Herforder Chronik (1910)/VII: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Stadt Herford, im Anfang von niedersächsischen Kolonisten bevölkert, neben denen sich als abteiliche oder städtische Beamte viele Auswärtige aus aller Welt Gegenden niederließen, hat im Laufe der Jahrhunderte diesen Zuzug von außen stammender Elemente immerfort erfahren, am meisten in den letzten Jahrzehnten seit 1870.
Infolge des unausgesetzt zugeführten neuen Blutes ist die heutige Bevölkerung der Stadt ganz verschieden von derjenigen früherer Zeiten. Das läßt sich aus manchen Umständen erkennen, u. a. daraus, daß die niederdeutsche Sprache, welche die alten Herforder treu hüteten, in den Hintergrund gedrückt wird und daß die aus dem 15. und 16. Jahrhundert noch vorhandenen Familiennamen – ältere lassen sich überhaupt nicht nachweisen – allmählich verschwinden, um neuen Platz zu machen.
Diesen neuen Herfordern, d. h. denjenigen, welche sich hier von auswärts niedergelassen haben, oder die es noch tun werden, soll das Buch die neugewählte Heimat lieb und vertraut machen. Aber nicht für sie allein ist es bestimmt, vielmehr an erster Stelle für die Alteingesessenen, denen die Liebe zur Vaterstadt schon im Blute liegt, damit ihre Liebe und Wertschätzung des Heimatsortes durch diesen in großen Zügen verfaßten Überblick über seine Geschichte noch vertieft werde.
Denn welcher Herforder, ob alter oder neuer, bliebe unberührt, wenn er von der einstigen herrlichen Stellung der Stadt, von ihrer tiefen Erniedrigung und ihren schweren Leiden Kunde erhält, aus denen sie sich heute zu ansehnlicher Blüte entfaltet hat?
Von unauslöschlicher Liebe zur alten Heimat beseelt, einer Heimatliebe, die sich bei manchen Gelegenheiten aufs glänzendste betätigte, hatte ein jetzt fern den Stätten seiner Jugend lebendes Herforder Ehepaar,
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Herr Friedrich Kopp<br />
und seine Gemahlin<br />
Frau Anna, geb. Kindermann<br />
in Berlin
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beschlossen, ihrer Vaterstadt und deren Bewohnern ein Denkmal in Gestalt eines in obigem Sinne verfaßten Buches über Herford zu setzen.
Herr Kopp ließ es bei der Anregung zu diesem Werke nicht bewenden, sondern erklärte sich hochherzig zur Tragung aller Ausgaben, welche die Herstellung dieses Buches erforderte, bereit, um es in den Kreisen der Herforder Bürger zu einem verhältnismäßig niedrigen Preise zu verbreiten. Gleichzeitig bestimmte Herr Kopp, daß der gesamte Erlös aus dem Verkauf des Werkes zu wohltätigen Zwecken in Herford verwendet werden solle.

Version vom 6. Februar 2009, 01:16 Uhr

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Herforder Chronik (1910)

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Die Stadt Herford, im Anfang von niedersächsischen Kolonisten bevölkert, neben denen sich als abteiliche oder städtische Beamte viele Auswärtige aus aller Welt Gegenden niederließen, hat im Laufe der Jahrhunderte diesen Zuzug von außen stammender Elemente immerfort erfahren, am meisten in den letzten Jahrzehnten seit 1870.

Infolge des unausgesetzt zugeführten neuen Blutes ist die heutige Bevölkerung der Stadt ganz verschieden von derjenigen früherer Zeiten. Das läßt sich aus manchen Umständen erkennen, u. a. daraus, daß die niederdeutsche Sprache, welche die alten Herforder treu hüteten, in den Hintergrund gedrückt wird und daß die aus dem 15. und 16. Jahrhundert noch vorhandenen Familiennamen – ältere lassen sich überhaupt nicht nachweisen – allmählich verschwinden, um neuen Platz zu machen.

Diesen neuen Herfordern, d. h. denjenigen, welche sich hier von auswärts niedergelassen haben, oder die es noch tun werden, soll das Buch die neugewählte Heimat lieb und vertraut machen. Aber nicht für sie allein ist es bestimmt, vielmehr an erster Stelle für die Alteingesessenen, denen die Liebe zur Vaterstadt schon im Blute liegt, damit ihre Liebe und Wertschätzung des Heimatsortes durch diesen in großen Zügen verfaßten Überblick über seine Geschichte noch vertieft werde.

Denn welcher Herforder, ob alter oder neuer, bliebe unberührt, wenn er von der einstigen herrlichen Stellung der Stadt, von ihrer tiefen Erniedrigung und ihren schweren Leiden Kunde erhält, aus denen sie sich heute zu ansehnlicher Blüte entfaltet hat?

Von unauslöschlicher Liebe zur alten Heimat beseelt, einer Heimatliebe, die sich bei manchen Gelegenheiten aufs glänzendste betätigte, hatte ein jetzt fern den Stätten seiner Jugend lebendes Herforder Ehepaar,

Herr Friedrich Kopp
und seine Gemahlin
Frau Anna, geb. Kindermann
in Berlin

beschlossen, ihrer Vaterstadt und deren Bewohnern ein Denkmal in Gestalt eines in obigem Sinne verfaßten Buches über Herford zu setzen.

Herr Kopp ließ es bei der Anregung zu diesem Werke nicht bewenden, sondern erklärte sich hochherzig zur Tragung aller Ausgaben, welche die Herstellung dieses Buches erforderte, bereit, um es in den Kreisen der Herforder Bürger zu einem verhältnismäßig niedrigen Preise zu verbreiten. Gleichzeitig bestimmte Herr Kopp, daß der gesamte Erlös aus dem Verkauf des Werkes zu wohltätigen Zwecken in Herford verwendet werden solle.