Chronik der Schotten-Crainfelder Familie Spamer/135: Unterschied zwischen den Versionen
Zur Navigation springen
Zur Suche springen
K (1 Versionen) |
K (Bot: Automatisierte Textersetzung (-{{Chronik Spamer| +<noinclude>{{Chronik Spamer| & -|fertig}} +|fertig}}</noinclude>)) |
||
| (5 dazwischenliegende Versionen von 3 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
{{Chronik Spamer|134|137|136| | <noinclude>{{Chronik Spamer|134|137|136|fertig}}</noinclude> | ||
{| | |||
|- | |||
| valign="top" | | |||
:In derselben Nacht ist es verschieden, | |||
:Wo es sich auch hier hat angezeigt; | |||
:Ueber dreißig Jahre ruht's in Frieden, | |||
:Und war mir besonders zugeneigt. | |||
:Früher, als mein Käthchen seine Reise | |||
:Hatte in die Ewigkeit gethan, | |||
:Ward sein Tod auf siebenfache Weise | |||
:Uns und Andern schon gezeiget an. | |||
:Wie das aber eigentlich geschehen, | |||
:Schrieb ich längst in einem Heftchen auf, | |||
:Und aus diesem ist noch heut' zu sehen | |||
:Deutlicher der ganze Sachverlauf. | |||
:Träume, wie ich fünf darin erzähle, | |||
:Prägen sich, was wohl zu merken ist, | |||
:Gleich so tief in jedes Träumers Seele, | |||
:Daß er sie sein Leben nicht vergißt. | |||
:Dann auch findet ohne fremde Leitung | |||
:Er sogleich, wenn er geträumet kaum, | |||
:Schon von selbst die wahre Vorbedeutung | |||
:Von dem sonst noch nie gehabten Traum. | |||
:Daß selbst Träume wörtlich offenbaren, | |||
:Was verborgen und zukünftig ist, | |||
:Hab' ich aus dem Orgeltraum erfahren, | |||
:Den ich hatte und Ihr selber wißt. | |||
:Etwas Aehnliches ist widerfahren | |||
:Meiner Mutter auch als junger Frau | |||
:Vor nun etwa einundsechzig Jahren, | |||
:Denn die Zeit weiß ich nicht ganz genau. | |||
:Da erschien im Traume ihr ein Bote, | |||
:Der von [[Schotten]] ihr die Nachricht bracht', | |||
:Daß ihr Schwiegervater schnell mit Tode | |||
:Abgegangen sei in jener Nacht. | |||
:Als sie ihn an's Fenster schlagen hörte, | |||
:War sie Anfangs ärgerlich darob, | |||
:Daß er sie im besten Schlafe störte, | |||
:Und dabei verführe allzu grob. | |||
:Als sie aber aus dem Bett geeilet | |||
:Und gelaufen war an's Fenster hin, | |||
:Da erkannte sie auch unverweilet | |||
:Als den Vetter Wilhelm Stophel ihn. | |||
:Und nachdem die Botschaft sie bekommen, | |||
:Daß ihr Schwiegervater schnell verschied, | |||
:Hat darauf sie den Gesang vernommen | |||
:Von dem ihm gesungnen Sterbelied. | |||
:Diesen ganzen Traum sie nun erzählte | |||
:Meinem Vater, als sie war erwacht, | |||
| valign="top" | | |||
:Dem sie nicht ein Wort von dem verhehlte, | |||
:Was der Todesbote ihr gesagt. | |||
:Und wie hier aus meiner Feder quillet | |||
:Dieser ganze wunderbare Traum, | |||
:Ward er auch von A bis Z erfüllet | |||
:Nach Verlauf von ein paar Wochen kaum. | |||
:Und kein Nebenumstand hat gefehlet, | |||
:Wäre auch derselbe noch so klein; | |||
:Sondern grade so, wie ich erzählet, | |||
:Traf auch Alles nachher pünktlich ein. | |||
:Auch ward eben jenes Lied gesungen | |||
:Beim Begräbniß vor dem Leichenhaus, | |||
:Welches schon zu Ohren war gedrungen | |||
:Meiner Mutter wochenlang voraus. | |||
:Mein Geburtshaus war auch ausgezeichnet | |||
:Dadurch, daß schon in der Neujahrsnacht, | |||
:Wenn ein Todesfall sich hat ereignet, | |||
:Er durch Zeichen ward bekannt gemacht. | |||
:Freilich wurden immer solche Zeichen | |||
:Für dasselbe Jahr nur kund gethan, | |||
:Und auch immer nur für solche Leichen, | |||
:Die die Hausbewohner gingen an. | |||
:Wie auch jene Zeichen kund sich thaten, | |||
:Waren oft sie doch von solcher Art, | |||
:Daß man die Personen konnte rathen, | |||
:Deren Sterben angedeutet ward. | |||
:In der Neujahrsnacht desselben Jahres, | |||
:Worin meines Vaters Vater schied, | |||
:Und zwar zwischen Elf und Zwölfe war es, | |||
:Wo sein Tod sich also schon verrieth: | |||
:Meinem Vater grade so es schiene, | |||
:Als ob plötzlich rollte von dem Dach | |||
:Eine sich vergrößernde Lavine | |||
:Und zur Erde fiel mit dumpfem Krach. | |||
:Meines Vaters Staunen aber mehrte | |||
:Dieses, daß an eben jenem Tag, | |||
:Wo er diesen Schneesturz deutlich hörte, | |||
:Gar kein Schnee noch auf der Erde lag. — | |||
:Meiner Mutter aber so es schiene, | |||
:Als ob Jemand mit der Peitsche hell | |||
:Mehrmals klatschte oben im Kamine, | |||
:Welcher fahren wolle von der Stell'. — | |||
:Meines Vaters Mutter hat geschüret | |||
:Uns im Ofen lang das Feuer an, | |||
:Und wenn ihr's ein And'res angerühret, | |||
:Hatte es ihr keinen Dienst gethan. | |||
|- | |||
|} | |||
Aktuelle Version vom 17. November 2008, 20:09 Uhr
| GenWiki - Digitale Bibliothek | |
|---|---|
| Chronik der Schotten-Crainfelder Familie Spamer | |
| Inhalt | |
| GenWiki E-Book | |
| <<<Vorherige Seite [134] |
Nächste Seite>>> [136] |
| |
| Hilfe zur Nutzung von DjVu-Dateien | |
| Texterfassung: fertig | |
| Dieser Text wurde zweimal anhand der angegebenen Quelle korrekturgelesen.
| |
|
|