Gundling (Familienname): Unterschied zwischen den Versionen

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== Physiognomie und Phänotyp der Gundlinge ==
Das folgende Thema ist dem Mitglied der Familie Gundling, Roman Freiherr von Prochàzka zu verdanken, welcher sich sehr außführlich damit beschäftigt hat.
Aus dieser Arbeit wird ein, wichtiger, Teil hier vorgestellt. So eine Arbeit, in diesem Umfang
ist eine Besonderheit, da sehr oft das nötige Bild, bzw. Urkundenmaterial fehlt.
Auf Grund von authentischer Belege, und zeitgenössischer Bildnissen aus fünf Jahrhunderten konnte eine solche Arbeit ausgeführt werden.
Es handelt sich hier um die Darstellung der Vererbung besonders markanter Merkmale, sowohl körperlich als auch geistig. Handelt es sich doch um die ungewöhnliche Kombination von hoher Sinnesfreudigkeit, mit außerordentlicher Begabung für die Wissenschaften und geistigen Interessen überhaupt, aber besonders in Staatspolitik, Jurisprudenz und Genealogie.
Äußerlich ist bei den Gundling die schon seit jeher bekannte Gesichtsformation, mit den Hängebacken (bzw. große weitausgewölbte Backen), welche mit einem markanten Doppelkinn (bzw. markant hervorragendem Kinn) verbunden sind, bekannt.
Außerdem sind die hervorragenden Augen, welche die Intelligenz widerspiegelt, und die dicke, Genusfreudigkeit verratende, Unterlippe auffalend.
Die chrakteristische, dicke, oft etwas überhängende Unterlippe, sowie das Auge der Gundlinge. beherrschen die Physiognomie der Gundlinge, aber auch der de Glymes / van Berghes seit dem 15. Jahrhundert:
Schon um 1450 erscheint ein Sohn des Johann (Jean) V. de Glymes gen. van Berghes, als Statthalter der Grafschaft Namur und Herr auf Berghen op Zoom und Grimberghe mit dem Beinamen "Labeo" ("Heer mit de Lippen van Berghe op Zoom").
Da dieser Beiname selbst in diplomatischen Urkunden zufinden ist, kann darauf geschlossen werden, dass es sich hierbei um ein charakteristisches Merkmal handelt. Man kann dies auf die gesamte Familie übertragen, da sich dieses Merkmal auch bei Franziskus Gundling ( um 1530 -1567), und Wolfgang G. (1637 - 1689) , sowie Nikolaus Hieronymus G. (1671 -1729) und Jacob Paul Frhr. von Gundling (1673 - 1731) abermals auftritt. Auch treten die sonst auch üblichen Merkmale der Gundlinge, bei all diesen Personen auf.
Diese Merkmale scheinen sich sehr dominant zu vererben, das zeigt sich vor allen Dingen darin, dass diese Merkmale in fast allen Linien, u.a. in der Prager und in der Markelsheimer (Diese beiden Linien trennten sich aber schon bei den Söhnen des Johann(es) I (gen Hans/z) Gundling d. Ältere (*9.8.1566 †1628), d.h. schon vor ca. 450 Jahren.), bis heute auftreten.


==Berühmte Namensträger==
==Berühmte Namensträger==

Version vom 17. Oktober 2006, 18:52 Uhr

Gundling, Familienname, erstmals 1531 erwähnt (Führung des Namens seit ca. 1495). Mit höchster Wahrscheinlichkeit gibt es nur eine Familie, die diesen Namen trägt, d.h. alle Gundlinge sind mit einander Verwandt.

Herkunft und Bedeutung

Der erste offizielle Gundling war Georg gen. Jörg Gundling. Sein Bürgerrecht erhielt er am 17.07.1531 in der Reichsstadt Nürnberg. Staatsarchiv Nürnberg, Amts- und Standbuch Nr. 306 Fol. 172.

Der erste der diesen Namen trug war aber wahrscheinlich sein Vater (Ritter) Balthasar gen. Gundling, welcher am Hofe des Kaisers Maximilian I. als Berater in evangelischen Angelegenheiten, d.h. in Angelegenheiten der Reformation und deren Auswirkungen tätig war.

Wie es zu dem Namen Gundling kam, gibt es mehrere Theorien:

Die familiäre Tradition besagt, dass der Name Gundling, von Günstling bzw. Gunstling kommt, und von Balthasar stammt, der ein Begünstigter des Kaisers Maximilian I. war.

Eine weitere Theorie ist, das Gundling von dem germanischen Wort Gundo (der Tapfere) stammt.

Auch eine Möglichkeit, die als nicht sehr unwahrscheinlich gilt, könnte sein, dass der Name Gundling eine „matronische“ Bezeichnung des Sohnes einer Kunigunde oder Adelgunde (in der Deminutivform „Gundel“) ist.


Woher die Familie stammt ist hingegen ein komplizierteres Kapitel, da es hierbei mehrere Theorien gibt, die aber alle zum gleichen Ergebnis kommen, das die Familie Gundling a.d.H. der van Berghes, bzw. der de Glymes stammt (Die de Glymes sind über die Herzöge von Brabant, die Herzöge von Lothringen, und die Grafen von Löwen bis zu den Karolingern und deren Vorfahren zurückzuverfolgbar.). Für diese Theorien gibt es mehrere Indizien, z.B. das Aussehen der Gundlinge, das bis heute, in verschiedensten Linien, die sich z. T. vor ca. 500 Jahren teilten, das der (van Berghes) de Glymes gleicht. Ein weiteres ist die alte Familientradition, die diese Theorie, bzw. Legende schon seit mehreren Jahrhunderten weiter gibt, und welche unabhängig von einander, von verschiedensten Linien erforscht wurde. Doch nicht nur das, sondern auch das Wappen der van bzw. von Berghes und das der Gundlinge ist heraldisch identisch.

Wie es dazu kam, dass ein männlicher Sproß diese Familie der Gundlinge begründet, das ist unbekannt, und dazu gibt es nur Theorien, die sich alle auf wahre Begebenheiten stützen.

Varianten des Namens

Im Raum Markelsheim, Laudenbach,..., gab es für Gundling auch die Bezeichnung Gundel, bzw. Gundl. Der Namen Gundl entwickelte sich in Laudenbach zu einem eigenen Familiennamen. Diese Linuie der Familie Gundling existiert heute nicht mehr.

Eine Seitenlinie der Pragerlinie, bzw. Böhmerlinie, die sich in Polen, in Krakau nieder lies, wurde dort "Gündling" ausgesprochen. Dies führte dazu, dass diese Familie z.T. auch Gündling, doch meist Gundling, geschrieben wurde. Auch diese Linie existiert heute nicht mehr.

Geographische Verteilung

Erst war das Auftreten der Gundlinge lediglich um Nürnberg (Nürnberg, Hersbruck, Kirchensittenbach). Es ließen sich doch schnell auch Linien in der Hohenlohe (Markelsheim, Weikersheim, Laudenbach,...), in Neustadt an der Aisch, und später dann auch in Halle ( durch Nikolaus Hieronymus Gundlingius) nieder. Ein weiterer Berühmter Sprößling Jacob Paul Freiherr von Gundling, war durch seine Arbeit am preußischen Hof, in Potsdam, wo man heute noch in der Friedhofskirche von Bornstedt seine Grabplatte bewundern kann. Später verteilte sich die Familie durch die Auswanderungswellen, nach Amerika (Süd und Nord), sowie nach Australien. Die zurückgebliebenen Linien der Familie, verteilten sich auf das ganze Bundesgebiet (z.B. Ellwangen/ Jagst, und Hamburg), doch ist noch heute eine Häufung des Namens in Baden Württemberg, vor allem in der Hohenlohe und im Taubertal zu beobachten.

Gundling Familienname by Geogen.png

Physiognomie und Phänotyp der Gundlinge

Das folgende Thema ist dem Mitglied der Familie Gundling, Roman Freiherr von Prochàzka zu verdanken, welcher sich sehr außführlich damit beschäftigt hat. Aus dieser Arbeit wird ein, wichtiger, Teil hier vorgestellt. So eine Arbeit, in diesem Umfang ist eine Besonderheit, da sehr oft das nötige Bild, bzw. Urkundenmaterial fehlt.

Auf Grund von authentischer Belege, und zeitgenössischer Bildnissen aus fünf Jahrhunderten konnte eine solche Arbeit ausgeführt werden. Es handelt sich hier um die Darstellung der Vererbung besonders markanter Merkmale, sowohl körperlich als auch geistig. Handelt es sich doch um die ungewöhnliche Kombination von hoher Sinnesfreudigkeit, mit außerordentlicher Begabung für die Wissenschaften und geistigen Interessen überhaupt, aber besonders in Staatspolitik, Jurisprudenz und Genealogie. Äußerlich ist bei den Gundling die schon seit jeher bekannte Gesichtsformation, mit den Hängebacken (bzw. große weitausgewölbte Backen), welche mit einem markanten Doppelkinn (bzw. markant hervorragendem Kinn) verbunden sind, bekannt. Außerdem sind die hervorragenden Augen, welche die Intelligenz widerspiegelt, und die dicke, Genusfreudigkeit verratende, Unterlippe auffalend. Die chrakteristische, dicke, oft etwas überhängende Unterlippe, sowie das Auge der Gundlinge. beherrschen die Physiognomie der Gundlinge, aber auch der de Glymes / van Berghes seit dem 15. Jahrhundert:

Schon um 1450 erscheint ein Sohn des Johann (Jean) V. de Glymes gen. van Berghes, als Statthalter der Grafschaft Namur und Herr auf Berghen op Zoom und Grimberghe mit dem Beinamen "Labeo" ("Heer mit de Lippen van Berghe op Zoom"). Da dieser Beiname selbst in diplomatischen Urkunden zufinden ist, kann darauf geschlossen werden, dass es sich hierbei um ein charakteristisches Merkmal handelt. Man kann dies auf die gesamte Familie übertragen, da sich dieses Merkmal auch bei Franziskus Gundling ( um 1530 -1567), und Wolfgang G. (1637 - 1689) , sowie Nikolaus Hieronymus G. (1671 -1729) und Jacob Paul Frhr. von Gundling (1673 - 1731) abermals auftritt. Auch treten die sonst auch üblichen Merkmale der Gundlinge, bei all diesen Personen auf.

Diese Merkmale scheinen sich sehr dominant zu vererben, das zeigt sich vor allen Dingen darin, dass diese Merkmale in fast allen Linien, u.a. in der Prager und in der Markelsheimer (Diese beiden Linien trennten sich aber schon bei den Söhnen des Johann(es) I (gen Hans/z) Gundling d. Ältere (*9.8.1566 †1628), d.h. schon vor ca. 450 Jahren.), bis heute auftreten.

Berühmte Namensträger

köngl.preuss. Kammerherr, Oberzeremonienmeister, Hof- , Kriegs- und Kammerrat, Professor an der Ritterakademie und Präsident der königl. preuss. Akademie der Wissenschaften. Tragisches Mitglied des Tabakskolegiums, Friedrich Wilhelm I v. Preussen.

  • Nicolaus Hieronymus Gundling(ius)(*25.02.1671 Kirchensittenbach † 9.12.1729 Magdeburg o. Halle)

Professor für Naturrecht, JUDr., Historiker, und Prorektor der Universität Halle. Köngl. preuss. Geheimrat und Konsistotialrat des Herzogtums Magdeburg.

  • Franziskus gen. Franz Gundling (* um 1530 † 22.02.1567 in Nürnberg)

protestantischer Prediger, war Kaplan an der St. Laurenzenkirche in Nürnberg, und unterschrieb im Jahre 1555 die " Confessio anti - Osiandrina". Er reiste mit Andreas Osiander nach Königsberg, und kehrte 1551 nach Nürnberg zurück.

Sonstige, bedeutende Personen

Wolfgang Gundling

(*24.12.1637 Nürnberg † 31.7.1689 Nürnberg " Heilsbrunner Hof " - St. Laurenzen)

Diakon und Kapiteldekan an der St Laurenzenkirche zu Nürnber, er war protestantischer Kirchenschriftsteller.

Johann gen. Hans Jakob Gundling

(*1669 Oberkrumbach)

"Ehrbarer und kunstreicher Maler und Contrefactor" Er war der Bruder von Nikolaus Hieronymus und Jacob Paul. Ihr Vater war der oben genannte Wolfgang Gundling.

Julius Gundling (Pseudonym: Lucian Herbert)

(* 7.3.1828 Prag † 4.5.1890 Prag)

Er war Schriftsteller der Romane, Reiseberichte,..., unter dem Pseudonym Lucian Herbert ( oder auch Julius von Merghentheim) veröffentlichte. Bevor er städtischer Magistratsbeamter wurde, studierte er Jura, arbeitete dann als Herausgeber der Zeitschrift "Rübenzahl" und als Redakteur der Prager "Morgenpost"

Prof. JUDr. Eduard Gundling

(*7.2. 1819 Prag † 28.10.1905 Prag / Bruder des o.g. Julius G.)

Prof. Dr. Eduard Gundling war K.K Universitätsprofessor und Landesadvokat. Er besaß eine eigene Advokatenkanzlei (Advokat = Rechtsanwalt)in Prag. Er war Ehrenoffizier des K.K. Scharfschützenkops, dort war er auch als Historiker und Archivar tätig. Er war Ehrenmitglied der Kongregation des italienischen Waisenhauses in Prag, Mitglied des marianischen Liebesverein der P.P. Kaupuziner, Mitglied der Staatsprüfungskommission für Lehramt der Musik. Bei seinem Tod wurde ein langer sehr gut besuchter Trauermarsch zur Gundlingschen Familiengruft, vom k.k. Scharfschützenkorps, den zwei Universitäten,... durchgeführt. Einegroße Menge an Trauerpost aus dem ganzen Reich zeigt seine beliebtheit.

Dr. Franz Xaver Gundling

(*14.7.1873 Laudenbach)

MUDr. und Kreisarzt in Ellwangen a.d. Jagst. Er war bis ins hohe Alter tätig und sehr angesehen. Hatte einen Sohn, Ernst Gundling (*2.7.1906), welcher sich kurzzeitig als Rennfahrer betätigte, und später ein Autohaus leitete.

Das freiherrliche Haus Gundling

Diese Linie wurde vom oben genannten Jacob Paul Gundling begründet. Er wurde am 25.09.1724 in den erblichen preussischen Freiherrenstand erhoben. Mit dieser Erhebung wurde sein Wappen aufgebessert (siehe Wappen). Er hatte zwei Kinder, die beide früh starben, somit starb diese Linie schon nach einer Generation wieder aus.

Konfesion

Die Konfession der Gundlinge ist eigentlich protestantisch (evangelisch). Die Markelsheimer Linie, sowie einige andere Linien auch, sind jedoch zum katholischen Glauben übergetreten.

Wappen

Das Stammwappen der Familie Gundling stammt höchstwahrscheinlich vom Wappen der van Berghes ab.

Gundling: Gespalten, vorn in Silber (de Glymes bzw. de Bautershem: gold) mit drei roten Pfählen, hinten in Grün bzw. Blau ( Stammwappen im Freiherrenstandsdiplom von der ungewöhnlichen grünen, in die blaue Tinktur umgewandelt) mit neun goldenen, durchbrochenen Rauten. Auf dem gekrönten Helm sind drei weiße Straußenfedern. Um den Hals des Helmes hängt ein Amulett.

Das Wappen des Freiherrlichen Hauses Gundling:

Das preußisch freiherrliche Wappen von Gundling befindet sich mit dem Freiherrenstadsdiplom Jacob Pauls Freiherr von Gundling in den preußischen Geheimarchiven:

Das freiherrliche Wappen trägt die selbe Zierde wie das Stammwappen. Das Wappen selbst hat im Hintergrund einen Adler, welcher mittig vom Stammwappen Gundling verdeckt wird. Die preußische Variation des Stammwappens sieht im 2. Teil einen blauen Hintergrund vor, da die grüne Tinktur ungewöhnlich war. Im oberen Teil des Wappens befindet sich im ersten Teil des zwölfteiligen Wappens eine Krone, und im vierten Teil eine Kette. Die Rundung unten am Wappen war noch freigelassen, für eventuelle Beifügungen des Königs. Das Wappen wird von der römischen Weisheitsgöttin Minerva gehalten, die Zugleich auch mit den Wappenspruch hält: ET MERITIS IMPAR.

Umgangssprachliche Bezeichnungen

In der Region um Markelsheim (Laudenbach, Weikersheim,...) wurde die Familie Gundling oft Familie Gundl bzw. Gundel bezeichnet. So kam es in Laudenbach zu einer Linie, die den Namen Gundl an nahm. Sie existiert heute nicht mehr.

In Polen wird Gundling "Gündling" genannt.

Literaturhinweise

Dreyhaupt, Johann Christoph von: PAGUS NELETICI ET NUDZICI, oder Ausführliche diplomatisch-historische Beschreibung des zum ehemaligen Primat und Ertz-Stift, nunmehr aber durch den westphälischen Friedens-Schluß secularisirten Herzogthum Magdeburg gehörigen Saal-Creyses, Zweiter Theil, Herausgegeben im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung e.V., Arbeitskreis Halle und Umgebung, von Uwe Meißner, fliegenkopf verlag 2002

Prochàzka, Roman Frhr. von, Meine 32 Ahnen und ihre Sippenkreise, Bibliothek, Familiengeschichtliches Sammelwerk, familiengeschichtlicher Arbeiten Band 7, Verlag Degener & Co., Leipzig 1928

Prochàzka, Roman Frhr. von : Physiognomie und Phänotyp der Gundlinge, in: Archiv für Sippenforschung und alle verwandten Gebiete, 31. Jahrgang, Heft 19, August 1965,

Weblinks

http://de.wikipedia.org/wiki/Jacob_Paul_von_Gundling

http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_Hieronymus_Gundling