Stiftung Stoye/Band 49/129: Unterschied zwischen den Versionen

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OCR-Text=Häuserbuch der Stadt Teltow
OCR-Text=Breite Straße


Baugeschichte:
Friedrich Schinkel und auch seine rege Mitwirkung am Baugeschehen prägten das Gesamtbild der wieder aufgebauten Kirche und gaben ihr im weitläufigen Sinn den Namen »Schinkel-Kirche«. Die Architektur der Kirche konnte seit dieser Zeit mit der Wiedereinweihung
Aus einem alten Situationsplan738 geht hervor, dass in dem vom Magistrat zum Flächentausch angebotenen Grundstück auch ein Teilstück vom Grund der ehemaligen Kalandszelle739 enthalten war. Für das massive, eingeschossige Wohnhaus auf dem neuen Grundstück geben die Grundakten 1804 als Baujahr an. Das Haus wurde in den Grundmaßen
im Jahr 1812 größtenteils erhalten werden. Die Gestaltung in ihrem Inneren geht zu einem
40 1/2 Fuß in der Breite und 32 Fuß in der Tiefe errichtet. Bauherr war der Ratmann Peter
großen Teil auf Erneuerungsarbeiten in den Jahren 1910/1912 zurück. Letzte Änderungen
Bethge. Das Gebäude aus dieser Zeit ist in der Altstadt von Teltow erhalten geblieben und
erfolgten in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Erwähnenswert bezüglich der noch
wurde im Jahr 1986 als geschütztes Baudenkmal in die Denkmalliste des Landkreises eingetragen.
erhaltenen künstlerischen Innenausstattung sind die Ausmalung des Berliner Professors
August Oetken, das überlebensgroße Kruzifix des Schweizer Bildhauers Franz Tavella, die
Verzierungen an Kanzel, Taufe, Empore und Kirchengestühl in sogenannter Tiroler Flachschnitzerei von August Mattausch und die im Jahr 1910 eingebaute Schuke-Orgel.
Bis 1805 diente der Kirchhof um die St. Andreaskirche als Begräbnisstätte. Er war mit
einer Kirchhofmauer umgeben, durchbrochen von vier Eingängen. Die neue Begräbnisstätte legte die Stadt im darauf folgenden Jahr außerhalb des damaligen Stadtgebietes im
Südwesten der Altstadt am Weinbergsweg an.


Breite Straße 23/Marktplatz 4740
Breite Straße 21735
Mittelstraße/Breite Straße 94/Breite Straße 13/Straße der DSF 23
Mittelstraße/Breite Straße 89/Breite Straße 11/Straße der DSF 21
Gärtnergut am Markt
Gärtnergut, bis 1801 am Hohen Steinweg/Ecke Neue Straße gelegen
– ein Stück vom Stadtwall von 130 Quadratruten südlich vor dem Machnower Tor
– ein kleines Gärtchen hinter dem Haus
Graskavel vor dem Machnower Tor
ein Garten vor dem Machnower Tor
– neue Wiese im Busch
– ein Rücken Land in der Schönower Straße
– neue Wiese im Tiefen Bruch
– zwei inalienable Kaveln
– zwei inalienable Kaveln
Eigentümer:
Eigentümer:
Vor 1782 Blanck, Peter Joachim, Kaufmann, Berlin.741
Um 1760 Bethge, Christian Ludwig, Gastwirt.
1782
1781
Tietz, Johann Andreas, Schneidermeister, Kaufvertrag 600 Rthlr.
Bethge, Christian Ludwig jun., Sohn des VE, Erbvergleich, 177 Rthlr.736
1796
Um 1801 Bethge, Peter, Ackerbürger und Ratmann, Grundstückstausch mit dem Magistrat.737
Witwe Tietz, Maria Sophia, geb. Britz, erbt.
1805
Abschreibung: Das Wallstück wird an den Apotheker Otto verkauft unter Beibehaltung einer gemeinsamen freien Auffahrt.742
Bethge, Henning, Soldat und Ackerbürger, Sohn des VE, Kaufvertrag,1500 Rthlr.
1802
1825
Wuga, Marie Sophie, geb. Tietz und Witwe Noethen, Friederike Ottilie, geb.
Ebel, Wilhelm, Ackerbürger und Brauer, Kaufvertrag, 1000 Rthlr.
Tietz, Töchter der VE, erben zu gleichen Teilen.
1843
1807
Krause, Johann Friedrich, Kaufmann, Kaufvertrag, 1800 Rthlr.
Koch, Martin Friedrich, Schneidermeister, Graeben743, Witwer der Friederike
1857/58 Abschreibungen: Die zwei inalienablen Kaveln.
Ottilie Koch (ehemalige Witwe Noethen, geb. Tietz), erbt.
1858
1816
Reibe, Carl Friedrich, Bäckermeister, Kaufvertrag, 1500 Rthlr.
Thugut, Johann Friedrich, Glasermeister und Kaufmann, Potsdam744,
1877
Kaufvertrag, 1750 Rthlr.
Kümmel, Friedrich August, Kaufmann, Schwiegersohn des VE, Kaufvertrag,
1828
7500 RM.
Thugut, Anne Maria, geb. Gladicke, Ehefrau des VE, Kaufvertrag745,
1919
2075 Rthlr.
Scherrinsky, Theodor, Zimmermann, Kaufvertrag, 17 000 RM.
735
736
737


738
BLHA, AG Potsdam, GA Teltow, Bd. II, Bl. 89 fol. 211/215, alte Hyp. Nr. 37 fol. 73/74.
739
Wie seine Vorgänger Eigentümer des ehemaligen Grundstückes im Hohen Steinweg, welches bei der Anlegung der Neuen Straße aufgegeben werden musste.
Er besaß das Grundstück am Hohen Steinweg an der Ecke zur Neuen Straße, welches nach dem Brand 1801
für die Anlegung einer neuen Straße aufgegeben werden musste. Im Gegenzug erhielt er durch Tausch ein am
Kirchhof gelegenes stadteigenes Grundstück und zusätzlich noch stadteigene Flächen zum Ausgleich. Die alte
Hypothekennummer 37 fol. 73/74 des aufgegebenen Grundstückes wurde für das eingetauschte Grundstück
übernommen.


740
129
741
742
743
744
745
 
Stadtarchiv Teltow, Arch. Nr. 1096.
BLHA, Rep. 19 Nr. 244/4 »Polizeiprotokolle der Stadt Teltow«: Ein kleines Haus als Nachfolgebau des
ursprünglichen Kalandshäuschens aus dem 14./15. Jahrhundert wurde im Brand 1711 zerstört. Der Magistrat
bot diese dem Magistrat gehörende Baustelle mit kleinem Garten direkt am Kirchhof gelegen, vergeblich
zum Verkauf an. Möglicherweise blieb diese wüste Stelle bis 1801 unbebaut.
BLHA, AG Potsdam, GA Teltow, Bd. II, Bl. 94 fol. 236/240, alte Hyp. Nr. 89 fol. 177/178.
Eine der wenigen Ausnahmen, wo ein Käufer ein Stadtgrundstück erwarb, aber nicht in der Bürgerrolle von
Teltow eingetragen war.
Auf Bd. II, Bl. 70 [Potsdamer Straße 89B/C] übertragen.
Herkunftsort: Siehe Bahl, Bürgerrolle (wie Anm. 2), S. 95, Nr. 904: Koch, Mart[in] Friedr[ich], verabschiedet, Schneider, Graeben [Kreis Jerichow I?].
Herkunftsort: Vgl. Bahl, Bürgerrolle (wie Anm. 2), S. 93, Nr. 870: Thuguth, Johann Friedrich, Glaser, aus
Wesserlin aus Boehmen [= We(s)ely].
Gemeinsam mit Bd. III, Bl. 98 fol. 15 [Bäckerstraße 1].
 
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Breite Straße

Friedrich Schinkel und auch seine rege Mitwirkung am Baugeschehen prägten das Gesamtbild der wieder aufgebauten Kirche und gaben ihr im weitläufigen Sinn den Namen »Schinkel-Kirche«. Die Architektur der Kirche konnte seit dieser Zeit mit der Wiedereinweihung im Jahr 1812 größtenteils erhalten werden. Die Gestaltung in ihrem Inneren geht zu einem großen Teil auf Erneuerungsarbeiten in den Jahren 1910/1912 zurück. Letzte Änderungen erfolgten in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Erwähnenswert bezüglich der noch erhaltenen künstlerischen Innenausstattung sind die Ausmalung des Berliner Professors August Oetken, das überlebensgroße Kruzifix des Schweizer Bildhauers Franz Tavella, die Verzierungen an Kanzel, Taufe, Empore und Kirchengestühl in sogenannter Tiroler Flachschnitzerei von August Mattausch und die im Jahr 1910 eingebaute Schuke-Orgel. Bis 1805 diente der Kirchhof um die St. Andreaskirche als Begräbnisstätte. Er war mit einer Kirchhofmauer umgeben, durchbrochen von vier Eingängen. Die neue Begräbnisstätte legte die Stadt im darauf folgenden Jahr außerhalb des damaligen Stadtgebietes im Südwesten der Altstadt am Weinbergsweg an.

Breite Straße 21735 Mittelstraße/Breite Straße 89/Breite Straße 11/Straße der DSF 21 Gärtnergut, bis 1801 am Hohen Steinweg/Ecke Neue Straße gelegen – ein kleines Gärtchen hinter dem Haus – ein Garten vor dem Machnower Tor – ein Rücken Land in der Schönower Straße – neue Wiese im Tiefen Bruch – zwei inalienable Kaveln Eigentümer: Um 1760 Bethge, Christian Ludwig, Gastwirt. 1781 Bethge, Christian Ludwig jun., Sohn des VE, Erbvergleich, 177 Rthlr.736 Um 1801 Bethge, Peter, Ackerbürger und Ratmann, Grundstückstausch mit dem Magistrat.737 1805 Bethge, Henning, Soldat und Ackerbürger, Sohn des VE, Kaufvertrag,1500 Rthlr. 1825 Ebel, Wilhelm, Ackerbürger und Brauer, Kaufvertrag, 1000 Rthlr. 1843 Krause, Johann Friedrich, Kaufmann, Kaufvertrag, 1800 Rthlr. 1857/58 Abschreibungen: Die zwei inalienablen Kaveln. 1858 Reibe, Carl Friedrich, Bäckermeister, Kaufvertrag, 1500 Rthlr. 1877 Kümmel, Friedrich August, Kaufmann, Schwiegersohn des VE, Kaufvertrag, 7500 RM. 1919 Scherrinsky, Theodor, Zimmermann, Kaufvertrag, 17 000 RM. 735 736 737

BLHA, AG Potsdam, GA Teltow, Bd. II, Bl. 89 fol. 211/215, alte Hyp. Nr. 37 fol. 73/74. Wie seine Vorgänger Eigentümer des ehemaligen Grundstückes im Hohen Steinweg, welches bei der Anlegung der Neuen Straße aufgegeben werden musste. Er besaß das Grundstück am Hohen Steinweg an der Ecke zur Neuen Straße, welches nach dem Brand 1801 für die Anlegung einer neuen Straße aufgegeben werden musste. Im Gegenzug erhielt er durch Tausch ein am Kirchhof gelegenes stadteigenes Grundstück und zusätzlich noch stadteigene Flächen zum Ausgleich. Die alte Hypothekennummer 37 fol. 73/74 des aufgegebenen Grundstückes wurde für das eingetauschte Grundstück übernommen.

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