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Winsdorf war bis 1945 eine Ortschaft in Oberschlesien und | Winsdorf war bis 1945 eine Ortschaft in Oberschlesien und zählt zu den ehemaligen deutschen Gebieten. Kreisstadt war die Stadt Neisse im Regierungsbezirk Oppeln. Heute gehört Winsdorf zu Polen (polnischer Name: Wilamovice Nyskie), die Ortschaft liegt im Powiat Nyski in der Woiwodschaft Opole. | ||
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Winsdorf liegt 13 km südlich von Neisse an der Straße über Preiland-Deutsch-Deutsch Wette, 250 m über NN. Die nächste Eisenbahnstation ist Rothfest (1 km) an der Strecke Deutsch Wette-Großkunzendorf, in Deutsch Wette (1 km) hielt eine Omnibuslinie. | Winsdorf liegt 13 km südlich von Neisse an der Straße über Preiland-Deutsch-Deutsch Wette, 250 m über NN. Die nächste Eisenbahnstation ist Rothfest (1 km) an der Strecke Deutsch Wette-Großkunzendorf, in Deutsch Wette (1 km) hielt eine Omnibuslinie. | ||
'''Die Gemeindeflur''' war 478 ha groß (1895). Flurnamen sind: die Aue, der Bernberg, Kalde Forwerg (1580), die Gebirgsstraße, der Grund, der Kamitz, der Viehbich (Viehweg). Im Dorf bestanden zwei Erbscholtiseien; mehrere Bauerngüter waren seit Jahrhunderten im Familienbesitz. | '''Die Gemeindeflur''' war 478 ha groß (1895). Flurnamen sind: die Aue, der Bernberg, Kalde Forwerg (1580), die Gebirgsstraße, der Grund, der Kamitz, der Viehbich (Viehweg). Im Dorf bestanden zwei Erbscholtiseien; mehrere Bauerngüter waren seit Jahrhunderten im Familienbesitz. | ||
Im Ort gab es: 1 Gasthaus, 1 Schmiede, 1 Bauunernehmer, 1 Spar- und Darlehenskasse, 1 Elektrizitäts-Genossenschaft, 1 Wassermühle. | Im Ort gab es: 1 Gasthaus, 1 Schmiede, 1 Bauunernehmer, 1 Spar- und Darlehenskasse, 1 Elektrizitäts-Genossenschaft, 1 Wassermühle. | ||
=== | === Öffentliche Einrichtungen=== | ||
Winsdorf (Bürgermeister 1925: Josef Schubert; 1939: Bauergutsbesitzer August Rother; 1942: Alfred Langer) gehörte zum Amtsbezirk Langendorf. Das Standesamt, der Gendarmerieposten und die Station der Grauen Schwestern waren in [[Deutsch Wette]] und mit diesem Dorf unterhielt man gemeinsam eine Freiwillige Feuerwehr. Die Kinder gingen in Deutsch Wette zur Schule. | Winsdorf (Bürgermeister 1925: Josef Schubert; 1939: Bauergutsbesitzer August Rother; 1942: Alfred Langer) gehörte zum Amtsbezirk Langendorf. Das Standesamt, der Gendarmerieposten und die Station der Grauen Schwestern waren in [[Deutsch Wette]] und mit diesem Dorf unterhielt man gemeinsam eine Freiwillige Feuerwehr. Die Kinder gingen in Deutsch Wette zur Schule. | ||
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Der Ort wurde wahrscheinlich zwischen 1220 und 1230 von deutschen Siedlern angelegt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde er 1284 als „Wilanovici“ unter den bekannten 65 Dörfern. Anfang des 15. Jahrhunderts war der Ortsname „Wilhelmsdorf“. Nach dem Lib. Fund. (um 1300) hatte „Wylhelmi villa“ 22 große Huben, die für kleine lagen, von denen dem Scholze 4 und 1 Schenke gehörten | |||
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:'''Manfred Schubert''', Dr.: Er wurde 1903 als Sohn eines Bauern und Mühlenbesitzers geboren, 1949 – 1968 im Bundespostministerium, zuletzt Ministerialdirigent. Er veröffentlichte Arbeiten zur schlesischen Wirtschaftsgeschichte, zur Geschichte des Neisser Landes das Buch „Heimat an Biele und Neisse (1974). | :'''Manfred Schubert''', Dr.: Er wurde 1903 als Sohn eines Bauern und Mühlenbesitzers geboren, 1949 – 1968 im Bundespostministerium, zuletzt Ministerialdirigent. Er veröffentlichte Arbeiten zur schlesischen Wirtschaftsgeschichte, zur Geschichte des Neisser Landes das Buch „Heimat an Biele und Neisse (1974). | ||
''Quelle: Franz-Christian Jarczyk: Die Dörfer des Kreises Neisse, 3. Auflage 2012, Selbstverlag des Neisser Kultur- und Heimatbundes e.V. Hildesheim (mit freundlicher Genehmigung des Verlages).'' | |||
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Version vom 31. Oktober 2019, 14:38 Uhr
Hierarchie
Regional > Ehemalige deutsche Gebiete > Schlesien > Regierungsbezirk Oppeln > Landkreis Neisse > Winsdorf
Allgemeine Informationen
Winsdorf war bis 1945 eine Ortschaft in Oberschlesien und zählt zu den ehemaligen deutschen Gebieten. Kreisstadt war die Stadt Neisse im Regierungsbezirk Oppeln. Heute gehört Winsdorf zu Polen (polnischer Name: Wilamovice Nyskie), die Ortschaft liegt im Powiat Nyski in der Woiwodschaft Opole.
Das Dorf
Winsdorf liegt 13 km südlich von Neisse an der Straße über Preiland-Deutsch-Deutsch Wette, 250 m über NN. Die nächste Eisenbahnstation ist Rothfest (1 km) an der Strecke Deutsch Wette-Großkunzendorf, in Deutsch Wette (1 km) hielt eine Omnibuslinie. Die Gemeindeflur war 478 ha groß (1895). Flurnamen sind: die Aue, der Bernberg, Kalde Forwerg (1580), die Gebirgsstraße, der Grund, der Kamitz, der Viehbich (Viehweg). Im Dorf bestanden zwei Erbscholtiseien; mehrere Bauerngüter waren seit Jahrhunderten im Familienbesitz. Im Ort gab es: 1 Gasthaus, 1 Schmiede, 1 Bauunernehmer, 1 Spar- und Darlehenskasse, 1 Elektrizitäts-Genossenschaft, 1 Wassermühle.
Öffentliche Einrichtungen
Winsdorf (Bürgermeister 1925: Josef Schubert; 1939: Bauergutsbesitzer August Rother; 1942: Alfred Langer) gehörte zum Amtsbezirk Langendorf. Das Standesamt, der Gendarmerieposten und die Station der Grauen Schwestern waren in Deutsch Wette und mit diesem Dorf unterhielt man gemeinsam eine Freiwillige Feuerwehr. Die Kinder gingen in Deutsch Wette zur Schule.
Kirchen
- Die zuständige katholische Pfarrkirche war in Deutsch Wette. Jungkirmes (Patronatsfest) war am Sonntag nach St. Margarete (13.7.), Altkirmes (Kirchweih) am Sonntag vor Michaelis (29.9.). Der Gelöbnistag wurde gemeinsam mit Deutsch Wette begangen.
- Die evangelische Kirche war in Ziegenhals.
Zur Geschichte
Der Ort wurde wahrscheinlich zwischen 1220 und 1230 von deutschen Siedlern angelegt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde er 1284 als „Wilanovici“ unter den bekannten 65 Dörfern. Anfang des 15. Jahrhunderts war der Ortsname „Wilhelmsdorf“. Nach dem Lib. Fund. (um 1300) hatte „Wylhelmi villa“ 22 große Huben, die für kleine lagen, von denen dem Scholze 4 und 1 Schenke gehörten
Bewohner
Einwohnerentwicklung
- Die Anzahl der Einwohner mit Häusern und Haushalten war:
- 1784: 31 Stellen
- 1845: 313 Einwohner, 59 Häuser
- 1895: 276 Einwohner (1 ev.), 57 Häuser, 64 Haushalte
- 1939: 296 Einwohner, 75 Haushalte
- Im 1. Weltkrieg starben acht Einwohner den Soldatentod; im 2. Weltkrieg sind 23 Bewohner als vermisst oder gefallen bekannt, auf :der Flucht oder in polnischen Internierungslagern starben acht Personen.
Liste der Bewohner, die 1935 in Winsdorf lebten
- Bekannte Persönlichkeiten:
- Paul Ronge: Er wurde als Sohn eines Freibauern 1899 in Winsdorf geboren. (Das Freigut befand sich von 1673 an bis zur Vertreibung ununterborchen im Familienbesitz in männlicher Linie.); er starb 1977 als Rektor i.R. in Botrop. Über 50 Jahre war er für die Dorf-, Sippen- und Familiengeschichte tätig, er war Mitglied der Historischen Kommission für Schlesien und hinterließ zahlreiche Veröffentlichungen.
- Manfred Schubert, Dr.: Er wurde 1903 als Sohn eines Bauern und Mühlenbesitzers geboren, 1949 – 1968 im Bundespostministerium, zuletzt Ministerialdirigent. Er veröffentlichte Arbeiten zur schlesischen Wirtschaftsgeschichte, zur Geschichte des Neisser Landes das Buch „Heimat an Biele und Neisse (1974).
Quelle: Franz-Christian Jarczyk: Die Dörfer des Kreises Neisse, 3. Auflage 2012, Selbstverlag des Neisser Kultur- und Heimatbundes e.V. Hildesheim (mit freundlicher Genehmigung des Verlages).
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Genealogische und historische Quellen
- POLNISCHES STAATSARCHIV: Standesamt Deutsch Wette (mit Winsdorf): Geburten 1887-1912, Heiraten, Tote 1885-1912 sind online.
- FAMILY SEARCH: Kirchenbücher von Deutsch Wette sind in einer örtlichen Forschungsstelle der Mormononen einsehbar. Online kann :erkundet werden, welche Jahrgänge zugänglich sind: http://www.familysearch.org/
Bibliografie
- Ortsfamilienbücher: Im Ortsfamilienbuch Deutsch Kamitz, Hermannstein sind über 400 Personen aus Winsdorf erfasst: :http://ofb.genealogy.net/hermannstein
- Alphabetische Liste aller Ortsfamilienbücher zu Schlesien: http://wiki-de.genealogy.net/Kategorie:Ortsfamilienbuch_zu_Schlesien
- Ronge, Paul: Höfe und Bauern in Winsdorf (1576-1939), Band 7 von Deutsche Ortssippenbücher, Deutsche Arbeitsgemeinschaft :genealogischer Verbände, 1958,
- Schubert, Manfred: Heimat an Biele und Neiße. Winsdorf und das Neisser Land, Oberschlesischer Heimatverlag, Augsburg, 1974
- Volltextsuche nach [1] in der Familienkundlichen Literaturdatenbank
Weblinks
- Suche nach Personendaten in verschiedenen Datenbanken: http://meta.genealogy.net/
- Suche nach kompletten Familienforschungen: http://gedbas.genealogy.net/
nach dem Ort: - Zahlreiche Hilfen und Tipps für Schlesienforscher: http://www.christoph-www.de
Zufallsfunde
Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden. Bitte beim Erfassen der Seite mit den Zufallsfunden ggf. gleich die richtigen Kategorien zuordnen.
Private Informationsquellen- und Suchhilfeangebote
Auf der nachfolgenden Seite können sich private Familienforscher eintragen, die in diesem Ort Forschungen betreiben und/oder die bereit sind, anderen Familienforschern Informationen, Nachschau oder auch Scans bzw. Kopien passend zu diesem Ort anbieten. Nachfragen sind ausschließlich an den entsprechenden Forscher zu richten.
Die Datenbank FOKO sammelte und ermöglichte Forscherkontakte. Seit Frühjahr 2018 ist der direkte Zugriff durch automatisierte Abfrage nicht mehr möglich.
Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis
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