Nidden
Hierarchie
- Regional > Litauen > Nidden
- Regional > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Kreis Memel > Nidden
Einleitung
Nidden, Kreis Memel, Ostpreußen ist der eindrucksvollste Ort der Kurischen Nehrung, was seine Lage zwischen Wanderdünen, Wald und Haff und seine städtebaulichen Reize betrifft.
Nidden (lit. Nida, russ, Нида) wurde einst als das schönste Dorf der Sowjetunion bezeichnet.
Schon zuvor hat Thomas Mann die Einzigartigkeit der Dünenlandschaft gepriesen.
Name
Andere Namen und Schreibweisen
Namensbedeutung
Der Name wurde vermutlich aus Kurland importiert und bezieht sich auf Wasser.
- idg. "neid, nid" = fließen, strömen
Allgemeine Informationen
- Laut Lange [3]:
- Fischerdorf mit Kirche
- Beliebter Ausflugs- u. Badeort
- Mit Molen-Hafen
- Gegründet vor 1437
- Unweit von Nidden (ca. 1,5 km südwestlich) lag Alt Nidden [4],
eine in den Dünen versunkene alte Dorfstelle [5]. - Nidden war ein meliertes Dorf. Es liegt 48 km Luftlinie südsüdwestlich von Memel.
Politische Einteilung
1940 ist Nidden eine Gemeinde mit den Dörfern Nidden, Ortsteil Purwin und Skrusdin und Perwelk.
Heute ist Nidden der Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Neringa und besteht aus den Dörfern auf der Kurischen Nehrung. Sie wird nicht als Stadtgemeinde (miesto savivaldybė) tituliert, sondern als Kurort (kurortas). Sie erstreckt sich über eine Länge von ca. 50 km.
Kirchliche Einteilung / Zugehörigkeit
Evangelische Kirche
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Geschichte der ev. Kirche
Vor der Gründung des Kirchspiels Nidden gehörte Nidden zum Kirchspiel Schwarzort.
Niddens evangelische Pfarrkirche ist relativ jung. Ab 1812 wurden Gottesdienste in einem einfachen Wohnhaus abgehalten, das noch bis in die 1860er Jahre auch als Pfarr- und Schulhaus diente.
1832/33 wurde ein Wohnhaus zur Kirche eingerichtet. [7]
Noch früher gehörte der Ort zum Kirchspiel des versandeten Dorfs Kunzen, dann, ab 1797, zum Kirchspiel Schwarzort. Nidden wurde 1854 zusammen mit Preil und Perwelk zu einem eigenen Kirchspiel zusammengefasst. Die heutige Backsteinkirche konnte erst gegen Ende der 1880er Jahre errichtet werden (Einweihung am 10. Oktober 1888). Es ist "ein schöner Bau in gotischen Formen, nur mit Kopfsteinen gemauert. Der Dachverband freischwebend." [8] Der Altar und die Kanzel stammen noch aus der Kirche zu Kunzen.
In der Sowjetzeit wurde die Niddener Kirche als Heimatmuseum genutzt.Zahlreiche Schaustücke aus dem Leben der Nehrungsfischer, wie Hausrat, Kleidzng, auch Kurenwimpel und Kähne waren ausgestellt. Heute dient das sorgfältig renovierte Gebäude den Katholiken als Gotteshaus. Die Kirche steht auf einer Anhöhe und ist von hohen Bäumen umgeben. Der hinter der Kirche gelegene Friedhof ist wegen seiner hölzernen Grabtafeln, den sogen. Krikschten (lit. krikstai), sehenswert. [9]
Altarraum
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Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Die Miniaturansicht konnte nicht am vorgesehenen Ort gespeichert werden Kurenwimpel im Kircheninneren [6] |
Pfarrer
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Zugehörige Ortschaften
Zum Kirchspiel Nidden gehörten 1912 folgende Ortschaften:
Klooschen Forstgutsbezirk, Nidden Dorf, Forst u. Leuchtturm, Perwelk, Preil Dorf u. Forst.
Kirchenbücher
Die Kirchenbücher von Nidden gelten als verschollen.
Katholische Kirche
Nidden gehörte 1907 zum katholischen Kirchspiel Memel.
Eine katholische Kirche wurde erst 2003 in der Ortsmitte eingeweiht. [1]
Friedhof
Der Friedhof von Nidden auf einer eigenen Seite
Standesamt
Zugehörige Ortschaften
Zum Standesamt Nidden gehörten 1888 und 1907 folgende Ortschaften:
Standesamtsregister
Eine wertvolle Hilfe angesichts der fehlenden Kirchenbücher von Nidden stellen die Zweitbücher des Standesamtes Nidden dar, die im Standesamt I in Berlin lagern. Verfilmungen sind auch bei den "Mormonen" vorhanden.
- Geburten 1874-1938.
- Heiraten 1874-1885, 1887-1929, 1932-1938.
- Sterbefälle 1874-1885, 1887-1915, 1918-1938 (1887 unvollständig).
Geschichte
Sage
Die schöne Riesin Neringa
Einer Legende nach lebte einst die schöne Riesin Neringa in der Gegend des Kurischen Haffs. Sie war sehr beliebt, denn sie trieb die Fische in die Netze der Fischer und zog in Seenot geratene Boote wieder an Land. Beeindruckt von ihrer Güte und auch von ihren goldblonden Haaren warb so mancher Freier um sie. Doch nur einer konnte sie für sich gewinnen: Naglis, der Herr der Burg Ventė.
Leider war der Wellengott Bangputys mit der geplanten Hochzeit nicht einverstanden - er wütete und tobte, sodass sich riesige Wellen auf der Ostsee auftürmten. Neringa handelte rasch. Sie sammelte Sand in ihrer Schürze und schüttete ihn vor der Küste zu einem Schutzwall auf. So konnten sie und Naglis ausgelassen ihre Hochzeit feiern. Und die Fischer können seitdem ungestört im Haff fischen - geschützt von der Landzunge, die den Namen der schönen Riesin trägt.
Jüngere Steinzeit (Neolithikum) ca. 4 000 - 2 000 v. Chr.
In Nidden wurde ein Steinbeil und Pfeilspitzen aus Feuerstein gefunden, die dieser Zeit zugeordnet werden.
Quelle: Dr. Wilhelm Gaerte: Urgeschichte Ostpreußens, Gräfe und Unzer Verlag, 1929
Geschichte ab 1437
Nidden, der größte Ort auf der Kurischen Nehrung, wurde bereits 1437 erwähnt und erhielt 1529 seine älteste Handfeste bezüglich eines Kruges.
- Die ursprüngliche Lage des Ortes bis 1675 lag gut 5 km weiter südlich jenseits der Hohen Düne am Grabscher Haken (prußisch "grabis" = Berg).
- Die zweite Dorflage von Nidden befand sich von etwa 1675 bis in die 30-iger Jahre des 18. Jh. direkt am Haffstrand, etwa auf der Höhe des Grabscher Haken. 1709 wurde durch die Pest fast die gesamte Bevölkerung hingerafft.
- Der von Agnes Miegel in ihrem Gedicht "Die Frauen von Nidden" geschilderte Pestfriedhof liegt etwas südlich von der zweiten Ortslage.
Die Bevölkerung sprach kurisch, mit den Gästen selbstverständlich deutsch. Südlich von Nidden wurde dagegen kaum noch kurisch sondern deutsch und plattdeutsch gesprochen. Nidden war ein Ort, der gerne von Künstlern aufgesucht wurde. Es gab eine Künstlerkolonie, die im Gasthaus Blode [2] ausstellte (Lovis Corinth, Ernst Mollenhauer, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff), und der Schriftsteller Thomas Mann bewohnte dort eine eigene Villa, bis er 1933 aus Deutschland emigrieren musste (heute Thomas Mann Museum und Kulturzentrum, Tomo Mano Namas [3]). Von hier hatte man einen herrlichen Blick auf das Haff. Berühmt ist Nidden auch wegen seiner bis heute noch nicht befestigten Wanderdüne.
Auf dem Urbo Kalnis (kurisch „ausgehöhlter Berg“) steht seit 1874 ein Leuchtturm mit Blinkfeuer. Sehenswert in der dritten Ortslage von Nidden ist nach wie vor der Friedhof mit den heidnischen Grabstelen, der vom ostpreußischen Maler Lovis Corinth gemalt wurde.
Posthalterei
Casimir Kywert (Kuwert), Bruder des Amtmann Kywert war ein reicher Mann und betrieb 1743 in Nidden eine große, für damalige Verhältnisse luxuriöse Posthalterei mit 40 Pferden.
Quelle:
- Charlotte Keyser: "Und immer neue Tage. Roman um eine memelländische Familie zwischen zwei Jahrhunderten (1700-1800", Königsberg: Grafe & Unzer, 1939
Die preußische Königin Luise soll dort auf ihrer Flucht vor Napoleon nach Memel (1807) übernachtet und mit ihrem Diamantring den Goethe-Vers "Wer nie sein Brot mit Tränen aß ..." in ein Fenster geritzt haben. Später wurde der Postkrug nach ihr "Hotel Königin Luise" benannt (heute "Hote Jurate"). [10]
Schule
1743 wurden in Schwarzort und Nidden Schulmeister angesetzt, deren Schulhäuser 1745 erbaut wurden. 1792 zählte Schwarzort 26 Schüler: 14 Knaben und 12 Mädchen. An Schulbüchern waren gegen Ende der 18. Jh. in Gebrauch: Bibel, Gesangbuch, Rambachs Heilordnung, Hübners biblische Historien, der Kinderfreund, ein "Wirthschaftskatechismus". 1780 konnte von den 18 Schulzen des Amtes Althof nur ein einziger seine Gehaltsquittung mit seinem Namen unterschreiben: Engelin aus Nidden.
Grenze
Bis 1919 gehörte Nidden zum Deutschen Reich; mit Abschluß des Vertrages von Versailles 1919 wurde der Ort dem Völkerbund-Mandatsgebiet Memelland zugeteilt (mit Grenze gegen Ostpreußen einige Kilometer südlich, etwa an der heutigen Grenze gegen die russische Kaliningradskaja Oblast im Bereich der Hohen Düne, Parnidžio Kopa).
Ab 1923 bis 1939 gehörte Nidden zum unabhängigen Litauen, 1939-1945 wieder zum Deutschen Reich und ab 1945 bis 1990 (Potsdamer Vertrag) zur Litauischen Sowjetischen Sozialistischen Republik, ab 1990 zum erneut unabhängigen Litauen.
Wegen der langen Wartezeiten am Grenzübergang Luisenbrücke in Tilsit sind manche Autofahrer, die von Königsberg nach Memel wollten, über die Kurische Nehrung gefahren, was auch die kürzeste Verbindung darstellt. Da aber heute auch auf der russischen Seite die Kurische Nehrung als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, wird hinter Cranz die Zufahrt kontrolliert und der Durchgangsverkehr nach Möglichkeit abgewiesen. [11]
Bewohner
Unter folgenden Straßen bzw. Ortsteilen sind die Einwohner von Nidden aus dem Jahre 1942 aufgeführt: Am Haken, Dorfstraße, Dünenweg, Leuchtturmweg, Purwin, Seestraße
Bewohner 1540
- Denn, Krauße, Kruger zu Nydden, Lambat, Lammat, Lammatt, Lange, Pantick, Petschenks
- Ramba, Raßelke, Rauch, Rauer, Reuter, Schmidt, Sollwyn, Zeutzer
Hermann Blode
- Haus Hermann Blode in Nidden
- Haus Hermann Blode liegt im Sonnenschein;
- blauweiß die Giebel, blau die Fensterläden.
- Ein stiller Wandspruch grüßt am Tore jeden,
- bevor er froh in dieses Haus tritt ein.
- "Mensch, deine Seele birgt die ganze Welt,
- den ganzen Gott und sein Wunderweben.
- Denn Gott und du - ihr beide seid ein Leben,
- das nicht einmal im Tade einst verfällt!"
- Bei dem, der um so tiefe Weisheit weiß,
- bei solchem Wirte ist man wohl geborgen.
- O Freund, tritt ein. Er nimmt dir alle Sorgen.
- Die Welt wird Licht in seinem Zauberkreis.
- Fritz Kudnig in "Das Wunder am Meer", Gräfe und Unzer, 1954
- Fritz Kudnig in "Das Wunder am Meer", Gräfe und Unzer, 1954
Weitere Bewohner
Weitere Einwohner von Nidden, die in verschiedenen Quellen ohne Adresse (Straße) angegeben sind, befinden sich auf folgender Seite:
Die Bewohner von Nidden auf einer eigenen Seite
Unterkunftsverzeichnis 1941
Unterkunftsverzeichnis 1941 auf einer eigenen Seite
Nidden 2009/2010
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Alte Ansichten
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Nidden Hohe Duene um 1930
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Nidden Kirche
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Nidden am Strand im August 1930
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Nidden am Hafen um 1940
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Nidden Hafen um 1930
Die Bilder wurden freundlicherweise von H.G. Moors zur Verfügung gestellt
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Karten
Schilderungen
Kurgäste
"Pietsch III hatte Glück, es kamen nicht nur Maler nach Niegeln, sondern gewöhnliche Badegäste, die sich bei den Fischern einmieteten und den ganzen Tag an der See zubrachten. Sie konnten sich nicht genug damit tun, die Schönheiten Niegelns und der ganzen Nehrung zu preisen. Die Fischer trugen den Kopf hoch, es blieb ein schönes Stück Geld im Dorf. Um Büsch hatte sich eine ganze Malerkolonie gebildet, die aus dem Sand, der bisher als das Gewöhnlichste von der Welt galt, eine Attraktion machten. Ebenso wurden die Elche, um die sich die Fischer gar nicht gekümmert hatten, über Nacht zu Berühmtheiten, und die Badegäste fuhren fast jeden Nachmittag auf den breiträdrigen Fischerwagen in das Elchrevier und kamen vor dort erfüllt mit großen Erlebnissen zurück.
Frau Marthe hatte alle Hände voll zu tun, denn abends ging es in ihrer Krugstube, dem einzigen "Kurhotel" des Dorfes, hoch her. Jedermann wollte geräucherte Flundern und Breitaale essen, die plötzlich zur Delikatesse erklärt worden waren. Pietsch III nahm mit Wollust seine Prise und sah, wie seine Kurkasse von dem Geld der Fremden anschwoll. Niemand hatte daran gedacht, daß es in und um Niegeln soviel Sehenswertes gab und daß die Badegäste jeden Tag neue Ausblicke, neue Spaziergänge und neue Merkwürdigkeiten entdecken würden. Einer preis die Elche, der andere die Reiher, der dritte die hohe Düne, der vierte die verträumten Schilfbuchten, der fünfte die Möwen und Wasservögel, der sechste die interessante Pflanzenwelt, der siebente die unwahrscheinlichen Sonnenuntergänge, der achte die himmlische Ruhe ... ach, es war ohne Ende!
Nur einige Fischer gingen mit verkniffenen Gesichtern umher und meinten, die Fremden wären viel zu laut und machten sich viel zu breit. Zu ihnen gehörte der alte Froese, der mit seiner Posaune den Untergang des Dorfes verkündet hatte. Er mochte die braungebrannten, eleganten Frauen nicht, die kichernd und lachend, hübsch und gesund über die Dorfstraße schritten, als wäre das Leben ein ewiger Tanz. Vor allem hatten sie im Gegensatz zu den sieben Röcken der kurischen Frauen kaum einen an. ...
Der Spätsommer neigte sich dem Ende zu. Die ersten Tropfen eines kalten Regens preschte gegen die Fenster und rannen schwerfällig an dem Glas herab. Die Maler saßen in der Krugstube von Frau Marthe und tranken ihren Rotwein. An den Wänden hingen viele Gemälde, die alle Farben des Sommers eingefangen hatten, von der unwahrscheinlichen Bläue einer stillen Haffbucht bis zum Gelbrot einer nachmittäglichen Sonnenglut über der Hochdüne. ...
Am Morgen traf Martin Pietsch III wieder an den Baracken. Es waren eine Menge Bretter übriggeblieben, oft auch nur Reststücke. Martin sagte beiläufig: "Wenn ich Bürgermeister wäre, würde ich aus den übrigen Brettern eine kleine Badeanstalt am Seestrand bauen lassen. Die Badegäste wollen sicher nicht immer im Sand liegen, und wenn es regnet oder stürmt, ist so eine Bude nicht mit Gold zu bezahlen. ..."
Quelle: Naujok, Rudolf: Der Herr der Düne, K.Thienemanns Verlag, Stuttgart, 1955
Dichtung
Die Frauen von Nidden
von Agnes Miegel
Die Frauen von Nidden standen am Strand,
Über spähenden Augen die braune Hand,
Und die Boote nahten in wilder Hast,
Schwarze Wimpel flogen züngelnd am Mast.
Die Männer banden die Kähne fest
Und schrien: "Drüben wütet die Pest!
In der Niedrung von Heydekrug bis Schaaken
Gehn die Leute im Trauerlaken!"
Da sprachen die Frauen: "Es hat nicht Not,
Vor unsrer Türe lauert der Tod,
Jeden Tag, den uns Gott gegeben,
Müssen wir ringen um unser Leben,
Die wandernde Düne ist Leides genug,
Gott wird uns verschonen, der uns schlug!"
Doch die Pest ist des Nachts gekommen,
mit den Elchen über das Haff geschwommen.
Drei Tage lang, drei Nächte lang,
Wimmernd im Kirchstuhl die Glocke klang.
Am vierten Morgen, schrill und jach,
Ihre Stimme in Leide brach.
Und in dem Dorf, aus Kate und Haus,
Sieben Frauen schritten heraus.
Sie schritten barfuß und tief gebückt
In schwarzen Kleidern bunt bestickt.
Sie klommen die steile Düne hinan,
Schuh und Strümpfe legten sie an,
Und sie sprachen: "Düne, wir sieben
Sind allein noch übrig geblieben.
Kein Tischler lebt, der den Sarg uns schreint,
Nicht Sohn noch Enkel, der uns beweint,
Kein Pfarrer mehr, uns den Kelch zu geben,
Nicht Knecht noch Magd ist mehr unten am Leben.
Nun, weiße Düne, gib wohl Acht:
Tür und Tor ist dir aufgemacht,
In unsre Stuben wirst du gehn
Herd und Hof und Schober verwehn.
Gott vergaß uns, er ließ uns verderben.
Sein verödetes Haus sollst du erben,
Kreuz und Bibel zum Spielzeug haben,
Nur, Mütterchen, komm, uns zu begraben!
Schlage uns still ins Leichentuch,
Du unser Segen, - einst unser Fluch.
Sieh, wir liegen und warten ganz mit Ruh"
Und die Düne kam und deckte sie zu.
Diverses
Internetlinks
- [4] (Künstlerkolonie in Nidden)
Offizielle Internetseiten
Teilauswertung zu Nidden: Memelland, OFB
Zufallsfunde
Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.
Literatur
- Barfod Jörn, Künstlerkolonie auf der Kurischen Nehrung, edition fischerhuder kunstbuch, 2005
Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis
| GOV-Kennung | NIDDENKO05MH | ||||||||
| Name | |||||||||
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| w-Nummer |
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| externe Kennung |
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| Karte |
TK25: 0692 |
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| Zugehörigkeit | |||||||||
| Übergeordnete Objekte |
Nidden, Nida ( LandgemeindeGemeindeGemeindebezirk) Quelle Nidden, Nidden (Kurische Nehrung) (1907) ( Kirchspiel) Quelle S.158/159 |
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| Untergeordnete Objekte |
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Einzelnachweise
- ↑ Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
- ↑ GOV: http://gov.genealogy.net/
- ↑ Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
- ↑ Urmesstischblatt von 1834
- ↑ Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
- ↑ 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 6,5 6,6 Bild: Walter Keck 2010
- ↑ Nijolė Strakauskaitė, Die Kurische Nehrung - die alte Poststraße Europas (Klaipeda: S.Jokužio leidykla-spaustuvė, 2006), S.81-85
- ↑ Bötticher, Adolf: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen, Heft V. Litauen, Königsberg 1895, S. 94
- ↑ Helmut Arnasszus: Reiseführer Litauen
- ↑ Nijolė Strakauskaitė, Die Kurische Nehrung - die alte Poststraße Europas (Klaipeda: S.Jokužio leidykla-spaustuvė, 2006), S.38
- ↑ Text: Bernhard Waldmann
- ↑ an seinem Sommerhaus, 2009