Minge (Fluss): Unterschied zwischen den Versionen
Kaukas (Diskussion • Beiträge) (→Name) |
Kaukas (Diskussion • Beiträge) Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
{{Familienforschung Memelland}} | {{Familienforschung Memelland}} | ||
[[Bild: | [[Bild: Minge.jpg|thumb|300 px|Die Minge]] | ||
[[Bild: 1.jpg|thumb|300 px|left|Südlicher Verlauf der Minge; siehe [[Minge (Ort)]]; südlich der [[Atmath (Fluss)|Atmath-Mündung]] und nördlich von [[Warruß]] liegt der '''Wikinn Werder''' am [[Ulm (Fluss)|Ulm]]-Fluss]] | |||
[[Bild: 1.jpg|thumb| | |||
==Verlauf== | ==Verlauf== | ||
Version vom 7. Februar 2010, 12:17 Uhr
Verlauf
Die Minge ist ein Fluss in der südkurischen Landschaft Ceclis (lit. Keklys). Sie entspringt im Osten des niederlitauischen Hochlandes südlich von Telšiai und fließt zunächst nach Passage mehrerer Seen bis etwa Kartenu gen Westen, wendet sich dann nach Süden und fließt fast parallel zur Ostseeküste nach Süden, wo sie etwa bei Gargždai über die Grenze ins Memelland fließt. Sie nimmt ihren Weg westlich bis Dittauen und fließt in südlicher Richtung durch Prökuls, wo der Mingekrug 1511 als Krug "zur Minnige" beurkundet ist. Weiter nimmt der Fluss seinen Lauf bis zum Augstumalmoor. Hier ist die Minge 50 m breit und sechs bis sieben Meter tief. Der Taggraben leitet die Minge in die Atmath (ein Deltaarm der Memel), die am Windenburger Eck ins Kurische Haff mündet. Die Minge galt als Grenze zwischen den prußischen Schalauern und den Kuren.
Minge-Delta
Die Minge hat jedoch noch ein eigenes Delta:
- Dobe Upeit (pr. dobis: Graben, Vertiefung + kur. ups: Fluss)
- Upes Ost (kur. ups: Fluss + kur. uoaste/ pr. ostas: Hafen)
- Krumme Ost (kur. krums/ pr. krumas: Gebüsch, Strauchwerk + kur. uoaste/ pr. ostas: Hafen)
Name
Etymologisch ist es ein indoeuropäisches Wasserwort mit der Bedeutung Sumpf. Peteraitis nimmt ebenso wie Bahlow
- lettisch "maina" = Sumpf, Lache, Pfütze an.
Nach Schmid lässt sich der Name Minge nicht baltisch erklären sondern steht im
- alteuropäischen Verbund mit polnisch Mien, weißrussisch Minsk und dem deutschen Fluss Main (Moenus).
Der Name Ulm wurde von den Dänen und Deutschen als Holm missinterpretiert und auf die vorgelagerten Inseln bezogen.
Dieser Flussname leitet sich nach Peteraitis von
- indogermanisch "elm, ilm" ab
vgl. dazu
- preußisch-litauisch "almas" = Eile, Hast, das Wasser strömt reißend dahin
Geschichte
1871 wurde die Minge bei Schernen überbrückt, 1892 in Baiten. Über den König-Wilhelm-Kanal, der von 1863-1873 gebaut wurde um den Schiffern die gefährliche Umschiffung des Windenburger Ecks zu ersparen, ist die Minge mit der Hafenstadt Memel verbunden.