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Die ev. Kirche von Deutsch Crottingen, Ansicht von Osten
Einleitung
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Ein Wohnhaus an der Dorfstraße von Deutsch Crottingen
Deutsch Crottingen, Kreis Memel, Ostpreußen
Zu unterscheiden von dem jenseits der ehemaligen deutschen Grenze liegenden Krottingen oder Krettingen (litauisch).
Es handelt sich um eine kurische Unterlandschaft in der Landschaft Megowe. Anfang des 15. Jahrhunderts wurde der östliche Teil der Landschaft von Zemaiten erobert, und man unterschied Litauisch Krottingen, GrottingenKrettingen und Kretingale genannt.
Kirchspiel, [kölm.] Gut und Gemeinde, 13 km nördlich von Memel, westlich der Dange, gegründet vor 1682, 1939: 303 Einwohner[10]
In Deutsch-Krottingen sind archäologische Funde aus der frühen Bronzezeit belegt. Das Stadtrecht wurde 1609 verliehen.
Deutsch Crottingen, selten nur Crottingen (auch Krottingen) genannt, hat den Namenszusatz "Deutsch" zum Unterschied zu dem 8 km weiter nördlich jenseits der ehemaligen memelländischen Grenze gelegenen Ort "Litauisch Crottingen".
1902 wurde ein landwirtschaftlicher Ortsverein gegründet, durch den eine planmäßige Pferdezucht möglich wurde.
Von den 1905 in dem Ort wohnenden 118 Einwohnern waren 109 evangelisch und 9 katholisch, 48 deutsche und 70 litauische Muttersprachler.
Angrenzende Orte
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Die ev. Pfarrkirche in Deutsch Crottingen
Kirchengebäude
1652 wurde eine hölzerne Kapelle in Deutsch Krottingen erbaut, bei der 1699 schon Turm und Glocken vorhanden waren. 1741 wurde hier eine neue Kirche aus Feldsteinen erbaut, die einen hölzernen Turm erhielt. Als dieser 1801 bei einem Sturm schief wurde, trug man den oberen Teil ab und bedeckte den unteren Turmteil mit einer Haube.
1875 erhielt sie einen massiven Turm mit achteckigem Oberteil sowie eine Orgel. Sie hat ein tonnenüberdachtes Mittelschiff und flach gedeckte Seitenschiffe. Bei der Einziehung der Emporen wurden ältere Tafeln mit Aposteldarstellungen verwendet. Der als Einheit gedachte Kanzelaltar entstand 1793.
Kirchspiel Deutsch Crottingen
Ab 1654 war Deutsch Krottingen selbständiges Kirchspiel mit 72 Ortschaften, wodurch die Arbeit der Memeler Geistlichen erheblich erleichtert wurde. 1773 gab es im Kirchspiel Deutsch-Krottingen die Schulen Gibbischen Peter, Karkelbeck, Kunken Görge. Deutsch Crottingen hatte um 1912 insgesamt 3315 Seelen, davon 3000 litauische Muttersprachler. Im Laufe seines Bestehens gab das Kirchspiel Deutsch Crottingen einige Ortschaften an die neugegründeten Kirchspiele Karkelbeck und Plicken ab.
Zugehörige Ortschaften
Zum Kirchspiel Deutsch Crottingen gehörten 1912 folgende Ortschaften:
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Die Ortsmitte von Deutsch Crottingen
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Deutsch Crottingen auf der Karte des Landkreises Memel
Die Kirchenbücher von Deutsch Crottingen sind nur noch als Verfilmungen des Reichsippenamtes erhalten, die heute in Leipzig lagern (Sächsisches Staatsarchiv Leipzig). Die Originale sind verschollen. Verfilmungen sind auch bei den "Mormonen" vorhanden.
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Pfarrer Wilhelm Atrott
Folgende Personen werden in den Kirchenbüchern nach 1944 erwähnt:
Armonaitis, Jonas, Pfarrer, 1957-1974 Varanavičius, Saulius im Jahre 2009
Katholische Kirche
Die Katholiken im Kirchspiel Deutsch Crottingen hielten sich an die katholische Kirche zu Memel, teilweise wohl auch an die jenseits der memelländischen Grenze gelegenen katholischen Parochien.
Friedhöfe
Von dem Friedhof ist nichts mehr vorhanden. Es gibt einen Eingang mit Treppe. Der Friedhof lag auf einer jetzt verwilderten Anhöhe.
Auch vom Friedhof an der Kirche ist außer einigen Grabsteinsockeln nichts mehr zu finden.
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Aufgang zum Friedhof (Bild: Annelie Stöllger)
Standesamt
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Am Ortsrand von Deutsch Crottingen
Zugehörige Ortschaften
Zum Standesamt Deutsch Crottingen gehörten 1907 folgende Ortschaften:
Eine wertvolle Hilfe angesichts der lückenhaften Kirchenbücher von Deutsch Crottingen stellen die Zweitbücher des Standesamtes Krottingen dar, die im Standesamt I in Berlin lagern. Verfilmungen sind auch bei den "Mormonen" vorhanden.
In einem Verzeichnis aus dem Jahr 1540 sind folgende Namen zu finden:
Bartkus
Bayer
Dalatt
Damßalt
Dryskau
Gaylus
Gytkant
Huße
Ilagell oder Itagell
Kaull
Speyr
Sprengen
Stankus
Sudebar
Szeyp
Wyltolt
1719: Deutsch Crottingen, ein cöllmisches Guth im Crottingschen Ambte gelegen, gehört dem Herrn Friedrich Land. Diesem Eigentümer sind 1718 im Monat April durch vom Himmel gefallenes Feuer seine Schuppen und Scheunen sambt allem Viehe verbrannt, wodurch er gantz verarmet.Quelle:[14]
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Crottingen. Ein Dorf, das heißt eine Landgemeinde Crottingen, hat es im 17. Und 18. Jahrhundert nicht gegeben. Der Ausdruck „Dorf“ in den Urkunden bedeutet „Gebiet“, wie schon daraus hervorgeht, daß Niclau Uhszen und Peter Kojellen als im Dorfe Crottingen befindlich bezeichnet werden, während eine Ortschaft nicht in einer andern liegen kann. Crottingen im engeren Sinne bestand damals lediglich aus folgenden zwei Gütern: Adlig Deutsch Crottingen und Kölmisch Deutsch Crottingen.[16]
1682: Der Landkämmerer Johann Wulff (vergl. Friedrichsgnade) hat „im Dorfe Crotingen“ zu Niclau Uhszen 1 Hufe 22,5 Mo. und zu Peter Kojellen 1 Hufe 10 Mo. in Berahmung. Er erhält sie 24.Mai 1682 nebst einer Krug- und Brau-Gerechtigkeit auf dreißig Jahre frei von bäuerlichen Pflichten gegen 31 Mk. 80 Schill. Zins von Niclaus Uhßen, 24 Mk. von Kojellen und 36 Mk. vom Kruge. Wulff erwirbt hierzu noch von der Forstverwaltung 3 Hufen Wildnißland gegen 15 Mk. Zins 20.Juni 1686. Am 2.Mai 1690 erhält Wulff noch 1 Hufe 16 Mo. in Peter Kojellen, da der darauf sitzende Bauer schon drei Jahre den Zins nicht bezahlt hat und anderswohin versetzt werden soll, und zwar diese nebst allen seinen anderen Hufen erblich zu kölmischen Rechten. Der Name Peter Kojellen geht damit unter.
1719 hat das Gut Jakob Friedrich Landt. (Das Kirchdorff Deutsch Crottingen im Mümmelschen Ambt. Hierselbst sind 4 Hu. 18 Mo. cöllmische Huben, dem Herrn Friedrich Land gehörig.)[17]Er ist Zins und Steuern schuldig geblieben, hat auch Privatschulden, und so erfolgt am 25.Juni
1722 die Subhastation, in welcher das Gut Landkammer-Rath Klingbeil in Eckitten für 22000 Gulden ersteht, aber sogleich an Christoph Franck cedirt. Zum Gute gehörten damals außer dem Kruge 4 kölm Hufen 18 Mo. 150 Ru., sowie 3 Chatoul-Hufen Wald, Wulffsdorf genannt, und die dabei befindlichen 2 Kummetter, das spätere Eglienen (Ksp.Memel/Plicken), d.h. Tannenwald.
1727: Als 1727 Franck das Gut Eckitten in Arrende nimmt, stellt er sein kölmisches Gut Crottingen nebst Brauhaus als Caution. Franck starb 19.Nov. 1741; seine Wittwe heirathete Joh. Gabriel Kolb.
1764: Dieser verpfändete, um durch das Geld seine andern, im siebenjährigen Krieg sehr ruinierten Güter wieder in Stand setzen zu können, kölm Crottingen für sogleich baar erlegte 8000 Thlr. auf 30 Jahre dem Amtmann und Generalpächter Joh. Jakob Müllner zu Eckitten am 16.April 1764, also bis Trinitatis 1794.
1794: Nachdem nun kölm. Crottingen dessen Nachfolgern in Eckitten, v. Stempel und v. Rosenberg, in Größe von 4 Hu. 18 Mo. 150 Ru. gehört, ist es nach Aufhören des Pfandbesitzes an Amtsrath Carl Ludwig Kraus gelangt. Aus dessen Nachlaß übernimmt es für 8000 Thlr. sein Sohn und Miterbe Franz Heinrich Leopold Kraus 19.Mai 1812, nämlich den Krug, 4 Hu.4 Mo. 244 Ru. kulm Land, Mitgebrauch von 3 Hufen 21 Mo. 148 Ru. Weide, 3 Hufen kulm. Chatoull-Land Eglienen, wozu nachträglich 1812 noch eine Hufe Berahmungsland in Niclau Uhßen kommt. Franz Leopold Kraus erwarb in den Jahren 1812-1816 die in Niclau Uhßen belegenen vier Bauergüter hinzu, welche 1818 als Pertinenz des Guts erklärt wurden und zusammen 2388 Mo. 650 Ru. ausmachten. Ihm folgte im Besitz ein Sohn seines Bruders Ludwig Kraus auf Adlig Crottingen, Hermann Ludwig Wilhelm Kraus, der das Gut, *1849 10. April 1849 an Carl Adolph Friedrici verkaufte.
1866.21. Okt. Der letzte der Verträge zwischen Preußen und 22 Staaten oder Freien Städten nördlich der Mainlinie über die Gründung des Deutschen Bundes wird unterzeichnet. Crottingen im Königreich Preußen ist nun eine Gemeinde im (Nord)Deutschen Bund.
1871.18. Jan.. König Wilhelm von Preußen wird im Spiegelsaal zu Versailles zum Deutschen Kaiser proklamiert; Gründung des II. Deutschen Kaiserreichs. Insgesamt gehen vier Königreiche, sechs Großherzogtümer, fünf Herzogtümer, sieben Fürstentümer, drei freie und Hansestädte sowie das Reichsland Elsaß-Lothringen in das Reich ein. Crottingen ist nun eine Gemeide im Deutschen Reich.
1892: Nach Carl Adolph Friederici Tod, am 27.Juli 1892 hatte dessen Sohn Friedrich Wilhelm Friedrici das Gut Crottingen, von dem es am 17. Sept. 1897 an Herrn Max Funk überging.[18]
1918. 9. Nov.. Revolution in Berlin; Reichskanzler Max von Baden verkündet die Abdankung Kaiser Wilhelm II. und tritt
zurück; Gegen 14 Uhr Ausrufung der deutschen Republik durch Scheidemann, Friedrich Ebert Vorsitzender des Rates der Volksbeauftragten. Damit ist die konstitutionelle Monarchie durch die parlamentarische Demokratie abgelöst.
Genealogische Bibliografie
Archive und Bibliotheken
Archive
Verschiedenes
Karten
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Schroetter Karte 1802, (Maßstab 1 : 160 000)
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↑Sembritzki Johannes, Geschichte des Kreises Memel
↑Sembritzki Johannes, Geschichte des Kreises Memel
↑Sembritzki Johannes, Geschichte des Kreises Memel
↑Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
↑Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Hubenzahl 1719, Buch Nr. 3, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962
↑Johannes Sembritzki, Geschichte des Kreises Memel, Memel, 1918
↑Kurschat, Heinrich A.: Das Buch vom Memelland: Heimatkunde eines deutschen Grenzlandes, Oldenburg (Oldb.) 1968
↑ Schmid, Wolfgang P.: Das Nehrungskurische, ein sprachhistorischer Überblick
↑Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
↑Quelle: Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Hubenzahl 1719, Buch Nr. 3, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962
↑Johannes Sembritzki, Geschichte des Kreises Memel, Memel, 1918
↑Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Special Protocoll 1719, Buch Nr. 2, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962
↑ Mortensen, H. u. G.: Die Besiedlung des nördlichen Ostpreußen bis zum Beginn des 17.Jh Teil I: Die preußisch-deutsche Siedlung am Westrand der Großen Wildnis um 1400, Teil II: Die Wildnis im östlichen Preußen, ihr Zustand um 1400 und ihre frühere Besiedlung, in Deutschland und der Osten Band 8, Leipzig 1938, II.S.115
↑Sembritzki Johannes, Die Geschichte des Kreises Memel
↑ Generalhufenschoß 1719-1766, Schulzenamt Memel, Hubenzahl 1719, Buch Nr. 3, Staatliches Archivlager, Göttingen, 1962
↑Sembritzki Johannes, Die Geschichte des Kreises Memel