Schlalach/Pfarrer

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Die Pfarrer zu Schlalach bis 1835

  1. Matthäus Winne. Ein Papist, und hat wöchentlich am Mittwoch eine ewige Messe zu halten verordnet. Da nun das Papsttum, wie in anderen Provinzen, also auch hier in der Brandenburgischen Mark verstöret, haben unseren Kirchen nicht mehr päpstlich, sondern apostolische Geistliche, lutherische Prediger und Lehrer fürgestanden.
  2. Ambrosius Krüger, zum Prediger allhier berufen, welcher 36 Jahre sein Amt verwaltet. Zuvor ist er 3 Jahre im Kloster Lehnin Pfarrherr gewesen, ist gestorben 1584, den 27. April, mittags 12 Uhr, seines Alters 72 Jahre. Die Leichenpredigt hat getan Andreas Lußwig, Pastor und Inspektor (Superintendent) in Brietzen, (Hieraus berechnet sich der Einzug der Reformation in Schlalach auf ungefähr 1548)
  3. Johannes Krüger, gestorben 1613, am 24. Oktober, nachdem er 30 Jahre seinem seligen Vater im Amte nachgefolget, seines Alters 64 Jahre ((22.08.1601 Neubürger der Stadt Treuenbrietzen).
  4. Johannes Wille von Jüterbog, da eben Andreas Scharnea Inspektor gewesen, ist verblichen 1638.
  5. Johannes Georg Schwarze, ein Pfälzer, gestorben am 11. Januar 1653. Die Leichenpredigt hat ihm getan Georg Fabricius, Inspektor in Treuenbrietzen, aus Röm. 8, 18.
  6. Andreas Gerkenius von Wernigerode, welcher am Palmsonntag 1653 seine Probepredigt getan, darauf berufen und zu Berlin examiniert und ordiniert worden, hat sein Predigtamt verwaltet 31 ½ Jahre, ist gestorben 1685, 28. Januar, abends ¾ 9 Uhr, ist alt geworden 58 Jahre.
  7. Dem Andreas ist sein Sohn, Christian G. am 9. August 1682 beigegeben worden. Ist geboren 8. September 1654, gestorben 6. September 1719, nachdem er seinem seligen Vater 37 Jahre im Amt nachgefolget, seines Alters aber 65 Jahre weniger 2 Tage.
  8. Johann Christian Germershausen kam an die Seite seines Vetters Christian Gerkenius am 13. Januar 1715. Ersterer hatte zum Vater Germershausen, Prediger zu Bochow, woselbst er am 13. Oktober 1689 geboren. Er starb am 18. November 1748, nachdem er seinem Vetter 33 Jahre im Amt nachgefolget, seines Alters aber 59 Jahre.
  9. Christian Friedrich Germershausen, sein Sohn, ward 1748, am 21. November seinem Vater von Sr. Majestät mittelst allerhöchster Kabinettsorder allergnädigst verordnet. Er ward geboren am 18. Februar 1725, starb am 22. Mai 1810.
  10. Karl August Bandow, geboren am 16. April 1768 in Luckenwalde, wo sein Vater Oberpfarrer und Inspektor des dortigen Pfarrsprengels war. Da dieser früh starb, so wurde sein Sohn von Christian Friedrich Germershausen als Stiefgroßvater aufgenommen, genoß als Kind dessen Unterricht und wurde in seinem 10. Lebensjahre nach Treuenbrietzen, im 12. nach Witzke unweit Rathenow und im 14. Jahre auf das Hallische Waisenhaus gebracht, wo er 3 ½ Jahre die dortige Schule besuchte und im Jahr 1787 die Universität ebendaselbst bezog. Im Jahre 1797 erbat sich ihn Germershausen zum Adjunkt, im Jahre 1807 wurde er mit der Anwartschaft auf die Nachfolge im Pfarramt von neuem bestätigt.

Bandow, von dessen Hand der bisherige Bericht geschrieben ist, erlebte in Schlalach die Franzosenzeit. In seinen letzten Jahren war er fast blind und konnte nur notdürftig und nur mit Unterstützung eines Hilfspredigers seines Amtes walten. Der Pfarrer Thamm in Buchholz hielt ihm 1835 die Leichenpredigt.

Quelle: Archiv für Sippenforschung 9. Jg. (1932), Heft 1 Seite 24 - 25