Epe (Bramsche)/Neusiedlungen: Unterschied zwischen den Versionen
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== Siedlung "Malgartener Straße" und "Sögelner Allee" == | == Siedlung "Malgartener Straße" und "Sögelner Allee" == | ||
Bis 1820 existierten in Malgarten lediglich die Gebäude des Klostergutes. An den Wegen nach Sögeln und Epe gab es noch keinerlei Gebäude. Selbst 100 Jahre später waren erst vier Häuser vorhanden. Erst in den 20er und 30er Jahren, nachdem die Klosterkammer hier Grundstücke verkaufte bzw. in Erbpacht vergab, entstanden weitere Wohnhäuser und landwirtschaftliche Kleinbetriebe. | |||
'''Hof und Gastwirtschaft Aulbert, Malgartener Str. 171'''<ref>StAO Rep.450 Bers. Akz.21/84 Nr.447</ref> | |||
Koordinaten N/O: | |||
Am 4. Februar 1820 erhielt der Verwalter Voigt des Gutes Sögeln die Erlaubnis, ein neues Gasthaus in Malgarten zu bauen. Unterstützung erhielt er vom damaligen Amtsleiter, dem Drost von Uslar. Das Grundstück hatte Voigt von der Klosterverwaltung in Erbpacht erhalten. Bereits am 29. September 1820 konnte er die Gast- und Schenkwirtschaft eröffnen. Friedrich Carl Wilhelm VOIGT aus Ludinghausen bei Lemgo (*1771, +1829) und seine Frau Johanna Maria Elise geb. HERCULES aus Hannover (*1776, 1848) betrieben offenbar auch die Gastwirtschaft Kronenburg in Hesepe. Dieser Voigt war es also der das erste private Haus in Malgarten erbaute. Es war ein langes Gebäude und stand direkt an der Ecke Malgartener Straße entlang der Sögelner Allee.<ref>StAO K 22 Malgarten Nr.5H</ref> | |||
Bereits 1824 verkaufte Voigt den Besitz an Friedrich Hartmann, der im gleichen Jahr auch eine Konzession als Gast- und Schenkwirt erhielt. Johann Theodor Gottfried HARTMANN (*1790, +1855) kam gebürtig aus Ankum und war seit 1820 mit Maria Catharina Adelheit geb. HOLSTEIN aus Rieste (*1801, +1830) und in zweiter Ehe seit 1832 mit Charlotte Dorothea Amalie geb. NIEHENKE aus Ostercappeln (*1791, +1856) verheiratet.<ref>StAO Rep.950 Bra. Nr.501</ref> Beim Kauf wurde ihm versichert, daß keine weitere Wirtschaft in Malgarten eingerichtet würde. Daraufhin steckte er all sein Geld in das Geschäft. Er vergrößerte das Gebäude und baute sogar einen Tanzsaal an. Als einziger Gast- und Schenkwirt in Malgarten machte er sicherlich gute Geschäfte. Malgarten war zum Verwaltungsmittelpunkt geworden, der viele Menschen anzog und somit auch den Umsatz der Wirtschaft hob. Dies zeigten auch seine Aktivitäten außerhalb Malgartens. Zur damaligen Zeit mußte jeder Wirt, wollte er auf einem Fest Getränke ausschenken, eine Genehmigung des Amtes vorweisen. Am 22. Juni 1839 erhielt Hartmann z.B. die Erlaubnis, am nächsten Johannistage auf Lage geistige Getränke auszuschenken. | |||
Seit 1820 versuchte auch Hellmich seine frühere Schenkkonzession wiederzuerlangen. Offenbar hatte aber Hartmann die besseren Beziehungen. Während Hellmich es immer wieder versuchte, konterte Hartmann, wie im Jahre 1836, mit Beschuldigungen, daß Hellmich ohne Konzession Branntwein ausgeschenkt habe. Als aber im Jahre 1837 Hellmich auch eine Schenkkonzession und 1841 eine Konzession als Gastwirt erhielt, beschwerte sich Hartmann bei den Behörden und verwies auf die damalige Zusicherung, daß er allein in Malgarten eine Gast- und Schenkwirtschaft betreiben dürfe. Seine Fremdenzimmer bestanden 1841 allerdings lediglich aus einer "sehr schlechten Logikammer". Seitdem aber Hellmich die Konzession besaß, war sein Geschäft stark zurückgegangen und er hatte deswegen bereits die Brennerei aufgeben müssen. Ob Hartmann die genannte Schnapsbrennerei eingerichtet hatte oder bereits der Vorbesitzer Voigt, ist nicht verzeichnet. Dagegen findet sich allerdings der Hinweis, daß Hartmann "nur billigen Fusel" gebrannt habe. | |||
Im Jahre 1851 beschloß die Gemeinde, daß Hartmann eine zusätzliche Steuer von jährlich 2,5 T. zu entrichten habe. Am 8. April des gleichen Jahres übergab Friedrich Hartmann das Geschäft an seinen Schwiegersohn August Friedrich Wilhelm HIEP aus Osnabrück (*1828, +1880), der 1851 die Tochter Anna Christina Auguste HARTMANN (*1826, +1855) heiratete.<ref>StAO Rep.950 Bra. Nr.463/Nr.501</ref> In 2. Ehe war er seit 1856 mit Marie Sophie NIEMEYER aus Hannover (*1828) verheiratet. Wie fast alle Gewerbetreibenden, betrieb auch Hiep nebenbei eine kleine Landwirtschaft. Das Liegenschaftsbuch von 1876 verzeichnet 5 Parzellen Land mit einer Größe von 3,5202 ha. | |||
Nach dem Tode von Wilhelm Hiep erwarben Johann Hermann KLEUKER und seine Frau Johanne geb. ROTT am 8. Januar 1881 das gesammte Anwesen aus dem Nachlaß von Hiep.<ref>BN 31.12.1907</ref> Interessent war auch der Sohn des damaligen Gemeindevorstehers Frankamp. Am 8. Februar des Jahres erhielt Kleuker die Konzession zur Betreibung einer Gast- und Schenkwirtschaft. Sowohl das Amt wie auch die Gemeinde hatten hierzu ihre Einwilligung erteilt. Bei der darüber beschließenden Gemeindeversammlung hatte Kleuker anschließend für alle einen ausgegeben. Es scheint ein feuchtfröhlicher Abend geworden zu sein, bei dem mehrere Personen zu viel getrunken hatten. Dieses erfuhr auch der Amtshauptmann Wyneken, der daraufhin den Bramscher Gendarm Bolz anwies zu untersuchen, ob es stimme, daß Kleuker die Leute bestochen habe. Dann nämlich wäre die Abstimmung ungültig. Offenbar ließ sich dieses aber nicht belegen. Neben Gastwirt und Landwirt war Hermann Kleuker auch als Auktionator tätig und um 1896/1900 Vertreter der Norddeutschen Hagel-Versicherungs-Gesellschaft.<ref>BN 13.5.1896/ 5.5.1900</ref> | |||
Um den Jahreswechsel 1891/92 brannte die Gastwirtschaft Kleuker ab. Da eine Brandversicherung bestand, konnte bald darauf ein neues Gebäude errichtet werden. Es ist das noch heute vorhandene Haus Aulbert. Neben einem Wirtschaftshof entstand ein zweigeschossiges Gasthaus mit einem Saal im Obergeschoß. Offenbar entstand mit dem Neubau auch eine Kegelbahn, die aber 1908 nicht mehr vorhanden war. Als landwirtschaftliche Nebengebäude sind 1895 Viehstall, Backhaus, Pferdestall und Kohlenschuppen verzeichnet.<ref>StAO Rep.540 Bers. Nr.97</ref> Neben großen Tanzveranstaltungen fanden im Saal auch Theateraufführungen statt. Schon aus dem Jahre 1898 wird von einer solchen Veranstaltung in Malgarten berichtet. Damals wurde im Saal Kleuker das Stück "Mein Leopold", eine Posse mit Gesang in fünf Akten, aufgeführt.<ref>BN 7.5.1898</ref> | |||
Im Jahre 1904 stand Kleuker zusammen mit Hellmich vor dem Schöffengericht in Malgarten. Beide wurden beschuldigt, dem Heuermann Meyer aus Hesepe zu viel Schnaps verabreicht und gegen die Polizeiordnung verstoßen zu haben. | |||
Anfang November 1907 entschloß sich Hermann Kleuker zum Verkauf seines Anwesens.<ref>BN 2.11.1907</ref> Da sich zunächst offenbar kein Käufer fand, verzögerte sich der Verkauf. Am 28. Dezember 1907 starb jedoch der inzwischen 78jährige Johann Hermann Kleuker.<ref>BN 31.12.1907</ref> Erst seine Witwe konnte schließlich das Anwesen für 23.500 M. an Hermann STROTHMANN(*1873, +1938) und dessen Frau Else geb. WEBER aus Lengerich verkaufen. Sie übernahmen zum 1. April 1908 ihren neuen Besitz in Malgarten.<ref>BN 14.3.1908</ref> | |||
Hermann Strothmann, weit und breit als "Piepen Herm" bekannt, verstand es scheinbar sehr gut, eine Gastwirtschaft zu führen. Verschiedene regelmäßige Festlichkeiten und Bälle, besonders aber die Malgartener Kirmes, waren stets ein Höhepunkt im Kirchspiel Bramsche. Auch bestand zu dieser Zeit ein Skatclub mit Beamten des Amtsgerichtes, den Eper Lehrern und Eper Bürgern, dessen Höhepunkt das jährliche Skatfest im Saal Strothmann war. Daneben fanden hier Hochzeitsfeiern, nach dem 2. Weltkrieg die Maskenbälle des Sportvereins und zum 1. Mai jeweils ein Maifest mit Tanz, Karussells und Schießbuden statt. Noch heute sind einige amüsante Geschichten aus dieser Zeit bekannt. | |||
Im Jahre 1940 heiratete die Tochter Hilde STROTHMANN, Wilhelm AULBERT aus Föckinghausen bei Melle(*1906, +1985), die nun den Betrieb übernahmen. Der Gastwirtschaft angegliedert war nach wie vor der landwirtschaftliche Hof. Neben gepachteten Ländereien der Klosterkammer bewirtschaftete man rund 4,5 ha eigenes Land<ref>Mutterrolle Epe, StB</ref>. | |||
Während des Krieges wurde der Saal von der deutschen Wehrmacht beschlagnahmt und als Kleiderkammer für die Soldaten der nahen Flugplätze genutzt. Bei Kriegsende plünderten serbische und polnische Besatzungssoldaten das Lager und quartierten sich kurzzeitig hier ein. Danach diente der Saal bis 1947 zur Aufnahme von Flüchtlingen. Zwar war er bereits im Herbst des Jahres wieder frei, doch wurde er erst im Juni 1950 von der britischen Besatzung freigegeben. Nach einer Renovierung konnte er noch im gleichen Monat wieder eröffnet werden.<ref>BN 20.6.1950</ref> | |||
Wie in früherer Zeit üblich, betrieben die ländlichen Gasthäuser auch einen Kolonialwarenladen. Der im Hause Aulbert bestand bis 1961. | |||
Im Jahre 1966 heiratete der Sohn Heinrich (gen. Heino) AULBERT Erna Luise Elke HOLTGREVE aus Hesepe. Sie ließen den Saal im Obergeschoß zu einer Wohnung umbauen und übernahmen die Wirtschaft in Malgarten. Während Heino Aulbert bis 1993 den Hof in Malgarten und den Hof Holtgreve in Hesepe führte - inzwischen sind die meisten Ländereien verpachtet - und seit 1987 noch als Tankwagenfahrer des Milchhofes Osnabrück tätig war, führte seine Frau Elke die Gastwirtschaft, die sich durch eine gutbürgerliche Küche einen Namen machte. Nach einem Umbau 1985 stand ein weiterer geräumiger Gastraum zur Verfügung. | |||
Die Verlegung der Straßenkreuzung 1974 - beide Straßen verliefen zuvor direkt am Haus vorbei - machte die Anlegung eines Parkplatzes und größerer Gartenanlagen möglich. | |||
'''Haus Tschöke, Malgartener Str. 169''' | |||
Koordinaten N/O: | |||
Das Haus wurde von Georg Burghard Palm im Jahre 1863 erbaut. Zumindest legte man bei Umbauten in jüngerer Zeit einen | |||
Holzbalken mit dieser Jahreszahl frei. Es war neben der Gastwirtschaft Aulbert das zweite Haus jenseits der Hase. | |||
Auch Palm betrieb neben seiner Amtstätigkeit zunächst eine kleine Landwirtschaft auf Pachtländereien der Klosterkammer. 1876 ist das Grundstück Georg Palm mit 2.540 qm verzeichnet und 1901 mit 2.419 qm<ref>Mutterrolle Epe, StB</rev>. | |||
Georg Burghard PALM (*1818, +1876) kam gebürtig aus Schwarmstedt und war von 1859 bis zu seinem Tode Amtssekretär des Amtes Vörden zu Malgarten. Aus seiner 1867 in Vörden geschlossenen Ehe mit Anna Catharine Elise WEHMEYER aus Vörden (*1844, +1931) gingen drei Kinder hervor. Der Sohn Otto PALM (*1869, +1922) war Rechtsanwalt und Justizrat in Celle<ref>BN 15./16.12.1922</ref>, der Sohn Georg PALM (*1872) war zu dieser Zeit Bankdirektor in Dresden und die Tochter Marie Sophie Toni PALM (+1952) ab 1895 mit dem Sanitätsrat Dr. FOCKE (+1908) in Bramsche verheiratet<ref>BN 14.8.1895/30.4.1908</ref>. Nach dem Tod der Mutter zog sie 1935 in das Haus in Malgarten, wo sie von Emma Meiners bis zu ihrem Tode 1952 versorgt wurde. Danach wohnten hier kurzzeitig die Familien RUTH, STEINMEYER, KAMPMEYER und der Briefträger NENTWICH. | |||
Im Jahre 1955 erwarben der gebürtig aus Hollenau in Schlesien stammende Schlachtermeister Alfons TSCHÖKE und seine Frau Maria geb. HEIMANN das Haus. Nach Umbauten und Renovierungen wohnt hier nun die Familie von Tochter Marianne TSCHÖKE und ihrem Mann Bernd GREVE. | |||
'''Haus Communität Jesus Caritas (CJC), Malgartener Str. 167''' | |||
Koordinaten N/O: | |||
Das Haus wurde im Jahre 1909 als landwirtschaftlicher Hof von Heinrich Tackenberg errichtet. Johann Heinrich TACKENBERG (*1854, +1939), gebürtig aus Pente, war ab 1880 mit Anna Friederike geb. SCHWALENBERG (*1854, +1938) verheiratet. Sie lebten zumindest seit 1882 in der Gemeinde Epe. 1912 übernahmen der Schwiegersohn Heinrich TIMPER, gebürtig aus Bieste, und seine Frau Josefine TACKENBERG den Hof. Neben Pachtländereien der Klosterkammer konnte er ab 1923 auch rund 5,5 ha durch Enteignung erhaltene Ödländereien im Wittenfelde bewirtschaften<ref>BN 12.6.1923</ref>. 1933 verfügte der Hof über 5,6886 ha eigenes Land.<ref>Mutterrolle Epe, StB</ref> Im Jahre 1930 ließ man das Hofgebäude erweitern und baute 1935 eine große Scheune<ref>BN 1.3.1935</ref>. | |||
Der Schwiegersohn Arnold KRÄMER (*1924, +1997), gebürtig aus Vörden, und seine Frau Elisabeth geb. TIMPER (*1924, +2010) bewirtschafteten den Hof von 1951 bis 1975. Arnold Krämer war von 1968 bis 1976 im Eper Gemeinderat bzw. Ortsrat tätig und ab 1972 stellvertretender Ortsbürgermeister. 1975 kaufte die Familie Krämer den ehemaligen Hof Uthmann in Rieste und verließ die Gemeinde Epe. Die Gebäude in Malgarten wurden an den Nachbarn verkauft, der sie vermietete. Zunächst richtete 1976 Helmut Grünebaum dort eine Werkstatt für Installation und Heizungsbau mit einem Ladengeschäft ein.<ref>BN 21.3.1984</ref> Er zog im Herbst 1981 nach Bramsche<ref>BN 21.3.1983</ref> und die Communität Jesus Caritas (CJC) übernahm das Haus. | |||
Die CJC, ein überörtlicher christlicher Verein unter der Leitung von Pfarrer Anton Behrens, baute den Hof in Selbsthilfe um. Danach beherbergte er neben Wohnungen und Versammlungsräumen u.a. eine Druckerei und zeitweise den Malgartener Dorfladen, der 1997 sogar noch vergrößert wurde.<ref>BN 29.05./02.06.1997</ref> | |||
'''Haus und Werkstatt Quebbemann, Malgartener Str. 165''' | |||
Koordinaten N/O: | |||
Fritz QUEBBEMANN (*1903, +1979), von Beruf Schmied und Hufschmied, kam gebürtig aus Sögeln und errichtete 1929/30 in Malgarten zunächst eine Schmiede. Nach Fertigstellung des Wohnhauses im Jahre 1932 heiratete er Auguste HARIG aus Markendorf bei Melle, die er bei seiner Arbeit auf dem Gut Ostenwalde kennengelernt hatte. | |||
Größere Um- und Ausbauten erfolgten 1949. Die bisherige Werkstatt wurde aufgestockt und im Erdgeschoß ein Verkaufsladen für Haus- und Wirtschaftsgeräte eingerichtet. Links daneben entstand eine neue Werkstatt, in der zu dieser Zeit bereits fünf Arbeiter beschäftigt wurden.<ref>BN 15.10.1949</ref> Im Jahre 1958 konnte hinter der Werkstatt eine weitere Werkstatthalle errichtet werden. | |||
Während die Arbeit als Hufschmied abnahm, erweiterte Quebbemann den Bereich Landmaschinen. Er verkaufte Güldner-Traktoren und baute Anhänger. Später kamen Wasser- und Heizungsbau im Namen eines anderen Meisters hinzu. Nachdem Helmut Grünebaum seine Meisterprüfung gemacht hatte, übernahm er von 1974 bis 1976 den Installationsbetrieb.<ref>BN 21.3.1984</ref> | |||
1967 zog sich Fritz Quebbemann aus dem Landmaschinenbetrieb zurück und verpachtete die Werkstatt auf 10 Jahre an Hermann Bockstiegel. Obwohl dieser 1970 die Malgartener Mühlen ersteigerte und auch dort eine Werkstatt einrichtete, erfüllte er den Pachtvertrag mit Quebbemann und betrieb beide Werkstätten gleichzeitig. 1978 zog Bockstiegel in die alte Mühle um, während die Werkstatt Quebbemann an Dieter Krelage verpachtet wurde der hier bis 2004 eine Landmaschinenwerkstatt betrieb. Inzwischen betreibt die Firma Lücke-Schröder aus Hunteburg die Werkstatt weiter.<ref>BN 09.07.2010</ref> Der Laden wurde weiter von Fritz Quebbemann und der Tochter Edith geführt. | |||
'''Hof Luttmer, Malgartener Str. 163''' | |||
Koordinaten N/O: | |||
Hermann LUTTMER und Frau Elisabeth geb. BLÖMER kamen gebürtig aus Rieste und zogen 1921 nach Malgarten. Hier wohnten sie zunächst im Torhaus des Klosters, bevor sie 1922 an der damaligen Lindenstraße bauten. Im Jahre 1927 wurde der Viehstall errichtet, 1949 die Stallungen nach hinten erweitert und 1959 die Scheune mit Durchfahrt gebaut. Hermann Luttmer war 43 Jahre Bahnwärter und betrieb die Landwirtschaft auf Pachtländereien der Klosterkammer als Nebenerwerb. | |||
Nachfolger wurden der Sohn Heinrich LUTTMER (*1922, +2011) und seine Frau Luise geb. RÖVEKAMP (*1926, +1987), die die Wirtschaft des Hofes weiterführten. Von 1967 bis 1977 lebte die Familie auf dem ehemaligen Hof Kottmann in Epe, während Hermann Bockstiegel das Haus in Malgarten bewohnte. 1985 gab man die Landwirtschaft weitgehend auf. 1992/93 erfolgte der Ausbau des Hauses und der Nebengebäude zu fünf Wohnungen; drei sind vermietet und zwei wurden von den Söhnen Hans-Jürgen LUTTMER mit Frau Elke geb. SALOMO und Andreas LUTTMER mit Frau Christiane geb. REMME bezogen. | |||
'''Hof Thomann, Malgartener Str. 159''' | |||
Koordinaten N/O: | |||
Der Hof wurde 1910/11 vom Heuermann und Straßenwärter Hermann MEIER (*1865, +1937) und seiner Frau Lina geb. KOCH errichtet. Er stammte gebürtig aus Ueffeln und war fast 30 Jahre Wegewärter.<ref>BN 28.3.1936</ref> Nach der Heirat seiner Tochter Anna MEIER (*1899, +1984) mit Otto THOMANN aus Achmer übernahmen diese 1924 die Wirtschaft des Hofes. Nach und nach erweiterten sie die Landwirtschaft und die Gebäude zu einem Vollerwerbsbetrieb. Neben Pachtländereien der Klosterkammer bewirtschaftete man 1959 rund 2,5 ha eigenes Land<ref>Mutterrolle Epe, StB</ref>. | |||
Von 1934 bis 1944 war Otto Thomann Bürgermeister der Gemeinde Epe. Durch einen Racheakt polnischer Kriegsgefangener kam er am 2. Mai 1945 gewaltsam ums Leben. | |||
In einem kleinen Nebengebäude des Hofes war während des Krieges ein Gefängnis eingerichtet. Nach dem Krieg diente das Häuschen einigen Flüchtlingsfamilien als Unterkunft. Am 25. Februar 1975 brannte das Gebäude ab.<ref>BN 27.2.1975</ref> | |||
Hoferbe wurde der Sohn Otto THOMANN, seit 1957 mit Gerda geb. EICHLER verheiratet, und führte die Landwirtschaft als Vollerwerb weiter. Sie errichteten 1977 das den Wirtschaftsgebäuden angegliederte neue Wohnhaus. | |||
Der sich der Osnabrücker-Herdbuch-Gesellschaft angeschlossene Hof Thomann konnte Anfang Dezember 1993 ein besonderes Ereignis feiern. Die Schwarzbunte Milchkuh "Mira" überschritt die Milchleistung von 100.000 Litern, was von Nachbarn und Freunden der Familie entsprechend gefeiert wurde.<ref>BN 4.12.1993</ref> | |||
Im Rahmen der Dorferneuerung in Epe wurden die alten Gebäude umgebaut und mehrere Wohnungen eingerichtet. Die Landwirtschaft wurde nur noch als Nebenerwerb betrieben. | |||
Erbe wurden Uwe THOMANN und seine Frau Anita geb. FLOTTEMESCH. | |||
'''Hof Grünebaum, Malgartener Str. 160''' | |||
Koordinaten N/O: | |||
Im Jahre 1931 errichteten Hermann GRÜNEBAUM und seine Frau Agnes geb. SCHWALENBERG diesen Hof. Neben der Landwirtschaft auf Pachtländereien der Klosterkammer fertigte er Holzschuhe und machte Hausschlachtungen. Der Sohn Hermann GRÜNEBAUM mit seiner Frau Hilde geb. WALTER bauten die Landwirtschaft und die Gebäude weiter aus. Erbe und Nachfolger als Landwirt wurde der Sohn Reiner GRÜNEBAUM. Nach einem Ausbau des Wohnhauses 1989/91 heiratete er 1993 Doris NIEMANN aus Eggermühlen. | |||
Im Jahre 2003 stellte die Kuh „Olympia“ aus dem Stall Grünebaum mit bisher 100.000 Litern Milch ein Rekordergebnis auf.<ref>BN 14.07.2003</ref> | |||
'''Haus Korte, Malgartener Str. 162''' | |||
Koordinaten N/O: | |||
Der Schuster Franz KORTE kam gebürtig aus Rieste und betrieb seit Juli 1931 eine Werkstatt auf dem Hof Grünebaum.<ref>Einwohnermeldeamt Bramsche</ref> 1932/33 errichtete er für 3.000 RM ein neues Wohnhaus und heiratete im Juli 1933 Maria MEYER aus Rechterfeld bei Visbek. Aufsehen erregte damals ihr origineller Brautgutwagen. Der Vorreiter saß auf einem bekränzten Ochsen und der Wagen wurde von einem bekränzten Bullen gezogen.<ref>BN 10.7.1933</ref> | |||
Neben seiner Arbeit als Schuster hielt Franz Korte ein paar Ziegen und Schweine. Zwei Zimmer im Dachgeschoß des Hauses waren 1934/35 an Heinrich RIEKE aus Bramsche und danach bis 1950 an Otto und Anni JOHANNES vermietet. | |||
Mit Ausbruch des Krieges wurde das Geschäft geschlossen. Franz Korte kam aus dem Felde nicht zurück und gilt als vermißt. Nach dem Krieg wurde die Werkstatt zunächst von Frau OEVERMANN mit Kindern und der Flüchtlingsfamilie KUSCH bewohnt. Im August 1950 eröffnete der Flüchtling und Schuhmachermeister Martin SCHOLZ wieder die Schusterwerkstatt<ref>BN 7.8.1950</ref> und wohnte mit Frau Elly geb. FISCHER (OO 1928) oben im Haus. Nachdem er 1968 Rentner wurde, gab er die Werkstatt auf und zog nach Sandkrug bei Oldenburg. | |||
Werner KORTE erlernte ebenfalls das Schusterhandwerk, heiratete 1960 Hedwig STRIETHORST aus Ankum und betrieb die Schusterei im Haus zeitweise als Nebenerwerb. Seine Mutter war von 1969 bis 1989 Küsterin der Klosterkirche Malgarten. | |||
1991/92 wurde das Haus um eine Wohnung vergrößert und von Tochter Marion KORTE und ihrem Mann Kirsten BOROWSKI bezogen. | |||
'''Haus Klose, Malgartener Str. 164''' | |||
Koordinaten N/O: | |||
Im Februar 1932 richtete der Schneidermeister Franz SCHNÄKER aus Rieste auf dem Hof Timper in Malgarten eine Schneiderstube ein.<ref>Einwohnermeldeamt Bramsche</ref> 1933 baute er sein eigenes Haus, legte im März des Jahres seine Meisterprüfung ab<ref>BN 29.3.1933</ref> und heiratete noch im gleichen Jahr. | |||
Auch seine Frau Katharina geb. KOTTE bestand im Juli 1936 ihre Meisterprüfung als Schneiderin.<ref>BN 17.7.1936</ref> Beide betrieben die Schneiderei bis 1939. Franz Schnäker wurde zum Kriegsdienst eingezogen und verlor im Krieg seinen rechten Arm. Damit konnte er seinen Beruf nicht mehr ausüben und fand nach dem Krieg eine neue Beschäftigung im Gemeindebüro in Rieste. Er zog nach dort um und vermietete das Haus in Malgarten. | |||
Dr. MERTENS, der 1949 kurze Zeit im Haus Weber an der Sögelner Allee wohnte, richtete danach eine Arztpraxis im Haus Schnäker ein. Während die Praxis in den oberen Räumen untergebracht war, wohnte die Familie im Erdgeschoß. Am 15. November 1953 eröffnete Dr. Mertens eine neue Arztpraxis an der Jahnstraße in Bramsche.<ref>BN 14.11.1953</ref> Mieter des Schnäkerschen Hauses waren danach Hermann KRÜMBERG und Walter BENSCH. Im Jahre 1968 erwarb der Tiefbauingenieur Alfred KLOSE das Gebäude und zog hier ein. | |||
'''Haus Möller, Malgartener Str. 166''' | |||
Koordinaten N/O: | |||
Der gebürtig aus Hörsten stammende Wagenbauer Josef Möller ließ 1936 dieses Haus mit Werkstatt errichten und konnte Ende Oktober des Jahres seine Stellmacherei eröffnen.<ref>BN 26./31.10.1936</ref> Daneben betrieb er eine kleine Landwirtschaft. Um 1960 gab er die Werkstatt auf und die Firma Bannas in Lappenstuhl übernahm die Werkstatteinrichtung. Josef MÄLLER war in erster Ehe mit Agnes geb. GIESKE aus Vörden, in zweiter Ehe mit Anna geb. HAGEDORN aus Neuenkirchen i.O. und in dritter Ehe mit Paula geb. BÖCKMANN aus Nordlohne verheiratet. Nach Umbauten des Hauses lebt hier heute die Familie von Sohn Herbert MÖLLER und seiner Frau Gerda geb. CLAUSING aus Hesepe. | |||
Helmut Möller „Tummel“ *09.10.1938, +20.03.2009 (BN 25./26.03.2009)) | |||
'''Haus Müller, Malgartener Str. 168''' | |||
Koordinaten N/O: | |||
Dieses Gebäude, ein Fertighaus, wurde vom Reichsbahnrat Franz TIMMERS 1946 errichtet. Er kam durch die AHENA, ein ausgebomtes Düsseldorfer Lebensmittelunternehmen, 1943 nach Malgarten und war 1948 Initiator und Mitbegründer des Sportvereins SC Epe - Malgarten. Neben Herrn Timmers wohnten hier als Mieter Frau WOLF, Ewald HURRELBRINK und die Familie EXTRA. Bereits 1949 zog Timmers nach Münster und das Haus erwarben Willi SCHWERING (*1919, +1959) und seine Frau Helga geb. HEESE aus Rieste.<ref>BN 1.12.1949/27.2.1959</ref> Sie betrieben hier für kurze Zeit eine Lohndrescherei und richteten nach einigen Umbauten 1950 einen Kolonialwarenladen ein<ref>BN 12.4.1950</ref>, der ebenfalls nur kurz bestand. Auf Grund finanzieller Schwierigkeiten übernahm Wilhelm Müller aus Rieste das Haus. Nach dem Tod von Willi Schwering (1959) blieb seine Witwe als Mieterin im oberen Teil des Hauses, während ab Oktober 1952<ref>Einwohnermeldeamt Bramsche</ref> der Friseur Gustav WOBKER (*1902, +1962) und seine Frau Erna das Erdgeschoß bewohnten und einen Frisiersalon für Herren einrichteten. | |||
Gustav Wobker wurde zu einem Malgartener Original. Bei ihm konnte man sich jederzeit die Haare schneiden lassen, ob Tag oder Nacht, ob Alltag oder Sonntag. Wenn die Arbeit getan war, kamen die Karten auf den Tisch. Bei ihm war immer was los! | |||
Nach dem Tode von Gustav Wobker<ref>BN 18.10.1962</ref> übernahm das junge Friseurehepaar MESCHEDER aus Lingen den Frisiersalon. Doch bereits nach wenigen Jahren gaben sie das Geschäft in Malgarten auf. Nach Umbauten lebt hier seit 1970 die Familie BOHN als Mieter. | |||
'''Haus Reiter, Malgartener Str. 170''' | |||
Koordinaten N/O: | |||
Karl Reiter, gebürtig aus Essen im Ruhrgebiet, baute das Haus in den Jahren 1947/48 in Eigenleistung. Die Steine für Keller und Ringmauer besorgte er sich vom Flugplatz und vermauerte auch Straßenpflaster. Die Innenwände errichtete er zunächst aus Lehm. Bei einem großen Regen weichte jedoch alles auf und brach in sich zusammen. | |||
Karl REITER (*1905, +1977) lebte bereits seit Juli 1934 mit seiner Frau Erna geb. STÖLTING (*1913, +2002) in Malgarten.<ref>Einwohnermeldeamt Bramsche</ref> Ähnlich wie Gustav Wobker war auch er ein echtes Original. Nach dem Einzug in sein neues Haus machte er sich selbständig. Er richtete ein Fischgeschäft mit Räucherei im Haus ein, fuhr mit einem Verkaufswagen von Ort zu Ort und besuchte damit auch Kirmessen und Schützenfeste. Selbst gefischt hat er u.a. im Vallenmoor. 1950 legte er die Meisterprüfung als Schlachter ab<ref>BN 9.11.1950</ref> und betätigte sich als Hausschlachter. Daneben züchtete er Bienen, Brieftauben und Hühner. Um 1957/58 gab er das Geschäft auf und arbeitete bei verschiedenen Firmen als Schlachtermeister. | |||
Heute wird das Haus von der Familie des Sohnes Ottowald REITER und seiner Frau Monika geb. TESSMANN bewohnt. | |||
'''Haus Staarmann, Malgartener Str. 172''' | |||
Koordinaten N/O: | |||
Heinz STAARMANN, gebürtig aus Rieste, kam bereits im März 1947 nach Malgarten und erlernte bei Schnäker das Schneiderhandwerk. Im Jahre 1950 baute er das Haus und heiratete 1951 Magda HÜLSMANN aus Rieste. Er machte sich sofort selbständig und richtete im Haus ein Geschäft ein. 1959 erfolgte ein Anbau und 1976 und 1989 ein Umbau. Seit 1971 betreibt Heinz Staarmann das Geschäft als Nebenerwerb. | |||
'''Haus Weber, Sögelner Allee 24''' | |||
Koordinaten N/O: | |||
Das Haus wurde 1922/23 vom Mühlenpächter Wilhelm SCHÜRMEYER gebaut. Daran erinnert noch heute das neben dem Eingang eingemauerte Sandsteinrelief mit der Darstellung einer Wassermühle und dem Spruch "IN EINEM KÜHLEN GRUNDE DA GEHT EIN MÜHLENRAD". Eine derartige "Villa" machte in der damaligen Zeit auf die hiesige Landbevölkerung einen starken Eindruck. Als Frau Johannes das fertige Haus sah, sagte sie erstaunt: "O Gott, O Gott, son schönet Hus - dat giff et ja garnich - de Lühe bruket in Himmel garnich in, de hept'n ol up Erden!" | |||
Wegen finanzieller Schwierigkeiten mußte Schürmeyer das Haus 1925 verkaufen. Neuer Besitzer des großzügigen Hauses mit Küche, Badezimmer, Diele, 10 Wohnräumen, Zentralheizung und elektrischem Licht sowie einem Garten von 2.337 qm wurde der Rentner Christian ROST, gebürtig aus Rheine.<ref>BN 27.7./2.9.1925</ref> Im Jahre 1933 verkaufte der Färbereibesitzer Rost das Haus an den pensionierten Oberpostinspektor HUNOLD aus Bochum. Rost verzog nach Osnabrück.<ref>BN 12.4.1933</ref> | |||
Während des 2. Weltkrieges waren im Haus Polen und Serben und nach dem Krieg Flüchtlinge untergebracht. Im Herbst 1948 mußten drei Flüchtlingsfamilien ihre Wohnungen in der Villa Hunold räumen. Sie wurden für Bedienstete der Besatzungsmacht beschlagnahmt. Nach Auflösung der englischen Dienststelle auf dem Flugplatz Vörden wurden die Räume im Dezember 1949 frei und konnten im Mai 1950 wieder von drei Flüchtlingsfamilien belegt werden.<ref>BN 3.5.1950</ref> Zeitweise sollen sechs Familien hier gelebt haben, u.a. die Flüchtlingsfamilien OEVERMANN und WEIß. | |||
Durch Vermittlung von Oskar Grundke konnten 1956 Willi WEBER (+1974) und Frau Paula geb. LUTUM aus Osterfeine (*1923, +2008) das Haus erwerben. Sie betrieben in Osterfeine eine Gastwirtschaft mit Bäckerei und Lebensmittelhandel und unterhielten Verkaufsstände am Dümmer. Daneben waren sie schon damals in der Hühnerzucht tätig. Sie gaben mit dem Umzug nach Malgarten den gepachteten Betrieb in Osterfeine auf und verlegten sich ganz auf Hühnerzucht und Hühneraufzucht. So entstand schon kurze Zeit später ein großer Hühnerstall hinter dem Wohnhaus in Malgarten. Er wurde mit Reed vom Dümmer von dortigen Handwerkern gedeckt. Später entstand daneben ein zweiter Hühnerstall. Bis 1960 unterhielt man zudem noch einen Hof mit Hühnerzucht in Haldem. 1965 entstand die Brüterei links vom Wohnhaus, in der bis um 1972 für die Firma Hy-Line das Brutgeschäft betrieben wurde. Etwa zweimal pro Woche schlüpften die Küken, die dann von japanischen Fachleuten sortiert wurden. Nach dem tragischen Unglücksfall von Sohn Hans 1971 und dem Tod von Willi Weber 1974 gab man das aufreibende Geschäft der Hühnerzucht auf und widmete sich ganz der Hühnerhaltung. Während zunächst die Bodenhaltung praktiziert wurde, stellte man um 1969 auf Käfighaltung um. 1989 kam man wieder zur Bodenhaltung zurück. | |||
Das Gebäude der Brüterei war zeitweise an die Firma Lacroix & Kress als Lager vermietet. 1984 pachteten Helmut Pommerenke und Josef Poske aus Epe das Gebäude und richtete hier eine Textildruckerei ein. | |||
Erbe wurden der Sohn Wolfgang WEBER, der 1978 Irmgard WÜBBOLD heiratete und später das Erbe Wübbold in Rieste annahm. | |||
Das Haus in Malgarten erwarb die Familie BAUERMANN. Anette Bauermann betreibt hier den Verein „Natural Horsesense – Förderverein für indianisches Reiten und Horsemanship“<ref>BN 28.08.2006</ref> | |||
'''Haus Richter, Sögelner Allee 20''' | |||
Koordinaten N/O: | |||
Im Jahre 1925 errichtete der Tischler Heinrich August GRÜNEBAUM zunächst die Tischlerwerkstatt und im Jahre 1927 das Wohnhaus. Er hatte im Mai 1924 seine Meisterprüfung gemacht<ref>BN 26.5.1924</ref> und heiratete noch im gleichen Jahr seine Braut Maria WIERTZ. Erbin wurde die Tochter Helene GRÜNEBAUM, die 1950 den Tischlermeister Friedrich RICHTER aus Engelern heiratete. Er führte die Tischlerei bis 1968 weiter. Über der alten Tischlerei entstand 1963/64 eine Wohnung, in der zunächst Sohn Heinz RICHTER mit seiner Frau Marlies geb. LUTTMER und heute die Familie von Sohn Leo RICHTER und seiner Frau Margret geb. STUCKENBERG und die Schwester Christiane RICHTER wohnt. | |||
'''Haus Rövekamp, Sögelner Allee 18''' | |||
Koordinaten N/O: | |||
Josef GRÜNEBAUM, der Vater von obigem Heinrich Grünebaum baute dieses Haus im Jahre 1925 und betrieb hier eine Landwirtschaft. Neben Pachtländereien der Klosterkammer bewirtschaftete er 1934 mit seiner Frau Christine geb. HITLENKÄMPER 3,2164 ha eigenes Land<ref>Mutterrolle Epe, StB</ref>. Die Familie Grünebaum lebte zuvor im Erbwohnhaus des früheren Hofes Gudenrath, das heute nicht mehr vorhanden ist. Hier betrieb man neben der Landwirtschaft eine Tischlerei. Gebürtig stammt die Familie aus der Gegend von Wiedenbrück und ist seit 1894 in der Gemeinde ansässig. | |||
Erbe wurden der Sohn Josef GRÜNEBAUM, der im letzten Kriegsjahr fiel, und seine Frau Franziska geb. SCHWARBERG aus Rieste. Nachdem deren Sohn Josef Grünebaum 1960 im Wittenfelde gesiedelt hatte, wurde das Haus an die Familie Rövekamp verkauft. | |||
Franz RÖVEKAMP und seine Frau Maria geb. KORTE betrieben hier weiter eine kleine Landwirtschaft. Nach seinem Tod 1975<ref>BN 6.8.1975</ref> ging das Erbe an den Sohn Franz RÖVEKAMP über, der hier nach wie vor als Landwirt tätig ist. | |||
Version vom 30. Januar 2012, 18:21 Uhr
Eper Neusiedlungen
An dieser Stelle finden sie alle Gebäude in Epe die zwischen 1803 und 1950 entstanden sind.
Einzelhöfe und -häuser
Einzelhöfe und -häuser also Gebäude, die keiner Siedlung zuzuordnen sind - eine Ausnahme bildet das Amtsrichterhaus in Malgarten - sind nachfolgend verzeichnet.
Amtsrichterhaus Malgarten, Am Kloster 2
Koordinaten N/O:
Das Gebäude wurde im Jahre 1820 links der Klosterzufahrt erbaut. In dem etwa 46 x 11 m großen Haus waren an der nördlichen Seite ein Kuhstall nach westfälischer Bauart, ein Pferdestall für drei Pferde und eine Diele eingerichtet.[1] Des weiteren bestand hier ein Pferdestall für die Eigenbehörigen und Pflichtigen des Klosters.[2] Der heutige Garten war früher Ackerland und wurde um 1860 vom damaligen Amtsrichter zu einem Park angelegt. Die Gräften in diesem Bereich nutzte er als Fischteiche.
1957 ließ man die große Diele herrichten und eine Zentralheizung anlegen und 1958 wurde das Dachgeschoß ausgebaut und ein neues Dach mit Dachgauben erstellt.[3] Der kleine Anbau an der Ostseite des Gebäudes entstand im gleichen Jahr. 1961/62 wurde das gesamte Haus renoviert und neue Toiletten und Waschräume eingebaut.[4]
Bis 1932 bewohnte der jeweilige Amtsrichter des Amtes Vörden bzw. des Gerichtsbezirks Malgarten dieses Gebäude. Nach Aufhebung des Amtsgerichtes blieb das Haus zunächst ungenutzt. In den Jahren 1934 - 1936 diente es als Verwaltungsgebäude des im Kloster eingerichteten Hilfswerklagers der SA. Mit dem 1. Juli 1937 übernahm die Möser-Mittelschule aus Osnabrück neben dem Kloster auch dieses Haus auf zwanzig Jahre in Pacht und baute es zu einem Landschulheim aus.[5] Im Mai 1938 verpachteten sie das Gebäude an die Kreisleitung der NSDAP Osnabrück-Stadt, die hier eine Kreisschule der NSDAP einrichtete. Im September und Oktober 1938 diente das Amtsrichterhaus vorübergehend als Lager für rund 150 sudetendeutsche Flüchtlinge.[6] Von 1945 bis 1950 beherbergte das Haus ein Altersheim für rund 50 Flüchtlinge und Vertriebene.[7] Nach einer Renovierung nahm die Möser-Mittelschule im September 1950 wieder den Landschulheimbetrieb auf.[8] Mit Erfüllung des Pachtvertrages wurde das Gebäude zum 1. Juli 1957 an die Deutsche Jugend des Ostens (DJO), Landesverband Niedersachsen, verpachtet und als Jugend- und Schullandheim bis zum 1. September 1990 weiter genutzt.
Zusammen mit dem Kloster kam Ende der 1980er Jahre auch das alte Amtsrichterhaus in Privatbesitz. Nach 1990 waren hier zunächst rußland-deutsche Übersiedlerfamilien untergebracht. Nach einer gründlichen Renovierung entstanden neben Wohnungen auch das Restaurant „Zum Amtsrichter“ im früheren Wirtschaftsteil des Hauses. Seit seiner Eröffnung im Jahre 2000 fanden hier zahlreiche Ausstellungen, Lesungen und musikalische Darbietungen statt.[9]
Haus Kuckuck, nicht mehr vorhanden[10]
Koordinaten N/O:
Das Haus Kuckuck, im Volksmund Kuckucksburg genannt, lag am Vördener Damm, am südlichen Ende des Hemeskamp, zwischen dem Hof Hundeling und dem Ahrensbach und wurde um 1833 vom Schneider Johann Friedrich KUCKUCK (*1798, +1855), gebürtig aus Neuenkirchen bei Vörden, und seiner Frau Catharina Maria geb. DÖRGES (*1799, +1868)angelegt. Ein Anfang 1834 eingereichtes Gesuch auf Erteilung einer Schenkkonzession wurde abgelehnt, weil er keinen guten Ruf hatte. Man befürchtete, es würde sich in einer so einsam gelegenen Schenke am vielbefahrenen Vördener Damm wohl nur Gesindel einfinden. Erbe wurde der Sohn und Schneider Johann Heinrich KUCKUCK (*1834), der 1867 Catharina Maria Helene JOHANNS aus Sögeln (*1843) heiratete. Nach dem Liegenschaftsbuch von 1876 besaßen sie zwei Parzellen Land mit einer Größe von 1.550 qm. Das Gebäude brannte um 1880 ab und wurde nicht wiedererrichtet. Das Land erwarb der Gastwirt Kleuker in Malgarten.
Armenhaus Epe, nicht mehr vorhanden[11]
Koordinaten N/O:
Verschiedene wirtschaftliche Faktoren führten um die Mitte des 19. Jahrhunderts auch in Epe zu einer Erhöhung der Armut. Um die Unterstützungskosten der Gemeinde zu drücken, entschloß sich Epe im Jahre 1866 zum Bau eines Armenhauses. Im März des Jahres begannen Verhandlungen über einen passenden Bauplatz. Zunächst erklärte sich Niemann bereit, ein Grundstück zwischen dem Revierdamm und dem Vördener Damm, in der Nähe des Hofes Elhorn bereit zu stellen. Doch dieses Angebot verwarf man. Daraufhin machte Schwegmann ein Angebot und stellte am Revierdamm von Epe nach Schleptrup 1 Mg. Grund zur Verfügung. Auch dieser Vorschlag fand keine Mehrheit. Am 21. Juni 1866 bot dann Kottmann ein Grundstück nahe dem Hof Krelage an, das allgemein Zustimmung fand. Nach der Wahl einer Baukommission, der die Bauern Kottmann und Fischer sowie der Zimmermeister Kotte angehörten, fand in der Ratssitzung vom 28. August die Vergabe der Arbeiten statt: den Transport von 3.000 Steinen und 1/4 Rute Bruchsteine übernahm Hundeling für 38 T., der Schenkwirt Warning lieferte 8 Tonnen Kalk zu je 5 Gr. und Kottmann übernahm für 1 T. 20 Gr. die Planierung und Erhöhung des Bauplatzes. Darüber hinaus erklärte sich Bauer Hundeling bereit, sämtliche Maurerarbeiten für 19 T. innerhalb von drei Wochen auszuführen.
Leider fehlen nähere Angaben zum Gebäude oder über die spätere Belegung des Armenhauses. Nach einem Beschluß von 1880 wurde für jede Wohnung eine jährliche Miete von 24 M. erhoben und diese insgesamt 48 M. in die Gemeindekasse gegeben. Demnach standen im Armenhaus zwei Wohnungen zur Verfügung. Der Zustand der Unterkünfte muß jedoch schlecht gewesen sein, denn erst 1881 beschloß man, die "Stuben im hiesigen Armenhaus" zu verputzen und 1886 baute Hundeling für 21 M. einen Abort.
Mit dem Aufkommen der Sozialversicherungen verringerten sich die sozialen Pflichten der Gemeinde. Das Armenhaus wurde überflüssig und mit Beschluß vom 17. März 1910 abgebrochen.
Haus Kotte, Malgartener Str. 118
Koordinaten N/O:
Das Haus entstand 1925 als landwirtschaftlicher Hof mit Diele. Die 1923 auf dem elterlichen Hof Kotte eröffnete Bäckerei und den 1924 begonnenen Mehlhandel konnte man nun ausweiten. 1927 heiratete Goswin KOTTE (*1896, +1996), Maria Elisabeth NIEPORTE aus Malgarten. Nach dem Bau eines Viehstalles 1929, errichtete man im alten Viehstall des Hauses 1930 eine Mühle. Nachdem Rudolf Kuhlmann den einzigen Eper Kolonialwarenhandel aufgab und nach Sögeln zog, eröffnete Kotte 1932 einen Lebensmittelhandel. Erste Umbauten des Hauses erfolgten mit Aufgabe der Landwirtschaft 1959. 1964 wurde der bisherige Verkaufsraum um die alte Diele erweitert und ein Selbstbedienungsladen der VeGe-Kette eingerichtet. Ende der 1980er Jahre schloß man sich dem Einkaufsverband Centra an. 1964 machte der Sohn Goswin KOTTE seine Meisterprüfung als Bäcker und heiratete 1965 Ursula GRAMANN aus Quakenbrück. Sie errichteten 1973 das neue Wohnhaus Malgartener Str.118a und gaben 1977/78 den Mühlenbetrieb mit Landhandel auf. 1986 wurde das alte Gebäude aufgestockt und umgebaut und die Wohnung im Obergeschoß seit 1989 vermietet. Zwei weitere Wohnungen entstanden 1993/94 nach Umbauarbeiten des angrenzenden Stalles. Zum 12. Februar 1994 gab die Familie Kotte das Geschäft auf.
Forsthaus Malgarten, Haus Langefeld, Sögelner Allee 27
Koordinaten N/O:
Das zunächst am Ellerbusch geplante Forsthaus wurde nach Einspruch der Landwirte 1953/54 am Mühlenbruch errichtet. Als Nachfolger des bisherigen Försters Gieth mit Dienstsitz in Lage, kam am 10. Juni 1954 der Oberforstwart Georg LANGEFELD, seit 1933 mit Erna geb. SCHULTE IN DEN BÄUMEN (*1910, +1995) verheiratet, von Bohmte nach Malgarten. Nach dem Einzug in das neue Haus, errichteten sie auf der sog. Insel, zwischen den beiden Hasearmen in Malgarten, einen Hühnerstall. Für eine Zuwegung sorgte die Klosterkammer, die einen Steg über die Hase bauen ließ. Neben seiner Tätigkeit als Forstwart betrieben Georg und Erna Langefeld auf Pachtländereien der Klosterkammer eine kleine Landwirtschaft. Die Kühe wurden erst 1974 abgeschafft. Haus und Grundstück am Mühlenbruch - im Volksmund wurde der Weg auch "St. Georgs Allee" genannt - konnte die Familie Langefeld erwerben.
Die Zuständigkeit von Langefeld umfaßte den Klosterforst Malgarten und Lage. Nach seiner Pensionierung 1968 führten die jeweiligen Amtsinhaber von Rulle, die Herren Timpe und Nordmeyer, die Dienststelle Malgarten von dort aus bis 1980 weiter. In diesem Jahr kam der Malgartener Klosterforst in einer Größe von 228 ha durch Kauf an den Staat und wird nun von der Revierförsterei Hesepe des Forstamtes Bersenbrück verwaltet.[12]
Die von der Malgartener Forstwarte eingesetzten Arbeiter Bernhard Möllmann, Paul Wübbold, Franz Walter und Heinrich Kreutzmann sind vielen noch bekannt. Stammkneipe war die Gastwirtschaft Aulbert. Zahlreiche lustige Begebenheiten halten diese Truppe in lebhafter Erinnerung.
Haus Schwarzer, Malgartener Str.138
Koordinaten N/O:
Das Haus wurde 1950/51 vom Schneidermeister Manfred SCHWARZER (*1924, +2008), gebürtig aus Schellewalde in Oberschlesien, errichtet.[13] 1952 heiratete er die Nachbarstochter Irmgard HEDEMANN. Manfred Schwarzer war besonders dem Sportverein verbunden. Er war von 1949-1954 und von 1967-1968 Jugendwart und von 1956-1961 Schatzmeister des SC Epe-Malgarten.[14] Bis 1959 war er in Epe als selbständiger Schneidermeister tätig. 1993/94 ließ die Familie Schwarzer das Haus erweitern und umklinkern. Harald und Anke Schwarzer, Rainer und Astrid Schwarzer (BN 02.09.2008)
Siedlung "Malgartener Straße" und "Sögelner Allee"
Bis 1820 existierten in Malgarten lediglich die Gebäude des Klostergutes. An den Wegen nach Sögeln und Epe gab es noch keinerlei Gebäude. Selbst 100 Jahre später waren erst vier Häuser vorhanden. Erst in den 20er und 30er Jahren, nachdem die Klosterkammer hier Grundstücke verkaufte bzw. in Erbpacht vergab, entstanden weitere Wohnhäuser und landwirtschaftliche Kleinbetriebe.
Hof und Gastwirtschaft Aulbert, Malgartener Str. 171[15]
Koordinaten N/O:
Am 4. Februar 1820 erhielt der Verwalter Voigt des Gutes Sögeln die Erlaubnis, ein neues Gasthaus in Malgarten zu bauen. Unterstützung erhielt er vom damaligen Amtsleiter, dem Drost von Uslar. Das Grundstück hatte Voigt von der Klosterverwaltung in Erbpacht erhalten. Bereits am 29. September 1820 konnte er die Gast- und Schenkwirtschaft eröffnen. Friedrich Carl Wilhelm VOIGT aus Ludinghausen bei Lemgo (*1771, +1829) und seine Frau Johanna Maria Elise geb. HERCULES aus Hannover (*1776, 1848) betrieben offenbar auch die Gastwirtschaft Kronenburg in Hesepe. Dieser Voigt war es also der das erste private Haus in Malgarten erbaute. Es war ein langes Gebäude und stand direkt an der Ecke Malgartener Straße entlang der Sögelner Allee.[16]
Bereits 1824 verkaufte Voigt den Besitz an Friedrich Hartmann, der im gleichen Jahr auch eine Konzession als Gast- und Schenkwirt erhielt. Johann Theodor Gottfried HARTMANN (*1790, +1855) kam gebürtig aus Ankum und war seit 1820 mit Maria Catharina Adelheit geb. HOLSTEIN aus Rieste (*1801, +1830) und in zweiter Ehe seit 1832 mit Charlotte Dorothea Amalie geb. NIEHENKE aus Ostercappeln (*1791, +1856) verheiratet.[17] Beim Kauf wurde ihm versichert, daß keine weitere Wirtschaft in Malgarten eingerichtet würde. Daraufhin steckte er all sein Geld in das Geschäft. Er vergrößerte das Gebäude und baute sogar einen Tanzsaal an. Als einziger Gast- und Schenkwirt in Malgarten machte er sicherlich gute Geschäfte. Malgarten war zum Verwaltungsmittelpunkt geworden, der viele Menschen anzog und somit auch den Umsatz der Wirtschaft hob. Dies zeigten auch seine Aktivitäten außerhalb Malgartens. Zur damaligen Zeit mußte jeder Wirt, wollte er auf einem Fest Getränke ausschenken, eine Genehmigung des Amtes vorweisen. Am 22. Juni 1839 erhielt Hartmann z.B. die Erlaubnis, am nächsten Johannistage auf Lage geistige Getränke auszuschenken.
Seit 1820 versuchte auch Hellmich seine frühere Schenkkonzession wiederzuerlangen. Offenbar hatte aber Hartmann die besseren Beziehungen. Während Hellmich es immer wieder versuchte, konterte Hartmann, wie im Jahre 1836, mit Beschuldigungen, daß Hellmich ohne Konzession Branntwein ausgeschenkt habe. Als aber im Jahre 1837 Hellmich auch eine Schenkkonzession und 1841 eine Konzession als Gastwirt erhielt, beschwerte sich Hartmann bei den Behörden und verwies auf die damalige Zusicherung, daß er allein in Malgarten eine Gast- und Schenkwirtschaft betreiben dürfe. Seine Fremdenzimmer bestanden 1841 allerdings lediglich aus einer "sehr schlechten Logikammer". Seitdem aber Hellmich die Konzession besaß, war sein Geschäft stark zurückgegangen und er hatte deswegen bereits die Brennerei aufgeben müssen. Ob Hartmann die genannte Schnapsbrennerei eingerichtet hatte oder bereits der Vorbesitzer Voigt, ist nicht verzeichnet. Dagegen findet sich allerdings der Hinweis, daß Hartmann "nur billigen Fusel" gebrannt habe.
Im Jahre 1851 beschloß die Gemeinde, daß Hartmann eine zusätzliche Steuer von jährlich 2,5 T. zu entrichten habe. Am 8. April des gleichen Jahres übergab Friedrich Hartmann das Geschäft an seinen Schwiegersohn August Friedrich Wilhelm HIEP aus Osnabrück (*1828, +1880), der 1851 die Tochter Anna Christina Auguste HARTMANN (*1826, +1855) heiratete.[18] In 2. Ehe war er seit 1856 mit Marie Sophie NIEMEYER aus Hannover (*1828) verheiratet. Wie fast alle Gewerbetreibenden, betrieb auch Hiep nebenbei eine kleine Landwirtschaft. Das Liegenschaftsbuch von 1876 verzeichnet 5 Parzellen Land mit einer Größe von 3,5202 ha.
Nach dem Tode von Wilhelm Hiep erwarben Johann Hermann KLEUKER und seine Frau Johanne geb. ROTT am 8. Januar 1881 das gesammte Anwesen aus dem Nachlaß von Hiep.[19] Interessent war auch der Sohn des damaligen Gemeindevorstehers Frankamp. Am 8. Februar des Jahres erhielt Kleuker die Konzession zur Betreibung einer Gast- und Schenkwirtschaft. Sowohl das Amt wie auch die Gemeinde hatten hierzu ihre Einwilligung erteilt. Bei der darüber beschließenden Gemeindeversammlung hatte Kleuker anschließend für alle einen ausgegeben. Es scheint ein feuchtfröhlicher Abend geworden zu sein, bei dem mehrere Personen zu viel getrunken hatten. Dieses erfuhr auch der Amtshauptmann Wyneken, der daraufhin den Bramscher Gendarm Bolz anwies zu untersuchen, ob es stimme, daß Kleuker die Leute bestochen habe. Dann nämlich wäre die Abstimmung ungültig. Offenbar ließ sich dieses aber nicht belegen. Neben Gastwirt und Landwirt war Hermann Kleuker auch als Auktionator tätig und um 1896/1900 Vertreter der Norddeutschen Hagel-Versicherungs-Gesellschaft.[20] Um den Jahreswechsel 1891/92 brannte die Gastwirtschaft Kleuker ab. Da eine Brandversicherung bestand, konnte bald darauf ein neues Gebäude errichtet werden. Es ist das noch heute vorhandene Haus Aulbert. Neben einem Wirtschaftshof entstand ein zweigeschossiges Gasthaus mit einem Saal im Obergeschoß. Offenbar entstand mit dem Neubau auch eine Kegelbahn, die aber 1908 nicht mehr vorhanden war. Als landwirtschaftliche Nebengebäude sind 1895 Viehstall, Backhaus, Pferdestall und Kohlenschuppen verzeichnet.[21] Neben großen Tanzveranstaltungen fanden im Saal auch Theateraufführungen statt. Schon aus dem Jahre 1898 wird von einer solchen Veranstaltung in Malgarten berichtet. Damals wurde im Saal Kleuker das Stück "Mein Leopold", eine Posse mit Gesang in fünf Akten, aufgeführt.[22]
Im Jahre 1904 stand Kleuker zusammen mit Hellmich vor dem Schöffengericht in Malgarten. Beide wurden beschuldigt, dem Heuermann Meyer aus Hesepe zu viel Schnaps verabreicht und gegen die Polizeiordnung verstoßen zu haben. Anfang November 1907 entschloß sich Hermann Kleuker zum Verkauf seines Anwesens.[23] Da sich zunächst offenbar kein Käufer fand, verzögerte sich der Verkauf. Am 28. Dezember 1907 starb jedoch der inzwischen 78jährige Johann Hermann Kleuker.[24] Erst seine Witwe konnte schließlich das Anwesen für 23.500 M. an Hermann STROTHMANN(*1873, +1938) und dessen Frau Else geb. WEBER aus Lengerich verkaufen. Sie übernahmen zum 1. April 1908 ihren neuen Besitz in Malgarten.[25] Hermann Strothmann, weit und breit als "Piepen Herm" bekannt, verstand es scheinbar sehr gut, eine Gastwirtschaft zu führen. Verschiedene regelmäßige Festlichkeiten und Bälle, besonders aber die Malgartener Kirmes, waren stets ein Höhepunkt im Kirchspiel Bramsche. Auch bestand zu dieser Zeit ein Skatclub mit Beamten des Amtsgerichtes, den Eper Lehrern und Eper Bürgern, dessen Höhepunkt das jährliche Skatfest im Saal Strothmann war. Daneben fanden hier Hochzeitsfeiern, nach dem 2. Weltkrieg die Maskenbälle des Sportvereins und zum 1. Mai jeweils ein Maifest mit Tanz, Karussells und Schießbuden statt. Noch heute sind einige amüsante Geschichten aus dieser Zeit bekannt. Im Jahre 1940 heiratete die Tochter Hilde STROTHMANN, Wilhelm AULBERT aus Föckinghausen bei Melle(*1906, +1985), die nun den Betrieb übernahmen. Der Gastwirtschaft angegliedert war nach wie vor der landwirtschaftliche Hof. Neben gepachteten Ländereien der Klosterkammer bewirtschaftete man rund 4,5 ha eigenes Land[26].
Während des Krieges wurde der Saal von der deutschen Wehrmacht beschlagnahmt und als Kleiderkammer für die Soldaten der nahen Flugplätze genutzt. Bei Kriegsende plünderten serbische und polnische Besatzungssoldaten das Lager und quartierten sich kurzzeitig hier ein. Danach diente der Saal bis 1947 zur Aufnahme von Flüchtlingen. Zwar war er bereits im Herbst des Jahres wieder frei, doch wurde er erst im Juni 1950 von der britischen Besatzung freigegeben. Nach einer Renovierung konnte er noch im gleichen Monat wieder eröffnet werden.[27] Wie in früherer Zeit üblich, betrieben die ländlichen Gasthäuser auch einen Kolonialwarenladen. Der im Hause Aulbert bestand bis 1961. Im Jahre 1966 heiratete der Sohn Heinrich (gen. Heino) AULBERT Erna Luise Elke HOLTGREVE aus Hesepe. Sie ließen den Saal im Obergeschoß zu einer Wohnung umbauen und übernahmen die Wirtschaft in Malgarten. Während Heino Aulbert bis 1993 den Hof in Malgarten und den Hof Holtgreve in Hesepe führte - inzwischen sind die meisten Ländereien verpachtet - und seit 1987 noch als Tankwagenfahrer des Milchhofes Osnabrück tätig war, führte seine Frau Elke die Gastwirtschaft, die sich durch eine gutbürgerliche Küche einen Namen machte. Nach einem Umbau 1985 stand ein weiterer geräumiger Gastraum zur Verfügung. Die Verlegung der Straßenkreuzung 1974 - beide Straßen verliefen zuvor direkt am Haus vorbei - machte die Anlegung eines Parkplatzes und größerer Gartenanlagen möglich.
Haus Tschöke, Malgartener Str. 169
Koordinaten N/O:
Das Haus wurde von Georg Burghard Palm im Jahre 1863 erbaut. Zumindest legte man bei Umbauten in jüngerer Zeit einen
Holzbalken mit dieser Jahreszahl frei. Es war neben der Gastwirtschaft Aulbert das zweite Haus jenseits der Hase.
Auch Palm betrieb neben seiner Amtstätigkeit zunächst eine kleine Landwirtschaft auf Pachtländereien der Klosterkammer. 1876 ist das Grundstück Georg Palm mit 2.540 qm verzeichnet und 1901 mit 2.419 qmReferenzfehler: Für ein <ref>-Tag fehlt ein schließendes </ref>-Tag., der Sohn Georg PALM (*1872) war zu dieser Zeit Bankdirektor in Dresden und die Tochter Marie Sophie Toni PALM (+1952) ab 1895 mit dem Sanitätsrat Dr. FOCKE (+1908) in Bramsche verheiratet[28]. Nach dem Tod der Mutter zog sie 1935 in das Haus in Malgarten, wo sie von Emma Meiners bis zu ihrem Tode 1952 versorgt wurde. Danach wohnten hier kurzzeitig die Familien RUTH, STEINMEYER, KAMPMEYER und der Briefträger NENTWICH.
Im Jahre 1955 erwarben der gebürtig aus Hollenau in Schlesien stammende Schlachtermeister Alfons TSCHÖKE und seine Frau Maria geb. HEIMANN das Haus. Nach Umbauten und Renovierungen wohnt hier nun die Familie von Tochter Marianne TSCHÖKE und ihrem Mann Bernd GREVE.
Haus Communität Jesus Caritas (CJC), Malgartener Str. 167
Koordinaten N/O:
Das Haus wurde im Jahre 1909 als landwirtschaftlicher Hof von Heinrich Tackenberg errichtet. Johann Heinrich TACKENBERG (*1854, +1939), gebürtig aus Pente, war ab 1880 mit Anna Friederike geb. SCHWALENBERG (*1854, +1938) verheiratet. Sie lebten zumindest seit 1882 in der Gemeinde Epe. 1912 übernahmen der Schwiegersohn Heinrich TIMPER, gebürtig aus Bieste, und seine Frau Josefine TACKENBERG den Hof. Neben Pachtländereien der Klosterkammer konnte er ab 1923 auch rund 5,5 ha durch Enteignung erhaltene Ödländereien im Wittenfelde bewirtschaften[29]. 1933 verfügte der Hof über 5,6886 ha eigenes Land.[30] Im Jahre 1930 ließ man das Hofgebäude erweitern und baute 1935 eine große Scheune[31].
Der Schwiegersohn Arnold KRÄMER (*1924, +1997), gebürtig aus Vörden, und seine Frau Elisabeth geb. TIMPER (*1924, +2010) bewirtschafteten den Hof von 1951 bis 1975. Arnold Krämer war von 1968 bis 1976 im Eper Gemeinderat bzw. Ortsrat tätig und ab 1972 stellvertretender Ortsbürgermeister. 1975 kaufte die Familie Krämer den ehemaligen Hof Uthmann in Rieste und verließ die Gemeinde Epe. Die Gebäude in Malgarten wurden an den Nachbarn verkauft, der sie vermietete. Zunächst richtete 1976 Helmut Grünebaum dort eine Werkstatt für Installation und Heizungsbau mit einem Ladengeschäft ein.[32] Er zog im Herbst 1981 nach Bramsche[33] und die Communität Jesus Caritas (CJC) übernahm das Haus.
Die CJC, ein überörtlicher christlicher Verein unter der Leitung von Pfarrer Anton Behrens, baute den Hof in Selbsthilfe um. Danach beherbergte er neben Wohnungen und Versammlungsräumen u.a. eine Druckerei und zeitweise den Malgartener Dorfladen, der 1997 sogar noch vergrößert wurde.[34]
Haus und Werkstatt Quebbemann, Malgartener Str. 165
Koordinaten N/O:
Fritz QUEBBEMANN (*1903, +1979), von Beruf Schmied und Hufschmied, kam gebürtig aus Sögeln und errichtete 1929/30 in Malgarten zunächst eine Schmiede. Nach Fertigstellung des Wohnhauses im Jahre 1932 heiratete er Auguste HARIG aus Markendorf bei Melle, die er bei seiner Arbeit auf dem Gut Ostenwalde kennengelernt hatte. Größere Um- und Ausbauten erfolgten 1949. Die bisherige Werkstatt wurde aufgestockt und im Erdgeschoß ein Verkaufsladen für Haus- und Wirtschaftsgeräte eingerichtet. Links daneben entstand eine neue Werkstatt, in der zu dieser Zeit bereits fünf Arbeiter beschäftigt wurden.[35] Im Jahre 1958 konnte hinter der Werkstatt eine weitere Werkstatthalle errichtet werden. Während die Arbeit als Hufschmied abnahm, erweiterte Quebbemann den Bereich Landmaschinen. Er verkaufte Güldner-Traktoren und baute Anhänger. Später kamen Wasser- und Heizungsbau im Namen eines anderen Meisters hinzu. Nachdem Helmut Grünebaum seine Meisterprüfung gemacht hatte, übernahm er von 1974 bis 1976 den Installationsbetrieb.[36]
1967 zog sich Fritz Quebbemann aus dem Landmaschinenbetrieb zurück und verpachtete die Werkstatt auf 10 Jahre an Hermann Bockstiegel. Obwohl dieser 1970 die Malgartener Mühlen ersteigerte und auch dort eine Werkstatt einrichtete, erfüllte er den Pachtvertrag mit Quebbemann und betrieb beide Werkstätten gleichzeitig. 1978 zog Bockstiegel in die alte Mühle um, während die Werkstatt Quebbemann an Dieter Krelage verpachtet wurde der hier bis 2004 eine Landmaschinenwerkstatt betrieb. Inzwischen betreibt die Firma Lücke-Schröder aus Hunteburg die Werkstatt weiter.[37] Der Laden wurde weiter von Fritz Quebbemann und der Tochter Edith geführt.
Hof Luttmer, Malgartener Str. 163
Koordinaten N/O:
Hermann LUTTMER und Frau Elisabeth geb. BLÖMER kamen gebürtig aus Rieste und zogen 1921 nach Malgarten. Hier wohnten sie zunächst im Torhaus des Klosters, bevor sie 1922 an der damaligen Lindenstraße bauten. Im Jahre 1927 wurde der Viehstall errichtet, 1949 die Stallungen nach hinten erweitert und 1959 die Scheune mit Durchfahrt gebaut. Hermann Luttmer war 43 Jahre Bahnwärter und betrieb die Landwirtschaft auf Pachtländereien der Klosterkammer als Nebenerwerb. Nachfolger wurden der Sohn Heinrich LUTTMER (*1922, +2011) und seine Frau Luise geb. RÖVEKAMP (*1926, +1987), die die Wirtschaft des Hofes weiterführten. Von 1967 bis 1977 lebte die Familie auf dem ehemaligen Hof Kottmann in Epe, während Hermann Bockstiegel das Haus in Malgarten bewohnte. 1985 gab man die Landwirtschaft weitgehend auf. 1992/93 erfolgte der Ausbau des Hauses und der Nebengebäude zu fünf Wohnungen; drei sind vermietet und zwei wurden von den Söhnen Hans-Jürgen LUTTMER mit Frau Elke geb. SALOMO und Andreas LUTTMER mit Frau Christiane geb. REMME bezogen.
Hof Thomann, Malgartener Str. 159
Koordinaten N/O:
Der Hof wurde 1910/11 vom Heuermann und Straßenwärter Hermann MEIER (*1865, +1937) und seiner Frau Lina geb. KOCH errichtet. Er stammte gebürtig aus Ueffeln und war fast 30 Jahre Wegewärter.[38] Nach der Heirat seiner Tochter Anna MEIER (*1899, +1984) mit Otto THOMANN aus Achmer übernahmen diese 1924 die Wirtschaft des Hofes. Nach und nach erweiterten sie die Landwirtschaft und die Gebäude zu einem Vollerwerbsbetrieb. Neben Pachtländereien der Klosterkammer bewirtschaftete man 1959 rund 2,5 ha eigenes Land[39]. Von 1934 bis 1944 war Otto Thomann Bürgermeister der Gemeinde Epe. Durch einen Racheakt polnischer Kriegsgefangener kam er am 2. Mai 1945 gewaltsam ums Leben. In einem kleinen Nebengebäude des Hofes war während des Krieges ein Gefängnis eingerichtet. Nach dem Krieg diente das Häuschen einigen Flüchtlingsfamilien als Unterkunft. Am 25. Februar 1975 brannte das Gebäude ab.[40] Hoferbe wurde der Sohn Otto THOMANN, seit 1957 mit Gerda geb. EICHLER verheiratet, und führte die Landwirtschaft als Vollerwerb weiter. Sie errichteten 1977 das den Wirtschaftsgebäuden angegliederte neue Wohnhaus. Der sich der Osnabrücker-Herdbuch-Gesellschaft angeschlossene Hof Thomann konnte Anfang Dezember 1993 ein besonderes Ereignis feiern. Die Schwarzbunte Milchkuh "Mira" überschritt die Milchleistung von 100.000 Litern, was von Nachbarn und Freunden der Familie entsprechend gefeiert wurde.[41] Im Rahmen der Dorferneuerung in Epe wurden die alten Gebäude umgebaut und mehrere Wohnungen eingerichtet. Die Landwirtschaft wurde nur noch als Nebenerwerb betrieben. Erbe wurden Uwe THOMANN und seine Frau Anita geb. FLOTTEMESCH.
Hof Grünebaum, Malgartener Str. 160
Koordinaten N/O:
Im Jahre 1931 errichteten Hermann GRÜNEBAUM und seine Frau Agnes geb. SCHWALENBERG diesen Hof. Neben der Landwirtschaft auf Pachtländereien der Klosterkammer fertigte er Holzschuhe und machte Hausschlachtungen. Der Sohn Hermann GRÜNEBAUM mit seiner Frau Hilde geb. WALTER bauten die Landwirtschaft und die Gebäude weiter aus. Erbe und Nachfolger als Landwirt wurde der Sohn Reiner GRÜNEBAUM. Nach einem Ausbau des Wohnhauses 1989/91 heiratete er 1993 Doris NIEMANN aus Eggermühlen. Im Jahre 2003 stellte die Kuh „Olympia“ aus dem Stall Grünebaum mit bisher 100.000 Litern Milch ein Rekordergebnis auf.[42]
Haus Korte, Malgartener Str. 162
Koordinaten N/O:
Der Schuster Franz KORTE kam gebürtig aus Rieste und betrieb seit Juli 1931 eine Werkstatt auf dem Hof Grünebaum.[43] 1932/33 errichtete er für 3.000 RM ein neues Wohnhaus und heiratete im Juli 1933 Maria MEYER aus Rechterfeld bei Visbek. Aufsehen erregte damals ihr origineller Brautgutwagen. Der Vorreiter saß auf einem bekränzten Ochsen und der Wagen wurde von einem bekränzten Bullen gezogen.[44] Neben seiner Arbeit als Schuster hielt Franz Korte ein paar Ziegen und Schweine. Zwei Zimmer im Dachgeschoß des Hauses waren 1934/35 an Heinrich RIEKE aus Bramsche und danach bis 1950 an Otto und Anni JOHANNES vermietet.
Mit Ausbruch des Krieges wurde das Geschäft geschlossen. Franz Korte kam aus dem Felde nicht zurück und gilt als vermißt. Nach dem Krieg wurde die Werkstatt zunächst von Frau OEVERMANN mit Kindern und der Flüchtlingsfamilie KUSCH bewohnt. Im August 1950 eröffnete der Flüchtling und Schuhmachermeister Martin SCHOLZ wieder die Schusterwerkstatt[45] und wohnte mit Frau Elly geb. FISCHER (OO 1928) oben im Haus. Nachdem er 1968 Rentner wurde, gab er die Werkstatt auf und zog nach Sandkrug bei Oldenburg. Werner KORTE erlernte ebenfalls das Schusterhandwerk, heiratete 1960 Hedwig STRIETHORST aus Ankum und betrieb die Schusterei im Haus zeitweise als Nebenerwerb. Seine Mutter war von 1969 bis 1989 Küsterin der Klosterkirche Malgarten. 1991/92 wurde das Haus um eine Wohnung vergrößert und von Tochter Marion KORTE und ihrem Mann Kirsten BOROWSKI bezogen.
Haus Klose, Malgartener Str. 164
Koordinaten N/O:
Im Februar 1932 richtete der Schneidermeister Franz SCHNÄKER aus Rieste auf dem Hof Timper in Malgarten eine Schneiderstube ein.[46] 1933 baute er sein eigenes Haus, legte im März des Jahres seine Meisterprüfung ab[47] und heiratete noch im gleichen Jahr. Auch seine Frau Katharina geb. KOTTE bestand im Juli 1936 ihre Meisterprüfung als Schneiderin.[48] Beide betrieben die Schneiderei bis 1939. Franz Schnäker wurde zum Kriegsdienst eingezogen und verlor im Krieg seinen rechten Arm. Damit konnte er seinen Beruf nicht mehr ausüben und fand nach dem Krieg eine neue Beschäftigung im Gemeindebüro in Rieste. Er zog nach dort um und vermietete das Haus in Malgarten.
Dr. MERTENS, der 1949 kurze Zeit im Haus Weber an der Sögelner Allee wohnte, richtete danach eine Arztpraxis im Haus Schnäker ein. Während die Praxis in den oberen Räumen untergebracht war, wohnte die Familie im Erdgeschoß. Am 15. November 1953 eröffnete Dr. Mertens eine neue Arztpraxis an der Jahnstraße in Bramsche.[49] Mieter des Schnäkerschen Hauses waren danach Hermann KRÜMBERG und Walter BENSCH. Im Jahre 1968 erwarb der Tiefbauingenieur Alfred KLOSE das Gebäude und zog hier ein.
Haus Möller, Malgartener Str. 166
Koordinaten N/O:
Der gebürtig aus Hörsten stammende Wagenbauer Josef Möller ließ 1936 dieses Haus mit Werkstatt errichten und konnte Ende Oktober des Jahres seine Stellmacherei eröffnen.[50] Daneben betrieb er eine kleine Landwirtschaft. Um 1960 gab er die Werkstatt auf und die Firma Bannas in Lappenstuhl übernahm die Werkstatteinrichtung. Josef MÄLLER war in erster Ehe mit Agnes geb. GIESKE aus Vörden, in zweiter Ehe mit Anna geb. HAGEDORN aus Neuenkirchen i.O. und in dritter Ehe mit Paula geb. BÖCKMANN aus Nordlohne verheiratet. Nach Umbauten des Hauses lebt hier heute die Familie von Sohn Herbert MÖLLER und seiner Frau Gerda geb. CLAUSING aus Hesepe. Helmut Möller „Tummel“ *09.10.1938, +20.03.2009 (BN 25./26.03.2009))
Haus Müller, Malgartener Str. 168
Koordinaten N/O:
Dieses Gebäude, ein Fertighaus, wurde vom Reichsbahnrat Franz TIMMERS 1946 errichtet. Er kam durch die AHENA, ein ausgebomtes Düsseldorfer Lebensmittelunternehmen, 1943 nach Malgarten und war 1948 Initiator und Mitbegründer des Sportvereins SC Epe - Malgarten. Neben Herrn Timmers wohnten hier als Mieter Frau WOLF, Ewald HURRELBRINK und die Familie EXTRA. Bereits 1949 zog Timmers nach Münster und das Haus erwarben Willi SCHWERING (*1919, +1959) und seine Frau Helga geb. HEESE aus Rieste.[51] Sie betrieben hier für kurze Zeit eine Lohndrescherei und richteten nach einigen Umbauten 1950 einen Kolonialwarenladen ein[52], der ebenfalls nur kurz bestand. Auf Grund finanzieller Schwierigkeiten übernahm Wilhelm Müller aus Rieste das Haus. Nach dem Tod von Willi Schwering (1959) blieb seine Witwe als Mieterin im oberen Teil des Hauses, während ab Oktober 1952[53] der Friseur Gustav WOBKER (*1902, +1962) und seine Frau Erna das Erdgeschoß bewohnten und einen Frisiersalon für Herren einrichteten. Gustav Wobker wurde zu einem Malgartener Original. Bei ihm konnte man sich jederzeit die Haare schneiden lassen, ob Tag oder Nacht, ob Alltag oder Sonntag. Wenn die Arbeit getan war, kamen die Karten auf den Tisch. Bei ihm war immer was los! Nach dem Tode von Gustav Wobker[54] übernahm das junge Friseurehepaar MESCHEDER aus Lingen den Frisiersalon. Doch bereits nach wenigen Jahren gaben sie das Geschäft in Malgarten auf. Nach Umbauten lebt hier seit 1970 die Familie BOHN als Mieter.
Haus Reiter, Malgartener Str. 170
Koordinaten N/O:
Karl Reiter, gebürtig aus Essen im Ruhrgebiet, baute das Haus in den Jahren 1947/48 in Eigenleistung. Die Steine für Keller und Ringmauer besorgte er sich vom Flugplatz und vermauerte auch Straßenpflaster. Die Innenwände errichtete er zunächst aus Lehm. Bei einem großen Regen weichte jedoch alles auf und brach in sich zusammen. Karl REITER (*1905, +1977) lebte bereits seit Juli 1934 mit seiner Frau Erna geb. STÖLTING (*1913, +2002) in Malgarten.[55] Ähnlich wie Gustav Wobker war auch er ein echtes Original. Nach dem Einzug in sein neues Haus machte er sich selbständig. Er richtete ein Fischgeschäft mit Räucherei im Haus ein, fuhr mit einem Verkaufswagen von Ort zu Ort und besuchte damit auch Kirmessen und Schützenfeste. Selbst gefischt hat er u.a. im Vallenmoor. 1950 legte er die Meisterprüfung als Schlachter ab[56] und betätigte sich als Hausschlachter. Daneben züchtete er Bienen, Brieftauben und Hühner. Um 1957/58 gab er das Geschäft auf und arbeitete bei verschiedenen Firmen als Schlachtermeister. Heute wird das Haus von der Familie des Sohnes Ottowald REITER und seiner Frau Monika geb. TESSMANN bewohnt.
Haus Staarmann, Malgartener Str. 172
Koordinaten N/O:
Heinz STAARMANN, gebürtig aus Rieste, kam bereits im März 1947 nach Malgarten und erlernte bei Schnäker das Schneiderhandwerk. Im Jahre 1950 baute er das Haus und heiratete 1951 Magda HÜLSMANN aus Rieste. Er machte sich sofort selbständig und richtete im Haus ein Geschäft ein. 1959 erfolgte ein Anbau und 1976 und 1989 ein Umbau. Seit 1971 betreibt Heinz Staarmann das Geschäft als Nebenerwerb.
Haus Weber, Sögelner Allee 24
Koordinaten N/O:
Das Haus wurde 1922/23 vom Mühlenpächter Wilhelm SCHÜRMEYER gebaut. Daran erinnert noch heute das neben dem Eingang eingemauerte Sandsteinrelief mit der Darstellung einer Wassermühle und dem Spruch "IN EINEM KÜHLEN GRUNDE DA GEHT EIN MÜHLENRAD". Eine derartige "Villa" machte in der damaligen Zeit auf die hiesige Landbevölkerung einen starken Eindruck. Als Frau Johannes das fertige Haus sah, sagte sie erstaunt: "O Gott, O Gott, son schönet Hus - dat giff et ja garnich - de Lühe bruket in Himmel garnich in, de hept'n ol up Erden!" Wegen finanzieller Schwierigkeiten mußte Schürmeyer das Haus 1925 verkaufen. Neuer Besitzer des großzügigen Hauses mit Küche, Badezimmer, Diele, 10 Wohnräumen, Zentralheizung und elektrischem Licht sowie einem Garten von 2.337 qm wurde der Rentner Christian ROST, gebürtig aus Rheine.[57] Im Jahre 1933 verkaufte der Färbereibesitzer Rost das Haus an den pensionierten Oberpostinspektor HUNOLD aus Bochum. Rost verzog nach Osnabrück.[58]
Während des 2. Weltkrieges waren im Haus Polen und Serben und nach dem Krieg Flüchtlinge untergebracht. Im Herbst 1948 mußten drei Flüchtlingsfamilien ihre Wohnungen in der Villa Hunold räumen. Sie wurden für Bedienstete der Besatzungsmacht beschlagnahmt. Nach Auflösung der englischen Dienststelle auf dem Flugplatz Vörden wurden die Räume im Dezember 1949 frei und konnten im Mai 1950 wieder von drei Flüchtlingsfamilien belegt werden.[59] Zeitweise sollen sechs Familien hier gelebt haben, u.a. die Flüchtlingsfamilien OEVERMANN und WEIß.
Durch Vermittlung von Oskar Grundke konnten 1956 Willi WEBER (+1974) und Frau Paula geb. LUTUM aus Osterfeine (*1923, +2008) das Haus erwerben. Sie betrieben in Osterfeine eine Gastwirtschaft mit Bäckerei und Lebensmittelhandel und unterhielten Verkaufsstände am Dümmer. Daneben waren sie schon damals in der Hühnerzucht tätig. Sie gaben mit dem Umzug nach Malgarten den gepachteten Betrieb in Osterfeine auf und verlegten sich ganz auf Hühnerzucht und Hühneraufzucht. So entstand schon kurze Zeit später ein großer Hühnerstall hinter dem Wohnhaus in Malgarten. Er wurde mit Reed vom Dümmer von dortigen Handwerkern gedeckt. Später entstand daneben ein zweiter Hühnerstall. Bis 1960 unterhielt man zudem noch einen Hof mit Hühnerzucht in Haldem. 1965 entstand die Brüterei links vom Wohnhaus, in der bis um 1972 für die Firma Hy-Line das Brutgeschäft betrieben wurde. Etwa zweimal pro Woche schlüpften die Küken, die dann von japanischen Fachleuten sortiert wurden. Nach dem tragischen Unglücksfall von Sohn Hans 1971 und dem Tod von Willi Weber 1974 gab man das aufreibende Geschäft der Hühnerzucht auf und widmete sich ganz der Hühnerhaltung. Während zunächst die Bodenhaltung praktiziert wurde, stellte man um 1969 auf Käfighaltung um. 1989 kam man wieder zur Bodenhaltung zurück. Das Gebäude der Brüterei war zeitweise an die Firma Lacroix & Kress als Lager vermietet. 1984 pachteten Helmut Pommerenke und Josef Poske aus Epe das Gebäude und richtete hier eine Textildruckerei ein.
Erbe wurden der Sohn Wolfgang WEBER, der 1978 Irmgard WÜBBOLD heiratete und später das Erbe Wübbold in Rieste annahm. Das Haus in Malgarten erwarb die Familie BAUERMANN. Anette Bauermann betreibt hier den Verein „Natural Horsesense – Förderverein für indianisches Reiten und Horsemanship“[60]
Haus Richter, Sögelner Allee 20
Koordinaten N/O:
Im Jahre 1925 errichtete der Tischler Heinrich August GRÜNEBAUM zunächst die Tischlerwerkstatt und im Jahre 1927 das Wohnhaus. Er hatte im Mai 1924 seine Meisterprüfung gemacht[61] und heiratete noch im gleichen Jahr seine Braut Maria WIERTZ. Erbin wurde die Tochter Helene GRÜNEBAUM, die 1950 den Tischlermeister Friedrich RICHTER aus Engelern heiratete. Er führte die Tischlerei bis 1968 weiter. Über der alten Tischlerei entstand 1963/64 eine Wohnung, in der zunächst Sohn Heinz RICHTER mit seiner Frau Marlies geb. LUTTMER und heute die Familie von Sohn Leo RICHTER und seiner Frau Margret geb. STUCKENBERG und die Schwester Christiane RICHTER wohnt.
Haus Rövekamp, Sögelner Allee 18
Koordinaten N/O:
Josef GRÜNEBAUM, der Vater von obigem Heinrich Grünebaum baute dieses Haus im Jahre 1925 und betrieb hier eine Landwirtschaft. Neben Pachtländereien der Klosterkammer bewirtschaftete er 1934 mit seiner Frau Christine geb. HITLENKÄMPER 3,2164 ha eigenes Land[62]. Die Familie Grünebaum lebte zuvor im Erbwohnhaus des früheren Hofes Gudenrath, das heute nicht mehr vorhanden ist. Hier betrieb man neben der Landwirtschaft eine Tischlerei. Gebürtig stammt die Familie aus der Gegend von Wiedenbrück und ist seit 1894 in der Gemeinde ansässig. Erbe wurden der Sohn Josef GRÜNEBAUM, der im letzten Kriegsjahr fiel, und seine Frau Franziska geb. SCHWARBERG aus Rieste. Nachdem deren Sohn Josef Grünebaum 1960 im Wittenfelde gesiedelt hatte, wurde das Haus an die Familie Rövekamp verkauft. Franz RÖVEKAMP und seine Frau Maria geb. KORTE betrieben hier weiter eine kleine Landwirtschaft. Nach seinem Tod 1975[63] ging das Erbe an den Sohn Franz RÖVEKAMP über, der hier nach wie vor als Landwirt tätig ist.
Siedlung "Riester Allee"
Siedlung Wittenfelde
Siedlung Knäppen
Siedlung Bühren
Siedlung Vördener Damm
Ein Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen befindet sich hier.
- ↑ StAO Rep.350 Vörd. Nr.391
- ↑ StAO Rep.560 XII Vörd. Nr.160
- ↑ BN 27.8.1957/7.7./5.11.1958
- ↑ BN 5.10.1962
- ↑ BN 3.8.1937
- ↑ BN 18.5./19.10.1938
- ↑ BN 23./24.6./12./22.8./18.9.1950
- ↑ BN 21.9.1950
- ↑ BN 31.05./13.11.2000
- ↑ Hofakten Kiesekamp; ABS; StAO Rep.350 Bers. Nr.1638
- ↑ Lagerbuch Epe
- ↑ Bersenbrück, 1981, S.118
- ↑ BN 5.8.1950
- ↑ BN 03.09.2008
- ↑ StAO Rep.450 Bers. Akz.21/84 Nr.447
- ↑ StAO K 22 Malgarten Nr.5H
- ↑ StAO Rep.950 Bra. Nr.501
- ↑ StAO Rep.950 Bra. Nr.463/Nr.501
- ↑ BN 31.12.1907
- ↑ BN 13.5.1896/ 5.5.1900
- ↑ StAO Rep.540 Bers. Nr.97
- ↑ BN 7.5.1898
- ↑ BN 2.11.1907
- ↑ BN 31.12.1907
- ↑ BN 14.3.1908
- ↑ Mutterrolle Epe, StB
- ↑ BN 20.6.1950
- ↑ BN 14.8.1895/30.4.1908
- ↑ BN 12.6.1923
- ↑ Mutterrolle Epe, StB
- ↑ BN 1.3.1935
- ↑ BN 21.3.1984
- ↑ BN 21.3.1983
- ↑ BN 29.05./02.06.1997
- ↑ BN 15.10.1949
- ↑ BN 21.3.1984
- ↑ BN 09.07.2010
- ↑ BN 28.3.1936
- ↑ Mutterrolle Epe, StB
- ↑ BN 27.2.1975
- ↑ BN 4.12.1993
- ↑ BN 14.07.2003
- ↑ Einwohnermeldeamt Bramsche
- ↑ BN 10.7.1933
- ↑ BN 7.8.1950
- ↑ Einwohnermeldeamt Bramsche
- ↑ BN 29.3.1933
- ↑ BN 17.7.1936
- ↑ BN 14.11.1953
- ↑ BN 26./31.10.1936
- ↑ BN 1.12.1949/27.2.1959
- ↑ BN 12.4.1950
- ↑ Einwohnermeldeamt Bramsche
- ↑ BN 18.10.1962
- ↑ Einwohnermeldeamt Bramsche
- ↑ BN 9.11.1950
- ↑ BN 27.7./2.9.1925
- ↑ BN 12.4.1933
- ↑ BN 3.5.1950
- ↑ BN 28.08.2006
- ↑ BN 26.5.1924
- ↑ Mutterrolle Epe, StB
- ↑ BN 6.8.1975