Gundling (Familienname)
Gundling, Familienname, erstmals 1531 erwähnt (Führung des Namens seit ca. 1495). Mit höchster Wahrscheinlichkeit gibt es nur eine Familie, die diesen Namen trägt, d.h. alle Gundlinge sind mit einander Verwandt.
Herkunft und Bedeutung
Der erste offizielle Gundling war Georg gen. Jörg Gundling. Sein Bürgerrecht erhielt er am 17.07.1531 in der Reichsstadt Nürnberg. Staatsarchiv Nürnberg, Amts- und Standbuch Nr. 306 Fol. 172.
Der erste der diesen Namen trug war aber wahrscheinlich sein Vater (Ritter) Balthasar gen. Gundling, welcher am Hofe des Kaisers Maximilian I. als Berater in evangelischen Angelegenheiten, d.h. in Angelegenheiten der Reformation und deren Auswirkungen tätig war.
Wie es zu dem Namen Gundling kam, gibt es mehrere Theorien:
Die familiäre Tradition besagt, dass der Name Gundling, von Günstling bzw. Gunstling kommt, und von Balthasar stammt, der ein Begünstigter des Kaisers Maximilian I. war.
Eine weitere Theorie ist, das Gundling von dem germanischen Wort Gundo (der Tapfere) stammt.
Auch eine Möglichkeit, die als nicht sehr unwahrscheinlich gilt, könnte sein, dass der Name Gundling eine „matronische“ Bezeichnung des Sohnes einer Kunigunde oder Adelgunde (in der Deminutivform „Gundel“) ist.
Woher die Familie stammt ist hingegen ein komplizierteres Kapitel, da es hierbei mehrere Theorien gibt, die aber alle zum gleichen Ergebnis kommen, das die Familie Gundling a.d.H. der van Berghes, bzw. der de Glymes stammt. Für diese Theorien gibt es mehrere Indizien, z.B. das Aussehen der Gundlinge, und das bis heute, das der (van Berghes) de Glymes gleicht. Ein weiteres ist die alte Familientradition, die diese Theorie, bzw. Legende schon seit mehreren Jahrhunderten weiter gibt. Doch nicht nur das, sondern auch das Wappen der van bzw. von Berghes und das der Gundlinge ist heraldisch identisch.
Wie es dazu kam, dass ein männlicher Sproß diese Familie der Gundlinge begründet, das ist unbekannt, und dazu gibt es nur Theorien, die sich alle auf wahre Begebenheiten stützen.
Varianten des Namens
Im Raum Markelsheim, Laudenbach,..., gab es für Gundling auch die Bezeichnung Gundel, bzw. Gundl. Der Namen Gundl entwickelte sich in Laudenbach zu einem eigenen Familiennamen. Diese Linuie der Familie Gundling existiert heute nicht mehr.
Geographische Verteilung
Erst war das Auftreten der Gundlinge lediglich um Nürnberg (Nürnberg, Hersbruck, Kirchensittenbach). Es ließen sich doch schnell auch Linien in der Hohenlohe (Markelsheim, Weikersheim, Laudenbach,...), in Neustadt an der Aisch, und später dann auch in Halle ( durch Nikolaus Hieronymus Gundlingius) nieder. Ein weiterer Berühmter Sprößling Jacob Paul Freiherr von Gundling, war durch seine Arbeit am preußischen Hof, in Potsdam, wo man heute noch in der Friedhofskirche von Bornstedt seine Grabplatte bewundern kann. Später verteilte sich die Familie durch die Auswanderungswellen, nach Amerika (Süd und Nord), sowie nach Australien. Die zurückgebliebenen Linien der Familie, verteilten sich auf das ganze Bundesgebiet (z.B. Ellwangen/ Jagst, und Hamburg), doch ist noch heute eine Häufung des Namens in Baden Württemberg, vor allem in der Hohenlohe und im Taubertal zu beobachten.
Berühmte Namensträger
köngl.preuss. Kammerherr, Oberzeremonienmeister, Hof- , Kriegs- und Kammerrat, Professor an der Ritterakademie und Präsident der königl. preuss. Akademie der Wissenschaften. Tragisches Mitglied des Tabakskolegiums, Friedrich Wilhelm I v. Preussen.
Professor für Naturrecht, JUDr., Historiker, und Prorektor der Universität Halle. Köngl. preuss. Geheimrat und Konsistotialrat des Herzogtums Magdeburg.
- Franziskus gen. Franz Gundling (* um 1530 † 22.02.1567 in Nürnberg)
protestantischer Prediger, war Kaplan an der St. Laurenzenkirche in Nürnberg, und unterschrieb im Jahre 1555 die " Confessio anti - Osiandrina". Er reiste mit Andreas Osiander nach Königsberg, und kehrte 1551 nach Nürnberg zurück.
Sonstige Personen
Das freiherrliche Haus Gundling
Diese Linie wurde vom oben genannten Jacob Paul Gundling begründet. Er wurde am 25.09.1724 in den erblichen preussischen Freiherrenstand erhoben. Mit dieser Erhebung wurde sein Wappen aufgebessert. Er hatte zwei Kinder, die beide früh starben, somit starb diese Linie schon nach einer Generation wieder aus.
Konfesion
Die Konfession der Gundlinge ist eigentlich protestantisch (evangelisch). Die Markelsheimer Linie, sowie einige andere Linien auch, sind jedoch zum katholischen Glauben übergetreten.
Geographische Bezeichnungen
Umgangssprachliche Bezeichnungen
Im Raum Markelsheim, Laudenbach,..., gab es für Gundling auch die Bezeichnung Gundel, bzw. Gundl. Der Namen Gundl entwickelte sich in Laudenbach zu einem eigenen Familiennamen. Diese Linuie der Familie Gundling existiert heute nicht mehr.
