Grafschaft Tecklenburg
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Grafschaft Tecklenburg
Die Burg Tecklenburg liegt südwestlich von Osnabrück im westlichen Teutoburger Wald und wurde um 1100 vermutlich von den Grafen von Zütphen erbaut. Als Walram III. Gf. v. Limburg (1119-1139) mit Adelheid von Geldern die Tochter Gerhards uund Ermgards v. Zutphen heiratete, legte er unter Umständen den Grundstein für die Grafschaft Tecklenburg als eine Herrschaft zwischen Hunte und Ems (1189 Ibbenbüren). Diese Eltern gaben ihre Tochter einem Grafen Ekbert (1129) zur Frau, dessen Bruder Graf Dietrich von Holthausen a. d. Lerigau (1138/40) war. Mutter dieser Brüder war Gisela, Tochter Herzog Dietrichs von Lothringen, welche in 2.Ehe mit Friedrich Graf von Saarbrücken verheiratet war.
Die Braut aus der Grafschaft Zutphen brachte neben Tecklenburg auch die Vogtei über das Hochstift Münster mit in die Ehe. Der Name Tecklenburg ist aber erst 1184 bezeugt. Bekannt sind 4 Kinder aus dieser Ehe:
- Dietrich (1150)
- Heinrich (1147)
- Otto (1150)
- Gerhard (1150)
Erbsohn Gerhard
Gerhards Sohn Simon Gf. v. Tecklenburg (1170-1203, +1207) heiratet Oda von Altena, T. Adolfs v. Hövel u. Altena (1122) und der Adelheid v. Cappenberg. Sie geben 1173 die Vogtei über das Hochstift Münster auf.
Erbsohn Simon
Simons Sohn Otto von Tecklenburg (1198-1262) heiratet Mechtild v. Holstein, T. Adolfs v. Holstein zu Schaumnburg. Sie geben 1236 die seit etwa 1180 gehaltene Vogtei über das Hochstift Osnabrück auf.
Erbsohn Otto
Ottos Sohn Heinrich (1198, 1229) heiratete Jutta v. Ravensberg, Erbin v. Vlotho, Vechta u. etc. seine Wittwe in 2. Ehe Walram IV. von Monschau.
Erbwechsel
1263 starben die ekbertinischen Grafen von Tecklenburg im Mannesstamm aus. Die Tecklenburger Güter fielen über eine Erbtochter an die jüngere Linie der Grafen von Holland, die sich seit dem Erwerb der Obergrafschaft Bentheim 1154/ 65 Grafen von Bentheim nannte und vor 1309 das Recht ihrer Dienstmannen besonders aufzeichnete.
Erbwechsel
1327 kam Tecklenburg an die landfremden verwandten Grafen von Schwerin, die den Namen Tecklenburg fortführten.
Herschaftsgebiet
Um 1375 umfaßte das Herrschaftsgebiet neben der an der oberen Ems gesondert liegenden, 1365 erworbenen Grafschaft Rheda südwestlich von Bielefeld einen breiten Streifen auf dem rechten Emsufer zwischen Münster und Lingen und Gebiete des südlichen Oldenburg mit Cloppenburg, Friesoythe einschließlich des Saterlandes und des Hümmlings. Um 1400 verlor Tecklenburg in Auseinandersetzungen mit den Hochstiften Münster und Osnabrück und dem Erzstift Köln mit Cloppenburg, Friesoythe und und Bevergern bei Rheine etwa die Hälfte seines Gebietes und wurde auf zwei nur durch einen schmalen Landstreifen verbundene Teile um Lingen und um Tecklenburg beschränkt. 1548 wurde wegen der Zugehörigkeit des letzten Grafen der Schweriner Linie zum Schmalkaldischen Bund Lingen entzogen und an Kaiser Karl V. als Herzog von Geldern gegeben (1633 an Oranien, 1702 an Brandenburg).
Erbwechsel, Teilung
1557 kam das zum niederrheinisch-westfälischen Reichskreis zählende Tecklenburg über eine Erbtochter wieder an Bentheim. Dieses wurde 1606/10 in die Linien Bentheim-Tecklenburg mit Tecklenburg, Rheda und Hohenlimburg und Bentheim und Steinfurt geteilt. 1696 kam es zur Wiederaufnahme von bereits 1576 vor dem Reichskammergericht begonnenen Erbstreitigkeiten mit den Grafen von Solms-Braunfels, die durch Urteil den größten Teil der Grafschaft Tecklenburg erhielten.
Fürsten von Bentheim-Tecklenburg
1606/1609 entstand durch Teilung der Grafen von Bentheim / Bentheim-Tecklenburg. Dieses verlor 1699/1707/29 Tecklenburg nach langem Rechtssteit über Solms an Preußen, behielt aber die Herrschaft Rheda (teilweise) und Hohenlimburg. 1806 kamen die Güter an das Großherzogtum Berg, 1810 an Frankreich und 1815 an Preußen.
Preußen
1707/29 fiel Tecklenburg (Bentheim-Tecklenburg) unter Abfindung der Grafen von Solms-Braunfels und der Grafen von Bentheim-Tecklenburg, denen die Herrschaft Rheda verblieb, an Preußen. 1806/7/8 kam T., das mit der Reichsgrafschaft Lingen ein Gebiet von 14 Quadratmeilen mit 45000 Einwohnern umfaßte, zum Großherzogtum Berg. Zu ihm zählten die Städte T., Lengerich und Kappeln sowie die Kirchspiele Lengerich, Kappeln, Ladbergen, Wersen, Lotte, Leeden, Ledde und Schale. 1810-1813 gelangte es mit Berg zu Frankreich, danach zu Preußen (Provinz Westfalen). Die Niedergrafschaft Lingen wurde 1815 von Preußen als Landverbindung zu Ostfriesland an Hannover gegeben. 1866 kam sie mit Hannover an Preußen (Provinz Hannover) und 1946 zu Niedersachsen.
Bibliografie
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