Stadtlohn
Statlohn: historisch – familienkundliche Entwicklung im lokalen und regionalen Zusammenhang, Land und Leute, Siedlung, Sprache, Kirche, Bibliografie, Archive, Quellen, Hinweise...
Hierarchie: Regional > Bundesrepublik Deutschland > Nordrhein-Westfalen > Regierungsbezirk Münster > Kreis Borken > Stadtlohn Stadtlohn
Früherwähnung
Name
„Northlon" ca. 1150; „Loen" 1137; „Loon" 1226; „Nortlon" 1258; „Nortloon" (1313). Nortlohn im Gegensatz zu Südlohn und Eschlohn, beides südlich gelegene Siedlungen. Stadtlohn erst seit Erhalt der Wigboldrechte 1411, auch Stadt Loen gt. (19. Jh.).
Familienname
1085 „Gerhardus de Laon";
Befestigung
1152 „munitio" constructa in uilla que dicitur Lon";
Grundherrschaft
- ca. 1150 Kloster Werden hatte hier Besitz.
Haupthof
- 1137 schenkte der Münstersche Bischof Werner dem Kreuzaltar im Dom zu Münster eine Präbende aus den Einkünf¬ten des Hofes Lohn
Befestigung und Kirchspiel
- 1152 verglich sich der Münstersche Bischof Friedrich II. mit dem Edlen Gottschalk von Lohn wegen der Befestigung zu Lohn und des Gerichtes über das Kirchspiel Lohn, das er sich nach dem Tode des Bischofs Werner angemaßt hatte.
Landschaftslage
Stadtlohn liegt im sandigen Westmünsterland 6 km östlich der holländischen Grenze in 50 m Höhe auf trockener Talsandterrasse südlich der Berkel (zur Ijssel), die in den „Baumbergen" (25 km östlich) entspringt. Die Stadt ist 1954 umgeben von einer durch Bauernwaldgehölze, Weiden und Wallhecken gekennzeichneten, flachen Land¬schaft.
Ortsursprung
Bischöflich münsterischer Haupthof (1137); 1169-73 in eigener Verwaltung des Bischofs Lud¬wig I., dann wieder verlehnt und endlich ganz zersplittert. Burg zur Zeit des Bischofs Werner (1131 bis 1151). 1152 Vergleich zwischen Bischof Fried¬rich II. und Gottschalk von Lon über die Burg und das Gericht im Kirchspiel. - Stadtlohn gehört zu den älte¬sten Pfarreien des Münsterlandes.
Stadtgründung
Stadtrecht
Stadtrecht wohl im 14. Jh. Wigboldsrechte 1411 durch Bischof Otto IV. von Münster bestä¬tigt; später wiederholte Bestätigungen.
Gerichtsstätten
Freistuhl „uf dem Schmitterfelde in dem Fockengraben in der Statloner Mark und Burschop Nichtern zwischen Oinck und Südlon", Gerichtstätten der Freigrafschaft Lohn.
Stadtsiedlung
Bauliche Entwicklung
Stand 1954: Planlos gewachsene Siedlung von unregel¬mäßigem viereckigem Grundriß mit rundem Abschluß im Südosten. „Porten. Graven, Planken und Böhmen" erwähnt 1491 und 1533. Stadterweite¬rung durch die Butenstadt 1516; zur besseren Verteidigung durch Verkürzung der Wälle wurde diese 1629 wieder abgetrennt. Dufkamp-, Esch- ¬und Mühlentor, sowie die Stadtbefestigung 1954 nicht mehr vorhanden. Stadterweiterungen: 1911 und 1930 (Wessendorf), 1920-25 (Hilgenberg), 1925 bis 1930 (Görkeskamp), 1933 (Breuls Esch), 1935 (Immingfeld).
Gebäude
Stand 1954: Pfarrei zuerst erwähnt 1152; Eigenkirche St. Otger auf dem bischöflichen Amthof Lon er¬baut, dann spätgotische dreischiffige Hallenkirche aus Ziegelstein mit Sandsteingliederung, wegen Baufälligkeit abgebrochen 1889, neugotischer Neubau 1892. Wallfahrtskapelle St. Maria auf dem Hilgenberg, erneuert um 1700, Ende der Wall¬fahrten durch Raub des Gnadenbildes 1886. Schnoer'sches Barockhaus am Markt erbaut 1765-68. Brunnengehäuse des Marktbrunnens 1678, erneuert 1865, zerstört 1939. Ölschlägerei an der Berkel, mittelalterliche Wassermühle, Holzbau. Burg auf einem Pertinenzstück des Amtshofes um 1132-51; war 1238 schon teil¬weise abgebrochen, Ruinen im 18. Jhdt. Neues Rathaus mit Ehrenhalle als Verbindung zwischen St.-Otger-Kirche und Rathaus, vollendet 1953.
Brände
1611 verbrannten 225 Häuser von 235; davon waren 1629 49 Häuser noch nicht auf¬• gebaut.
Zerstörung 2. Weltkrieg
- 1. Durch Luftangriffe am 11. und 21.03.1945 wurde Stadtlohn mit am schwersten von allen Städten des Münsterlandes zerstört. Mehr als 15% zerstört wurden 880 Wohnhäuser (von 955 vorhandenen), fast alle 85 sonstigen öffentlichen Gebäude. Der Stadtkern völlig vernichtet.
- 2. Pfarrkirche (Neubau eingeweiht 1951), Schnoer'sches Haus und Ölschlägerei zerstört.
- 4. Der Stadtplan erhält eine völlig andere Ge¬stalt durch Umlegung und Aussiedlung. Wieder¬aufbau fast vollendet im Frühjahr 1954.
Bevölkerung
Ältere Einwohnerzahlen
1702: 183 steuerpflichtige Bürger, davon 51 arm. Die Bevölkerung ist überwiegend alteingesessen mit bäuerlichem Einschlag. Erst nach 1920 Zuzug infolge der Industrialisierung. Bürgerrechtsverleihung bis Mitte 19. Jhdts.
Bevölkerungsverzeichnisse
- Kirchenbücher: kath. ab 1626, im Krieg vernichtet.
- Adreßbuch für den Kreis Ahaus 1937.
Bürgerechtsquelle-Bürgerbuch
- Stadtlohn, 1959 Kreis Ahaus (14. Jh., Privilegbestätigung 1411) Stadtbuch, Aufschrift: „Privilegia Stadtlohn", 1491-1766, 758 S. (Stadtarchiv Stadtlohn). Darin: Nomina civium et eorum uxorum, qui ab anno 1491 primo in originalibus sigillatis descripta reperiunter, de novo in hoc libro ad perpetuam rei memoriam descripta sunt et ordine reperiunter (S. 9-17); Nomina civium, qui sub annum domini 1619 vel paucis ab inde annis in oppido Stadtlohn vixerunt, de presenti vivunt, subsequenti ordine in hoc libro ad perpetuam rei memoriam descripta sunt et ordine reperiuntur (S. 17-24). Anschließend Nachträge aus den Jahren 1635, 1638 und Jahresverzeichnisse der Bürgeraufnahmen 1645-1733 (S. 25-56). Ab Seite 135: „Continuatio dehrn zu hiesigen Bürgern angenommenen Mannern und Frauwen" 1734-1766 (S. 135-157).
- Ergänzende Quellen: Ratsprotokolle, 3 Bde., 1677-1695, 1703-1727, 1728-1767 (vgl. Inventare der nichtstaatl. Archive, Kreis Ahaus. Münster 1899, S. 41).
- Quelle: Beiträge zur westfälischen Familienforschung Bd. 36-37
- Ergänzende Quellen: Ratsprotokolle, 3 Bde., 1677-1695, 1703-1727, 1728-1767 (vgl. Inventare der nichtstaatl. Archive, Kreis Ahaus. Münster 1899, S. 41).
Kirchenbuchabschrift Pfarrkirche ad. s. Otgerum C.
- Taufen, Heiraten, Gestorbene, bis 1912. Bearbeitet von Martin Heilken.
- Auskunft erteilt: Bernhard Fischer, Kapellenplatz 11, 48703 Stadtlohn
Bistumsarchiv Münster=
- Bistumsarchiv Münster, Generalvikariat, Bestand Stadtlohn: Pfarrkirche ad. s. Otgerum C., Pfarre, darin
- Status animarum 1749 Hs. 149 f. 749
- Einwohnerverzeichnisse 1750, 1780 (Bestand A 1)
- Quelleneditionen und Bearbeitungen: HÜSKEN, Judith, Der Status animarum von Stadtlohn 1749/50, in: Beiträge zur westfälischen Familienforschung (BeitrWestfFamF), 49/1991, S. 7–154.
Abschriften der Mormonen
Staats- und Personenstandsarchiv Detmold
- 1812-1813 (Zivistandsregister) Geburten, Aufgebote, Heiraten, Tote
- 1815-1874 (rk.) Geburten, Heiraten, Tote
- 1808-1848, 1854 (rk.) Geburten, Heiraten, Tote
- 1816-1821 (Pfarrbezirk, Juden) Geburten, Heiraten, Tote
- 1822-1847 (Bürgermeisterei, Juden) Geburten, Heiraten, Tote
- 1849-1873 (Gerichtsbezirk, Juden) Geburten, Heiraten, Tote
Berühmte Personen
- Bernhard Rothmann, Wiedertäufer, * an¬geblich in Stadtlohn, + 1534 ( ?).
Jüngere Einwohnerzahlen
1818: 1.802 Einwohner (E.), 1828: 2.107 E., 1843: 2.270 E. und 324 Häuser, 1858: 2.429 E., 1871: 2.065 E., 1885: 2.189 E., 1895: 2.563 E., 1905: 2.884 E., 1925: 4.930 E., 1933: 6.548 E., 1939: 6.776 E., 1946: 5.410 E., 1950: 6.641 E., 1954: 7.087 E. (dazu 8.631 E. im Amt Stadtlohn).
Sprache
Die niederdeutschen Mundart von Stadtlohn ist im Unterraum Essen- Gronau einzuordnen, der westfälische und niederländische Eigenheiten mischt. In Ahaus (und sonst) spottet man über das breite äwen 'eben', Kätel `Kessel', Bäke 'Bach', Läpel 'Löffel' von Stadtlohn: Go äs äwen met den Kätel nao de Bäke un haal en Läpel voll Water; Ahaus sagt: eilen, Kettel, Becke, Leppel. Stadtlohn sagt ferner: Ick bün 'ich bin', mi 'mir und 'mich', Fleß 'Fleisch', uh 'euch', ih `ihr', meiht `(sie) mähen'.
Wappen
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Beschreibung: Allgemeine InformationPolitische EinteilungZu Stadtlohn zählen die Stadtbezirke: Hengeler, Wendfeld, Almsick, Hordt, Wenningfeld, Hundewick, Estern und Büren. Landesherrschaft
Maße und GewichteStadtlohner Maß
Zeitzeichen 1895
OrtsteileKirchliche EinteilungGeschichteGenealogische und historische GesellschaftenGenealogische und historische QuellenArchive und BibliothekenArchiveStadtarchiv Stadtlohn
Ulrich Söbbing, Stadtlohn 02563 97797 = gleich Fax, Öffnungszeiten der Archive: Mo-Mi 8.30-12.30, 14.30-17.00 Uhr.
Lokales Pfarrarchiv Stadtlohn
St. Otger, Stadtlohn, Markt 2, 48703 Stadtlohn Tel.: 0 25 63/49 13, Fax.: 0 25 63/66 30 E-Mail: pfarrbuero@st-otger.de Internet: www.st-otger.de
Personenstandsarchiv Westfalen-Lippe in Detmold:
InternetlinksOffizielle InternetseitenZufallsfundeOft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden. Private Informationsquellen- und SuchhilfeangeboteAuf der nachfolgenden Seite können sich private Familienforscher eintragen, die in diesem Ort Forschungen betreiben und/oder die bereit sind, anderen Familienforschern Informationen, Nachschau oder auch Scans bzw. Kopien passend zu diesem Ort anbieten. Nachfragen sind ausschließlich an den entsprechenden Forscher zu richten.
Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis
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