Lobbese/ Mühle

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Lobbese (Lobbene)

Bockwindmühle

  • 1565 in Pflügkuff (jetzt OT von Lobbesse), Windmüller
  • 1591 in Pflügkuff , 1 Müller
  • 1719 von Müller Rückert erbaut, 50 Jahre danach durch seinen Sohn Gottfried Rückert abgerissen und eine neue erbaut.
  • 1764 1 Windmühlenbesitzer ( hat ein Häusgen)
  • 1822 Windmüller
  • 1872 Mühlenmeister Rückert in Lobbesee
  • 1890 durch Wind umgerissen, danach wieder aufgebaut.
  • 1937, 300 m vom Nordausgang des Dorfes, Zustand Gut, in Betrieb, Zusatzmotor.

Mühle war bis 1939 ununterbrochen in Betrieb, nachdem Karl Rückert 1942 aus dem Krieg zurückkehrte nahm er die Mühle wieder in Betrieb. Letzter Müller Karl Rückert, er starb kinderlos 1976. Sein Bruder hatte einen Bauernhof. Bis 1945 in Betrieb, 1985 wurde die Windmühle abgerissen. Der Fläming ist eine Erhebung im sonst flachen Brandenburger Land und deshalb weht hier oft ein kräftiger Wind. Wie in anderen Dörfern, gab es auch in Lobbese einen Windmüller. Die Bauern konnten so das geerntete und gedroschene Korn zum Müller bringen und Mehl mahlen lassen. Die erste Windmühle wurde 1719 in Lobbese erbaut. Die Familie Rückert erwarb die Parzelle von der ansässigen Kirche. Die erste Erbfolge trat Gottfried Rückert an. 1769, 50 Jahre später war die Mühle den gestiegenen Anforderungen nicht mehr ge­wachsen und er riss die kleine Mühle ab und baute eine größere, modernere Bockmühle. Sein älteste Sohn Johann Daniel Rückert (geb. 1751) erlernte das Müllerhandwerk und übernahm die Mühle. Dessen Sohn Johann Gottlieb Rückert (geb. 1786), eines von 6 Kindern, erlernte das Müller­handwerk und erbte die Mühle. Im Bereich der Mühlen im Amtsbereich Belzig wurde wahrschein­lich kaum auf Sicherheit geachtet. Die Mühlen waren für jeden, auch für spielende Kinder und herumlaufende Haustiere frei zugängig. So erhielt 1839 auch der Windmüller Gottlieb Rückert die Aufforderung: ...binnen 14 Tagen mit einem 3 Fuß hohen, haltbaren Standzaun die Mühle voll­ständig zu umhegen und das durch ein Attest zu bezeugen. …Am 16. Mai 1839 bescheinigte der Dorfschulze: Niendorf die Ausführung der königlichen Anordnung. Am 27. August 1840 erhielten die Windmüller Belzig`s eine weitere Aufforderung: ...es war die Anordnung eine Waage anzuschaffen, welche mit eisernen geeichten Gewichten bestückt sei. Auch sollte in der Mühle für jeden Kunden sichtbar eine Preistabelle vorhanden sein. …Auch diese Anweisung erfüllte Gottlieb Rückert pflichtbewusst. Der nächste Müller wurde sein Sohn Traugott Friedrich Rückert (geb. 1816), eines von 5 Kindern. Traugott selbst hatte 11 Kinder. Sein ältester Sohn Friedrich Wilhelm Traugott Rückert (geb. 1855) übernahm 1889, nach dem Tod des Vaters, die Mühle. 1890 brachte ein Wirbelsturm die Mühle zum Einsturz. Um seine Existenz zu sichern, baute Friedrich Wilhelm Trautgott die Mühle wieder auf, musste aber einen Kredit aufnehmen. Er konnte sich danach nicht über Arbeit beklagen. Wilhelm Rückert hatte 6 Kinder, davon starben aber 2 bereits im Kleinkindalter. Sein Sohn Karl Rückert (geb. 1897) legte im Alter von nur 24 Jahren seine Meisterprüfung mit Erfolg ab und wurde einer der jüngsten Windmüller mit einem Meisterbrief. Wilhelm Rückert übertrug die Mühle seinem Sohn Karl, welcher sie modernisierte, indem er ein modernes Getreidemahlwerk in einen Askaniersichter (Sieb zum Trennen von feinem Mehl und groben Bestandteilen) installierte. Karl Rückert betrieb die Mühle bis 1939, denn er wurde zur Armee eingezogen. Als er 1942 zurückkehrte nahm er seine Arbeit wieder auf. Aber es lohnte sich nicht mehr. So stellte er die Windmüllerei 1943/44 ein und half seinem Bruder Reinhold auf dem Bauernhof. 1945 quartierten sich russische Soldaten in der Mühle ein. Sie richteten keinen großen Schaden an. Aber in den darauf folgenden Jahren wurde die Mühle öfter aufgebrochen und alles, was brauchbar war, wurde entwendet. Zum Schluss stand nur noch eine Ruine. Karl Rückert starb 1976 unverheiratet und kinderlos. Auf dem historischen Bild ist die Bockmühle und der letzte Müller Herr Karl Rückert zu sehen. Als in den 80ziger Jahren die Initiative „Schöner unsere Städte und Gemeinden" lief, wurde der Besitzer 1985 , sehr eindringlich aufgefordert den „Schandfleck" und die Gefahrenquelle zu beseitigen. Nur kurze Zeit später (nach 1990), das Land hatte einen politischen Umbruch hinter sich, musste sich Herr R. Rückert für den Abriss vor dem Mühlenverband rechtfertigen: ...für die Zerstörung eines Baudenkmals.