Neu Lubönen: Unterschied zwischen den Versionen

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*Ной Лубёнен (1945)
*Ной Лубёнен (1945)
*Зеленодолье / Zelenodolje (ab 1946)
*Зеленодолье / Zelenodolje (ab 1946)
*Litauisch: Senieji Liubėnai
*Litauisch: Senieji Liubėnai



Version vom 14. Juli 2011, 16:34 Uhr


Vorlage:Begriffserklärungshinweis


Hierarchie Regional > Russische Föderation > Kaliningrader Oblast >Neu Lubönen

Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Kreis Ragnit > Neu Lubönen

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Ansichtskarte



Einleitung

Neu Lubönen, Kreis Ragnit, Ostpreußen, ist ein kleines Dorf auf dem südlichen Hochufer der Memel.


Name

Andere Namen und Schreibweisen

  • 1777 Neu Luboenen, 1815 Neu Luböhnen, bis 16.07.1938 Neu Lubönen, danach Memelwalde, russ. Zelenodol'e [1]
  • Neu Lubönen (bis 02.06.1938)[2]
  • Memelwalde (ab 03.06.1938 bis 1945)[3]
  • Ной Лубёнен (1945)
  • Зеленодолье / Zelenodolje (ab 1946)
  • Litauisch: Senieji Liubėnai

Namensdeutungen

Allgemeine Information

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Oberforstamt Lubönen (später OF Memelwalde) in Neu Lubönen
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Zollamt in Neu Lubönen (ab 1938 Memelwalde)

Wenn man vom Kirchspielort Trappönen kommt, ist Neu Lubönen das erste der drei Memeldörfer. Die Chaussee von Ragnit zum Grenzübergang bei Schillehnen führt südlich am Ort vorbei. Die Kreisstraße, die durch den großen Neuluböner Wald (Forst Memelwalde) verläuft, wurde noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges asphaltiert. Von der Hauptstrasse gibt es mehrere Stichstraßen (teilweise sehr sandig) zur Gemeinde Neu Lubönen. Wenn man früher (von Trappönen kommend) in die erste Seitenstraße nach links einbog, erreichte man die Napoleonsbrücke am westlichen Ortsrand. Hier stand auch das Forsthaus Schönbrück.

Von der Brücke verlief der Napoleonsweg auf dem Hochufer der Memel weiter in östliche Richtung zum Friedhof. Nur wenige Schritte weiter konnte man auf der linken Seite den Neuluböner Wiesenteich sehen. Die Wege im Dorf waren sandig, oft mit tiefen Fahrspuren. Das Oberforstamt Memelwalde (vor 1938 Oberforstamt Lubönen) befand sich im östlichen Gemeindebereich, es stand direkt am Waldrand. Für die Waldarbeiter gab es zwei Wohnhäuser, die dem Forstfiskus gehörten. Im größeren lebten 18 Personen, im zweiten Haus waren neun Bedienstete untergebracht. Einige Bauernhäuser (fast immer aus Holz) lagen sehr versteckt mitten im Forst. Weil 1922 die Staatsgrenze des Deutschen Reiches zur Strommitte Memel vorgerückt war, wurde das Zollamt, das sich in einem schönen Haus befand, mit Personal verstärkt.

Eine Schule gab es nicht, die Neuluböner Kinder hatten einen etwa zwei Kilometer weiten Schulweg nach Alt Lubönen zurückzulegen. Die Gastwirtschaft (der Dorfkrug) gehörte zuletzt Minna Hildebrand (zuvor M. Barutzki). Frau Hildebrand ist auf der Flucht umgekommen. Außerdem gab es das Gasthaus A. Schaudat, das aber im Einwohnerverzeichnis von 1938 nicht mehr aufgeführt wird. Von Neu Lubönen konnte man Ragnit mit dem Linienbus erreichen, der allerdings nicht so oft verkehrte. Zur Fahrt nach Tilsit benutzten die Bauern gern den Memeldampfer. Auch mit der Pogeger Kleinbahn war die Kreisstadt direkt zu erreichen. Der Haltepunkt war Neuhof Kassigkehmen am nördlichen Memelufer. Die Fahrt mit dem Übersetzkahn war eine kippelige Angelegenheit, und es ist auch vorgekommen, daß ein Kahn bei starker Strömung oder Überbelegung gekentert ist.


Geschichte

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Gasthaus Hildebrand in Neu Lubönen, etwa 1932

Erstmalig wurde der Ort Neu Lubönen im Jahre 1785 im Amt Kassigkehmen, zur Kirche Wischwill gehörend, genannt. Die Dorfgröße und die Einwohnerzahl ließen es nicht zu, daß eine Schule begründet werden konnte. Die schulische Betreuung übernahm der Nachbarort Alt Lubönen (Friedenswalde). Durch kleinere Landwirtschaften und mit zusätzlichen Erwerbseinnahmen in der Forstwirtschaft, sowie zeitweise im Wasserbauwesen konnte die Grundlage für eine bescheidene Lebenshaltung sichergestellt werden. Der Ort wurde selbstständig verwaltet und hatte einen eigenen Bürgermeister und ein Schulzenamt. Die Gemarkung von Neu Lubönen grenzte im Westen an das Kirchdorf Trappönen (Trappen), im Norden an den Memelstrom, im Osten an das Dorf Alt Lubönen (Friedenswalde) und im Süden und Südwesten an die Staatsforsten.


Heutige Situation

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Gehöft eines Litauers in Neu Lubönen

1995 gab es an der Chaussee (russ. Kennung: R 508) kein Hinweisschild nach Neu Lubönen / Zelenodolje. Als Autofahrer muß man nach Gespür irgendwann links abbiegen und sich auf einem zerfurchten Waldweg vorsichtig vorantasten. Doch nach kurzer Zeit tauchen unter hohen Bäumen die ersten alten Holzhäuser auf, die teilweise recht idyllisch aussehen. Im Dorf regt sich Leben. Die russischen Bewohner sind zurückhaltend, geben aber gern Auskunft, wenn man sie anspricht. Im Sommer 1995 hat ein erzählfreudiger Litauer Besucher gern durchs Dorf geführt.

In Neu Lubönen sind mehr Häuser erhalten geblieben als in den benachbarten Ortschaften Alt Lubönen (völlig erloschen) und Schillehnen (wenige Häuser). Die Lage des Dorfes Neu Lubönen auf dem südlichen Hochufer der Memel ist nach wie vor schön, das Ortsbild erinnert teilweise an frühere Zeiten. Fast alle noch vorhandenen Häuser waren 1995 auch bewohnt, Neubauten sah man so gut wie nicht. In den Vorgärten konnte man üppigen Blumenschmuck bewundern, auch Obstbäume waren reichlich vorhanden. Aber keine bebauten Ackerflächen. Im Wald waren zahlreiche Pilze- und Beerensammler unterwegs.

Bericht von Bernhard Waldmann nach Besuchen in den Jahren 1993,1994 und 1995


Politische Einteilung

Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Neu Lubönen gehörte wann ??? zum Kirchspiel ???.



Standesamt

Neu Lubönen gehörte wann ??? zum Standesamt ???.


Bewohner


Verschiedenes

Karte

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Karte von Neu Lubönen / Memelwalde (Messtischblatt, Stand 1938, mit russ. Ortsnamen)






Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

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Quellen

  1. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  2. Gemeindelexikon Königreich Preußen I, Heft I Ostpreußen, Aufgrund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905
  3. http://www.territorial.de, Titel: Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten, Autor: Rolf Jehke