Hellmann (Heiden-Nordick)
Heidener Erben, Höfe, Kotten und Brinksitzer, Informationen über ihre Vergangenheit und Geschlechter geben im Zusammenhang ein Abbild der hier bodenständigen Menschen in ihren Zeitverhältnissen und bilden damit eine Basis zur Darstellung persönlicher Geschichte von Vorfahren in Zeit und Raum für Biografien.
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Historische Lage vor 1802
- Nordick (Heiden)
- Heiden (Kreis Borken), Pfarrei St. Georg, r.k.
Früherwähnung
- 1498 Willkommschatzung: Familie der Elze to der Hellen mit 2 Kommunikanten.
- 1547 Verteidigungsumalage: Bernt ter Helle ½ GG
Namensherkunft und Bedeutung
Grundherr
- < 1802 Fürstbistum Münster, Oberhof Ramsdorf
- > 1802 Fürstentum Salm-Salm zu Anholt
Hofstandardwerte
Markenrechte
Markenrecht im Heidener Wald.
Dienstpflicht
- 2 Spanndienste dem Pastor und Vogt
- Landfolge auf Haus Ostendorf: 1731 Helmann 2 Tage Dienst gegen 4 Stüber.
Viehbestand
- 1653 Hofsprache: 3 Pferde, 3 Kühe, 3 güste Rinder, 2 Kälber, 3 Schweine, 6 Schafe.
- 1931 an Viehbestand waren bei Wesseling vorhanden: 3 Pferde, 25 Stück Rindvieh - davon 12 Kühe, keine Schafe aber 70 Schweine.
Hofgrunddaten
- 1653 Hofsprache: Haus, Spieker, Schoppen und Schafstall
Status
- Eigenbehörigkeit, 1653
Hofbeschreibung 1653 (Abschrift)
Johan Hellemas Erb, ut selbigem Hofhörigkeit und Bauerschaft (Kerspel Heiden, Nordicker Bawerschaft, hofhörig in den Hof zue Ranßdorf).
Status Coloni
Dießer hat daß Erb vor ungefehr vier Jahren vone seinem Vatter Johanen angenommen, aber noch nicht gewonnen, und sich an Greithe Vesterick, dem Landesfürsten zustendig, bestattet. Und mit derselben ein Kind gezeugt, Elßgen genant, zwey Jahr alt.
Hat noch sechs Brüder und drey Schwestern, derer noch keine frey, nemblich Geiße 40 Jahre alt,, ist nacher Sütlohn an Arens Merfeldts, eine freye Person, behirathet, Elßgen 36 Jahre alt, ist noch unbestattet, Bernd 34 Jahre, unbeheirathet, Fried. 32 Jahr, ist bestattet (1642 an Anne Wolthuß), Henrich 30 Jahr, ist noch nicht bestattet, Haeyn, 28 Jahr, welcher annoch bey anderen dienet, Mette, Johann und Greithe sind unbestattet bey anderen Leuten.
Der Colonus ist sonst so ziemblich das Erbe zu admistrieren. Hat folgende Länderey nach Münsterischer Maß Roggeneinsaet zu rechnen, so viel er mir den angewießen und bekent hat:
- Anmerkung zur Tabelle:
- 1) = Roggeneinsaat Borkener Maß, „ist des Coloni Bekentniß“
- 2) = Roggeneinsaat Münsterisches Maß, „ist wie ichs finde“
- 3) = Geldwährung: Rtr/St = Reichstaler / Stüber
| . | Pertinentia prædis | 1) M |
1) Sch |
1) Sp |
2) M |
2) Sch |
2) Sp |
Namen der, so daß Land einhaben | 3) Rtr |
3) St |
| 1. | uffen Dehler Esch die Sopenbrey vorgenoten Brüneckhoff | . | 5 | . | . | 7 | 3 | hat alles selbsten | . | . |
| 2. | daß Bergstück v. Groten Deil | 1 | 6 | . | 3 | 1 | . | hat alles selbsten | . | . |
| 3. | Daß Kley Kempgen | . | 6 | . | . | 8 | 3 | hat alles selbsten | . | . |
| 4. | Steellandts Kamp | 1 | . | . | 2 | . | . | hat alles selbsten | . | . |
| 5. | der Wilckes Eschkamp | . | 8 | . | . | 11 | . | hat alles selbsten | . | . |
| 6. | Wilkes Eschkamp, Marckengrundt | . | 4 | . | . | 4 | . | hat alles selbsten | . | . |
| . | Summa Landerey | 4 | 5 | . | 7 | 8 | 2 | . | . | . |
Wiesen
1. Die große Weiße an der Lechtenfort 4 Fuder
2. Die Lütge Weiße 1 Fuder
3. Die Oldenburgswieße 2 ½ Fuder
Summa Hewgewachs: 7 ½ Fuder
Weiden
1. Der Hof umbs Hauß 4 Kuhweiden
2. Im Kleykamp 1 Kuhweide
Summa 5 Kuhweiden
Marckengerechtigkeit
Marckengerechtigkeit im Heidener Waldt, uff so viel Viehe und Schaf, alß er weiters außzufüttern vermag, dazu die sattsammbe Pflaggenmatt. Item wenn Mast, mag er zwölf Schwein darein füttern. Hingegen muß er Jahrs 4 Telchen potten.
Häuser
Ein sehr bawfalliges Hauß, Spycker, Schoppen und Schuir, item ein Schafstall. Hat vone anderen nichts zugewießen.
Viehe
Uff dem Erbe 3 Pferde, 4 Kühe, 3 Güste (Rinder), 2 Kälber, 4 Schweine und 40 Schafe
Phacht
- Jährliche Phacht ist nach Münsterischer Maß, 2 Scheffel (Roggen)
- Ein Schwein oder 4 Rthr
- Dienstgeld einen Hornischen Gulden
- Ein Huen.
Zahlung
Hette alles bezahlt biß 1652 inclusive richtig bezahlt, es mangelt aber Quittung.
Onera prædis
- Monatphacht ½ Rthr.
- dem Pastorn 2 Scheff. Roggen mit dem Cüstern
- Ihme auch (dem Pastor) nebst dem Vogten Jahrs zwey Spanndienste
- dem Cüster 1 Scheff. Roggen
- dem Graf von Vehlen ein Rauchhuen wegen deß Haußes Engelrade
- dem Arch. (Archidiakon) zu drey Jahren Ein Spint Roggen
- Item dem Gogrefen jährlich ein Spint Hafern
- so dem uffs Hauß Engelrode 1 Huen
Schulden
1. Dem Vogte zu Heiden: 10 Rtlr.
2. Wilhelm Böektengking: 100 Rtlr.
3. Jan Kampers 13 Rtlr.
4. Dem Sporenmacher: 14 Rtlr.
5. Picketen: 80 Rtlr.
6.Herman Cüsters zu Vehlen: 30 Rtlr.
7. Wildermannen zu Weßel: 9 Rtlr.
8. Dayenbergen: 10 Rtlr.
9. Jan Seiberts zu Borcken: 5 Rtlr.
10. Dem Pastorn zu Heiden 15 Rtlr.
Summa: 287 Rtlr.
11. Johann Crißningen zu Burcken 3 Rtlr.
12. Nicol. Verwalter zu Suitlohn 50 Rtlr.
13. Gerhardt Picker 10 Rtlr.
16. Rütger Schmidten 15 Rtlr.
17. An allerley kleine Schulden 50 Rtlr.
Latus Summa Schulden: 128 Rtlr.
Daß nun diesem alles , so viel dieß Erbgen betrifft, also warhaftig und nichts verschwiegen, thue im Nahmen deß Coloni hiemit beuhrkunden:
- ich betheuge: Jan Schuewinke.
Quelle der Hofsprache 1653
- Fürstlich Salm-Salm`sches Archiv zu Isselburg
Zeitzeichen
- 20.01.1664 Nordicker Bauerschaft, Halbes Erbe Hellmann, Kinder Bernt. über 12 J. alt, Henrich unter 12 J. alt.
- 25.04.1665 Nordicker Bauerschaft, Halbes Erbe Hellmann, 2 Kinder unter 12 J., nächste Nachbarn: Delman, Soppe.
Hofesdaten 1931
Im Jahre 1931 hatte der Hof des Johann Hellmann, Nordick Nr. 32, einen Umfang von 102 Hektar, davon
- 28 ha. Äcker inkl. Gärten
- 08 ha. Wiesen
- 08 ha. Weiden
- 16 ha. Holzungen
- 45 ha. Unland, Hofraum, Wege
An Viehbestand waren vorhanden: 3 Pferde, 25 Stück Rindvieh - davon 12 Kühe, keine Schafe aber 70 Schweine.
Literatur
- Belmans, Gie: Die Flurnamen der Gemeinde Heiden (1994), (ISBN 3-927851-53-1)
- Heilken, Martin: Die Schatzungslisten und Volkszählungen von Heiden-Reken 1656-1750 (2004), (ISBN 3-927-851-582)
Familienprivatfunde
Oft werden auf Höfen, in Privathäusern oder an anderen Orten private Nachrichten über Familiem gefunden, die nicht allgemein bekannt sind. Diese Funde nennt man Familienprivatfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu dieser Familie eintragen oder finden.
Private Informationsquellen- und Suchhilfeangebote
Auf der nachfolgenden Seite können sich private Heimat- Familienforscher eintragen, die in diesem Ort Forschungen betreiben und/oder die bereit sind, anderen Heimat- und Familienforschern Informationen, Nachschau oder auch Scans bzw. Kopien passend zu diesem Ort anbieten. Nachfragen sind ausschliesslich an den entsprechenden Forscher zu richten.
Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis
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