Alt-Reichenau: Unterschied zwischen den Versionen

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== Beschreibung aus dem Adressbuch Kreis Jauer 1911 ==
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{{Begriffsklärungshinweis|Altreichenau|Altreichenau}}
'''Hierarchie'''</br>
Ab 1945: [[Portal:Regionale Forschung|Regional]] > [[Polen]] > Stare Bogaczowice<br/>
1934-1945: [[Portal:Regionale Forschung|Regional]] > [[Deutsches Reich]] > [[Preußen]] > [[Schlesien|Provinz Schlesien]] > [[Regierungsbezirk Breslau]] > [[Landkreis Waldenburg]] > {{PAGENAME}}
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== Einleitung ==
Alt-Reichenau lag im [[Landkreis Jauer]] im [[Regierungsbezirk Liegnitz]] und wurde mit Wirkung vom 29. März 1934 dem [[Landkreis Waldenburg]] im [[Regierungsbezirk Breslau]] angegliedert.
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=== Wappen ===
[[Bild:Wappen_Ort_Musterort_Kreis_Musterkreis.png]]
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=== Allgemeine Information ===
Folgendes aus der Beschreibung aus dem Adressbuch Landkreis Jauer 1911:
==== Geographische Lage ====
Alt-Reichenau liegt 340 bis 400 Meter über dem Meere, am Nordabhange des Sattelwaldes in landschaftlich hervorragend schöner Gegend, eingebettet in ein tiefeinschneidendes Tal des Striegauer Wassers – auch „der Ziel“ genannt – zu beiden Seiten der Chaussee [[GOV:LANADTJO80AS|Landeshut]]–Freiburg in Schlesien. Die Chaussee [[GOV:BOLAINJO80BW|Bolkenhain]]–[[Salzbrunn]] durchschneidet das Dorf in seinem unteren Drittel rechtwinklig. Es zieht sich in ziemlich gerader Richtung von Westen nach Osten, beginnend mit dem Kilometerstein 10,6 und endet bei Stein 15,2; seine Gesamtlänge beträgt also 4, 6 km. Nach einer alten Urkunde liegt das Dorf „unter dem Silbergebirge, zwischen kleinen Bergen, an der sogenannten kleinen Straße von Breslau nach Prag in einem Tale“. Im Jahre 1878 wurden mittels Barometer den hiesigen Ort betreffende Messungen vorgenommen. Nach diesen beträgt die Höhe des Dorfteiles um das Kriegerdenkmal „63,44 Meter über dem Amsterdamer Pegel“. Die Höhe des nur 1 ½ Stunden entfernten Sattelwaldes wurde mit 778,16 Metern ermittelt. Also überragt der Sattelwald Alt-Reichenau um 414,72 Meter. Eine herrliche Ahorn- und Eichenallee gibt dem ganzen Ort ein sehr charakteristisches, einzigartiges Gepräge; im Sommer geht es sich angenehm unter ihrem schattenspendenden Baldachin, und im Herbste erfreut sie das Auge durch die goldige Pracht der sich verfärbenden Blätter. Über die Gründung des Dorfes, welches früher Jerichenow hieß, sind keine Angaben vorhanden, und man weiß nur, dass es im Jahre 1352 vom Herzog Bolko II. von [[GOV:SCHITZJO80FT|Schweidnitz]] dem Cisterzienser-Orden zu Grüssau geschenkt wurde. Zu Alt-Reichenau gehören noch 2 Kolonien, die nördlich gelegene Krähen- und die südlich gelegene Mühldörfel genannt, beide in romantischer Gegend. Fruchtbarer Boden begünstigt die in hoher Blüte stehende Landwirtschaft. Der Anbau von Samenklee, Gerste und Weizen hat sich für unsern Ort als besonders lohnend erwiesen. Der Ort zählt etwa 60 große Bauerngüter.


1828 Einwohner, davon 848 männliche, 980 weibliche, 997 evangelisch, 318
==== Behörden und Institute ====
katholisch. Nach der Personenstandsaufnahme vom Oktober 1910 betrug die
1 evangelische Schule, 1 evangelisches Pfarramt, 1 katholische Kirche und eine katholische Kapelle (Annakapelle), 1 katholisches Pfarramt, 2 evangelische Halbtagsschulen, 1 katholische dreiklassige Schule, 1 Schulverbandsvorstand, 1 Amtsvorstand, 1 Gutsvorstand, 1 Gemeindebüro, 1 Standesamt, 1 Schiedsamt, 1
Einwohnerzahl 1889.
Armenverband, 1 Spritzenverband, 1 Kaiserliche Postagentur mit öffentlicher Fernsprechstelle, 1 Annahmestelle der Kreis-Sparkasse, 1 Königliche Oberförsterei, 1 Königliche Forstkasse, 1 Kleinkinderschule, 2 Diakonissenstationen, 1 Apotheke, 1 Brunnenverwaltung.


=== Lage ===
==== Einwohnerentwicklung ====
Alt-Reichenau liegt 340 bis 400 Meter über dem Meere, am Nordabhange des
1828 Einwohner, davon 848 männliche, 980 weibliche, 997 evangelisch, 318 katholisch. Nach der Personenstandsaufnahme vom Oktober 1910 betrug die Einwohnerzahl 1889.
Sattelwaldes in landschaftlich hervorragend schöner Gegend, eingebettet in ein
tiefeinschneidendes Tal des Striegauer Wassers – auch „der Ziel“ genannt – zu
beiden Seiten der Chaussee Landeshut – Freiburg. Die Chaussee [[Bolkenhain]] –
[[Salzbrunn]] durchschneidet das Dorf in seinem unteren Drittel rechtwinklig. Es zieht
sich in ziemlich gerader Richtung von Westen nach Osten, beginnend mit dem
Kilometerstein 10,6 und endet bei Stein 15,2; seine Gesamtlänge beträgt also 4, 6 km.
Nach einer alten Urkunde liegt das Dorf „unter dem Silbergebirge, zwischen kleinen
Bergen, an der sogenannten kleinen Straße von Breslau nach Prag in einem Tale“. Im
Jahre 1878 wurden mittels Barometer den hiesigen Ort betreffende Messungen
vorgenommen. Nach diesen beträgt die Höhe des Dorfteiles um das Kriegerdenkmal
„63,44 Meter über dem Amsterdamer Pegel“. Die Höhe des nur 1 ½ Stunden
entfernten Sattelwaldes wurde mit 778,16 Metern ermittelt. Also überragt der
Sattelwald Alt-Reichenau um 414,72 Meter. Eine herrliche Ahorn- und Eichenallee
gibt dem ganzen Ort ein sehr charakteristisches, einzigartiges Gepräge; im Sommer
geht es sich angenehm unter ihrem schattenspendenden Baldachin, und im Herbste
erfreut sie das Auge durch die goldige Pracht der sich verfärbenden Blätter. Über die
Gründung des Dorfes, welches früher Jerichenow hieß, sind keine Angaben
vorhanden, und man weiß nur, dass es im Jahre 1352 vom Herzog Bolko II. von
Schweidnitz dem Cisterzienser-Orden zu Grüssau geschenkt wurde. Zu Alt-Reichenau gehören noch 2 Kolonien, die nördlich gelegene Krähen- und die südlich gelegene Mühldörfel genannt, beide in romantischer Gegend. Fruchtbarer Boden begünstigt die in hoher Blüte stehende Landwirtschaft. Der Anbau von Samenklee, Gerste und Weizen hat sich für unsern Ort als besonders lohnend erwiesen. Der Ort zählt etwa 60 große Bauerngüter.


=== Verkehrsverhältnisse ===
==== Verkehrsverhältnisse ====
Chausseen: (Die Entfernungen sind immer vom Dorfausgange ab gerechnet.)
Chausseen: (Die Entfernungen sind immer vom Dorfausgange ab gerechnet.)
# nach Bolkenhain (15 km).
# nach [[GOV:BOLAINJO80BW|Bolkenhain]] (15 km)
# nach [[Freiburg (Begriffserklärung)|Freiburg]] (9 km).
# nach [[Freiburg in Schlesien]] (9 km)
# nach [[Hohenfriedeberg]] (8 km).
# nach [[GOV:object_187688|Hohenfriedeberg]] (8 km)
# nach Salzbrunn (6 km).
# nach Salzbrunn (6 km)
# nach [[Landeshut]] (12 km)
# nach [[GOV:LANADTJO80AS|Landeshut]] (12 km)
Alt-Reichenau ist ferner von [[Waldenburg]] 12 km, von Fürstenstein 10 km, von
Alt-Reichenau ist ferner von [[GOV:WALURGJO80DS|Waldenburg in Schlesien]] 12 km, von Fürstenstein 10 km, von [[Striegau]] 19 km und von [[GOV:SCHITZJO80FT|Schweidnitz]] 24 km entfernt.
[[Striegau]] 19 km und von [[Schweidnitz]] 24 km entfernt.


Endstationen der Eisenbahnen sind: Freiburg 11 km, Ruhbank 12 km und Bad
Endstationen der Eisenbahnen sind: Freiburg 11 km, Ruhbank 12 km und [[GOV:object_188092|Bad Salzbrunn]] 6 km. Zwischen [[Freiburg in Schlesien]] und Alt-Reichnau verkehrt eine Fahrpost mit Personenbeförderung, abgehend vom Postamt Freiburg täglich zweimal. Fahrzeit 1 ½ Stunde. In Freiburg und [[GOV:object_188092|Bad Salzbrunn]] sind Wagen am Bahnhof zu haben.
Salzbrunn 6 km. Zwischen Freiburg und Alt-Reichnau verkehrt eine Fahrpost mit
Personenbeförderung, abgehend vom Postamt Freiburg täglich zweimal. Fahrzeit 1
½ Stunde. In Freiburg und Bad Salzbrunn sind Wagen am Bahnhof zu haben.


Post: Wochentags zweimalige, Sonntags einmalige Bestellung. Die Postagentur mit
Post: Wochentags zweimalige, Sonntags einmalige Bestellung. Die Postagentur mit öffentlicher Fernsprechstelle liegt in der Nähe des weithin sichtbaren großen Klostergutes etwas unterhalb der Dorfmitte.
öffentlicher Fernsprechstelle liegt in der Nähe des weithin sichtbaren großen
Klostergutes etwas unterhalb der Dorfmitte.


=== Alt-Reichanau als Bad und Sommerfrische ===
==== Alt-Reichanau als Bad und Sommerfrische ====
Alt-Reichenau gilt jedem Kenner als eine Perle unter den Sommerfrischen des
Alt-Reichenau gilt jedem Kenner als eine Perle unter den Sommerfrischen des Waldenburger Berglandes. Es ist als waldreicher Höhenkurort anzusprechen, zugleich hat aber auch bekanntlich das „Deutsche Bäderbuch“ bearbeitet unter Mitwirkung des Kaiserlichen Gesundheitsamtes, unsern Ort in die Matrikel der Bäder aufgenommen. Am Ort sind nämlich drei Brunnen vorhanden, die St. Annaquelle, der Niederbrunnen und der Mittelbrunnen; erstere beiden sind Eigentum der Gemeinde, verpachtet an die Aktiengesellschaft „Altreichenauer Niederbrunnen und St. Annaquelle, G.m.b.H.“; letztere gehört dem Hausbesitzer Julius Lange hier und ist verpachtet an Fräulein Else Kloß (Vertreter Kaufmann Gruhn) in Freiburg. Alle drei Quellen liegen in der Nähe des Klostergutes am Fuße des Annaberges. Die genannte Aktiengesellschaft hat im Jahre 1909 sowohl die genannte St. Annaquelle als auch den Niederbrunnen neu fassen und beide Mineralquellen einer eingehenden chemischen Analyse durch Herrn Dr. E. Bischoff aus dem öffentlichen chemischen Laboratorium zu Berlin unterziehen lassen. Dr. Bischoff bezeichnet den Niederbrunnen als „Alkalische Quelle“ und die St. Annaquelle als „Alkali-Lithium-Mineralquelle“ oder „Alkalischen Säuerling“. Nach ihm sind beide Quellen vollständig frei von Bakterien, radioaktiv und reich an natürlicher Kohlensäure; sie enthalten nachweislich etwa 12 verschiedene Salze. Dr. Bischoff schreibt ferner:
Waldenburger Berglandes. Es ist als waldreicher Höhenkurort anzusprechen,
zugleich hat aber auch bekanntlich das „Deutsche Bäderbuch“ bearbeitet unter
Mitwirkung des Kaiserlichen Gesundheitsamtes, unsern Ort in die Matrikel der
Bäder aufgenommen. Am Ort sind nämlich drei Brunnen vorhanden, die St.
Annaquelle, der Niederbrunnen und der Mittelbrunnen; erstere beiden sind
Eigentum der Gemeinde, verpachtet an die Aktiengesellschaft „Altreichenauer
Niederbrunnen und St. Annaquelle, G.m.b.H.“; letztere gehört dem Hausbesitzer
Julius Lange hier und ist verpachtet an Fräulein Else Kloß (Vertreter Kaufmann
Gruhn) in Freiburg. Alle drei Quellen liegen in der Nähe des Klostergutes am Fuße
des Annaberges. Die genannte Aktiengesellschaft hat im Jahre 1909 sowohl die
genannte St. Annaquelle als auch den Niederbrunnen neu fassen und beide
Mineralquellen einer eingehenden chemischen Analyse durch Herrn Dr. E. Bischoff
aus dem öffentlichen chemischen Laboratorium zu Berlin unterziehen lassen. Dr.
Bischoff bezeichnet den Niederbrunnen als „Alkalische Quelle“ und die St.
Annaquelle als „Alkali-Lithium-Mineralquelle“ oder „Alkalischen Säuerling“. Nach
ihm sind beide Quellen vollständig frei von Bakterien, radioaktiv und reich an
natürlicher Kohlensäure; sie enthalten nachweislich etwa 12 verschiedene Salze. Dr.
Bischoff schreibt ferner:


„Ich kann nicht umhin, in ähnlicher Weise, wie dies schon bei der Beurteilung der
„Ich kann nicht umhin, in ähnlicher Weise, wie dies schon bei der Beurteilung der einen dieser Quellen durch Herrn Berginspektor Dr. Koßmann geschehen ist, auf die Ähnlichkeit hinzuweisen, welche die Alt-Reichenauer Mineralquellen gegenüber einer Reihe von Brunnen von Salzbrunn zeigen. Von den Salzbrunner Quellen sind namentlich die Kronenquelle und die Marthaquelle nach den bekannt gewordenen Analysen von Herrn Prof. Th. Poleck für die erstere und Herrn Prof. Dr. H. Erdmann für die letztere den Altreichenauer Quellen, sowohl in der Zusammensetzung, wie im Charakter sehr ähnlich. Auch die Luisenquelle von Salzbrunn lässt sich noch in diesen Vergleich hineinziehen. Es liegen in diesen drei genannten Quellen Salzbrunns gleichfalls Mittelstufen zwischen den alkalischen Säuerlingen und den alkalisch-erdigen Säuerlingen vor, wie in der Alt-Reichenauer St. Annaquelle und dem Niederbrunnen. Man wird daher zu Alt-Reichenau mit beiden Quellen im wesentlichen die gleichen Erfolge erzielen, wie sie sich bei den Salzbrunner Quellen ergeben haben. Es ist somit nur dem Wunsche Ausdruck zu geben, dass den beiden Quellen zu Alt-Reichenau und zwar der St. Annaquelle wie auch dem Niederbrunnen sowohl vonseiten der ärztlichen Kreise, wie seitens des heilbedürftigen Publikums diejenige Aufmerksamkeit geschenkt werde, welche diese Quellen in reichem Maße verdienen. Ebenso wie die Quellen am Ort ihrer Entstehung sich erfolgreich für die Heilpraxis bewähren werden, ebenso ist man berechtigt, auch den Genuss derselben als Tafelwasser, sei es direkt, sei es, wenn man mehr Kohlensäure wünscht mit reinster Kohlensäure leicht angesäuert zu empfehlen. Nach beiden Richtungen wird man von den süffigen Schätzen, welche dem auch landschaftlich anmutig gelegenen Alt-Reichenau dem felsigen Untergrund als Mineralwasser entströmen, keine Enttäuschungen erfahren.“
einen dieser Quellen durch Herrn Berginspektor Dr. Koßmann geschehen ist, auf die
Ähnlichkeit hinzuweisen, welche die Alt-Reichenauer Mineralquellen gegenüber
einer Reihe von Brunnen von Salzbrunn zeigen. Von den Salzbrunner Quellen sind
namentlich die Kronenquelle und die Marthaquelle nach den bekannt gewordenen
Analysen von Herrn Prof. Th. Poleck für die erstere und Herrn Prof. Dr. H. Erdmann
für die letztere den Altreichenauer Quellen, sowohl in der Zusammensetzung, wie
im Charakter sehr ähnlich. Auch die Luisenquelle von Salzbrunn lässt sich noch in
diesen Vergleich hineinziehen. Es liegen in diesen drei genannten Quellen
Salzbrunns gleichfalls Mittelstufen zwischen den alkalischen Säuerlingen und den
alkalisch-erdigen Säuerlingen vor, wie in der Alt-Reichenauer St. Annaquelle und
dem Niederbrunnen. Man wird daher zu Alt-Reichenau mit beiden Quellen im
wesentlichen die gleichen Erfolge erzielen, wie sie sich bei den Salzbrunner Quellen
ergeben haben. Es ist somit nur dem Wunsche Ausdruck zu geben, dass den beiden
Quellen zu Alt-Reichenau und zwar der St. Annaquelle wie auch dem
Niederbrunnen sowohl vonseiten der ärztlichen Kreise, wie seitens des
heilbedürftigen Publikums diejenige Aufmerksamkeit geschenkt werde, welche diese
Quellen in reichem Maße verdienen. Ebenso wie die Quellen am Ort ihrer
Entstehung sich erfolgreich für die Heilpraxis bewähren werden, ebenso ist man
berechtigt, auch den Genuss derselben als Tafelwasser, sei es direkt, sei es, wenn
man mehr Kohlensäure wünscht mit reinster Kohlensäure leicht angesäuert zu
empfehlen. Nach beiden Richtungen wird man von den süffigen Schätzen, welche
dem auch landschaftlich anmutig gelegenen Alt-Reichenau dem felsigen Untergrund
als Mineralwasser entströmen, keine Enttäuschungen erfahren.“


Die Alt-Reichenauer St. Annaquelle ist als Natron-Lithion-Säuerling das beste und
Die Alt-Reichenauer St. Annaquelle ist als Natron-Lithion-Säuerling das beste und sicherste Heilmittel bei Erkrankungen des Kehlkopfes, der Lungen und des Magens, bei Nieren- und Blasenleiden und bei Steinbeschwerden; Während der Niederbrunnen, eine alkalische Quelle, ärztlich bei Gicht, Zuckerharnruhr, Blasenund Nierenträgheit empfohlen wird. Der Versand dieser beiden Mineralwässer als diätetisches Tafelgetränk und zu Kurzwecken hat sich im Jahre 1909 auf rund 100.000 Flaschen belaufen. Der Mittelbrunnen wird lediglich als Tafelgetränk unter dem Namen „Reichenauer Salzbrunnen“ versandt. Dieser Versandt erreicht jährlich etwa eine Höhe von 20.000 Flaschen. Die Badeanstalt befindet sich neben der Post und der St. Annaquelle und besteht aus vielen modern eingerichteten Badezellen mit Douche-Vorrichtungen, dem Brunnenhofe und der Trinkhalle. Eröffnung des Bades Mitte Mai, Schluss Ende September. Im Brunnenhause wird Annaquelle und Niederbrunnen glasweise ausgeschenkt und auf Wunsch mit heißer Milch gemischt. Der Arzt wohnt in unmittelbarer Nähe der St. Annaquelle. Mineral-, Kohlensäure-, Kiefernadel-, Moor- oder Schwefelbäder unterstützen und befördern die verschiedenen Kuren. Ganz besonders eignet sich Alt-Reichenau auch für die Erholungsbedürftigen, welche einen „billigen“ Urlaubs- und Ferienaufenthaltsort bevorzugen; denn es bietet an Naturschönheiten wirklich Seltenes. Die Anlagen bei der Annaquelle und die im Eichenhaine am Heinzenberge, sowie die kühlen, schattigen Buchenwälder, im Königlichen Forste mit den romantischen Felspartien, der ozonreichen Luft und ihrer köstlichen Stille müssen allen Sommerfrischlern und Kurgästen ein Jungbrunnen für Leib und Seele werden. Tische und Bänke zum Ausruhen sind überall angebracht. Beeren- und Pilzesucher werden immer reiche Ausbeute haben. Gelegenheit zu nahen Ausflügen bietet unter anderen: der Sattelwald, der schwarze Graben, die Heidelsteine, die Wassersteine, das Bild, die Bismarckhöhe und die Schickenbuche. Entferntere, etwa 6 Stunden in Anspruch nehmende Fußpartien, können nach [[GOV:object_188092|Bad Salzbrunn]], der Wilhelmshöhe, dem Fürstensteiner Grunde, dem Zeiskenschlosse, der Siegeshöhe bei [[GOV:object_187688|Hohenfriedeberg]], der Bolkoburg und der Burg Schweinhaus ausgeführt werden. Als Tagespartien unter Benützung von Fuhrwerk, elektrischer Straßenbahn oder Eisenbahn würden sich der Besuch des Hochwaldes, der Kolbebaude, der Heuscheuer, des Zobtens, der Schneekoppe, des Kapellenberges bei Trautenau, des Schlesiger- und Reimbachtales, sowie der Felsen von Adelsbach und Weckelsdorf empfehlen. Wohnungen für Sommerfrischler zu 6 – 15 Mark die Woche werden von der Brunnenverwaltung jederzeit nachgewiesen.
sicherste Heilmittel bei Erkrankungen des Kehlkopfes, der Lungen und des Magens,
bei Nieren- und Blasenleiden und bei Steinbeschwerden; Während der
Niederbrunnen, eine alkalische Quelle, ärztlich bei Gicht, Zuckerharnruhr, Blasenund
Nierenträgheit empfohlen wird. Der Versand dieser beiden Mineralwässer als
diätetisches Tafelgetränk und zu Kurzwecken hat sich im Jahre 1909 auf rund 100.000
Flaschen belaufen. Der Mittelbrunnen wird lediglich als Tafelgetränk unter dem
Namen „Reichenauer Salzbrunnen“ versandt. Dieser Versandt erreicht jährlich etwa
eine Höhe von 20.000 Flaschen. Die Badeanstalt befindet sich neben der Post und der
St. Annaquelle und besteht aus vielen modern eingerichteten Badezellen mit
Douche-Vorrichtungen, dem Brunnenhofe und der Trinkhalle. Eröffnung des Bades
Mitte Mai, Schluss Ende September. Im Brunnenhause wird Annaquelle und
Niederbrunnen glasweise ausgeschenkt und auf Wunsch mit heißer Milch gemischt.
Der Arzt wohnt in unmittelbarer Nähe der St. Annaquelle. Mineral-, Kohlensäure-,
Kiefernadel-, Moor- oder Schwefelbäder unterstützen und befördern die
verschiedenen Kuren. Ganz besonders eignet sich Alt-Reichenau auch für die
Erholungsbedürftigen, welche einen „billigen“ Urlaubs- und Ferienaufenthaltsort
bevorzugen; denn es bietet an Naturschönheiten wirklich Seltenes. Die Anlagen bei
der Annaquelle und die im Eichenhaine am Heinzenberge, sowie die kühlen,
schattigen Buchenwälder, im Königlichen Forste mit den romantischen Felspartien,
der ozonreichen Luft und ihrer köstlichen Stille müssen allen Sommerfrischlern und
Kurgästen ein Jungbrunnen für Leib und Seele werden. Tische und Bänke zum
Ausruhen sind überall angebracht. Beeren- und Pilzesucher werden immer reiche
Ausbeute haben. Gelegenheit zu nahen Ausflügen bietet unter anderen: der
Sattelwald, der schwarze Graben, die Heidelsteine, die Wassersteine, das Bild, die
Bismarckhöhe und die Schickenbuche. Entferntere, etwa 6 Stunden in Anspruch
nehmende Fußpartien, können nach Bad Salzbrunn, der Wilhelmshöhe, dem
Fürstensteiner Grunde, dem Zeiskenschlosse, der Siegeshöhe bei Hohenfriedeberg,
der Bolkoburg und der Burg Schweinhaus ausgeführt werden. Als Tagespartien
unter Benützung von Fuhrwerk, elektrischer Straßenbahn oder Eisenbahn würden
sich der Besuch des Hochwaldes, der Kolbebaude, der Heuscheuer, des Zobtens, der
Schneekoppe, des Kapellenberges bei Trautenau, des Schlesiger- und Reimbachtales,
sowie der Felsen von Adelsbach und Weckelsdorf empfehlen. Wohnungen für
Sommerfrischler zu 6 – 15 Mark die Woche werden von der Brunnenverwaltung
jederzeit nachgewiesen.


=== Sehenswertes am Orte ===
==== Sehenswertes am Orte ====
In der Nähe der Oberschule steht eine uralte steinerne Kirchenruine, welche dem
In der Nähe der Oberschule steht eine uralte steinerne Kirchenruine, welche dem heiligen Nikolaus geweiht war. Als Juwel unter den vielen schönen Aussichtspunkten Alt-Reichenaus verdient besonders die in etwa 20 Minuten vom Gasthofe „Goldener Anker“ aus zu erreichende gegen 600 Meter hohe, südlich der Dorfstraße liegende Bismarckhöhe hervorgehoben zu werden; von ihr aus übersieht man bei klarer Luft das Dorf Reichenau vom ersten bis zum letzten Hause, ferner einen großen Teil unseres lieben Schlesierlandes, z. B. die Schneekoppe mit beiden Gasthäusern, die Städte Jauer, Liegnitz, Striegau, das Fürstensteiner Schloss, den Zobten, das ganze Waldenburger Gebirge usw. – Auf dem Sattelwald befindet sich eine Baude mit Tanzsaal, Kinderspielplatz und Aussichtsturm. In der Baude wird vom 1. Mai bis 1. November eine Schankwirtschaft betrieben. Im Winter wohnt der Restaurateur Franz in Alt-Reichenau.
heiligen Nikolaus geweiht war. Als Juwel unter den vielen schönen
Aussichtspunkten Alt-Reichenaus verdient besonders die in etwa 20 Minuten vom
Gasthofe „Goldener Anker“ aus zu erreichende gegen 600 Meter hohe, südlich der
Dorfstraße liegende Bismarckhöhe hervorgehoben zu werden; von ihr aus übersieht
man bei klarer Luft das Dorf Reichenau vom ersten bis zum letzten Hause, ferner
einen großen Teil unseres lieben Schlesierlandes, z. B. die Schneekoppe mit beiden
Gasthäusern, die Städte Jauer, Liegnitz, Striegau, das Fürstensteiner Schloss, den
Zobten, das ganze Waldenburger Gebirge usw. – Auf dem Sattelwald befindet sich
eine Baude mit Tanzsaal, Kinderspielplatz und Aussichtsturm. In der Baude wird
vom 1. Mai bis 1. November eine Schankwirtschaft betrieben. Im Winter wohnt der
Restaurateur Franz in Alt-Reichenau.


Wer die Höhenluft Alt-Reichenaus einige Wochen geatmet hat, wird körperlich
Wer die Höhenluft Alt-Reichenaus einige Wochen geatmet hat, wird körperlich gekräftigt und geistig erfrischt die Sorgen und Mühen der Alltäglichkeit wieder leichter ertragen.
gekräftigt und geistig erfrischt die Sorgen und Mühen der Alltäglichkeit wieder
==== Sommerwohnungen ====
leichter ertragen.
M. Englers Gasthof „Goldener Anker“ mit 11 Fremdenzimmern, die Brauerei von Chille, der Gerichtskretscham von Richard Scholz, der Gasthof „Zum Kronprinzen“, von A. Roß, sowie sehr viele Privathäuser. Auskunft erteilt die Brunnenverwaltung.
== Politische Einteilung ==
<!--
[[Bild:Karte_Ort_Musterort_Kreis_Musterkreis.png|right]]
-->
Gemeinde Alt-Reichenau mit 1812 Einwohnern</br>
Gutsbezirk Alt-Reichenau, früheres Klostergut, jetzt Oberförsterei Reichenau mit 16 Einwohnern.


=== Behörden und Institute ===
Die Ortschaften Giesmannsdorf, Neu-Reichenau, Alt-Reichenau und Quolsdorf bilden den Amtsbezirk Alt-Reichenau. Amtsvorsteher ist Zimmermeister Kuno Schubert, hier. Gemeindevorsteher ist Gutsbesitzer Gustav Engler. Gutsvorsteher ist Forstmeister Giehler.
1 evangelische Schule, 1 evangelisches Pfarramt, 1 katholische Kirche und eine
== Kirchliche Einteilung/Zugehörigkeit ==
katholische Kapelle (Annakapelle), 1 katholisches Pfarramt, 2 evangelische
=== Evangelische Kirchen ===
Halbtagsschulen, 1 katholische dreiklassige Schule, 1 Schulverbandsvorstand, 1
=== Katholische Kirchen ===
Amtsvorstand, 1 Gutsvorstand, 1 Gemeindebüro, 1 Standesamt, 1 Schiedsamt, 1
<!-- === Andere Glaubensgemeinschaften === -->
Armenverband, 1 Spritzenverband, 1 Kaiserliche Postagentur mit öffentlicher
== Geschichte ==
Fernsprechstelle, 1 Annahmestelle der Kreis-Sparkasse, 1 Königliche Oberförsterei, 1
<!-- Hier: geschichtlicher Abriss -->
Königliche Forstkasse, 1 Kleinkinderschule, 2 Diakonissenstationen, 1 Apotheke, 1
== Genealogische und historische Gesellschaften ==
Brunnenverwaltung.
<!-- === Genealogische Gesellschaften === -->
<!-- === Historische Gesellschaften === -->
== Genealogische und historische Quellen ==
=== Genealogische Quellen ===
==== Kirchenbücher ====
==== Adressbücher ====
* [[:Kategorie:Adressbuch für den Landkreis Waldenburg|Adressbücher für den Landkreis Waldenburg]]
* [[:Kategorie:Adressbuch für den Landkreis Jauer|Adressbücher für den Landkreis Jauer]]
* [[Landkreis Bolkenhain/Adressbuch 1911]]
* Einträge aus {{Adressbuch-Ortslink|{{#var:GOV-ID}}|Altreichenau}} in der [[Adressbuchdatenbank]]
<!-- ==== Friedhöfe und Denkmale ==== -->
<!-- {{GP||Friedhof|{{#var:Ortsname}}}} -->
==== Militär- und Kriegsquellen ====
* {{Verlustlisten 1870/71 Preußen und Baden|Alt-Reichenau|Bolkenhain}}
* {{Verlustliste 1.Weltkrieg|Altreichenau|Bolkenhain}}
=== Historische Quellen ===
==== Bildquellen ====
* [https://polska-org.pl/506455,Stare_Bogaczowice.html Historische und aktuelle Fotos und Ansichtskarten sowie geographische Lage von Altreichenau]
<!-- * [[:Kategorie:Fotostudio in {{#var:Ortsname}}|Fotostudios in {{#var:Ortsname}}]] -->
== Bibliografie ==
* {{LitDB-Volltextsuche|Altreichenau}}
=== Genealogische Bibliografie ===
=== Historische Bibliografie ===
<!-- === Weitere Bibliografie === -->
<!-- ==== In der Digitalen Bibliothek ==== -->
<!-- * {{Grübels 1892|}} -->
<!-- * {{Neumanns 1894|}} -->
<!-- * {{Ritters 1895|1|}}-->
== Archive und Bibliotheken ==
=== Archive ===
=== Bibliotheken ===
== Verschiedenes ==
{{Metasuche-Ort|Altreichenau}}
<!-- === Karten === -->
<!-- === Regionale Verlage und Buchhändler === -->
<!-- === Berufsgenealogen === -->
<!-- === Heimat- und Volkskunde === -->
<!-- === Auswanderungen === -->
<!-- === LDS/FHC === -->
== Anmerkungen ==
<references/>
== Weblinks ==
=== Offizielle Webseiten ===
=== Genealogische Webseiten ===
<!-- === Historische Webseiten === -->
=== Weitere Webseiten ===
* {{Wikipedia-Link|Stare Bogaczowice}}
==Zufallsfunde==
{{Einleitung Zufallsfunde}}


=== Sommerwohnungen ===
{{Zufallsfunde-Link}}
M. Englers Gasthof „Goldener Anker“ mit 11 Fremdenzimmern, die Brauerei von
Chille, der Gerichtskretscham von Richard Scholz, der Gasthof „Zum Kronprinzen“,
von A. Roß, sowie sehr viele Privathäuser. Auskunft erteilt die Brunnenverwaltung.


=== Politische Einteilung ===
Gemeinde Alt-Reichenau mit 1812 Einwohnern,
Gutsbezirk Alt-Reichenau, früheres Klostergut, jetzt Oberförsterei Reichenau mit 16
Einwohnern.


Die Ortschaften Giesmannsdorf, Neu-Reichenau, Alt-Reichenau und Quolsdorf
* Traubuch Wermelskirchen [Regierungsbez. Düsseldorf],
bilden den Amtsbezirk Alt-Reichenau. Amtsvorsteher ist Zimmermeister Kuno
Heirat am 17.10.1863, Johann Joseph August '''Hamel''', 23 Jahre alt, * Alt-Reichenau, Regierungsbezirk Liegnitz, 1.10.1840, Schuhmacher, wohnhaft in Remscheid, Sohn von Joseph '''Hamel''', Schuhmacher, wohnhaft zu Alt-Reichenau, u. Anna Margaretha '''Merkel''', mit Anna Juliane '''Sülzer''', 24 Jahre alt, * Wermelskirchen [Rheinprovinz] 22.4.1839, Tochter von Christian '''Sülzer''', Tagelöhner, und Anna Catharina '''Urbahn'''.
Schubert, hier. Gemeindevorsteher ist Gutsbesitzer Gustav Engler. Gutsvorsteher ist
==Private Informationsquellen- und Suchhilfeangebote==
Forstmeister Giehler.
{{Einleitung Forscherkontakte}}


== Daten aus dem GOV ==
{{Forscherkontakte-Link}}
<gov>ALTNAUJO80CU</gov>
 
==Daten aus dem Geschichtlichen Ortsverzeichnis==
<gov>{{#var:GOV-GDE}}</gov>
=== Ort ===
<gov>{{#var:GOV-ID}}</gov>
{{Navigationsleiste Landkreis Waldenburg}}
[[Kategorie:Ort im Landkreis Waldenburg]]
[[Kategorie:Ort im Landkreis Jauer]]
[[Kategorie:Ort im Regierungsbezirk Breslau]]
[[Kategorie:Ort im Regierungsbezirk Liegnitz]]
[[Kategorie:Ort in Niederschlesien]]
[[Kategorie:Ort in Schlesien]]
[[Kategorie:Ort in Polen]]

Aktuelle Version vom 20. Mai 2024, 02:21 Uhr

Disambiguation notice Altreichenau ist ein mehrfach besetzter Begriff. Zu weiteren Bedeutungen siehe unter Altreichenau.

Hierarchie
Ab 1945: Regional > Polen > Stare Bogaczowice
1934-1945: Regional > Deutsches Reich > Preußen > Provinz Schlesien > Regierungsbezirk Breslau > Landkreis Waldenburg > Alt-Reichenau

Einleitung

Alt-Reichenau lag im Landkreis Jauer im Regierungsbezirk Liegnitz und wurde mit Wirkung vom 29. März 1934 dem Landkreis Waldenburg im Regierungsbezirk Breslau angegliedert.

Allgemeine Information

Folgendes aus der Beschreibung aus dem Adressbuch Landkreis Jauer 1911:

Geographische Lage

Alt-Reichenau liegt 340 bis 400 Meter über dem Meere, am Nordabhange des Sattelwaldes in landschaftlich hervorragend schöner Gegend, eingebettet in ein tiefeinschneidendes Tal des Striegauer Wassers – auch „der Ziel“ genannt – zu beiden Seiten der Chaussee Landeshut–Freiburg in Schlesien. Die Chaussee BolkenhainSalzbrunn durchschneidet das Dorf in seinem unteren Drittel rechtwinklig. Es zieht sich in ziemlich gerader Richtung von Westen nach Osten, beginnend mit dem Kilometerstein 10,6 und endet bei Stein 15,2; seine Gesamtlänge beträgt also 4, 6 km. Nach einer alten Urkunde liegt das Dorf „unter dem Silbergebirge, zwischen kleinen Bergen, an der sogenannten kleinen Straße von Breslau nach Prag in einem Tale“. Im Jahre 1878 wurden mittels Barometer den hiesigen Ort betreffende Messungen vorgenommen. Nach diesen beträgt die Höhe des Dorfteiles um das Kriegerdenkmal „63,44 Meter über dem Amsterdamer Pegel“. Die Höhe des nur 1 ½ Stunden entfernten Sattelwaldes wurde mit 778,16 Metern ermittelt. Also überragt der Sattelwald Alt-Reichenau um 414,72 Meter. Eine herrliche Ahorn- und Eichenallee gibt dem ganzen Ort ein sehr charakteristisches, einzigartiges Gepräge; im Sommer geht es sich angenehm unter ihrem schattenspendenden Baldachin, und im Herbste erfreut sie das Auge durch die goldige Pracht der sich verfärbenden Blätter. Über die Gründung des Dorfes, welches früher Jerichenow hieß, sind keine Angaben vorhanden, und man weiß nur, dass es im Jahre 1352 vom Herzog Bolko II. von Schweidnitz dem Cisterzienser-Orden zu Grüssau geschenkt wurde. Zu Alt-Reichenau gehören noch 2 Kolonien, die nördlich gelegene Krähen- und die südlich gelegene Mühldörfel genannt, beide in romantischer Gegend. Fruchtbarer Boden begünstigt die in hoher Blüte stehende Landwirtschaft. Der Anbau von Samenklee, Gerste und Weizen hat sich für unsern Ort als besonders lohnend erwiesen. Der Ort zählt etwa 60 große Bauerngüter.

Behörden und Institute

1 evangelische Schule, 1 evangelisches Pfarramt, 1 katholische Kirche und eine katholische Kapelle (Annakapelle), 1 katholisches Pfarramt, 2 evangelische Halbtagsschulen, 1 katholische dreiklassige Schule, 1 Schulverbandsvorstand, 1 Amtsvorstand, 1 Gutsvorstand, 1 Gemeindebüro, 1 Standesamt, 1 Schiedsamt, 1 Armenverband, 1 Spritzenverband, 1 Kaiserliche Postagentur mit öffentlicher Fernsprechstelle, 1 Annahmestelle der Kreis-Sparkasse, 1 Königliche Oberförsterei, 1 Königliche Forstkasse, 1 Kleinkinderschule, 2 Diakonissenstationen, 1 Apotheke, 1 Brunnenverwaltung.

Einwohnerentwicklung

1828 Einwohner, davon 848 männliche, 980 weibliche, 997 evangelisch, 318 katholisch. Nach der Personenstandsaufnahme vom Oktober 1910 betrug die Einwohnerzahl 1889.

Verkehrsverhältnisse

Chausseen: (Die Entfernungen sind immer vom Dorfausgange ab gerechnet.)

  1. nach Bolkenhain (15 km)
  2. nach Freiburg in Schlesien (9 km)
  3. nach Hohenfriedeberg (8 km)
  4. nach Salzbrunn (6 km)
  5. nach Landeshut (12 km)

Alt-Reichenau ist ferner von Waldenburg in Schlesien 12 km, von Fürstenstein 10 km, von Striegau 19 km und von Schweidnitz 24 km entfernt.

Endstationen der Eisenbahnen sind: Freiburg 11 km, Ruhbank 12 km und Bad Salzbrunn 6 km. Zwischen Freiburg in Schlesien und Alt-Reichnau verkehrt eine Fahrpost mit Personenbeförderung, abgehend vom Postamt Freiburg täglich zweimal. Fahrzeit 1 ½ Stunde. In Freiburg und Bad Salzbrunn sind Wagen am Bahnhof zu haben.

Post: Wochentags zweimalige, Sonntags einmalige Bestellung. Die Postagentur mit öffentlicher Fernsprechstelle liegt in der Nähe des weithin sichtbaren großen Klostergutes etwas unterhalb der Dorfmitte.

Alt-Reichanau als Bad und Sommerfrische

Alt-Reichenau gilt jedem Kenner als eine Perle unter den Sommerfrischen des Waldenburger Berglandes. Es ist als waldreicher Höhenkurort anzusprechen, zugleich hat aber auch bekanntlich das „Deutsche Bäderbuch“ bearbeitet unter Mitwirkung des Kaiserlichen Gesundheitsamtes, unsern Ort in die Matrikel der Bäder aufgenommen. Am Ort sind nämlich drei Brunnen vorhanden, die St. Annaquelle, der Niederbrunnen und der Mittelbrunnen; erstere beiden sind Eigentum der Gemeinde, verpachtet an die Aktiengesellschaft „Altreichenauer Niederbrunnen und St. Annaquelle, G.m.b.H.“; letztere gehört dem Hausbesitzer Julius Lange hier und ist verpachtet an Fräulein Else Kloß (Vertreter Kaufmann Gruhn) in Freiburg. Alle drei Quellen liegen in der Nähe des Klostergutes am Fuße des Annaberges. Die genannte Aktiengesellschaft hat im Jahre 1909 sowohl die genannte St. Annaquelle als auch den Niederbrunnen neu fassen und beide Mineralquellen einer eingehenden chemischen Analyse durch Herrn Dr. E. Bischoff aus dem öffentlichen chemischen Laboratorium zu Berlin unterziehen lassen. Dr. Bischoff bezeichnet den Niederbrunnen als „Alkalische Quelle“ und die St. Annaquelle als „Alkali-Lithium-Mineralquelle“ oder „Alkalischen Säuerling“. Nach ihm sind beide Quellen vollständig frei von Bakterien, radioaktiv und reich an natürlicher Kohlensäure; sie enthalten nachweislich etwa 12 verschiedene Salze. Dr. Bischoff schreibt ferner:

„Ich kann nicht umhin, in ähnlicher Weise, wie dies schon bei der Beurteilung der einen dieser Quellen durch Herrn Berginspektor Dr. Koßmann geschehen ist, auf die Ähnlichkeit hinzuweisen, welche die Alt-Reichenauer Mineralquellen gegenüber einer Reihe von Brunnen von Salzbrunn zeigen. Von den Salzbrunner Quellen sind namentlich die Kronenquelle und die Marthaquelle nach den bekannt gewordenen Analysen von Herrn Prof. Th. Poleck für die erstere und Herrn Prof. Dr. H. Erdmann für die letztere den Altreichenauer Quellen, sowohl in der Zusammensetzung, wie im Charakter sehr ähnlich. Auch die Luisenquelle von Salzbrunn lässt sich noch in diesen Vergleich hineinziehen. Es liegen in diesen drei genannten Quellen Salzbrunns gleichfalls Mittelstufen zwischen den alkalischen Säuerlingen und den alkalisch-erdigen Säuerlingen vor, wie in der Alt-Reichenauer St. Annaquelle und dem Niederbrunnen. Man wird daher zu Alt-Reichenau mit beiden Quellen im wesentlichen die gleichen Erfolge erzielen, wie sie sich bei den Salzbrunner Quellen ergeben haben. Es ist somit nur dem Wunsche Ausdruck zu geben, dass den beiden Quellen zu Alt-Reichenau und zwar der St. Annaquelle wie auch dem Niederbrunnen sowohl vonseiten der ärztlichen Kreise, wie seitens des heilbedürftigen Publikums diejenige Aufmerksamkeit geschenkt werde, welche diese Quellen in reichem Maße verdienen. Ebenso wie die Quellen am Ort ihrer Entstehung sich erfolgreich für die Heilpraxis bewähren werden, ebenso ist man berechtigt, auch den Genuss derselben als Tafelwasser, sei es direkt, sei es, wenn man mehr Kohlensäure wünscht mit reinster Kohlensäure leicht angesäuert zu empfehlen. Nach beiden Richtungen wird man von den süffigen Schätzen, welche dem auch landschaftlich anmutig gelegenen Alt-Reichenau dem felsigen Untergrund als Mineralwasser entströmen, keine Enttäuschungen erfahren.“

Die Alt-Reichenauer St. Annaquelle ist als Natron-Lithion-Säuerling das beste und sicherste Heilmittel bei Erkrankungen des Kehlkopfes, der Lungen und des Magens, bei Nieren- und Blasenleiden und bei Steinbeschwerden; Während der Niederbrunnen, eine alkalische Quelle, ärztlich bei Gicht, Zuckerharnruhr, Blasenund Nierenträgheit empfohlen wird. Der Versand dieser beiden Mineralwässer als diätetisches Tafelgetränk und zu Kurzwecken hat sich im Jahre 1909 auf rund 100.000 Flaschen belaufen. Der Mittelbrunnen wird lediglich als Tafelgetränk unter dem Namen „Reichenauer Salzbrunnen“ versandt. Dieser Versandt erreicht jährlich etwa eine Höhe von 20.000 Flaschen. Die Badeanstalt befindet sich neben der Post und der St. Annaquelle und besteht aus vielen modern eingerichteten Badezellen mit Douche-Vorrichtungen, dem Brunnenhofe und der Trinkhalle. Eröffnung des Bades Mitte Mai, Schluss Ende September. Im Brunnenhause wird Annaquelle und Niederbrunnen glasweise ausgeschenkt und auf Wunsch mit heißer Milch gemischt. Der Arzt wohnt in unmittelbarer Nähe der St. Annaquelle. Mineral-, Kohlensäure-, Kiefernadel-, Moor- oder Schwefelbäder unterstützen und befördern die verschiedenen Kuren. Ganz besonders eignet sich Alt-Reichenau auch für die Erholungsbedürftigen, welche einen „billigen“ Urlaubs- und Ferienaufenthaltsort bevorzugen; denn es bietet an Naturschönheiten wirklich Seltenes. Die Anlagen bei der Annaquelle und die im Eichenhaine am Heinzenberge, sowie die kühlen, schattigen Buchenwälder, im Königlichen Forste mit den romantischen Felspartien, der ozonreichen Luft und ihrer köstlichen Stille müssen allen Sommerfrischlern und Kurgästen ein Jungbrunnen für Leib und Seele werden. Tische und Bänke zum Ausruhen sind überall angebracht. Beeren- und Pilzesucher werden immer reiche Ausbeute haben. Gelegenheit zu nahen Ausflügen bietet unter anderen: der Sattelwald, der schwarze Graben, die Heidelsteine, die Wassersteine, das Bild, die Bismarckhöhe und die Schickenbuche. Entferntere, etwa 6 Stunden in Anspruch nehmende Fußpartien, können nach Bad Salzbrunn, der Wilhelmshöhe, dem Fürstensteiner Grunde, dem Zeiskenschlosse, der Siegeshöhe bei Hohenfriedeberg, der Bolkoburg und der Burg Schweinhaus ausgeführt werden. Als Tagespartien unter Benützung von Fuhrwerk, elektrischer Straßenbahn oder Eisenbahn würden sich der Besuch des Hochwaldes, der Kolbebaude, der Heuscheuer, des Zobtens, der Schneekoppe, des Kapellenberges bei Trautenau, des Schlesiger- und Reimbachtales, sowie der Felsen von Adelsbach und Weckelsdorf empfehlen. Wohnungen für Sommerfrischler zu 6 – 15 Mark die Woche werden von der Brunnenverwaltung jederzeit nachgewiesen.

Sehenswertes am Orte

In der Nähe der Oberschule steht eine uralte steinerne Kirchenruine, welche dem heiligen Nikolaus geweiht war. Als Juwel unter den vielen schönen Aussichtspunkten Alt-Reichenaus verdient besonders die in etwa 20 Minuten vom Gasthofe „Goldener Anker“ aus zu erreichende gegen 600 Meter hohe, südlich der Dorfstraße liegende Bismarckhöhe hervorgehoben zu werden; von ihr aus übersieht man bei klarer Luft das Dorf Reichenau vom ersten bis zum letzten Hause, ferner einen großen Teil unseres lieben Schlesierlandes, z. B. die Schneekoppe mit beiden Gasthäusern, die Städte Jauer, Liegnitz, Striegau, das Fürstensteiner Schloss, den Zobten, das ganze Waldenburger Gebirge usw. – Auf dem Sattelwald befindet sich eine Baude mit Tanzsaal, Kinderspielplatz und Aussichtsturm. In der Baude wird vom 1. Mai bis 1. November eine Schankwirtschaft betrieben. Im Winter wohnt der Restaurateur Franz in Alt-Reichenau.

Wer die Höhenluft Alt-Reichenaus einige Wochen geatmet hat, wird körperlich gekräftigt und geistig erfrischt die Sorgen und Mühen der Alltäglichkeit wieder leichter ertragen.

Sommerwohnungen

M. Englers Gasthof „Goldener Anker“ mit 11 Fremdenzimmern, die Brauerei von Chille, der Gerichtskretscham von Richard Scholz, der Gasthof „Zum Kronprinzen“, von A. Roß, sowie sehr viele Privathäuser. Auskunft erteilt die Brunnenverwaltung.

Politische Einteilung

Gemeinde Alt-Reichenau mit 1812 Einwohnern
Gutsbezirk Alt-Reichenau, früheres Klostergut, jetzt Oberförsterei Reichenau mit 16 Einwohnern.

Die Ortschaften Giesmannsdorf, Neu-Reichenau, Alt-Reichenau und Quolsdorf bilden den Amtsbezirk Alt-Reichenau. Amtsvorsteher ist Zimmermeister Kuno Schubert, hier. Gemeindevorsteher ist Gutsbesitzer Gustav Engler. Gutsvorsteher ist Forstmeister Giehler.

Kirchliche Einteilung/Zugehörigkeit

Evangelische Kirchen

Katholische Kirchen

Geschichte

Genealogische und historische Gesellschaften

Genealogische und historische Quellen

Genealogische Quellen

Kirchenbücher

Adressbücher

Militär- und Kriegsquellen

Historische Quellen

Bildquellen

Bibliografie

Genealogische Bibliografie

Historische Bibliografie

Archive und Bibliotheken

Archive

Bibliotheken

Verschiedenes

Compgen-Metasuche.png nach dem Ort: Altreichenau

Anmerkungen

Weblinks

Offizielle Webseiten

Genealogische Webseiten

Weitere Webseiten

Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden. Bitte beim Erfassen der Seite mit den Zufallsfunden ggf. gleich die richtigen Kategorien zuordnen (z.B. über die Vorlage:Hinweis zu Zufallsfund).



  • Traubuch Wermelskirchen [Regierungsbez. Düsseldorf],

Heirat am 17.10.1863, Johann Joseph August Hamel, 23 Jahre alt, * Alt-Reichenau, Regierungsbezirk Liegnitz, 1.10.1840, Schuhmacher, wohnhaft in Remscheid, Sohn von Joseph Hamel, Schuhmacher, wohnhaft zu Alt-Reichenau, u. Anna Margaretha Merkel, mit Anna Juliane Sülzer, 24 Jahre alt, * Wermelskirchen [Rheinprovinz] 22.4.1839, Tochter von Christian Sülzer, Tagelöhner, und Anna Catharina Urbahn.

Private Informationsquellen- und Suchhilfeangebote

Auf der nachfolgenden Seite können sich private Familienforscher eintragen, die in diesem Ort Forschungen betreiben und/oder die bereit sind, anderen Familienforschern Informationen, Nachschau oder auch Scans bzw. Kopien passend zu diesem Ort anbieten. Nachfragen sind ausschließlich an den entsprechenden Forscher zu richten.


Daten aus dem Geschichtlichen Ortsverzeichnis

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Städte und Gemeinden im Landkreis Waldenburg im Regierungsbezirk Breslau in Schlesien (Stand 1939)

Städte: Friedland in Schlesien | Gottsberg | Waldenburg in Schlesien
Gemeinden: Adelsbach | Altfriedland | Althain | Altlässig | Alt-Reichenau | Bad Charlottenbrunn | Bad Salzbrunn | Bärengrund | Bärsdorf | Blumenau | Dittersbach | Dittmannsdorf | Donnerau | Dorfbach | Dörnhau | Erlenbusch | Fellhammer | Fellhammer West | Friedersdorf | Friedrichsberg | Fröhlichsdorf | Gaablau | Göhlenau | Görbersdorf | Großhain | Grund | Hartau | Hartebusch-Siedlung | Hausdorf | Heinrichau | Hermsdorf | Kaltwasser | Kohlau | Konradsthal | Kynau | Kynsburg | Langwaltersdorf | Lehmwasser | Liebersdorf | Liebichau | Lomnitz | Michelsdorf | Neudorf | Neudörfel | Neudörfel a. Hartenberge | Neudörfel a. Krähenbusch | Neugericht | Neuhaus, Gem. Dittersbach | Neu Hohendorf | Neu Weißstein | Nieder | Nieder Salzbrunn | Nieder Waltersdorf | Oberdorf | Ober Hermsdorf | Ober Wüstegiersdorf | Olbersdorf, eingegangen | Polsnitz | Quolsdorf | Raspenau | Reimsbach | Reimswaldau | Reußendorf | Rosenau | Rothenbach | Rudolfswaldau | Salzbrunn | Sandberg | Schenkendorf | Schmidtsdorf | Schönhut | Seitendorf | Sophienau | Steinau | Steingrund | Tannhausen (Schlesien) | Wäldchen | Weißstein | Wüstegiersdorf | Wüstewaltersdorf | Zedlitzheide | Zeisberg (Fröhlichsdorf)