Hengstenberg
Hierarchie :
Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Landkreis Insterburg > Kirchspiel Aulowönen / Aulenbach (Ostp.) > Hengstenberg
Datei:Karte Europa mit Ostpreußen.pdf.Datei:Karte Kirchspiel Aulenbach Hengstenberg (Ostp.).pdf
Datei:Schriftzug - Hengstenberg (Ostp) .pdf
Einleitung
Allgemeine Information
G e m e i n d e und Gut im Kirchspiel Aulenbach. Schule in Jennen, Amt, Standesamt & Gendarmerie: Aulenbach (Ostp.), Post Aulenbach über Insterburg 2
Die Gemeinde Hengstenberg (Ostp.) lag in ”Klein Litauen (Lithuania minor)" [6] oder ”Preußisch Litauen”, dem nordöstlichen Teil des alten Ostpreußen.
Seine Einwohner waren nach der Reformation überwiegend evangelisch.
Koordinaten
GPS-Daten : N 54° 81′ 14″ (Breite) - O 21° 72′ 59″ (Länge) [7]
Ortsnamen
Am 16.07.1938 bilden das Dorf Kallwischken (Ostp.), Kemsen und Klein Aulowönen unter Fortfall ihres Ortsnamens, die Gemeinde Hengstenberg.
Das kölmische Gut Kallwischken wurde umbenannt in Gut Hengstenberg und unter diesem Ortsnamen ein Ortsteil der Gemeinde Hengstenberg.
- deutsche Ortsbezeichnung (Stand 1.9.1939): Gut Hengstenberg
- vorletzte deutsche Ortsbezeichnung (vor der Umbenennung 1938) : Gut Kallwischken
- Feststellung der Schreibweise nach 1785 : Kalwischken
- weitere (alte) Ortsnamen : Kalwischken
Der Siedlungsplatz existierte nach 1945.
Ortsinformationen aus der Zeit vor der Umbenennung (1938) siehe unter Kallwischken (Ostp.).
Wirtschaft
Datei:1949 S.10 - Zeitungsbericht " Das Trakehner Pferd, ein Kleinod unserer Heimat".pdf
Das Gut Hengstenberg war bekannt für seine Pferdezucht die von der Familie Scharfetter betrieben wurde. Franz Scharfetter rettete im Flüchtlingstreck 1945 ca. 40 Trakenerpferde, mit denen er eine neue Pferdezucht auf dem Restgut Groß-Dunge bei Bremen aufbaute.
Über seine Pferde und insbesondere den Treck, berichtete er 1949 in der Zeitung "Wir Ostpreußen" Folge 21 vom 5. Dezember 1949, Seite 10] :
- ... berichtet Züchter Franz Scharfetter, früher Kallwischken (Hengstenberg), Kreis Insterburg, jetzt Groß-Sehlingen, Kreis Verden (Aller) im Jahre 1946 : "Über die Treckleistung meiner Stuten möchte ich sagen, daß mich nur allein meine herrlichen ostpreußischen Stuten vor der russischen Gefangenschaft geretet haben. Am 18.1.1945 rief ich noch die Kreisbauernschaft Insterburg an und fragte, ob wir trecken müßten, und darauf wurde mir gesagt, ich soll nur ruhig schlafen, denn in zwei Tagen sind die Russen in Ostpreußen rausgehauen. Am 19.1.45 wurde ich dann von der Wehrmacht morgens in aller Frühe geweckt, und es wurde mir gesagt, daß die Russen durchgebrochen sind und auf Grunheide und Aulenbach marschieren. Ich habe dann sofort meine Kriegsgefangenen geweckt, denn meine deutschen Leute mußten ja alle zum Volkssturm, und so haben wir noch gefüttert und alles gepackt und sind um 17 Uhr von meinem schhönen Kallwischken abgefahren. Die Russen waren bereits in Aulenbach, also 3 Kilometer von meinem Hof. Ich bin mit 21 Stuten getreckt, die fast alle hochtragend waren. In den ersten 24 Stunden bin ich Nacht und Tag gefahren, ohne zu füttern und zu tränken; ich fuhr etwa vierzig Zentner schwere Wagen mit je zwei tragenden Stuten. Ging nach Aufenthalten in Bartenstein bei Braunsberg (Alt-Passarge) über das Haff und machte einen Marsch von Braunsberg nach Danzig. Ich denke, es waren etwas 120 Kilometer; dieses war die höchste Tagesleistung. Leider mußte ich später drei Stuten, weil sie lahm wurden, in Mecklenburg lassen. Sehr oft mußten die tragenden Stuten Tag und Nacht bei furchtbarem Schneetreiben draußen bleiben, aber auf dem Treck hat nur eine Stute verfohlt. Im Durchschnitt bin ich täglich etwa 50 bis 60 Kilometer marschiert, und viele von meinen Stuten sind bis Mecklenburg ohne Eisen gegangen. Die Futterration war wohl pro Tag und Stute sechs Pfund Hafer und etwas Heu. Meine Stuten haben erst in meinem Standquatier verfohlt, als sie acht Tage Ruhe hatten. Der Grund ist wohl der, daß sie hier zuerst kein Futter bekamen, sondern nur etwas Roggenstroh".
In der Zeitung "Georgine" Jahrgang 15 / Folge 49 vom 5. Dezember 1964, Seite 5] wird über das Gut Hengstenberg berichtet :
- ... in der Heimat saßen die Scharffetters auf dem etwa 800 Morgen großen Hof Kallwischken, der später in Hengstenberg umbenannt wurde, auf fruchtbarem Boden nördlich von Insterburg. mit einem Stamm von 20 Mutterstuten, den der alte Opa Scharfetter u seiner Lebensarbeit zielbewußt aufgebaut hatte, wurde hier eine mustergültige Zucht betrieben. Die Mutterstuten waren zugleich die Arbeitspferde des Hofes. Sie verrichteten alle in der Landwirtschaft anfallenden Gespannarbeiten ....
In Niekammer’s landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher, (Band III) 1922
kölmisches Gut mit Vorwerk in Paringen, Kreis Labiau. Aulowönen PTE (4km) ST(andesamt) A(ulowönen), Insterburg AG (Amtsgericht)
- Johann Scharfetter: 204 ha, davon 100 Acker, 30 Wiesen, 73 Weiden, 1 Hofstelle, 130 Pferde, 40 Rinder, davon 20 Kühe, 10 Schafe, 15 Schweine; Telefon: Aulowönen Nr. 10, Privatgestüt , PTE Aulowönen 4 km entfernt. Grundsteuer-Reinertrag : 1.680,-- [1]
In Niekammer’s landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher, (Band III) 1932
- kölmisches Gut mit Vorwerk in Paringen, Kreis Labiau. Franz Scharfetter: 204 ha, davon 99 Acker, 30 Wiesen, 73 Weiden, 2 Hofstelle, 110 Pferde, 75 Rinder, davon 29 Kühe, 25 Schweine; Telefon: Aulowönen Nr. 10, Privatgestüt , Bk: Ldsch.-Bk.; Zwgst. Insterburg
- Gut C. Bindert : 46 ha, davon 29 Acker, 15 Weiden, 1 Holzung, 1 Hofstelle, 6 Pferde, 33 Rinder, davon 17 Kühe, 25 Schweine; Telefon: Aulowönen Nr. 68
- Abbau Johann Haasler : 50,5 ha, davon 39 Acker, 8,5 Weiden, 3 Hofstelle, 11 Pferde, 30 Rinder, davon 14 Kühe, 3 Schafe, 25 Schweine; Telefon: Aulowönen Nr. 18
- Abbau Fritz Nettpohl : 53 ha (*, davon 44 Acker, 8 Weiden, 1 Hofstelle, 3 Pferde, 9 Rinder, davon 4 Kühe, 5 Schweine; (* davon 35 ha verpachtet,
- Abbau Joseph Wiesberger : 97 ha, davon 67 Acker, 1,5 Wiesen, 26 Weiden, 2,5 Hofstelle, 13 Pferde, 65 Rinder, davon 25 Kühe, 20 Schweine;
Wohngebäude
Amtlich gezählt (* mit Wohnplatz Kemsen und Klein Aulowönen
Haushalte
Einwohner
- 19 (1867) [1]
- 31 (1871) davon männlich 10 [1]
- 31 (1905) davon männlich 17 [1]
- 217 (1925) davon männlich 99 (* [1]
1871 sind alle Einwohner preußisch und evangelisch, 6 ortsgebürtig, 8 unter 10 Jahren, 4 können lesen und schreiben, 12 Analphabethen, 1 ortsabwesend. 1905 sind alle evangelisch und geben deutsch als Mutersprache an; 1925 sind 212 evangelisch und 1 katholisch.
Folgende Einwohner sind im Ortschafts- und Adreßverzeichnis des Landkreises Insterburg (1927) genannt :
- Gutsbesitzer Johann Scharffetter
- Melker August Piklapp
- Deputant Herm. Grabowski, Richard Rieser, Karl Rabautus, Eduard Ruddat, Gustav Rimkus, Karl Hehdemann, August Maurischat
Zahl und Größe der landwirtschaftlichen Betriebe
- siehe unter Wirtschaft
Ortsgrundfläche
- 1905 : 153,3 ha, Grundsteuer-Reinertrag 9,52 je ha -- 1925 (* : 559,6 ha, Grundsteuer Reinertrag 9,58 je ha
Politische Einteilung
Provinz : Ostpreußen
Regierungsbezirk : Gumbinnen
Landkreis : Insterburg [8] [9]
Amtsbezirk : Aulowönen [10]
Gemeinde : Gutsbezirk Kallwischken; ab 17.10.1928 : Landgemeinde Kallwischken
Kirchspiel : Aulowönen Ostp.
im/in : westlich der Inster
bei : 21 km nördwestlich v. Insterburg
1785 Salzburger Koloniedorf, 4 Feuerstellen, Landrätlicher Kreis Taipau, Amt Lappönen, Patron der König; 1815 Coloniedorf, 4 Feuerstellen, 21 Einwohner, Amt Lappönen; bis zum 30.04.1815 zum Königsberger Departement gehörig, dann zum Regierungsbezirk Gumbinnen zugeschlagen.
Weitere Informationen
Orts-ID : 53381
Fremdsprachliche Ortsbezeichnung : Мостовое
Fremdsprachliche Ortsbezeichnung (Lautschrift):
russischer Name :
Kreiszugehörigkeit nach 1945 : Славский р-н (Slawskij Rayon, Heinrichswalde
Bemerkungen aus der Zeit nach 1945 :
weitere Hinweise :
Staatszugehörigkeit : Russisch
Ortsinformationen nach D. LANGE, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) -- [11]
Kirchliche Einteilung/Zugehörigkeit
Evangelische Kirche [1]
Zugehörigkeit :
- Kirchspiel Aulenbach --> Kirchenkreis Insterburg --> Kirchenprovinz Ostpreußen --> Kirchenbund Evangelische Kircher der altpreußischen Union
Dem letzten Gemeinde-Kirchenrat der evang. Kirchengemeinde Aulenbach (bis 1938 : Aulowönen) gehörten folgende Personen 1944 an :
- Scharfetter (aus Kallwischken)
- Dalheimer (aus Kiaunischken)
- Scharfetter (aus Ernstwalde)
- Forstreuter (aus Lindicken)
- Lehrer Rege (aus neu Lappönen)
Katholische Kirchen
zur Zeit keine Informationen
Dokumente zu Kallwischken
Niekammer´s Band III - Provinz Ostpreußen (1922) Deckblatt [1]
Niekammer´s Band III - Provinz Ostpreußen (1922) Seite 120 [2]
Niekammer´s Band III - Provinz Ostpreußen (1922) Seite 121 [3]
Quelle : In Niekammers Landwirtschaftliche Güter-Adressbuch Band III, Ostpreußen, 1922
Niekammer´s Band III - Provinz Ostpreußen (1932) Deckblatt [4]
Niekammer´s Band III - Provinz Ostpreußen (1932) Seite 159 [5]
Quelle : In Niekammers Landwirtschaftliche Güter-Adressbuch Band III, Ostpreußen, 1932
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Landkreis Insterburg (1927) Seite 29
Quelle : In Ortschafts- und Adreßverzeichnisn des Landkreises - Insterburg, 1927
Bildmaterial
Genealogische und historische Quellen
Quellen
- ↑ 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 Kurt Henning und Frau Charlotte geb. Zilius, Der Landkreis Insterburg, Ostpreußen - Ein Namenslexikon, ca. 1970 Referenzfehler: Ungültiges
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- [1][2][3] Niemammer´s landwirtschaftliches Güter Adressbuch 1922 Bd. III (Ostpreußen) auf der Webseite Dlibra der Digitale Biblothek Elbing, 2012
- [4][5] Niemammer´s landwirtschaftliches Güter Adressbuch 1932 Bd. III (Ostpreußen) auf der Webseite Dlibra der Digitale Biblothek Elbing, 2012
- [6] Kleinlitauen auf der Webseite Wikipedia, 2012
- [7] Gut Kallwischken (Hengstenberg) Ksp. Aulowönen auf der Webseite Google maps 2012
- [8] Landkreis Insterburg auf der Webseite Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874 - 1945: Rolf Jehke, Herdecke., 2005
- [9] Stadt und Landkreis Insterburg auf der Webseite Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990, 2012
- [10] Amtsbezirk Aulowönen (Aulenbach) auf der Webseite Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874 - 1945: Rolf Jehke, Herdecke., 2005
- [11] Hengstenberg / Kallwischken auf der Webseite Ortsinformationen nach D. LANGE, Geographisches Ortsregister Ostpreußen, 2005
- [12] Kirchenbuchbestände Ev. Kirchengemeinde Aulenbach (Aulowöhnen) auf der Webseite Ostpreußen/Genealogische Quellen/Kirchbuchbestände Landkreis Insterburg: GenWiki, Verein für Computergenealogie, 2012
- [13] Auszüge aus dem Kirchenbuch der Ev. Kirchengemeinde Aulenbach (Aulowöhnen) auf der Webseite Rootweb, Ancestry.com, 2012
- [14] Kallwischken, Hengstenberg, Калльискен, Kall'wisken, Mostowoe, Mostovoe, Мостовое auf der Webseite Genealogisches Ortsverzeichnis: Verein für Computergenealogie, 2012
- [15] Messtischkarte 1196 Aulenbach auf der Webseite MAPSTER - Archivkarten für Polen und Mitteleuropa, 1939
Genealogische Quellen
- Kirchenbuchbestände :
Viele der Kirchenbücher sind in den Wirren der Zeit unwiderruflich vernichtet worden. Nachfolgend eine Übersicht der Bestände der Kirchenbücher der evangelischen Kirchengemeinde Aulenbach (Aulowönen) / Ostp. : [[12]]
- Auszüge aus dem Kirchenbuch
der Ev. Gemeinde Aulenbach (Aulowönen) [13]
Adressbücher
- Einträge aus Hengstenberg in der Adressbuchdatenbank.
Bibliografie
- Volltextsuche nach Hengstenberg in der Familienkundlichen Literaturdatenbank
- Forschung und Hintergrundinformation zum Familiennamen Scharfetter
Genealogische Bibliografie
- z. Zt. kein Ortsfamilienbuch vorhanden
In der Digitalen Bibliothek
- Hengstenberg in Grübels Gemeindelexikon des Deutschen Reiches (Seite [[Grübels Gemeindelexikon des Deutschen Reiches/|]])
- Hengstenberg, in: Neumanns Orts-Lexikon des Deutschen Reichs 1894 (Seite [[Neumanns Orts-Lexikon des Deutschen Reichs 1894/0000|]])
- Hengstenberg in Ritters geographisch-statistischem Lexikon von 1895, hier Band 1, Seite .
Verschiedenes
Weblinks
Offizielle Webseiten
GOV-Kennung : HENERGKO04UT [14]
Messtischblatt : 1196 (11096) [15] | Messtischblatt Jahr : 1939
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Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis
| GOV-Kennung | HENERGKO04UT | ||||||||
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Wyssokowskij Dorfsowjet, Высоковский сельский Совет (1993) ( Dorfrat) Quelle Kallwischken (- 1928-10-16) ( Gutsbezirk) Quelle Quelle Kallwischken, Hengstenberg (1928-10-17 - 1945) ( LandgemeindeGemeinde) Quelle |
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| Untergeordnete Objekte |
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