Epe (Bramsche)/Neusiedlungen

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Eper Neusiedlungen


An dieser Stelle finden sie alle Gebäude in Epe die zwischen 1803 und 1950 entstanden sind.


Einzelhöfe und -häuser

Einzelhöfe und -häuser also Gebäude, die keiner Siedlung zuzuordnen sind - eine Ausnahme bildet das Amtsrichterhaus in Malgarten - sind nachfolgend verzeichnet.

Amtsrichterhaus Malgarten, Am Kloster 2

Koordinaten N/O:

Das Gebäude wurde im Jahre 1820 links der Klosterzufahrt erbaut. In dem etwa 46 x 11 m großen Haus waren an der nördlichen Seite ein Kuhstall nach westfälischer Bauart, ein Pferdestall für drei Pferde und eine Diele eingerichtet.[1] Des weiteren bestand hier ein Pferdestall für die Eigenbehörigen und Pflichtigen des Klosters.[2] Der heutige Garten war früher Ackerland und wurde um 1860 vom damaligen Amtsrichter zu einem Park angelegt. Die Gräften in diesem Bereich nutzte er als Fischteiche.

1957 ließ man die große Diele herrichten und eine Zentralheizung anlegen und 1958 wurde das Dachgeschoß ausgebaut und ein neues Dach mit Dachgauben erstellt.[3] Der kleine Anbau an der Ostseite des Gebäudes entstand im gleichen Jahr. 1961/62 wurde das gesamte Haus renoviert und neue Toiletten und Waschräume eingebaut.[4]

Bis 1932 bewohnte der jeweilige Amtsrichter des Amtes Vörden bzw. des Gerichtsbezirks Malgarten dieses Gebäude. Nach Aufhebung des Amtsgerichtes blieb das Haus zunächst ungenutzt. In den Jahren 1934 - 1936 diente es als Verwaltungsgebäude des im Kloster eingerichteten Hilfswerklagers der SA. Mit dem 1. Juli 1937 übernahm die Möser-Mittelschule aus Osnabrück neben dem Kloster auch dieses Haus auf zwanzig Jahre in Pacht und baute es zu einem Landschulheim aus.[5] Im Mai 1938 verpachteten sie das Gebäude an die Kreisleitung der NSDAP Osnabrück-Stadt, die hier eine Kreisschule der NSDAP einrichtete. Im September und Oktober 1938 diente das Amtsrichterhaus vorübergehend als Lager für rund 150 sudetendeutsche Flüchtlinge.[6] Von 1945 bis 1950 beherbergte das Haus ein Altersheim für rund 50 Flüchtlinge und Vertriebene.[7] Nach einer Renovierung nahm die Möser-Mittelschule im September 1950 wieder den Landschulheimbetrieb auf.[8] Mit Erfüllung des Pachtvertrages wurde das Gebäude zum 1. Juli 1957 an die Deutsche Jugend des Ostens (DJO), Landesverband Niedersachsen, verpachtet und als Jugend- und Schullandheim bis zum 1. September 1990 weiter genutzt.

Zusammen mit dem Kloster kam Ende der 1980er Jahre auch das alte Amtsrichterhaus in Privatbesitz. Nach 1990 waren hier zunächst rußland-deutsche Übersiedlerfamilien untergebracht. Nach einer gründlichen Renovierung entstanden neben Wohnungen auch das Restaurant „Zum Amtsrichter“ im früheren Wirtschaftsteil des Hauses. Seit seiner Eröffnung im Jahre 2000 fanden hier zahlreiche Ausstellungen, Lesungen und musikalische Darbietungen statt.[9]


Haus Kuckuck, nicht mehr vorhanden[10]

Koordinaten N/O:

Das Haus Kuckuck, im Volksmund Kuckucksburg genannt, lag am Vördener Damm, am südlichen Ende des Hemeskamp, zwischen dem Hof Hundeling und dem Ahrensbach und wurde um 1833 vom Schneider Johann Friedrich KUCKUCK (*1798, +1855), gebürtig aus Neuenkirchen bei Vörden, und seiner Frau Catharina Maria geb. DÖRGES (*1799, +1868)angelegt. Ein Anfang 1834 eingereichtes Gesuch auf Erteilung einer Schenkkonzession wurde abgelehnt, weil er keinen guten Ruf hatte. Man befürchtete, es würde sich in einer so einsam gelegenen Schenke am vielbefahrenen Vördener Damm wohl nur Gesindel einfinden. Erbe wurde der Sohn und Schneider Johann Heinrich KUCKUCK (*1834), der 1867 Catharina Maria Helene JOHANNS aus Sögeln (*1843) heiratete. Nach dem Liegenschaftsbuch von 1876 besaßen sie zwei Parzellen Land mit einer Größe von 1.550 qm. Das Gebäude brannte um 1880 ab und wurde nicht wiedererrichtet. Das Land erwarb der Gastwirt Kleuker in Malgarten.


Armenhaus Epe, nicht mehr vorhanden[11]

Koordinaten N/O:

Verschiedene wirtschaftliche Faktoren führten um die Mitte des 19. Jahrhunderts auch in Epe zu einer Erhöhung der Armut. Um die Unterstützungskosten der Gemeinde zu drücken, entschloß sich Epe im Jahre 1866 zum Bau eines Armenhauses. Im März des Jahres begannen Verhandlungen über einen passenden Bauplatz. Zunächst erklärte sich Niemann bereit, ein Grundstück zwischen dem Revierdamm und dem Vördener Damm, in der Nähe des Hofes Elhorn bereit zu stellen. Doch dieses Angebot verwarf man. Daraufhin machte Schwegmann ein Angebot und stellte am Revierdamm von Epe nach Schleptrup 1 Mg. Grund zur Verfügung. Auch dieser Vorschlag fand keine Mehrheit. Am 21. Juni 1866 bot dann Kottmann ein Grundstück nahe dem Hof Krelage an, das allgemein Zustimmung fand. Nach der Wahl einer Baukommission, der die Bauern Kottmann und Fischer sowie der Zimmermeister Kotte angehörten, fand in der Ratssitzung vom 28. August die Vergabe der Arbeiten statt: den Transport von 3.000 Steinen und 1/4 Rute Bruchsteine übernahm Hundeling für 38 T., der Schenkwirt Warning lieferte 8 Tonnen Kalk zu je 5 Gr. und Kottmann übernahm für 1 T. 20 Gr. die Planierung und Erhöhung des Bauplatzes. Darüber hinaus erklärte sich Bauer Hundeling bereit, sämtliche Maurerarbeiten für 19 T. innerhalb von drei Wochen auszuführen.

Leider fehlen nähere Angaben zum Gebäude oder über die spätere Belegung des Armenhauses. Nach einem Beschluß von 1880 wurde für jede Wohnung eine jährliche Miete von 24 M. erhoben und diese insgesamt 48 M. in die Gemeindekasse gegeben. Demnach standen im Armenhaus zwei Wohnungen zur Verfügung. Der Zustand der Unterkünfte muß jedoch schlecht gewesen sein, denn erst 1881 beschloß man, die "Stuben im hiesigen Armenhaus" zu verputzen und 1886 baute Hundeling für 21 M. einen Abort.

Mit dem Aufkommen der Sozialversicherungen verringerten sich die sozialen Pflichten der Gemeinde. Das Armenhaus wurde überflüssig und mit Beschluß vom 17. März 1910 abgebrochen.


Haus Kotte, Malgartener Str. 118

Koordinaten N/O:

Das Haus entstand 1925 als landwirtschaftlicher Hof mit Diele. Die 1923 auf dem elterlichen Hof Kotte eröffnete Bäckerei und den 1924 begonnenen Mehlhandel konnte man nun ausweiten. 1927 heiratete Goswin KOTTE (*1896, +1996), Maria Elisabeth NIEPORTE aus Malgarten. Nach dem Bau eines Viehstalles 1929, errichtete man im alten Viehstall des Hauses 1930 eine Mühle. Nachdem Rudolf Kuhlmann den einzigen Eper Kolonialwarenhandel aufgab und nach Sögeln zog, eröffnete Kotte 1932 einen Lebensmittelhandel. Erste Umbauten des Hauses erfolgten mit Aufgabe der Landwirtschaft 1959. 1964 wurde der bisherige Verkaufsraum um die alte Diele erweitert und ein Selbstbedienungsladen der VeGe-Kette eingerichtet. Ende der 1980er Jahre schloß man sich dem Einkaufsverband Centra an. 1964 machte der Sohn Goswin KOTTE seine Meisterprüfung als Bäcker und heiratete 1965 Ursula GRAMANN aus Quakenbrück. Sie errichteten 1973 das neue Wohnhaus Malgartener Str.118a und gaben 1977/78 den Mühlenbetrieb mit Landhandel auf. 1986 wurde das alte Gebäude aufgestockt und umgebaut und die Wohnung im Obergeschoß seit 1989 vermietet. Zwei weitere Wohnungen entstanden 1993/94 nach Umbauarbeiten des angrenzenden Stalles. Zum 12. Februar 1994 gab die Familie Kotte das Geschäft auf.


Forsthaus Malgarten, Haus Langefeld, Sögelner Allee 27

Koordinaten N/O:

Das zunächst am Ellerbusch geplante Forsthaus wurde nach Einspruch der Landwirte 1953/54 am Mühlenbruch errichtet. Als Nachfolger des bisherigen Försters Gieth mit Dienstsitz in Lage, kam am 10. Juni 1954 der Oberforstwart Georg LANGEFELD, seit 1933 mit Erna geb. SCHULTE IN DEN BÄUMEN (*1910, +1995) verheiratet, von Bohmte nach Malgarten. Nach dem Einzug in das neue Haus, errichteten sie auf der sog. Insel, zwischen den beiden Hasearmen in Malgarten, einen Hühnerstall. Für eine Zuwegung sorgte die Klosterkammer, die einen Steg über die Hase bauen ließ. Neben seiner Tätigkeit als Forstwart betrieben Georg und Erna Langefeld auf Pachtländereien der Klosterkammer eine kleine Landwirtschaft. Die Kühe wurden erst 1974 abgeschafft. Haus und Grundstück am Mühlenbruch - im Volksmund wurde der Weg auch "St. Georgs Allee" genannt - konnte die Familie Langefeld erwerben.

Die Zuständigkeit von Langefeld umfaßte den Klosterforst Malgarten und Lage. Nach seiner Pensionierung 1968 führten die jeweiligen Amtsinhaber von Rulle, die Herren Timpe und Nordmeyer, die Dienststelle Malgarten von dort aus bis 1980 weiter. In diesem Jahr kam der Malgartener Klosterforst in einer Größe von 228 ha durch Kauf an den Staat und wird nun von der Revierförsterei Hesepe des Forstamtes Bersenbrück verwaltet.[12]

Die von der Malgartener Forstwarte eingesetzten Arbeiter Bernhard Möllmann, Paul Wübbold, Franz Walter und Heinrich Kreutzmann sind vielen noch bekannt. Stammkneipe war die Gastwirtschaft Aulbert. Zahlreiche lustige Begebenheiten halten diese Truppe in lebhafter Erinnerung.


Haus Schwarzer, Malgartener Str.138

Koordinaten N/O:

Das Haus wurde 1950/51 vom Schneidermeister Manfred SCHWARZER (*1924, +2008), gebürtig aus Schellewalde in Oberschlesien, errichtet.[13] 1952 heiratete er die Nachbarstochter Irmgard HEDEMANN. Manfred Schwarzer war besonders dem Sportverein verbunden. Er war von 1949-1954 und von 1967-1968 Jugendwart und von 1956-1961 Schatzmeister des SC Epe-Malgarten.[14] Bis 1959 war er in Epe als selbständiger Schneidermeister tätig. 1993/94 ließ die Familie Schwarzer das Haus erweitern und umklinkern. Harald und Anke Schwarzer, Rainer und Astrid Schwarzer (BN 02.09.2008)


Siedlung "Malgartener Straße" und "Sögelner Allee"

Siedlung "Riester Allee"

Siedlung Wittenfelde

Siedlung Knäppen

Siedlung Bühren

Siedlung Vördener Damm

Ein Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen befindet sich hier.


  1. StAO Rep.350 Vörd. Nr.391
  2. StAO Rep.560 XII Vörd. Nr.160
  3. BN 27.8.1957/7.7./5.11.1958
  4. BN 5.10.1962
  5. BN 3.8.1937
  6. BN 18.5./19.10.1938
  7. BN 23./24.6./12./22.8./18.9.1950
  8. BN 21.9.1950
  9. BN 31.05./13.11.2000
  10. Hofakten Kiesekamp; ABS; StAO Rep.350 Bers. Nr.1638
  11. Lagerbuch Epe
  12. Bersenbrück, 1981, S.118
  13. BN 5.8.1950
  14. BN 03.09.2008