Computergenealogie/2006/09

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Version vom 1. September 2006, 17:13 Uhr von Wendt (Diskussion • Beiträge) (CG-Archivrecherche)
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Internet

Jubiläum 1

Das hundertste Online-OFBs ist abfragbar

Neben den schon in großer Zahl vorliegenden gedruckten Ortsfamilienbüchern - siehe http://wiki.genealogy.net/index.php/Kategorie:Ortsfamilienbuch - gibt es immer mehr Online-Publikationen dieser erfassten Daten. Am 21. August 2006 konnte Herbert Juling, der Projektleiter der Online-OFBs des CompGen-Vereins stolz melden:

"Es ist soweit, wir haben die Grenze von 100 Datenbanken im Projekt Online-OFB geknackt."

Von Steffan Bruns stammen das 99. und das 100. Online-OFB. Es handelt sich dabei zum einen um die Familiendatenbank Berlinchen (Neumark, heute Barlinek, früher auch bekannt als Klein-Berlin) mit den zugehörigen Randgemeinden Albertinenburg, Berlinchener Feld, Elisenthal, Espenbusch, Johanneshöhe, Rauschmühle, Rettungshaus, Schiefeberg, Siede und Wolfsburg mit über 8.600 Personen. Erreichbar ist das Online-OFB Berlinchen unter: http://www.online-ofb.de/berlinchen

Das Jubiläums Online-OFB ist die Familiendatenbank Stockheim (Kr. Friedland, Ostpreußen) mit den zugehörigen Gütern und Gemeinden Beschluß, Dommelkeim, Eisenbart, Lawo, Lisettenfeld, Meisterfelde, Puschkeiten, Schleuduhnen, Schwönau, Sommerfeld Ostpreußen (heute Gebiet Kaliningrad, Russland) mit gut 1000 Personen. Erreichbar ist das Online-OFB Stockheim unter: http://www.online-ofb.de/stockheim

Der Verein für Computergenealogie hat sich zum Ziel gesetzt, allen Interessierten hierbei zu helfen. Aus Daten, die im GEDCOM-Format vorliegen, wird innerhalb kürzester Zeit ein so genanntes Online-OFB erstellt, das sofort weltweit abfragbar ist. Der Verein stellt für jedes Online-OFB die benötigte Infrastruktur kostenlos zur Verfügung.

Die Vorteile einer Online-Publikation gegenüber einer ausschließlichen Buchveröffentlichung:

  • weltweite Verfügbarkeit
  • geringe Kosten
  • kein Auflagerisiko
  • erhöhte Kontaktmöglichkeiten
  • Aktualisierbarkeit

Trotzdem sollen und wollen die Online-OFBs natürlich dem gedruckten Buch keine Konkurrenz machen. Welcher ernsthafte Familienforscher möchte nicht auch für ihn wichtige gedruckte Werke in seinem Archivbestand stehen haben? Insofern sind Online-Publikationen sogar als Werbeträger für gedruckte Publikationen zu sehen, denn über die Online-Publikation erfährt der interessierte Forscher ja gerade, dass in dem gedruckten OFB für ihn interessante Informationen/Familien zu finden sind. Häufig sind deshalb auch in den Online-OFBs keine weitergehenden Notizen und Quellenangaben verzeichnet, denn diese sind von Fall zu Fall den gedruckten Werken vorenthalten.

Die inzwischen 101 Online-OFBs enthalten insgesamt 1432638 Personendaten.

Möchten Sie auch ein Online-OFB publizieren? Wenden Sie sich bitte direkt an Herbert Juling (juling@lesum.de). Aber auch wenn Sie Ihr vielleicht schon vor vielen Jahren gedrucktes OFB publiziert und keine Gedcom-Datei haben, kann der Verein für Computergenealogie Ihnen weiterhelfen. So könnte Ihr altes OFB z. B. als PDF-Datei auf den Genealogienetz-Servern bereitgestellt oder in Form von Bilddateien in der genealogischen Online-Bibliothek publiziert werden. (kpw)


Jubiläum 2

Mehr als vier Millionen Datensätze in GedBas

Mehr als 5000 Teilnehmer nutzen inzwischen GedBas, um ihre genealogischen Daten im Internet zu publizieren. So sind seit August 2006 mehr als vier Millionen Einzelpersonen und mehr als 1,5 Millionen Familien in der Datenbank abfragbar.

GedBas kann von jedem Familienforscher kostenlos genutzt werden. Benötigt wird nur eine genealogy.net-Benutzerkennung; diese Benutzerkennung ist auch für weitere Projekte des Vereins für Computergenealogie nutzbar (z. B, GenWiki, FOKO, GOV). (kpw)



Software

Wissen

Findmittel - die CG-Archivrecherche

Stadt- und Landesarchiv Wien

Der 58. Deutsche Genealogentag findet in diesem Jahr in Wien statt. In unserer Archivrecherche befassen wir uns ebenfalls mit der österreichischen Hauptstadt.

Wien hatte in der österreichisch-ungarischen Habsburgermonarchie eine bedeutende Rolle. Die Stadt wuchs Mitte des 19. Jahrhunderts nach Eingemeindung des Umlandes drastisch auf etwa zwei Millionen Einwohner an.

Im Stadtarchiv finden sich Akten aller Organe der Stadtverwaltung ab dem 14. Jahrhundert sowie Bestände aus privaten Sammlungen. Das heutige Stadtgebiet wird archivarisch abgedeckt. Das Archiv befindet sich in einem der vier ehemaligen Gasspeicher, in Wien Gasometer genannt, die entkernt wurden und Wohnungen und Büros beherbergen.

Die Archivbestände können bisher nur sehr bedingt online abgefragt und bestellt werden. Die Ausgabe erfolgt erst am nächsten Tag. Ein Historiker ist täglich (9:00–15:30 Uhr) zur Beratung und Bestellung telefonisch oder persönlich zu erreichen. Vor einem persönlichen Besuch ist immer ein Telefon- oder Mailkontakt sinnvoll, um zu klären, was vorbestellt werden muss.

Im Lesesaal stehen alle wichtigen Nachschlagewerke sowie alle Karteien, Verfilmungen und Microfiches sofort zur Verfügung. Natürlich gibt es hier auch die passenden Lese- und Kopiergeräte. Leseplätze kann man sich nicht reservieren, das ist aber meist auch nicht nötig. Forschungsaufträge per E-Mail werden angenommen, sind aber meist kostenpflichtig. Meldeauskünfte werden nur schriftlich gegen Gebühr erteilt.

Als "Highlights" sind zu erwähnen:

  • Grundbücher und Katasterpläne
  • Totenbeschauprotokolle 1648–1920
  • Bezirksgerichtsakten, z. B. Verlassenschafts-, Testaments- oder Vormundschaftsabhandlungen, ab 1850
  • Matrikenzweitschriften der israelitischen Kultusgemeinde bis 1938
  • Musterungsbögen des Konskriptionsamtes von 1865 bis 1900
  • Volkszählungbögen des Konskriptionsamtes von 1805 bis 1860
  • Meldedatenkartei ab 1910
  • Gestapo-Akten ("Opferkartei")
  • NSDAP-Mitgliederkartei
  • Adressverzeichnis (Lehmann) von 1860 bis 1920
  • Trauungsindex (Mansfeld/Gundacker) 1542 bis 1850

Informationen zu allen Wiener Archiven gibt es auch auf http://wiki.genealogy.net/wiki/Wien/Archive. Informationen über Wien bieten die Homepage der Stadt, http://www.wien.gv.at, sowie die Seiten http://www.wieninternational.at und http://www.wien.info.

Wer in Wien bzw. Österreich forscht, sollte sich bei der Austria-Mailingliste anmelden. Einige hundert Teilnehmer können meist mit wichtigen Tipps weiterhelfen. (Heinz Hadwig)


Vereine

Visitenkarte: Der Adler stellt sich vor

Die heraldisch-genealogische Gesellschaft Österreichs ist 2006 Gastgeber des Genealogentags

Die Heraldisch-Genealogische Gesellschaft "Adler" wurde am 10. Mai 1870 in Wien gegründet, also in einer Zeit, in der auch andere historische und landeskundliche Vereine das Licht der Welt erblickt haben. Sie ist die einzige wissenschaftliche nicht kommerziell ausgerichtete Institution in Österreich, die sich den Zielen verschrieben hat, die Wissenschaft der Genealogie und Heraldik zu fördern.

War die Ausrichtung der Forschungen und Interessen durch die Gründungsmitglieder zunächst auf den österreichischen Adel ausgerichtet, trat mit dem Zusammenbruch der österreichischen Monarchie ab 1918 zunehmend auch die bürgerliche Seite der Familienforschung in den Vordergrund.

In den Jahren 1938–1945 war der Verein zwangsweise aufgelöst. Der an seine Stelle getretene "Verein für Sippenforschung im Gau Wien" war vornehmlich mit Recherchen für die Ausstellung von Ariernachweisen befasst. Erst 1946 wurde die Gesellschaft wiederbegründet und konnte 1954 in eigenen Räumen ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. Die letzte Übersiedlung im Jahr 1999 brachte den Adler nun in das derzeitige Quartier mit einigermaßen adäquaten Räumlichkeiten.

Hier stehen den Mitgliedern und gegen geringes Entgelt auch Gästen die vielfältigsten Forschungshilfen zu fast allen Fragen der Genealogie und Heraldik sowie mit ihnen verwandten Gebieten zur Verfügung. Eine umfangreiche Handbibliothek bietet den sofortigen Zugriff auf die wichtigsten Nachschlagewerke. Fachkundige Mitglieder übernehmen die Betreuung der Bibliotheksbenutzer.

Die Bibliothek der Gesellschaft hat derzeit rund 42.000 Bände Fachliteratur mit entsprechenden Katalogen. Sie bietet eine in Österreich einzigartige Sammlung in- und ausländischer genealogischer und heraldischer Zeitschriften zur Benutzung an, welche weder in der Nationalbibliothek noch in der Universitätsbibliothek vorhanden sind.

Weiter stehen große Namenkarteien zur Verfügung, zum Teil spezielle Forschungen betreffend, daneben auch unveröffentlichte Manuskripte ehemaliger und jetziger Mitglieder. Außerdem kann man Ahnen- und Stammtafeln älteren und jüngeren Datums, gemalte Ahnenproben und Wappenbriefe sowie eine Sammlung originaler Adelsdiplome einsehen.

Die vor 40 Jahren angelegte "Biographische Sammlung" ist inzwischen auf 600 Ordner angewachsen. Die vor mehr als hundert Jahren begonnene "Totenzettel-Sammlung" besteht aus über 500.000 Stück und gilt als das größte private Partenarchiv (Totenzettel heißen in Österreich auch "Parten") im mitteleuropäischen Raum. Sie ist eine der wichtigsten und auch sichersten Quellen für die Namen- und Familienforschung. Schließlich besitzt die Gesellschaft eine einmalige "Abguss-Sammlung" geistlicher und weltlicher Urkundensiegel des Mittelalters sowie mehrere aus Nachlässen und Spenden stammende Sammlungen originaler Lacksiegel.

Die Gesellschaft gibt quartalsweise den Adler – Zeitschrift für Genealogie und Heraldik heraus, der mit acht Heften zu einem Jahrgang zusammengefasst wird. Er enthält Beiträge, oft auch längere Artikelserien, Rezensionen und allgemeine Nachrichten aus der Gesellschaft. Das in unregelmäßiger Folge erscheinende Jahrbuch der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft Adler bleibt größeren wissenschaftlichen Arbeiten vorbehalten. Daneben bemüht sich die Gesellschaft, im Rahmen von Seminaren die Kommunikation zwischen den Mitgliedern zu allgemeinen und speziellen Fragen der Familienforschung zu fördern. Auch werden Kurse zum Perfektionieren des Lesens alter Schriften angeboten.

Die Benutzung der Bestände der Gesellschaft ist jeden Mittwoch von 17 bis 19 Uhr möglich; daneben gibt es nach Anmeldung für Mitglieder eine Forschungsmöglichkeit an jedem ersten Sonntag im Monat.

Der jährliche Mitgliedbeitrag beträgt 50 Euro und schließt den Bezug des Adlers ein.

Über die Gesellschaft, ihre Bestände und Aktivitäten gibt auch die Homepage Auskunft. So finden sich dort neben Originalbeiträgen auch verschiedene Verzeichnisse, wie etwa die Inhaltsverzeichnisse der letzten Bände der Quartalsschrift Adler. (Wolfgang Szaivert)

Kontakt:
Heraldisch-Genealogische Gesellschaft "Adler"
Universitätsstraße 6/9b, A-1096 Wien
Tel.: + 43 1 409 25 78;
E-Mail: office@adler-wien.at
Homepage: http://www.adler-wien.at


Medien

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