Kuwertshof: Unterschied zwischen den Versionen

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== Politische Einteilung ==
== Politische Einteilung ==


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Version vom 25. Oktober 2010, 19:11 Uhr

Bitte beachten Sie auch die Datensammlung aller bisher erfassten Personen aus dem Memelland


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Kuwertshof im Mai 2010 (Bild: Katharina Schroeter)
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Skizze aus der Gemeindeseelenliste von Kuwertshof aus den 50er Jahren, (c) Bundesarchiv
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Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160000
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Hierarchie

Regional > Litauen > Kuwertshof

Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Kreis Heydekrug > Kuwertshof


Einleitung

Kuwertshof (auch Kywertshof, Osten und Dumbel), Kreis Heydekrug, Ostpreußen.

Name

Der Name weist auf den Besitzer Kuwert. Dieser Name dürfte ein kurischer oder schalauischer Spitzname sein, wie der Eintrag aus der Türkensteuerliste von 1540 andeutet (siehe Verschiedenes).

  • Der Alternativname Osten sagt, dass es sich um einen Hafen handelt, während Dumbel auf das Klima weist.
  • lettisch "skver" = Gerücht verbreiten, reden, schnattern
  • kurisch "uoaste" = Hafen
  • prußisch "ostas" = Hafen
  • prußisch “dumis“ = Rauch, Nebel, Dunst

Geschichte

Die Schirftstellerin Charlotte Keyser [1] schildert in der Familienchronik "Und immer neue Tage" die Geschichte der Familie Kywert.

Demnach stammt der Amtmann und Ortsgründer Christoph Kywert mütterlicherseits von der aus Hamburg gebürtigen Memeler Kaufmannsfamilie Kroeger und väterlicherseits vom kurländischen Adligen Heinrich von Kywert ab. Da der Sohn Johann Kroeger Landwirt werden wollte statt Kaufmann, kauften ihm die Eltern das Gut Jagst bei Kinten. Die älteste Tochter Dorothea Kroeger, ebenfalls wie alle Kinder noch in Hamburg geboren, heiratete den Herrn Heinrich von Kywert, der eines abends bei Unwetter als Begleitung des wegen politischer Wirren in Preußen aufgewachsenen und nur gelegentlich in die Heimat reisenden Herzog Friedrich von Kurland im Kroeger´schen Haus Schutz sucht. Heinrich von Kywert stirbt während der Pest 1710. Sein ältester Sohn Casimir Kywert war ein reicher Mann und betrieb eine große, für damalige Verhältnisse luxuriöse Posthalterei mit 40 Pferden in Nidden. Dem dritten Sohn David Kywert gehörte der einsame "Kreuzkrug" zwischen Kinten und Feilenhof, der besonders während des Winters gut besucht war, weil viele Fremde von hier aus per Schlitten über das gefrorene Haff zur Nehrung fuhren. Seine ebenfalls ledige Schwester Antonie Kywert führte ihm den Haushalt. Der mittlere Sohn Christoph Kywert war 1743 Amtmann in Ruß und nannte sein dort erworbenes Gut "Kywertshof".



Politische Einteilung

1940 ist Kuwertshof eine Gemeinde mit dem Gut Kuwertshof und den Dörfern Schiesz, Schieszkrandt und Tulkeragge.


Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Kuwertshof gehörte 1912 zum Kirchspiel Ruß.


Verschiedenes

  • 1540 Nicla Kwirth, instmann in Zcyße zahlt Türkensteuer: 2 ß vor 1 pferdt, 2 1/2 ß vor 5 zcygenn, 3 d vor 1 schweyn
  • 1736 Amtmann Kuwert in Jonel Weppern Amt Ruß, notiert unter "Cöllmer"
  • 1736 Amtmann Kuwert in Krakerort Amt Ruß
  • 1739 Fridrich Couwert in Minge, notiert unter "Die Kölmischen Krüge""
  • um 1850 "Sterbende Wälder und verschüttete Dörfer waren die Ergebnisse des Vorrückens der Wanderdünen auf der Kurischen Nehrung. Waldbrände, Sturmfluten, vor allem aber starke Entwaldung, besonders während des Siebenjährigen Kriegs, gaben den Anstoß zum Wandern. Der Kampf gegen die Wanderdünen wurde systematisch erst im 19. Jahrhundert aufgenommen. Die Arbeit von Björn, Senftleben, Kuwert und anderen musste aber Stückwerkbleiben, weil die richtige Methode noch nicht gefunden war. Wilhelm Franz Epha gilt zu Recht als der Bezwinger der Wanderdünen." (http://www.memelland-adm.de/Historische%20Ereignisse/Dueneninspektor.html)
  • "Noch heute verdanken die Bewohner der Insel dem, aus Nidden stammenden, Postmeister Georg David Kuwert die Aufforstung der Insel. Er lies Kiefernwälder, Sträucher und Strandhafer anpflanzen, um die Versandung der Insel zu stoppen." (http://www.reise-ziele-online.de)

Zeitzeugen

"Zurück fahren wir nach Kuwertshof am Atmathstrom - ein Nebenarm der Memel. Das alte Schöpfwerk am Fluss steht noch, es half jedes Frühjahr, die überschwemmten Wiesen zu entwässern. Mit Vater gingen wir manchmal hier zum Angeln. Alles noch wie damals. Das Haus des Pumpen- und Schleusenwärters gut erhalten, es wird von Litauern bewohnt. Ein stärkeres Pumpwerk werkelt jetzt bei Überschwemmungsnöten. Die alte Pumpe aber ist gut gepflegt und wird bisweilen noch zusätzlich in Betrieb genommen."

Quelle: Köhler, (Jonny) Wilhelm: Verlorene Heimat! Wiedergefunden -!-, Erinnerungen eines Memeler Bowke und Heydekrüger Lausbub von 1920 bis 1939, Lübeck 1999, S. 110

  • Die Familienforschungsgruppe Memelland gratuliert Jonny Köhler herzlich zum Geburtstag! Der passionierte Segler nennt es selbst seine "93-igste Lebensboje, die er umrundet" (2009).
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Kuwertshof
(c) Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
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Bake an der Atmath


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Schöpfwerk Kuwertshof
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Kuwertshof bei Hochwasser


Verschiedenes

Karten

Ohsten auf der Schroetterkarte (1796-1802) 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz


Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.

Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung KUWHOFKO05PH
Name
  • Kuwertshof Quelle (${p.language})
  • Uostadvaris (1923) Quelle Seite 1089 (${p.language})
Typ
  • Wohnplatz
w-Nummer
  • 66131
Karte
   

TK25: 0693

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Kuwertshof, Uostadvaris (- 1939-04-30) ( Gutsbezirk) Quelle Quelle

Kuwertshof, Uostadvaris (1939-05-01 -) ( LandgemeindeGemeinde) Quelle 1939 - Nr. 180 - S. 65

Ruß (1907) ( Kirchspiel) Quelle S. 94/95

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum