Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/1/223: Unterschied zwischen den Versionen
(automatisch angelegt) |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
{{Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/1|222|247|224| | {{Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/1|222|247|224|unkorrigiert}} | ||
<center>XIV. Gestaltung der Kirche bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts. <big>223</big> </center> | |||
Sagen ''<sup>(11)</sup>'' lesen wir eine Predigt des Bischofs Sigurd, der Olav Tryggvesens Hofbischof war, an die Schweden, die aber wohl schwerlich so gehalten ist; man sieht indessen doch daraus, wie es wohl ungefähr gemacht wurde. Er redet hart gegen die Götzendiener, empfiehlt den Glauben an den einigen Gott, der Alles aus Nichts erschaffen; ein größeres Werk aber als die Schöpfung sei es, wenn Christus gute und heilige Menschen aus bösen Ketzern mache, wenn er sündige Menschen rufe, welche sich den rechten Weg wollen weisen lassen zu wahrer Reue und Gnade. Wenn sie sich zu Gott wendeten, sollten sie so rein und frei werden, als da sie aus dem Bad der Taufe gekommen, und die Hoffnung der ewigen Seligkeit haben; die Gottesverächter aber sollten nach dem Tode verdammt sein und verstoßen durch Gottes schreckliches Wort in die äußerste Finsterniß, wo Frost und Zähneklappen. In der Predigt erklärte er ihnen auch, nachdem er vorher eine Messe gelesen hatte, die Bedeutung des bischöflichen Schmuckes, und stellte denselben als eine geistliche Rüstung dar. Das Meßhemd bezeichne seine Reinheit, der Mantel die Liebe zu Gott u. s. w. So wird auch vom Bischof Otto von Bamberg, der 1124 als Missionar bei den Pommerschen Slaven auftrat, berichtet, er habe die christlichen Gebräuche erklärt, insbesondere auch die Lehre von den sieben Sacramenten entwickelt, welche um diese Zeit eben aufkam ''<sup>(12)</sup>''. Von Vicelins Lchrvorträgen berichtet Helmold ''<sup>(13)</sup>'', daß es besonderen Eindruck gemacht und viele zur Bekehrung gebracht habe, als er von der Herrlichkeit Gottes, von den Gütern des künftigen Lebens und von der Auferstehung des Fleisches gepredigt. Diese Lehren mochten es auch hauptsächlich sein, die am meisten sich einprägten; sonst freilich kann die Belehrung nicht anders als mangelhaft gewesen sein. Bei der Bekehrung der Liefländer liest | |||
---- | |||
<tt>minor Jacobus; Simon: „peccata remittit.“ „Restituit,“ Judas, „carnem,“ „vitamque“ Matthias.</tt> | |||
''<sup>(11)</sup> Oldnordiske Sagaer, oversatte af Carl Christ. Rafn. 3. Bd. S. 146—149.'' | |||
''<sup>(12)</sup> Neanders Kirchengesch. 5. Bd. S. 10. vgl. S. 445. Die ausführlich S. 7—40 dort dargestellte Thätigkeit Ottos läßt überhaupt manche Blicke in die Art und Weise thun, wie bei der Heidenbekehrung verfahren wurde.'' | |||
''<sup>(13)</sup>'' <tt>Helm. c. 47 (48), p. 115.</tt> | |||
Version vom 25. März 2008, 10:40 Uhr
| GenWiki - Digitale Bibliothek | |
|---|---|
| Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte | |
| Register | 2. Band | 3. Band | 4. Band | |
| 1. Band | Inhalt des 1. Bandes | |
| <<<Vorherige Seite [222] |
Nächste Seite>>> [224] |
| Datei:SH-Kirchengeschichte-1.djvu | |
| unkorrigiert | |
| Dieser Text wurde noch nicht korrekturgelesen und kann somit Fehler enthalten.
| |
Sagen (11) lesen wir eine Predigt des Bischofs Sigurd, der Olav Tryggvesens Hofbischof war, an die Schweden, die aber wohl schwerlich so gehalten ist; man sieht indessen doch daraus, wie es wohl ungefähr gemacht wurde. Er redet hart gegen die Götzendiener, empfiehlt den Glauben an den einigen Gott, der Alles aus Nichts erschaffen; ein größeres Werk aber als die Schöpfung sei es, wenn Christus gute und heilige Menschen aus bösen Ketzern mache, wenn er sündige Menschen rufe, welche sich den rechten Weg wollen weisen lassen zu wahrer Reue und Gnade. Wenn sie sich zu Gott wendeten, sollten sie so rein und frei werden, als da sie aus dem Bad der Taufe gekommen, und die Hoffnung der ewigen Seligkeit haben; die Gottesverächter aber sollten nach dem Tode verdammt sein und verstoßen durch Gottes schreckliches Wort in die äußerste Finsterniß, wo Frost und Zähneklappen. In der Predigt erklärte er ihnen auch, nachdem er vorher eine Messe gelesen hatte, die Bedeutung des bischöflichen Schmuckes, und stellte denselben als eine geistliche Rüstung dar. Das Meßhemd bezeichne seine Reinheit, der Mantel die Liebe zu Gott u. s. w. So wird auch vom Bischof Otto von Bamberg, der 1124 als Missionar bei den Pommerschen Slaven auftrat, berichtet, er habe die christlichen Gebräuche erklärt, insbesondere auch die Lehre von den sieben Sacramenten entwickelt, welche um diese Zeit eben aufkam (12). Von Vicelins Lchrvorträgen berichtet Helmold (13), daß es besonderen Eindruck gemacht und viele zur Bekehrung gebracht habe, als er von der Herrlichkeit Gottes, von den Gütern des künftigen Lebens und von der Auferstehung des Fleisches gepredigt. Diese Lehren mochten es auch hauptsächlich sein, die am meisten sich einprägten; sonst freilich kann die Belehrung nicht anders als mangelhaft gewesen sein. Bei der Bekehrung der Liefländer liest
minor Jacobus; Simon: „peccata remittit.“ „Restituit,“ Judas, „carnem,“ „vitamque“ Matthias.
(11) Oldnordiske Sagaer, oversatte af Carl Christ. Rafn. 3. Bd. S. 146—149.
(12) Neanders Kirchengesch. 5. Bd. S. 10. vgl. S. 445. Die ausführlich S. 7—40 dort dargestellte Thätigkeit Ottos läßt überhaupt manche Blicke in die Art und Weise thun, wie bei der Heidenbekehrung verfahren wurde.
(13) Helm. c. 47 (48), p. 115.