Galindien: Unterschied zwischen den Versionen
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<ref> Hermanowski, Georg: Ostpreußen Lexikon, Adam Kraft Verlag Mannheim 1980S.116 </ref> | |||
==Name== | ==Name== | ||
Der Name besagt, dass es sich um ein am Ende liegende Gebiet handelt. | |||
*prußisch '''"galas"''' = Grenzgebiet, Rand, Ende, Tod | |||
===Urkundliche Erwähnungen=== | |||
*1231 Galindo | |||
*1254 Galanda | |||
*1255 Golentz | |||
*1267 Galendia | |||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Der Gau der Galinder wurde schon '''180 n.Chr.''' bei '''Ptolemaeus''' erwähnt. Da das Land fast menschleer war, ist die historische Quellenlage spärlich. Der Archäologe Gaerte hält es für möglich, dass ein großer Teil der Galinder mit den [[Goten]] gezogen ist, denn in den Pyrenäen häufen sich baltische Familiennamen. Er hält es außerdem für denkbar, dass ein Großteil der Galinder nach wenigen Generationen heimgekehrt ist, jedoch diesmal als [[Germanen]] eingestuft worden ist. In das von Galindern verlassene Gebiet sickerten nach und friedlich die slawischen [[Masovien|Masovier]], die nicht den Polen zuzurechnen sind. | |||
==Sprachdenkmäler== | ==Sprachdenkmäler== | ||
Version vom 21. Februar 2010, 21:51 Uhr
Geografische Lage
"Der Gau Galindien erstreckte sich ursprünglich etwa von der Alle bis zum Lyckfluß, von dem Baltischen Höhenrücken bis zum Narew. Die Südgrenze wurde in Verträgen zwischen dem Orden und Masowien mehrfach geändert. 1340 wurde sie an den Bober zurückverlegt. Im Frieden am Melnoesee (27. September 1422) wurde die Grenze so festgelegt, wie sie bis 1945 bestand. Nach der ältesten polnischen und russischen Überlieferung herrschte zwischen Galindern und Polen eine erbitterte Feindschaft. Bei Ankunft des Ordens war Galinden fast menschenleerer Urwald und wurde im Laufe der folgenden Jahrhunderte vom Orden aufgesiedelt." [1]
Galindiens Nordgrenze reicht an die prußischen Stammesgebiet Pogesanien und Barta. "Der Lage nach bekannt sind drei nordwestgalindische Landschaften: Gudikus (heute im Ortsnamen Gottken erhalten) um faßte die Kirchspiele der heutigen Dörfer Neukockendorf, Jonkendorf, Altschöneberg, Dietrichswalde. Bertung (im heutigen Groß Bertung bewahrt) war umrissen durch die Kirchspiele Braunswalde, Diwitten, Allenstein, Groß Bertung und Schönbrück. Gunelauken fiel später mit Amt und Stadt Wartenburg zusammen. Ob die Westgrenze Galindiens den Omulew(see) oder Orzyc entlang verlief, läßt sich nicht mehr sagen, sie war das Sumpfgebiet zwischen beiden Flüssen. Die Südgrenze war bestimmt durch den Narew bis zur Lyckmündung. Der Narew war gleichzeitig Grenze der Diözese Płock; Galindien gehörte jedoch zur Diözese Ermland. Die Ostgrenze Galindiens steht nicht fest; die Landschaft grenzte an Sudauen." [2]
Name
Der Name besagt, dass es sich um ein am Ende liegende Gebiet handelt.
- prußisch "galas" = Grenzgebiet, Rand, Ende, Tod
Urkundliche Erwähnungen
- 1231 Galindo
- 1254 Galanda
- 1255 Golentz
- 1267 Galendia
Geschichte
Der Gau der Galinder wurde schon 180 n.Chr. bei Ptolemaeus erwähnt. Da das Land fast menschleer war, ist die historische Quellenlage spärlich. Der Archäologe Gaerte hält es für möglich, dass ein großer Teil der Galinder mit den Goten gezogen ist, denn in den Pyrenäen häufen sich baltische Familiennamen. Er hält es außerdem für denkbar, dass ein Großteil der Galinder nach wenigen Generationen heimgekehrt ist, jedoch diesmal als Germanen eingestuft worden ist. In das von Galindern verlassene Gebiet sickerten nach und friedlich die slawischen Masovier, die nicht den Polen zuzurechnen sind.
Sprachdenkmäler
Siehe auch
- Barten (Rastenburg)
- Galinda (masurische Seenplatte)
- Chelmo (Thorn)
- Lubawa/ Michelauer Land (Löbau)
- Nadruwa (Insterburg)
- Notanga (südlich von Königsberg, Preußisch Eylau)
- Pagude (Heilsberg)
- Pamede (Marienburg)
- Semba (nördlich von Königsberg, Labiau)
- Sassen (Tannenberg/Neidenburg)
- Skalwa (Tilsit-Ragnit-Ruß)
- Suduwa (Jatwinger) (Lyck, Suwałki)
- Warme (Braunsberg)
Weblinks
Literatur
- Handbuch der historischen Stätten Ost- und Westpreußen, Kröner Verlag Stuttgart, 1966-1981, Seite 61
- Gaerte, Wilhelm: Urgeschichte Ostpreußens, Gräfe und Unzer, Königsberg 1929
- Gerullis, Georg: Die altpreußischen Ortsnamen, Berlin, Leipzig 1922
- Hermanowski, Georg: Ostpreußen Lexikon, Adam Kraft Verlag Mannheim 1980
- Tettau, v.: Volkssagen Ostpreußens, Litthauens und Westpreußens, Berlin 1837