Gumbinnen: Unterschied zwischen den Versionen

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== Gumbinnen ==
== Gumbinnen ==
Der alte Name des Ortes ist '''Pisserkeim''' und liegt dort, wo die [[Rominte (Fluss)|Rominte]] in die [[Pissa (Fluss)|Pissa]] mündet. Die Pissa ist ein Quellfluss des [[Pregel (Fluss)|Pregels]]. Ein Fluss [[Gumove (Fluss)|Gumove]] wird '''1331''' zwischen der Pissa und dem [[Lyck (Fluss)|Lyck-Fluss]] erwähnt.


==Name==
Der Name bezieht sich auf Sumpf und Bruchwald und beschreibt die Lage am Rande der '''Großen Wildnis'''.
* prußisch '''"pisa, pisse"''' = tiefer Sumpf/ grundloser Morast, wo nur kleine Birken und Fichten wachsen
+ '''"caymis, kaimas"''' = Dorf, Ort
*preußisch-litauisch '''"gumbine"''' = Knotenstock
* '''"gumbinis"''' = knotig, knorrig
* '''"gumbingas"''' = voller Knorren, Knoten, Äste




== 1. Allgemeine Informationen ==
== 1. Allgemeine Informationen ==
Erste Erwähnung Gumbinnens '''1580'''.
Etwa in 5 km Luftlinie von Gumbinnen entfernt liegt ein [[Prußen|prußischer]] Schlossberg, auf dem wohl die heidnische '''Burg Otholichia''' gestanden hat. Weitere Prußenburgen im Kreis Gumbinnen sind belegt.
'''1545''' wurde auf Befehl des Herzogs Albrecht im Dorf '''Bisserkeim''' eine evangelisch-lutherische Kirche aus Fachwerk gebaut. Noch '''1642''' bestand das Dorf Bisserkeim aus einige Gehöften litauischer Bauart beidseits der Pissa, die durch Weidenhecken verbunden waren. '''1656''' wurde das Dorf durch Tataren verheert und wurde außerdem unter der '''"Großen Pest"''' '''1709 - 1711''' nahezu entvölkert. Dieser Umstand erregte das Mitleid des Königs Friedrich Wilhelm I., so dass er es '''1722''' zur Stadt erklärte. Im Januar '''1724''' wurde der Magistrat ernannt. '''1726''' folgte die Errichtung der litauischen Kriegs- und Domänenkammer.
Den Kolonisten aus Frankreich und der Schweiz, aus Nassau und der Pfalz, die zunächst ihre Gottesdienste in einem Brauhaus abhielten, stand später die evangelisch-reformierte Kirche in der Neustadt an der Darkehmer Straße zur Verfügung. Ebenso entstand eine Kirche in [[Sadweitschen]] (etwa 5 km von Gumbinnen entfernt), die jedoch später einging.




Erste Erwähnung Gumbinnens 1580.


== 2. politische Einteilung/Zugehörigkeit.==
== 2. politische Einteilung/Zugehörigkeit.==

Version vom 8. Februar 2010, 01:50 Uhr

Gumbinnen

Der alte Name des Ortes ist Pisserkeim und liegt dort, wo die Rominte in die Pissa mündet. Die Pissa ist ein Quellfluss des Pregels. Ein Fluss Gumove wird 1331 zwischen der Pissa und dem Lyck-Fluss erwähnt.

Name

Der Name bezieht sich auf Sumpf und Bruchwald und beschreibt die Lage am Rande der Großen Wildnis.

  • prußisch "pisa, pisse" = tiefer Sumpf/ grundloser Morast, wo nur kleine Birken und Fichten wachsen

+ "caymis, kaimas" = Dorf, Ort

  • preußisch-litauisch "gumbine" = Knotenstock
  • "gumbinis" = knotig, knorrig
  • "gumbingas" = voller Knorren, Knoten, Äste


1. Allgemeine Informationen

Erste Erwähnung Gumbinnens 1580.

Etwa in 5 km Luftlinie von Gumbinnen entfernt liegt ein prußischer Schlossberg, auf dem wohl die heidnische Burg Otholichia gestanden hat. Weitere Prußenburgen im Kreis Gumbinnen sind belegt.

1545 wurde auf Befehl des Herzogs Albrecht im Dorf Bisserkeim eine evangelisch-lutherische Kirche aus Fachwerk gebaut. Noch 1642 bestand das Dorf Bisserkeim aus einige Gehöften litauischer Bauart beidseits der Pissa, die durch Weidenhecken verbunden waren. 1656 wurde das Dorf durch Tataren verheert und wurde außerdem unter der "Großen Pest" 1709 - 1711 nahezu entvölkert. Dieser Umstand erregte das Mitleid des Königs Friedrich Wilhelm I., so dass er es 1722 zur Stadt erklärte. Im Januar 1724 wurde der Magistrat ernannt. 1726 folgte die Errichtung der litauischen Kriegs- und Domänenkammer.

Den Kolonisten aus Frankreich und der Schweiz, aus Nassau und der Pfalz, die zunächst ihre Gottesdienste in einem Brauhaus abhielten, stand später die evangelisch-reformierte Kirche in der Neustadt an der Darkehmer Straße zur Verfügung. Ebenso entstand eine Kirche in Sadweitschen (etwa 5 km von Gumbinnen entfernt), die jedoch später einging.



2. politische Einteilung/Zugehörigkeit.

3. kirchliche Zugehörigkeit

4. Kirchhöfe/Friedhöfe.

5.Geschichte

1724.24. Mai. Stadtrechte durch den Preußenkönig Friedrich Wilhelm I.,

1759 Gumbinnen wird von den Russen besetzt.

1762. Rußland und Preußen schließen noch während des Siebenjährigen Krieges, am 5.5.1762, den Friedensvertrag von St. Petersburg. Die Russen geben ohne Entschädigung die besetzten bzw. annektierten Gebiete Ostpreußen, Hinterpommern und Neumark zurück. Gumbinnen wird wieder preußisch. [Bearbeiten]

1914.18.-19. Aug.. vor der Stadt Schlacht zwischen deutschen und russischen Truppen.

1945.21. Jan.. Gumbinnen wird von den Sowjets erobert.

6 Archive, Bibliotheken

7 Genealogische und historische Quellen

7.1 Kirchenbücher

7.2 Grundbücher, Steuerverzeichnisse, Gerichtsbücher u. Sonstiges

7.3 Persönlichkeiten

Auszug aus: Hans-Wolfgang Quassowski, Die von den Russen 1758-1762 in Ost- und Westpreußen angestellten Beamten. in: Familiengeschichtliche Blätter, 20. Jg., 1922, Heft 4. (Die Daten nach dem russischen und gregorianischen Kalender).

Fiedler, Otto Gottlieb, Diakon aus Gumbinnen, zum Erzpriester in Ragnit 14.3.1758.

Haupt, invalider Quartiermeister, zum Akzisekontrolleur in Gumbinnen 17./28.8.1759 [eine Frau Akziseinspektor Haupt in Gumbinnen ist Patin am 2.1.1788 beim Sohn und am 2.12.1784 bei der Tochter des Stadtrichters Briefen].

Janus, Kriegsrat; an seiner Stelle wird Kammersekretär Lübeck aus Gumbinnen Steuerrat 23.11./4.12.1759.

Lübeck, Kammersekretär aus Gumbinnen, zum Steuerrat an des Kriegsrats Janus Stelle 23.11./4.12.1759.

Lysius, Friedrich Heinrich Samuel, 3. Kammersekretär in Gumbinnen, zum 2. Kammersekretär daselbst 17./28.12.1759.

Meisner, Georg Wilhelm, Amtsaktuar, zum Richter und Stadtschreiber in Gumbinnen 19./30.8.1759.

Nemo, Johann Friedrich, Vizebürgermeister in Gumbinnen, zum Bürgermeister daselbst 11./22.4.1760 (um 1750 ist er Ratsverwandter in Gumbinnen, wo ihm zwischen 1753 und 1759 4 Kinder geboren werden; verheiratet mit N.N. Neuschwendter.

Radtke, Martin Friedrich, 2. Kammersekretär in Gumbinnen, zum 1. Kammersekretär daselbst 17./28.12.1759.

Roggenbuck, Johann, * Gumbinnen, Sohn von Johann Driedrich Wilhelm Roggenbuck, Jäger, zum Oberwart im Uspöhnschen Forstberitt 21.10./1.11,1760.

Schirrman, Gottlieb Dietrich, außerordentlicher Kammersekretär in Gumbinnen, zum Kammerregistrator daselbst 17./28.12.1759.

Schlemüller, Heinrich Albrecht, aus Gumbinnen, Stud. zum außerordentlichen Sekretär bei der Kriegs- und Domänenkammer Königsberg 26.1./6.2.1762.

Schlemüller, Gottfried,Stud., zum Diakon in Gumbinnen 14.3.1758. * Gumbinnen 20.3.1728, immatrikuliert Universität Königsberg 26.4.1746, 1763 Pfarrer in Pillkallen, + 1779, verheiratet mit Esther Blaurock.

du Vignon, David Lorenz, Kammerregistrator in Gumbinnen, zum 3. Kammersekretär daselbst 17./28.12.1759.

_______________


Jähn, Karl-Heinz, * Gumbinnen 20.3.1932, Übersetzer und Herausgeber, Sohn eines Polizeibeamten, übersiedelte 1944 nach Burg Stargard, Studium der Slawistik, wohnhaft in Berlin. (Meyers Taschenlexikon: Schriftsteller der DDR, Leipzig 1974, (VEB Bibliographisches Institut), S. 237-238.

8 Vereine

9. Zufallsfunde

Heiratsbuch Elberfeld [Elberfeld = heute Wuppertal-Elberfeld].

Heirat in Elberfeld 17.2.1867, Friedrich Franz Weidemann, Witwer von der in Elberfeld 1862 verstorbenen Clementine Heinriette Gabriel, 36 Jahre alt, * Gumbinnen 27.10.1830, Schlosser, wohnhaft in Elberfeld, Sohn des zu Gumbinnen + Ferdinand Weidemann, Tuchmacher, und der in Gumbinnen + Susanna Hellenbach, mit Juliane Rosetta Noufertne, 34 Jahre alt, * Burscheid 1.7.1832, Büglerin, wohnhaft in Elberfeld, Tochter von Abraham Noufertne, Händler, + Elberfeld 1852, und Maria Catharina Huths, Händlerin, wohnhaft in Elberfeld.

Die Brautleute legitimieren ihre am 11.10.1864 geborene Tochter Ida Nouvertne.

Trauzeugen: August Nouvertne, 37 Jahre alt, Steindrucker in Elberfeld, Bruder der neuen Ehegattin, Friedrich Wilhelm Nouvertne, 33 Jahre alt, Händler in Elberfeld, Vetter der neuen Ehefrau, Robert Nouvertne, 29 Jahre alt, Vetter der neuen Ehefrau, Händler, Albert Nouvertne, 25 Jahre alt.

Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung GUSJEWKO14CN
Name
  • Gumbinnen Quelle (${p.language})
  • Gumbinė
  • Гумбиннен (- 1946) Quelle (${p.language})
  • Gumbinnen (- 1946) Quelle (${p.language})
  • Гусев (1946 -) Quelle (${p.language})
  • Gussew (1946 -) Quelle (${p.language})
  • Gusev (1946 -)
Typ
  • Stadt (Siedlung)
Einwohner
Postleitzahl
  • RUS-238030 (1993)
externe Kennung
  • geonames:557882
Karte
   

TK25: 1499

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Gumbinnen (- 1945) ( StadtgemeindeStadt)

Gumbinnenskij Rayon, Gussewskij Rayon, Gusev, Гумбинненский район, Гусевский район (1993) ( Rayon) Quelle

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum
Gumbinnen, Gumbinnen-Altstadt
         Kirche
object_163866
Gumbinnen, Gumbinnen-Neustadt
         Kirche
object_267756
St. Andreas
         Kirche
object_292754