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gar schleunigen Verlust aller Kräffte, starkanhaltende» Ohnmächten, und häufftg herfürkomtuenden Petechiis, leider! mehr allzuviel an den Tag gegeben; Bey welchem elenden Zustande, ob tcol an kostbahren Artzneyen nichts ermangelt, auch durch kräfftige Bezoardica die Malignifrff glücklich expelliiW, so hat dennoch, ohnerachtet aller sonst niitzlich-adlnbuten Mittel, die Krankheit mit aller Macht zugenommen, und hat man bey herannahenden schiceren Convulsione» gar leicht merken können, dass der Allerhöchste mit der Seeligcerstorbenen aus dieser unglückseligen Welt eileie * wie Sie solches Ihr selber sofort im Anfänge prognosticirrf, und dahero für allen Dingen nach der Seelen-Cur sich gesehnet, dero Behuff Sie nicht allein ihren liebsten Ehe-Herren geböten: Ihr diese letzte Treu zu erweisen, und von rechtschaffener Vorbereitung zum seeligen Tode fleissig mit Ihr zu reden, und zum beständigen Glaubenskampfe Sie fort und fort anzufrischen, sondern auch ihren Beicht-Vater — begehret, der — ihrem heiligen Verlangen nach den fünfften Sonntag nach Trinitatis — auff' ihre wehmühtige Beichte und empfangener Absolution das heilige Abendmahl Ihr gereichet, worbeg Sie eine ungemeine Freudigkeit des Geistes von sich vermerken lassen, all ex Zeitlichen sich gäntzlich begeben, und mit Petro aus dem Sonntäglichen Evangelio gleichsam Schiff" und Garn. Gut und Leben zu verlassen, und Jesu Himmelan zu folgen, sich erkläret, ihrem Ehe-Herrn das ultimum Vale gegeben, ihr Haus in allem bestellet und damit der Welt ade gesaget. | |||
< Wie nun in folgenden Tagen, über all ihr Verhoffen, die Schwachheit sich verzügert und verlängert. hat ihr cupio dissolvi sich nur immer vermehret. Allermeist hat Sie, als eine gewissenhafte Christiane, mit genauer Prüfung ihres gantzen I^hems continuiref, und wo einige Fehler Ihr erinnerlich waren, mit gefaltenen Händen selbige Gott abgebäten, nebenst dem Gelübde, wenn Sie wieder sollte au ff kommen, alles dmrck Gottes Gnade zu verbessern. Im übrigen, weil sie unmüglich merken lönnen. mit tft sie in ihrem Leben ge fehlet, so hielte sie sich versichert der kräfftigen und vollgültigem Vorbitte ihres gerechten Fürsprechers Christi Jesu, dessen Blut sie rein machte en allen Sünden, darau ff wollte sie leben, da rau ff wollte sie sterben. Da ran ff sie die Kinder nacheinander, und folgends das Gesinde vor sich gefodert, sie beweglich mmd Christlich zur wahren Gottesfurcht und schuldigen Gehorsam ermahnet, und im Segem | |||
Abschied von ihnen genommen.--Wie endlich die Sprache sich jemählich verlohr. | |||
bätete sie dennoch ihrem Herrn Beicht-Vater mit ligender Zunge inniglich Mn nach, und gab ihren vollen Verstand mit Zeichen stattsam zu erkennen, bi* sie m ihrem Jesu, als im süssen Schlaffe, ohne einige ängstliche Anzeigung verschieden, welches war der verwichene Donnerstag, als der zwölffte Julij. Abends zwischen acht mmd memm Ihr. Ihres Alters 39 Jahr, weniger sechs Wochen.» | |||
In Lauenstein?s Hildesheimischer Kirchen- und Reform itions-Historie (Hitöes-heim. 1734) wird bei unserm Sylvester hervonrehoben*). er sei -ein sehr beliebtes Stadtkind“ gewesen. — eine Auszeichnung, welche keinem ändern Hildeshetmiscfcen Prediger ZVtaB geworden ist. | |||
Von Sylvesters Schriften zählt Lanenstein a. a. O. als bekannt auf: | |||
1. Exercitatio Physica, de anima sentiente in genere. Helmxt. JßdS. | |||
2. Dissertatio Theologica, de fgratuita ) Justificatione thominis pectatori* coram judicio Dei), praes. Gerh. Titio. Heimst. 1656. | |||
•) M Ii Kap. 4 S. 147. | |||
Version vom 18. Dezember 2012, 22:02 Uhr
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gar schleunigen Verlust aller Kräffte, starkanhaltende» Ohnmächten, und häufftg herfürkomtuenden Petechiis, leider! mehr allzuviel an den Tag gegeben; Bey welchem elenden Zustande, ob tcol an kostbahren Artzneyen nichts ermangelt, auch durch kräfftige Bezoardica die Malignifrff glücklich expelliiW, so hat dennoch, ohnerachtet aller sonst niitzlich-adlnbuten Mittel, die Krankheit mit aller Macht zugenommen, und hat man bey herannahenden schiceren Convulsione» gar leicht merken können, dass der Allerhöchste mit der Seeligcerstorbenen aus dieser unglückseligen Welt eileie * wie Sie solches Ihr selber sofort im Anfänge prognosticirrf, und dahero für allen Dingen nach der Seelen-Cur sich gesehnet, dero Behuff Sie nicht allein ihren liebsten Ehe-Herren geböten: Ihr diese letzte Treu zu erweisen, und von rechtschaffener Vorbereitung zum seeligen Tode fleissig mit Ihr zu reden, und zum beständigen Glaubenskampfe Sie fort und fort anzufrischen, sondern auch ihren Beicht-Vater — begehret, der — ihrem heiligen Verlangen nach den fünfften Sonntag nach Trinitatis — auff' ihre wehmühtige Beichte und empfangener Absolution das heilige Abendmahl Ihr gereichet, worbeg Sie eine ungemeine Freudigkeit des Geistes von sich vermerken lassen, all ex Zeitlichen sich gäntzlich begeben, und mit Petro aus dem Sonntäglichen Evangelio gleichsam Schiff" und Garn. Gut und Leben zu verlassen, und Jesu Himmelan zu folgen, sich erkläret, ihrem Ehe-Herrn das ultimum Vale gegeben, ihr Haus in allem bestellet und damit der Welt ade gesaget.
< Wie nun in folgenden Tagen, über all ihr Verhoffen, die Schwachheit sich verzügert und verlängert. hat ihr cupio dissolvi sich nur immer vermehret. Allermeist hat Sie, als eine gewissenhafte Christiane, mit genauer Prüfung ihres gantzen I^hems continuiref, und wo einige Fehler Ihr erinnerlich waren, mit gefaltenen Händen selbige Gott abgebäten, nebenst dem Gelübde, wenn Sie wieder sollte au ff kommen, alles dmrck Gottes Gnade zu verbessern. Im übrigen, weil sie unmüglich merken lönnen. mit tft sie in ihrem Leben ge fehlet, so hielte sie sich versichert der kräfftigen und vollgültigem Vorbitte ihres gerechten Fürsprechers Christi Jesu, dessen Blut sie rein machte en allen Sünden, darau ff wollte sie leben, da rau ff wollte sie sterben. Da ran ff sie die Kinder nacheinander, und folgends das Gesinde vor sich gefodert, sie beweglich mmd Christlich zur wahren Gottesfurcht und schuldigen Gehorsam ermahnet, und im Segem
Abschied von ihnen genommen.--Wie endlich die Sprache sich jemählich verlohr.
bätete sie dennoch ihrem Herrn Beicht-Vater mit ligender Zunge inniglich Mn nach, und gab ihren vollen Verstand mit Zeichen stattsam zu erkennen, bi* sie m ihrem Jesu, als im süssen Schlaffe, ohne einige ängstliche Anzeigung verschieden, welches war der verwichene Donnerstag, als der zwölffte Julij. Abends zwischen acht mmd memm Ihr. Ihres Alters 39 Jahr, weniger sechs Wochen.»
In Lauenstein?s Hildesheimischer Kirchen- und Reform itions-Historie (Hitöes-heim. 1734) wird bei unserm Sylvester hervonrehoben*). er sei -ein sehr beliebtes Stadtkind“ gewesen. — eine Auszeichnung, welche keinem ändern Hildeshetmiscfcen Prediger ZVtaB geworden ist.
Von Sylvesters Schriften zählt Lanenstein a. a. O. als bekannt auf:
1. Exercitatio Physica, de anima sentiente in genere. Helmxt. JßdS.
2. Dissertatio Theologica, de fgratuita ) Justificatione thominis pectatori* coram judicio Dei), praes. Gerh. Titio. Heimst. 1656.
•) M Ii Kap. 4 S. 147.