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weiterhin den Namen »Weißer Schwan« und befand sich auf dem Grundstück links neben
Eigentümer:
dem ehemaligen Krug. Der alte Krug wurde abgerissen und an dessen Stelle errichtete der
Vor 1719 Glüer, Michael163, Cantor, Dreihüfner, Accise-Einnehmer, Stadtkämmerer und
Bauherr Wilhelm Mackensy zwei kleine Wohnhäuser, die baufällig und unbewohnt heute
Kirchenvorsteher.
noch im Bestand der ehemaligen Berliner Vorstadt vorhanden sind. Der Komplex »Weißer
Um 1719 Witwe Glüer164, Sabina, geb. Weber, erbt.
Schwan« erlitt 1943 schwere Kriegsbeschädigungen und wurde um 1950 vollständig abgerissen.
Um 1729 Glüer165, Johann, Brauer und Hüfner, Sohn des VE.
Um 1774 Witwe Glüer, Anna Loysa, geb. Lachmann aus Beelitz (Kreis Teltow-Fläming),
erbt.
Um 1792 Witwe Grunenthal166, Anna Loysa, geb. Bethge, Enkelin der VE.
1821
Deegener, Carl Ludwig, Gutspächter, Ökonom und Kaufmann, Wilmersdorf
Amt Mühlenhof167, sub hasta erstanden168, Meistgebot 400 Rthlr.
1823
Brose, Johann Ludwig, Pächter aus Blankenfelde, Kaufvertrag, 1600 Rthlr.
1831
Witwe Brose, Dorothee Louise, geb. Stechert, ehemalige Witwe des Gastwirts
Thieme, Erbvergleich.
1846
Brose, Ludwig Wilhelm, Gastwirt, Sohn der VE, Kaufvertrag, 1550 Rthlr.
1877
Brose, Albert Otto Herrmann, Gastwirt, Sohn des VE, Kaufvertrag, 42 373 RM.
1880
Brose, Wilhelm, Gastwirt, Kaufvertrag, zusammen mit vier weiteren Grundstücken169, 28 089 RM.
1880
Mackensy, Theodor, Tischlermeister, Kaufvertrag, 16 500 RM.
Grundbuch Bd. I, Bl. 5 geschlossen und in Bd. I, Bl. 4 übertragen.
1883
Mackensy, Wilhelm jun., Tischlermeister und Ehefrau Marie, geb. Krüger,
Kaufvertrag, 110 000 RM.
Zuschreibung: Eine Parzelle von Bd. I, Bl. 6.
1909
Mackensy, Wilhelm, Kaufmann und Gastwirt, Sohn des VE, überlassen (Wert:
120 000 RM).
1919
Rössgen, Wilhelm, Kaufmann und Gastwirt, Kaufvertrag, 135 000 RM.
Baugeschichte:
Das Kruggebäude wurde anlässlich einer Taxation170 im Jahr 1791 als eingeschossiger
Fachwerkbau mit einer Breite von 38 Fuß und einer Tiefe von 25 Fuß sowie einer Wandhöhe von 8 Fuß beschrieben. Auf dem Hof befand sich neben einem Stall noch ein Gaststall. Um 1855 wurden viele Baumaßnahmen durchgeführt, wie das Ersetzen der hölzernen Wände durch massives Mauerwerk im Wohn- und Gasthaus und das Errichten von
Wirtschaftsgebäuden. Noch vor 1890 entstanden ein neuer massiver Komplex aus Wohnhaus und Gaststätte, Bühne und Tanzsalon sowie eine Vorhalle. Die neue Gaststätte erhielt
163
 
164
165


2.3 Berliner Straße
166
Bereits die älteste Bezeichnung lautete Berliner Straße oder Berlinsche Straße. Allerdings
167
galt sie nur für den kurzen Straßenabschnitt zwischen der Breiten Straße (Mittelstraße) bis
168
zum Berliner Tor mit insgesamt fünf Bürgerhäusern, das Torschreiberhaus ausgenommen.
169
In der Mitte des 19. Jahrhunderts nannten einige Schriftstücke diese Straße den »Weg von
170
Teltow nach Großbeeren«. Von etwa 1875 bis 1955 wird sie ausschließlich als Berliner
Straße geführt. Eine Straßenumbenennung in der DDR um das Jahr 1955 machte sie zur
Straße der DSF171. Die Umbenennung schloss die Breite Straße mit ein, so dass sich eine
Hausnummerierung von 1 bis 34 ergab. Im Jahr 1991 erfolgte eine Rückbenennung, die
wieder die alten Straßennamen Berliner Straße und Breite Straße einführte. Die Hausnummerierung der Straße der DSF wurde jedoch übernommen, das heißt, die Berliner
Straße zählt von 1 bis 9 und 2 bis 16, die Breite Straße von 13 bis 21 und 18 bis 34.


Berliner Straße 7C172
36
Berlinsche Straße/Berlinerstraße 6i/Berlinerstraße 7/Straße der DSF 7
Gartenparzelle von der ehemaligen Wiese des Lehnrichtergutes von 59 Quadratruten173
Eigentümer:
Vor 1856 Mertens, Charlotte Friederike, geb. Glüer, ehemalige Witwe Grunenthal.174
1856
Hopf, Johann Heinrich Eduard, Glasermeister, Wrietzen a/O. [= Wriezen]175
Kaufvertrag, 220 Rthlr.
1873
Esse, Dr. Carl, Königlicher Geheimer Regierungsrat, Berlin, Kaufvertrag,
4500 Rthlr.
1877
Witwe Esse, Karoline, geb. Haenichen, und Miterben, erben.
1889
Eichelkraut, Ernst, Zimmermeister, sub hasta erstanden [ohne Angabe].
1889
Schinke, Heinrich, Sattlermeister, Bühne/Kreis Halberstadt [Bühne, Kreis Wernigerode]176, Kaufvertrag (Wert des Grundstückes 8400 RM ohne die abgeschriebene Parzelle177).
171
172
173
174
175
176
177


DSF: Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft, Massenorganisation in der DDR.
Siehe: Karin Köller/Jörg Schnadt: Die Nachkommen von Hans Gluher. 2. Aufl. Potsdam 2007, S. 223:
BLHA, AG Potsdam, GA Teltow, Bd. IV, Bl. 188.
Michael Glüer wurde 1663 in der 6. Generation des Hans Glüer (1485–1542) in Markneukirchen/Sachsen
BLHA, AG Potsdam, GA Teltow, Bd. I, Bl. 23: Die im Jahr 1806 als Zuschreibung vom ehemaligen Rittergut
geboren, kam vor 1688 nach Teltow und heiratete 1688 Sabina Weber.
erworbene Wiese Bd. IV, Bl. 177.
BLHA, Rep. 19 Steuerrat Potsdam, Nr. 185/5 »Bürger Rolle von Teltow de Anno 1723«: Unter Nr. 16 aufgeführt.
Siehe auch Ritterstraße 23.
BLHA, Rep. 19 Steuerrat Potsdam, Nr. 191/6 »Einwohnertabellen einzelner Städte im Inspektionsbereich
Herkunftsort: Siehe Bahl, Bürgerrolle (wie Anm. 2), S. 109, Nr. 1119.
des Steuerrates Potsdam, Teltow 1729, 1749. 1753«: Unter Nr. 17 aufgeführt: »Sein Gut in der Stadt und
Herkunftsort: Ebenda, S. 115, Nr. 1200.
noch ein Haus vorm Thore«. – GKB, Taufregister 1708: Ersterwähnung von »Michael Glüers Haus vor dem
Gartenparzelle von 107 Quadratmetern, überschrieben auf Bd. V Bl. 197.
Tor«.
Die Grundakte enthält den umfangreichen Nachlass des Jacob Grunenthal, der auch das Ordonnanzhaus als
gleichzeitiges Hüfnergut am Markt [Marktplatz 3] besaß.
Herkunftsort laut Grundakte: Aus Wilmersdorf, Amt Mühlenhof [= (Berlin-)Wilmersdorf].
Hypothekengläubiger laut Grundakte.
Bd. IV, Bl. 151; Bd. IV, Bl. 159; Bd. IV, Bl. 183 und Bd. V Bl. 226.
,
,
 
Taxation: Wertbestimmung. – Die Taxe des Kruggebäudes ergab 218 Reichstaler.
37




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Häuserbuch der Stadt Teltow

Eigentümer: Vor 1719 Glüer, Michael163, Cantor, Dreihüfner, Accise-Einnehmer, Stadtkämmerer und Kirchenvorsteher. Um 1719 Witwe Glüer164, Sabina, geb. Weber, erbt. Um 1729 Glüer165, Johann, Brauer und Hüfner, Sohn des VE. Um 1774 Witwe Glüer, Anna Loysa, geb. Lachmann aus Beelitz (Kreis Teltow-Fläming), erbt. Um 1792 Witwe Grunenthal166, Anna Loysa, geb. Bethge, Enkelin der VE. 1821 Deegener, Carl Ludwig, Gutspächter, Ökonom und Kaufmann, Wilmersdorf Amt Mühlenhof167, sub hasta erstanden168, Meistgebot 400 Rthlr. 1823 Brose, Johann Ludwig, Pächter aus Blankenfelde, Kaufvertrag, 1600 Rthlr. 1831 Witwe Brose, Dorothee Louise, geb. Stechert, ehemalige Witwe des Gastwirts Thieme, Erbvergleich. 1846 Brose, Ludwig Wilhelm, Gastwirt, Sohn der VE, Kaufvertrag, 1550 Rthlr. 1877 Brose, Albert Otto Herrmann, Gastwirt, Sohn des VE, Kaufvertrag, 42 373 RM. 1880 Brose, Wilhelm, Gastwirt, Kaufvertrag, zusammen mit vier weiteren Grundstücken169, 28 089 RM. 1880 Mackensy, Theodor, Tischlermeister, Kaufvertrag, 16 500 RM. Grundbuch Bd. I, Bl. 5 geschlossen und in Bd. I, Bl. 4 übertragen. 1883 Mackensy, Wilhelm jun., Tischlermeister und Ehefrau Marie, geb. Krüger, Kaufvertrag, 110 000 RM. Zuschreibung: Eine Parzelle von Bd. I, Bl. 6. 1909 Mackensy, Wilhelm, Kaufmann und Gastwirt, Sohn des VE, überlassen (Wert: 120 000 RM). 1919 Rössgen, Wilhelm, Kaufmann und Gastwirt, Kaufvertrag, 135 000 RM. Baugeschichte: Das Kruggebäude wurde anlässlich einer Taxation170 im Jahr 1791 als eingeschossiger Fachwerkbau mit einer Breite von 38 Fuß und einer Tiefe von 25 Fuß sowie einer Wandhöhe von 8 Fuß beschrieben. Auf dem Hof befand sich neben einem Stall noch ein Gaststall. Um 1855 wurden viele Baumaßnahmen durchgeführt, wie das Ersetzen der hölzernen Wände durch massives Mauerwerk im Wohn- und Gasthaus und das Errichten von Wirtschaftsgebäuden. Noch vor 1890 entstanden ein neuer massiver Komplex aus Wohnhaus und Gaststätte, Bühne und Tanzsalon sowie eine Vorhalle. Die neue Gaststätte erhielt 163

164 165

166 167 168 169 170

36

Siehe: Karin Köller/Jörg Schnadt: Die Nachkommen von Hans Gluher. 2. Aufl. Potsdam 2007, S. 223: Michael Glüer wurde 1663 in der 6. Generation des Hans Glüer (1485–1542) in Markneukirchen/Sachsen geboren, kam vor 1688 nach Teltow und heiratete 1688 Sabina Weber. BLHA, Rep. 19 Steuerrat Potsdam, Nr. 185/5 »Bürger Rolle von Teltow de Anno 1723«: Unter Nr. 16 aufgeführt. BLHA, Rep. 19 Steuerrat Potsdam, Nr. 191/6 »Einwohnertabellen einzelner Städte im Inspektionsbereich des Steuerrates Potsdam, Teltow 1729, 1749. 1753«: Unter Nr. 17 aufgeführt: »Sein Gut in der Stadt und noch ein Haus vorm Thore«. – GKB, Taufregister 1708: Ersterwähnung von »Michael Glüers Haus vor dem Tor«. Die Grundakte enthält den umfangreichen Nachlass des Jacob Grunenthal, der auch das Ordonnanzhaus als gleichzeitiges Hüfnergut am Markt [Marktplatz 3] besaß. Herkunftsort laut Grundakte: Aus Wilmersdorf, Amt Mühlenhof [= (Berlin-)Wilmersdorf]. Hypothekengläubiger laut Grundakte. Bd. IV, Bl. 151; Bd. IV, Bl. 159; Bd. IV, Bl. 183 und Bd. V Bl. 226. , Taxation: Wertbestimmung. – Die Taxe des Kruggebäudes ergab 218 Reichstaler.

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