Schlappschill

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Bitte beachten Sie auch die Datensammlung aller bisher erfassten Personen aus dem Memelland
Siehe "die Szlapszelis" (nasse Heide) auf der Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160 000
Skizze aus der Gemeindeseelenliste von Schlappschill aus den 50er Jahren, (c) Bundesarchiv

Hierarchie

Regional > Litauen > Schlappschill

Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Kreis Memel > Schlappschill


Einleitung

Schlappschill, Kreis Memel, Ostpreußen.


Das Dorf Schlappschill wird 1864 in einer Statistik erwähnt mit 39 Wohngebäuden und 235 Einwohnern und war eine Ansammlung von Einzelgehöften ca. 2 km westlich von Garsden.

Ab 4.6.1874 gehörte Schlappschill zum neu gebildeten Amtsbezirk Groß Jagschen, welcher vom Amtsvorsteher in Baugskorallen verwaltet wurde.

Am 30.7.1880 wurde die neue Landgemeinde Schlappschill gebildet, teilweise aus dem Gutsbezirk Klooschen/Forst.

Die Gemeinde Schlappschill hatte im Jahr 1905 eine Gesamtfläche von 798 ha, 52 bewohnte Häuser und 286 Einwohner. Von den Einwohnern hatten 260 Personen Litauisch als Muttersprache, 26 Personen Deutsch.

Gemeindevorsteher im Jahr 1930 war der Besitzer Hermann Schmiedefeld, Kassenrendant Besitzer Michel Pareigis. Schöffen waren: Besitzer Johann Becker, Besitzer Hans Karallus, Besitzerfrau Maria Schmiedefeld.

Bürgermeister ab 1939 war der Besitzer Jonis Mestars [1]

Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Anteile von Schlappschill gehörten 1912 zum Kirchspiel Dawillen und zum Kirchspiel Plicken, vor 1854 (1888) (für Dawillen) bzw. vor 1891 (für Plicken) allerdings zum Kirchspiel (1888) Memel Land.

Katholische Kirche

Schlappschill gehörte 1888 und 1907 zum katholischen Kirchspiel Memel.


Standesamt

Schlappschill gehörte 1888 und 1907 zum Standesamt Groß Jagschen.


Bewohner


Erinnerungen

Von Willi Mestars, der sich an seine Zeit als Postfacharbeiter in den Jahren 1939-1942 erinnert:

"Ein Jahr nach meiner Schulentlassung begann am 1. September 1939 der zweite Weltkrieg. Die Männer im wehrfähigen Alter wurden zur Wehrmacht einberufen. Mit meinen 15 Jahren wurde ich nicht zum Wehrdienst gerufen, aber zur Deutschen Post als Postfacharbeiter. Also wurde ich zum Briefträger bestellt. War das eine köstliche, abenteuerliche Zeit! Ich fühlte mich schon fast wie ein kleiner Beamter, vor allem als ich die Briefträger-Mütze etc. anlegte. Eine gute Fügung brachte es mit sich, dass ein Mitschüler, mit dem ich gemeinsam 8 Jahre die Schulbank in Gabergischken drückte, namens Willi Peleikis, ebenfalls zur Post gerufen wurde. Also waren wir beide wieder bis auf weiteres zusammen.
Es gab viele lustige, mitunter halb tragische Begebenheiten. Wir waren drei Zusteller: ein älterer Mann namens Walkus und wir zwei jüngeren. Es mussten verhätnismäßig große Bezirke bestellt werden. Ich hatte es gut, im Sommer per Fahrrad, im Winter per Skier. Außerdem hatte ich mir einen kleinen Schlitten herstellen lassen, auf dem ich auch Pakete mitnehmen konnte. Und wenn ganz schlechtes Wetter war, dann bin ich mit einem kleinen Panjepferdchen geritten. Denn im Winter standen bei uns vier Pferde im Stall, die zu wenig Ausarbeitung hatten. Jeden dritten Tag war einer von uns Dreien dran, die gesamte Post vom Sender Memel in Klausmühlen nach Gabergischken (ca. 6 km Entfernung) zu holen.
Ich erwähne eine kleine Begebenheit: Also, an einem sehr kalten Wintermorgen war ich unterwegs, per Schlitten und Pferd, um die gesamte Post zu holen. In einer sehr scharfen Rechtskurve kippte der Kastenschlitten um und ich lag mit allen Postalien im tiefen Schnee. Das Pferd rannte in einem hohen Tempo weiter, der Schlitten richtete sich wieder von alleine auf. Alleine, ich lag hilflos im Schnee! Ich stand geschwind auf, lief hinterher und versuchte durch Zurufe das Pferd zum Stehen zu bemühen. Alles vergebens, bis endlich die Kutschierleine unter einem Schlittenkufen zu liegen kam und somit das Pferd stehen blieb. Also noch einmal den Berg hochgefahren, alles eingeladen und dann weiter. Das war eine Episode von vielen. Die Zeit als Postbote ging bis Ende September 1942, zum 1. Oktober 1942 lag mein Einberufungsbefehl zur Wehrmacht vor."

Friedhof

Friedhof Schlappschill, August 2007
Friedhof Schlappschill, August 2007
Friedhof Schlappschill, August 2007
Friedhof Schlappschill, August 2007

Bilder vom heutigen Friedhof in Schlappschill vom August 2007 (Aufnahmen: Gisela Hanitzsch).






















Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.

Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

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