Willkischken: Unterschied zwischen den Versionen

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"'''Deutsche Familiennamen im Kirchspiel Willkischken von 1615 ab bis zum Großen Sterben von 1709''',
"'''Deutsche Familiennamen im Kirchspiel Willkischken von 1615 ab bis zum Großen Sterben von 1709''',<br>
von Otto '''Schwarzien''', Kerkutwethen. (Beilage "Der Grenzgarten" im MD vom 8.4.1932):<br>
von Otto '''Schwarzien''', Kerkutwethen. (Beilage "Der Grenzgarten" im MD vom 8.4.1932):<br>
*1615 '''Büchner''' Georg, Kölmer auf Kallwaiten. '''Clammer''' Heinrich, Kirchenvater. '''Hangwitz''' Hans von, auf Ablenken, Kirchenvater. '''Löbell''' Friedrich, bis 1623 Pfarrer in Willkischken. '''Milcher''', Schulz in Kallehnen.
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*1621 '''Krause''' Christoph, Bauernwirt in Polompen.
 
*1623 '''Rasch''' Georg, Pfarrer in Willkischken, starb 1628 an der Pest. '''Reimer''' Christoph, Schuster zu Schreitlauken. '''Wunderlich''', Balzer, Schäfer zu Schreitlaugken.
*1624 '''Albrecht''', Müller zu Schreitlaugken
*1627 '''Bull''' Caspar, Laugszargen. '''Holing''' Joseph, Bauernwirt in Sodehnen. Dieser Name verwandelt sich später in '''Oling, Olingat'''.
*1628 '''Müllkünzel''' Wolfgang Michael, ein Ragniter Kornschreiber, gründet das Gut Willkischken, Kirchenvater. '''Schutzovio''' Thomas, bis 1640 Pfarrer in Willkischken.
*1631 '''Groß''' Simon, Krüger in Schreitlaugken, hat Land dicht an der Hofstelle.
*1637 '''Teichgleber''', Schirrmacher in Schreitlaugken.
*1639 '''Stoll''' Ludwig, Schulmeister in Willkischken.
*1640 '''Siebert''' Christoph, Schulmeister in Willkischken. '''Woywod''' Jakobus, war bis 1673 Pfarrer in Willkischken, doch kommt dieser Name auch unter den Kirchspielsbauern vor.
*1641 '''Schmidt''' Franz, Kapitän (Verwalter) zu Schreitlaugken.
*1644 '''Schwede''', Teichgräber in Willkischken.
*1645 '''Siegmund''' Georg, Besitzt 9 Hufen Land in Absteinen.
*1650 '''Drochner''' Georg, Kölmer auf Schäcken und Kirchenvater.
*1656 '''Mey''', Landschöppe zu Absteinen, besitzt 8 Hufen Dienstland, stirbt 1678 und wird in der Kirche begraben.
*1661 '''Vogt''' Christoph, Schulmeister in Willkischken.
*1662 '''Abel''' Hans, Schneider zu Schreitlaugken. '''Adam''', Schmied in Greißöhnen. '''Bartenwerfer''' Benedikt, Schmied zu Polompen. '''Benecke''' Peter, Leinweber. '''Clauß''' Heinrich, hat 5 Morgen Land an der Jura bei Kellerischken. Von ihm rührt der Ortsname Claussischken her. '''Fuchs''' Melcher, ein Handwerker. '''Halmann''' Kaspar, besitzt eine halbe Hufe Land in Kellerfeld, Kirchenvater, Hofmann in Schreitlaugken. '''Kukein''' Jakob, Kölmer auf Kalwaiten, Kirchenvater, besitzt in Willkischken einen Krug. '''Lenau''', Bauer in Neppertlaugken. '''Lindenau''' Martin, Müller in Schreitlaugken. '''Paaschke''' Andreas, Krüger in Kukeins Krug in Willkischken. '''Rademacher''' Jürgen, ein Handwerker. '''Schmitt''', Kapitän, Schreitlaugken. '''Schnitzker''' Jürgen, Leinweber. '''Schröder''' Michel. '''Schuster''' Friedrich. '''Schwabe''' Gottfried, dessen Erben wohnen auf Ablenken. '''Siewert''' Christoph. '''Stangenwald''' Friedrich, Kölmer auf Polompen, Kirchenvater. '''Stubbe''' Berthold, Bauer in Barwainen. '''Zimm''', Hofmann zu Polompen. '''Zimmer''' Martin, Leinweber zu Schreitlaugken.
*1662 '''Abel''' Hans, Schneider zu Schreitlaugken. '''Adam''', Schmied in Greißöhnen. '''Bartenwerfer''' Benedikt, Schmied zu Polompen. '''Benecke''' Peter, Leinweber. '''Clauß''' Heinrich, hat 5 Morgen Land an der Jura bei Kellerischken. Von ihm rührt der Ortsname Claussischken her. '''Fuchs''' Melcher, ein Handwerker. '''Halmann''' Kaspar, besitzt eine halbe Hufe Land in Kellerfeld, Kirchenvater, Hofmann in Schreitlaugken. '''Kukein''' Jakob, Kölmer auf Kalwaiten, Kirchenvater, besitzt in Willkischken einen Krug. '''Lenau''', Bauer in Neppertlaugken. '''Lindenau''' Martin, Müller in Schreitlaugken. '''Paaschke''' Andreas, Krüger in Kukeins Krug in Willkischken. '''Rademacher''' Jürgen, ein Handwerker. '''Schmitt''', Kapitän, Schreitlaugken. '''Schnitzker''' Jürgen, Leinweber. '''Schröder''' Michel. '''Schuster''' Friedrich. '''Schwabe''' Gottfried, dessen Erben wohnen auf Ablenken. '''Siewert''' Christoph. '''Stangenwald''' Friedrich, Kölmer auf Polompen, Kirchenvater. '''Stubbe''' Berthold, Bauer in Barwainen. '''Zimm''', Hofmann zu Polompen. '''Zimmer''' Martin, Leinweber zu Schreitlaugken.
*1663 '''Benningke''' Peter, Leinweber. '''Franz''' Peter. '''Friedrich''' Bernhard, Seiler. '''Gartmann''' Jürgen, Leinweber in Schreitlaugken. '''Lingnau''' Martin, Leinweber in Schreitlaugken. '''Rautenberg''' Jürgen, Töpfer in Willkischken. '''Still''' Jürgen, Messerschmied in Schreitlaugken.  
*1663 '''Benningke''' Peter, Leinweber. '''Franz''' Peter. '''Friedrich''' Bernhard, Seiler. '''Gartmann''' Jürgen, Leinweber in Schreitlaugken. '''Lingnau''' Martin, Leinweber in Schreitlaugken. '''Rautenberg''' Jürgen, Töpfer in Willkischken. '''Still''' Jürgen, Messerschmied in Schreitlaugken.  

Version vom 24. August 2011, 18:55 Uhr

Bitte beachten Sie auch die Datensammlung aller bisher erfassten Personen aus dem Memelland


Vorlage:Begriffserklärungshinweis

Hierarchie

Regional > Litauen > Willkischken

Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Kreis Tilsit > Willkischken

Ansichtskarte aus Willkischken
Ansichtskarte aus Willkischken



Einleitung

Willkischken, bis 1920 Kreis Tilsit, Ostpreußen; (1920-1939) Kreis Pogegen; (1939-1945) Kreis Tilsit-Ragnit


Name

Ansichtskarte aus Willkischken

Andere Namen und Schreibweisen


Namensdeutung

Der Name weist auf Wölfe.

  • baltisch "wilkas, vilkas“ = Wolf


Allgemeine Information

  • 1785 Cölmisch Gut und Dorf, 70 Feuerstellen[3]
  • Kirchdorf mit Gut und Sägewerk, gegründet vor 1556, 16 km nordöstlich von Tilsit, 1939: 981 Einwohner[4]


Politische Einteilung

1785: Landrätlicher Kreis Insterburg, Justizkreis Memel, Amtsbezirk Schreitlauken[5]
1.5.1939: Name der neuen Gemeinde: Willkischken;
Die neue Gemeinde ist gebildet worden aus den bisherigen Landgemeinden: Willkischken und Kallweiten und dem Gut Willkischken (Gut)[6]

1.10.1939: Willkischken kommt zum Kreis Tilsit-Ragnit [7]


Kirchliche Einteilung/Zugehörigkeit

Kirche

Evangelische Kirche

Willkischken war schon vor 1561 Kirchspiel. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts war das Kirchspiel Willkischken 689 Huben, 15 Morgen groß und bestand aus den 4 Schulzenämtern Willkieschken, Absteinen, Gilanden und Callenen.In einem solch großen Kirchspiel war auch die Arbeit des Pfarrers keine leichte. Daher hatte er zur Hilfeleistung in äußeren Angelegenheiten aus den Reihen der Deutschen 2 Kirchväter und aus denen der Litauer 2 Potabel. Die Befugnisse der Kirchenväter deckten sich ungefähr mit denen unserer heutigen Gemeindekirchenräte. Die Namen der Kirchenväter, soweit sie sich noch feststellen ließen, sind folgende: Um 1620 von Haugwitz zu Ablenken und Heinrich Klammer, um 1630 Christoph Krause zu Polompen, um 1640 Wolfgang Michael Mülkünzel, der Gründer des Gutes Wilkischken, um 1650 Büchner zu Kallweiten und Georg Drochner zu Schäcken, um 1660 Jacob Kukein zu Kallweiten, um 1670 Kasper Halmann, Hofmann zu Schreitlaugken, um 1680 Johann Georg Drochner zu Schäcken und um 1700 Martin Heydemann zu Polompen. [8]


"Deutsche Familiennamen im Kirchspiel Willkischken von 1615 ab bis zum Großen Sterben von 1709,
von Otto Schwarzien, Kerkutwethen. (Beilage "Der Grenzgarten" im MD vom 8.4.1932):
Zum Üffnen der Namensliste hier klicken.

  • 1662 Abel Hans, Schneider zu Schreitlaugken. Adam, Schmied in Greißöhnen. Bartenwerfer Benedikt, Schmied zu Polompen. Benecke Peter, Leinweber. Clauß Heinrich, hat 5 Morgen Land an der Jura bei Kellerischken. Von ihm rührt der Ortsname Claussischken her. Fuchs Melcher, ein Handwerker. Halmann Kaspar, besitzt eine halbe Hufe Land in Kellerfeld, Kirchenvater, Hofmann in Schreitlaugken. Kukein Jakob, Kölmer auf Kalwaiten, Kirchenvater, besitzt in Willkischken einen Krug. Lenau, Bauer in Neppertlaugken. Lindenau Martin, Müller in Schreitlaugken. Paaschke Andreas, Krüger in Kukeins Krug in Willkischken. Rademacher Jürgen, ein Handwerker. Schmitt, Kapitän, Schreitlaugken. Schnitzker Jürgen, Leinweber. Schröder Michel. Schuster Friedrich. Schwabe Gottfried, dessen Erben wohnen auf Ablenken. Siewert Christoph. Stangenwald Friedrich, Kölmer auf Polompen, Kirchenvater. Stubbe Berthold, Bauer in Barwainen. Zimm, Hofmann zu Polompen. Zimmer Martin, Leinweber zu Schreitlaugken.
  • 1663 Benningke Peter, Leinweber. Franz Peter. Friedrich Bernhard, Seiler. Gartmann Jürgen, Leinweber in Schreitlaugken. Lingnau Martin, Leinweber in Schreitlaugken. Rautenberg Jürgen, Töpfer in Willkischken. Still Jürgen, Messerschmied in Schreitlaugken.
  • 1666 Faber Michael. Hancke Peter, Leinweber. Klein, Kallehnen. Semel (Semelin, Semelys), Neumeilen.
  • 1667 Treugleber Jürgen.
  • 1674 Gettkant der Ältere, Johann Christoph, bis 1690 Pfarrer in Willkischken. Hauwschulz Joachim. Reimann Friedrich, Bäcker in Willkischken. Sattler, Schäfer zu Schreitlaugken. Würfel Andreas, Müller zu Schreitlaugken.
  • 1676 Haberkorn Christoph, Leinweber. Knagge Andreas. Schweitzer Jürgen, Tischler. Vorwald Schäfer zu Polompen. Werner Ewald, Kämmerer zu Schreitlaugken.
  • 1678 Eck Erdmann, Teichgräber.
  • 1684 Cellin Samuel, Willkischken. Leitner, Müller zu Schreitlaugken.
  • 1686 Feuerstein Martin, Hofmann zu Schreitlaugken. General Sims, Bauer in Jogauden. Graff, Kölmer auf Jettschen. Grünwaldt Jeremias.
  • 1690 Klinger Salomon, Willkischken. Krieg Annuß, Bauer in Gillanden (Kriegsdehnen?). Rose Killus, Bauer in Willkischken. Schulz Killus, Bauer in Gillanden. Teichwarter Bridßus, Bauer in Kerkutwethen.
  • 1690 Baith, Müller zu Schreitlaugken. Dreßler Johann, Landschöppe zu Absteinen. Engelien, Hofmann zu Schreitlaugken. Eychert Hans, Willkischken. Frenzell, Schenk in Willkischken. Graurock, Kölmer auf Jettschen. Hirsch, Kölmer in Swirinten. Kayser William, Müller in Schreitlaugken. Manning Friedrich, Stutknecht zu Schreitlaugken. Schöncke, Präzentor zu Willkischken. Siegmann, Hofmann zu Polompen.
  • 1692 Köll Friedrich, Willkischken.
  • 1693 Kobbe Friedrich, Töpfer zu Schreitlaugken.
  • 1694 Bildau, Schenk in Ablenken. Sommer Christoph, Schenk in Willkischken.
  • 1696 Johannsen Christoph, Schenk in Willkischken. Sauff Hans, Hofmann in Schreitlaugken. Ziegler, Kölmer auf Jettschen.
  • 1699 Brauer, Krüger zu Schreitlaugken. Heydmann Martin, Kölmer auf Polompen, Kirchenvater. Kreck Jakob, Leinweber zu Schreitlaugken. Krell Greger, Gillandwirßen, wird mit 6 Mark Kirchenbuße belegt, weil er zur finsteren Abendzeit zur Trauung gekommen. Schneider David, Müller in Schreitlaugken. Stumber, Leinweber. Wittke, Schenk in Willkischken.
  • 1701 Kersten Martin, Hofmann zu Schreitlaugken.
  • 1702 Meyer Jakob, Kölmer auf Jettschen.
  • 1704 Brunck Jakob, Leinweber zu Schreitlaugken. Lepner, Landschöppe zu Absteinen. Schwarz Andreas, Fleischhauer zu Willkischken.
  • 1705 Bäcker Erdmann, Krüger zu Gillandwirßen in der sogenannten Schillinne. Oge Elias, Leinweber in Willkischken. Dieser Name wird später Auge geschrieben.
  • 1708 Casper Friedrich, Landschöppe in Absteinen.

Einige der hier aufgeführten Namen haben dem Wandel der Zeit getrotzt und sich bis auf die Gegenwart erhalten. Die meisten aber hat der große Würgeengel (Pest) von 1709 im Kirchspiel für immer ausgelöscht, und an ihrer Stelle zeigen die Kirchenrechnungen der späteren Jahrzehnte ein völlig verändertes Bild. Ganz neue Namen treten auf, deren Träger eingewandert sind aus allen vier Winden des Himmels."

"Namentliches Verzeichnis der litauischen Hufenbesitzer des Kirchspiels Willkischken um 1680" von Otto Schwarzien, 1927:

  • Absteinen: Jurgis Endrijait, Ensies Discherait, Balsies Skaruß, Leonard Didjürgiß, Killus Grigilait, Aschmiß Didjürgiß, Broze Tenekait, Tumß Plickuttis, Jußus Gaigalß, Annuß Noraiß, Killus Leperitis, Christups Ensucks, Daniel Naujocks, Abries Grigait, Annuß Zuitait, Christzus Meilunß, Abrieß Schorieß, Groze Schillwait, Jürgiß Szillus, Jons Azerwzent, Jons Nagait, Adomß Napriks, Abrieß Zibertait, Jons Wradait, Jons Jucks, Tumaß Paregait, Ensies Tenekis, Nickelis Schneiderait, Balsies Rozus, Willems Meiluns, Tumaß Sutkait, Groze Gaigals, Willems Pubküll, Aschmies Meiluns.
  • Barsuhnen: Ludkus Schaurßdetait, Ensies Szillmait, Bertull Wopariß, Nickelh Naujocks, Christups Gunait, Ensies Schauckschletait.
  • Gillanden: Killus Schultz, Balsies Preikschaß, Killus Kaupa, Siman Kojos, Ensies Kopschaß, Ensies Schaltischus, Gerull Paulckiß, Jürgiß Dauruß, Mickehl Lauzuß, Annuß Kriegs, Christups Kaupzent.
  • Gillandwirschen: Mickehl Martinait, Dozys Stazulait, Simß Jenkelait, Ensies Madzutzent, Jonß Zamaitait, Mertzus Schauließ, Ensies Jischkiß.
  • Greißenen: Lucks Jusus, Milkus Josuttis, Milkus Schlewars, Mauruß Pladucks, Annuß Josutt, Abrieß Josuttis, JurgiesLepschaß, Annuß Schockiß, Balsies Preikschaß.
  • Größpelken: Kilus Rezus, Dozys Ellisait, Christzus Ketturait, Ludtkuß Tennuschait, Abries Josupait.
  • Jogauden: Klimant Jurckschaitiß, Balsies Grigullaitis, Dannulliß Pirtschaitiß, Simß General, Jons Stebulle, Balsies Petschait, Jurgiß Jurckschait.
  • Kallehnen: Lutkuß Jurckschait, Pauluß Preickschaß, Simß Schlaupzent, Krißas Kallschimkis, Milkuß Pauckstus, Caspar Pauckstus, Krißus Kußgallwys, Girrull Bendzus, Dozys Blaußait, Chrizstzus Bendicks, Waizya Schneyderait, Waizys Schorpreikschaß, Jurgiß Kurschelies, Christzus Keyrieß, Christupß Kleinieß, Krißus Schmirdoluß, Jürkschaß Nebilckzentiß.
  • Kamstpawilcken: Bridzus Preickschaß, Killus Semelies, Pallutt Steputait, Killuß Steputait, Klimß Grützjurgiß, Kristups Jockamß, Jonß Zamait.
  • Kellnerischken: Nickell Kallwist, Abrieß Schimkait, Jußas Paulait, Aschmies Josupait, Krisas Ansupait, Bridzus Jokutait, Christzus Jesupait, Staßkuß Lukischus, Willem Bojohr, Abrieß Bendschus, Jürgitz Bannieß, Abrieß Loleyt, Enßkies Spirks, Stetkait, Christups Stirningk, Christups Endruschait, Jurg Adamait, Enßkieß Tumosait, Simß Schimkait, Christupß preikschellis, Enßkies Mazait, Christup Dumait, Balsiere Adumait, Adoms Schulmisträt, Endrul Mickutait, Killuß Endruschait, Christup Schaltischus, Enßkies Domoschait, Christups Domoschait.
  • Kirkutwehten: Bridzus Teichwarter, Milckuß Romkait, Ensieß Naujoks, Lorentz Naujocks, Mikuß Lokiß, Annuß Preikschaß, Christups Luckschaß, Annuß Baltramejait, Milkuß Grigullait, Pallutt Endrikait, Sims Preikschait.
  • Krigsdöhnen: Jons Kukait, Urbiß Kußgalwieß.
  • Laugsargen: Dozys Jonuschis, Kubilluß.
  • Mazurmayten: Christups Pagugis, Christups Preikschaß, Christups Jokus, Paule Schwega, Christups Kulsies, Paulus Preikschait, Abrieß Knallait, Milkuß Pinskuß, Christups Christolschentis, Christups Suikuß.
  • Meldigklauken: Jürckschaß Schimtiningk, Petraß Klußaß, Killuß Kirpschaß, Petraß Jonait, Jonß Kirpschaß, Mauritz Mauritzait, Balsies Kalwait, Jurraß Rimmait, Adam Kallnisch.
  • Pawilken: Aschmies Schickschnait, Krisas Pilipait.
  • Swirinten: Abrieß Grigall, Jurgiß Grigalliß, Jurge Ringieß.
  • Wartulischken: Jußas Dilbzentis, Killus Ponelaitis, Endrick Mankait, Enßkieß Dowidait, Milkus Omußait, Milkus Selmonß, Christups Sellmonß, Killuß Dilba, Milkuß Lingaitis, Stepß Tuntzpreikschaß, Breitze Dowidaitis, Killuß Ponelschent, Jons Naujockes, Balsies Dummoscheit, Willems Burbließ, Jons Romikis.
  • Wilkischken: Mickehl Schultz, Jürgiß (?), Sellmonß Klingeru, Dozys Steputtait, Endrick Packas, Mickehl Pairagait, Willem Kantwill, Tenekiß Rudschucks, Aßmies Zentelies, Jekß Inßelait, Gerull Maziks, Peter Garßdazent, Tummaß Paulicks, Elbriß Pauschirß, Simß Grigulliß, Jurgiß Milkerait, Mickehl Tenekait, Tenik Tenikait, Christupß Barsütis, Christupß Kantwill, Killus Roze, Balzies Roze, Petras Grigullis, Simß Schimkuß, Simß Jokutait, Simß Brusche, Christupß Riesties, Christupß Ringiens, Ludkuß Nickelait, Nickel Schaltischait, Jonzyt Riestazent.

Evangelische Kirchengeschichte

Kirche Willkischken, während der Wiederherstellung durch ehemalige Willkischker

Pfarrer in Willkischken

  • um 1560 Schneeweiß Johannes
  • um 1580 Kraussen Lothar
  • 1615 Löbell Friedrich, bis 1623 Pfarrer in Willkischken. Introduziert am Sonntag Estomihi. Während seiner Zeit wird eine neue Widdem gebaut und die Kirche einer größeren Reparatur unterzogen.
  • 1623 Rasch Georg, Pfarrer in Willkischken, wird in Königsberg ordiniert und erhält auf Befehl des Hauptmanns Friedrich von Polentz aus Ragnit aus der Kirchenkasse eine Entschädigung von 20 Mark, "was ihm wegen seiner Ordination und unterwegs aufgegangen". Er beschafft der Kirche zwei neue Glocken, fällt aber schon 1628 der "alles verheerenden Pest" zum Opfer.
  • 1628 Schutzovio Thomas, bis 1640 Pfarrer in Willkischken. In seiner Zeit wird ein Gärtnerhaus gebaut und der Glockenturm erneuert.
  • 1640 Woywod Jakobus, war bis 1673 Pfarrer in Willkischken. Erhält ein jährliches Gehalt von 150 Talern. Die Kirche wird neu gebaut, der Glockenturm bedeutend erhöht. Zwei neue Glocken werden angeschafft. 1671 geht der Adjunkt Markus Naunien von Willkischken als litauischer Pfarrer nach Ragnit.
  • 1674 Gettkant der Aeltere, Johann Christoph, bis 1690 Pfarrer in Willkischken.
    • Otto Schwarzien schreibt in seinem Buch 1927 folgendes: 1674-1690 Johann Christoph Jettkant, der Ältere. Er macht den Schweden- und Szameiteneinfall 1679 durch und rettet die Glocken vor denselben durch Versenken in die Erde. Dagegen wird der Kirchenkasten mit den kirchlichen Wertsachen auf dem Wege nach Ragnit von den Schweden erbeutet.
  • 1690-1718 Johann Christoph Gettkant, der Jüngere, erlebt die schwere Pestzeit 1709 und geleitet 2665 der Seuche zum Opfer gefallene Kirchspielskinder zur letzten Ruhe. Er selbst stirbt 1718.
  • 1690 Schöncke, Präzentor zu Willkischken
  • 1718 - 1751 Heydmann Johann Friedrich aus Ragnit, wird am 22. Aug. 1718 ordiniert und am 12. Sonntag nach Trinitatis in Willkischken eingeführt. Sein Tod erfolgt am 22. April 1751. Während seiner Zeit wurden die ersten Dorfschulen im Kirchspiel gegründet.
  • 1751 - 1757 Schwenner Johann Friedrich, war seit 1748 Pfarrer in Gerwischkehmen, kommt im Juli 1751 nach Willkischken, sieht 1757 die Greuel des Russeneinfalls, verbleibt treulich auf seinem Posten, erleidet durch die Kosaken entsetzliche Brandwunden und stirbt am 15. Okt. 1757 an den erlittenen Wunden in Tilsit. Sämtliche kirchlichen Gebäude fallen dem Feuer zum Opfer.
  • 1758 - 1780 Hirschfeld Petrus, geboren am 6. Jan. 1720 zu Kowno, war Präzentor in Coadjuthen. Seine Introduktion erfolgt am 14.März 1758 in der Kirche Ragnit durch den Erzpriester Fiedler, weil die Kirche zu Willkischken abgebrannt war. Er predigte bis 1770 in einer als Interimskirche eingerichteten Scheune. Sämtliche kirchlichen Gebäude werden wieder aufgebaut und durch den Glockengießer Copinus in Königsberg eine neue große Glocke gegossen. Hirschfeld starb am ersten Osterfeiertag, dem 36. März 1780, während der litauischen Predigt.
  • 1780 - 1799 Glaser Johann Michael, 1737 zu Barten geboren, wurde Präzentor zu Janeikischken (Neukirch) und trat am 8. Sonntag nach Trinitatis, den 16. Juli 1780, sein Amt in Willkischken an. An diesem Tag fand auch seine Introduktion durch den Ragniter Erzpriester Fiedler statt. Er starb am 14. Nov. 1799.
  • 1800 - 1825 Berg Johann Samuel Traugott, am 12. Feb. 1753 in Breslau geboren, war zunächst Präzentor in Mallwischken, dann Feldprediger in Insterburg und später in Potsdam. Am 11.Mai 1800 erfolgte seine Einführung als Pfarrer in Willkischken, Er beschaffte der Gemeinde aus Kollektengeldern die kleinere Kirchenglocke "Louise". Sein Todestag ist der 22.August 1825.
  • 1825 - 1842 Packhäuser Ernst Johann Christoph, wurde am 7. Sept. 1786 zu Königsberg geboren. Am 5. Feb. 1826 erfolgte seine Einführung in der Kirche zu Willkischken durch den Tilsiter Superintendent Weber. Er starb am 18.Mai 1842 in Willkischken. Durch seine Bemühungen sind die beiden Dorffriedhöfe in Willkischken entstanden.
  • 1843 - 1861 Prellwitz Friedrich August, geboren 1795, kam im Herbst 1842 nach Willkischken und starb daselbst am 14. April 1861.
  • 1861 - 1874 Holder Carl Ludwig, geboren 1810, kam im Dezember 1861 nach Willkischken und starb daselbst im Juli 1873.
  • 1874 - 1892 Böttcher Robert Friedrich Theodor, am 16. Juli 1824 zu Bartenstein geboren, studierte in Königsberg und war zuerst in Laukischken und Skaisgirren Hilfsprediger. Von 1854 bis 1868 amtierte er als Pfarrer in Lauknen, Kreis Labiau, und von 1868 bis 1874 als solcher in Kinten, Kreis Heydekrug. Von 1874 ab bis zu seinem am 2.Juni 1892 erfolgten Tode war er Pfarrer in Willkischken.
  • 1893 - 1901 Prellwitz Hugo Richard Otto (Sohn von Friedrich August Prellwitz), wurde am 16. April 1893 durch den Superintendenten Künstler aus Tilsit in Willkischken eingeführt. Während seiner Zeit wurde der Kirchenneubau durchgeführt. Am 1. Okt. 1901 trat er in den Ruhestand und starb 1916 in Tilsit.
  • 1902 - 1929 Stadie Viktor Bruno Paul, geboren am 25. Okt. 1865 zu Plibischken, Kreis Wehlau, ordiniert am 4. Okt. 1891 in der Schloßkirche zu Königsberg. War von 9.Okt. 1891 bis 9. Nov. 1893 Prediger in Laukischken, Kreis Labiau, und vom 10.Nov. 1893 bis 15.Jan. 1902 zweiter Pfarrer in Prökuls, Kreis Memel. Amtiert ab 18. Jan. 1902 als Pfarrer in Willkischken.
  • 1930 - Leidereiter Franz, geboren am 26. Sept. 1892 in Plicken, Kreis Memel; studierte in Königsberg. War von 1922 bis 1930 Pfarrer in Kairinn, Kreis Memel. Seit 15. März 1930 Pfarrer in Willkischken.
  • Literatur hierzu:
  • Die Kirche Willkischken, ihre Pfarrer und Organisten von Otto Schwarzien, 1934.
  • Bilder aus der Vergangenheit des Kirchspiels Willkischken von Otto Schwarzien, 1927.
  • Sonderschriften des Vereins für Familienforschung in Ost- u. Westpreussen e.V., Nr. 24


Neue Fenster der Willkischker Kirche

Zugehörige Ortschaften

Zum Kirchspiel Willkischken gehörten 1912 folgende Ortschaften: Absteinen, Barsuhnen, Birbinten, Dallnitz Forst, Gillandwirszen, Gintscheiten, Jettschen, Jogauden, Kallweiten, Kellerischken, Kerkutwethen, Maszurmaten, Neppertlauken, Polompen, Schillinnen, Schreitlauken, Sodehnen, Wahlenthal, Wartulischken, Willkischken Dorf u. Gut.

Kirchenbücher

Die Kirchenbücher von Willkischken sind zum größten Teil verschollen. Von zwei Büchern mit den Jahrgängen (ca. 1780 bis 1813) befinden sich Abschriften im Staatsarchiv in Allenstein; Verfilmungen sind auch bei den "Mormonen" nicht vorhanden.


Standesamt

Standesamtsregister

Die Standesamtsregister von Willkischken sind verschollen.


Geschichte

1615 Schulzenamt und Dorf, ist 95 Huben 15 Morgen groß, darunter sind 19 Huben 6 Morgen öd und wüst. An die Kirche sind jährlich pro Huben 16 Schillinge Dezem zu entrichten. 1621 zahlt das Dorf zum Neubau des Pfarrhauses pro Huben 45 Schillinge. Von dem Kruge selbst, der Herrn Georg Friedrich Büchner gehört, werden jährlich 20 Schillinge Zapfengeld zur Kirchenkasse gezahlt. Es ist dies der Eckkrug neben dem Gutshaus, dessen Privileg aus dem Jahre 1556 stammt, und der im Volksmund lange Zeit den sonderbaren Namen "Ilzkefall" führte. 1628 erwirbt der Ragniter Kornschreiber Wolf Michael Müllkünzel 5 wüste Huben nebst Kruggerechtigkeit und gründet somit das Gut Willkischken. Seine Nachkommen blieben daselbst bis 1708. 1641 sind "laut Amtsbescheid 32 Huben 15 Morgen ins Unland geschlagen". 1663 zahlt das Dorf zur Anschaffung zweier Kirchenglocken eine freiwillige Steuer von 59 Mark 43 1/2 Schillingen. 1646 sind im Dorf 19 Dienstboten, 1673 zwei Hirten. 1679 verlieren viele Einwohner durch den Schweden- und Szameiteneinfall ihr ganzes Hab und Gut.[10]

Laut Landwirtschaftliches Güter-Adressbuch für die Provinz Ostpreußen mit Anhang Memelland, 4. Auflage, Leipzig 1922:

  • Abries Dilba
  • August Meyer II
  • Marta Schöler


Schule

Zur Kirchschule Willkischken schreibt Otto Schwarzien 1927:
"Auch die Kirchschule Willkischken ist so glücklich, ihre Geschichte mehr als dreihundert Jahre lang zurückverfolgen zu können, weil die Quellen derselben sich trotz mancherlei Sturm und Not bis auf die Gegenwart erhalten haben. Aus ihnen ist ersichtlich, daß die Schule schon am Ende des sechzehnten Jahrhunderts bestanden hat, wahrscheinlich ist sie gleich nach Fundierung der Kirche erbaut worden. Sie war ein Holzgebäude mit massivem Schornstein, Strohdach und nur einem Eingang. Die Innenräume bestanden aus zwei Stuben, einer Kammer und Küche.

  • 1617 waren die baulichen Zustände bereits dermaßen schlecht, daß man größere Reparaturen ausführen musste. Unter anderem wurde der Schornstein von Grund auf abgebrochen und von neuem aufgeführt. Doch konnten diese Instandsetzungen den gänzlichen Verfall des Hauses nicht mehr aufhalten, und so schritt man denn
  • 1621 gelegentlich des Neubaues der Widdem auch zum Neubau der Schule, und zwar unter Verwendung des Materials der alten Widdem.
  • 1641 wurden wiederum größere Instandsetzungen vorgenommen.
  • Im Jahre 1679 wurde die Schule durch den Schweden- und Szameiteneinfall völlig ruiniert und ausgeplündert. Selbst ein Teil der eisernen Türbeschläge war abgerissen und mitgenommen worden.
  • 1757 wurden beim Russeneinfall die Kirche, das Pfarrgebäude und die Schule eingeäschert, ebenso der grösste Teil des Dorfes.
  • 1771 heißt es in einem Visitationsbericht:" Das Holz zur Kirchschule ist vorhanden, der Bau selbst aber noch nicht angefangen."
  • 1772 "Die Kirchschule ist gerichtet und soll dieses Jahr völlig zustande kommen."
  • um 1800 war das aus Holz erbaute Schulhaus schon sehr baufällig. An einen Neubau konnte in den damaligen Kriegszeiten nicht gedacht werden, sodass das Schulgebäude noch bis zum Jahr 1817 in seinem baufälligen Zustand verbleiben musste.
  • 1817/1818 entstand dann ein neues, massives Schulhaus mit Strohdach, 50 Fuß lang und 38 Fuß breit. Bänke waren dazumal in der Kirchschule ebensowenig vorhanden wie in den anderen Kirchschulen. Erst im Herbst 1824 wurden die erforderlichen Bänke angeschafft.
  • Im November 1824 wurde an der bisher einklassig gewesenen Kirchschule die Einrichtung einer zweiten Klasse verfügt, die zunächst in einem gemieteten Raum untergebracht wurde.
  • 1828 wurde der zweite Klassenraum und eine Wohnung für den zweiten Lehrer angebaut.

Der Schulbesuch ließ fast immer sehr zu wünschen übrig. In den ersten beiden Jahrzehnten waren es die Kriegsunruhen und ihre Nachwehen, die lähmend auf den regelmäßigen Schulgang einwirkten . Sehr oft musste der Unterricht wegen Mangel an Brennmaterial ausfallen, 1837 waren die im Kirchspiel herrschenden natürlichen Pocken der Grund. Ein Hauptgrund für das Fernbleiben der Kinder von der Schule waren indessen die sehr schlechten Wege, worüber die Geistlichen in den Tabellarischen Berichten über das Schulwesen oft genug klagen. Im Kirchdorf selbst müssen die Wegeverhältnisse geradezu trostlos gewesen sein."

Lehrer

Lehrer in Willkischken:

  • 1637 Stoll Ludwig, Schulmeister in Willkischken
  • 1640 Siebert Christoph, Schulmeister in Willkischken
  • 1661 Vogt Christoph, Schulmeister in Willkischken
  • um 1700 Schöncke, Präzentor
  • um 1700/1710 Sperber Johannes Jacobus, Theologe, der am 26. April 1711 als Pfarrer nach Ruß ging. Wie es während seiner Zeit um das Schulwesen bestellt gewesen sei, geht aus seiner eigenen Äußerung hervor."In Willkischken bin ich zehn Jahre Präzentor gewesen, habe aber während dieser Zeit keinen Tag Schule halten dürfen, weil niemals ein Kind sich in der Schule blicken ließ."
  • 1722 Johann Ernst Neumann, Präzentor, wurde wg. verschiedener Zwistigkeiten mit der Gemeinde 1732 versetzt.
  • 1732 Johann Friedrich Vorhof, Präzentor aus Szillen. Entkam 1757 beim Russeneinfall knapp durch Flucht nach Absteinen wo er 1768 verstarb.
  • 1758 Heinrich Bernhard Kopp, Präzentor. Da die Schulgebäude eingeäschert waren, wohnte er anfangs beim Bauern Strasa in Absteinen, danach in einer Wohnung des Amtsrates Schön in Willkischken. Kopp ging 1763 als Pfarrer nach Jodlauken.
  • 1763 Johann Christoph Wander, Präzentor. Ging 1768 als litauischer Pfarrer nach Ragnit.
  • 1768 Friedrich Bark, "Literatus", geboren 1719 in Georgenburg. Während seiner Zeit wurde die eingeäscherte Schule neu errichtet.
  • 1792 Johann Friedrich Wysotzki, Präzentor, vom 30.Jan.1792 bis 1824. Er war am 17.Feb.1760 zu Lyck geboren. In den Befreiungskriegen war er Chef der Landsturnkompagnie Schreitlaugken. Er lebte, nach dem Urteil des Pfarrers Berg, "äußerst eingezogen und ohne jeden geselligen Umgang". Er war dreimal verheiratet, hatte aber keine Kinder. Am 12.Nov. 1823 starb er an Nervenfieber, nachdem er noch zwei Stunden vorher bei vollem Bewußtsein das heilige Abendmahl genommen hatte.
  • 1824 Johann Karl Friedrich Borck, Präzentor, vom 23.April 1824 bis 1826. Er war am 10.Sept. 1798 zu Gumbinnen geboren. Borck ging im Oktober 1826 als Pfarrer nach Rossitten.
  • 1826 Eduard Hundertmarck, Präzentor, vom 11. Mai 1826 bis 1840. Er war geboren zu Insterburg am 25. Nov. 1802. War später Pfarradjunkt in Auluwönen.
  • 1841 Franz Theodor Schmidt, Präzentor, vom Oktober 1841 bis 1853. Er war 1809 zu Darkehmen geboren, hatte in Königsberg studiert und im Mai 1835 zu Karalene das Rektorexamen bestanden.
  • 1851 Jakob Theodor Krüger, Kantor, geboren 1821 in Darkehmen, hatte er an der Albertina studiert und 1846 das Rektorexamen gemacht. Er amtierte in Willkischken bis Oktober 1853 und ging dann als Präzentor und Hilfsprediger nach Lasdehnen, Kreis Pillkallen.
  • 1853 Cölestin Ebel, geboren am 12. Juli 1823 zu Königsberg, hatte Universität und Seminar dort besucht und im Mai 1850 zu Gumbinnen sein Rektorexamen gemacht. Seine Versetzung von Willkischken erfolgte 1860.
  • 1860 Richard Werner, geboren am 28. Sept. 1834 zu Insterburg. Am 1. Nov. 1869 erfolgte seine Berufung als Pfarrer nach Inse.
  • 1870 Eduard Karl Roloff, Predigtamtskandidat aus Heydekrug. Am 1. Aug. 1873 erfolgte seine Berufung als Pfarrer nach Sampohl, Provinz Westpreußen. Er war der letzte Akademiker der Kirchschule in Willkischken. Nach ihm wurde die Stelle nur noch mit seminarisch vorgebildeten Lehrern besetzt.
  • 1873 Emil Szimmat kam am 1. Aug. 1873 nach Willkischken. Er blieb bis zu seinem Tod am 2. Okt. 1904 und fand auf dem Friedhof Willkischken-West seine letzte Ruhestätte.
  • 1905 Hermann Keßlau, Lehrer aus Laugallen. Er amtierte an der Kirchschule vom 1. Feb. 1905 bis zum 1. Okt. 1925, als er in den Ruhestand versetzt wurde.
  • 1925 Paul Kankeleit, Präzentor aus Schmalleningken, übernahm die Stelle am 1. Dez. 1925, starb am 23. Juni 1932 nach kurzer, schwerer Krankheit in einer Tilsiter Klinik.
  • 1932 Wilhelm Schneider, Kantor aus Rucken, im Amt seit 1. Okt. 1932.

Die 2. Schulstelle wurde von folgenden Lehrern verwaltet:

  • Friedrich Erhard Keßler vom 1.Okt. 1825 bis zum 8. März 1830, an welchem er die neugegründete Schulstelle zu Kerkutwethen übernahm. Er war am 20. Nov. 1799 als Sohn des Lehrers zu Barsuhnen geboren. Seine Vorbildung hatte er durch seinen Vater und durch den Pfarrer Berg zu Willkischken erhalten.
  • Christoph Leopold Keßler, Bruder des vorigen, vom 8.März bis zum 9. Sept. 1830. Geboren war er am 20.Dez. 1808.
  • Johann Urban vom 9.Sept. 1830 bis 1834. Er war am 15. April 1807 in Bandhuzen bei Memel geboren. Seine Vorbildung hatte er im Seminar Karalene genossen.
  • Eduard Zinnau vom 1. Juli 1834 bis 1838. Er war 1814 zu Ruß geboren und hatte das Seminar Karalene besucht.
  • Ludwig Jedamski vom 1.Okt. 1838 bis 1844. Er stammte aus Wittgirren, Kreis Darkehmen, wo er 1818 geboren ward. Auch er war Schüler des Seminars Karalene.
  • Karl Julius Danck, gleichfalls Karalener, trat sein Amt in Willkischken am 20. Mai 1844 an. Er war am 30. Jan. 1823 zu Wilhelmsberg geboren.

[11]

Die typische Situation ostpreußischer Lehrer im Jahre 1828:
"Die Regierung hatte dem Schulverband das freie Bauholz überwiesen, so daß mit dem Neubau begonnen werden konnte. Ein Schulhaus und ein Stall sollten errichtet werden. Das Schulgebäude sollte nach dem Abschlag 45 Fuß lang, 32 Fuß tief, 9 Fuß hoch in Mauerwerk mit Strohdach erbaut werden. Die Schulstube war für 90 Kinder berechnet. Die Lehrerwohnung bestand aus 1 Wohnstube, 1 Schlafstube, 1 Kammer, 1 Küche und 2 Hausfluren. Der Stall war 23 1/2 Fuß lang, 14 1/2 Fuß breit, 7 Fuß hoch in Mauerfachwerk und Strohdach. Die Innenräume bestanden aus einem Kuh- und Kälberstall, einem Schweine- und Federviehstall und einem Holz- und Torfgelaß. Ein Raum zur Unterbringung des Getreides und zum Dreschen war nicht vorgesehen. Der Schullehrer erhielt 1 Morgen kulmisches Ackerland, 3 Achtel Brennholzdeputat, 1 Morgen preußisches Ackerland, freie Weide für eine Kuh, 1 Sterke, 2 Schafe nebst Zuzucht, 2 Gänse nebst Zuzucht und 2 Schweine. Außerdem 12 Scheffel Roggen, 6 Scheffel Gerste, 20 Zentner Heu, 2 Schock Stroh und aus der Kirchspielschulkasse jährlich 16 Taler bar."[12]


Bewohner

  • 1621 Christups Schaltischaitis; Brosis Juknaitis.
  • 1626 Dunellis Schlaupas
  • 1639 Ludwig Stoll, Lehrer an der Kirchschule.
  • 1642 Christoph Siebert, Lehrer; Lorenz Milcke; Barthel Balzer, Gärtner im Pfarrgärtnerhaus.
  • 1666 Paul Paulikat, Besitzer; Lutkus Tennigkeit, Besitzer; Andreas Pöschke, Krüger in Büchners Krug; Christoph Vogt, Lehrer; Hensel Cibittis, erhält 5 Mark Kirchenstarfe, weil er am Sonntag während der Predigt Heu gefahren.
  • 1674 Christian Schwarz, Bäcker.
  • 1677 Friedrich Reimann, Bäcker; Dannies Lingaßat; Martschus Rudait; Lutkus Lingait.
  • 1684 Samuel Cellin
  • 1699 Schönke, Präzentor
  • um 1707 Schwarz Christian, Fleischhauer. Schmidt Elias, Leinweber. Wittke, Schuster.
  • um 1719 Albrecht Michael, Bäcker
  • um 1724 Rautenberg Christian, Töpfer
  • um 1725 Saurin, Schmied. Kratzenstein, Zimmermann. Herbst Heinrich, Böttcher. Lignau, Schuster. Groß, Schuster. Maack, Schuster. Heydern, Leinweber. Strempel, Leinweber. Radtke, Bäcker. Schwarz Christian, Fleischhauer. Schwarz Christian, Weißbrotbäcker.
  • um 1726 Meyer Emanuel, Müller.[13]
  • "Die silberne Medaille für Verdienst um die Pferdezucht ist 1852 verliehen worden dem Amtsrath Dresler in Willkischken bei Schreitlaugken (Kreis Tilsit)."[14]
  • Folgende Bewohner Willkischkens haben im ersten Befreiungskriege "für Preußens Freiheit und Selbständigkeit" Opfer an Geld und anderen Gaben dargebracht:
    • Pfarrer Berg, Präzentor Wysotzki, Kondukteur Harnack, Bauer Martin Papendick und Frau, Bauer Ulrich, Kontrolleur Gadius, Schullehrerwitwe Paplowski, Krüger Häse, Wirtschafter Poddeg, Johanne Hirschfeld, Bauern Ziehe, Schimkus, Jurgeleit, Köllmer Müller, Kirchenvorsteher Ulrich, Landsturmleute Jurge Gerullis, Christoph Jurgeleit, Tennig Nickeleit, Chrißus Suttmann, Abrys Tennigkeit, Jurge Konka, Nickel Simmelis, Nickel Tennigkeit, Chrißus Rose, Jons Grigalait, Jurge Josupait, Wilhelm Schöler, Jurge Pauleit, Tennig Tennigkeit, Jurge Naujoks, Johann Ziehe, Ensies Kallweit, Lutkus Tennigkeit, Milker Milkereit, Unteroffiziere Ulrich und Schwedta.[15]


Verschiedenes

Fotos aus Willkischken

Memeler Dampfboot

  • 1933 Nr.3 (Memelgau): 2. Januar [Ausbau eines alten Weges]

Etwa ein Kilometer westlich des Kirchdorfes Willkischken zweigt sich von der nach Schmalleningken führenden Steinchaussee nordwärts eine sehr breite Landstraße ab, die von der Bevölkerung als ehemalige Heeresstraße angesehen und „Schillinner Weg“ genannt wird. Diese Straße durchschneidet die Heide von Willkischken, Kerkutwethen, Neppertlauken und Sodehnen und gabelt sich dann bei Schillinnen in zwei Strecken, wovon die eine durch Gintscheiten führt und bei Größpelken in die Tilsit-Laugßarger Chaussee mündet. Die andere, mehr südwärts führende Strecke durchquert das Dorf Gillandwirßen und tritt bei Sterpeiken in ebendieselbe Chaussee ein. Der Schillinweg war schon vor zweieinhalb Jahrhunderten vorhanden. Um 1680 wurde an ihm zur Beherbergung der Reisenden ein Krug erbaut, der noch heute in Betrieb ist und unter dem Namen „Schilline“ bekannt ist. In alter Zeit war diese Straße noch mehr als heute eine der wichtigsten Verkehrslinien des Kirchspieles Willkischken, verband sie doch eine ganze Reihe seiner im äußersten Norden liegenden und bis an die ehemalige Landesgrenze reichenden Dörfer mit dem Kulturzentrum, dem Kirchorte. Es ist indessen ganz unverständlich, aus welchem Grunde im Verlaufe einer so langen Vergangenheit niemals etwas Ordentliches zur Instandsetzung dieser so wichtigen Verkehrsstraße getan worden ist. Was Wunder, daß demnach vereinzelte Strecken zuweilen überhaupt nicht mehr zu passieren waren. Erfreulicherweise bemüht sich nun die Gegenwart, diese alter, teils versumpfte, teils mit kaum zu überwindenden, dachsteilen Bergen und ebenso steil zu Tal führenden Abhängen versehene Straße in ein ganz neues Gewand zu hüllen. Bereits vor einigen Jahren wurde die durch Gillandwirßen führende Strecke zur schönen Kieschaussee ausgebaut, ebenso das Südende der Straße bis zu dem Damm der Kleinbahn Pogegen-Schmalleningken. In den Monaten November und Dezember des eben verflossenen Jahres fand nun der Ausbau zweier weiterer Strecken statt, und zwar durch Schillinnen und durch die Willkischker Heide, letztere von den Schienen der Kleinbahn bis zur Grenze Kerkutwethen. Hier sind die Arbeiten, wobei zurzeit etwa 25-30 Mann Beschäftigung finden, noch im Gange und würden, falls die Witterung nicht zu hindernd einwirken sollte, im Januar beendigt werden können. Die Arbeiten auf dieser ein Kilometer langen Strecke schreiten nur langsam vorwärts, weil die Abtragung ganzer Berge und die Ausführung tiefer Stellen in dem hier sehr hügeligen Gelände viel Zeit erfordern. Außerdem besteht der Boden aus zähem Lehm. Die Gemeinde Sodehnen hat den Ausbau ihrer Teilstrecke gleichfalls beschlossen, und da zu hoffen ist, daß auch die noch übrig gebliebene Gemeinde Kerkutwethen sich nicht abseits dieses wichtigen Kulturwerkes stellen wird, so dürfte der Zeitpunkt nicht mehr fern sein, wo die schon lange ersehnte feste Verbindung der beiden Landeschausseen Tilsit-Laugßargen-Tauroggen und Mikieten-Willkischken-Schmalleningken endlich Tatsache geworden sein wird.

  • 1933 Nr.10 (Memelgau): 10. Januar [Kirchliche Nachrichten]

Am Sonntag, nach Schluß des deutschen Gottesdienstes, fand in der hiesigen Kirche die übliche kirchliche Jahresversammlung der Gemeindemitglieder statt, welche nach dem Gesang der zwei ersten Verse des Liedes „Such, wer da will, ein ander Ziel“ durch Pfarrer Leidereiter mit Gebet eröffnet wurde. Alsdann der Geistliche folgende kirchliche Statistik für 1932 bekannt: Die Seelenzahl des Kirchspiels beträgt 4000. Wenn auch durch Abwanderung vieler Mitglieder infolge Option für Deutschland diese Zahl heruntergegangen war, so hat sie sich durch Neueingemeindung der Dörfer Bittehnen-Schillehnen und Bittehnen-Ußbitschen doch wieder auf ihren alten Stand erhöht. Getauft wurden 62 Kinder, darunter aus rein evangelischen Ehen 50, aus evangelisch-katholischen Mischehen 5, uneheliche Kinder 7. Getraut wurden 21 rein evangelische Paare. Kirchlich beerdigt wurden 43 Personen. Die Zahl der konfirmierten Kinder betrug 37, darunter aus rein evangelischen Ehen 33, aus evangelisch-katholischen Mischehen 1 und uneheliche Kinder evangelischer Mütter 3. Das heilige Abendmahl empfingen 1048 Personen, darunter 414 Männer und 634 Frauen, einschließlich 43 Personen auf dem Krankenbette. Zwecks Versorgung der konfirmierten Jugend mit Gottes Wort werden im Jugendverein regelmäßig Bibelstunden abgehalten. Nach Bekanntgabe dieser Zahlen gab der Rendant eine gedrängte Übersicht über das kirchliche Kassenwesen der Gemeinde, woraus hervorging, daß die wirtschaftliche Not sich auch bei der Einziehung der kirchlichen Umlage sehr bemerkbar mache. Es sollte nun eine allgemeine Aussprache über verschiedene kirchliche Angelegenheiten erfolgen, da sich aber außer einer ganz nebensächlichen Anfrage eines Mitgliedes, die hier übrigens nicht am Platze war, niemand zum Wort meldete, konnte Pfarrer Leidereiter sofort mit seinem Vortrage „Über die Gottlosenbewegung und deren Bekämpfung“ beginnen und die Versammlung längere Zeit durch seine interessanten Ausführungen fesseln. Alsdann wurde die Versammlung durch Gebet und Gesang des 4.Verses des obengenannten Liedes geschlossen. – Am Sonntag, dem 22.d.Mts., wird ein Kandidat der Berliner Missionsgesellschaft in der hiesigen Kirche predigen. Außerdem werden in nächster Zeit durch den Ortsgeistlichen im Kirchspiel folgende Außengottesdienste abgehalten werden: Am Donnerstag, dem 19.01. Januar, bei Besitzer Luttkus-Sodehnen, am Freitag, dem 20., bei Besitzer Bendler-Barsuhnen, am Sonnabend, dem 21., bei Besitzer Gerullis-Gillandwirßen und am Sonntag, dem 22.Januar, bei Besitzer Adomeit-Bittehnen.

  • 1933 Nr.11 (Memelgau): 11. Januar [Kirchenkollekten 1932]

Im Jahre 1932 sind von den Mitgliedern der Kirche Willkischken folgende Gaben gespendet worden: Angeordnete Kollekte 1292 Lit, freie Kollekten 287 Lit, Gaben für die eigene Gemeinde 375,50 Lit, Missionsgaben 1067 Lit, Gustav-Adolf-Verein 200 Lit, Krüppelheim Angerburg 240 Lit, sonstige Anstalten der Mission 100 Lit, zusammen 3561,50 Lit.

  • 1933 Nr.16 (Memelgau): 17. Januar [Der Bienenzuchtverein]

hatte seine Mitglieder am Sonnabend zu einer Generalversammlung eingeladen. Nachdem der Vorsitzende, Besitzer Bungies, eines verstorbenen Mitgliedes ehrend gedacht hatte, erstattete der Schriftführer Schäfer-Sodehnen, den Jahresbericht. Danach sind im verflossenen Jahr innerhalb des Vereins nur zwei Schadenfälle (Diebstähle von Honigkästen) vorgekommen. Diese Schäden sind durch den Imker-Versicherungsverein für das Memelgebiet geregelt worden. Nach Erledigung interner Vereinsangelegenheiten hielt der Vorsitzende einen Vortrag über die Bekämpfung der Ameisen auf den Bienenständen. Die nächste Versammlung soll auf dem Stande des Vorsitzenden abgehalten werden.

  • 1933 Nr.17 (Memelgau): 18. Januar [Wegebau]

Die neubegrabene Schilliner Landstraße wird nunmehr mit Sand befahren, der aus dem Axtinat´schen Berge südlich der Landeschaussee entnommen wird. Auf der ein Kilometer langen Strecke werden tausend Kubikmeter benötigt, so daß auf jedes laufende Meter ein Kubikmeter Schüttung kommt. Der angefahrene Sand wird gleich ausplaniert. Sofort nach Beendigung dieser Arbeit wird auch die Bekiesung des Weges erfolgen, wozu 500 Kubikmeter Kies aus der Grube Axtinat vorgesehen sind. Dank des bis zur Abfuhrstelle vorhandenen guten Weges geht die Anfuhr flott vonstatten und wird, falls nicht sehr ungünstiges Wetter eintreten sollte, bis zum 1.April beendigt werden können.

  • 1933 Nr.70 (Memelgau): 21. März: Versammlung des Kreisverbandes der Freiwilligen Feuerwehren

Der Kreisverband der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Pogegen hielt am Sonntag bei Kaufmann Pechbrenner eine außerordentliche Versammlung ab. Vertreten waren die Freiwilligen Feuerwehren Pogegen, Ußkullmen, Wischwill, Baltupönen, Robkojen, Absteinen, Trakeningken, Bittehnen, Lompönen, Rucken, Nattkischken und Jonikaten. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Kreisvorsitzenden, Dürrenmat-Willkischken, gab der Schriftführer des Kreisverbandes, Nickel, einen Bericht über den Feuerwehrkursus in Tilsit, an dem er teilgenommen hatte. Er dankte dem Ostpreußischen Feuerwehrverband, der diesen Kursus veranstaltet hatte. Sodann wurde das neue Kreisverbandsstatut verlesen, das noch einige kleine Abänderungen erhalten soll. Aus dem Tätigkeitsbericht geht hervor, daß die im Kreise befindlichen achtzehn Wehren je zwei Rauchschutzmasken erhalten haben. Die Freiwilligen Feuerwehren Pogegen und Krakischken besitzen je eine Motorspritze. Im Jahre 1931/32 sind im Kreise Pogegen 74 Brände gewesen. An die Versicherten sind von der Feuerversicherung insgesamt 711 833 Lit gezahlt worden. Sodann gab der Vorsitzende bekannt, daß der nächste Kreisverbandstag Anfang Juni in Nattkischken stattfinden wird. Nach einer Aussprache über interne Angelegenheiten wurde die Versammlung vom Vorsitzenden geschlossen.

  • 1933 Nr.97 (Grenzgarten Nr.4): Menschenopfer des Unglücklichen Krieges im Kirchspiel Willkischken (von Schwarzien, Kerkutwethen)

Nach Ausweis des kirchlichen Totenregisters fanden infolge der Kriegswirren anno 1807 im Kirchspiel Willkischken folgende Fremdlinge ihren Tod: Thomas Postek, brauner Husar von der Eskadron des Rittmeisters von Zawadsky des im Amte Schreitlaugken cantonierenden Regiments v. Schimmelpfennig, gestorben im Alter von 30 Jahren am hitzigen Fieber den 19.Januar in Barsuhnen. Er war aus dem Dorfe Lugnin, Kreis Oppeln, gebürtig, katholischer Religion, und hinterließ in Schlesien eine Witwe mit 1 Tochter. (Nr.14.) Kasper Reimhild, Musketier von der Kompagnie des Herrn Obersten und Kommandeurs des 3.Bataillons v. Thile in Warschau, gestorben im Alter von 64 am hitzigen Fieber in Kellerischken. Er stammte aus Hildburghausen. (Nr. 40.) Johann Kryßuk, Musketier von der Kompagnie des Herrn Major von Glowczewsky vom 3.Bataillon des Regiments v. Thile in Warschau, gestorben im Alter von 30 Jahren an Auszehrung den 19.März in Kellerischken. Er war katholisch und stammte aus dem Kreise Petrikau in Südpreußen. (Nr. 81.) Gottfried Sorcke, Trompeter von der Eskadron des Herrn Obersten v. Kaphengst, Fürst v. Anhalt-Pleß´schen braunen Husarenregiments, gestorben im Alter von 28 Jahren an der Schwindsucht den 30.April in Willkischken. Er war eines Soldaten Sohn aus Gleiwitz in Oberschlesien, lutherischer Religion und hatte 11 Jahre gedient. Er hinterließ in seiner Heimat eine Witwe mit 2 Töchtern im Alter von 4 und 2 Jahren (Nr. 141.) Karl Manstein, Wachtmeister von der Eskadron des Herrn Obersten v. Schauroth vom Bila´schen Husaren-Bataillon, gestorben im Alter von 37 Jahren an Friesel den 7.Mai in Barsuhnen. Er war aus der Altmark gebürtig und hinterließ in Zeuchtwang eine Witwe von 5 Kindern. (Nr. 152.) Karl Mament, Unteroffizier von der Eskadron des Herrn Majors v. Hobe vom Bila´schen Husaren-Bataillon, gestorben im Alter von 37 Jahren an Nervenfieber den 19.Juni in Absteinen. Er war aus Danzig gebürtig und hatte 20 Jahre gedient. Ob er verheiratet gewesen, ist nicht bekannt geworden. (Nr. 180.) Ein Musketier von einem Reservebataillone ist bei dem Durchmarsch krank zurückgelassen worden und am 21.Juni bei dem Wirt Christups Sutmons in Willkischken gestorben, ohne daß man seinen Namen und Alter sowie den Namen des Bataillons hatte erfahren können (Nr. 182.) Johann Orloff, russischer Premierleutnant vom 23.Regiment, verstarb im Alter von 25 Jahren an Durchfall den 8.Juni in Willkischken. Er war aus dem Gouvernement Orel gebürtig, griechischer Religion, unverheiratet und hatte 10 Jahre gedient. (Nr. 190.)

Von der einheimischen Bevölkerung brachte die Kriegsgeißel damals folgende Personen ums Leben: Christups Preugschatis, ein lahmer Wirt aus Kerkutwethen, starb im Alter von 36 Jahren am 25.Juni an den Folgen des Schreckes, den ihm die Plünderung durch die Kosaken und Kalmücken verursacht. Er hinterließ eine Witwe mit 3 unerzogenen Kindern. (Nr. 184.) Bernhard Grigul, ein Schneidermeister aus Kalwaiten, starb im Alter von 59 Jahren am 9.Juli an den Folgen des Schreckes, den ihm die russische Plünderung verursacht hatte. Er hinterließ eine Witwe mit 5 Kindern, von denen nur eine Tochter mündig war. (Nr. 191.) Erdmons Mertineitis, ein Wirt aus Größpelken, starb im Alter von 62 Jahren am 28.Juli in Russisch Gilwiczen und wurde in Garyßen begraben. Er hatte den Russen Vorspann gegeben und war weiter gefahren, als man verabredet hatte. Als seine Pferde ermüdet waren und er den Russen die Unmöglichkeit des Weiterfahrens vorstellte, fiel man über ihn her und prügelte ihn so barbarisch, daß er schon nach einigen Stunden verstarb. Er hinterließ eine Witwe und vier unerwachsene Kinder. (Nr. 212.) Die eingeklammerten Zahlen sind die betreffenden Nummern des Totenregisters.

  • 1933 Nr.104 (Memelgau): 2. Mai [Durchgehende Pferde]

Als der Käsereibesitzer M. von Pogegen nach Hause gefahren kam, scheuten zwischen Lompönen und Polompen die Pferde und gingen durch. Dabei wurde Frau M. aus dem Wagen geschleudert und blieb auf der Chaussee besinnungslos liegen. Die Verunglückte wurde auf ein in der Nähe befindliches Grundstück gebracht, wo sie sich später wieder erholte.


Karten

Willkischken auf der Schroetterkarte Blatt 13, (1796-1802), Maßstab 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160 000


Willkischken im Preußischen Urmesstischblatt Nr. 66, 1861
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Willkischken und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt Nr. 66, 1861
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Willkischken_MTB_0898_0899_0998_0999_I

Datei:Willkischken MTB 0898 0899 0998 0999 I.jpg
Willkischken im Messtischblatt 0898 Willkischken, 0899 Szugken, 0998 Ragnit und 0999 Baltupönen (1913-1941) mit den Gemeindegrenzen von 1938, Maßstab 1:25000
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie



Internetlinks

Offizielle Internetseiten

Teilauswertung zu Willkischken: Memelland, OFB

Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.

Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

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Quellen

  1. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  2. GOV: http://gov.genealogy.net/
  3. Jenny Kopp, Geschichte des Landkreises Tilsit, Buchdruckerei Pawlowski, Tilsit 1918,
  4. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  5. Jenny Kopp, Geschichte des Landkreises Tilsit, Buchdruckerei Pawlowski, Tilsit 1918
  6. Amtsblatt Gumbinnen 1939: Neugliederung der Gemeinden und Gutsbezirke im ehemaligen Memelland ab 1. Mai 1939, S. 64ff,
    http://www.memelland-adm.de/Archiv/13 Verwaltungsbezirke/index.htm
  7. Amtsblatt des Regierungspräsidenten in Gumbinnen, 2.9.1939
  8. Bilder aus der Vergangenheit des Kirchspiels Willkischken von Otto Schwarzien, 1927
  9. Altpreußische Geschlechterkunde: Neue Folge: Blätter der Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen, Band 24, Hamburg 2004, S.308 (1798-1813, 1818-1842) und S. 314 (1798-1813)
  10. Otto Schwarzien, Bilder aus der Vergangenheit des Kirchspiels Willkischken, 1927
  11. Otto Schwarzien, Bilder aus der Vergangenheit des Kirchspiels Willkischken, 1927
  12. Schwarzien, Otto: Bilder aus der Vergangenheit des Kirchspiels Willkischken, Hamburg 1973
  13. Otto Schwarzien, Bilder aus der Vergangenheit des Kirchspiels Willkischken, 1927
  14. Annalen der Landwirtschaft in den Königlich Preussischen Staaten, 1869, Band 54
  15. Otto Schwarzien, Bilder aus der Vergangenheit des Kirchspiels Willkischken, 1917