Grafschaft Tecklenburg: Unterschied zwischen den Versionen

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Um 1375 umfaßte das Herrschaftsgebiet neben der an der oberen Ems gesondert liegenden, 1365 erworbenen Grafschaft Rheda südwestlich von Bielefeld einen breiten Streifen auf dem rechten Emsufer zwischen Münster und Lingen und Gebiete des südlichen Oldenburg mit Cloppenburg, Friesoythe einschließlich des Saterlandes und des Hümmlings. Um 1400 verlor Tecklenburg in Auseinandersetzungen mit den Hochstiften Münster und Osnabrück und dem Erzstift Köln mit Cloppenburg, Friesoythe und und Bevergern bei Rheine etwa die Hälfte seines Gebietes und wurde auf zwei nur durch einen schmalen Landstreifen verbundene Teile um Lingen und um Tecklenburg beschränkt. 1548 wurde wegen der Zugehörigkeit des letzten Grafen der Schweriner Linie zum Schmalkaldischen Bund Lingen entzogen und an Kaiser Karl V. als Herzog von Geldern gegeben (1633 an Oranien, 1702 an Brandenburg).  
Um 1375 umfaßte das Herrschaftsgebiet neben der an der oberen Ems gesondert liegenden, 1365 erworbenen Grafschaft Rheda südwestlich von Bielefeld einen breiten Streifen auf dem rechten Emsufer zwischen Münster und Lingen und Gebiete des südlichen Oldenburg mit Cloppenburg, Friesoythe einschließlich des Saterlandes und des Hümmlings. Um 1400 verlor Tecklenburg in Auseinandersetzungen mit den Hochstiften Münster und Osnabrück und dem Erzstift Köln mit Cloppenburg, Friesoythe und und Bevergern bei Rheine etwa die Hälfte seines Gebietes und wurde auf zwei nur durch einen schmalen Landstreifen verbundene Teile um Lingen und um Tecklenburg beschränkt. 1548 wurde wegen der Zugehörigkeit des letzten Grafen der Schweriner Linie zum Schmalkaldischen Bund Lingen entzogen und an Kaiser Karl V. als Herzog von Geldern gegeben (1633 an Oranien, 1702 an Brandenburg).  


==Erbwechsel==
==Erbwechsel, Teilung==
1557 kam das zum niederrheinisch-westfälischen Reichskreis zählende Tecklenburg über eine Erbtochter wieder an Bentheim. Dieses wurde 1606/10 in die Linien Bentheim-Tecklenburg mit T. Rheda und Hohenlimburg und Bentheim und Steinfurt geteilt. 1696 kam es zur Wiederaufnahme von bereits 1576 vor dem Reichskammergericht begonnenen Erbstreitigkeiten mit den Grafen von Solms-Braunfels, die durch Urteil den größten Teil der Grafschaft Tecklenburg erhielten.  
1557 kam das zum niederrheinisch-westfälischen Reichskreis zählende Tecklenburg über eine Erbtochter wieder an Bentheim. Dieses wurde 1606/10 in die Linien Bentheim-Tecklenburg mit Tecklenburg, Rheda und Hohenlimburg und Bentheim und Steinfurt geteilt. 1696 kam es zur Wiederaufnahme von bereits 1576 vor dem Reichskammergericht begonnenen Erbstreitigkeiten mit den Grafen von Solms-Braunfels, die durch Urteil den größten Teil der Grafschaft Tecklenburg erhielten.


==Preußen==
==Preußen==

Version vom 30. Januar 2006, 16:30 Uhr

Hierarchie Regional > Historische deutsche Staaten > Niederrheinisch-Westfälischer Reichskreis > Grafschaft Tecklenburg

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Übersichtskarte der Grafschaft Tecklenburg aus dem "Theatrum orbis terrarum, sive, Atlas novus" von Willem Janszoon und Joan Blaeu, erstellt 1645/1662.

Grafschaft Tecklenburg

Die Burg Tecklenburg liegt südwestlich von Osnabrück im westlichen Teutoburger Wald und wurde um 1100 vermutlich von den Grafen von Zütphen erbaut. 1129 ist der vielleicht aus dem Mittelrheingebiet stammende Graf Ekbert, 1184 der Name Tecklenburg bezeugt.

Vogteien

Obwohl 1173 die Vogtei über das Hochstift Münster und 1236 die seit etwa 1180 gehaltene Vogtei über das Hochstift Osnabrück aufgegeben werden mußten, gewannen die Grafen eine ansehnliche Herrschaft zwischen Hunte und Ems (1189 Ibbenbüren). 1263 starben die ekbertinischen Grafen von Tecklenburg aus.

Erbwechsel

Die Tecklenburger Güter fielen über eine Erbtochter an die jüngere Linie der Grafen von Holland, die sich seit dem Erwerb der Obergrafschaft Bentheim 1154/ 65 Grafen von Bentheim nannte und vor 1309 das Recht ihrer Dienstmannen besonders aufzeichnete.

Erbwechsel

1327 kam Tecklenburg an die landfremden verwandten Grafen von Schwerin, die den Namen Tecklenburg fortführten.

Herschaftsgebiet

Um 1375 umfaßte das Herrschaftsgebiet neben der an der oberen Ems gesondert liegenden, 1365 erworbenen Grafschaft Rheda südwestlich von Bielefeld einen breiten Streifen auf dem rechten Emsufer zwischen Münster und Lingen und Gebiete des südlichen Oldenburg mit Cloppenburg, Friesoythe einschließlich des Saterlandes und des Hümmlings. Um 1400 verlor Tecklenburg in Auseinandersetzungen mit den Hochstiften Münster und Osnabrück und dem Erzstift Köln mit Cloppenburg, Friesoythe und und Bevergern bei Rheine etwa die Hälfte seines Gebietes und wurde auf zwei nur durch einen schmalen Landstreifen verbundene Teile um Lingen und um Tecklenburg beschränkt. 1548 wurde wegen der Zugehörigkeit des letzten Grafen der Schweriner Linie zum Schmalkaldischen Bund Lingen entzogen und an Kaiser Karl V. als Herzog von Geldern gegeben (1633 an Oranien, 1702 an Brandenburg).

Erbwechsel, Teilung

1557 kam das zum niederrheinisch-westfälischen Reichskreis zählende Tecklenburg über eine Erbtochter wieder an Bentheim. Dieses wurde 1606/10 in die Linien Bentheim-Tecklenburg mit Tecklenburg, Rheda und Hohenlimburg und Bentheim und Steinfurt geteilt. 1696 kam es zur Wiederaufnahme von bereits 1576 vor dem Reichskammergericht begonnenen Erbstreitigkeiten mit den Grafen von Solms-Braunfels, die durch Urteil den größten Teil der Grafschaft Tecklenburg erhielten.

Preußen

1707/29 fiel Tecklenburg (Bentheim-Tecklenburg) unter Abfindung der Grafen von Solms-Braunfels und der Grafen von Bentheim-Tecklenburg, denen die Herrschaft Rheda verblieb, an Preußen. 1806/7/8 kam T., das mit der Reichsgrafschaft Lingen ein Gebiet von 14 Quadratmeilen mit 45000 Einwohnern umfaßte, zum Großherzogtum Berg. Zu ihm zählten die Städte T., Lengerich und Kappeln sowie die Kirchspiele Lengerich, Kappeln, Ladbergen, Wersen, Lotte, Leeden, Ledde und Schale. 1810-1813 gelangte es mit Berg zu Frankreich, danach zu Preußen (Provinz Westfalen). Die Niedergrafschaft Lingen wurde 1815 von Preußen als Landverbindung zu Ostfriesland an Hannover gegeben. 1866 kam sie mit Hannover an Preußen (Provinz Hannover) und 1946 zu Niedersachsen.

Bibliografie

  • Leesch, Wolfgang (Bearb.): Schatzungs- und sonstige Höferegister der Grafschaft Tecklenburg 1494-1831, Münster 1974
  • Großer Historischer Weltatlas II 66 (1378) D2, III22 (1648) C2, III 38 (1789) Bl
  • Holsche. A K., Historisch-topographisch-statistische Beschreibung der Grafschaft Tecklenburg, 1788
  • Reismann-Grone. T . Geschichte der Grafschaft Tecklenburg bis zum Untergang der Egbertiner 1263, 1894
  • Holsche, August Karl: Historisch-topographisch-statistische Beschreibung der Grafschaft Tecklenburg ..., Berlin / Frankfurt 1788
  • Fressel, R., Das Ministerialenrecht der Grafen von Tecklenburg, Diss. Münster 1907
  • Behr, Hans-Joachim: Der Verlust der Herrschaft Lingen und die Bemühungen der Tecklenburger Grafen um ihre Rückgewinnung, in: Emsland / Bentheim, Bd. 4, 1988
  • Gertzen, B., Die alte Grafschaft Tecklenburg 1400, (Diss. phil. Münster) 1939
  • Hunsche, F.. 250 Jahre Landkreis Tecklenburg, 1957
  • Hillebrand. W . Besitz- und Standesverhältnisse des Osnabrücker Ad. 1961
  • Gladen, A., DerKreis Tecklenburg an der Schwelle des Zeitalters der Industrialisierung, 1970
  • Köbler. G . Gericht und Recht in der Provinz Westfalen (1815-1945). FS Schmelzeisen, G. K. 1980, 169.