Werne: Unterschied zwischen den Versionen

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'''[[Werne]]''': historisch – familienkundliche Entwicklung im lokalen und regionalen Zusammenhang, Land und Leute, Siedlung, Sprache, Kirche, Bibliografie, Archive, Quellen, Hinweise...
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==Früherwähnung==
===Name===
„Uuerinon" 9. J.; „Uuirinon" ca. 900; „Uuernon" 11. „Wernon" 12. J.; „Wernen" ca. 1150; „Wernon" 980; „Wernen" 1139; „Werna" 1146;
 
===Lage===
„[[villa]] Uuerina , in „[[Pago]] Dregini" 834; „Wernen" 1201; „Werhem" 1217;
 
===Pfarrei===
* 1022-32 „[[ecclesia]] Wernon";
* 1188-1300 „[[parrochia]] Werne";
* 1139 übergab der Münstersche Bischof Werner die Kirche zu Werne nebst dem [[Archidiakon|Archidiakonalbann]] zu Werne dem [[Kloster Cappenberg]];
* 1191 Pfarrer Alexander
 
===Kapelle===
* 1154 schenkte der [[Fürstbistum Münster|Münstersche Bischof Friedrich]] der neu geweihten Kapelle in Werne ein Gut zu [[Schmintrup]]; die [[Fürstbistum Münster|Münsterschen Bischöfe]] hatten hier 1 Hof;
 
===Familienname===
1139-42 „Ludbertus de Wernen";
 
=== Oberhof Werne===
* 1270 „villa Werne" 
* 1225 bestätigte der päpstliche Legat Konrad dem [[Kloster Werden| Werdener Abte]] den Besitz der [[Vogtei]]  über den (Ober-)Hof Werne;
* 1282 verkaufte [[Kloster Werden]]  diesen Hof mit dem Patronatsrecht über die dortige Kirche dem [[Fürstbistum Münster|Münsterschen Bischof Everhard]];
 
===Grundherrschaft===
* 9. Jhdt. [[Kloster Werden]] hatte hier Besitz
* 1082-96 [[Kloster Herzebrock]] hatte hier Besitz
* 1123 bestätigte Heinrich V., daß [[Grafschaft Cappenberg|Graf Gottfried und sein Bruder Otto (v. Cappenberg)]] ihren Hof in Werne dem [[Kloster Cappenberg]], geschenkt haben;
 
==Landschaftslage==
Werne liegt an der südlichen Grenze der inneren Westfälischen (Münsterschen) Tieflandsbucht gegen die fruchtbaren Hellwegbörden im Süden in 60 m Höhe auf sanft ansteigendem Talrand nördlich von Lippe und Lippe-Seitenkanal beiderseits des hier mündenden Hornebachs.
 
===Ortsursprung===
Werina zuerst erwähnt 803. Zum Stadtgebiet gehörten die beiden Bauerschaften Werne (östliche Hälfte) und Mottenheim (westliche Hälfte). In der Bauerschaft Werne lag ein von König Karl der Kirche geschenkter Oberhof, auf dem kurz vor oder nach 800 eine Eigen- oder [[Fron|Fronhofskirche]] erbaut wurde. In ihrer Nähe siedelten sich Krämer und Handwerker an, herbeigelockt durch den regen Verkehr an Sonn- und Feiertagen und die wichtigen Handelsstraßen, die sich hier kreuzten (Lippeübergang - Christophorusbrücke, erwähnt 1253, 1279, 1282). Zunächst unterstand das Kirchdorf der Bauerschaft Werne; im Laufe der Zeit wurde es durch den Landesherrn aus diesem Verbande gelöst, indem es ein eigenes Ortsrecht erhielt. Durch Friedepfähle und -steine war das [[Wigbold]] Werne von der Bauerschaft Werne abgemarkt.
 
==Stadtgründung==
1302 befestigte der Landesherr, [[Fürstbistum Münster|Bischof Otto III.]], den Kirchhof durch Steinmauer, Wall und Graben, um sein Land vor Einfällen aus der [[Grafschaft Mark]] zu sichern. 1383 wurde der Ort befestigt, indem er mit Graben und Wall, durch Palisaden ver-stärkt, umgeben wurde. Als dieser 1400 vom [[Grafschaft Mark|Grafen von der Mark]] überfallen und zerstört worden war, baute der Landesherr, Bischof Otto IV., ihn wieder auf und verstärkte die Wehranlagen durch Mauern, Tore und Türme. Dem Orte wurden vom Landesherrn durch Urkunden von 1362, 1363 und 1385 Jahrmarktsrecht, alte Rechte und das  [[Wigbold|Wigboldrecht]] bestätigt.
 
==Stadtsiedlung==
===Bauliche Entwicklung===
Stand 1954: Die Altstadt zwischen den früheren Stadtmauern bildet einen unregelmäßigen Kreis, der im Nordwesten, an der Stelle, wo früher die Burg stand, etwas eingedrückt ist. Umfang innerhalb der Stadtmauer 1.140 m, Flächeninhalt dieses Raums 8 ha, mit den Befestigungsanlagen und der anliegenden landesherrlichen Burg 15 ha. Die Hauptstraße verläuft in S-Form von Südwest nach Norden. Sie führt am rechteckigen Markt (40 x 46 m) vorbei. Von ihr zweigen unregelmäßig die sonstigen Hauptstraßen ab. Die Besiedlung hat vom Kirchhof aus ihren Anfang genommen. östlich vom Kirchhof liegt der Marktplatz, westlich der Roggenmarkt. Stadtmauer kurz nach 1400 begonnen; die Bauarbeiten dauerten mit Unterbrechungen bis 1502. 4 Tore (Steintor, Burgtor, Bonentor und Neutor) und 9 Türme. Befestigungswerke Ende 18. und Anfang 19. Jhdt. niedergelegt bis auf einen kleinen Rest der Stadtmauer von etwa 40 m. Junge Stadterweiterun-gen vor allem westlich des Hornebachs beiderseits der Landstraßen nach Lünen und Lüdinghausen sowie zum Bahnhof hin.
 
===Gebäude===
Stand 1954: Die Pfarrgemeinde kurz vor 800 gegründet, Kirche 1139 dem [[Kloster Cappenberg]] übergeben; späterer Bau der kath. Pfarrkirche St. Christophorus gegen 1450, vergrößert gegen 1490. Kapuzinerkloster und Kirche (Hl. Dreieinigkeit und Peter und Paul) erbaut 1671-80. Hospital zum hl. Geist mit Kapelle 1468, abgebrochen 1907. [[Siechenhaus]] außerhalb der Stadt an der Grenze der städtischen Feldmark an der Reitbecke erbaut 15. Jhdt., 1954 verschwunden; damit verbunden eine Kapelle 1497, wiederholt erneuert, 1954 noch vorhanden. Rathaus am Markt erbaut 1512-61, Justizgebäude 1838-1932. Ev. Kirche 1903. Burg des Landesherrn erbaut 1400, abgebrannt 1586.
 
===Brände===
Große Brände 1400, 1457, 1506 (15 Häuser), 1586 (43 Häuser und die Burg).
 
===Zerstörung 2. Weltkrieg===
* Im Außenbezirk beschädigt 8 Wohnhäuser, 8 landwirtschaftliche Gebäude, 3 gewerbliche Gebäude.
* 2.500 qm = 0,4% der bebauten Fläche.
==Bevölkerung==
===Ältere Einwohnerzahlen===
1660: 1.081 Einwohner (E.) (516 m., 565 w.), 1761: 1.009 E. 1781: 1.275 E. 1700-99 insgesamt 800 Neubürger, davon je 100 in den Jahren: 1711-23, 1724-32, 1733-46, 1747-56, 1757-72, 1773-86, 1787-99.
 
===Seuchen===
Pest 1589; 1636-37 (313 Tote).
 
===[[Bevölkerungsverzeichnisse]]===
* Bürgerbücher der Stadt W. 1443-1849.
* Kirchenbücher:  kath. ab 1635 (Taufbücher), 1691 (Heiratsbücher), 1750 (Totenbücher).
* 1927 Einwohnerbuch der Stadt Werne und der Gemeinde Rünthe, 1936 und 1952: Adreßbuch des Kreises Lüdinghausen.


==Einleitung==
===[[Bürgerrecht|Bürgerechtsquelle-Bürgerbuch]]===
===[[Bürgerrecht|Bürgerechtsquelle-Bürgerbuch]]===
* Werne, [[Kreis Lüdinghausen]] (1362 Weichbildrecht bestätigt) Stadt- oder Bürgerbuch 1443-1770, 76 B1I. Pergament (Stadtarchiv Werne), Fortsetzung eines älteren, heute nicht mehr vorhandenen Bürgerbuches. Der Text auf Seite 3 berichtet zur Anlage des zweiten Bürgerbuches: „Datum Anno Domini MCCCCXL tercio in festo sancti Petri ad cathedram hebbe wy Borgermestere unde Raet der Stad tho Werne dyt unse Stades Boeck vernyet uth den olden, dar unse Borger und Borgerschen unde eyndels andere Puncte unser Stadt to Werne andrepente synt, so als hyrna bescreven steit". —Bürgerbuch der Stadt Werne 1770-1849, 150 Seiten beschrieben, Papier (Stadtarchiv Werne). Auf Seite 65 ff. Angaben über die Bürgergelderhebung. Ein druckreifes Maschinoskript der Bürgerbücher der Stadt Werne, bearbeitet von dem Archivbetreuer Stadtkämmerer i. R. Franz Bülhoff, lag 1959 vor. Ein von demselben gefertigtes und um manche genealogische Angabe erweitertes Personenregister zum Bürgerbuch befindet sich im Stadtarchiv Werne.
* Werne, [[Kreis Lüdinghausen]] (1362 Weichbildrecht bestätigt) Stadt- oder Bürgerbuch 1443-1770, 76 B1I. Pergament (Stadtarchiv Werne), Fortsetzung eines älteren, heute nicht mehr vorhandenen Bürgerbuches. Der Text auf Seite 3 berichtet zur Anlage des zweiten Bürgerbuches: „Datum Anno Domini MCCCCXL tercio in festo sancti Petri ad cathedram hebbe wy Borgermestere unde Raet der Stad tho Werne dyt unse Stades Boeck vernyet uth den olden, dar unse Borger und Borgerschen unde eyndels andere Puncte unser Stadt to Werne andrepente synt, so als hyrna bescreven steit". —Bürgerbuch der Stadt Werne 1770-1849, 150 Seiten beschrieben, Papier (Stadtarchiv Werne). Auf Seite 65 ff. Angaben über die Bürgergelderhebung. Ein druckreifes Maschinoskript der Bürgerbücher der Stadt Werne, bearbeitet von dem Archivbetreuer Stadtkämmerer i. R. Franz Bülhoff, lag 1959 vor. Ein von demselben gefertigtes und um manche genealogische Angabe erweitertes Personenregister zum Bürgerbuch befindet sich im Stadtarchiv Werne.
** Veröffentlichungen: „Auszüge aus dem Bürgerbuch der Stadt Werne" (ohne Verfasserangabe, in: Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Bd. X (1847), S. 345-354). Die Arbeit beschränkt sich auf die Wiedergabe der Niederschriften über die Befestigung sowie über verschiedene Schicksale der Stadt und bringt zum Bürgerrecht lediglich die Formeln des Bürger- und des Bürgerinneneides. Wie eine Fußnote besagt, war das alte Bürgerbuch der Stadt Werne zur Zeit der Veröffentlichung (1847) schon nicht mehr vorhanden. — Franz Bülhoff, Ortsfremde im Bürgerbuch der Stadt Werne 1443-1849. In: [[Beiträge zur westfälischen Familienforschung]], Bd. XIII (1954), Heft 1, S. 25-28.
** Veröffentlichungen: „Auszüge aus dem Bürgerbuch der Stadt Werne" (ohne Verfasserangabe, in: Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Bd. X (1847), S. 345-354). Die Arbeit beschränkt sich auf die Wiedergabe der Niederschriften über die Befestigung sowie über verschiedene Schicksale der Stadt und bringt zum Bürgerrecht lediglich die Formeln des Bürger- und des Bürgerinneneides. Wie eine Fußnote besagt, war das alte Bürgerbuch der Stadt Werne zur Zeit der Veröffentlichung (1847) schon nicht mehr vorhanden. — Franz Bülhoff, Ortsfremde im Bürgerbuch der Stadt Werne 1443-1849. In: [[Beiträge zur westfälischen Familienforschung]], Bd. XIII (1954), Heft 1, S. 25-28.
===[[Staats- und Personenstandsarchiv Detmold]]===
* 1811-1814 (Zivistandsregister) Geburten, Aufgebote, Heiraten, Tote
* 1815-1874 (rk.) Geburten, Heiraten, Tote
** siehe auch Capelle
* 1822-1841 (Juden, Stadt) Geburten, Heiraten, Tote
* 1822-1842 (Juden, Bürgermeisterei) Geburten, Heiraten, Tote
* 1847-1850 (Juden, Gerichtsbezirk) Geburten, Heiraten, Tote
===Berühmte Personen===
* Timann Kemmener, Rektor der Domschule in Münster, * um 1470 Werne, + 1535 Münster.
* Albert von Maybach, Eisenbahnminister, * 29.11.1822 Werne, + 21.01.1904 Berlin.
* Antonia Jüngst, Dichterin, * 13.06.1843 Werne, + 08.06.1918 Münster.
===Jüngere Einwohnerzahlen===
1810: 1.485 Einwohner (E.) (695 m., 790 w.), 1818: 1.627 E., 1830: 1.702 E., 1843: 1.821 E., 1858: 1.900 E., 1860: 2.072 E., 1871: 2.084 E., 1885: 2.095 E., 1905: 3.412 E., 1910: 4.201 E., 1919: 4.963 E., 1922 (nach Eingemeindung): 12.117 E., 1933: 12.254 E., 1939: 12.616 E., 1946: 16.592 E., 1950: 17.717 E. (davon 3.342 Vertriebene und Evakuierte).
==[[Sprache]]==
Amtssprache bis etwa 1580  [[niederdeutsch|niederdeutschen]], dann hochdeutsch. Die [[niederdeutsch|niederdeutschen]]  [[Mundart]]  von Werne liegt im Raume Dortmund-Lüdenscheid des [[westfälisch|Westfälischen]] der für 'euch' die alte Dualform ink gebraucht, für 'mir' und 'mich' die Wemfallform mi, für 'ihr' iht, `nauen' bauen, `(sie) mähen' maiht. In Walstedde wird das Werner ink verspottet: „Bi Ink to Huus gaot inke Göis in inke Gaoren, friätt't inke Mous ('Gemüse') af (Walstedde sagt jue 'eure').


==Maße und Gewichte==
==Maße und Gewichte==

Version vom 27. Mai 2009, 10:59 Uhr

Werne: historisch – familienkundliche Entwicklung im lokalen und regionalen Zusammenhang, Land und Leute, Siedlung, Sprache, Kirche, Bibliografie, Archive, Quellen, Hinweise...

Hierarchie: Regional > Bundesrepublik Deutschland > Nordrhein-Westfalen > Regierungsbezirk Arnsberg > Kreis Unna > Werne

Früherwähnung

Name

„Uuerinon" 9. J.; „Uuirinon" ca. 900; „Uuernon" 11. „Wernon" 12. J.; „Wernen" ca. 1150; „Wernon" 980; „Wernen" 1139; „Werna" 1146;

Lage

villa Uuerina , in „Pago Dregini" 834; „Wernen" 1201; „Werhem" 1217;

Pfarrei

Kapelle

Familienname

1139-42 „Ludbertus de Wernen";

Oberhof Werne

Grundherrschaft

Landschaftslage

Werne liegt an der südlichen Grenze der inneren Westfälischen (Münsterschen) Tieflandsbucht gegen die fruchtbaren Hellwegbörden im Süden in 60 m Höhe auf sanft ansteigendem Talrand nördlich von Lippe und Lippe-Seitenkanal beiderseits des hier mündenden Hornebachs.

Ortsursprung

Werina zuerst erwähnt 803. Zum Stadtgebiet gehörten die beiden Bauerschaften Werne (östliche Hälfte) und Mottenheim (westliche Hälfte). In der Bauerschaft Werne lag ein von König Karl der Kirche geschenkter Oberhof, auf dem kurz vor oder nach 800 eine Eigen- oder Fronhofskirche erbaut wurde. In ihrer Nähe siedelten sich Krämer und Handwerker an, herbeigelockt durch den regen Verkehr an Sonn- und Feiertagen und die wichtigen Handelsstraßen, die sich hier kreuzten (Lippeübergang - Christophorusbrücke, erwähnt 1253, 1279, 1282). Zunächst unterstand das Kirchdorf der Bauerschaft Werne; im Laufe der Zeit wurde es durch den Landesherrn aus diesem Verbande gelöst, indem es ein eigenes Ortsrecht erhielt. Durch Friedepfähle und -steine war das Wigbold Werne von der Bauerschaft Werne abgemarkt.

Stadtgründung

1302 befestigte der Landesherr, Bischof Otto III., den Kirchhof durch Steinmauer, Wall und Graben, um sein Land vor Einfällen aus der Grafschaft Mark zu sichern. 1383 wurde der Ort befestigt, indem er mit Graben und Wall, durch Palisaden ver-stärkt, umgeben wurde. Als dieser 1400 vom Grafen von der Mark überfallen und zerstört worden war, baute der Landesherr, Bischof Otto IV., ihn wieder auf und verstärkte die Wehranlagen durch Mauern, Tore und Türme. Dem Orte wurden vom Landesherrn durch Urkunden von 1362, 1363 und 1385 Jahrmarktsrecht, alte Rechte und das Wigboldrecht bestätigt.

Stadtsiedlung

Bauliche Entwicklung

Stand 1954: Die Altstadt zwischen den früheren Stadtmauern bildet einen unregelmäßigen Kreis, der im Nordwesten, an der Stelle, wo früher die Burg stand, etwas eingedrückt ist. Umfang innerhalb der Stadtmauer 1.140 m, Flächeninhalt dieses Raums 8 ha, mit den Befestigungsanlagen und der anliegenden landesherrlichen Burg 15 ha. Die Hauptstraße verläuft in S-Form von Südwest nach Norden. Sie führt am rechteckigen Markt (40 x 46 m) vorbei. Von ihr zweigen unregelmäßig die sonstigen Hauptstraßen ab. Die Besiedlung hat vom Kirchhof aus ihren Anfang genommen. östlich vom Kirchhof liegt der Marktplatz, westlich der Roggenmarkt. Stadtmauer kurz nach 1400 begonnen; die Bauarbeiten dauerten mit Unterbrechungen bis 1502. 4 Tore (Steintor, Burgtor, Bonentor und Neutor) und 9 Türme. Befestigungswerke Ende 18. und Anfang 19. Jhdt. niedergelegt bis auf einen kleinen Rest der Stadtmauer von etwa 40 m. Junge Stadterweiterun-gen vor allem westlich des Hornebachs beiderseits der Landstraßen nach Lünen und Lüdinghausen sowie zum Bahnhof hin.

Gebäude

Stand 1954: Die Pfarrgemeinde kurz vor 800 gegründet, Kirche 1139 dem Kloster Cappenberg übergeben; späterer Bau der kath. Pfarrkirche St. Christophorus gegen 1450, vergrößert gegen 1490. Kapuzinerkloster und Kirche (Hl. Dreieinigkeit und Peter und Paul) erbaut 1671-80. Hospital zum hl. Geist mit Kapelle 1468, abgebrochen 1907. Siechenhaus außerhalb der Stadt an der Grenze der städtischen Feldmark an der Reitbecke erbaut 15. Jhdt., 1954 verschwunden; damit verbunden eine Kapelle 1497, wiederholt erneuert, 1954 noch vorhanden. Rathaus am Markt erbaut 1512-61, Justizgebäude 1838-1932. Ev. Kirche 1903. Burg des Landesherrn erbaut 1400, abgebrannt 1586.

Brände

Große Brände 1400, 1457, 1506 (15 Häuser), 1586 (43 Häuser und die Burg).

Zerstörung 2. Weltkrieg

  • Im Außenbezirk beschädigt 8 Wohnhäuser, 8 landwirtschaftliche Gebäude, 3 gewerbliche Gebäude.
  • 2.500 qm = 0,4% der bebauten Fläche.

Bevölkerung

Ältere Einwohnerzahlen

1660: 1.081 Einwohner (E.) (516 m., 565 w.), 1761: 1.009 E. 1781: 1.275 E. 1700-99 insgesamt 800 Neubürger, davon je 100 in den Jahren: 1711-23, 1724-32, 1733-46, 1747-56, 1757-72, 1773-86, 1787-99.

Seuchen

Pest 1589; 1636-37 (313 Tote).

Bevölkerungsverzeichnisse

  • Bürgerbücher der Stadt W. 1443-1849.
  • Kirchenbücher: kath. ab 1635 (Taufbücher), 1691 (Heiratsbücher), 1750 (Totenbücher).
  • 1927 Einwohnerbuch der Stadt Werne und der Gemeinde Rünthe, 1936 und 1952: Adreßbuch des Kreises Lüdinghausen.

Bürgerechtsquelle-Bürgerbuch

  • Werne, Kreis Lüdinghausen (1362 Weichbildrecht bestätigt) Stadt- oder Bürgerbuch 1443-1770, 76 B1I. Pergament (Stadtarchiv Werne), Fortsetzung eines älteren, heute nicht mehr vorhandenen Bürgerbuches. Der Text auf Seite 3 berichtet zur Anlage des zweiten Bürgerbuches: „Datum Anno Domini MCCCCXL tercio in festo sancti Petri ad cathedram hebbe wy Borgermestere unde Raet der Stad tho Werne dyt unse Stades Boeck vernyet uth den olden, dar unse Borger und Borgerschen unde eyndels andere Puncte unser Stadt to Werne andrepente synt, so als hyrna bescreven steit". —Bürgerbuch der Stadt Werne 1770-1849, 150 Seiten beschrieben, Papier (Stadtarchiv Werne). Auf Seite 65 ff. Angaben über die Bürgergelderhebung. Ein druckreifes Maschinoskript der Bürgerbücher der Stadt Werne, bearbeitet von dem Archivbetreuer Stadtkämmerer i. R. Franz Bülhoff, lag 1959 vor. Ein von demselben gefertigtes und um manche genealogische Angabe erweitertes Personenregister zum Bürgerbuch befindet sich im Stadtarchiv Werne.
    • Veröffentlichungen: „Auszüge aus dem Bürgerbuch der Stadt Werne" (ohne Verfasserangabe, in: Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Bd. X (1847), S. 345-354). Die Arbeit beschränkt sich auf die Wiedergabe der Niederschriften über die Befestigung sowie über verschiedene Schicksale der Stadt und bringt zum Bürgerrecht lediglich die Formeln des Bürger- und des Bürgerinneneides. Wie eine Fußnote besagt, war das alte Bürgerbuch der Stadt Werne zur Zeit der Veröffentlichung (1847) schon nicht mehr vorhanden. — Franz Bülhoff, Ortsfremde im Bürgerbuch der Stadt Werne 1443-1849. In: Beiträge zur westfälischen Familienforschung, Bd. XIII (1954), Heft 1, S. 25-28.

Staats- und Personenstandsarchiv Detmold

  • 1811-1814 (Zivistandsregister) Geburten, Aufgebote, Heiraten, Tote
  • 1815-1874 (rk.) Geburten, Heiraten, Tote
    • siehe auch Capelle
  • 1822-1841 (Juden, Stadt) Geburten, Heiraten, Tote
  • 1822-1842 (Juden, Bürgermeisterei) Geburten, Heiraten, Tote
  • 1847-1850 (Juden, Gerichtsbezirk) Geburten, Heiraten, Tote

Berühmte Personen

  • Timann Kemmener, Rektor der Domschule in Münster, * um 1470 Werne, + 1535 Münster.
  • Albert von Maybach, Eisenbahnminister, * 29.11.1822 Werne, + 21.01.1904 Berlin.
  • Antonia Jüngst, Dichterin, * 13.06.1843 Werne, + 08.06.1918 Münster.

Jüngere Einwohnerzahlen

1810: 1.485 Einwohner (E.) (695 m., 790 w.), 1818: 1.627 E., 1830: 1.702 E., 1843: 1.821 E., 1858: 1.900 E., 1860: 2.072 E., 1871: 2.084 E., 1885: 2.095 E., 1905: 3.412 E., 1910: 4.201 E., 1919: 4.963 E., 1922 (nach Eingemeindung): 12.117 E., 1933: 12.254 E., 1939: 12.616 E., 1946: 16.592 E., 1950: 17.717 E. (davon 3.342 Vertriebene und Evakuierte).

Sprache

Amtssprache bis etwa 1580 niederdeutschen, dann hochdeutsch. Die niederdeutschen Mundart von Werne liegt im Raume Dortmund-Lüdenscheid des Westfälischen der für 'euch' die alte Dualform ink gebraucht, für 'mir' und 'mich' die Wemfallform mi, für 'ihr' iht, `nauen' bauen, `(sie) mähen' maiht. In Walstedde wird das Werner ink verspottet: „Bi Ink to Huus gaot inke Göis in inke Gaoren, friätt't inke Mous ('Gemüse') af (Walstedde sagt jue 'eure').

Maße und Gewichte

Wernsches Maß

Zeitzeichen 1895

  • Stadt Werne, Stadtgemeinde in Deutschland, Königreich Preussen, Provinz Westfalen, Regierungsbezirk Münster, Kreis Lüdinghausen, Amtsgericht Werne, Standesamt Werne, am rechten Ufer der Lippe gelegen
    • ev. Kspl Lünen, kath. Kspl Werne
    • 652,7 ha, (1895) 1 Wohnplatz, 341 Gebäude
    • 2.214 Ew. (31 Ev., 2.145 Kath., 38 Jud.),
    • Postbezirk, Telegrafenstation, Eisenbahnstation Lünen an der Linie Enschede <> Dortmund u. Eisenbahnstation Kamen an der Linie Köln <> Minden.
    • Gefängnis, Warmbad, Solbad.
      • Die hiesige Sole, eine kohlensaure Soltherme, wurde bei einem Bohrversuch aus Steinkohlen in einer Tiefe von 1.745 Fuss aufgeschlossen und hat im Liter Wasser 62,8 g Kochsalz, 71,4 g feste Bestandtheile, 742 ml freie Kohlensäure, sowie eine Temp. von 29,2° C. Sie dient, wie Solquellen überhaupt, gegen Skrofulose, Hautkrankheiten und andere Krankheiten mehr als Heilmittel in Form von Bädern. Badeeinrichtungen einfach, neues Logierhaus mit Pensionen zu 3,50 - 4 Mark, Leben billig. Ärzte: Sanitätsrath Dr. Hörener, Dr. Thöle, Dr. Prästens.
  • Landgemeinde Werne, im Kreis Lüdinghausen, Amtsgericht Werne

Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.

Private Informationsquellen- und Suchhilfeangebote

Auf der nachfolgenden Seite können sich private Familienforscher eintragen, die in diesem Ort Forschungen betreiben und/oder die bereit sind, anderen Familienforschern Informationen, Nachschau oder auch Scans bzw. Kopien passend zu diesem Ort anbieten. Nachfragen sind ausschließlich an den entsprechenden Forscher zu richten.


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Kommunen im   ( Kreis Unna )  -  ( Regierungsbezirk Arnsberg )

Bergkamen   |   Bönen   |   Fröndenberg   |   Holzwickede   |   Kamen   |   Lünen   |   Schwerte   |   Selm   |   Unna   |   Werne.


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung WERRNEJO31TQ
Name
  • Werne
  • Werne a.d. Lippe Quelle (${p.language})
Typ
Einwohner
Postleitzahl
  • W4712 (- 1993-06-30)
  • 59368 (1993-07-01 -)
externe Kennung
  • opengeodb:25982
  • geonames:2810833
Gemeindekennziffer
  • 05978040
Fläche (in km²)
Haushalte
Karte
   

TK25: 4311

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Werne (1808 - 1813) ( Kanton)

Lünen (1980-01-01 -) ( Amtsgericht) Quelle

Werne (St. Christophorus) (1895-12-02) ( Pfarrei) Quelle S. 6/7 Nr. 2

Lünen (1895-12-02) ( Kirchengemeinde) Quelle S. 6/7 Nr. 2

Unna (1975-01-01 -) ( Kreis) Quelle § 19 Abs. 1

Werne (1874-10-01 -) ( Standesamt) Quelle S. 6/7 Nr. 2 Quelle 1874 Seite 145 Nr. 337

Werne (- 1979-12-31) ( Amtsgericht) Quelle S. 6/7 Nr. 2 Quelle

Werne, Werne, Landbezirk (1816 - 1836-07-30) ( Bürgermeisterei)

Werne (1836-07-31 - 1843) ( Bürgermeisterei) Quelle Quelle 1836 Seite 204

Werne (Seliger Nikolaus Groß) ( PfarreiFiliale)

Lüdinghausen (1816-08-10 - 1974-12-31) ( KreisLandkreis) Quelle S. 6/7 Nr. 2 Quelle § 19 Abs. 1

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum
Nier-Fischer
         Ortsteil
NIEHERJO31SO
Schnettker
         Ortsteil
SCHKERJO31SP
Schröer
         Ort
SCHOERJO31SP
Breer
         Ortsteil
BREEERJO31SP
Döbbe
         Ort
DOBBBEJO31SP
Elsner
         Ort
ELSNERJO31SP
Jücker
         Ortsteil
JUCKERJO31SP
Lütke-Fels
         Ortsteil
LUTELSJO31SP
Neuhaus
         Ortsteil
NEUAUSJO31SP
Schrör
         Ortsteil
SCHRORJO31SQ
Funnhof
         Ortsteil
FUNHOFJO31SQ
Hegemann
         Ortsteil
HEGANNJO31SQ
Lunemann
         Ortsteil
LUNANNJO31SQ
Mutter Stuff
         Ortsteil
MUTUFFJO31SQ
Nierstenholz
         Ortsteil
NIEOLZJO31SQ
Ostermann
         Ortsteil
OSTANNJO31SQ
Weidkamp
         Hof
WEIAMPJO31TP
Stratmann
         Ortsteil
STRANNJO31TP
Waterhues
         Ortsteil
WATUESJO31TP
Schulze Becking
         Hof
SCHINGJO31TP
Schulze Weiling
         Hof
SCHIN2JO31TP
Bispinghof
         Ortsteil
BISHOFJO31TP
Haselhoff
         Ortsteil
HASOFFJO31TP
Kranemann
         Ortsteil
KRAANNJO31TP
Lohmann
         Ortsteil
LOHANNJO31TP
Reitbach
         Hof
REIACHJO31TP
Scholbrock
         Ortsteil
SCHOCKJO31TQ
Stöver
         Ortsteil
STOVERJO31TQ
Schwert
         Ortsteil
SCHERTJO31TQ
Schulze-Kersting
         Hof
SCHIN2JO31TQ
Rüschenschmidt
         Ortsteil
RUSIDTJO31TQ
Schulze Froning
         Hof
SCHINGJO31TQ
Schulze Twenhöven
         Hof
SCHVENJO31TQ
Beische
         Ortsteil
BEICHEJO31TQ
Bleckmann
         Hof
BLEANNJO31TQ
Deermann
         Ortsteil
DEEANNJO31TQ
Deipenbrock
         Ortsteil
DEIOCKJO31TQ
Ewringmann
         Ortsteil
EWRANNJO31TQ
Fleige
         Ortsteil
FLEIGEJO31TQ
Frie
         Ortsteil
FRIRIEJO31TQ
Glitz
         Ortsteil
GLIITZJO31TQ
Gut Moormann, Moormann
         Ortsteil
MOOANNJO31TQ
Hagemann
         Ortsteil
HAGANNJO31TQ
Hagemeyer
         Ortsteil
HAGYERJO31TQ
Halloh
         Ortsteil
HALLOHJO31TQ
Heckmann
         Ortsteil
HECANNJO31TQ
Hesener
         Ortsteil
HESNERJO31TQ
Holtrup
         Ortsteil
HOLRUPJO31TQ
Jücker
         Ortsteil
JUCKERJO31TQ
Kirchhoff-Over
         Ortsteil
KIRVERJO31TQ
Klaas
         Ortsteil
KLAAASJO31TQ
Krusel
         Ortsteil
KRUSELJO31TQ
Krutwage
         Ortsteil
KRUAGEJO31TQ
Mangels
         Ortsteil
MANELSJO31TQ
Meinberg
         Ortsteil
MEIERGJO31TQ
Mertens
         Ortsteil
MERENSJO31TQ
Overhage
         Ortsteil
OVEAGEJO31TQ
Peters
         Ortsteil
PETERSJO31TQ
Quante
         Ortsteil
QUANTEJO31TQ
Riphegge
         Ortsteil
RIPGGEJO31TQ
Wenner
         Ortsteil
WENNERJO31UQ
Westhues
         Ortsteil
WESUESJO31UQ
Sievert
         Ortsteil
SIEERTJO31UQ
Siesmann
         Ortsteil
SIEANNJO31UQ
Voss
         Ortsteil
VOSOSSJO31UQ
Schulze Kalthof
         Hof
SCHHOFJO31UQ
Schulze Blasum
         Hof
SCHSUMJO31UQ
Achtermann
         Ortsteil
ACHANNJO31UQ
Linnemann
         Ortsteil
LINANNJO31UQ
Lorsträter
         Ortsteil
LORTERJO31UQ
Möllenhoff
         Ortsteil
MOLOFFJO31UQ
Nordhaus
         Ortsteil
NORAUSJO31UQ
Osthues
         Ortsteil
OSTUESJO31UQ
Schlierkamp
         Ortsteil
SCHAMPJO31UQ
Bäumer
         Ortsteil
BAUMERJO31UQ
Börste
         Ortsteil
BORSTEJO31UQ
Dahlkamp
         Ortsteil
DAHAMPJO31UQ
Eickholt
         Ortsteil
EICOLTJO31UQ
Erdmann
         Ortsteil
ERDANNJO31UQ
Fleige
         Ortsteil
FLEIGEJO31UQ
Geiping
         Ortsteil
GEIINGJO31UQ
Gersteinhof
         Ortsteil
GERHOFJO31UQ
Groteböhmer
         Ortsteil
GROMERJO31UQ
Havers
         Ortsteil
HAVERSJO31UQ
Hunloh
         Ortsteil
HUNLOHJO31UQ
Kibitzheide
         Ortsteil
KIBIDEJO31UQ
Knappmann
         Ortsteil
KNAANNJO31UQ
Kortenbusch
         Ortsteil
KORSCHJO31UQ
Krieter
         Ortsteil
KRITERJO31UQ
Vorwick
         Ortsteil
VORICKJO31TP
Dornheide
         Ortsteil
DORIDEJO31UQ
Köhne
         Ortsteil
KOHHNEJO31UQ
Langenkämper
         Ortsteil
LANPERJO31UQ
Rosendahl, Werne
         Ortsteil
ROSAHLJO31TQ
Werne
         Stadt
WERRNEJO31TP
Kiliansmühle
         Mühle
KILHLEJO31SO
Stockum
         DorfOrtsteil
STOKU1JO31UQ (1975-01-01 -)
Langern
         Ortsteil
LANERNJO31SP (1923-01-01 -)
Varnhövel
         Bauerschaft
VARVELJO31TP (1923-01-01 -)
Holthausen
         Bauerschaft
HOLSENJO31TQ (1923-01-01 -)
Schmintrup
         Bauerschaft
SCHRUPJO31TQ (1923-01-01 -)
Ehringhausen
         Bauerschaft
EHRSENJO31SQ (1923-01-01 -)
Lenklar
         Bauerschaft
LENLARJO31TP (1923-01-01 -)
Evenkamp
         Bauerschaft
EVEAMPJO31TP (1923-01-01 -)