Der Regierungsbezirk Aachen (1850)/264: Unterschied zwischen den Versionen

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Weisthum von 1401 hatte Güsten ein Schöffengericht. Der Abt zu Prüm, als Grundherr von Güsten und der Herzog von Jülich als Erbvogt daselbst, wählten gemeinschaftlich die neuen Schöffen. — Im Anfange dieses Jahrhunderts entstand hier eine Windhose, welche das Dach der Kirche und einiger Scheunen abdeckte, diese Dächer mehrere hundert Fuß weit vom Dorfe wegschleuderte und überhaupt sehr großen Schaden anrichtete. Die beiden Jahrmärkte (1. Mai und 18. Juni) zu Güsten werden von den Bewohnern der benachbarten Ortschaften sehr stark besucht. — Auf dem Kirchhofe zu Güsten wächst das, im ganzen Regierungsbezirk seltene <tt>Sisymbrium Sophia</tt>, häufig.
 
'''Rödingen''', (800) '''Rodigin''' und '''Rodengau''', (1100) '''Ruding''', (1200) '''Rodine''', ein sehr altes Kirchdorf mit regelmäßig bebauten, aber schmutzigen Straßen, meist lehmenen Häusern und 1154 Einwohnern. Es ist der Hauptort einer Bürgermeisterei, 2 Stunden nordöstlich von Jülich. 4,<sub>71</sub> Meilen von Aachen entfernt. Es gehört eigentlich schon zum Erftgebiet, indem die muldenförmige Einsenkung von Rödingen die Regen- und Schneewasser zum Bach von Oberempt abführt, der südlich von Steinstraß im Walde entspringt und oberhalb Bedburg in die Erft geht. Hier auf der Grenze des Kölner Regierungsbezirks, beginnt zugleich die Ostsenkung des Jülich-Dürener Landrückens, welche sämmtliche Quellen und Bäche zur Erft entsendet. — Rödingen ist sehr früh eine Rodung gewesen; 847 verlieh Kaiser Lothar auf Bitten des Grafen Matfred von Jülich seinem getreuen Rotgar lebenslänglich den Zehnten in <tt>Villa Rodigin</tt>. Roding hatte 1347 bereits einen Schöffen oder

Aktuelle Version vom 19. Oktober 2008, 19:30 Uhr

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Der Regierungsbezirk Aachen (1850)
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Weisthum von 1401 hatte Güsten ein Schöffengericht. Der Abt zu Prüm, als Grundherr von Güsten und der Herzog von Jülich als Erbvogt daselbst, wählten gemeinschaftlich die neuen Schöffen. — Im Anfange dieses Jahrhunderts entstand hier eine Windhose, welche das Dach der Kirche und einiger Scheunen abdeckte, diese Dächer mehrere hundert Fuß weit vom Dorfe wegschleuderte und überhaupt sehr großen Schaden anrichtete. Die beiden Jahrmärkte (1. Mai und 18. Juni) zu Güsten werden von den Bewohnern der benachbarten Ortschaften sehr stark besucht. — Auf dem Kirchhofe zu Güsten wächst das, im ganzen Regierungsbezirk seltene Sisymbrium Sophia, häufig.

Rödingen, (800) Rodigin und Rodengau, (1100) Ruding, (1200) Rodine, ein sehr altes Kirchdorf mit regelmäßig bebauten, aber schmutzigen Straßen, meist lehmenen Häusern und 1154 Einwohnern. Es ist der Hauptort einer Bürgermeisterei, 2 Stunden nordöstlich von Jülich. 4,71 Meilen von Aachen entfernt. Es gehört eigentlich schon zum Erftgebiet, indem die muldenförmige Einsenkung von Rödingen die Regen- und Schneewasser zum Bach von Oberempt abführt, der südlich von Steinstraß im Walde entspringt und oberhalb Bedburg in die Erft geht. Hier auf der Grenze des Kölner Regierungsbezirks, beginnt zugleich die Ostsenkung des Jülich-Dürener Landrückens, welche sämmtliche Quellen und Bäche zur Erft entsendet. — Rödingen ist sehr früh eine Rodung gewesen; 847 verlieh Kaiser Lothar auf Bitten des Grafen Matfred von Jülich seinem getreuen Rotgar lebenslänglich den Zehnten in Villa Rodigin. Roding hatte 1347 bereits einen Schöffen oder