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OCR-Text=Einführung
OCR-Text=Häuserbuch der Stadt Teltow


dass es über den gesamten Zeitraum etwa von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis Mitte des
Güter im Zuge der Säkularisierung eingezogen wurden. Um 1560, zwei Jahrzehnte nach
18. Jahrhunderts eine annähernd gleich bleibende Zahl von Stadtgrundstücken innerhalb
der Reformation in Brandenburg, ging die Stadtherrschaft wieder an den Kurfürsten
der Wälle und Gräben gab. Inwieweit diese Annahme auch für die Zeit vor 1570 zutrifft,
zurück. In die gleiche Zeit fällt die Eingliederung der Stadt in die Verwaltung des Domänenamtes Ziesar, dem sie damit als Mediatstadt unterstand.
lässt sich nicht nachweisen.
Eine Zuordnung der Eigentümer zu den jeweiligen Stadtgrundstücken war anhand der
Quellen frühestens ab 1720, in den meisten Fällen ab 1760, möglich.


1.2.2 Stadtwälle, Wallgräben und Stadttore
1.2 Historische Entwicklung der Stadtgrundstücke
Zur Geschichte der Stadtgrundstücke gehören auch die Stadtwälle, Gräben, Tore und Brücken als Bestandteile der Stadtanlage. Ihre topographische Lage kann inzwischen weitgehend rekonstruiert werden (siehe auch die im Anhang beigefügten Stadtpläne um 1800
1.2.1 Bürgergrundstücke
und um 1900).
Das auf das Jahr 1576 datierte Amtsbuch9 des kurfürstlichen Domänenamtes Ziesar ist die
Die ehemaligen Wälle und Wallgräben umgaben die Stadt als ursprüngliche Befestigungsanlagen ringförmig und wurden nur im nördlichen Bogen durch den Schönower See
erste Quelle für die Aufteilung der zu Teltow gehörenden Ländereien von 68 Hufen.10
ergänzt. Der Wall wurde nur im Osten (durch das Berliner Tor) und im Westen (durch das
Davon besaß der damalige Erb- und Lehnrichter Matthias von Schwanebeck fünf (davon
Machnower Tor) durchbrochen. Mehrere Quellen berichten von einem doppelten Wall im
vier freie) Hufen. Weitere zwei Hufen, die nicht abgabenpflichtig waren, gehörten seit frühester Zeit zur Pfarre von Teltow. Die restlichen 61 Hufen waren auf 27 Hüfner11 aufgeteilt. Neben den Hüfnerbauern listet das Ziesarer Amtsbuch für Teltow noch 40 Kossäten12
Westen vor der Stadt.16 Die Beschaffenheit der Teltower Wallbefestigung in früherer Zeit
auf, davon jedoch nur 34 mit dem Besitz eines Hauses.
ist nicht überliefert, es gibt lediglich Beschreibungen riesiger Eichenbäume, die auf den
Sieben Jahrzehnte nach der Eintragung ins Amtsbuch verringerte sich infolge des Dreißigjährigen Krieges die Zahl der Teltower Einwohner erheblich. Im Landreiterbericht des
Kronen der Wälle gestanden haben sollen.17 Das Vorhandensein von Bäumen auf dem
Jahres 1652 tauchen nur noch 21 Hüfnerbauern und 27 Gärtner auf.13 Sieben der Hüfner
Stadtwall bestätigen Kämmereirechnungen mehrerer Jahre zwischen 1719 und 1743.18
und elf der Gärtner stammten nicht mehr aus Teltow.
Anfang des 18. Jahrhunderts waren die Wälle zum Teil schon eingefallen und die Bürgerschaft nutzte sie gemeinhin als Weideland für ihr Vieh.19 Zu dieser Zeit standen keine
Bis Anfang des 18. Jahrhunderts regenerierte sich die Einwohnerzahl von Teltow. In
Palisaden auf den Wällen, wie in einigen gedruckten Quellen angeführt wird. In den umfangreichen archivalischen Quellen des 18. Jahrhunderts fehlen dafür jegliche Hinweise.
ca. 70 Bürgerhäusern konnten nun wieder 27 Hüfner und 42 Gärtner registriert werden. Verglichen mit dem Stand des Jahres 1576 findet sich annähernd die gleiche Anzahl
Im Jahr 1726 wurden auf Veranlassung des damaligen Bürgermeisters Christoph Bruno
von Eigentümern der Stadtgrundstücke. Der große Stadtbrand im Jahre 1711 verwüstete
die Bäume auf dem Wall auf der linken und rechten Seite vor dem Machnower Tor abgeholzt und die Flächen anschließend planiert. Die Arbeiten wurden von der Stadtjugend,
68 Wohnhäuser und ungezählte Wirtschaftsgebäude und verschonte nur zwei Bürgerhäuser. Etwa acht Jahre nach dem Brand waren 72 Wohnhäuser wieder aufgebaut, und im
den Söhnen und Töchtern der Teltower Bürgerschaft, sowie von Knechten und so genannten Dienstdirnen ausgeführt.20 In den darauf folgenden Jahren gelang es Bruno, auf den
Jahr 1735 zählte der Chronist Jeckel in seiner »Teltowgraphie« 27 Hüfner und 50 Gärtner.14 Er berichtet weiter, dass jeder Hüfner und Gärtner von alters her seine eigene, zum
von Wällen in Ackerland verwandelten Flächen Gerste anzubauen. 1736 wandte sich der
Haus gehörende Graskavel gehabt habe. Nur die acht Gärtnerbürger, die auf neuen Grundstücken gebaut hatten, besaßen zunächst keine derartige Fläche, wurden aber bei der
Bürgermeister mit einem Bittgesuch an die Kurmärkische Kriegs- und Domänenkammer,
Vergabe der neuen Wiesen mit bedacht.15 Wieder kann eine gegenüber dem Jahr 1576 vergleichbare Anzahl von Eigentümern festgestellt werden. Es liegt daher der Schluss nahe,
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Huch, Teltowgraphie (wie Anm. 1), S. 361: Jeckel schreibt: »… zwischen dem Gersthoff und eußerstem walle
BLHA, Rep. 2, D 20978: »Ambts Buch ambt Ziesar darinnen alle Stedte, Dorfer, Vorwerker und Pechte …«
der Stadt«. – BLHA, Rep. 37 Hohennauen, Nr. 690, »Nachrichten von der Stadt Cron Teltow aus den Pfarrund Rathäuslichen, auch Willmersdorffischen und Schlabrendorffischen und verschiedenen anderen bewährten Documenten«.
Ebenda: Es werden zuzüglich zu den Teltower Hufen noch 8 Schönower Hufen geführt. – Siehe auch: Das
Huch, Teltowgraphie (wie Anm. 1), S. 98: Jeckel schildert, dass sich zu seiner Zeit noch mächtige, schon
Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Hrsg. von Johannes Schultze (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin, 8; Brandenburgische Landbücher, Bd. 2), Berlin 1940, S. 69, 190.
abgestandene, das heißt nicht mehr lebende, Eichenbäume auf den Wallkronen befunden hatten »… mit etliche Klafter dicke«. – Ernst Fidicin: Die Territorien der Mark Brandenburg. Bd. 1. Berlin 1857, S. 30: Fidicin
Siehe Anm. 6.
ließ die Eichenbäume auf ein Alter von 600 Jahren schätzen. – 600 Jahre alte Eichenbäume besitzen im
Kossät: Bezeichnung für Gärtner. Die Kossäten besaßen außer einer Hofstelle noch erbliche Wiesen und
Durchschnitt einen Umfang von 8 Metern.
Gärten, die aber keine Zugtiere und nur wenig Vieh ernähren konnten. Für eine ausreichende Existenz war
BLHA, Rep. 19 Steuerrat Potsdam, Nr.155/10 »Kämmereietats der Stadt Teltow 1743–1770«. – BLHA,
der Zuverdienst durch Handwerk oder eine Lohnarbeit erforderlich.
Rep.19 Steuerrat Potsdam, Nr. 3479 »Kämmereirechnungen«.
GStA PK, I. HA Rep. 21, Nr. 167/1, Bl. 29 bis 31 b. – Vgl. auch Ernst Fidicin: Historisch-Diplomatische Beiträge zur Geschichte der Stadt Berlin. T. 4 Berlinische Urkunden von 1232-1700, Berlin 1842 (ND 1990),
Staatsbibliothek zu Berlin, Handschriftenabteilung: Ms. Boruss. Folio 60, Beiträge zur Geschichte der Kurund Mittelmärkischen Stadt Teltow; Von derselben ehemaligen Bürgermeister Carl Ludwig Peschel. Frankfurt
S. 14 f, nach einem Bericht der Ritterschaft des Kreises an den Kurfürsten aus dem Jahre 1641.
und Leipzig, [Handschriftlicher Vermerk: »Ist nicht gedruckt«]. Abschrift S. 1-40, Nachträge S. 41–43.
Huch, Teltowgraphie (wie Anm. 1), S. 351.
– BLHA, AG Potsdam Ga. Teltow, Bd. II, Bl. 57.
Ebenda, S. 359. Im Konsens mit dem für Teltow zuständigen königlichen Beamten Heidenreich machten die
Peschel (wie Anm. 19): Nach Peschels Bericht bekamen sie für ihre Plackerei gerade 2 Tonnen Bier als
Teltower Bürger ein mit Strauchwerk besetztes Buschland, im Tiefen Bruch und im so genannten Busch, zu
Gegenleistung.
Wiesen. – BLHA, Rep. 19 Steuerrat Potsdam, Nr. 3541 »Urbarmachung von Land bei Teltow und Aufteilung
unter den dortigen Bürgern 1730–1734«.


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Häuserbuch der Stadt Teltow

Güter im Zuge der Säkularisierung eingezogen wurden. Um 1560, zwei Jahrzehnte nach der Reformation in Brandenburg, ging die Stadtherrschaft wieder an den Kurfürsten zurück. In die gleiche Zeit fällt die Eingliederung der Stadt in die Verwaltung des Domänenamtes Ziesar, dem sie damit als Mediatstadt unterstand.

1.2 Historische Entwicklung der Stadtgrundstücke 1.2.1 Bürgergrundstücke Das auf das Jahr 1576 datierte Amtsbuch9 des kurfürstlichen Domänenamtes Ziesar ist die erste Quelle für die Aufteilung der zu Teltow gehörenden Ländereien von 68 Hufen.10 Davon besaß der damalige Erb- und Lehnrichter Matthias von Schwanebeck fünf (davon vier freie) Hufen. Weitere zwei Hufen, die nicht abgabenpflichtig waren, gehörten seit frühester Zeit zur Pfarre von Teltow. Die restlichen 61 Hufen waren auf 27 Hüfner11 aufgeteilt. Neben den Hüfnerbauern listet das Ziesarer Amtsbuch für Teltow noch 40 Kossäten12 auf, davon jedoch nur 34 mit dem Besitz eines Hauses. Sieben Jahrzehnte nach der Eintragung ins Amtsbuch verringerte sich infolge des Dreißigjährigen Krieges die Zahl der Teltower Einwohner erheblich. Im Landreiterbericht des Jahres 1652 tauchen nur noch 21 Hüfnerbauern und 27 Gärtner auf.13 Sieben der Hüfner und elf der Gärtner stammten nicht mehr aus Teltow. Bis Anfang des 18. Jahrhunderts regenerierte sich die Einwohnerzahl von Teltow. In ca. 70 Bürgerhäusern konnten nun wieder 27 Hüfner und 42 Gärtner registriert werden. Verglichen mit dem Stand des Jahres 1576 findet sich annähernd die gleiche Anzahl von Eigentümern der Stadtgrundstücke. Der große Stadtbrand im Jahre 1711 verwüstete 68 Wohnhäuser und ungezählte Wirtschaftsgebäude und verschonte nur zwei Bürgerhäuser. Etwa acht Jahre nach dem Brand waren 72 Wohnhäuser wieder aufgebaut, und im Jahr 1735 zählte der Chronist Jeckel in seiner »Teltowgraphie« 27 Hüfner und 50 Gärtner.14 Er berichtet weiter, dass jeder Hüfner und Gärtner von alters her seine eigene, zum Haus gehörende Graskavel gehabt habe. Nur die acht Gärtnerbürger, die auf neuen Grundstücken gebaut hatten, besaßen zunächst keine derartige Fläche, wurden aber bei der Vergabe der neuen Wiesen mit bedacht.15 Wieder kann eine gegenüber dem Jahr 1576 vergleichbare Anzahl von Eigentümern festgestellt werden. Es liegt daher der Schluss nahe, 9 10

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BLHA, Rep. 2, D 20978: »Ambts Buch ambt Ziesar darinnen alle Stedte, Dorfer, Vorwerker und Pechte …« Ebenda: Es werden zuzüglich zu den Teltower Hufen noch 8 Schönower Hufen geführt. – Siehe auch: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Hrsg. von Johannes Schultze (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin, 8; Brandenburgische Landbücher, Bd. 2), Berlin 1940, S. 69, 190. Siehe Anm. 6. Kossät: Bezeichnung für Gärtner. Die Kossäten besaßen außer einer Hofstelle noch erbliche Wiesen und Gärten, die aber keine Zugtiere und nur wenig Vieh ernähren konnten. Für eine ausreichende Existenz war der Zuverdienst durch Handwerk oder eine Lohnarbeit erforderlich. GStA PK, I. HA Rep. 21, Nr. 167/1, Bl. 29 bis 31 b. – Vgl. auch Ernst Fidicin: Historisch-Diplomatische Beiträge zur Geschichte der Stadt Berlin. T. 4 Berlinische Urkunden von 1232-1700, Berlin 1842 (ND 1990), S. 14 f, nach einem Bericht der Ritterschaft des Kreises an den Kurfürsten aus dem Jahre 1641. Huch, Teltowgraphie (wie Anm. 1), S. 351. Ebenda, S. 359. Im Konsens mit dem für Teltow zuständigen königlichen Beamten Heidenreich machten die Teltower Bürger ein mit Strauchwerk besetztes Buschland, im Tiefen Bruch und im so genannten Busch, zu Wiesen. – BLHA, Rep. 19 Steuerrat Potsdam, Nr. 3541 »Urbarmachung von Land bei Teltow und Aufteilung unter den dortigen Bürgern 1730–1734«.

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