Genealogie der Herren und Grafen von Velbrüggen/22: Unterschied zwischen den Versionen

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der Vater des Peter von Norprode ist. Dieser hatte mit seiner Gattin Clara (von Goer) zwei Kinder: Goedert von Norprode, auf welchen ich am Schlusse des folgenden Abschnittes zurückkommen werde, und Clara von Norprode. Diese hat zu Neuss einen Herrn geheirathet, dessen Stammbaum also lautet: Johan Hasert heirathet im J. 1359 Lyse Tochter des Peter von der Heghe und der Catharina von Goer. Aus dieser Ehe stammt Peter Hasert, dessen Sohn Philips 1430 Clara von Norprode geheirathet und mit derselben einen Sohn Peter Hasert gezeugt hat. Philips ist gegen Ende des Jahres 1438 mit Tod abgegangen, worauf denn Clara 1440 mit Johan von der Heghe zur zweiten Ehe geschritten. Von diesem hat sie den Hof zu Lo-velchem (Lovelich, Löveling) zur Morgengabe erhalten. Johan von der Heghe, oder Johan vom Over genannt von der Heghe, ist ein Bruder des Diederich vom Over genannt von der Heghe. In der 1419 statt gehabten Theilung ist dem Johan unter Anderm das Haus zur Alten Heghe im Kirspel von Holtzheim, und eine Erbrente von 26 Malter Roggen an dem Overhof im Kirspel von Karst gelegen, anerfallen. Dieser Hof hiess vormals Windeck; er gehörte nämlich dem Peter von Windeck, welcher jene 25 Malter im J. 1353 einem Scheffen Zu Neuss verschrieben. Johan von der Heghe hat dann im J. 1433 von den in Heft XL p. 76 erwähnten Gebrüdern, Peter genannt Windeck von Calcum und Adolph von Calcum, das Eigenthumsrecht des Hofs erworben. Derselbe war ein Lehen des Erzstifts Cöln. — Johans Ehestand war von sehr kurzer Dauer. Peter von Tüschenbroich, Michael und Diederich Gebrüder vom Over, und Else von Tüschenbroich übertragen im J. 1442 ihr Recht an dem Overhof ihrem Neven Johan Koning: welcher dann 1443 besagten Hof den Ehegatten Symon von Aldenbrüggen und Clara von Norprode verkauft. — Symon der 1458 vom Erzbischof Diederich mit dem Hofe zu Lovelich zu Behuf der Clara und ihrer Kinder belehnt worden, ist anfangs der sechziger Jahre gestorben. Nach Tod der Mutter (die am 10. October 1469 noch im Leben war), 1470 wird Lu-dolph von Aldenbrüggen mit demselben Hofe belehnt.
==== A. ====
Ludolph von Aldenbrüggen genannt von Velmerckem heirathet im J. 1468 Christina von Hemberg Tochter des Ritters Johan von Hemberg und der Elisabeth Spede. Derselbe bringt in die Ehe den Hof zu Gohr im Dorf, die im Kirspel von Neu-
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kirchen gelegenen Höfe Hoer (Horr), Blomenberg und Gubel-rath (1), sodann die Höfe Lovelich und Overhof. Dagegen erhält er das Gut zu Velde mit seinen Zubehörungen, und falls Chri-stinens Bruder Johan von Hemberg ohne Leibeserben verstürbe, das Haus Bachern mit dem Erbkämmerer-Amt. Ludolph hat den Tod seines Schwagers nicht erlebt; er ist etwa anfangs 1517 gestorben. Von seinen Kindern sind nur drei mit Namen bekannt; wahrscheinlich hatte er auch noch eine Tochter, die zu Ehren seiner Mutter, Clara getauft worden, und wohl den geistlichen Stand erwählt hat.
:1. Rutger von Velbrüggen (B).
:2.  Johan von Velbrüggen Domherr zu Lüttich.
:3.  Anna von Velbrüggen heirathete 1499 den Erbschenk Coen von Vlatten. Durch diese Heirath ist ein Theil der Länderei zu Bachern, und die Hälfte des Genneper Hofs im Lande von Kempen an die Herren von Vlatten gekommen (2).
==== B. ====
Rutger von Aldenbrüggen genannt Velbrüggen, Erbkämmerer des Erzstifts Cöln. Dieses Amt hat er nur ein paar Jahre bekleidet; denn Johan von Hemberg, der mit seinen beiden Gattinnen keine Kinder gehabt, ist erst 1535 mit Tod abgegangen; Rutger aber hat das Jahr 1540 nicht erlebt. Im J. 1503 heirathete er Maria älteste Tochter des Johan von Flodorf und der Adriana Scheiffart von Merode zu Hemmersbach: durch welche Heirath im J. 1518 das Haus Eisern oder Elsum (3) an die Herren von Velbrüggen gekommen. Rutger war reich mit Kindern gesegnet; die ein höheres Alter erreicht, heissen also:
:1. Ludolph von Velbrüggen Erbkämmerer, heirathete erst im
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:(1)  Gubelrath, Guberath, auch Gobetrade, heutzutag Gubis-rath. Symon von Aldenbrüggen hat diesen Hof in den Jahren 1443 und 1454 von zwei verschiedenen Besitzern erworben.
:(2)  Den Genneper Hof hat wahrscheinlich Ida von Orsbeck dem Erbkämmerer Arnold von Hemberg zugebracht.
:(3)  Das Haus Eisern hat Johan von Loen Herr zu Heinsberg und Lewenberg im J. 1440 dem Wilhelm von Flodorf verkauft. Dasselbe war ein Lehen der Mannkammer zu Wassenberg. Nach Rutgers Absterben, im J. 1540 hat Daem von Velbrüggen, und 1562 Rutger von Velbrüggen zu Velde für sich und zu Behuf seines gleichnamigen minderjährigen Vetters die Belehnung empfangen. So mag denn Johan von Velbrüggen wohl erst nach Tod seiner beiden Vettern alleiniger Herr zu Elsum geworden sein.

Version vom 4. März 2008, 18:10 Uhr

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Genealogie der Herren und Grafen von Velbrüggen
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der Vater des Peter von Norprode ist. Dieser hatte mit seiner Gattin Clara (von Goer) zwei Kinder: Goedert von Norprode, auf welchen ich am Schlusse des folgenden Abschnittes zurückkommen werde, und Clara von Norprode. Diese hat zu Neuss einen Herrn geheirathet, dessen Stammbaum also lautet: Johan Hasert heirathet im J. 1359 Lyse Tochter des Peter von der Heghe und der Catharina von Goer. Aus dieser Ehe stammt Peter Hasert, dessen Sohn Philips 1430 Clara von Norprode geheirathet und mit derselben einen Sohn Peter Hasert gezeugt hat. Philips ist gegen Ende des Jahres 1438 mit Tod abgegangen, worauf denn Clara 1440 mit Johan von der Heghe zur zweiten Ehe geschritten. Von diesem hat sie den Hof zu Lo-velchem (Lovelich, Löveling) zur Morgengabe erhalten. Johan von der Heghe, oder Johan vom Over genannt von der Heghe, ist ein Bruder des Diederich vom Over genannt von der Heghe. In der 1419 statt gehabten Theilung ist dem Johan unter Anderm das Haus zur Alten Heghe im Kirspel von Holtzheim, und eine Erbrente von 26 Malter Roggen an dem Overhof im Kirspel von Karst gelegen, anerfallen. Dieser Hof hiess vormals Windeck; er gehörte nämlich dem Peter von Windeck, welcher jene 25 Malter im J. 1353 einem Scheffen Zu Neuss verschrieben. Johan von der Heghe hat dann im J. 1433 von den in Heft XL p. 76 erwähnten Gebrüdern, Peter genannt Windeck von Calcum und Adolph von Calcum, das Eigenthumsrecht des Hofs erworben. Derselbe war ein Lehen des Erzstifts Cöln. — Johans Ehestand war von sehr kurzer Dauer. Peter von Tüschenbroich, Michael und Diederich Gebrüder vom Over, und Else von Tüschenbroich übertragen im J. 1442 ihr Recht an dem Overhof ihrem Neven Johan Koning: welcher dann 1443 besagten Hof den Ehegatten Symon von Aldenbrüggen und Clara von Norprode verkauft. — Symon der 1458 vom Erzbischof Diederich mit dem Hofe zu Lovelich zu Behuf der Clara und ihrer Kinder belehnt worden, ist anfangs der sechziger Jahre gestorben. Nach Tod der Mutter (die am 10. October 1469 noch im Leben war), 1470 wird Lu-dolph von Aldenbrüggen mit demselben Hofe belehnt.

A.

Ludolph von Aldenbrüggen genannt von Velmerckem heirathet im J. 1468 Christina von Hemberg Tochter des Ritters Johan von Hemberg und der Elisabeth Spede. Derselbe bringt in die Ehe den Hof zu Gohr im Dorf, die im Kirspel von Neu-


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kirchen gelegenen Höfe Hoer (Horr), Blomenberg und Gubel-rath (1), sodann die Höfe Lovelich und Overhof. Dagegen erhält er das Gut zu Velde mit seinen Zubehörungen, und falls Chri-stinens Bruder Johan von Hemberg ohne Leibeserben verstürbe, das Haus Bachern mit dem Erbkämmerer-Amt. Ludolph hat den Tod seines Schwagers nicht erlebt; er ist etwa anfangs 1517 gestorben. Von seinen Kindern sind nur drei mit Namen bekannt; wahrscheinlich hatte er auch noch eine Tochter, die zu Ehren seiner Mutter, Clara getauft worden, und wohl den geistlichen Stand erwählt hat.

1. Rutger von Velbrüggen (B).
2. Johan von Velbrüggen Domherr zu Lüttich.
3. Anna von Velbrüggen heirathete 1499 den Erbschenk Coen von Vlatten. Durch diese Heirath ist ein Theil der Länderei zu Bachern, und die Hälfte des Genneper Hofs im Lande von Kempen an die Herren von Vlatten gekommen (2).

B.

Rutger von Aldenbrüggen genannt Velbrüggen, Erbkämmerer des Erzstifts Cöln. Dieses Amt hat er nur ein paar Jahre bekleidet; denn Johan von Hemberg, der mit seinen beiden Gattinnen keine Kinder gehabt, ist erst 1535 mit Tod abgegangen; Rutger aber hat das Jahr 1540 nicht erlebt. Im J. 1503 heirathete er Maria älteste Tochter des Johan von Flodorf und der Adriana Scheiffart von Merode zu Hemmersbach: durch welche Heirath im J. 1518 das Haus Eisern oder Elsum (3) an die Herren von Velbrüggen gekommen. Rutger war reich mit Kindern gesegnet; die ein höheres Alter erreicht, heissen also:

1. Ludolph von Velbrüggen Erbkämmerer, heirathete erst im

(1) Gubelrath, Guberath, auch Gobetrade, heutzutag Gubis-rath. Symon von Aldenbrüggen hat diesen Hof in den Jahren 1443 und 1454 von zwei verschiedenen Besitzern erworben.
(2) Den Genneper Hof hat wahrscheinlich Ida von Orsbeck dem Erbkämmerer Arnold von Hemberg zugebracht.
(3) Das Haus Eisern hat Johan von Loen Herr zu Heinsberg und Lewenberg im J. 1440 dem Wilhelm von Flodorf verkauft. Dasselbe war ein Lehen der Mannkammer zu Wassenberg. Nach Rutgers Absterben, im J. 1540 hat Daem von Velbrüggen, und 1562 Rutger von Velbrüggen zu Velde für sich und zu Behuf seines gleichnamigen minderjährigen Vetters die Belehnung empfangen. So mag denn Johan von Velbrüggen wohl erst nach Tod seiner beiden Vettern alleiniger Herr zu Elsum geworden sein.