegen wird wahrscheinlich der Friedhof einigermaßen, durch den neuen Zaun und durch das Kurzhalten der Wildkräuter, Bäume und Büsche, ansehnlich gemacht. Von wem?

Dennoch sind die üblichen Verwüstungen, wie überall auf unseren memelländischen Friedhöfen, nicht zu übersehen.

Mehrere Versionen über die Täter hörte ich immer wieder:

1. Die Russen nach dem Krieg,
2. übermütige Jugendliche und
3. Altmetallsammler in den Jahrzehnten.

Oft sind die Namensplatten aus emaillierten Metallplatten und aus schwarzem Glas/Keramik, die in den Betonsockel eingelassen wurden, zerstört. Alte schwere Gußmetallkreuze um 1900 haben auf anderen Friedhöfen den Verwüstungen standgehalten und die Schriften sind gut lesbar, wenn man das Moos entfernt.

Die Grabstellen von 2 Familien werden offensichtlich noch besucht und gepflegt. Auf einigen Gräbern waren Kunstblumen und die Hüllen von Opferkerzen zu sehen. Ein Gedenken/Gebet oder eine Tat vom Touristenbüro?

Lage

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden
Lage des Friedhofs in Minge im Messtischblatt
Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden
Dorfplan Minge auf einer Touristen-Informationstafel:
unten links eingezeichnet: Kapinės (Friedhof) (Foto 2015)


Fotos

Die folgenden Fotos wurden 2014 von Hans-Jürgen Wertens aufgenommen und zur Verfügung gestellt.


Diese Fotos wurden im November 2020 von Kestutis Zdanevicius gemacht und freundlicherweise von ihm zur Verfügung gestellt.


Standesamt

Minge (Ort) gehörte 1907 zum Standesamt Kinten.


Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden
Bewohner

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden
Tafel am Haus von Irmchen Schukies (2009)


  • 1601: Fischmeister Nickel Jagenteuffel erhält das Schankwerk, aber ohne Land gegen 10 Mk. Zins.
  • 26.11.1613: Die Erben von Nickel Jagenteuffel erhalten die Bestätigung zu kulmischen Rechten.
  • 4.12.1623: Martin Krause (Kruse oder Kruß) erhält ebenfalls eine Kruggerechtigkeit in Minge zu kulmischen Rechten gegen 60 Mk. Kaufgeld und Krugzins (Zapfengeld) von 6 Mk. Er vererbt den Krug an seinen Sohn Ruprecht Krause. Joachim Kraus oder Kruß, auch Cruse, hat die Witwe Catharina Jagenteuffel geheiratet und den Krug übernommen; also wohl beide Krüge in einer Hand vereinigt, da im 18 Jhdt. nur ein Krüger erwähnt wird.
  • 1700: Der Krug wird nach gerichtlicher Klage den Erben von Christoph Grube zugesprochen, da eine Schuld von 300 Fl. nicht zurückgezahlt werden konnte.
  • 20.1.1701: Der königliche Untertan (Bauer) Jurgis Waitschus kauft den Krug für 510 Fl. Quelle:[10]
  • 18.6.1712: Es verkauft die Witwe Annusche Glutzen (Glutzene), Ehefrau des verstorbenen Schultzen Michel Glutzen, den Krug in Minge an Johann Hamburg für 480 Fl. poln. Beim Verkauf am 18.6.1712, bestätigt am 2.7.1712, wird sie von ihrem Sohn David Glutzen (Glutzis) begleitet. Quelle:[11]
  • 1719: Minge, ein cöllmischer Wasser Kruge, gehört dem Johann Hamburger. Quelle:[12]


Schule

Minge (Ort) hatte eine Schule.

Fotos der ehemaligen Schule

2021

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden
2021 ©KestucioZ.Fotografija
Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden
2021 ©KestucioZ.Fotografija
Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden
2021 ©KestucioZ.Fotografija

Diese Bilder wurden freundlicherweise von Kęstutis Zdanevičius zur Verfügung gestellt.


Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden
Geschichte

Minge an der Minge wird als das Venedig unter den Delta-Dörfern bezeichnet. Die Häuser stehen auf beiden Seiten des Flusses, der als Straße des Ortes gilt. Mit dem Boot kommen "die Kinder zur Schule, der Arzt zum Kranken, die Männer zum Krug". In wenigen Minuten erreicht man das Haff, den Ruß-Strom und den König-Wilhelm-Kanal, der 1863 zwischen Schmelz und der Minge begonnnen und 1873 vollendet wurde.

Seit 1736 gab es in Minge eine Schule. Das Fischerei-Polizeiwesen wurde 1844 neu geordnet, und so erhielt auch Minge einen Fischmeister, dem die Fischerschulzen und die örtliche Fischereipolizei im Revier Feilenhof unterstanden. [13]


Genealogische Quellen


Verschiedenes

Fotos 2015


Karten

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden
Siehe Minge auf der Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160000
Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden
Minge auf der Schroetterkarte (1796-1802) 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz


Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden
Minge und Augiliszke im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden
Minge und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden
Minge im Messtischblatt 0693 Minge (1911) mit den Gemeindegrenzen von 1938
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei nicht vorhanden


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung MINNGEKL01PG
Name
  • Minge Quelle (${p.language})
  • Minija
  • Minė (1923) Quelle Seite 1090 (${p.language})
Typ
  • Wohnplatz
w-Nummer
  • 66131
externe Kennung
  • geonames:596930
Karte
   

TK25: 0693

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Minge, Minė ( LandgemeindeGemeinde) Quelle

Kintų seniūnija, Kintai (1995 -) ( Gemeindebezirk)

Szibben (Hl. Kreuz), Heydekrug, Heydekrug (Hl. Kreuz), Žibai, Šilutė (1907) ( Pfarrei) Quelle

Kinten (1907) ( Kirchspiel) Quelle

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum

Quellen

  1. Urmesstischblatt von 1860
  2. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  3. Schroetterkarte (1796-1802), Maßstab 1:50 000
  4. Amtsblatt des Memelgebietes vom 01.09.1923
  5. Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920
  6. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  7. Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Hubenzahl 1719, Buch Nr. 3, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962
  8. Sembritzki, Johannes u. Bittens, Arthur: Geschichte des Kreises Heydekrug, Memel 1920
  9. Amtsblatt Gumbinnen 1939: Neugliederung der Gemeinden und Gutsbezirke im ehemaligen Memelland ab 1. Mai 1939, S. 64ff,
    http://www.memelland-adm.de/Archiv/13 Verwaltungsbezirke/index.htm
  10. Sembritzki, Geschichte des Kreises Heydekrug, 1920, S. 70 f.
  11. Privilegienschriften, Mormonenfilm Nr. 1187077, DGS Nr. 8270830, S. 130 (148) ff.
  12. Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Special Protocoll 1719, Buch Nr. 2, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962
  13. Kurschat, Heinrich A.: Das Buch vom Memelland, Siebert Oldenburg 1968