Chronik der Schotten-Crainfelder Familie Spamer/195: Unterschied zwischen den Versionen

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:Da ich mich schon fünf Jährchen
:Da ich mich schon fünf Jährchen
:In Eden umgeselsn,  
::In Eden umgeseh'n,  
:So wußte ich auf’s Härchen,
:So wußte ich auf’s Härchen,
:Wie'3 da pflegt herzugeh'n.  
::Wie's da pflegt herzugeh'n.  
:Und weil nur dort gefallen
:Und weil mir dort gefallen
:Der oberwähnte Spaß,  
::Der oberwähnte Spaß,  
:So nahm nach Edens Hallen
:So nahm nach Edens Hallen
:Ich einen neuen Paß.
::Ich einen neuen Paß.


:Im Bahnhof stieg behende
:Im Bahnhof stieg behende
:Ich in den Schnellzug ein,  
::Ich in den Schnellzug ein,  
:Da mußt' ich bald am Ende
:Da mußt' ich bald am Ende
:Der Hochzeitreise sein.  
::Der Hochzeitreise sein.  
:Des Jahres sech5unddreißig
:Des Jahres sechsunddreißig
:Vierzehnter Januar,  
::Vierzehnter Januar,  
:So kalt er auch und eisig
:So kalt er auch und eisig
:Im Allgemeinen war,
::Im Allgemeinen war,


:Goß mir zur Hochzeitsteuer
:Goß mir zur Hochzeitsteuer
:In'5 aufgeregte Blut  
::In's aufgeregte Blut  
:Ein lodernd Freudenfeuer
:Ein lodernd Freudenfeuer
:Und Hymens Fackelgluth.  
::Und Hymens Fackelgluth.  
:Herr Pfarrer Niedermayer
:Herr Pfarrer Niedermayer
:Hat freundlich uns getraut  
::Hat freundlich uns getraut  
:Bei froher Hochzeitfeier
:Bei froher Hochzeitfeier
:Im Hause meiner Braut.
::Im Hause meiner Braut.


:Von meiner Seit' mein Vater,
:Von meiner Seit' mein Vater,
:Dann meine Brüder beid'  
::Dann meine Brüder beid'  
:Und erster Schwiegervater,
:Und erster Schwiegervater,
:Die waren Hochzeitleut'.  
::Die waren Hochzeitleut'.  
:Von hier erschienen Meyers
:Von hier erschienen Meyers
:An unserm Ehrenfest,  
::An unserm Ehrenfest,  
:Von Aßlar Niedermayers
:Von Aßlar Niedermayers
:Als eingelad'ne Gast'.
::Als eingelad'ne Gäst'.


:Die Tischgesellschaft lachte
:Die Tischgesellschaft lachte
:Fidel bei Speis' und Trank,  
::Fidel bei Speis' und Trank,  
:Und wer es konnte, machte
:Und wer es konnte, machte
:Auch seinen lust'gen Schwank.  
::Auch seinen lust'gen Schwank.  
:Da Allen es behagte,
:Da Allen es behagte,
:Ward Keiner langweilkrank  
::Ward Keiner langweilkrank  
:Bis Jeder endlich sagte
:Bis Jeder endlich sagte
:Verbindlich seinen Dank.
::Verbindlich seinen Dank.
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:Als mich mein Weibchen fragte.
:Als mich mein Weibchen fragte.
:Ob's nicht dableiben könnt',  
::Ob's nicht dableiben könnt',  
:Bis daß es wieder tagte,
:Bis daß es wieder tagte,
:Macht' ich mein Compliment:  
::Macht' ich mein Compliment:  
:„Da soll ich Solo spielen?
:„Da soll ich Solo spielen?
:„Und Hab' die Beste nicht?  
::„Und hab' die Beste nicht?  
:„Willst Du denn gar nicht fühlen
:„Willst Du denn gar nicht fühlen
:„Die funkelneue Pflicht?"
::„Die funkelneue Pflicht?"


:„Nur bis zum nächsten Morgen,
:„Nur bis zum nächsten Morgen,
:„Mein Lieber, laß mich hier!  
::„Mein Lieber, laß mich hier!  
:„Dann will ich Dir gehorchen,
:„Dann will ich Dir gehorchen,
:„Mein Leben lang dafür!"  
::„Mein Leben lang dafür!"  
:Sie sprach'5, und saft'ge Küsse
:Sie sprach's, und saft'ge Küsse
:Verstopften mir den Mund,  
::Verstopften mir den Mund,  
:Und schmeckten mir so süße,
:Und schmeckten mir so süße,
:Daß ich'5 ihr zugestund.
::Daß ich's ihr zugestund.


:Nun kehrten Väter, Brüder
:Nun kehrten Väter, Brüder
:Und Gäste im Verein  
::Und Gäste im Verein  
:Mich neckend mit mir wieder
:Mich neckend mit mir wieder
:Vergnügt nach Hermannstein.  
::Vergnügt nach Hermannstein.  
:Am andern Morgen fehlte
:Am andern Morgen fehlte
:Mir was in meiner CIaus,  
::Mir was in meiner CIaus,  
:Da holt' die Neuvermählte
:Da holt' die Neuvermählte
:Geschwind ich mir in'3 haus.
::Geschwind ich mir in's Haus.


:Doch ach! die Abschiedsstunde
:Doch ach! die Abschiedsstunde
:Ward ihr unsäglich schwer,  
::Ward ihr unsäglich schwer,  
:Und schlug der Trennung Wunde
:Und schlug der Trennung Wunde
:Ihr tiefer immer mehr.  
::Ihr tiefer immer mehr.  
:An treuer Aeltern Herzen
:An treuer Aeltern Herzen
:Lag sie so wehmuthsvoll,  
::Lag sie so wehmuthsvoll,  
:Ein Strom von bitt'ren Schmerzen
:Ein Strom von bitt'ren Schmerzen
:Aus Kindesaugen quoll.
::Aus Kindesaugen quoll.


:Wie edel hat betrübet
:Wie edel hat betrübet
:Sie Dankgefühl beim Gehn!  
::Sie Dankgefühl beim Gehn!  
:Hätt' ich noch nicht geliebet,
:Hätt' ich noch nicht geliebet,
:So war' es jetzt geschehn.  
::So wär' es jetzt geschehn.  
:Kaum eine halbe Stunde
:Kaum eine halbe Stunde
:Zog sie vom Vaterhaus,  
::Zog sie vom Vaterhaus,  
:Allein aus dessen Bunde
:Allein aus dessen Bunde
:Schied sie als Mitglied aus.
::Schied sie als Mitglied aus.
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Version vom 20. Juni 2008, 12:44 Uhr

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Chronik der Schotten-Crainfelder Familie Spamer
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Da ich mich schon fünf Jährchen
In Eden umgeseh'n,
So wußte ich auf’s Härchen,
Wie's da pflegt herzugeh'n.
Und weil mir dort gefallen
Der oberwähnte Spaß,
So nahm nach Edens Hallen
Ich einen neuen Paß.
Im Bahnhof stieg behende
Ich in den Schnellzug ein,
Da mußt' ich bald am Ende
Der Hochzeitreise sein.
Des Jahres sechsunddreißig
Vierzehnter Januar,
So kalt er auch und eisig
Im Allgemeinen war,
Goß mir zur Hochzeitsteuer
In's aufgeregte Blut
Ein lodernd Freudenfeuer
Und Hymens Fackelgluth.
Herr Pfarrer Niedermayer
Hat freundlich uns getraut
Bei froher Hochzeitfeier
Im Hause meiner Braut.
Von meiner Seit' mein Vater,
Dann meine Brüder beid'
Und erster Schwiegervater,
Die waren Hochzeitleut'.
Von hier erschienen Meyers
An unserm Ehrenfest,
Von Aßlar Niedermayers
Als eingelad'ne Gäst'.
Die Tischgesellschaft lachte
Fidel bei Speis' und Trank,
Und wer es konnte, machte
Auch seinen lust'gen Schwank.
Da Allen es behagte,
Ward Keiner langweilkrank
Bis Jeder endlich sagte
Verbindlich seinen Dank.
Als mich mein Weibchen fragte.
Ob's nicht dableiben könnt',
Bis daß es wieder tagte,
Macht' ich mein Compliment:
„Da soll ich Solo spielen?
„Und hab' die Beste nicht?
„Willst Du denn gar nicht fühlen
„Die funkelneue Pflicht?"
„Nur bis zum nächsten Morgen,
„Mein Lieber, laß mich hier!
„Dann will ich Dir gehorchen,
„Mein Leben lang dafür!"
Sie sprach's, und saft'ge Küsse
Verstopften mir den Mund,
Und schmeckten mir so süße,
Daß ich's ihr zugestund.
Nun kehrten Väter, Brüder
Und Gäste im Verein
Mich neckend mit mir wieder
Vergnügt nach Hermannstein.
Am andern Morgen fehlte
Mir was in meiner CIaus,
Da holt' die Neuvermählte
Geschwind ich mir in's Haus.
Doch ach! die Abschiedsstunde
Ward ihr unsäglich schwer,
Und schlug der Trennung Wunde
Ihr tiefer immer mehr.
An treuer Aeltern Herzen
Lag sie so wehmuthsvoll,
Ein Strom von bitt'ren Schmerzen
Aus Kindesaugen quoll.
Wie edel hat betrübet
Sie Dankgefühl beim Gehn!
Hätt' ich noch nicht geliebet,
So wär' es jetzt geschehn.
Kaum eine halbe Stunde
Zog sie vom Vaterhaus,
Allein aus dessen Bunde
Schied sie als Mitglied aus.