Computergenealogie/2006/10
Internet
Neue Mailingliste für Ungarn und die Slowakei
Einem immer wieder geäußerten Wunsch entsprechend ist nun auch eine Mailingliste für Ungarn und die Slowakei ins Leben gerufen worden.
Diese beiden Länder sind historisch, ethnisch und genealogisch so stark miteinander verbunden, dass eine gemeinsame Liste mehr Sinn macht als getrennte Listen.
Gemeinsam mit der schon länger bestehenden Liste für Österreich (wo auch Südtirol, die Südsteiermark, die Krain und das Küstenland mitbetreut werden), der Sudetenliste (wo ganz Böhmen, Mähren und Österr. Schlesien betreut werden) und der Siebenbürgenliste sind damit alle zentralen Bereiche der alten Österreich-Ungarischen Doppelmonarchie abgedeckt. Da die Donauschwabenliste eine geschlossene Vereinsliste ist, werden grenzüberschreitende Mitteilungen zur südlichen Batschka, dem gesamten Banat usw. hier willkommen sein.
Anmeldung (und Abmeldungen) unter:
http://list.genealogy.net/mailman/listinfo/ungarn-slowakei-l
Listen-Beiträge sind zu senden an: ungarn-slowakei-l@genealogy.net
Listensprache ist Deutsch. Kommen ungarische oder slowakische Beiträge, wird sich hoffentlich jemand finden, der sie übersetzt. Das Listenarchiv ist nur für registrierte Teilnehmer zugänglich. Selbstverständlich sind auch und ganz besonders herzlich Teilnehmer aus Ungarn und der Slowakei dazu eingeladen sich anzumelden. (Günter Ofner)
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Findmittel - die CG-Archivrecherche
Österreichisches Nationalarchiv
An dieser Stelle sollen nur drei Bereiche des umfangreichen Archivs vorgestellt werden, die für Familienforscher besonders interessant sind.
Adelsarchiv
Das Adelsarchiv im Allgemeinen Verwaltungsarchiv verwahrt alle erhaltenen Akten zur Verleihung und Verbesserung von Adelstiteln und Wappen sowohl aus der Zeit des Heiligen Römischen Reiches (bis 1806) als auch die des Kaisertums Österreich (1804–1918). In diesen Akten wird, je jünger desto ausführlicher, die Begründung für diese Adels- oder Wappen-Verleihung oder -Verbesserung festgehalten, manchmal auch das familiäre Umfeld der Ausgezeichneten. Immer wird auch das Wappen in allen Details beschrieben. Den Akten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts liegt meistens auch eine Farb-Ausführung des Wappens bei.
Bei den angeführten Verdiensten ist zu berücksichtigen, dass diese meist auf den Angaben der Antragssteller basieren, also oft geschönt, übertrieben oder frei erfunden sind. Das gilt auch für die familiären Zusammenhänge, denn frühere Adelstitel- oder Wappenverleihungen an diese Familie wirkten sich günstig auf die Anträge aus. In der Praxis haben viele Antragsteller daher wahllos historische Adels- und Wappenträger gleichen oder ähnlichen Namens für ihre Familie reklamiert.
Die Verleihung von Adelstiteln und Wappen war im 19. und frühen 20. Jahrhundert an hohe Gebühren gebunden, also ein gutes Geschäft für den Staat. Zahlreiche neureiche Industriellenfamilien „kauften“ sich buchstäblich Adelstitel oder Wappen. Trotzdem wurde nicht wahllos geadelt, sondern Antragsteller mit dunklen Punkten in ihrer Lebensgeschichte oder zweifelhaftem Ruf abgelehnt. Das betraf ausschließlich die niederen Adelstitel (von, Edler von, Ritter von, Herr von usw.). Die mittleren Adelstitel (Freiherr / Freiin / Freifrau, Graf / Gräfin oder gar Fürst / Fürstin) waren alleine mit Geld kaum erreichbar. Beginnend mit Erzherzog waren alle Titel den Mitgliedern des Kaiserhauses vorbehalten.
Ungarische und kroatische Adels- und Wappenakte nach dem Ausgleich von 1867 liegen in den Staatsarchiven Ofenpest (Budapest) und Agram (Zagreb).
Kriegsarchiv
Österreich bzw. die Habsburger Kaiser unterhielten ab 1648 (Friedensschlüsse von Münster und Osnabrück nach dem 30-Jährigen Krieg) erstmals auch in Friedenszeiten ein stehendes Heer. Alle erhaltenen Unterlagen bis 1918 (Ende der Habsburgermonarchie) dazu befinden sich im Kriegsarchiv. Die ältesten Bestände reichen bis ins Jahr 1557, also die Zeit König Ferdinands I. (ab 1558 auch Kaiser), zurück. Unter den vielen Tonnen an Material befinden sich vielfältige Unterlagen über Offiziere und Soldaten der alten Armee aus allen Teilen Europas, Regimentsbücher, Militärmatriken, Grundbuchblätter, Stellungslisten und Assentprotokolle der Soldaten, Verlustlisten, Belohnungsanträge, Spitalsvormerkblätter usw.
Genealogisch besonders interessant sind die Personalunterlagen (Grundbuchblätter, Stellungslisten und Assentprotokolle) der k. u. k. Soldaten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Auf diesen Formblättern findet man u. a. Geburtsdatum und -ort, Größe, Haar- und Augenfarbe, Beschreibung des Charakters, Sprachkenntnisse und natürlich eine genaue Auflistung der militärischen Laufbahn mit allen Einheiten, in denen sie gedient haben, allen Auszeichnungen, den Verwundungen usw.
Die Grundbuchblätter der Jahrgänge 1850–1900 mit Heimatrecht außerhalb des heutigen Österreich befinden sich meist nicht im Kriegsarchiv in Wien, sondern in den Archiven der anderen Nachfolgestaaten (wo sie zum Großteil vernichtet worden sind).
Ist die militärische Zugehörigkeit geklärt – und nur dann –, hat man die Chance in den erhaltenen Regimentsmatriken auch Vermerke über Todesfälle (Gefallene, Gestorbene) zu finden. Daneben gibt es eine namentlich organisierte Kartei der Ordens- und Auszeichnungsverleihungen. Diese Belohnungsanträge haben meist den Nachteil, weder Geburtsdatum noch -ort anzuführen. Bei Soldaten mit häufig vorkommenden Namen kann damit eine sichere Zuordnung unmöglich sein. Ebenfalls namentlich organisiert sind die erhaltenen Spitalsvormerkblätter (Behandlung in den Militärspitälern).
Bibliothek
Die Freihandbibliothek enthält u. a. viele Gesetzessammlungen, allgemeine Lexika - z. B. einen Nachdruck des Zedler Lexikon, 68 Bände, 1732–1754, http://www.zedler-lexikon.de - und spezielle biographische Nachschlagewerke (u. a. eine Originalausgabe von Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich, 60 Bände, 1856-1891). Innerhalb etwa einer Stunde verfügbar sind eine weitere halbe Million Werke zu Geographie, Geschichte, Gesetzeskunde, Verwaltung usw. Besonders interessant für Familienforscher sind so genannte Schematismen und andere Verzeichnisse in der Freihandbibliothek.
Militärschematismen sind die von 1819 bis 1918 jährlich herausgegebenen Ranglisten aller Offiziere der k. k. Armee, der österreichischen Landwehr und des ungarischen Honved. Sie sind gegliedert einerseits nach den einzelnen Einheiten (i. d. R. nach Regimentern) und dort nach der Ranghöhe bzw. bei Gleichrangigen nach dem Ernennungszeitpunkt, andererseits (für alle) nach der jeweils letzten Rangerhöhung (Stichtag). Namensindizes ermöglichen das rasche Auffinden bestimmter Offiziere. Vermerkt sind für alle Einheiten auch die Stationierungsorte sowie für alle Offiziere alle erhaltenen Orden und Auszeichnungen. Mithilfe dieser im Staatsarchiv fast lückenlos vorhandenen Bände lassen sich die Karrierewege aller k. k. Offiziere genau verfolgen.
Hofschematismen enthalten, gegliedert nach Funktions- und Berufsgruppen, alle Angehörigen und Bediensteten des kaiserlichen Hofes in Wien; sie erschienen 1769–1918 jährlich. Die Palette reicht von allen Mitgliedern der kaiserlichen Familie, über die adeligen Kammerherren, die Angehörigen der Nobelgarden und die adeligen Hofdamen bis zu den Ministern, Universitätslehrern, Hofbeamten, Beamten der zentralen Verwaltung (Ministerien in Wien bzw. ab 1867 auch Budapest, Statthaltereien in den Kronländern) und den einfachen Hofbediensteten. In gewisser Hinsicht sind diese Hofschematismen die Vorläufer der Amtskalender der Republik Österreich. Besonders wertvoll ist die oftmalige Angabe der Wohnadresse, die die weitere Forschung in den örtlich zuständigen Pfarr- und Herrschaftsbüchern, Bezirksgerichtsbeständen usw. erst ermöglicht. Die meisten Bände weisen am Schluss Namensindizes auf.
Adelshandbücher listen einen großen Teil des Adels auf – beginnend etwa 1850 und gegliedert nach Gotha (regierende Häuser), Fürstliche-, Gräfliche-, Freiherrliche- und (Ur)adelige Familien – und enthalten unterschiedlich viel Information über die Adelsfamilien. Viele sind (verteilt über die Jahrgänge) komplett dargestellt (vom Mittelalter bzw. dem Zeitpunkt der Adelserhebung) bis zum Erscheinungsjahr der Bände. Da die Redaktion ausschließlich auf die Angaben der Familien selbst angewiesen war, enthalten die Bände auch viele Fehler und Falschinformationen, wobei sich darüber spekulieren lässt, wie viele wirkliche Irrtümer und wie viele bewusste "Schönungen" waren. Daneben gibt es Adelslexika, u. a. ein mehrbändiges Lexikon über den ungarischen Adel aus dem 19. Jahrhundert. Ein großer Bestand von Wappenbüchern, darunter fast alle Siebmacherbände, ermöglicht es rasch, gesuchte Wappen aus Mitteleuropa zu finden.
Die Adressbücher von Wien des Verlegers Lehmann sind von 1859 bis ca. 1965 erschienen. Ab 1870 sind sie fast lückenlos im Staatsarchiv einsehbar. In den Jahren vor ca. 1920 enthalten sie die Geschäftsinhaber, Haus- und Wohnungseigentümer und -hauptmieter, nach ca. 1920 auch Untermieter. Damit ergibt sich ein fast kompletter Überblick über die Wiener Bevölkerung. Bei Familien ist allerdings meistens nur das Oberhaupt (Ehemann oder Witwe) angeführt. Viele Bände enthalten einerseits ein alphabetisches Verzeichnis der Familiennamen, andererseits werden, gegliedert nach Straßennamen und Hausnummern, alle Bewohner aufgelistet (vulgo‚ verkehrter Lehmann). Die angemeldeten Firmen sind in allen Jahrgängen enthalten. Einzelne Telefonbücher gibt es ab ca. 1900. (Günter Ofner)
Österreichisches Staatsarchiv
Nottendorfergasse 2, 1030 Wien
Homepage: http://www.oesta.gv.at
E-Mail-Adressen:
Adelsarchiv: avapost@oesta.gv.at
Kriegsarchiv: kapost@oesta.gv.at
Bibliothek: bibpost@oesta.gv.at
Vereine
Medien
Digitale Helfer für die pommersche Familienforschung
Auf der Suche nach Urkunden der Vorfahren ist es unerlässlich, in einem Gemeindeverzeichnis nachzuschlagen, welches das zuständige Kirchspiel oder das zuständige Standesamt für den Geburts- Heirats- oder Sterbeort der Ahnen war. Diese Zuständigkeiten wechselten in der Vergangenheit häufig. Für Pommern konnte sich derjenige glücklich schätzen, der im Besitz des Buches Die Gemeinden und Wohnplätze Pommerns aus dem Archiv Kreplin war. Dieses umfasste leider nur den Zeitraum 1919 bis 1945. Aus gleicher Quelle gibt es jetzt eine CD-ROM mit wesentlichen Erweiterungen (ISBN 3-938773-04-9, 28 €). Erfasst sind Gemeindelexika und Ortsverzeichnisse, die zwischen 1817 und 1945 erschienen, Angaben über Grenzänderungen sowie umfangreiches Kartenmaterial. Das sorgfältig aus diversen Bibliotheken zusammengestellte und sauber eingescannte Material lässt keine Frage zu Gemeindezuordnungen offen.
Eine weitere wichtige Quelle für Pommern sind die Bücher Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. I. Teil: Der Regierungsbezirk Stettin. Stettin 1903 von Hans Moderow und Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. II. Teil: Der Regierungsbezirk Köslin. Die reformierten Gemeinden Pommerns. Die Generalsuperintendanten. Stettin 1912 von Ernst Müller. Beide enthalten nicht nur biographische Angaben zu den Pastoren sondern auch vielfältige genealogische Angaben zu Abstammung, Ehefrauen und Nachkommen. Auch dieses Werk samt den Heydenschen Ergänzungen ist nun als Scan auf CD erhältlich, erweitert um kirchliche Adressbücher und Pfarralmanache von 1927 bis 1956. Eine weitere Ergänzung bietet Die Evangelischen Geistlichen des ehemaligen Regierungsbezirkes Stralsund, bearbeitet von Hellmuth Heyden (ISBN 3-938773-02-2, 18 €).
Allen Silberlingen gemeinsam ist die betriebssystemunabhängige Navigation; sie erfolgt entweder über HTML oder für die enthaltenen PDF-Dokumente mit dem – auch auf der CD vorhandenen – Acrobat Reader. Die passwortgeschützen PDF-Dateien haben eine benutzerfreundliche Navigation über Lesezeichen, die Qualität der eingescannten Dokumente und besonders auch der Karten ist sehr ordentlich.
Fazit: Diese Scheiben ersparen unzählige Bibliotheksbesuche und Kopien.
Weitere Informationen und Bezugsquellen über http://gak-buch.de oder Klaus-Dieter Kreplin, zum Nordhang 5, 58313 Herdecke, kdkreplin@gak-buch.de (Margret Ott)
Gemeindeverzeichnisse des Deutschen Reichs auf CD
Der Herausgeber der digitalen Verzeichnisse für Pommern (s. o.) hat auch Die Gemeinden des Deutschen Reiches 1933-1941 als CD-ROM veröffentlicht (ISBN 3-938773-05-7, 25 €). Sie bietet als Scan das Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich 1933/36 sowie die entsprechende Ausgabe von 1939/41 – in der selben Qualität wie die pommerschen Verzeichnisse. Weitere Informationen und Bezugsquellen über http://gak-buch.de oder kdkreplin@gak-buch.de (Margret Ott)